PHILOSOPHIE
Aristoteles. Opera omnia graece ad optimorum exemplarium fidem recensuit, annotationem criticam, librorum argumente, et novam versionem latinam adiecit Io. Theophilus Buhle. 5 Bände (alles Erschienene). Mit gestochener Titelvignette. 19,5 x 12 cm. Schlichte Halblederbände d. Z. (Rücken mit hs. Bandzahl). Zweibrücken (Bände I-IV) bzw. Straßburg (Band V), Typographia Societatis, 1791-1793.
Schweiger 51. Graesse I, 211. ADB III, 510. MNE, I, 27. – Einzige Ausgabe der unvollendet gebliebenen textkritischen Edition durch den am Braunschweiger Collegium Carolinum wirkenden Philologen und Philosophiehistoriker Johann Gottlieb Buhle (1763-1821). "Seine philologischen Arbeiten beziehen sich meistentheils auf Aristoteles, dessen Schriften er sowol in zahlreichen lateinischen und deutschen Abhandlungen als auch in einer kritischen Ausgabe commentirte" (ADB). "C'est dommage que cette excellente edition n'alt pas ete terminee: elle ne renferme que l'Organon, la Rhetorique et la Poetique. La traduction latine est placee sous la texte" (Graesse). – Vorsätze etwas leimschattig, sonst nur schwache Braunflecken. Wohlerhaltenes Exemplar einer historischen Schulbibliothek mit entsprechenden Stempeln und Besitzeintrag.
Aristoteles
De arte rhetorica libri tres Graece et Latine + Beibände
Los 2163
Schätzung
300€ (US$ 345)
Aristoteles. De arte rhetorica libri tres Graece et Latine. Editi cura Christophori Schraderi. Editio secunda. 8 Bl., 253 S., 5 Bl. 19 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (stärker fleckig und berieben, oberes Kapital etwas lädiert, mit hs. lädiertem Papierrückenschild). Helmstedt, Henning Müller, 1661.
VD17 3:605859M. ADB XXXII, 424. – Titelauflage der zuerst 1648 ebenda erschienenen griechisch-lateinischen Textausgabe in der Edition des Helmstedter Rhetorikers und Bibliothekars Christoph Schrader (1601-1680), der als erster Hochschullehrer an der Universität Helmstedt Vorlesungen in deutscher Sprache hielt. – Titel alt gestempelt. – Beigebunden: Christoph Schrader. Dispositiones oratoriae ad ductum Rhetoricae Aristotelis concinnatae. 4 Bl., 116 S., 2 Bl. Ebenda 1663. - VD17 23:234540S. - Erste Ausgabe des dazugehörigen Kommentars. - Derselbe. Dispositiones epistolicae eloquentiae studiosis in Academia Iulia traditae. Editio secunda. 4 Bl., 48 S. Ebenda 1661. VD17 23:278578C. - Alle drei Titel etwas gebräunt bzw. braunfleckig, sonst wohlerhalten.
Aristoteles. Über die Kunst der Poësie. Aus dem Griechischen übersetzt und erläutert. Nebst Thomas Twining's Abhandlungen über die poëtische und musikalische Nachahmung. Aus dem Englischen. Herausgegeben von Johann Gottlieb Buhle. VIII S., 1 Bl., 278 S. 18 x 10,5 cm. Pappband d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Berlin, Voss, 1798.
Vgl. Ziegenfuß I, 158. – Ausführlich kommentierte Ausgabe des Kantianers und Aristoteles-Herausgebers Johann Gottlieb Buhle (1763-1821). "Seine philologischen Arbeiten beziehen sich meistentheils auf Aristoteles, dessen Schriften er sowol in zahlreichen lateinischen und deutschen Abhandlungen als auch in einer kritischen Ausgabe commentirte… Seine ‚Geschichte der modernen Philosophie‘ ist 1823 von Lancetti ins Italienische übersetzt. Er lieferte viele Beiträge zu Zeitschriften und Litteraturzeitungen" (ADB III, 510). – Fleckig, stellenweise mit verblassten Feuchtigkeitsrändern. Exemplar einer historischen Schulbibliothek mit entsprechendem Stempel und Farbstiftsignatur auf dem Titel.
