Wirsung, Christoph. Ein New Artzney Buch. Darinn fast alle eußerliche unnd innerliche Glieder deß menschlichen Leibs, sampt iren Kranckheiten und Gebrechen, von dem Haupt an biß zu den Füssen, und wie man dieselbigen... wenden und curieren soll. 14 Bl., 850 S., 110 Bl. Mit großer Holzschnitt-Titelvignette. Titel in Schwarz und Rot. 30,5 x 20,5 cm. Leder d. Z. (beschabt, bestoßen und Gelenke teils offen und gelockert, Kapitale mit kleinen Fehlstellen und Einrissen). Neustadt und Haardt, J. u. W. Harnisch, 1597.
VD16, W 3611. Wellcome 6754. Vgl. Durling 4752. Waller 10361. – Achte deutsche Ausgabe. Mehrfach auffgelegtes Arzneibuch des Augsburger Apothekers Christoph Wirsung (1500-1571). – Innengelenk beim Titel offen, Titel rundum verstärkt an den Stegen und mit hinterlegten Fehlstellen. Stock- und feuchtfleckig, knickspurig und mit Wurmgängen.
Woyt, Johann Jacob
Gazophylacium medico-physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge
Los 249
Schätzung
200€ (US$ 230)
Woyt, Johann Jacob. Gazophylacium medico-physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. Zwölfte Auflage. 3 Bl., 1035 S., 34 Bl. Mit gest. Frontispiz u. gest. Verlegermarke auf dem Titel. 21,5 x 16 cm.Pergament d. Z. (Einband angeschmutzt, Rücken mit Ausschnitt des Titelschildes). Leipzig, F. Lanckisch Erben, 1746.
Hirsch-Hübotter V, 999. Wellcome V, 471. Vgl. Zischka 205. – Eines der beliebtesten medizinischen Lexika des 18. Jahrhunderts, dessen erste Auflage 1701 unter dem Titel "Deutsches vollständig-medicinisches Lexicon" erschienen ist und das bis 1784 siebzehn Auflagen erreichte. Woyt (1671-1709) war Prof. für Medizin in Königsberg und behandelt in alphabetischer Folge Krankheiten, Indikationen und Heilmittel außerdem Tiere, Pflanzen, Mineralien und ihre unterschiedlichen Inhaltsstoffe wie sie in Medizin und Pharmazie gebraucht werden. – Gelenke innen angeplatzt. Durchgängig mit schwachen Wasserrändern. Einige Anstreichungen, Wurmspuren, Eselsohren, Flecke und Knickfalten.
Zeller, Simon. Grundsätze der Geburtshilfe. 8 Bl., 206 S. Mit gefalterer Kupfertafel. 19 x 11 cm. Leder d. Z. (berieben, mit Kratzspuren am RDecke, oberes Kapitel fehlt, unteres Kapitel mit Wurmgängen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Wien, Rudolph Gräffer, 1781.
Blake 498. Hirsch 6, 363. – Erste Ausgabe. Der Geburtshelfer Simone Zeller (1746-1816) wurde im Geburtshaus St. Marx in den Adelsstand erhoben für seine kühnen Reformen, "deren Hauptgrundsatz war, die Natur walten zu lassen so lange dies ohne Nachteil möglich sei" (Hirsch). – Vorderes Innengelenk offen, Titel mit hs. Besitzvermerk, etwas finger- und feuchtfleckig – Dabei: Derselbe. Bemerkungen über einige Gegenstände aus der pracktischen Entbindungskunft. 1 Bl., XLV, 1 Bl., 108 S., 2 Bl. Mit 2 gefalteten Kupfertafeln. Wien, Johann David Hörling, 1789.
NATURWISSENSCHAFTEN
Bacon, Francis. Sylva sylvarum, sive Historia naturalis, in decem centurias distributa. 16 Bl., 549 S., 19 Bl., 56 S. Mit Kupfertitel (in Pag.). 13 x 7 cm. Pergament d. Z. Amsterdam, Louis und Daniel Elzevier, 1661.
