Theognis von Megara. Lebens-Reguln, deren Text nach denen besten Lese-Arten hergestellet, und mit Deutschen Noten also behandelt wird. 16 Bl., 256 S. 17 x 11 cm. Pappband d. Z. (stärker berieben, mit Schabspuren). Altenburg, Erben Johann Ludwig Richter, (1738).
Schweiger 316. – Seltener Altenburger Druck der Sententiae morales des Theognis von Megara (2. Hälfte des 6. Jahrhunderts), übersetzt und mit deutschen Kommentaren versehen durch Friedrich Gottlob Fischer. Der Untertitel erfasst das ambitionierte Ziel der Kommentare, "daß durchgehends 1) Der Idiotismus Graecus angemercket, und besonders auf die Verknüpffung derer Begriffe bey denen Griechen gesehen; 2) Die Sache selbst aus der alten Mythologie, Ethique und Politique verständlich gemacht; 3) Die vielen Lücken hinlänglich ergäntzet, und der Zusammenhang nebst denen verschiedenen Lese-Arten gezeiget wird; mithin nun jungen Leuten alles leichte zu fassen, und ohne Anstoß zu begreiffen seyn muß." – Etwas stärker braunfleckig, stellenweise mit kleinen Wasserrändern. Titel verso gestempelt. Ohne die fl. Vorsätze.
Thukydides. Peri tou Peloponnesiakou polemou biblia okto (graece). De bello Peloponnesiano libri octo, cum adnotationibus integris Henrici Stephani, & Joannis Hudsoni. Recensuit, & notas suas addidit Josephus Wasse. Editionem curavit, suasque animadversionibus adjecit Carolus Andreas Dukerus. 18 Bl., 34, 728, 48, 123 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette, gestochenem Textkupfer mit Wappendarstellung und 1 (statt 2) doppelblattgroßen Kupferstichkarten. 39 x 24,5 cm. Blindgeprägter Kalbslederband d. Z. (etwas berieben und bestoßen, Deckel mit Kratzspuren, oberes Kapital defekt) mit goldgeprägtem RSchild. Amsterdam, Wetstein & Smith, 1731.
Schweiger 325. Ebert 22928. Brunet V, 845. Dibdin, Greek and Latin Classics II, 509 – Amsterdamer Foliodruck auf Grundlage der zweiten Stephanusausgabe. Mit griechisch-lateinischem Paralleltext, ausführlichen Erläuterungen und umfangreichem Index. "Schöne und seltne Ausgabe. Enthält auch die Noten der früheren Herausgeber, denen die Herausgeber eigene beifügten. Auch sind Dodwell's annal. Thucyd. aufgenommen" (Schweiger). – Es fehlt die Karte von Sizilien. Etwas stockfleckig, stellenweise auch gebräunt, Vortitel und Titel mit gelöschtem Stempel und Tintensigantur, fl. Vorsatz mit modernem Exlibris.
Lucretius Carus, Titus. De rerum natura libri sex. Ad optimorum exemplarium fidem recensiti. Accesserunt variae lectiones. 2 Bl., 370 (recte: 418) S. Mit gestochenem Frontispiz nach P. Beretin, 6 (1 gefaltet) Kupfertafeln von Guerin u. a. nach Goeree u. a., 7 gestochenen Kopf- und 4 Schlussvignetten sowie 6 gestochenen Initialen. 28,5 x 23 cm. Moderner marmorierter Halblederband (Rücken etwas ausgeblichen) mit goldgeprägtem RSchild. London, Jacob Tonson, 1712.
Schweiger 575. Graesse IV, 288. Dibdin 202. – Illustrierter Neudruck der Ausgabe von Thomas Creech (Oxford 1695) auf Grundlage des Textes von Dionysios Lambinus. Sehr schöner splendid gesetzter Druck in Großquarto mit den Kupfertafeln; im selben Jahr erschien ebenda auch eine Ausgabe mit anderer Kollation und ohne die Tafeln. "A sumptuous and once celebrated edition" (Dibdin). Hauptwerk des römischen Dichters und Philosophen Lukrez und zugleich eine der Hauptquellen zur Philosophie Epikurs. – Etwas stärker gebäunt und braunfleckig, Titel mit kleinem montiertem Wappenexlibris im unteren Rand.
