Retau, O. Die Selbst-Bewahrung. Aerztlicher Rathgeber bei allen Krankheiten und Zerrüttungen des Nerven- und Zeugungssystemes durch Onanie, Ausschweifung und Ansteckung. Nebst einem Anhange über die Folgen der Onanie bei dem weiblichen Geschlecht. 73. Auflage. XX, 32 S. 16 x 11,5 cm. OBroschur (fleckig, knickspurig, mit Einrissen, Besitzstempel und RDeckel fehlt) mit DTitel in moderner Pappmappe. Leipzig, Gloeckner, 1900.
Medizinische Abhandlung über männliche und weibliche Masturbation. – Ohne den Anhang. Papierbedingt gebräunt, mit Randläsuren und etwas fleckig. Einzelne Blätter teils lose.
Richter, August Gottlieb. Abhandlung von den Brüchen. Neue verbesserte und vermehrte Ausgabe. XXIV, 792 S. Mit 7 teils gefalteten Kupfertafeln. 17 x 10,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Göttingen, Johann Christian Dieterich, 1785.
Waller 7960. Hirsch-Hübotter V, 17f. – Zweite Auflage der zuerst 1777 bis 1779 erschienenen Abhandlung des seinerzeit hochgeschätzten Göttinger Chirurgen und Ophtalmologen August Gottlieb Richter (1742-1812). "Für alle Zeiten classisch aber wird seine 'Abhandlung von den Brüchen' bleiben" (h.-H.). – Die erste Tafel wohl mit Blattverlust im Seitenrand. Schwach braunfleckig, Vorsätze etwas leimschattig.
Scherer, Klaudius Martin. Der tirolische Arzt - eine medizinische Wochenschrift für seine Landsleute. 10 Bl., 560 S. 17 x 10 cm. Leder d. Z. (berieben) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Innsbruck, Trattner, 1791.
Sehr selten. Von uns konnte nur ein weiteres Exemplar in der Österreichischen Nationalbibliothek bestimmt werden. – Titel und Zwischentitel auf blauem Papier. Titel mit Besitzstempel. Vorderes Innengelenk minimal geöffnet und etwas stockfleckig.
Schlegel, Julius Heinrich Gottlieb
Das Heimweh und der Selbstmord
Los 234
Schätzung
300€ (US$ 345)
Schlegel, Julius Heinrich Gottlieb. Das Heimweh und der Selbstmord. Erster (und Zweiter) Theil in 1 Band. 1: 125 S., I Bl. Anzeigen. III: 302 (recte 308) S. Mit 4 Blatt lithogr. Musikbeilage (davon 1 Bl. Text). 20 x 12 cm. Marmorierter Pappband (Ecken etwas bestoßen) d. Zt. mit Rückenschild. Hildburghausen, Kesselring, 1835.
Rost 897. ADB 31, 389. Hirsch-Hübotter V, 82. Waller 8615. – Einzige Ausgabe. Schlegel (1772-1839) war als Arzt u.a. in Ilmenau und Liebenstein tätig und "hat sich auch durch eine ganz außerordentlich fruchtbare schriftstellerische Thätigkeit... eminente Verdienste erworben" (Pagel in ADB). Bd. I befasst sich mit dem Heimweh, dazu die Lieder "Das Tyroler Heimweh" und "Der Kuhrein". Bd. II behandelt anhand verschiedener Fälle die unterschiedlichen Selbstmordarten und -motive. – Leicht gebräunt. Exlibris, Titel mit Stempel des Hamb. Gesundheitsrates.
Schmid, Joseph
Kurtzer jedoch eigendlicher Bericht, von denen drey ansteckenden Seucht- oder Kranckheiten
Los 235
Schätzung
300€ (US$ 345)
Schmid, Joseph. Kurtzer jedoch eigendlicher Bericht, von denen drey abschewlichen ererblichen ansteckenden Seucht- oder Kranckheiten als die Pest, Frantzosen, und der Scharbock wie solche mögen curirt, und gehailt werden. Auß selbst Erfarenheit und Praxi, den jungen Wundärtzten zum besten, beschrieben. 14 Bl., 126 S., 1 w. Bl., 5 Bl., S. 137-175 (recte: 375), 1 Bl., S. 376-441, 2 Bl. Mit 17 (statt 20) Kupfertafeln. Ohne den Kupfertitel. 12,5 x 7,5 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben). Augsburg, Johann Wehe für Johann Schultes, 1667.
VD17 23:716265Q. Krivatsy 10528. – Einzige Ausgabe. Eine von zwei im VD 17 verzeichneten Druckvarianten der seltenen Pestschrift des Augsburger "Statt- Brech- und Wundartztes" Joseph Schmid (1600-1667). In den beiden Anhängen mit Behandlungsmethoden gegen die "Contagios-Kranckheit" und den "Schmertzmachenden Scharbock". Die Tafeln zeigen Behandlungsmethoden sowie medizinische Gerätschaften. – Es fehlen der Kupfertitel sowie drei der Tafeln. Eine Tafel mit tiefem Randeinriss. Insgesamt etwas gebräunt und fleckig, am Schluss im unteren Bug etwas lädiert.