Epiktet. Enchiridion, una cum Cebetis Thebani tabula. Accessere Arriani commentariorum de Epicteti disputationibus lib IV. Omnia Hieron. Wolfio interprete. Item Porphyrii De abstinentia etc. 2 Teile in 1 Band. 4 Bl., 495 S., 8 Bl.; 1 Bl., 285 S., 5 Bl., 87 S., 7 Bl. 17 x 11 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, 1 Kante beschabt) Cambridge, G. Morden, 1655.
Schweiger 106. Ebert 6769. Graesse II, 483. – Nachdruck der Ausgabe Köln 1595 mit dem von Hieronymus Wolf (1516-1580), dem Begründer der deutschen Byzantinistik, besorgten und kommentierten Text. Griechisch-lateinischer Paralleldruck von Epiktets Handbüchlein mit seinen Lehrgesprächen, ferner mit dem anonym verfassten philosophischen Dialog Die Bildtafel des Kebes, dem von Wolf interpretierten Arrianus-Kommentar sowie Porphyrius' Schrift De abstinentia, die beiden letzten jeweils mit eigenem Titelblatt. – Etwas gebräunt und braunfleckig.
Fichte, Johann Gottlieb. Der geschloßne Handelsstaat. Ein philosophischer Entwurf als Anhang zur Rechtslehre, und Probe einer künftig zu liefernden Politik. 11 Bl., 290 S. 17 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben, bestoßen und mit Fehlstelle) mit goldgeprägtem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1800.
Ziegenfuss I, 341. Baumgartner-Jacobs 51. – Seltene erste Ausgabe der bedeutendsten philosophisch-staatswissenschaftlichen Abhandlung Fichtes, die der Autor selbst "als sein bestes und durchdachtestes Werk" betrachtete. Lange vor Marx und Engels entwirft Fichte ein in seinen Grundzügen sozialistisches Gemeinwesen, freilich mehr aus der Rechtslehre deduziert als von historischer Forschung abgeleitet. Die Aufgabe des Staates sieht Fichte nicht so sehr in der Besitzsicherung für den Einzelnen als vielmehr in der gerechten Verteilung der Güter, die übermäßigen Reichtum und damit auch Armut verhindern sollen. Fichte empfiehlt ein autarkes Wirtschaftssystem, wodurch Krisen und Kriege verhindert würden. – Vorsätze leicht leimschattig. Titel mit zwei radierten Stempeln und erstes Blatt mit fehlendem Kopfsteg. Leicht stockfleckig, sonst gutes Exemplar.
Fichte, Johann Gottlieb. Reden an die deutsche Nation. 490 S., 1 w. Bl. 16,5 x 9,5 cm. Moderner Pappband. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1808.
Goedeke V, 8, 18. Meyer, Fichte, 203. Baumgartner-Jacobs 66. Borst 1068. – Erste Ausgabe des wichtigen Vortragszyklus, den Fichte unter persönlicher Gefahr, während der französischen Besatzung, in Berlin abhielt. – Etwas stockfleckig, Titel gebräunt und in der oberen linken Ecke hinterlegt. Ehemaliges Bibliotheksexemplar mit entsprechendem Stempel und Tintensignaturen auf dem Titel recto et verso.
Gassendi, Pierre. De vita et moribus Epicuri. Editio altera auctior & correctior. V S., 2 Bl., 167 S., 4 Bl. Titel in Rot und Schwarz. 20 x 15 cm. Neuerer Halbpergamentband mit RTitel. Den Haag, Adriaan Vlacq, 1656.
Vgl. Ziegenfuß I, 377. – Zweiter Druck der zuerst 1647 erschienenen einflussreichen Biographie, in welcher der französische Theologe Pierre Gassendi (1592-1655) die seit der Antike tradierten Diffamierungen über das Leben des Philosophen widerlegt und die Begründung der epikurischen Atomtheorie liefert. – Es fehlt das gestochene Frontispiz. Am Schluss mit verblasstem Feuchtigkeitsrand, sonst schön und wohlerhalten.