Velleius Paterculus. Historiae Rom. Libri duo. Ex recensione Iani Gruteri: cum scholijs, notis, varijs lectionibus, & animadversionibus doctorum. 4 Bl., 555 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 13 x 9 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, VDeckelbezug mit Fehlstelle, Rücken nachgedunkelt). Frankfurt, Nikolaus Hoffmann d. Ältere und Jonas Rosa, 1607.
VD17 23:256559G. Graesse V, 162. – Früher Druck der römischen Geschichte des frühchristlichen Historikers Velleius Paterculus, die Editio princeps erschien 1520 bei Froben in Basel. Erster Druck des Textes mit Kapiteleinteilung und mit den politischen und moralischen Anmerkungen Jan Gruters (1560-1627). Velleius einziges überliefertes Werk, ein historischer Abriss der weltgeschichtlichen Ereignisse aus römischer Sicht, behandelt den Zeitraum vom Ende des Trojanischen Krieges bis zum Jahr 29 und bildet eine wichtige Quelle zur römischen Geschichtsschreibung. Die einzige erhaltene Handschrift, ein von Beatus Rhenanus 1515 im elsässischen Kloster Murbach aufgespürtes Manuskript aus dem 8. Jahrhundert, gilt heute als verschollen. – Titel mit Besitzeintrag, fl. Vorsatz mit weiterem Besitzeintrag aus dem Jahr 1671 mit Seneca-Sentenz.
Vergilius Maro, Publius. Opera in tres tomos divisa, cum integris notis Servii, Philargyrii, nec non J. Pierii variis lectionibus, & selectissimis plerisque commentariis Donati, Probi, Nannii, Sabini, Germani, Cerdæ, Taubmanni, & aliorum. Quibus accedunt observationes Jacobi Emmenessii. Cum indice Erythraei. 3 Bände. Mit 3 gestochenen Frontispices, 13 Kupfertafeln und zahlreichen Textkupfern. 18,5 x 11 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, Rückdeckel von Band I mit kräftigen Braumflecken) mit hs. RTitel. Leiden und Amsterdam, Jacobus Hacking und Abraham Wolfgang, 1680.
Schweiger 1171. – Reizend illustrierter und typographisch hervorragender Druck nach der umfassend von zahlreichen Gelehrten kommentierten Heinsius-Ausgabe Leiden 1676. "Servius ist nach der Genfer Ausgabe von 1636 abgedruckt. Nach dem Ableben des Herausgebers Emmeness wurde die Ausgabe von Pancratius Masvicius fortgesetzt und beendet. Sie ist von den Editoren cum not var. die beste und sehr sauber gedruckt" (Schweiger). – Mal mehr, mal weniger fleckig, einige Lagen in Band II leicht ausgebunden. - Selten.
Vergilius Maro, Publius
Opera interpretatione et notis illustravit Carolus Ruaeus
Los 2154
Schätzung
240€ (US$ 276)
Vergilius Maro, Publius. Opera interpretatione et notis illustravit Carolus Ruaeus, ad usum Serenessimi Delphini. Nova editio longe auctior & emendatior. 12 Bl., 860 S., 77 Bl. (Index). Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz, Holzschnitt-Titelvignette sowie einigen gestochenen Kopfvignetten und Initialen. 25,5 x 19,5 cm. Leder d. Z. (berieben, Kapitale etwas bestoßen, Gelenke angeplatzt) mit floraler RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Paris, Johannes Barbou, 1722.
Schweiger 1173. De Backer-Sommervogel VII, 294. – Vierte Ausgabe der zuerst 1675 erschienenen Edition des französischen Jesuitenpaters Charles de la Rue (1643-1725), "ad usum Delphini", also zum Gebrauch für die musische Erziehung des Thronfolgers am französischen Hof. – Etwas fleckig, insgesamt wohlerhalten.