Schott, Gaspari P.
Physica Curiosa sive mirabilia naturae et artis libris XII comprehensa
Los 236
Schätzung
600€ (US$ 690)
Schott, Gaspari P. Physica Curiosa sive mirabilia naturae et artis libris XII comprehensa. Teil I (von II). 26 Bl., 770 S. Mit gestochenem Titel, 22 teils gefalteten Kupfertafeln und gestochenem Wappen. Titel in Rot und Schwarz. 20 x 16 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen, vorderes RGelenk offen und Kapitale mit Fehlstellen). Würzburg, Johannis Andre Endter, 1662.
VD17 3:010260L. Dünnhaupt 3817, 7.1, Nissen, ZBI 3746. Ferguson II, 340. Caillet 10005. Vgl. DSB XII, 211. – Erste Ausgabe. Mit Kupferstichen zu verschiedenen organischen Missbildungen bei Tieren und Menschen sowie Monster, Hexendämmerung, Naturerscheinungen, Dämonen, Engel und Fabelwesen. – Es fehlt der zweite Band. Vorsatz fehlt, fliegendes Blatt mit hs. Besitzvermerk. Leicht gebräunt, feuchtrandig, knickspurig und mit schwachen Randläsuren.
Schröder, Johann
Pharmacopoeia medico-chymica sive Thesaurus Pharmacologicus
Los 237
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Schröder, Johann. Pharmacopoeia medico-chymica sive Thesaurus Pharmacologicus. Teil I-V in 1 Band. 13 Bl., 96 S.; 179 S.; 174 S.; 1 Bl., 246 S., 76 S., 2 l. w. Bl. Mit wenigen Holzschnitt-Tabellen im Text. 19 x 14,5 cm. Pergament d. Z. (berieben, fleckig, knickspurig und mit kleinen Fehlstellen) mit hs. RTitel und spanischen Kanten. Ulm, Johannis Gerlin, 1641.
Hirsch IV 140. Neu 3724. Vgl. Waller 8698. Vgl. Schelenz 495f. – Seltene erste Ausgabe. "Seine (Schröders) Pharmacopoea medico-physica, erschienen zuerst Ulm 1641..., war offenbar, jedenfalls in Deutschland, das bis in die Mitte des XVIII. Jahrh. zumeist gebrauchte Apotheker-Hülfsbuch" (Schelenz). Johann Schröder, geb. 1600 in Salzufeln, studierte in Deutschland und Italien Arzneikunde, wurde Stadtarzt in Frankfurt und starb dort 1664. – Papierbedingt gebräunt, stock-, finger- und feuchtfleckig, mit Randläsuren und mit wenigen Wurmgängen.
Spiegel, Adriaan van de
De humani corporis fabrica libri decem
Los 238
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Spiegel, Adriaan van de. De humani corporis fabrica libri decem. Teil I und II in 1 Band. 6 Bl., 328 S., 6 Bl.; 6 Bl., 104 S. Mit 2 gestochenen Titeln, Holzschnittdruckermarke auf dem 2. Titel und am Schluss (1. Teil), mehrere Holzschnitt-Kopfvignetten und 89 ganzseitigen Textkupfern von von Francesco Valesio nach Joseph Maurer und G. Casserio. 39 x 25,5 cm. Leder d. Z. (etwas berieben und bestoßen, mit hinterlegten Fehlstellen, Rücken restauriert unter Verwendung des Ursprünglichen). Venedig, Daniel Bucretius, 1627.
Vgl. Choulant-Fr. 223 ff. bes. 228. Waller 1813 und 9122. Wellcome 6040. Eales I, 339. Wüthrich, Merian II, Bo. 10 u. 47. Garrison & Morton 381. Hirsch-Hübotter I, 850. – Medizinisches Werk von Adriaan van de Spiegel (1578-1625) einem flämischen Anatom, Chirurg und Botaniker. Die Kupferstiche zeigen die menschliche Anatomie wie zum Beispiel Skelette, einzelne Organe, das Gehirn, eine Schwangerschaft und Säuglinge. "Casserius' plates mark a new epoch in the history of anatomic representation, owing to the correctness of their anatomic drawing, their tasteful arrangement, and the beauty of their technical execution. And this all the more, since they cover the whole field of anatomy and have become the models for anatomic illustrations in copper, just as the Vesalian representations had been for anatomic woodcuts. The woodcut was now entirely abandoned." (Choulant/Frank, S. 228). – Vorsätze erneuert. Titel mit hs. Besitzvermerk. Aufwendig und umfangreich restauriert, Ausrisse in Text und Tafeln hinterlegt und teilweise überfasert. Etwas finger- und braunfleckig.
Taschen-Buch für Scheidekünstler
und Apotheker auf das Jahr 1784-1787
Los 239
Schätzung
180€ (US$ 207)
Taschen-Buch für Scheidekünstler und Apotheker auf das Jahr 1784-1787. Teil V-VIII in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Titelvignetten, 2 Falttabellen und 2 gefaltete Kupfertafeln. 13 x 8,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben, bestoßen und teils mit kleinen Einrissen) mit goldgeprägtem RSchild. Weimar, Hoffmann, 1783-1786.
