Burgundia, Antonius von. Mundi lapis Lydius sive Vanitas per veritatem falsi accusata & convicta. 13 Bl., 249 S., 13 Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.) von Theodor van Merlen und 50 Emblemkupfern von Andries Pauli. 19 x 14,5 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, 1 Gelenk mit Fehlstelle) mit 2 goldgeprägten Deckelmedaillons. Antwerpen, Witwe Jan Cnobbaert, 1639.
Landwehr 72 ("of excellent quality"). Praz 292. – Erste lateinische Ausgabe des schön illustrierten Emblembuchs mit zierlich gestochenen Kupfern im Oval oder Achteck, die erste deutsche Ausgabe der emblematischen Sittenlehre erschien 1712 in Augsburg unter dem Titel Welt Probier-Stein. Unter den Darstellungen Buchdruckerei, Münzschlägerei, Gelage, Glücksspieler, Arzt, Tischuhr, Gläserstilleben u. a. – Titel gestempelt und stärker fleckig, mit Eckabriss und Randeinriss. Mal mehr, mal weniger fleckig und feuchtrandig. Ehemaliges mehrfach gestempeltes Bibliotheksexemplar.
Caesar, Gaius Julius. Les commentaires de Cesar. 17 Bl., 623 S., 64 S., 18 Bl. Mit gestochenem Titel, gestochener Titelvignette, gestochener und gefalteter Kupferstichkarte und doppelblattgroßer Kupfertafel. 23 x 17 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen, lichtrandig und leicht angestaubt) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. Paris, Jean Camusat und Pierre le Petit, 1650.
Vgl. Graesse II, 10. – Spätere Ausgabe. – Etwas braun- und feuchtfleckig, vereinzelt knickspurig. Vorsatz mit Exlibris. Insgesamt gutes Exemplar.
Casaubon, Isaac
Epistolae, insertis ad easdem responsionibus
Los 2018
Schätzung
180€ (US$ 207)
Casaubon, Isaac. Epistolae, insertis ad easdem responsionibus. Tertia editio. Curante Theodoro Janson. 4 Teile in 1 Band. Titel in Schwarz und Rot. Mit 1 (statt 2) gestochenen Portraittafeln. 35 x 22,5 cm. Blindgeprägter Kalbslederband d. Z. (berieben und bestoßen, mit teils größeren Schabspuren, Gelenke angeplatzt) mit goldgeprägtem RSchild. Rotterdam, Caspar Fritsch und Michael Böhm, 1709.
Graesse II, 61. Ebert 3629. Sandys II, 209. – Dritte Ausgabe. "Casaubon (1559-1614) lives in his Letters and in his Ephemerides, a Latin journal largely interspersed with Greek, recording his daily reading and his reflexions for the last seventeen years of his life. Here and in his Letters, the Latin is that of a perfect master of the language" (Sandys). – Es fehlt eines der beiden Portraits. Etwas gebräunt oder braunfleckig.
Cassiodorus, Flavius Magnus Aurelius
Opera omnia quae extant
Los 2019
Schätzung
180€ (US$ 207)
Cassiodorus, Flavius Magnus Aurelius. Opera omnia quae extant, ex fide manusc. auctiora & locupletiora. 8 Bl., 779 S., 16 Bl. 22 x 17 cm. Pergament d. Z. (gering fleckig und berieben, mit hs RTitel). Genf, Philipp Gamonet, 1637.
Vgl. Graesse II, 63. – Zweiter Druck der zuerst 1622 bei Chouet erschienenen Gesamtausgabe der Schriften des spätantiken Staatsmannes Cassiodor (ca. 484-580), dessen vornehmliches Ziel die Versöhnung der Römer mit den Goten war. Mit der Gründung des Klosters Vivarium und den von den dortigen Mönchen kopierten Schriften antiker Autoren wurde er zum Retter zahlreicher bedeutender Werke für die abendländische Literaturgeschichte. – Stellenweise etwas gebräunt, vorderes Innengelenk angeplatzt.