Vergilius Maro, Publius. Bucolica. Georgica et Aeneis. 1 Bl., S. 1-6, 1 Bl., S. 7-430 S., 1 Bl. (Errata). 30,5 x 23,5 cm. Etwas späterer marmorierter Halblederband (etwas stärker berieben, Ecken bestoßen, oberes Kapital eingerissen, das vordere Gelenk dort angeplatzt) mit goldgeprägtem RTitel. Straßburg, Philipp Jakob Dannbach, 1789.
Graesse VI, 2, 344. – Luxuriöser Antiqua-Druck, der typographisch an die prächtigen Klassikerausgaben Giambattista Bodonis (1740-1813) erinnert. Hergestellt in der Druckerei von Philipp Jakob Dannbach (1747-1812), der u. a. als offizieller Buchdrucker der Munizipalität von Straßburg tätig war. – Schwach braunfleckig, Titel auch leicht fingerfleckig. Das "Blatt an den Leser" ist versehentlich zwischen Seite 6 und 7 gebunden.
Vergilius Maro, Publius. Von der Landwirthschaft. Vier Bücher metrisch übersetzt und mit Anmerckungen erläutert von J. C. F. Manso. 3 Bl., 444 S., 1 Bl. Mit gestochener Titelvignette. 17 x 10 cm. Halbleder d. Z. (gering berieben, Kapitale minimal bestoßen) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Jena, Dorothea Rosina Cröcker, 1783.
VD18 10330984. Schweiger, 1206. ADB XX, 247. – Einzige Ausgabe der "seiner Zeit viel bewunderte(n) metrische(n) Übersetzung" (ADB) der Georgica durch den Breslauer Schuldirektor Johann Caspar Friedrich Manso (1760-1826). Mit lateinisch-deutschem Paralleltext. – Titel verso und fl. Vorsatz mit altem Besitzeintrag. Wohlerhaltenes Exemplar.
Vorwärts! Volks-Taschenbuch für das Jahr 1843-1847
Herausgegeben von Robert Blum
Los 2157
Schätzung
300€ (US$ 345)
Vorwärts! Volks-Taschenbuch für das Jahr 1843 [und 1845, 1846 und 1847). Herausgegeben von Robert Blum und Friedrich Steger. 4 Jahrgänge. 16 x 11,5 cm. Einheitlich gebundene Pappbände d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit RVergoldung und rotem goldgeprägtem RSchild (diese etwas lädiert). Leipzig, Robert August Friese, (1842-1846).
Köhring 173. Stammhammer II, 342 – Die Jahrgänge I, III, IV und V des in nur fünf Jahrgängen erschienenen seltenen politischen Almanachs des Vormärz mit zahlreichen literarischen und politischen Beiträgen. – Etwas gebräunt oder stockfleckig, fl. Vorsatz mit altem Besitzeintrag.
Voss, Heinrich. Äschylos. Zum Theil vollendet von Johann Heinrich Voß. 2 Bl., XIV S., 1 Bl. 316 S. Mit gestochenem Portrait. 19,5 x 12,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben) mit goldgeprägtem RSchild. Heidelberg, Winter, 1826.
Goedeke IV1, 1077, 53 (irrig 1827). Ruppert 1227. – Erste Ausgabe. An dieser Übersetzung arbeitete Heinrich Voss (1779-1822) ganze 17 Jahre, die Vollendung blieb seinem Sohn Johann Heinrich Voss (1751-1826) vorbehalten. – Gering fleckig, Vorsätze leimschattig, fl. Vorsatz mit einem kleinen zeitgenössischem Eintrag.
Wackenroder, Wilhelm Heinrich
Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders
Los 2159
Schätzung
250€ (US$ 287)
(Wackenroder, W. H. und Ludwig Tieck). Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. 275 S. Mit gestochenem Portrait in Sepia von Bollinger. 15 x 10 cm. Blauer Pappband d. Z. (etwas beschabt). Berlin, Johann Friedrich Unger, 1797.