Köhring 19. Lanckoronska-Rümann 172f. – Vorhanden sind die Jahrgänge 1784, 1785, 1786 und 1787. Das "Taschenbuch für Scheidekünstler und Apotheker" erschien in den Jahren 1780 bis 1829 und gilt als das erste deutsche Periodikum für Apotheker. – Etwas Leimschattig, papierbedingt leicht gebräunt, knickspurig und minimal stockfleckig. – Beigebunden: Vollständiges Register über den Almanach oder Taschen-Buch für Scheidekünstler und Apotheker der Jahre 1780. 81. 82. 83. 84. 85. Hrsg. von Johann Friedrich August Göttling. Weimar, Hoffmann, o. J.
Tilingius, Matthias und Jungken, Johann Helfrich
Opiologia nova
Los 240
Schätzung
600€ (US$ 690)
Tilingius, Matthias. Opiologia nova modernis artis medicae principiis superstructa ineffabiles opii sane divini vires et effectus ad omnes corporis cruciatus juxta rationis leges accommodans. 4 Bl., 554 S., 3 Bl. 17 x 9,5 cm. Leder des 18. Jahrhunderts (berieben, bestoßen und fleckig sowie leicht geworfen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Frankfurt, J. Adolph und W. Stock, 1697.
VD17 3:311052U. – Seltenes Werk von Matthias Tiling (1634-1685) über die "neuen" Kräfte und Wirkungen des Opiums. – Vorsätze etwas leimschattig, papierbedingt gebräunt und stockfleckig.
Tillingius, Matthias
Anchora salutis sacra, seu de laudano opiato
Los 241
Schätzung
600€ (US$ 690)
Tillingius, Matthias. Anchora salutis sacra, seu de laudano opiato. 12 Bl., 554 S. Mit gestochenem Titel. 17 x 10 cm. Pergament d. Z. (berieben, oberes Kapital mit Einriss) mit hs. RTitel. Frankfurt, Stock, 1671.
VD17 12:191340L. – Seltenes Werk über die historische Opiumtinktur Laudanum von Matthias Tillingius (1634-1685). – Innengelenke an wenigen stellen leicht offen, mit durchgehendem Feuchtrand am unteren Steg sowie vereinzelt leicht fleckig. Zweites Blatt mit Besitzstempel "Pharmacie ...Cocatrex ..."
Tissot, Samuel Auguste Andre David. Von der Onanie, oder Abhandung über die Krankheiten, die von der Selbstbefleckung herrühren. 7 Bl., 240 S. 18 x 10,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Wien, Johann Thomas Edlen, 1782.
Vgl. Giese 2070 (Ausgabe 1787). Hirsch-Hübotter 5/594. Nicht bei Morton, Osler und Waller. – Fünfte Ausgabe. – Teilweise leicht braunfleckig und mit winzigen Gebrauchsspuren, sonst gutes Exemplar.
Tralles, Balthasare Ludovico. Usus opii salubris et noxius, in morborum medela, solidis et certis principiis superstructus. Teil I-IV in 4 Bänden. Mit gestochenem Frontispiz und 4 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 23 x 19 cm. Broschur d. Z. (berieben, bestoßen, fleckig und teils lichtrandig) mit hs. RTitel. Bratislava, Carol Godofred Meyer, 1757-1760.
Das Werk Tralles (1708-1797) behandelt den heilsamen und schädlichen Gebrauch von Opium. – Unbeschnitten. Mit Besitzstempel auf dem Vorsatz. Etwas stockfleckig, und gebräunt.
Trotter, Thomas
An Essay, Medical, Philosophical, and Chemical, on Drunkenness, and Its Effects on the Human Body
Los 244
Schätzung
600€ (US$ 690)
Trotter, Thomas. An Essay, Medical, Philosophical, and Chemical, on Drunkenness, and its effects on the Human Body. 203 S. 17,5 x 11 cm. Modernes Maroquinleder (leicht staubig). Philadelphia, A. Finley, 1813.
Erste Amerikanische Ausgabe. Thomas Trotter (1760-1832) war Mediziner bei der Royal Navy und ein engagierter Kritiker des Sklavenhandels. Er gilt als wesentlicher Begründer der Medicina Nautica. – Papierbedingt gebräunt, stock- und feuchtfleckig.
Valentini, Michael Bernhard
Historia simplicium reformata
Los 245
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Valentini, Michael Bernhard. Historia simplicium reformata, sub Musei Museorum titulo antehac in vernacula edita, sub directione, emendatione & locupletatione autoris J. C. Beckero latio restituta. 2 Teile in 1 Band. 13 Bl., 376 S., S. (377)-664, 7 Bl. Mit gestochener Titelvignette und 28, teils doppelblattgroße Kupfertafeln. 36 x 21 cm. Pergament d. Z. (Rücken fehlt, fleckig, bestoßen). Frankfurt, Zunner, 1716.
