Los 6225

Hagemeister, Karl
Märkisches Dorf, Ferch

Nachverkaufspreis
35.000€ (US$ 40,230)

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Aus dem Katalog
Gemälde Alter und Neuerer Meister
Auktionsdatum 26.11.2020

Lot 6225, Auction  116, Hagemeister, Karl, Märkisches Dorf, Ferch

Märkisches Dorf, Ferch.
Öl auf festem Malkarton, auf Hartfaserplatte kaschiert. 49 x 85 cm. Unten rechts signiert "K Hagemeister", sowie verso auf der ursprünglichen Pappe handschriftlich als Nummer "27" bezeichnet, ferner mit einem Siegeletikett der "Bundesrepublik Österreich", dieses mit der teils handschriftlich mit blauem Stift nachgezogenen Datierung "12... 5. März (19)23" sowie mit dem Stempel der "Oberndorfer / Kunsttischlerei / Rahmen * Malbretter / München / Theresienstraße 136". Um 1885.

Nach Lehr- und Wanderjahren durch Europa gemeinsam mit Künstlern aus dem Leibl-Kreis kehrte Karl Hagemeister im Jahre 1884 in seinen Geburtsort Werder an der Havel zurück, wo er bis an sein Lebensende blieb. Um das Jahr 1885 setzte er sich verstärkt mit impressionistischen Auffassungs- und Darstellungskonzepten auseinander und "erweiterte seine Motivwahl sowie seine Farbpalette, die heller und zarter wurde" (Hendrikje Warmt). Hagemeister besuchte in dieser Zeit mehrfach die Gegend des malerisch am Schwielowsee gelegenen Ortes Ferch, wo sich zeitweise auch sein Freund Carl Schuch zu ihm gesellte, um mit ihm dort in der Abgeschiedenheit der ländlichen Idylle zu arbeiten. "Das Studium von Licht- und Luftwirkung in der freien Natur wurde zum Credo seines Werkprozesses, um die vielseitige Schönheit des Naturspiels an Farben und Formen, in eine malerische Stimmungslandschaft umsetzen zu können. [...] Es war der Beginn der künstlerischen Neuorientierung, der Selbstfindung und des Ergründens des eigentlichen und so unverwechselbaren eigenen Malstils" (ebd.). Die meisten der dort geschaffenen Werke entstanden direkt vor der Natur und wurden im Atelier später lediglich in Nuancen verfeinert. Während sich Hagemeister in den 1890er Jahren weitgehend der Technik des Pastells zuwandte, schuf er zur Mitte der 1880er Jahre einige seiner eindrucksvollsten Ölgemälde. In der vorliegenden Arbeit erfasst er die ruhige Stimmung außerhalb des malerisch gelegenen Dorfes an einem lauen Sommernachmittag. Mit breiten, schnell aber gezielt gesetzten Strichen charakterisiert er mühelos die wogenden Gräser der Wiese im Vordergrund. Ein kleiner Sandweg rechts führt zu einigen, von dichter Vegetation umgebenen kleinen Häusern, die mit ihren roten und schwarzen Dächern einen wunderbaren Kontrast zum üppigen Grün der Bäume und Sträucher bilden. In der Ferne zur Rechten öffnet sich der Blick auf den mit nur wenigen, waagerechten Strichen wiedergegebenen, friedlich daliegenden Schwielowsee, der die atmosphärisch zugleich dichte wie luftige Idylle komplettiert, in der der Betrachter sich ganz im Einklang mit der Natur fühlen kann. Oder wie Hagemeister es selbst ausdrückte: "Die Natur beobachten, in und mit ihr leben, ihre intimsten Stimmungen ablauschen, das ist das große Geheimnis, das wir alle lernen müssen" (Hagemeister zitiert nach Frida Elisabeth Ballien, Schülerin, 1928, ebd.). Das schriftliche Gutachten von Hendrikje Warmt vom März 2020, in dem die Autorschaft Karl Hagemeisters bestätigt wird, liegt als Kopie vor.

Provenienz: Galerie Heinemann, München, 1912 (Klebeetikett verso: Nr. 11552, korrespondierend mit der entsprechenden Karteikarte der Galerie Heinemann).
Sammlung Dr. S. M. Singer, Wien (1856-1930), 3. November 1921.
Privatbesitz Wien.

Ausstellung: Galerie Heinemann, München, 1912 , Karl Hagemeister, Nr. 75 unter dem Titel "Märkisches Dorf".

Literatur: Hendrikje Warmt: Karl Hagemeister - Archiv & Werkverzeichnis der Gemälde. Neuaufnahme - Nachtrag - Werkverzeichnisnummer: Warmt G 180 (Stand März 2020).

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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