Goedeke VI, 46, 4, 5 und 36, 36. Borst 797. – Erste Ausgabe der bedeutenden kunsttheoretischen Schrift der Frühromantik mit weitreichender Wirkung auf die Malerei des 19. Jahrhunderts. "Das Programmatische der 'Herzensergießungen' liegt in der Konstituierung einer Einheit von Kunst und Religion - und dies im Erscheinungsjahr von Goethes Kunstzeitschrift Propyläen'" (Paulin, Metzler, S. 43). "Diese kleine Veröffentlichung, die zusammen mit den 1799 posthum von Tieck herausgegebenen 'Phantasien über die Kunst' und einem umfangreichen Briefwechsel mit Tieck das Gesamtwerk Wackenroders ausmacht, kann als erstes und im eigentlichen Sinne initiatorisches literarisches Dokument der deutschen Frühromantik bezeichnet werden" (KNLL). – Titel gestempelt und etwas fleckig, sonst sauber.
Wieland, Christoph Martin
Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva
Los 2160
Schätzung
180€ (US$ 207)
(Wieland, Christoph Martin). Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva. 2 Bände. 1 Bl., VIII, 414 S.; 2 Bl., 432 S. Mit 2 gestochenen Frontispices, 2 gestochenen Titelvignetten und 5 Kupfertafeln von Geyser nach Mechau. Halbleder d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit 2 goldgeprägten RSchildern und floraler RVergoldung. Leipzig, Erben Weidmann Erben und Reich, 1772.
Goedeke IV 1, 551, 51. Deusch 25. – Zweite (erste illustrierte) umgearbeitete Auflage des zuerst 1764 erschienenen Romans. – Etwas gebräunt und braunfleckig.
Zimmermann, Johann Georg. Ueber die Einsamkeit. 4 Bände. 17 x 10 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, gering bestoßen und beschabt) mit 2 goldgeprägten RSchildern (eines mit kleiner Fehlstelle). Frankfurt und Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1784-1785.
Vgl. Goedeke IV/1, 482, 7c. Hayn-Gotendorf VIII, 654. Rümann 1300. Lanckoronska-Oehler II, 35. Borst 494. – Nachdruck der ersten Ausgabe des Hauptwerks von Johann Georg Zimmermann (1728-1795). "Dieses Buch über die Einsamkeit sollte in meinen Trübsalen Muth bey mir anfachen, mich wegreissen von Allem, was ich sah und dachte, mich in fremde Länder versetzen, Bilder aus entfernten Jahrhunderten in mir hervorrufen, vielleicht auch meine Seele hie und da befreyen von einem drückenden Gedanken" (S. XIII). – Stellenweise gering braunfleckig, Vorsatz mit hs. Besitzvermerk.
PHILOSOPHIE
Aristoteles. Opera omnia graece ad optimorum exemplarium fidem recensuit, annotationem criticam, librorum argumente, et novam versionem latinam adiecit Io. Theophilus Buhle. 5 Bände (alles Erschienene). Mit gestochener Titelvignette. 19,5 x 12 cm. Schlichte Halblederbände d. Z. (Rücken mit hs. Bandzahl). Zweibrücken (Bände I-IV) bzw. Straßburg (Band V), Typographia Societatis, 1791-1793.
Schweiger 51. Graesse I, 211. ADB III, 510. MNE, I, 27. – Einzige Ausgabe der unvollendet gebliebenen textkritischen Edition durch den am Braunschweiger Collegium Carolinum wirkenden Philologen und Philosophiehistoriker Johann Gottlieb Buhle (1763-1821). "Seine philologischen Arbeiten beziehen sich meistentheils auf Aristoteles, dessen Schriften er sowol in zahlreichen lateinischen und deutschen Abhandlungen als auch in einer kritischen Ausgabe commentirte" (ADB). "C'est dommage que cette excellente edition n'alt pas ete terminee: elle ne renferme que l'Organon, la Rhetorique et la Poetique. La traduction latine est placee sous la texte" (Graesse). – Vorsätze etwas leimschattig, sonst nur schwache Braunflecken. Wohlerhaltenes Exemplar einer historischen Schulbibliothek mit entsprechenden Stempeln und Besitzeintrag.
