Los 3019

Kisch, Egon Erwin und Haasová, Jarmila
(1885-1948; 1896-1990)Der rasende Reporter

Zuschlag
800€ (US$ 930)

Los 3019 - Kisch, Egon Erwin und Haasová, Jarmila - Der rasende Reporter - 0 - thumbLos 3019 - Kisch, Egon Erwin und Haasová, Jarmila - Der rasende Reporter - 1 - thumb

Aus dem Katalog
„Egon Erwin Kisch“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 3019, Auction  118, Kisch, Egon Erwin und Haasová, Jarmila, Der rasende Reporter

Die Begründung des objektiven, tatsachenbasierten Journalismus
Kisch, Egon Erwin. Der rasende Reporter. 1.-10. Tausend. 317 S., 1 Bl. Mit ganzseitiger Abbildung. 20,2 x 14,4 cm. Schwarzes Halbleinen mit weißgeprägtem RTitel und farbig illustrierten Deckeln (etwas beschabt und berieben, leicht abgegriffen, bestoßen). Berlin, Erich Reiss, 1925.
Melzwig 347.1. – Erste Ausgabe der berühmten Reportagesammlung, dessen Titel zum Synonym seines rastloses Autors wurde. Enthalten sind über 50 Reportagen wie Unter Obdachlosen, Meine Tätowierungen, Elf Totenköpfe auf dem Katheder, Streifzug durch das dunkle London, Scharfrichters Lebenslauf, Die Mutter des Mörders und vieles mehr.
"Kischs Reportagebände Der rasende Reporter, Hetzjagd durch die Zeit (1926) und Wagnisse in aller Welt (1927) zeigen die für den deutschsprachigen Journalismus folgenreichen Ansätze einer kritischen Wirklichkeitsdarstellung. Sein Reportagestil, der sich durch distanzierte Sachlichkeit auszeichnet, entwickelte Kisch 1906-1913 als Lokalreporter in Prag. Neben denkwürdigen Ereignissen interessierten ihn vor allem Themen aus ders Schattenwelt des Lumpenproletariats. Im Vorwort zum Rasenden Reporter, der seinen fast legendären Ruf begründete, stellt Kisch einen Katalog der Formen und Ziele seiner Berichterstattung zusammen: Er geht davon aus, daß der Reporter weder Künstler noch Politiker, sondern ein ganz 'gewöhnlicher Mensch' ist, dessen Werk einzig 'vermöge des Stoffes' wirkt. Nur der Wille zu nüchternder Sachlichkeit vermag die Gefahr einer subjektiven Entstellung der Realität und unterdrücken. Für den Reporter gilt allein die Tugend der Objektivität, die keiner Rechtfertigung bedarf: 'Er hat unbefangen Zeuge zu sein und unbeangene Zeugenschaft zu liefern'. Die Abhängigkeit von festen Tatsachen und prüfbarem Material zwingt ihn zu untendenziöser Wiedergabe der Wahrheit. In einer Welt, 'die von Lüge unermeßlich überschwemmt ist', zeigt Kisch, was es heißt, die kritische erlebte Wirklichkeit in Gestalt unretouchierter Zeitaufnahmen zu fixieren. Objektivität aber bedeutet nicht Teilnahmslosigkeit, sodern vielmehr eine unparteiische Verpflichtung zum Menschlichen [...] Kisch versteht auch die Reportage als engagierte Kunst, als ein gesellschaftsveränderndes Kampfinstrument" (Manfred Kluge in KNLL IX, 430). – Innengelenke offen, Block gelockert, Seiten teils etwas abgegriffen und mit leichten Fingerfleckchen sowie mehreren Bleistiftan- und unterstreichungen und kleinen Einträgen, Arbeitsexemplar der Freundin des Autors Jarmila Haasová (1896-1990), deren Besitzvermerk in Tinte auf dem fliegenden Vorsatz sowie Titel mit eigenhändiger Widmung des Autors in blauschwarzer Tinte "Milé Jarmilinince! Egonek. V Berlíně, dne 28. října 1924", woraus hervorgeht, dass der Roman schon Ende 1924 druckfertig vorlag, auch wenn die offizielle Auslieferung erst 1925 erfolgen konnte.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2021 Galerie Gerda Bassenge


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2021 Galerie Gerda Bassenge