Los 6070

Hummel, Carl Maria Nikolaus
(1821-1907, Weimar)Das Mühltal bei Amalfi

Ergebnis
41.820€ (US$ 48,069) *

Los 6070 - Hummel, Carl Maria Nikolaus - Das Mühltal bei Amalfi - 0 - thumb

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Aus dem Katalog
Gemälde Alter und Neuerer Meister mit Portraitminiaturen
Auktionsdatum 10. Juni 2021

Lot 6070, Auction  117, Hummel, Carl Maria Nikolaus, Das Mühltal bei Amalfi

Das Mühlental bei Amalfi.
Öl auf Leinwand. 155 x 105 cm. Unten rechts signiert und datiert "C. Hummel 1878".

Das Valle dei Mulini nahe dem Dorf Pogerola an der Amalfiküste avancierte ab den 1810er Jahren zu einem der beliebten Motive im Kreise der deutschen Romantiker. Der Übergang von der klassisch-romantischen Landschaftsauffassung, wie sie noch bei Koch oder Reinhart zu finden ist, zu einer naturalistischen, verstärkte die Begeisterung für verfallene Industriearchitektur zwischen üppiger Flora und steiler Bergwelt. Man wollte sich abgrenzen von der bekannten Motivwelt, den Sehnsuchtsorten wie Sorrent, Pompeji, Salerno, Paestum mit ihren klassisch-antiken Bauten.
Das enge Tal erhielt seinen Namen durch die zahlreichen Papiermühlen, die einst im Tal ansässig waren und nach ihrer Schließung immer mehr dem Verfall überlassen wurden. Die wilde Natur eroberte sich die Landschaft zurück. Das Mühlental wurde von zahlreichen Künstlern besucht und porträtiert, wie beispielsweise von Joseph Rebell (1811/13), Thomas Ender (1820), Carl Wilhelm Götzloff (1823), Jean Charles Remond (1823), Adrian Ludwig Richter (1825), Ernst Fries (1826) oder Carl Blechen, der wohl eine der bekanntesten Zeichnungen des Tals fertigte (siehe zur Thematik Iris Berndt: „Carl Blechen (1798-1840) und die künstlerische Entdeckung des Mühltals von Amalfi“, in: Jahrbuch der Berliner Museen 2017).
Im Gegensatz zur Mehrheit seiner Kollegen richtete Hummel in seinem Gemälde den Blick nicht bergaufwärts auf die verfallenen, bewachsenen Ruinen der Mühle sondern blickt hinab in das gedrungene, steile Tal, das den Blick frei gibt auf die malerische Küste mit dem Meerbusen von Salerno und den mittelalterlichen Torre dello Ziro, der imposant über Amalfi thront. Auch Ludwig Richter hat beispielsweise einen ähnlichen Blickwinkel in seinem Gemälde „Tal bei Amalfi mit Aussicht auf die Bucht von Salerno“ von 1826 eingenommen (Museum der Bildenden Künste, Leipzig).
Wohl eines der beeindruckendsten Gemälde Hummels in frisch leuchtenden Farben und von atemberaubender Atmosphäre, das den Betrachter mit auf die eindrückliche Reise ins Hinterland von Amalfi nimmt und ihn in der Erhabenheit des Ausblicks inne halten lässt.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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