Aristoteles
De arte rhetorica libri tres Graece et Latine + Beibände
Los 2163
Schätzung
300€ (US$ 345)
Aristoteles. De arte rhetorica libri tres Graece et Latine. Editi cura Christophori Schraderi. Editio secunda. 8 Bl., 253 S., 5 Bl. 19 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (stärker fleckig und berieben, oberes Kapital etwas lädiert, mit hs. lädiertem Papierrückenschild). Helmstedt, Henning Müller, 1661.
VD17 3:605859M. ADB XXXII, 424. – Titelauflage der zuerst 1648 ebenda erschienenen griechisch-lateinischen Textausgabe in der Edition des Helmstedter Rhetorikers und Bibliothekars Christoph Schrader (1601-1680), der als erster Hochschullehrer an der Universität Helmstedt Vorlesungen in deutscher Sprache hielt. – Titel alt gestempelt. – Beigebunden: Christoph Schrader. Dispositiones oratoriae ad ductum Rhetoricae Aristotelis concinnatae. 4 Bl., 116 S., 2 Bl. Ebenda 1663. - VD17 23:234540S. - Erste Ausgabe des dazugehörigen Kommentars. - Derselbe. Dispositiones epistolicae eloquentiae studiosis in Academia Iulia traditae. Editio secunda. 4 Bl., 48 S. Ebenda 1661. VD17 23:278578C. - Alle drei Titel etwas gebräunt bzw. braunfleckig, sonst wohlerhalten.
Aristoteles. Über die Kunst der Poësie. Aus dem Griechischen übersetzt und erläutert. Nebst Thomas Twining's Abhandlungen über die poëtische und musikalische Nachahmung. Aus dem Englischen. Herausgegeben von Johann Gottlieb Buhle. VIII S., 1 Bl., 278 S. 18 x 10,5 cm. Pappband d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Berlin, Voss, 1798.
Vgl. Ziegenfuß I, 158. – Ausführlich kommentierte Ausgabe des Kantianers und Aristoteles-Herausgebers Johann Gottlieb Buhle (1763-1821). "Seine philologischen Arbeiten beziehen sich meistentheils auf Aristoteles, dessen Schriften er sowol in zahlreichen lateinischen und deutschen Abhandlungen als auch in einer kritischen Ausgabe commentirte… Seine ‚Geschichte der modernen Philosophie‘ ist 1823 von Lancetti ins Italienische übersetzt. Er lieferte viele Beiträge zu Zeitschriften und Litteraturzeitungen" (ADB III, 510). – Fleckig, stellenweise mit verblassten Feuchtigkeitsrändern. Exemplar einer historischen Schulbibliothek mit entsprechendem Stempel und Farbstiftsignatur auf dem Titel.
Epiktet. Enchiridion, una cum Cebetis Thebani tabula. Accessere Arriani commentariorum de Epicteti disputationibus lib IV. Omnia Hieron. Wolfio interprete. Item Porphyrii De abstinentia etc. 2 Teile in 1 Band. 4 Bl., 495 S., 8 Bl.; 1 Bl., 285 S., 5 Bl., 87 S., 7 Bl. 17 x 11 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, 1 Kante beschabt) Cambridge, G. Morden, 1655.
Schweiger 106. Ebert 6769. Graesse II, 483. – Nachdruck der Ausgabe Köln 1595 mit dem von Hieronymus Wolf (1516-1580), dem Begründer der deutschen Byzantinistik, besorgten und kommentierten Text. Griechisch-lateinischer Paralleldruck von Epiktets Handbüchlein mit seinen Lehrgesprächen, ferner mit dem anonym verfassten philosophischen Dialog Die Bildtafel des Kebes, dem von Wolf interpretierten Arrianus-Kommentar sowie Porphyrius' Schrift De abstinentia, die beiden letzten jeweils mit eigenem Titelblatt. – Etwas gebräunt und braunfleckig.
Fichte, Johann Gottlieb. Der geschloßne Handelsstaat. Ein philosophischer Entwurf als Anhang zur Rechtslehre, und Probe einer künftig zu liefernden Politik. 11 Bl., 290 S. 17 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben, bestoßen und mit Fehlstelle) mit goldgeprägtem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1800.