Kant, Immanuel. Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. 104 S. 16,5 x 10 cm. Modener Halblederband mit goldgeprägtem RTitel. Königsberg, Friedrich Nicolovius, 1795.
Warda 155. Carter-Muir 226. Vgl. Goedeke V, 3, 18. – Zweiter Druck der ersten Ausgabe, mit dem bei Warda genannten Kennzeichen (Kustode "welt" auf Seite 3). "In der politischen Schrift 'Zum ewigen Frieden', die bei ihrem Erscheinen starke Beachtung fand, stellte Kant sechs Präliminarartikel und drei Definitivartikel zum ewigen Frieden der Staaten auf ... Der ewige Friede ist nicht ein utopisches Ideal, sondern die Idee einer moralisch-praktischen Aufgabe für die Politik, die innere und äußere" (Ziegenfuß). – Fleckig, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand. Es fehlt das Erratablatt am Schluss, das nicht allen Exemplaren beigebunden wurde.
Morus, Thomas. De optimo reipublicae statu, deque nova insula utopia, libri duo. Scriptum vere aureum, nec minus salutare, quam festinum, quod ex Erasmi Roterodami, Guilielmi Budaei, aliorumque magnorum virorum commendationibus, quae epistolis praefixis continentur, liquidum dubitantibus enadet. 299 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 14 x 9,5 cm. Moderner Pappband. Hanau, Hans Jakob Henne für Peter Kopf, 1613.
VD17 3:315416N. Vgl. Ziegenfuß II, 174. – Seltener Hanauer Druck von Thomus Morus' (1478-1535) berühmtem Staatsroman Utopia, ein welchem er in Anlehnung an Platons Dialoge Timaios und Politeia das Ideal eines Staatswesens ohne Privateigentum entwickelt. – Etwas braunfleckig und vereinzelt mit kleinen Feuchtigkeitsränder, wenige alte Unterstreichungen.
Nietzsche, Friedrich
Ecce Homo. Faksimile der Handschrift
Los 2171
Schätzung
120€ (US$ 138)
Nietzsche, Friedrich. Ecce Homo. Faksimile der Handschrift. Transkription von Anneliese Clauss. Mit einem Kommentar von Karl-Heinz Hahn und Mazzino Montinari. Titel, 104 S. (Faksimile), 140 S. (Transkription), 90 S. (Kommentar). 44 x 31,5 cm. OLeinenkassette mit Deckelschild (berieben). Edition Leipzig 1985.
Wilpert-Gühring2 37. – Aufwendig gestaltetes Faksimile nach der Handschrift im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv (Signatur: 71/32). – Innen wohlerhalten.
Simmel, Georg. Philosophie des Geldes. XVI, 554 S. 23,5 x 15,5 cm. Halbleder d. Z. mit RVergoldung und RSchild. Leipzig, Duncker & Humblot, 1900.
Ziegenfuß II, 545. – Erste Ausgabe des bahnbrechenden und noch immer faszinierenden Werks, eine der frühesten soziologischen Analysen der Moderne, die ja bekanntlich von der Penunze (und ihren Begleiterscheinungen) bestimmt wird. – Mit Exlibris. Schönes Exemplar.
Steffens, Heinrich
Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1806
Los 2173
Schätzung
300€ (US$ 345)
Steffens, Heinrich. Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft. Zum Behuf seiner Vorlesungen. XXII, 204 S., 1 w. Bl. 20,5 x 12 cm. Moderner Halblederband im Stil d. Z. mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem grünem RSchild. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1806.
Goedeke VI, 173. 6. Ziegenfuß II, 626. – Erste Ausgabe der Schrift, die während Steffens Aufenthalt als Professor in Halle entstand. – Wenige Blatt zu Beginn mit unbedeutenden Wasserrändchen. Schönes und wohlerhaltenes Exemplar.
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