Nissen, BBI 2036. Pritzel 9664. Blake 467. Eales I, 1261. Ferguson II, 495. Hünersdorff II, 1530. – Erste lateinische Ausgabe, gegenüber dem deutschen "Museum Museorum" stark verkürzt. Das Werk befasst sich mit dem überseeische Repertorium für die Arzneiwissenschaft, überseeische Produkte aus dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich und ihre anwendung in Medizin und Haushalt. – Vorderer Deckel gelöst. Feucht- und stockfleckig sowie vereinzelt knickspurig.
Wedel, Georg Wolfgang
Opiologia ad mentem Academiae Naturae Curiosorum
Los 246
Schätzung
450€ (US$ 517)
Wedel, Georg Wolfgang. Opiologia ad mentem Academiae Naturae Curiosorum. 8 Bl., 170 S., 10 Bl.; 20 x 15 cm. Moderner Lederband (Rücken verblichen, fleckig) mit RTitel. Jena, Johannes Bielk, 1682.
VD17 23:643665F. Ebendort 1682. Ferchl S. 570. – Frühe und seltene Ausgabe über den Gebrauch und Nutzen des Opiums. Die Titelvignette zeigt einen Türken bei der Opiumernte. – Papierbedingt gebräunt, braunfleckig, knickspurig und mit Randläsuren. – Beigebunden: Michael Ettmüller. De virtute opii diaphoretica dissertatio. 1 Bl., 328 S., 4 Bl. Leipzig und Jena, Johannes Bielk, 1682. - VD17 12:166684V. Erste Ausgabe.
Über den Schierling
Wepfer, J(ohann) J(akob). Cicutae Aquaticae Historia et Noxae. Commentario illustrata. 8 Bl., 336 S., 4 Bl. (d. l. w.). Mit Holzschnitt-Druckermarke und 4 Pflanzenholzschnitten auf 2 Tafeln, ohne das Frontispiz. 19,5 x 15,5 cm. Späterer Pappband (mit großer Fehlstelle am Rücken und bestoßen) mit Bibliotheksschild. Basel, Johann Rudolph Genath für Johann Rudolph König, 1679.
Nissen, BBI 2136. Hirsch-Hübotter V, 903. ADB XLI, 741. – Seltene erste Ausgabe seines toxikologischen Hauptwerks. Der Schaffhausener Mediziner und Anatom Johann Jakob Wepfer (1620-1695) "war einer der ausgezeichnetsten Aerzte des 17. Jahrhunderts. Er besaß ein bedeutendes Experimentirtalent. Das beweist seine berühmte toxicologische Schrift betitelt: 'Cicutae aquaticae historia et noxae' (Basel 1679, 1716; Leyden 1733; Venedig 1759), worin er die Resultate seiner mit dem Schierling und verschiedenen anderen giftigen Pflanzen an Thieren angestellten Untersuchungen wiedergibt. Wepfer hat sich ferner durch vortreffliche pathologisch-anatomische Forschungen einen Namen in der Geschichte der Medicin gesichert. In dieser Beziehung verdient seine gediegene Schrift über den Schlagfluß Erwähnung, worin nicht bloß gute Angaben zur Anatomie des Gehirns, besonders des Gefäßsystems desselben, sondern auch werthvolle pathologisch-anatomische Bemerkungen sich finden, u. a. z. B. die von ihm zuerst herrührende Angabe über Vernarbung apoplektischer Cysten" (ADB). – Es fehlt das Frontispiz. Vorderes Innengelenk offen, stockfleckig, leicht knickspurig und mit wenigen kleinen Randläsuren.
Wirsung, Christoph. Ein New Artzney Buch. Darinn fast alle eußerliche unnd innerliche Glieder deß menschlichen Leibs, sampt iren Kranckheiten und Gebrechen, von dem Haupt an biß zu den Füssen, und wie man dieselbigen... wenden und curieren soll. 14 Bl., 850 S., 110 Bl. Mit großer Holzschnitt-Titelvignette. Titel in Schwarz und Rot. 30,5 x 20,5 cm. Leder d. Z. (beschabt, bestoßen und Gelenke teils offen und gelockert, Kapitale mit kleinen Fehlstellen und Einrissen). Neustadt und Haardt, J. u. W. Harnisch, 1597.
VD16, W 3611. Wellcome 6754. Vgl. Durling 4752. Waller 10361. – Achte deutsche Ausgabe. Mehrfach auffgelegtes Arzneibuch des Augsburger Apothekers Christoph Wirsung (1500-1571). – Innengelenk beim Titel offen, Titel rundum verstärkt an den Stegen und mit hinterlegten Fehlstellen. Stock- und feuchtfleckig, knickspurig und mit Wurmgängen.
Woyt, Johann Jacob
Gazophylacium medico-physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge
Los 249
Schätzung
200€ (US$ 230)
Woyt, Johann Jacob. Gazophylacium medico-physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. Zwölfte Auflage. 3 Bl., 1035 S., 34 Bl. Mit gest. Frontispiz u. gest. Verlegermarke auf dem Titel. 21,5 x 16 cm.Pergament d. Z. (Einband angeschmutzt, Rücken mit Ausschnitt des Titelschildes). Leipzig, F. Lanckisch Erben, 1746.
