Héricart de Thury
Rapport sur les produits de l'industrie française
Los 501
Schätzung
250€ (US$ 287)
Héricart de Thury, (Louis Étienne François), und (Pierre-Henri) Migneron. Rapport sur les produits de l'industrie française, présenté, au nom du Jury Central, à S. E. M. le Comte de Saint-Cricq. XVI, 573 S. 21,5 x 14 cm. Blaue OInterimsbroschur (Ränder etwas angestaubt, Umschlag an den Ecken gering beschädigt) mit gedrucktem Rückenschild. Paris, Imprimerie Royale, 1828.
Goldsmiths'-Kress 25503.14. – Der umfangreiche offizielle Katalog der Pariser Ausstellung von 1827 beschreibt in 22 Kapiteln nahezu alle Produkte, die Frankreich seinerzeit zu bieten hatte. Unter den Mitgliedern der Jury befanden sich zahlreiche bekannte Wissenschaftler und Gelehrte der Zeit wie z. B. Villefosse, Brongniart, Molard, Gay-Lussac, Arago und Thenard. Die Liste der beteiligten Fabrikanten und Künstler umfasst die Seiten 517-573. – Meist unaufgeschnittenes Exemplar im fast originalen Zustand. Vortitel mit Eckabriss.
Hoch-Gräffliches Bentheim-Steinfürtisches Gegen-Manifest, oder Gründliche Widerlegung von Gertrud Zelst vor wenig Jahren durch offenen Truck divulgirter Schmähe-Schrifft: und zugleich rechtliche Behauptung zwischen denen beyden Hoch-Gräfflichen Häuseren Bentheim und Steinfurt im Jahr 1487. errichteter von allen im Römischen Reich teutscher Nation von selbiger Zeit ab, biß hierzu am Regiment gewesenen Käyseren kräfftigst confirmirter Erb-Vereinigung. 107 S. 20 x 16 cm. Moderner Halbpergamentband mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. O. O. und Dr., 1686.
VD17 1:020761Y. – Einziger Druck der Streitschrift. – Durchgehend mit großem Feuchtigkeitsfleck.
Howard, William (recte: John). Ueber Gefängnisse und Zuchthäuser. Ein Auszug aus dem Englischen. Mit Zusätzen und Anmerkungen, und Kupfern, von Gottl(ieb) Ludolf Wilhelm Köster. Titel, 12 S., 2 Bl. Inhalt, 286 S., 1 Bl. Anmerkungen. Mit 7 (6 gefalt.) Tabellen und 3 gefalteten gest. Tafeln.17 x 10 cm. Kalblederband d. Zt. mit RSchild, RVergoldung und einfacher Goldfilete auf beiden Deckeln (Vordergelenk oben etwas angeplatzt, Vorderdeckel mit großem dunklem Feuchtigkeitsfleck). Leipzig, Weygand, 1780.
UCBA 878. Oxford DNB 28, 290ff. Carter-Muir 224. Die deutsche Ausgabe nicht bei Blake und Wellcome. – Einzige deutsche Ausgabe von "The state of the prisons in England and Wales" (Warrington, 1777). Aufgrund eigener Erfahrungen, die Howard (1726-1790) in einem französischen Gefängnis in Brest gemacht hatte, setzte er sich nach seiner Freilassung für eine Verbesserung des Gefängniswesens in England ein. In vorliegender Schrift, die seinerzeit großes Aufsehen erregt hat, deckte er die unmenschlichen Zustände in englischen Gefängnissen auf und bewirkte dadurch Gesetzesänderungen, die zu Verbesserungen führten. Köster (1754-1802; Advokat in Celle, später Kanzlei-Sekretär in Hannover) hat das Werk für deutsche Leser bearbeitet. Die Kupfer zeigen Grundrisse, darunter das Gefängnis von Gent. – Gedrucktes Exlibris "W. L. C. von dem Bussche". Innen gut erhalten.