Castelli, Ignaz Franz
Zerrbilder menschlicher Thorheiten und Schwächen. Mit 30 kolor. Kupfertafeln. Wien 1818
Los 2020
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Von "Modenarren" und "Kaffeh-Schwestern"
Castelli, I(gnaz) F(ranz). Zerrbilder menschlicher Thorheiten und Schwächen. Mit epigrammatischen Erklärungen begleitet. 66 S. Mit 30 kolorierten Kupfertafeln von Matthaeus Loder nach Joseph Stöber. 21,5 x 15 cm. Halbleder des 19 Jahrhunderts (berieben und bestoßen) goldgeprägter RTitel. Wien, Anton Strauss für Franz Härter, 1818.
Rümann 1217. Hayn-Gotendorf IV, 226. – Seltene Originalausgabe der höchst amüsanten Folge von "prachtvoll colorierten satyrischen Kupfertafeln" (H.-G.), die verschiedene menschliche Schwächen, Leidenschaften und Genussüchte karikieren; ein Nachdruck erschien 1913 in Wien. "Indem wir dem Publicum diese Zerrbilder menschlicher Thorheiten und Schwächen übergeben, wollen wir nicht, - wie es die Engländer und Franzosen meisten Theils mit ihren Karrikaturen halten, - einzelne, bestimmte Personen dadurch zur Schau stellen und lächerlich machen. Es sollen nicht Gestalten zum Vorschein kommen, auf welche jeder aus dem Publicum sogleich mit Fingern hindeuten und sagen kann: 'Seht, dieses Zerrbild stellt diesen oder jenen bekannten Mann vor, es sind ganz seine Züge, nur etwas mehr in die Länge oder Breite gezogen!' - Nein! - während Jene selbst die heiligsten Personen zum Ziele des Spottes herabwürdigen, soll uns auch selbst die unbedeutendste Person zum Hohne zu heilig seyn" (Vorrede).
Unter den verspotteten Schwächen finden sich "Die Zerstreuten", Liebende, "Modenarren", "Hundenärrin", "Zeitungsnarr", "Tabakschnupfer", "Tabakraucher", "Nimmersatt", "Säufer", "Kaffeh-Schwestern", "Der hochmüthige Narr", "Tanz-Narren", "Der eifersüchtige Narr", "Putzsucht", ferner Spieler, Schmetterlingsfänger und eine Kartenlegerin. Die in epigrammatischer Form gehaltenen und an den Stil Lichtenbergs erinnernden Erläuterungen stammen von dem Wiener Dichter, Dramatiker und Herausgeber verschiedener Periodika Ignaz Franz Castelli (1781-1862). – Vorsätze erneuert, etwas stock- und fingerfleckig, papierbedingt leicht gebräunt und gewellt.
Crane, Walter. The first of May. A fairy masque. Presented in a series of 52 designs. Mit 56 (statt 57) Tafeln in Heliogravür auf aufgewalztem China nach Zeichnungen von Walter Crane. 37 x 45 cm. Halbleder d. Z. (etwas fleckig und berieben, mit leichten Schabspuren) mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel sowie Goldschnitt. London, Henry Sotheran & Co., 1881.
Baker, British book illustrations C 362. Gumuchian 1924. Massé 32. – Erste Ausgabe der in 300 Exemplaren erschienenen Prachtausgabe im Quer-Folio-Format, gewidmet Charles Darwin. – Es fehlt die Tafel mit dem von Crane signierten Druckvermerk. Im Rand etwas stockfleckig.
Cujas, Jacques (Hrsg.). Epistolai ellenikai amoibaiai (graece). Hoc est, Epistolae graecanicae mutuae. Antiquorum rhetorum, oratorum, philosophorum, medicorum, theologorum ac imperatorum. 2 Bl., 458 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34,5 x 21,5 cm. Moderner Pappband. Genf, Caldoriana Societas, 1606.
Einzige Ausgabe der von dem französischen Rechtsgelehrten Jacques Cujas (1522-1590) herausgegebenen Briefsammlung antiker griechischer Autoren. Ansprechender zweispaltiger Druck mit lateinisch-griechischem Paralleltext, hergestellt im Gründungsjahr der nach dem Genfer Drucker und Verleger Petrus Caldorius benannten Druckereigesellschaft, die einen Schwerpunkt auf Werken der antiken Philosophie hatte. Mit deren prächtiger Druckermarke auf dem Titel mit der Darstellung der Fama, in der römischen Mythologie die Göttin des Ruhmes und des Gerüchts, mit ihren Attributen Vogelflügeln, Posaune und Darstellungen von Augen, Mündern und Ohren auf dem Kleid. – Titel leicht angeschmutzt, sonst sauber und wohlerhalten. - Selten.