Hirsch-Hübotter V, 999. Wellcome V, 471. Vgl. Zischka 205. – Eines der beliebtesten medizinischen Lexika des 18. Jahrhunderts, dessen erste Auflage 1701 unter dem Titel "Deutsches vollständig-medicinisches Lexicon" erschienen ist und das bis 1784 siebzehn Auflagen erreichte. Woyt (1671-1709) war Prof. für Medizin in Königsberg und behandelt in alphabetischer Folge Krankheiten, Indikationen und Heilmittel außerdem Tiere, Pflanzen, Mineralien und ihre unterschiedlichen Inhaltsstoffe wie sie in Medizin und Pharmazie gebraucht werden. – Gelenke innen angeplatzt. Durchgängig mit schwachen Wasserrändern. Einige Anstreichungen, Wurmspuren, Eselsohren, Flecke und Knickfalten.
Zeller, Simon. Grundsätze der Geburtshilfe. 8 Bl., 206 S. Mit gefalterer Kupfertafel. 19 x 11 cm. Leder d. Z. (berieben, mit Kratzspuren am RDecke, oberes Kapitel fehlt, unteres Kapitel mit Wurmgängen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Wien, Rudolph Gräffer, 1781.
Blake 498. Hirsch 6, 363. – Erste Ausgabe. Der Geburtshelfer Simone Zeller (1746-1816) wurde im Geburtshaus St. Marx in den Adelsstand erhoben für seine kühnen Reformen, "deren Hauptgrundsatz war, die Natur walten zu lassen so lange dies ohne Nachteil möglich sei" (Hirsch). – Vorderes Innengelenk offen, Titel mit hs. Besitzvermerk, etwas finger- und feuchtfleckig – Dabei: Derselbe. Bemerkungen über einige Gegenstände aus der pracktischen Entbindungskunft. 1 Bl., XLV, 1 Bl., 108 S., 2 Bl. Mit 2 gefalteten Kupfertafeln. Wien, Johann David Hörling, 1789.
NATURWISSENSCHAFTEN
Bacon, Francis. Sylva sylvarum, sive Historia naturalis, in decem centurias distributa. 16 Bl., 549 S., 19 Bl., 56 S. Mit Kupfertitel (in Pag.). 13 x 7 cm. Pergament d. Z. Amsterdam, Louis und Daniel Elzevier, 1661.
Poggendorff 85. Willems 1264. Vgl. Matsuda 1321. Rahier 1069. Caillet I, 618. – Nachdruck der Elzevierausgabe von 1648, die ebenfalls im verlagstypischen Duodezdruck erschien (vgl. Willems 1058). Der Erstdruck von Bacons Naturbeschreibung in zehn "Centurien" mit Naturphänomenen verschiedenster Art erschien 1621 in London. Der letzte Teil mit dem Titel Nova Atlantis, opus imperfectum "contains a description of the Island of Bensalem, on which there is a cooperative college of Science called Salomon's House ... it ranks among the bestknown and most delightful Utopian writings in the world and has been perhaps the most influential" (DSB I, 375). – Lediglich im Rand schwach gebräunt, insgesamt wohlerhalten.
Becher, Johann Joachim
Chymischer Glücks-Hafen/ Oder Grosse Chymische Concordantz Und Collection
Los 252
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Becher, Johann Joachim. Chymischer Glücks-Hafen/ Oder Grosse Chymische Concordantz Und Collection. 4 Bl., 810 S., 18 Bl. Register und Druckfehler. Mit einigen kleinen Holzschnitten. 20,5 x 17 cm. Pergamentband d. Zt. auf Holzdeckeln (etwas fleckig u. angeschmutzt, ohne vord. fliegenden Vorsatz, Holz des Rückendeckels gebrochen). Frankfurt, J. G. Schiele, 1682.
VD17 23:238915Z. Dünnhaupt 448, 32.1. Brüning 2504. Ferguson 1, 86 Anm. – Erste Ausgabe einer der letzten umfangreichen Publikationen des berühmten Kameralisten und Naturwissenschaftlers J. J. Becher (Speyer 1635-1682 London), der an den Höfen in München und Wien tätig gewesen ist. "Seine letzten Jahre wurden ein unstetes Wanderleben in Holland und England ... Die chemischen Traktate dieser Jahre entwickelten seine Naturlehre nicht mehr weiter, sie blieb trotz starker Betonung der quantitativen Momente bei Mischung und Lösung der Metalle im wesentlichen die der aristotelischen Physik und der Renaissancephilosophie, in der auch die Alchemie ihren Platz hatte. Daher dauerten von ihr nur die mechanistisch umgedeuteten Elemente wie die Darstellung der Auflösungsprozesse, aus denen G. E. Stahls Phlogistontheorie erwuchs." (NDB 1, S. 689f.) Stahl besorgte 1726 auch eine bearbeitete neue Ausgabe des "Glücks-Hafens". – Einige kleine Einrisse, teilweise leicht wasserrandig und angestaubt sowie mit kleinen Wurmgängen in den Rändern. Titel mit Jahreszahl 1682 in Kugelschreiber.