Ziegenfuss I, 341. Baumgartner-Jacobs 51. – Seltene erste Ausgabe der bedeutendsten philosophisch-staatswissenschaftlichen Abhandlung Fichtes, die der Autor selbst "als sein bestes und durchdachtestes Werk" betrachtete. Lange vor Marx und Engels entwirft Fichte ein in seinen Grundzügen sozialistisches Gemeinwesen, freilich mehr aus der Rechtslehre deduziert als von historischer Forschung abgeleitet. Die Aufgabe des Staates sieht Fichte nicht so sehr in der Besitzsicherung für den Einzelnen als vielmehr in der gerechten Verteilung der Güter, die übermäßigen Reichtum und damit auch Armut verhindern sollen. Fichte empfiehlt ein autarkes Wirtschaftssystem, wodurch Krisen und Kriege verhindert würden. – Vorsätze leicht leimschattig. Titel mit zwei radierten Stempeln und erstes Blatt mit fehlendem Kopfsteg. Leicht stockfleckig, sonst gutes Exemplar.
Fichte, Johann Gottlieb. Reden an die deutsche Nation. 490 S., 1 w. Bl. 16,5 x 9,5 cm. Moderner Pappband. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1808.
Goedeke V, 8, 18. Meyer, Fichte, 203. Baumgartner-Jacobs 66. Borst 1068. – Erste Ausgabe des wichtigen Vortragszyklus, den Fichte unter persönlicher Gefahr, während der französischen Besatzung, in Berlin abhielt. – Etwas stockfleckig, Titel gebräunt und in der oberen linken Ecke hinterlegt. Ehemaliges Bibliotheksexemplar mit entsprechendem Stempel und Tintensignaturen auf dem Titel recto et verso.
Gassendi, Pierre. De vita et moribus Epicuri. Editio altera auctior & correctior. V S., 2 Bl., 167 S., 4 Bl. Titel in Rot und Schwarz. 20 x 15 cm. Neuerer Halbpergamentband mit RTitel. Den Haag, Adriaan Vlacq, 1656.
Vgl. Ziegenfuß I, 377. – Zweiter Druck der zuerst 1647 erschienenen einflussreichen Biographie, in welcher der französische Theologe Pierre Gassendi (1592-1655) die seit der Antike tradierten Diffamierungen über das Leben des Philosophen widerlegt und die Begründung der epikurischen Atomtheorie liefert. – Es fehlt das gestochene Frontispiz. Am Schluss mit verblasstem Feuchtigkeitsrand, sonst schön und wohlerhalten.
Kant, Immanuel. Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. 104 S. 16,5 x 10 cm. Modener Halblederband mit goldgeprägtem RTitel. Königsberg, Friedrich Nicolovius, 1795.
Warda 155. Carter-Muir 226. Vgl. Goedeke V, 3, 18. – Zweiter Druck der ersten Ausgabe, mit dem bei Warda genannten Kennzeichen (Kustode "welt" auf Seite 3). "In der politischen Schrift 'Zum ewigen Frieden', die bei ihrem Erscheinen starke Beachtung fand, stellte Kant sechs Präliminarartikel und drei Definitivartikel zum ewigen Frieden der Staaten auf ... Der ewige Friede ist nicht ein utopisches Ideal, sondern die Idee einer moralisch-praktischen Aufgabe für die Politik, die innere und äußere" (Ziegenfuß). – Fleckig, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Es fehlt das Erratablatt am Schluss, das nicht allen Exemplaren beigebunden wurde.
Morus, Thomas. De optimo reipublicae statu, deque nova insula utopia, libri duo. Scriptum vere aureum, nec minus salutare, quam festinum, quod ex Erasmi Roterodami, Guilielmi Budaei, aliorumque magnorum virorum commendationibus, quae epistolis praefixis continentur, liquidum dubitantibus enadet. 299 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 14 x 9,5 cm. Moderner Pappband. Hanau, Hans Jakob Henne für Peter Kopf, 1613.
