Los 1000

Gratianus de Clusio
Concordia discordantium canonum

Zuschlag
22.000€ (US$ 25,287)

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Aus dem Katalog
Sonderkatalog „Apokalypse“
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 1000, Auction  117, Gratianus de Clusio, Concordia discordantium canonum

Kirchenrecht - illuminiertes Blatt aus einer Handschrift des Gratianus
Gratianus de Clusio. Concordia discordantium canonum. Einzelblatt aus einer hochmittelalterlichen illuminierten Handschrift. Lateinische Handschrift in schwarzbrauner, brauner und roter Tinte auf Pergament. 1 Bl., 2 S. 84-85 Zeilen Kommentar um Text mit Klammerglosse. Schriftspiegel 37,5 x 24,4 cm. Blattgröße 44,2 x 28,6 cm. Mit zahlreichen 1-2-zeiligen Lombarden und Absatzmarken in Rot und Blau, einer 3-zeiligen und einer 4-zeiligen Zierinitiale in Gold und Farben, die größere mit einem Porträtkopf. Ferner eine 10-zeilige Prachtinitiale "Q" in Gold und Farben mit breitem Abhänger um die Textkolumne innerhalb des Kommentars als blaue Leiste, die nach rechts zur Ranke mit goldenen Dornblättern wird. Die Initiale auf quadratischem Rotgrund läuft mit 4 Balken aus, auf denen in Majuskelschrift das Incipit des Kapitels "Quidam Episcop[us]" gezeichnet wurde. Darüber eine große Miniatur in Gold und Farben ca. 8,4 x 8 cm mit Spitzenausläufern nach oben (bis 10,5 cm). Nordfrankreich 13. Jahrhundert.
Besonders prachtvolles Einzelblatt aus dem Decretum Gratiani, dem für die Kanonik bedeutendsten Werk des Rechtswissenschaftlers Gratian (gest. um 1160), dessen Lehrsätze für das ganze Mittelalter verbindlich waren. Hier liegt eine Abschrift wohl mit dem Kommentar des Bartholomäus von Brescia (gest. um 1258) vor, das den Anfang des Kapitels enthält, wo es um die Anklage eines Bischofs geht. Gratians Text enthält dabei die Schilderung eines Casus, eines Präzedenzfalles: "Quidam Episcopus de lapsu carnis à Laico impetitur. Duo Monachi, unus Subdiaconus, & duo Livitae adversus ipsum, testimonium ferunt. A Metropolitano suo sentit se praegravari. In ipsa ventilatione causae tres ex testibus desciunt, sive promissione decepti, sive Canonica examinatione reprobati. Expolitatur tamen Episcopus, quia crimen eius notorium erat".

Die in schimmerndem Blattgold im Schachbrettmuster hinterfangene Miniatur ist in drei Kompartimente, die mit gotischen Dreipassbögen überfangen wird, eingeteilt. Zwischen ihnen ragen Wimperge, hohe Maßwerktürmchen, auf, dazwischen sieht man über den Bögen kleine Kapellen-Häuschen in verschiedenen Farben mit Blattgoldzinnen. In der Mitte sitzt der Papst (wohl Papa Paschalis), der sich nach links zu einem Grüppchen dreier Männer wendet, die ihm ihre Anklage mit einem Schriftband präsentieren, während rechts die Mordtat dargestellt ist.
Der Text ist u. a. abgedruckt im "Corpus juris canonici Gregorii XIII Pont. Max. jussu editum: a Petro Pithoeo, & Francisco Fratre ad veteres codices mss. restitutum et notis illustratum. Paris 1687, Band I, S. 152). – An Rändern stellenweise winzige weitere Kommentare zum Hauptkommentar von zeitgenössischer Hand. Rechts oben und unten wenige, unwesentliche Fleckchen, das Blatt vereinzelt leicht gewellt, insgesamt in grandioser Gesamterhaltung, kaum mit Oberflächenbereibungen, nur die Schrift ganz vereinzelt minimal blasser, die Miniatur in allerbester Erhaltung, in leuchtenden Farben und schimmerndem Gold.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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