Bertholon de St. Lazare, Pierre
Die Elektrizität der Lufterscheinungen
Los 253
Schätzung
200€ (US$ 230)
Bertholon de St. Lazare, Pierre. Die Elektrizität der Lufterscheinungen, worinne von der natürlichen Elektricität überhaupt, und von den Lufterscheinungen besonders gehandelt wird ... Aus dem Französischen. 2 in 1 Band. X, 260 S.; VI, 250 S. Mit 6 gefalteten Kupfertafeln. 20 x 11,5 cm. Pappband des 20. Jahrhunderts (leicht berieben und bestoßen, fleckig) mit RSchild. Liegnitz, Siegert, 1792.
Wohl erste deutsche Ausgabe des Physikers und Priester des Lazarus Ordens Pierre Bertholon de St. Lazare (1741-1800). Er spezialisierte sich besonders auf "Elektrizität" und war einer der führenden Physiker seines Gebietes. Die Tafeln zeigen Naturphänomene und pysikalische Apparaturen. – Papierbedingt leicht gebräunt und stockfleckig.
Bianchi, Jakob Franz
Einladung zu seinen offentlichen [!] Vorlesungen in gedachter Wissenschaft
Los 254
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Bianchi, Jakob Franz. Einladung zu seinen offentlichen [!] Vorlesungen in gedachter Wissenschaft. 23 S. 15 x 9 cm. Leder d. Z. (berieben und bestoßen, untees Kapital fehlt und mit kleinen Wurmlöchern) mit reicher RVergoldung. O.O. , o. Dr. und o. J. (wohl Wien um 1777).
Worlcat datiert ca. 1778, jedoch ohne Bibl.-Nachweis. Vgl. Wurzbach 1, S. 273. – Sehr seltenes Verzeichnis der Instrumente des Physikers Jakob Franz Bianchi (1732-1785). Er stammte aus Italien und war in den 50er Jahren als Hofmechanikus in Mannheim tätig. Anschließend lehrte er in Tübingen Experimentalphysik und ging spätestens 1762 nach Wien, wo er Mathematicus bei Fürst von Liechtenstein wurde. 1777 übersiedelte er nach Paris, wo er wie in Wien öffentliche Vorlesungen über Experimentalphysik hielt. Die Instrumente stammen aus den Bereichen Chemie, Optik, Aerometrie, Hydraulik und Hydrostatik, Elektrizität, Mathematik und Magnetismus. Ein "Auserlesenes Cabinet Physicalisch- und Mathematischer Instrumente" hatte er 1763 in Wien bei Trattner publiziert (vgl. Giese 576). Eine nicht identische "vollständige Anzeige" seiner Instrumente von ca. 1750 liegt in Bamberg und München vor. – Spiegel mit einfachem Exlibris "Baron Tschiderer". Gelenke innen angeplatzt, Vorsätze teilweise gelöst. Vereinzelt gering stockfleckig, innen jedoch insgesamt gut erhaltener Sammelband mit seltenen naturwissenschaftlichen Schriften des 18. Jahrhunderts. – Vorgebunden: Le moyen de devenir peintre en trois heures, et d'exécuter au pinceau les Ouvrages des plus grands Maîtres, sans avoir appris le dessein. 96 S. Paris, Libraries associés, 1756.
Nachgebunden: I. Achates (d.i. Johann Rosenreich Difrage). Aus allen Eisen Stahl zu machen, auf eine noch niemals erhörte, leichte, geschwinde und wohlfeile Weise in allen Proben beständig. 28 S. Nürnberg, Chr. Riegels Seel. Wittib, 1760. - VD 18 10538178. - II. (Johann Wiegand). Vollständige Anweisung zum Tabakbau ... 88 S. Wien, J. Th. Trattner, 1759. - VD18 90003373. Arents III, 819. Immensack 15. Nicht bei Giese. - III. Joh. Georg Gotthelf Hübsch. Herrn Andreæ Gärtners ... Langwirige Lampen, Oder Sonderbare, ungemeine und durch untrügliche Proben bestätigte Erfindung, Lampen auf eine leichte Arth also zuzurichten ... 4 Bl., 110 (recte 102 S., S. 10-17 übersprungen). Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig und Frankfurt 1725. - VD18 10861343. Vgl. ADB 8, S. 376 u. NDB 6, S. 20.
Brander, Georg Friedrich und Christoph Caspar Höschel
Sammelband mit vier Werken der beiden bekannten Augsburger Mechaniker
Los 255
Schätzung
750€ (US$ 862)
Brander, Georg Friedrich und Christoph Caspar Höschel. Sammelband mit vier Werken der beiden bekannten Augsburger Mechaniker. Mit zusammen 4 (von 5) mehrfach gefalteten Kupfertafeln. 16 x 9 cm. Halbleder d. Z. (leicht berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem Rückenschild. Augsburg, Wittwe E. Klett und Frank, 1777-1794.