VD17 3:315416N. Vgl. Ziegenfuß II, 174. – Seltener Hanauer Druck von Thomus Morus' (1478-1535) berühmtem Staatsroman Utopia, ein welchem er in Anlehnung an Platons Dialoge Timaios und Politeia das Ideal eines Staatswesens ohne Privateigentum entwickelt. – Etwas braunfleckig und vereinzelt mit kleinen Feuchtigkeitsränder, wenige alte Unterstreichungen.
Nietzsche, Friedrich
Ecce Homo. Faksimile der Handschrift
Los 2171
Schätzung
120€ (US$ 138)
Nietzsche, Friedrich. Ecce Homo. Faksimile der Handschrift. Transkription von Anneliese Clauss. Mit einem Kommentar von Karl-Heinz Hahn und Mazzino Montinari. Titel, 104 S. (Faksimile), 140 S. (Transkription), 90 S. (Kommentar). 44 x 31,5 cm. OLeinenkassette mit Deckelschild (berieben). Edition Leipzig 1985.
Wilpert-Gühring2 37. – Aufwendig gestaltetes Faksimile nach der Handschrift im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv (Signatur: 71/32). – Innen wohlerhalten.
Simmel, Georg. Philosophie des Geldes. XVI, 554 S. 23,5 x 15,5 cm. Halbleder d. Z. mit RVergoldung und RSchild. Leipzig, Duncker & Humblot, 1900.
Ziegenfuß II, 545. – Erste Ausgabe des bahnbrechenden und noch immer faszinierenden Werks, eine der frühesten soziologischen Analysen der Moderne, die ja bekanntlich von der Penunze (und ihren Begleiterscheinungen) bestimmt wird. – Mit Exlibris. Schönes Exemplar.
Steffens, Heinrich
Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1806
Los 2173
Schätzung
300€ (US$ 345)
Steffens, Heinrich. Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft. Zum Behuf seiner Vorlesungen. XXII, 204 S., 1 w. Bl. 20,5 x 12 cm. Moderner Halblederband im Stil d. Z. mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem grünem RSchild. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1806.
Goedeke VI, 173. 6. Ziegenfuß II, 626. – Erste Ausgabe der Schrift, die während Steffens Aufenthalt als Professor in Halle entstand. – Wenige Blatt zu Beginn mit unbedeutenden Wasserrändchen. Schönes und wohlerhaltenes Exemplar.
Basedow, Johann Bernhard
Philalethie. Neue Aussichten in die Wahrheiten und Religion der Vernunft bis in die Gränzen der glaubwürdigen Offenbarung
Los 2174
Schätzung
700€ (US$ 805)
PÄDAGOGIK
Basedow, Johann Bernhard. Philalethie. Neue Aussichten in die Wahrheiten und Religion der Vernunft bis in die Gränzen der glaubwürdigen Offenbarung. 2 Bände. 13 Bl., 748 S., 6 Bl. (l. w.); 3 Bl., 448 S. Mit Titelkupfer und gestochener Titelvignette. 20 x 13,5 cm. Pappbände d. Z. (berieben; Rücken mit altem passenden Papier überklebt, neue goldgeprägte RSchilder). Altona, Iversen, 1764.
Erste Ausgabe. Hatte Basedow bereits 1758 in seiner 'Practischen Philosophie für alle Stände' die Glückseligkeit und Gemeinnützigkeit des Menschen als oberstes Erziehungsziel aus der Aufklärungsphilosophie abgeleitet, so ging er im vorliegenden Werk noch einen Schritt weiter und forderte die Einrichtung konfessionsfreier Schulen und eine Erziehung im Geiste der Aufklärung (vgl. LdKJ I, 110). Zu diesem Zweck stellte er der christlichen Offenbarungsreligion eine streng in den Grenzen der Vernunft verbleibende natürliche Religion gegenüber und entwickelte von hier aus seine Anthropologie und Erkenntnistheorie. Das Werk erregte solches Aufsehen, dass Basedow "bald von allen Seiten als Ketzer verschrien wurde ... Man bedrängte die Obrigkeit, gegen ihn einzuschreiten, man reizte sogar das niedere Volk gegen ihn auf ...; ja schließlich wurden seine Schriften konfisziert und ihm verboten, irgend etwas in Hamburg drucken zu lassen" (ADB II, 116). – Breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar. Etwas gebräunt, hintere Vorsätze und die letzten ca. 20 Bl. von Band I mit Wasserrand. Modernes Exlibris im Innendeckel.