Poggendorff 85. Willems 1264. Vgl. Matsuda 1321. Rahier 1069. Caillet I, 618. – Nachdruck der Elzevierausgabe von 1648, die ebenfalls im verlagstypischen Duodezdruck erschien (vgl. Willems 1058). Der Erstdruck von Bacons Naturbeschreibung in zehn "Centurien" mit Naturphänomenen verschiedenster Art erschien 1621 in London. Der letzte Teil mit dem Titel Nova Atlantis, opus imperfectum "contains a description of the Island of Bensalem, on which there is a cooperative college of Science called Salomon's House ... it ranks among the bestknown and most delightful Utopian writings in the world and has been perhaps the most influential" (DSB I, 375). – Lediglich im Rand schwach gebräunt, insgesamt wohlerhalten.
Becher, Johann Joachim
Chymischer Glücks-Hafen/ Oder Grosse Chymische Concordantz Und Collection
Los 252
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Becher, Johann Joachim. Chymischer Glücks-Hafen/ Oder Grosse Chymische Concordantz Und Collection. 4 Bl., 810 S., 18 Bl. Register und Druckfehler. Mit einigen kleinen Holzschnitten. 20,5 x 17 cm. Pergamentband d. Zt. auf Holzdeckeln (etwas fleckig u. angeschmutzt, ohne vord. fliegenden Vorsatz, Holz des Rückendeckels gebrochen). Frankfurt, J. G. Schiele, 1682.
VD17 23:238915Z. Dünnhaupt 448, 32.1. Brüning 2504. Ferguson 1, 86 Anm. – Erste Ausgabe einer der letzten umfangreichen Publikationen des berühmten Kameralisten und Naturwissenschaftlers J. J. Becher (Speyer 1635-1682 London), der an den Höfen in München und Wien tätig gewesen ist. "Seine letzten Jahre wurden ein unstetes Wanderleben in Holland und England ... Die chemischen Traktate dieser Jahre entwickelten seine Naturlehre nicht mehr weiter, sie blieb trotz starker Betonung der quantitativen Momente bei Mischung und Lösung der Metalle im wesentlichen die der aristotelischen Physik und der Renaissancephilosophie, in der auch die Alchemie ihren Platz hatte. Daher dauerten von ihr nur die mechanistisch umgedeuteten Elemente wie die Darstellung der Auflösungsprozesse, aus denen G. E. Stahls Phlogistontheorie erwuchs." (NDB 1, S. 689f.) Stahl besorgte 1726 auch eine bearbeitete neue Ausgabe des "Glücks-Hafens". – Einige kleine Einrisse, teilweise leicht wasserrandig und angestaubt sowie mit kleinen Wurmgängen in den Rändern. Titel mit Jahreszahl 1682 in Kugelschreiber.
Bertholon de St. Lazare, Pierre
Die Elektrizität der Lufterscheinungen
Los 253
Schätzung
200€ (US$ 230)
Bertholon de St. Lazare, Pierre. Die Elektrizität der Lufterscheinungen, worinne von der natürlichen Elektricität überhaupt, und von den Lufterscheinungen besonders gehandelt wird ... Aus dem Französischen. 2 in 1 Band. X, 260 S.; VI, 250 S. Mit 6 gefalteten Kupfertafeln. 20 x 11,5 cm. Pappband des 20. Jahrhunderts (leicht berieben und bestoßen, fleckig) mit RSchild. Liegnitz, Siegert, 1792.
Wohl erste deutsche Ausgabe des Physikers und Priester des Lazarus Ordens Pierre Bertholon de St. Lazare (1741-1800). Er spezialisierte sich besonders auf "Elektrizität" und war einer der führenden Physiker seines Gebietes. Die Tafeln zeigen Naturphänomene und pysikalische Apparaturen. – Papierbedingt leicht gebräunt und stockfleckig.
Bianchi, Jakob Franz
Einladung zu seinen offentlichen [!] Vorlesungen in gedachter Wissenschaft
Los 254
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Bianchi, Jakob Franz. Einladung zu seinen offentlichen [!] Vorlesungen in gedachter Wissenschaft. 23 S. 15 x 9 cm. Leder d. Z. (berieben und bestoßen, untees Kapital fehlt und mit kleinen Wurmlöchern) mit reicher RVergoldung. O.O. , o. Dr. und o. J. (wohl Wien um 1777).