Juristisches Wochenblatt
herausgegeben von August Friedrich Schott
Los 504
Schätzung
150€ (US$ 172)
Juristisches Wochenblatt, herausgegeben von August Friedrich Schott. 824 S. 16,5 x 10 cm. Leder d. Z. (fleckig und berieben, oberes Kapital mit tieferem Einriss). Leipzig, Selbstverlag, 1772.
Erster von insgesamt vier Jahrgängen des seltenen juristischen Periodikums, das zwischen den Jahren 1772 und 1775 erschien. "Ein anderes, bedeutsames Unternehmen war sein 'Juristisches Wochenblatt', welches eine Menge kleinerer Abhandlungen einer großen Anzahl von Autoren wieder abdruckt aus allen möglichen über Deutschland zerstreuten Taschenbüchern, Schriften gelehrter Gesellschaften, localen Zeitschriften, deren Inhalt so leicht verloren geht" (ADB XXXII, 395).. – Etwas braunfleckig, stellenweise mit kleinen Feuchtigkeitsrändern. Fl. Vorsatz mit altem Besitzvermerk.
Keynes, John Maynard
The general theory of employment, interest and money
Los 505
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Keynes, John Maynard. The general theory of employment, interest and money. 2 Bl., XII, 403 S. 21,5 x 13 cm. Blaues OLeinen (leicht berieben und Rücken minimal verblichen) mit goldgeprägtem RTitel. London, Macmillan, 1936.
PMM 423. New Palgrave III, 39. – Erste Ausgabe des Hauptwerkes des britischen Ökonomen (1883-1946), dessen Theorien bis heute nachwirken. "First in 'A Treatise on Money' 1930, and later in his 'General Theory', [Keynes] subjected the definitions and theories of the classical school of economists to a penetrating scrutiny and found them seriously inadequate and inaccurate … he propounded a … programme for national and international official monetary policies. A national budget, over and above its function of providing a national income, should be used as a major instrument in planning the national economy … 'The General Theory' ('on which', says D.N.B., 'his fame as the outstanding economist of his generation must rest') threw the economists of the world into two violently opposed camps. Yet eight years, and a second world war, later Keynes was to dominate the international conference at Bretton Woods, out of which came the International Monetary Fund and the World Bank …" (PMM). – Vorsatz etwas gebräunt, sonst nahezu frisch,. – Dabei: Derselbe. A tract on monetary reform. 2 Bl., VIII, 209 S., 1 Bl. 21,5 x 13,5 cm. Blaues OLeinen ( leicht berieben und bestoßen, Rücken leicht verlbichen) mit goldgeprägtem RTitel. London, Macmmllan, 1923. - Vorsatz mit privatem Besitzstempel, leicht gebräunt, ersten zwei Blätter und Titel mit Rostflecken.
Kulpis, Johann Georg
In Sev. de Monzambano de statu imperii Germanici librum commentationes academicae
Los 506
Schätzung
200€ (US$ 230)
Kulpis, Johann Georg. In Sev. de Monzambano de statu imperii Germanici librum commentationes academicae. 2 Teile in 1 Band. 14 Bl., 599; 277 S., 17 Bl. (die letzten beiden weiß). Mit gestochenem Titel und 1 Kupfertafel. 16,5 cm x 10 cm. Leder d. Zeit (etwas berieben) mit RVergoldung und marmorierten Spiegeln. Stuttgart, G. Lorberius für J. G. Zubrotius, ca. 1688.
