Los 2763

Katholnig, Caspar
(1763–1829)Tafelklavier

Zuschlag
4.500€ (US$ 5,233)

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Aus dem Katalog
„Im Takt der Musik“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 2763, Auction  118, Katholnig, Caspar, Tafelklavier

Aus der renommierten Wiener Werkstatt des Caspar Katholnig
Katholnig, Caspar. Tafelklavier. Aus verschiedenen Edelhölzern gezimmertes Standklavier der Wiener Werkstatt des Caspar Katholnig mit 40 weißen und 30 schwarzen Tasten, Hämmern, Saiten und mit einer Holzstütze arretierbarem Klappdeckel an Metallscharnier. Höhe ca. 82 cm, Länge 153 cm, Tiefe ca. 59 cm. Wien um 1790.
Tafelklavier aus der Werkstatt des österreichischen Instrumentenbauers Caspar Katholnig (1763-1829) in Wien. Es ruht auf vier grazilen, sich nach unten verjüngenden Standfüßen, die radial gestellt sind und auf Eckstücken den Klavierkörper tragen. Dieser wird von einer Linie aus dunkler Kirschholzintarsie umlaufen und trägt die Klangmechanik, die sichtbar wird, wenn man den an zwei Messingscharnieren befestigten Klangdeckel aufhebt. Arretiert wird dieser mittels einer ausklappbaren Holzstütze, ebenfalls ausklappbar ist ein Notenpult. Die Tastatur mit 40 weißen und 30 schwarzen Tasten umfasst ganze fünf Oktaven.

Hinter der Tastatur ist das emaillierte ovale Blechschild mit vergoldetem, ornamentierten Messingrahmen auf dem Vorsatzbrett angebracht. Es trägt die schwarze Inschrift: "Caspar Katholnik. Bürger in Wien", in der typischen unverwechselbaren Kalligraphie (andere, wohl etwas spätere Schilder lauten "Caspar Katholnik burgerl: Instrumentenmacher in Wien", so dass unser Instrument wohl noch in die Zeit vor 1800 zu datieren wäre).

Zur Anwendung kamen neben Eibe und Fichte auch Edelhölzer von Obstbäumen wie Birne und vor allem Kirsche für das Furnier. Die eindruckvolle Vielzahl der unterschiedlichen Hölzer wird in dem folgenden verkürzt zitierten Artikel deutlich. Demnach handelt es sich bei der zur Anwendung kommende Mechanik um die soganannte "Wiener Prellzungenmechanik", die bei einem ähnlichen Exemplar aus derselben Wiener Werkstatt folgendermaßen beschrieben wird: "Hämmer ruckwärts gewendet. Stiele mit Schnäbelnaus Ahorn. Kerne aus Linde mit 1- bis 2-facher Lederschicht. Seitlich auf den Schnäbeln mit Tinte von 1-63 durchnumeriert. Auflageklötzchen für Hammerstiele aus Linde auf den Tastenhebeln. Kapseln aus Messing, Stiele in in die Tastenhebel versenkte Rotbucheplättchen geschraubt. Prellzungen aus Ahorn mit Pergamentscharnieren,
eingeklemmt in zwei zusammengeschraubte Leisten aus Linde und Flehte. Federn aus Messing, in die Leiste aus Linde gesteckt. Hinterdruckleiste aus Ahorn. Fänger: Einzelfänger. Keile aus Linde mit einfachem Lederbelag. mit den Tastenhebeln durch eingeschraubte Eisendrähte verbunden. Kastendämpfung ...
Resonanzboden aus Fichte mit nur an den Zargen entlang laufenden unprofilierten Leisten aus schwarz gebeiztem Birnbaum, ... Züge: Kniehebel sowie dazugehörige Hebelei im Klaviaturraum und am Unterboden aus Eiche ... Stimmstock aus Hartholz. ... Notenpult versenkbar, aus massiv Eibe, mit Intarsien aus schwarz geb. Birnbaumadern. Unterboden aus Fichte mit Verstärkungsstreben an den Rändern und diagonal verlaufend. Vier Beine aus Fichte, Eibe furniert, im Querschnitt 4-kantig. nach unten zu sich verjüngend. An den langen Kanten Streifen aus schwarz geb. Birnbaum. Fußklötze aus Rotbuche" (Beschreibung eines ähnlichen Klaviers der Sammlung Neupert, 31.02.2021). – Schild mit kleinen schwarzen Bruchäderchen, die Saiten teils lose, aber oft nur wenige Ausbrüche oder Läsuren, die mechanischen Teile meist vollständig, dennoch müsste das Tafelklavier, sollte es denn zum Klingen gebracht werden, komplett überholt und restauriert werden. Sehr dekoratives Musikinstrument einer renommierten Wiener Werkstatt.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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