Worlcat datiert ca. 1778, jedoch ohne Bibl.-Nachweis. Vgl. Wurzbach 1, S. 273. – Sehr seltenes Verzeichnis der Instrumente des Physikers Jakob Franz Bianchi (1732-1785). Er stammte aus Italien und war in den 50er Jahren als Hofmechanikus in Mannheim tätig. Anschließend lehrte er in Tübingen Experimentalphysik und ging spätestens 1762 nach Wien, wo er Mathematicus bei Fürst von Liechtenstein wurde. 1777 übersiedelte er nach Paris, wo er wie in Wien öffentliche Vorlesungen über Experimentalphysik hielt. Die Instrumente stammen aus den Bereichen Chemie, Optik, Aerometrie, Hydraulik und Hydrostatik, Elektrizität, Mathematik und Magnetismus. Ein "Auserlesenes Cabinet Physicalisch- und Mathematischer Instrumente" hatte er 1763 in Wien bei Trattner publiziert (vgl. Giese 576). Eine nicht identische "vollständige Anzeige" seiner Instrumente von ca. 1750 liegt in Bamberg und München vor. – Spiegel mit einfachem Exlibris "Baron Tschiderer". Gelenke innen angeplatzt, Vorsätze teilweise gelöst. Vereinzelt gering stockfleckig, innen jedoch insgesamt gut erhaltener Sammelband mit seltenen naturwissenschaftlichen Schriften des 18. Jahrhunderts. – Vorgebunden: Le moyen de devenir peintre en trois heures, et d'exécuter au pinceau les Ouvrages des plus grands Maîtres, sans avoir appris le dessein. 96 S. Paris, Libraries associés, 1756.
Nachgebunden: I. Achates (d.i. Johann Rosenreich Difrage). Aus allen Eisen Stahl zu machen, auf eine noch niemals erhörte, leichte, geschwinde und wohlfeile Weise in allen Proben beständig. 28 S. Nürnberg, Chr. Riegels Seel. Wittib, 1760. - VD 18 10538178. - II. (Johann Wiegand). Vollständige Anweisung zum Tabakbau ... 88 S. Wien, J. Th. Trattner, 1759. - VD18 90003373. Arents III, 819. Immensack 15. Nicht bei Giese. - III. Joh. Georg Gotthelf Hübsch. Herrn Andreæ Gärtners ... Langwirige Lampen, Oder Sonderbare, ungemeine und durch untrügliche Proben bestätigte Erfindung, Lampen auf eine leichte Arth also zuzurichten ... 4 Bl., 110 (recte 102 S., S. 10-17 übersprungen). Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig und Frankfurt 1725. - VD18 10861343. Vgl. ADB 8, S. 376 u. NDB 6, S. 20.
Brander, Georg Friedrich und Christoph Caspar Höschel
Sammelband mit vier Werken der beiden bekannten Augsburger Mechaniker
Los 255
Schätzung
750€ (US$ 862)
Brander, Georg Friedrich und Christoph Caspar Höschel. Sammelband mit vier Werken der beiden bekannten Augsburger Mechaniker. Mit zusammen 4 (von 5) mehrfach gefalteten Kupfertafeln. 16 x 9 cm. Halbleder d. Z. (leicht berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem Rückenschild. Augsburg, Wittwe E. Klett und Frank, 1777-1794.
