Los 8094

Kollwitz, Käthe
Mutter mit weinendem Kind auf dem Arm

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Los 8094 - Kollwitz, Käthe - Mutter mit weinendem Kind auf dem Arm

Mutter mit weinendem Kind auf dem Arm
Kohle auf gelblichem Bütten. 1919.
61 x 40,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Kollwitz".
Timm 813.

Tiefe Traurigkeit liegt im Ausdruck der Mutter mit ihrem Kleinkind. Es ist der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen, der sich in ihrem Gesicht abzeichnet. Die Zeichnung gehört in den Kreis der Studien, die Kollwitz 1919 im Leichenschauhaus anfertigte.
Am Beginn dieser Schaffensphase stand das Bild, das sie in der Morgue von Karl Liebknecht anfertigte, auf Bitten seiner Witwe, am Morgen des 25. Januar 1919, dem Tag der Bestattung Liebknechts und 31 weiterer Toter des Januaraufstandes. Die Rechtsmediziner des polizeilichen Leichenschauhauses in Berlin bekamen während und nach der Revolution immer wieder Opfer politischer Morde auf den Obduktionstisch, unter anderem 1922 den damaligen Außenminister Walther Rathenau. Auch für Kollwitz war es leider nicht der letzte Auftrag im Leichenschauhaus. Nur knapp zwei Monate später, also im engsten zeitlichen Zusammenhang mit unserem Blatt, zeichnete sie hier den ebenfalls ermordeten ehemaligen Lebensgefährten Luxemburgs und kurzzeitigen KPD-Vorsitzenden Leo Jogiches (Timm 791).
Timm notiert eine vergleichbare, ebenfalls dieser Gruppe zuzurechnende Zeichnung "Schreiendes Kind, von der Mutter umfasst" (in: Handzeichnungen deutscher Meister, Katalog Galerie Ernst Arnold, Dresden, Mai 1919, Nr. 150), die die Datierung in das Jahr 1919 bekräftigt. Timm zitiert eine Tagebuchnotiz von Käthe Kollwitz, 16.3.1919: "Dann nebenan in der Morgue gewesen. Dichtes Vorbeidefilieren der Menschen an den Glasfenstern, hinter denen die nackten Leichen liegen. (...) einzelne der Wartenden wurden an mir vorbei hinten hineingeführt, und ich hörte da lautes Weinen. O, welch jammervoll trauriger Ort ist das Leichenschauhaus! Welche Qual, einen lieben Menschen dort suchen zu müssen und ihn zu finden!" (zit. nach Timm S. 348).

Provenienz: Sammlung Marianne König Steinhagen

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

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