Deutsches Museum
Hrsg. von H. C. Boie u. a., 12 (von 13) Jgge
Los 2023
Schätzung
200€ (US$ 230)
Deutsches Museum (hrsg. von H. C. Boie und C. K. W. von Dohm). Jahrgang 1781. 12 Hefte in 1 Band. Mit Kupfertafeln und Musikbeilagen. 19,5 x 11,5 cm. Halbleder d. Z. mit RVergoldung und zwei goldgeprägten RSchildern. Leipzig, Weygand, 1781.
Diesch 1049. Kirchner 4495. Wilke II, 141ff. Goedeke IV/1, 985, 4. Kippenberg I, 486. – Vollständiger Jahrgang der zwischen 1776 und 1788 erschienen, bedeutenden deutschen literarischen und historischen Zeitschrift. "Keine andere Zeitschrift, selbst der 'Merkur' (von Wieland) nicht, hatte so glänzende Namen unter den Mitarbeitern und so wertvolle Beiträge wie das Museum, das für die Zeit eine parteilose, vermittelnde Stellung einnahm und aufhörte, als die Bewegung der Revolution die ruhige Haltung der Blätter nicht mehr duldete" (Goedeke). – Teils gebräunt bzw. stockfleckig, Titel gestempelt ("Fürstensteiner Bibliothek"). Insgesamt gutes Exemplar.
Einbände und
Dunkelgrüner Maroquinband mit habsburgischem Wappensupralibros
Los 2024
Schätzung
450€ (US$ 517)
Einbände. - Dunkelgrüner Maroquinband mit habsburgischem Wappensupralibros. 31 x 23 cm. Italien um 1840.
Prächtiger Quartband mit dem altösterreichischen Staatssymbol, dem doppelköpfigen Adler als Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel. Eingefasst von einer breiten neobarocken und goldgeprägten Bordüre mit floralen und ornamentalen, sich wiederholenden Schmuckelementen, Rückenvergoldung in sieben Feldern, Eck- und Innenkantenvergoldung sowie Goldschnitt. Inhalt: Memorie dell'Imperiale Regio Istituto del Regno Lombardo-Veneto. Vol. Quinto. 1 w. Bl., 3 Bl., 282 S., 1 Bl. Mailand 1838.
– Etwas berieben, Kapitale leicht bestoßen, Rücken am unteren Ende mit kleinem Einriss.
Einbände. - Marmorierte Kalbslederbände mit reicher ornamentaler RVergoldung, goldgeprägtem RSchild, Deckel- und Stehkantenbordüre sowie großer Deckelvignette mit einer Darstellung der griechischen Göttin Athene mit dem lateinischen Motto "Vicit vim virtus", mit je 2 intakten Schließbändern. Leiden um 1780.
Dekorative Einbände mit der Pallas Athene auf den Deckeln mit Wappenschild, Lanze und Buch, darunter das lateinische Motto "Vicit vim virtus". Inhalt: I. Sextus Iulius Frontinus. Libri quatuor strategematicon. Editio altera. 1 w. Bl., 38 Bl., 570 S., 65 Bl., 1 l. w. Bl. Mit gestochenem Frontispiz. Leiden, Luchtmans, 1779. - II. Lucius Annaeus Florus. Epitome rerum romanarum. Editio altera auctior & emendatior. 29 Bl., 858 S., 59 S. Mit gestochenem Frontispiz, gefalteter Kupferstichkarte, 2 Holzschnitt-Druckermarken und Textkupfer. Ebenda 1744. – Leicht berieben und bestoßen, Kapitale mit winzigen Fehlstellen.
Einbände
Weinroter Maroquinband mit goldgeprägtem Wappensupralibros von Louis d’Orléans
Los 2026
Schätzung
250€ (US$ 287)
Einbände. - Weinroter Maroquinband mit goldgeprägtem Wappensupralibros von Louis d’Orléans und floralen Rollenstempeln auf den Deckeln, reicher RVergoldung mit fünf Fleur-de-Lis-Stempeln sowie Goldschnitt. Frankreich um 1736.