Vorhanden sind: I. Brander. Beschreibung des von ihm neu verfertigten Spiegelquadranten nach Hadleys Theorie mit einem Artificialhorizonte zu geometrischen und astronomischen Gebrauche ... Mit 1 Tafel von E. Eichel nach Höschel. 1777. 64 S. - Druckschriften von G. F. Brander 22. - II. Höschel. Nachricht von dem katoptrischen Zirkel, als Zugabe zu der An. 1777. herausgegebenen Beschreibung des Spiegelquadranten nach Hadley's Theorie, von Georg Friedr. Brander Mechanicus. Ohne das Kupfer. 1783. 31 S. - Druckschriften 32. - III. Brander. Beschreibung und Gebrauch eines geometrischen Instruments in Gestalt eines Proportionalzirkels, welches in allen praktischen Fällen der Feldmeßkunst leicht und gut zu gebrauchen; auch zu astronomischem Vergnügen dienet, und auf Reisen sehr bequem mit sich geführet werden kann: nebst angehängter Beschreibung eines Systems von Maaßstäben zu Zeichnungen. (2. Auflage). Mit 2 Tafeln (davon 1 mit daumennagelgroßem Braunfleck in der Darstellung). 1780. 64 S. - Druckschriften 29. - IV. Höschel. Kurze Beschreibung eines neuen bei ihm verfertigten Winkel- oder Scheibeninstruments, welches nicht nur bei Partikular- sondern auch bei größern Landes-Vermessungen die größte Genauigkeit leistet. Mit 1 Tafel von Leizelt. 1794. 31 S. - Druckschriften 33. – Vorsatz mit gestochenem Wappenexlibris "Franç: Antoine Glonner a: BurgHausen", d. i. Franz Anton Glonner II. (1750-1834), seit 1777 Stadt- u. Hofmaurermeister des Rentamtes der Stadt Burghausen (vgl. AKL 56, S. 213), sowie rotem Lacksiegel und handschriftlicher Nummer 369. Etwas fleckig, Vordergelenk mit kleinem Wurmgang. Minimal gebräunt, vereinzelt leichte Wasserränder. Kleiner Wurmgang im Rand der letzten Seiten, der Tafel (ohne Bildberührung) und im Spiegel. Insgesamt sehr schönes Exemplar.
Brie, Friedrich
Exotismus der Sinne +Eigenh. Brief m. U. des Verfassers
Los 256
Schätzung
150€ (US$ 172)
Brie, Friedrich. Exotismus der Sinne. Eine Studie zur Psychologie der Romantik. 79 S. 24,5 x 17 cm. OBroschur (stärker lädiert und bestoßen). - Beiliegend ein eigenh. Brief m. U. des Verfassers. Heidelberg, Winter, 1920.
Aus: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Persönlicher Brief aus dem Jahr 1920, verfasst in Freiburg. Brie berichtet über die Trauerfeier für "Onkel Otto" und erinnert sich an eine gemeinsame Holland-Reise. Erwähnt wird u. a. der Besuch eines Vortrags von Rabindranath Tagore in der Aula der Universität Leiden über dessen Erziehungsideal. Ferner kündigt Brie die Übersendung seines neuesten "Opus" an und berichtet über familiäre Neuigkeiten, darunter den Umzug der Familie Herckel nach Düsseldorf. – Brief mit Eckknick und einmal gefaltet.
Dielhelm, Johann Hermann. Rheinischer Antiquarius, Oder Ausführliche Beschreibung des Rheinstroms, Von seinem Ursprung an ... Auf das neue verbessert und vermehrt herausgegeben. Gestochenes Frontispiz, 4 Bl., 1030 S. mit 1 Textholzschnitt, 23 Bl. (Register und Errata), insgesamt 18 gefaltete Tafeln, Karten und Pläne. 18 x 10,5 cm. Halbpergament d. Zt. (beschabt und bestoßen, vorderes Außengelenk unten mit ca. 8 cm langem Einriss). Frankfurt und Leipzig, J. G. Eßlinger, 1776.
Neue Ausgabe des umfassenden Werks über den Rhein (zuerst 1739 erschienen), verfasst für Reisende und Kunstliebhaber. Enthält zwei Rheinlaufkarten (vom Ursprung bis Oppenheim, von Mainz bis zur Nordsee) und eine hübsche Bodenseekarte. Unter den Kupfertafeln ein Plan der Gegend von Rheinfels sowie Ansichten der Rheinfälle in Graubünden, bei Lauffen und bei Zurzach, von Mannheim, der Schwedischen Säule bei Oppenheim, des Mäuseturms, der Pfalz bei Kaub, der Festung Schenkenschanz, von St. Goar und Umgebung, Eichelstein, Brittenburg und vom Königstuhl bei Rense und eine Doppeltafel mit Darstellungen 8 römischer Kaiser im Dom zu Speyer. – Leicht gebräunt, erste und letzte Lagen etwas braunfleckig.