VD 17 1:019133X oder 39:54397W. – Kulpis (1652-98) gehört als Schüler Obrechts zur Straßburger Schule der frühen Reichspublizistik, die das Reichsstaatsrecht nicht nur juristisch, sondern auch politologisch und historisch zu begründen versuchte. In Deutschland ist er zugleich einer der frühen Kritiker des Geltungsanspruchs des römischen Rechts, indem er der damals herrschenden Meinung, für die Rezeption seiner Rechtssätze spreche eine grundsätzliche Vermutung, die der Gegner in jedem einzelnen Fall widerlegen müsse, wenn er dagegen partikulares deutsches Recht zur Geltung bringen wollte, entgegentritt. Auch aus dem Reichsstaatsrecht hat er das römische Recht zu verbannen gesucht und nur die Reichsgesetzgebung und das Reichsherkommen als Rechtsquelle gelten lassen. In vorliegendem Werk nimmt er zur berühmten, unter dem Pseudonym Severinus de Monzambano erschienenen Schrift Pufendorfs 'De Statu Imperii Germanici' Stellung. Er wendet sich gegen dessen düstere Prognose, das Reich werde sich auf Grund der Souveränitätsgarantie, die der Osnabrücker Frieden den Reichsständen gewährt habe, zu einem Staatenbund zurückbilden, und gegen die Qualifikation des Reichs als 'irregulare aliquid corpus monstro simile'. Für von Kulpis ist die Staatsform des Reichs eine Respublica mixta, die aus Elementen der Monarchie (der Kaiser) und der Aristokratie (die Reichsstände) zusammengesetzt ist, indem die iura majestatis dem Kaiser und den Reichsständen gemeinschaftlich zustehen. – Leicht gebräunt, Titel mit handschriftlichem Besitzeintrag in Tinte. Gutes Exemplar.
Maistre, Joseph Marie, Comte de
Les soirées de Saint-Pétersbourg ou entretiens sur le gouvernement temporel de la providence
Los 507
Schätzung
200€ (US$ 230)
Maistre, Joseph Marie Comte de. Les soirées de Saint-Pétersbourg, ou entretiens sur le gouvernement temporel de la providence suivis d'un traité sur les sacrifices. 2 Teile in 1 Band. 2 Bl., XXVI, 456 S., 1; 2 Bl., 474 S., 1 Bl. 20 x 14,5 cm. Tannengrünes Halbleder d. Z. (leicht beschabt und bestoßen, Rückdeckel mit Fehlstelle) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. Paris, Librairie Grècque, 1821.
Vicaire V, 459. Eisler 446. Russica-Cat. M 126. – Erste Ausgabe der gesellschaftskritischen Abhandlung über die Verhältnisse am Zarenhof und in der Société Russe von dem aus Chambéry stammenden französischen Staatsmann, Schriftsteller und Philosophen Joseph Marie, Comte de Maistre (1753-1821), der als einer der wichtigsten Begründer des Ultramontanismus gilt und als offizieller Repräsentant und Botschafter des Königsreichs Sardinien in den Jahren 1803-1817 in St. Petersburg lebte. "The most cogent political theorist writing in Franch against the secularistic, anti-aristocratic and antimonarchical ideas of 1789" (ESS X, 50). – Titel gestempelt, leicht stockfleckig, wenige Bleistiftanstreichungen, Vorsätze mit alten Sepia-Einträgen. Innenspiegel mit montiertem Exlibris.
Merckwürdiges Leben, Exilium
Exilium und neulicher Abschied aus Franckreich Sr. Eminentz Emanuelis Theodosii de la Tour d'Auvergne, Cardinals von Bouillon
Los 508
Schätzung
180€ (US$ 207)
Merckwürdiges Leben, Exilium und neulicher Abschied aus Franckreich Sr. Eminentz Emanuelis Theodosii de la Tour d'Auvergne, Cardinals von Bouillon. 112 S. 15,5 x 10 cm. Modernes dunkelblaues Leinen. Leipzig, Theodor Boetius, 1710.
"Wobey zugleich die wegen seines Exilii von ihm nach Hofe, oder von Hofe an ihn geschriebene Briefe, nebst denen deßwegen ergangenen Urtheln und Verordnungen des Parlaments zu Paris zu befinden". – Ecke des Titels verso mit Papierstück hinterlegt.
Mill, John Stuart. Grundsätze der politischen Ökonomie, nebst einigen Anwendungen auf die Gesellschaftswissenschaft. Aus dem Englischen übersetzt und mit Zusätzen versehen von Adolf Soetbeer. 2 Bände. XXVIII, 600 S.; XVIII, 737 S. 21 x 13 cm. Halbleder d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Hamburg, Perthes-Besser und Mauke, 1852.
