Los 3025

Kisch, Egon Erwin
(1885-1948)Eigenhändiger Brief. Berlin, 29. November 1925

Zuschlag
420€ (US$ 488)

Los 3025 - Kisch, Egon Erwin - Eigenhändiger Brief. Berlin, 29. November 1925 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
„Egon Erwin Kisch“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 3025, Auction  118, Kisch, Egon Erwin, Eigenhändiger Brief. Berlin, 29. November 1925

"Das Buch wird keinen sehr großen Erfolg haben, weil es sehr tschechisch, jüdisch und pragerisch ist."
Kisch, Egon Erwin. Eigenhändiger Brief an Jarmila Haasová in tschechischer Sprache mit Unterschrift "Egonek". 2 S. 27 x 19,5 cm. Mit eigenhändig adressiertem Kuvert. Berlin, 29. November 1925.
Haupt, Kisch, S. 51ff. – Ausführlicher Bericht über das ereignisreiche Leben Kischs in der Berliner Kunst-, Kultur- und Musikszene sowie die zahlreichen beruflichen Verpflichtungen, über Journalistenkollegen und den marxistischen Kulturpolitiker Anatoli Wassiljewitsch Lunatscharski (1875-1933):
"Diese Woche war vollkommen Lunatscharski gewidmet, ich war auf seinem Presseempfang in der Botschaft und zu seinem Vortrag in der Philharmonie (ich habe auf demselben Platz gesessen, wie in dem Mahler-Konzert neben Dir) und in seinem Stück, das mir gefallen hat, weil es von Lunatscharski war. Überhaupt stehe ich mich mit den Russen sehr gut und fahre vielleicht noch in diesem Monat nach Moskau, ich freue mich darauf so sehr, daß ich Angst habe, daß daraus nichts wird."

Weiter über sein Schreiben für die Berliner Montagspost' einem eher mittig-bürgerlich angesiedelten Blatt und über Arbeiten an seinem Buch Hetzjagd durch die Zeit: "Ich lebe von diesen schrecklichen Dummheiten in der Montagspost, lauter alte Feuilletons, - so schlecht ist es mir in Berlin noch nie gegangen und deshalb sehne ich mich so sehr nach der Fremde. Mein Buch heißt Hetzjagd durch die Zeit'... wenn Du großen Wert darauf legst, lasse ich Dir aus Berlin noch ein Exemplar zukommen. Das Buch wird keinen sehr großen Erfolg haben, weil es sehr tschechisch, jüdisch und pragerisch ist, - wer soll in Deutschland schon verstehen, was Tonka Šibenice in ihrem Jargon spricht oder dieses Schwadronieren 'im Nebel'."

Über Berliner Blätter: "Die Literarische Welt wird mit jeder Nummer schlechter ... Ungar hat 8 lange Spalten über die Handschriften von Thomas Mann geschreiben, Byzantinismus! Weiss lobt Hindenburg! Jeder schimpft." Kisch schließt mit einem Nachsatz "50 Mal danke ich Dir für die Zigaretten, ich habe sie geraucht, als ich diesen Brief geschrieben habe. Sonst rauche ich oft unsere Pfeife! Und reinige den Kamm mit Deiner Bürste!". – Horizontal geknickt, Umschlag aufgerissen.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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