Los 1020

Heilmann, Elias
Genoveva von Paris. "Oratio devota de Sancta Genovefa". Haussegen

Zuschlag
8.000€ (US$ 9,302)

Los 1020 - Heilmann, Elias - Genoveva von Paris. "Oratio devota de Sancta Genovefa". Haussegen  - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 12.11.2021

Lot 1020, Auction  118, Heilmann, Elias, Genoveva von Paris. "Oratio devota de Sancta Genovefa". Haussegen

Genoveva von Paris. - Heilmann, Elias. "Oratio devota de Sancta Genovefa". Haussegen mit einem Gebet und Fürbitten. Latenische Handschrift in schwarzer und roter Tinte auf Pergament. 1 Bl. mit 1 Seite Text. 2 Spalten. 40 Zeilen. Gotica textualis. Schriftraum: 28,7 x 19,8 cm. Format: 39,6 x 28,6 cm. Mit Rubrizierung, drei 2-zeiligen Initialen in Rot und Blau, einer aufmontierten 12-zeiligen Prunkinitiale "A" in Blau mit grünem Binnenornament auf Goldgrund, goldenem Mittelsteg zwischen den Kolumnen, Überschrift und Kolophon in roter Kalligraphie und vierseitiger reicher Akanthusbordüre in Rötel und schwarzer Federzeichnung, koloriert in Rot, Blau, Grün und Braun mit Goldhöhung. Siegen 1501.
Spätmittelalterlich-frühneuzeitlicher Haussegen aus dem südwestfälischen Siegen mit einem Fürbittengebet an die Heilige Genoveva. Gemeint ist wohl Genoveva von Brabant und nicht die Pariser Stadtheilige Genoveva von Paris. Sie war die Tochter des Herzogs von Brabant. Sie lebte der Legende folgend zwischen 730 und 750 und wurde auch in den westlichen Gebieten Deutschlands, im Rheinland und eben auch in Westfalen verehrt: "Ave virgo nobilis sancta genovefa. Casta prudens humilis etate ... Ave pulchra specie formosa. Eterni regis glorie spousa generosa ..."

Das Blatt ist verso vakat, so konnte es gerahmt und an der Wand aufgehängt werden. Es diente damit zu einer schnellen Andacht und galt - wie die Laren - als Vergegenwärtigung der Heiligen selbst zum Schutze des Hauses. So enthält der Text Gebete für mehrere verschiedene Anlässe, die mit roten Überschriften versehen wurden, dabei auch eine weitere Andacht an Maria: "Pater virginis. Ave Maria: Sequitur alia oratio", "Ad eandem oratio valde meritoria": "Deus qui beate genovese virginis excellentiam multiplici gloria declarasti: con cede quos ut que per gratiam tuam hodierna die in menbris humanis ignis horrendi consumpsis intendium. nos quaque a intendijs liberatos ad gaudia transferat angelorum" (etwa: "O Gott, der du gesegnet hast die Vortrefflichkeit der Jungfrau Genoveva mit vielfältiger Herrlichkeit und ihr verkündet hast: gewähre, dass du durch deine Gnade das schreckliche tägliche Feuer in menschlichen Gliedern vertilgen mögest, so dass wir überallhin, von unseren bösen Absichten und Trieben befreit, in die Freuden der himmlischen Engel aufgenommen werden".

Um dem Blatt eine besondere Wertigkeit zu verleihen, ist die großes Initiale "A" im Rechteckkasten (7,5 x 5,7 cm) auf einem eigenen Pergamentstück mit Blattgold vergoldet und auf das Pergamentblatt aufmontiert, wodurch sich eine haptische Qualität ergibt, die die Initiale sich leicht vorwölben lässt. Aus dem "A" heraus schwingt sich ein blauer Akanthuszweig zu einer großen, üppigen Ranke auf, weitere folgen in Rot, Hell- und Dunkelgrün sowie in Braun, am linken Steg hinunter, zusammengefasst durch grüne Blattwerkonvoluten. Unten zwei weitere florale Akanthusornamente, die symmetrisch angeordnet schon den Geist der Renaissance verraten, während die blassen Federwerkzeichnungen rechts und oben, die mit einigen bunten Blüten am rechten Rand durchsetzt sind noch der Ästhetik des Mittelalters verhaftet sind.

Unter dem Text rechts nennt sich der Schreiber in hübscher Kalligraphie in Rot: "Heilmannus Helias Siegensis scripsit 1501" – Mit kleinem Löchlein in der Initiale, mehreren horizontalen Knicken, der Mittelknick teils brüchig und unfachgemäßt geklebt an den Rändern. Gebräunt, etwas feucht und schmutzfleckig, berieben und angestaubt, die Malereien teils etwas abgeschabt oder verblasst, das Gold etwas brüchig, am Mittelstab mit mehrfachen Abplatzungen. Insgesamt jedoch sehr schön - ein außergewöhnlich seltenes Beispiel eines Hausegens.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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