Erste deutsche Ausgabe von Mills nationalökonomischen Hauptwerk, das 1848 unter dem Titel Principles of Political Economy erschien. – Schwach gebräunt, vereinzelte Flecken, wenige Blatt mit bräunlichem Abklatsch im Seitenrand, einige Lagen mit sehr schmalem verblasstem Feuchtigkeitsrand. Fl. Vorsatz mit Besitzstempel.
Moser, Johann Jacob
Grund-Säze des europäischen Völcker-Rechts in Kriegs-Zeiten
Los 510
Schätzung
180€ (US$ 207)
Moser, Johann Jacob. Grund-Säze des europäischen Völcker-Rechts in Kriegs-Zeiten. 5 Bl., 364 S. 16,5 x 10,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, unteres Kapital mit Resten eines Signaturschildes) mit goldgeprägtem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1752.
Darstellung der europäischen Kriegsrechtsgrundsätze durch den württembergischen Staatsrechtslehrer und Begründer des deutschen Staatsrechtes und positiven Völkerrechts Johann Jacob Moser (1701-1785). – Russisches Bibliotheksschild auf Innenspiegel montiert. Vorsätze leimschattig, sonst schön erhalten.
Nemnich, Philipp Andreas. Comtoir-Lexicon, in Neun Sprachen für Handelsleute, Rechtsgelehrte und sonstige Geschäftsmänner bearbeitet. Titel, XVI, 768 S., 1 Bl. Berichtigungen. Mit gest. Titel. 1803. 20,5 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband d. Zt. mit handschriftlichen RSchild (Kapitale minimal bestoßen). Hamburg und Leipzig, Nemnich, 1833.
Schröder 2781, VII. Zischka 185 (datiert 1805). Kat. Commerzbibliothek (1864) 408. Nicht bei Kress und Goldsmiths'. – Interessantes Speziallexikon mit Handelsbegriffen in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch und Deutsch. "Die ersten acht Wörterbücher enthalten nicht nur das Gemeinschaftliche der Handlung, sondern auch dasjenige, was einem jeden Lande besonders eigen ist. Das letzte oder Deutsche Lexicon umfast (!), in neun zusammengestellten Sprachen, das Gemeinschaftliche der Handlung." (Vorrede). Die S. V-XVI mit umfangreichem Pränumeranten-Verzeichnis. – Titel mit Einriss und alt hinterlegt. Insgesamt schönes Exemplar.
Nover, Lorenz. "Die Verschwörungen und Revolutionen des neunzehnten Jahrhunderts." Deutsche Kurrent-Handschrift auf Papier. 418 num. S., 21 Bl. alphabet. Griffregister. 32,5 x 20 cm. Halbleinen d. Z. (etwas fleckig) mit handschr. Titelschild. Giessen 1860.
Der Verfasser, der Kriminalist Lorenz Nover, wurde 1812 in Seligenstadt (Kreis Offenbach) geboren und starb 1888 in Darmstadt. Die Stationen seines beruflichen Werdeganges listet die "Hessische Biografie" auf(https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16626_nover-lorenz):
schon frühzeitig Aushilfe des Landrates, des Bürgermeisters und des Steuereinnehmers in Seligenstadt, 1.5.1827-1832 Gehilfe des Landrates Hardy in Seligenstadt, 16.10.1832 Aktuariatsgehilfe am Landgericht Groß-Steinheim, ab März 1833 Protokollführer, 1835 nach Verlegung des Landgerichts nach Seligenstadt dort Aktuariatsgehilfe, Mitglied des Gemeinderates, Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse und Sekretär der Armenkommission in Seligenstadt
27.5.1840 Aktuarprüfung, 1842-8.6.1848 Polizeikommissar in Offenbach am Main, ehrenamtlich Direktor des bürgerlichen Hospitals und Vorsitzender der Armenkommission in Offenbach am Main, 22.9.1848 Aktuar, später Inquirent ans Verhöramt Frankfurt am Main, beteiligt an den Ermittlungen zur Ermordung von Fürst von Lichnowsky und Hans von Auerswald, ab 1849 Untersuchungsrichter am Frankfurter Appellationsgericht, 3.6. zum 29.7.1850 Polizeikommissar in Gießen
3.2.1854 Verleihung der österreichischen Großen goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft, 26.12.1858 Ernennung zum Polizeirat, 16.10.1863 Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des preußischen Kronenordens IV. Klasse, 25.8.1864 Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, 1.11.1875 Ruhestand, 9.1876 Umzug nach Darmstadt.