Ferber, Johann Jakob
Nachrichten und Beschreibungen einiger chemischen Fabriken
Los 258
Schätzung
750€ (US$ 862)
Ferber, Johann Jakob. Nachrichten und Beschreibungen einiger chemischen Fabriken nebst Joh(ann) Chr(istian) Fabricius mineralogischen und technologischen Bemerkungen auf einer Reise durch verschiedene Provinzen in England und Schottland mit Anmerkungen und Zusätzen von Johann Jakob Ferber. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl., 92 S., 2 Bl., S. 93 -166, 1 Bl. Mit 18 Abbildungen auf 2 gefalteten gestalteten Tafeln. 17 x 10,5 cm. Einfacher Pappband d. Zt. (berieben und leicht bestoßen) mit Kiebitzpapierbezug. Halberstadt, Erben Gross, 1793.
VD18 11484470. Bolton, 437. Vgl. Poggendorff I, 713f. (Fabricius), S. 733 (Ferber) und NDB IV, 736 (Fabricius). – Neuauflage der bereits 1778 in Ferbers "Neue Beyträge zur Mineralgeschichte verschiedener Länder" publizierten Berichte über chemische Fabriken in Europa. Ferber (1743-1790) liefert Berichte von seinen Reisen der Jahre 1768 bis 1769 nach Holland, England und Frankreich und beschreibt u.a. die Herstellung von Vitriol und Vitriolsäure, Scheidewasser, Salmiak, Zinnober, Grünspan, Lackmus und roter Schmincke. "F. war ein genauer und scharfer Beobachter in mineralogischen Dingen und die physikalische Geographie verdankt ihm werthvolle Beiträge." (Gümbel in ADB VI, S. 630). Fabricius (1748-1808) hatte seine Reisen nach England u. Schottland noch vor Ferber unternommen. Die Tafeln mit Darstellungen von Laborgeräten. – Einige schwache Wasserränder.
Frontinus, Sextus Iulius
De aquaeductibus urbis Romae commentarius
Los 259
Schätzung
350€ (US$ 402)
Frontinus, Sextus Iulius. De aquaeductibus urbis Romae commentarius. Opera et studio Ioannis Poleni. 4 Bl., 32, 296 S., 2 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke und 15 Kupfertafeln. 26,5 x 18,5 cm. Blindgeprägter Pergamentband d. Z. (gering fleckig, Rücken mit aufgeplatzter Fehlstelle) mit hs. RTitel. Padua, Johannes Manfrè, 1722.
Poggendorff I, 812. Brunet II, 1410. Graesse II, 640. Ebert 7967. Cicognara 511. Borroni 79067. . Engelmann-Preuss 264. – Zweite Ausgabe des Standardwerks zum antikrömischen Wasserbau, der Erstdruck erschien bereits um 1490 in Rom. Sextus Iulius Frontinus (um 35-103) beschreibt darin die Entstehung der Aquädukte der Stadt Rom sowie ihre Quellen. Besonders wichtig sind ihm die Normung der Rohrgrößen für die Leitungen und genaue Messungen der Zu- und Abflüsse. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Verteilung der Wassermenge und der Verbesserung der Wasserqualität. Die Kupfer zeigen u. a. architektonische Darstellungen von Wasserleitungen und verschiedene Pläne mit dem Leitungsverlauf. Frontinus war Befehlshaber im Römischen Heer, Statthalter in Britannien und Konsul. Ab 97 hatte er als Curator Aquarum die Oberaufsicht über die Wasserversorgung in Rom. Herausgegeben und "mit trefflichen Noten" (Ebert) kommentiert wurde diese Ausgabe von dem italienischen Mathematiker Giovanni Poleni (1683-1761), der an der Universität von Padua Astronomie und Physik lehrte. – Es fehlt das doppelblattgroße Textkupfer. Titel gestempelt und mit altem hs. Besitzeintrag, ohne das vordere fl. Vorsatz. Wohlerhaltenes Exemplar.