Gurlitt, Johannes. Schulschriften. XX, 283 S., 1 Bl. 20 x 12 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (stärker berieben, lichtrandig). Magdeburg, Georg Christian Kerl, 1801.
Erste Ausgabe des ersten Bandes, erst 1829 erschien posthum in Magdeburg ein von Cornelius Müller herausgegebener zweiter Teil. Sammlung von Reden des für die Schulbildung insbesondere Hamburgs und des dortigen Johanneums wichtigen Reformpädagogen Johannes Gurlitt (1754-1827). Gurlitt gehört u. a. zu den frühesten Biographen Johann Joachim Winkelmanns. Widmungsexemplar für den im sächsischen Podelwitz wirkenden Prediger und späteren General-Superintendent von Eisenach M. C. V. Kindervater, mit entsprechendem Eintrag auf dem fl. Vorsatz: "Seinem Freunde, dem Herrn Prediger M. Kindervater, mit dem Gruße der Achtung u. Freundschaft J. Gurlitt". – Schwache unbedeutende Flecken, wohlerhaltenes Exemplar.
Locke, John
Herrn Johann Locks Unterricht von Erziehung der Kinder
Los 2176
Schätzung
500€ (US$ 575)
Locke, John. Unterricht von Erziehung der Kinder. 612 S., 6 Bl. 17 x 10,5 cm. Halbpergament d. Z. Leipzig, Fritsch, 1708.
Deutsche Übersetzung von Lockes einflussreicher Schrift zur Kindererziehung, erstmals 1693 unter dem Titel Some Thoughts concerning Education in London erschienen. John Locke (1632-1704) behandelt darin grundlegende Fragen der Erziehung und Bildung. – Fl. Vorsatz mit altem 20-zeiligen Sepiaeintrag. Besonders am Anfang stock- und braunfleckig.
Pestalozzi, (Johann Heinrich). Sämmtliche Schriften. 15 Bände. Mit gestochener Musikbeilage und 5 gefalteten lithographischen Tafeln. 19 x 12 cm. Marmorierte Pappbände d. Z. (leicht berieben, Kanten etwas beschabt, einige RSchilder etwas lädiert). Stuttgart, Cotta, 1819-1826.
Goedeke IV/1, 611, 87, 6. Israel 4. – Erste Gesamtausgabe, komplett sehr selten. Zugleich einzige Gesamtausgabe die zu Lebzeiten Pestalozzis (1746-1827) erschien. Enthält auch einige Erstdrucke. Band I mit dem 3-stimmigen Satz "Der Du von dem Himmel bist ...", Band XV mit den fünf Tafeln zur Form- und Größenlehre. "Die im 14. und 15. Band enthaltenen Stücke sind mit Ausnahme der Rede nicht von Pestalozzi geschrieben worden" (Israel). – Auf mäßigem Papier gedruckt, daher fast immer etwas stockfleckig
Schelle, Karl Gottlob
Welche alte klassische Autoren soll man sie auf Schulen lesen
Los 2178
Schätzung
150€ (US$ 172)
Schelle, K(arl) G(ottlob). Welche alte klassische Autoren, wie, in welcher Folge und Verbindung mit andern Studien soll man sie auf Schulen lesen? Als sicherer Weg das Studium der klassischen Literatur und klassischen Cultur zu befördern. 2 Bände. XXII, 440 S.; XXIV S., S. (441)-936, 1 Bl. 15,5 x 9,5 cm. Marmorierte Halblederbände d. Z. (etwas berieben). Leipzig, Gottfried Martini, 1804.
Einzige Ausgabe der "Charakteristik der Klassiker" für den geregelten Schulunterricht, verfasst von dem Lehrer Karl Gottlob Schelle (1777-1825). – Etwas fleckiges und leimschattiges, sonst wohlerhaltenes Exemplar einer Schulbibliothek mit entsprechenden Stempeln und Einträgen
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