Demnach verfasste Nover als Polizeikommissar und Polizeirat in Gießen die hier vorliegende Denkschrift, in der er die "revolutionären Umtriebe" seiner Zeit eingehend schildert. Die Kapitelüberschriften geben einen Eindruck vom weit gespannten Inhalt der behördlichen Abhandlung: Die revolutionären Verbindungen in den Jahren 1814 bis 1833, Umtriebe im Großherzogtum Hessen, Der Männerbund, Das junge Europa, Der deutsche Bund der Geächteten, Die communistische Partei, Kirchliche und politische Bewegungen, Die Revolutionen in den Monaten Januar, Februar und März 1848, Die Gründung politisch-revolutionärer Vereine vom Frühjahr 1848 an, Centralisation und Organisation der revolutionären Vereine, Steigende Aufregung - Vorbereitungen zum Kampf, Aufruhr zu Frankfurt a. M. am 16., 17. und 18. September 1848, Die Ermordung des Fürsten Lichnowski und des Generals v. Auerswald, Zweiter Aufruhr in Baden im September 1848, Aufruhr in Würtemberg, Der zweite Congress der Democraten Deutschlands, Revolutionen in Ungarn, Wien und Berlin im Herbst 1848, Der Wehrbund 'Hilf-Dir', Vorbereitungen zu den Revolutionen des Frühjahrs 1849, Revolution in Sachsen im Mai 1849, Der Congress der verbundenen März-Vereine am 5. und 6. Mai 1849, Volksbewaffnung, Die Revolutionen in Baden, Rheinbaiern, Hessen und verschiedenen preußischen Städten im Mai und Juni 1849, Das Rumpf-Parlament, Der Turner-Bund, Die Arbeiter-Vereine nun die Arbeiter-Verbrüderung, Der Communisten-Bund, Der Grütli-Verein, Der Todten-Bund, Das revolutionäre Treiben aller Parteien in der neuesten Zeit, Die Comités der revolutionären Parteien. Am Schluss ein Namenregister. Das letzte Blatt ist im weißen unteren Rand mit einem amtlichen Stempel versehen: "Gr.Hess.Polizei-Verwaltung d. Provinzial-Hauptstadt Giessen".
Die Denkschrift befindet sich im Original lt. Onlineeintrag des "Retrokataloges Hebis" (http://orsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=1.50/PPNSET?PPN=835922332) im Nachlass Novers in der Frankfurter Außenstelle des Bundesarchivs. Offenbar wurde Novers Schilderung zu einem Standardwerk der Polizeibehörden in der Restauratonszeit nach 1848 sodass sie in mehreren Abschriften in Umlauf kam. In den 1960er Jahren erschien in Frankfurt ein Nachdruck in Faksimile mit Auszügen aus der Denkschrift, da Novers akribische und fundierte Arbeit als historische Quelle für die reaktionäre Nach-1848er-Zeit Geltung bekam. – Schnitt etwas fleckig, ansonsten sauber. - Äußerst seltenes historisches Dokument von musealem Charakter.
Pitaval, Francois Gayot
Erzählung sonderbarer Rechtshändel
Los 513
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Pitaval, (Francois) Gayot. Erzählung sonderbarer Rechtshändel sammt deren gerichtlichen Entscheidung. Aus dem Französischen. 8 (statt 9 Bände). 17 x 10 cm. Halbleder d. Z. (gering fleckig und berieben) mit dezenter RVergoldung und je 2 goldgeprägten farbigen RSchildern. Leipzig, Gottfried Kiesewetter, 1747-1750.