Vorhanden sind: I. Brander. Beschreibung des von ihm neu verfertigten Spiegelquadranten nach Hadleys Theorie mit einem Artificialhorizonte zu geometrischen und astronomischen Gebrauche ... Mit 1 Tafel von E. Eichel nach Höschel. 1777. 64 S. - Druckschriften von G. F. Brander 22. - II. Höschel. Nachricht von dem katoptrischen Zirkel, als Zugabe zu der An. 1777. herausgegebenen Beschreibung des Spiegelquadranten nach Hadley's Theorie, von Georg Friedr. Brander Mechanicus. Ohne das Kupfer. 1783. 31 S. - Druckschriften 32. - III. Brander. Beschreibung und Gebrauch eines geometrischen Instruments in Gestalt eines Proportionalzirkels, welches in allen praktischen Fällen der Feldmeßkunst leicht und gut zu gebrauchen; auch zu astronomischem Vergnügen dienet, und auf Reisen sehr bequem mit sich geführet werden kann: nebst angehängter Beschreibung eines Systems von Maaßstäben zu Zeichnungen. (2. Auflage). Mit 2 Tafeln (davon 1 mit daumennagelgroßem Braunfleck in der Darstellung). 1780. 64 S. - Druckschriften 29. - IV. Höschel. Kurze Beschreibung eines neuen bei ihm verfertigten Winkel- oder Scheibeninstruments, welches nicht nur bei Partikular- sondern auch bei größern Landes-Vermessungen die größte Genauigkeit leistet. Mit 1 Tafel von Leizelt. 1794. 31 S. - Druckschriften 33. – Vorsatz mit gestochenem Wappenexlibris "Franç: Antoine Glonner a: BurgHausen", d. i. Franz Anton Glonner II. (1750-1834), seit 1777 Stadt- u. Hofmaurermeister des Rentamtes der Stadt Burghausen (vgl. AKL 56, S. 213), sowie rotem Lacksiegel und handschriftlicher Nummer 369. Etwas fleckig, Vordergelenk mit kleinem Wurmgang. Minimal gebräunt, vereinzelt leichte Wasserränder. Kleiner Wurmgang im Rand der letzten Seiten, der Tafel (ohne Bildberührung) und im Spiegel. Insgesamt sehr schönes Exemplar.
Brie, Friedrich
Exotismus der Sinne +Eigenh. Brief m. U. des Verfassers
Los 256
Schätzung
150€ (US$ 172)
Brie, Friedrich. Exotismus der Sinne. Eine Studie zur Psychologie der Romantik. 79 S. 24,5 x 17 cm. OBroschur (stärker lädiert und bestoßen). - Beiliegend ein eigenh. Brief m. U. des Verfassers. Heidelberg, Winter, 1920.
Aus: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Persönlicher Brief aus dem Jahr 1920, verfasst in Freiburg. Brie berichtet über die Trauerfeier für "Onkel Otto" und erinnert sich an eine gemeinsame Holland-Reise. Erwähnt wird u. a. der Besuch eines Vortrags von Rabindranath Tagore in der Aula der Universität Leiden über dessen Erziehungsideal. Ferner kündigt Brie die Übersendung seines neuesten "Opus" an und berichtet über familiäre Neuigkeiten, darunter den Umzug der Familie Herckel nach Düsseldorf. – Brief mit Eckknick und einmal gefaltet.
Dielhelm, Johann Hermann. Rheinischer Antiquarius, Oder Ausführliche Beschreibung des Rheinstroms, Von seinem Ursprung an ... Auf das neue verbessert und vermehrt herausgegeben. Gestochenes Frontispiz, 4 Bl., 1030 S. mit 1 Textholzschnitt, 23 Bl. (Register und Errata), insgesamt 18 gefaltete Tafeln, Karten und Pläne. 18 x 10,5 cm. Halbpergament d. Zt. (beschabt und bestoßen, vorderes Außengelenk unten mit ca. 8 cm langem Einriss). Frankfurt und Leipzig, J. G. Eßlinger, 1776.
Neue Ausgabe des umfassenden Werks über den Rhein (zuerst 1739 erschienen), verfasst für Reisende und Kunstliebhaber. Enthält zwei Rheinlaufkarten (vom Ursprung bis Oppenheim, von Mainz bis zur Nordsee) und eine hübsche Bodenseekarte. Unter den Kupfertafeln ein Plan der Gegend von Rheinfels sowie Ansichten der Rheinfälle in Graubünden, bei Lauffen und bei Zurzach, von Mannheim, der Schwedischen Säule bei Oppenheim, des Mäuseturms, der Pfalz bei Kaub, der Festung Schenkenschanz, von St. Goar und Umgebung, Eichelstein, Brittenburg und vom Königstuhl bei Rense und eine Doppeltafel mit Darstellungen 8 römischer Kaiser im Dom zu Speyer. – Leicht gebräunt, erste und letzte Lagen etwas braunfleckig.
