Los 1024

Duns Scotus, Johannes
Reportata Parisiensi. Bologna, Johann Schriber (Johannes de Annunciata de Augusta), 6.IV.1478

Zuschlag
6.000€ (US$ 6,897)

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Aus dem Katalog
Sonderkatalog „Apokalypse“
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 1024, Auction  117, Duns Scotus, Johannes, Reportata Parisiensi.  Bologna, Johann Schriber (Johannes de Annunciata de Augusta), 6.IV.1478

Duns Scotus, Johannes. Reportata Parisiensia. Hrsg. Bartholomaeus Bellatus. 125 (statt 126; ohne das e. w.). 2 Spalten. 48 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 19,2 x 13 cm. Format: 30,2 x 21 cm. Mit großer 8-zeiliger Initiale in Rot und Blau mit Federwerk, zahlreichen roten, bis 4-zeiligen Initialen sowie durchgehender Rubrizierung. Modernes Halbpergament. Bologna, Johann Schriber (Johannes de Annunciata de Augusta), 6.IV.1478.
Hain-Copinger 6425. GW . Goff D-398. Proctor 6545. Pellechet 4458. Sack 1308. BMC VI 817. BSB-Ink D-303. CIBN D-262. CIH 1216. IBE 2196. IBP 2002. IGI 3613. ISTC id00398000. – Erste und einzige Inkunabelausgabe der "Reportata Parisiensia", Lehrsätze und Vorlesungen des schottischen Theologen, Philosophen und Scholastikers Johannes Duns Scotus (1266-1308), die dieser vor seinen Studenten an der Pariser Universität Sorbonne im Jahre 1302 gehalten hatte und die von seinen Schülern und Studenten aufgezeichnet worden waren. Meist handelt es sich dabei um Mitschriften von Vorträgen über die Sentenzen des Petrus Lombardus (1095-1160), die von Duns Scotus wohl selbst überarbeitet und redigiert worden waren, bevor sie in Handschriften veröffentlicht wurden.
Der erst jüngst, am 6. Juli 1991 seliggesprochene Duns Scotus studierte und lehrte in Cambridge, Oxford, Paris und Köln. Als einer der bedeutendsten franziskanischen Theologen begründete er die nach ihm benannte scholastische Richtung des "Scotismus". Er verband darin u. a. Lehren des Aristoteles, des Augustinus und der Franziskaner auf feinsinnige Art miteinander, so dass Zeitgenossen ihn auch den "Doctor subilis" nannten. Duns Scotus untersuchte die philosophischen Kategorien der Möglich- und Notwendigkeit mit den Formen der Modallogik, wobei er diese in nichtformaler Weise anwandte. Diese Fragestellung spielt auch heute noch in der Philosophie eine große Rolle. Ferner bewertete er Glauben, Wille und Liebe höher als Wissen und Vernunft. Als einer der ersten mittelalterlichen Denker betrachtete er Philosophie und Theologie als unterschiedliche Disziplinen mit unterschiedenen Aussagegehalten.
Der Druck wird heute allgemein Johann Schriber (Schreiber) in Bologna zugewiesen, es nennt sich im Kolophon der Verleger Johannes de Annunciata de Augusta: "Nec non operate caractheris atque sublimi litterarum effigie ductu et impensis viri circumspecti magistri Johannis de Annunciata de Augusta. Laus deo pararoseque virgini Marie: nec non toti curie celesti triumphanti. Anno salutis dominice M.cccc.lxxviiii. Mensis aprilis sexta feria". Zum Drucker vgl. Geldner II S. 122. – Ohne das erste weiße Blatt, das erste Textblattt mit handschriftlichemVermerk des 18. Jahrhunderts mit einer fälschlichen Zuweisung der "Lectura super primum Sententiarum Alphonii de Toleto", recto etwas stärker angestaubt und mit längerem Einriss im seitlichen weißen Rand. Einige Blätter mit Randläsuren bzw. Randeinrissen und kleinen Wurmspuren, aber nur schwach gebräunt und teils (meist nur an den äußersten Rändern) etwas fleckig, letztes Blatt verso gering angestaubt. Die Kustode auf Blatt a2 ist hier unter der rechten Spalte (beim digitalisierten Exemplar der BSB findet sich diese unter der linken Spalte). Außergewöhnlich breitrandiges, sehr schönes Exemplar dieses prachtvollen, sauber und hübsch rubrizierten "inunabula typographica", eines typographischen Meisterwerks aus der frühen, dritten Dekade der Wiegendruckzeit. Sehr selten. Kein Exemplar in der Staatsbibliothek Berlin, insgesamt nicht mehr als vier Exemplare in Deutschland (Freiburg, München, Stuttgart), in ganz Amerika sind lediglich fünf Exemplare nachweisbar.

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