Fromm 10575. Graesse V, 306. Hayn-Gotendorf VI, 208. – Erste deutsche Ausgabe, blieb bis zu der von H. Blum 1885 herausgegebenen Ausgabe die einzige deutsche Übersetzung dieser auch kulturgeschichtlich höchst interessanten Sammlung von Strafrechtsfällen. Ohne den erst 1767 erschienenen Schlussband. – Schwach fleckig. Schönes Exemplar in dekorativen Halblederbänden der Bibliothek Adolf Heller in Rheda, mit entsprechendem Sammlungsstempel auf dem fl. Vorsatz.
Rößler, Hektor
Ausführlicher Bericht über die von dem Gewerbverein für das Großherzogthum Hessen im Jahre 1842 veranstaltete Allgemeine deutsche Industrie-Ausstellung zu Mainz
Los 514
Schätzung
300€ (US$ 345)
Rößler, Hektor. Ausführlicher Bericht über die von dem Gewerbverein für das Großherzogthum Hessen im Jahre 1842 veranstaltete Allgemeine deutsche Industrie-Ausstellung zu Mainz. Im Auftrag des Großherzoglich Hessischen Gewerbvereins verfaßt. Titel, 336 S. 26 x 21 cm. Halbleinen d. Z. (etwas beschabt und bestoßen) mit RSchild. Darmstadt, C. W. Leske, 1843.
Carpenter S. 15. Hauptkat. Landesgewerbeverein Hessen 7023 und 7192. – Diese Mainzer Ausstellung mit insgesamt 715 Ausstellern ist der wichtigste Vorläufer der "Allgemeinen Deutschen Gewerbe-Ausstellung" in Berlin 1844, da sie als eine der ersten auch Aussteller zugelassen hat, die nicht in dem veranstaltenden Land beheimatet waren. So sind hier u.a. Aussteller aus Württemberg, Preußen, Bayern, Sachsen, Österreich und Hannover in nicht geringer Anzahl (354) vertreten. Die ausgestellten Fabrikate kommen aus 92 verschiedenen Bereichen von Leinengespinst, über galvanoplastische Arbeiten, Werkzeuge oder Buchbindererzeugnisse bis hin zu Kunstmehl und "Conditorarbeiten und Chocolade". Der Schwerpunkt liegt bei Textilien aller Art. Hektor Rößler (1806-1875) war seit 1841 Sekretär des Gewerbvereins. "Zu Direktoren dieser Ausstellung wurden die innig befreundeten Kommerzienrat Rößler und Lederfabrikant Carl Deninger von Mainz ernannt. Mit Unterstützung eines Komites des Mainzer Lokalgewerbevereins haben die Genannten diese Ausstellung für die damaligen Verhältnisse in glänzender Weise durchgeführt. Sehr viele fremdländische Regierungen sandten Kommissäre zu dieser Ausstellung ..." (Der Gewerbeverein ... Denkschrift; 1911, S. 79). – Bibl.-Exemplar (Niederösterr. Gewerbeverein). Leicht gebräunt, vereinzelt stockfleckig.
Salmasius, Claudius. De modo usurarum liber. 28 Bl., 891 S., 46 Bl. Titel in Rot und Schwarz. 14,5 x 9,5 cm. Pergament d. Z. Leiden, Elzevier, 1639.
Willems 488. Kress 545. Goldsmith 697. – Erste Ausgabe vom Hauptwerk des französischen Universalgelehrten Claudius Salmasius (1588-1653) über Zinsrecht und Wucher. Salmasius verteidigt in dieser Schrift das Nehmen von Zinsen als Entschädigung für den Darlehensgeber. Die Schift hat "Richtung und Inhalt der Zinstheorie für mehr als 100 Jahre fast ausschließlich bestimmt und selbst in der heutigen Doktrin sind noch manche Nachwirkungen der Salmasischen Lehre erkennbar" (Sauer & Auvermann Katalog 5, Wirtschaft und Gesellschaft, Nr. 1283). – Etwas fleckig, vorderes Gelenk hinter dem Titel angeplatzt.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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