Dekorativer Maroquinband im Auftrag des Herzogs d’Orléans. Inhalt: (Louis d’Orléans). Office de la Semaine sainte, latin-françois, à l'usage de Rome et de Paris. Pour la maison de Monseigneur le Duc d'Orléans. Paris, d'Houry, 1736. – Leicht berieben, Kanten bestoßen.
Ellenes Poietai Palaioi und Poetae Graeci
tragici, comici, lyrici, epigrammatarii
Los 2027
Schätzung
450€ (US$ 517)
Ellenes poietai palaioi (graece). Poetae Graeci veteres tragici, comici, lyrici, epigrammatarii. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 1022 S., 1 w. Bl.; 753 S. 34 x 20 cm. Leder des späten 19. Jahrhunderts (Rücken und Deckel unter Verwendung von Deckelbezügen des 17. Jahrhunderts mit reicher Goldprägung und Kardinals-Wappensupralibros). Genua, Petri de la Rouiere, 1614.
Graesse V, 378. – Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Etwas fleckig, Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerken.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Adagia, id est; Proverbiorum, paroemiarum et parabolarum omnium
Los 2028
Schätzung
240€ (US$ 276)
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Adagia, id est; Proverbiorum, paroemiarum et parabolarum omnium, quae apud Graecos, Latinos, Hebraeos, Arabes, &c. in usu fuerunt, collectio absolutissima, in locos communes digesta. 6 Bl., 776 S., 95 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochener Titelvignette. 34,5 x 21 cm. Etwas späterer marmorierter Pappband (beschabt und bestoßen). Frankfurt, Johann Andreae für Johann Peter Zubrod, 1670.
VD17 3:302487Z. Vander Haeghen 223 – Frankfurter Druck der berühmten Adagia des Erasmus, seiner zuerst 1539 erschienenen Sammlung und Kommentierung antiker Weisheiten und Sprichwörter, von denen er insgesamt mehrere Tausend zusammentrug und nach und nach in verschiedenen, im Umfang stetig zunehmenden Ausgaben veröffentlichte. Durch umfangreiche Register erschlossen. – Etwas gebräunt oder braunfleckig, Titel alt gestempelt, fl. Vorsatz mit Schenkungsvermerk von 1884, Innenspiegel mit modernem Exlibris.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Lob der Narrheit. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Wilhelm Gottlieb Becker. 14 Bl., 396 S. Mit 83 Holzschnitt-Vignetten nach Holbein (ohne das gestochene Portrait). 17,5 x 13 cm. Halbleder um 1870 (Rücken lichtrandig, Ecken und Kanten berieben) mit geprägtem RTitel. Basel, Johann Jacob Thurneysen, 1780.
Rümann 239. Ebert 6879. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. Die 83 Holzschnitte nach Holbein stellen das Hauptwerk des Basler Formschneiders Heinrich Heitz (1750-1835) dar und wurden 1829 in Basel nochmals separat herausgegeben. – Kaum stockfleckig und gebräunt. Frisches Exemplar. Innenspiegel mit modernem Exlibris.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Morias Egkomion (graece). Stultitiae laus. Cum commentariis Ger. Listrii et figuris Jo. Holbenii. E codice Academiae Basiliensis. 40 Bl., 336 S., 6 Bl. (Index). Mit Kupfertitel (in Pag.), 3 Portraitkupfern, weiterer Kupfertafel, gestochener Titelvignette, gestochener Kopfvignette und 80 Text- bzw. Einklebekupfern von Wilhelm Stettler nach den Randzeichnungen Holbeins. 18,5 x 11,5 cm. Geglättetes Maroquin des 19. Jahrhunderts (etwas fleckig und berieben) mit goldgeprägtem RTitel sowie Rücken- und Deckelfilete sowie Innen- und Stehkantenvergoldung. Basel, Genathian, 1676.
Graesse II, 495. Ebert 6878. Brunet II, 1037. – Späterer Basler Druck. Erasmus verfasste seine ironische Lehrrede Lob der Torheit 1509 während eines Aufenthalts bei seinem Freund Thomas Morus, der erste Druck mit den Illustrationen Holbeins erschien 1515 bei Johann Froben in Basel. – Blatt c1 mit Blatteinriss über die ganze Seite, Blatt e2 ebenfalls mit Riss. Etwas fleckig. Mit modernem Exlibris und etwas längerem hs. Eintrag auf dem fl. Vorsatz.
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