Los 3023

Kisch, Egon Erwin
(1885-1948)Eigenhändiger Brief. Berlin, 19. März 1925

Zuschlag
320€ (US$ 372)

Los 3023 - Kisch, Egon Erwin - Eigenhändiger Brief. Berlin, 19. März 1925 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
„Egon Erwin Kisch“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 3023, Auction  118, Kisch, Egon Erwin, Eigenhändiger Brief. Berlin, 19. März 1925

Jarmila als "Übersetzerin aller Werke" Egon Erwin Kischs
Kisch, Egon Erwin. Eigenhändiger Brief an Jarmila Haasová in tschechischer Sprache mit Unterschrift "Egona". 2 S. 27 x 19,5 cm. Mit masch Kuvert. Berlin, 19. März 1925.
Haupt, Kisch, S. 46f. – Sehr persönlicher Brief an Jarmila Haasová (1896-1990), der seine Affektion für und Vertrautheit mit seiner Freundin und Übersetzerin zeigt, nennt er sich doch oft "Mein Äffchen", "Du böser affiger Affe" oder hier "Lieber Affe" ("Milý vopic"). Kisch schreibt über Jarmilas Briefe, "die ich, Schwein, unbeantwortet gelassen habe" und endet "Jarmilinko, Du schreibst wenig über Dich. Hast Du irgendeinen Liebhaber. Und wie geht es Dir sonst? Ich hoffe das Beste. Grüße alle bekannten Ungarn, Tschechen, Juden, Deutschen, Russen, Linke und Rechte und laß Dich auf das herzlichste küssen von Deinem Spitzbuben Egon" - "Tvého
rošťáka Egonek".

Zusammenfassend berichtet Kisch über seine Arbeit in Berlin, über "lauter fremde Leute, einer vom Devětsil, der schon zwei Jahre in Berlin ist und nicht ein Wort Deutsch kann, belästigt mich mit seiner atonalen Musik ..." Er arbeitet gerade an der Herausgabe des Pitaval, der Sammlung von Kriminalfällen, zu der ihn sein Verleger Erich Reiss aufgefordert hatte. "Ich schreibe auch an meinem 'Pitaval', aber diese Kompilation langweilt mich schrecklich und ich möchte das alles schon hinter mir haben". Tatsächlich sollte der Band dann erst 1931 als "Prager Pitaval" bei Erich Reiss erscheinen. Über einen der Fälle, den Tscheka-Prozeß (nach dem Terror der kommunistischen Untergrundorganisation) hatte Kisch berichtet: "Morgen kommt im 'Tagebuch' ein neuer großer Artikel von mir über die 'Tscheka', - Du bekommst ihn".
Er erwähnt ferner die Stücke Ferda Mestek, Piccaver im Salon Goldschmied und Oberst Redl: "... da sich einige Übersetzer bei der Schmiede um den Redl beworben haben, will ich, daß er mit mir schnell den Vertrag macht, in dem ich Dich als Übersetzerin aller Werke vorschlage". – Zweifach geknickt, auf dem festen Briefpapier mit Namensaufdruck. Umschlag mit Rissen.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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