Ferber, Johann Jakob
Nachrichten und Beschreibungen einiger chemischen Fabriken
Los 258
Schätzung
750€ (US$ 862)
Ferber, Johann Jakob. Nachrichten und Beschreibungen einiger chemischen Fabriken nebst Joh(ann) Chr(istian) Fabricius mineralogischen und technologischen Bemerkungen auf einer Reise durch verschiedene Provinzen in England und Schottland mit Anmerkungen und Zusätzen von Johann Jakob Ferber. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl., 92 S., 2 Bl., S. 93 -166, 1 Bl. Mit 18 Abbildungen auf 2 gefalteten gestalteten Tafeln. 17 x 10,5 cm. Einfacher Pappband d. Zt. (berieben und leicht bestoßen) mit Kiebitzpapierbezug. Halberstadt, Erben Gross, 1793.
VD18 11484470. Bolton, 437. Vgl. Poggendorff I, 713f. (Fabricius), S. 733 (Ferber) und NDB IV, 736 (Fabricius). – Neuauflage der bereits 1778 in Ferbers "Neue Beyträge zur Mineralgeschichte verschiedener Länder" publizierten Berichte über chemische Fabriken in Europa. Ferber (1743-1790) liefert Berichte von seinen Reisen der Jahre 1768 bis 1769 nach Holland, England und Frankreich und beschreibt u.a. die Herstellung von Vitriol und Vitriolsäure, Scheidewasser, Salmiak, Zinnober, Grünspan, Lackmus und roter Schmincke. "F. war ein genauer und scharfer Beobachter in mineralogischen Dingen und die physikalische Geographie verdankt ihm werthvolle Beiträge." (Gümbel in ADB VI, S. 630). Fabricius (1748-1808) hatte seine Reisen nach England u. Schottland noch vor Ferber unternommen. Die Tafeln mit Darstellungen von Laborgeräten. – Einige schwache Wasserränder.
Frontinus, Sextus Iulius
De aquaeductibus urbis Romae commentarius
Los 259
Schätzung
350€ (US$ 402)
Frontinus, Sextus Iulius. De aquaeductibus urbis Romae commentarius. Opera et studio Ioannis Poleni. 4 Bl., 32, 296 S., 2 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke und 15 Kupfertafeln. 26,5 x 18,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband d. Z. (gering fleckig, Rücken mit aufgeplatzter Fehlstelle) mit hs. RTitel. Padua, Johannes Manfrè, 1722.
Poggendorff I, 812. Brunet II, 1410. Graesse II, 640. Ebert 7967. Cicognara 511. Borroni 79067. . Engelmann-Preuss 264. – Zweite Ausgabe des Standardwerks zum antikrömischen Wasserbau, der Erstdruck erschien bereits um 1490 in Rom. Sextus Iulius Frontinus (um 35-103) beschreibt darin die Entstehung der Aquädukte der Stadt Rom sowie ihre Quellen. Besonders wichtig sind ihm die Normung der Rohrgrößen für die Leitungen und genaue Messungen der Zu- und Abflüsse. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Verteilung der Wassermenge und der Verbesserung der Wasserqualität. Die Kupfer zeigen u. a. architektonische Darstellungen von Wasserleitungen und verschiedene Pläne mit dem Leitungsverlauf. Frontinus war Befehlshaber im Römischen Heer, Statthalter in Britannien und Konsul. Ab 97 hatte er als Curator Aquarum die Oberaufsicht über die Wasserversorgung in Rom. Herausgegeben und "mit trefflichen Noten" (Ebert) kommentiert wurde diese Ausgabe von dem italienischen Mathematiker Giovanni Poleni (1683-1761), der an der Universität von Padua Astronomie und Physik lehrte. – Es fehlt das doppelblattgroße Textkupfer. Titel gestempelt und mit altem hs. Besitzeintrag, ohne das vordere fl. Vorsatz. Wohlerhaltenes Exemplar.
Gloesener, Michel
Recherches sur la télégraphie électrique
Los 260
Schätzung
450€ (US$ 517)
Gloesener, Michel. Recherches sur la télégraphie électrique. Mit 14 gefalteten lithographischen Tafeln. 2 Bll., 124 S. 22 x 13,5 cm. Moderner Pappband. Lüttich, H. Dessain, 1853.
Ronalds Libr. S. 204. - Vgl. Poggendorff III, S. 527. – Einzige Ausgabe. Michael Gloesener (1794-1876) war seit 1830 Professor der Physik in Lüttich und ist mit verschiedenen Werken zur Elektrizität hervorgetreten. In vorliegendem Werk beschreibt er neben seinem eigenen System der elektrischen Telegraphie auch die Entwicklungen von W. Siemens, S. Morse, E. Stoehrer, Carl August Steinheil (1801-1870) und G. E. Kramer. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift des Verfassers für den Bonner Professor August Beer (1825-1863). Titel verso mit Bibliotheks- und Dublettenstempel. Mit zahlreichen handschriftlichen Korrekturen des Verfassers in brauner Tinte. Leicht knickspurig und papierbedingt am Rand etwas gebräunt.
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