Gloesener, Michel
Recherches sur la télégraphie électrique
Los 260
Schätzung
450€ (US$ 517)
Gloesener, Michel. Recherches sur la télégraphie électrique. Mit 14 gefalteten lithographischen Tafeln. 2 Bll., 124 S. 22 x 13,5 cm. Moderner Pappband. Lüttich, H. Dessain, 1853.
Ronalds Libr. S. 204. - Vgl. Poggendorff III, S. 527. – Einzige Ausgabe. Michael Gloesener (1794-1876) war seit 1830 Professor der Physik in Lüttich und ist mit verschiedenen Werken zur Elektrizität hervorgetreten. In vorliegendem Werk beschreibt er neben seinem eigenen System der elektrischen Telegraphie auch die Entwicklungen von W. Siemens, S. Morse, E. Stoehrer, Carl August Steinheil (1801-1870) und G. E. Kramer. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift des Verfassers für den Bonner Professor August Beer (1825-1863). Titel verso mit Bibliotheks- und Dublettenstempel. Mit zahlreichen handschriftlichen Korrekturen des Verfassers in brauner Tinte. Leicht knickspurig und papierbedingt am Rand etwas gebräunt.
Grüson, Johann Philipp
Vollständige Anleitung zur niedern, höhern und angewandten Mathematik
Los 261
Schätzung
150€ (US$ 172)
Grüson, Johann Philipp. Vollständige Anleitung zur niedern, höhern und angewandten Mathematik, in so fern solche sowohl dem Officier überhaupt, als auch dem Ingenieur, Artilleristen und Seemann unentbehrlich ist. 2 Bände. VII, 398 S., 11 Bl.; X, 654 S., 14 Bl. Mit 16 Kupfertafeln. 20,5 x 11,5 cm. Halbleder d. Z. (Deckel stärker berieben, Kanten leicht beschabt, Ecken etwas bestoßen) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem rotem RSchild. Berlin, F. T. Lagarde, 1799-1800.
Poggendorff I, 963f. – Erste Ausgabe. Johann Philipp Grüson (1768-1857) war Professor für Mathematik in Berlin. Behandelt in Teil die Arithemtik und in Teil II "Longimetrie, Planimetrie, Stereometrie, ebene und sphärische Trigonometrie, Verwandlung und Theilung von Figuren, Feldmesen und Nivelliren, Berechnung der Gewölber, der Pontons, des Schiffraums und der Fässer" (Untertitel). – Stellenweise etwas fleckig, fl. Vorsatz mit altem Besitzeintrag. Dekorative Halblederbände.
Gütle, Johann Conrad
Die elegante Chemie oder Anweisung zur Bereitung derer zur Toilette gehörigen Parfüms
Los 262
Schätzung
400€ (US$ 460)
Handbuch der Parfümherstellung
Gütle, Johann Conrad. Die elegante Chemie oder Anweisung zur Bereitung derer zur Toilette gehörigen Parfüms, als: Verschiedene Arten auserlesener Schmink- und Abwischwasser und besonderer Hautreinigungsmittel, ingleichen Regeln zur Erhaltung der Schönheit und Gesundheit des Körpers. XXVIII, 2 Bl., 334 S., 1 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Halbleinen 20. Jahrhundert (mit winzigen Gebrauchsspuren) mit Hs. RSchild. Ulm, J. Ebner, 1818.
Vgl. Kett Bd. 96, 177-228. Engelmann 130. Poggendorff I, 973. – Erste Ausgabe (eine zweite unveränderte Auflage erschien 1836). Ein im Vorwort angekündigter zweiter Band der "Eleganten Chemie" erschien 1821 mit dem Titel "Neueste Vorschriften für Destillateur, Brandtweinbrenner und Parfumerie-Fabrikanten" ebenfalls bei Ebner. Beide Bände gehören zu den selteneren Schriften des in Nürnberg tätigen Mechanicus, der vor allem durch seine Elektrisiermaschinen bekannt geworden ist. Gütle (1747-1827) beruft sich bei seinen Rezepturen u.a. auf die bekannten Chemiker Hermbstädt und Trommsdorff, hat jedoch auch eigene Herstellungsverfahren entwickelt und in Nürnberg einen schwunghaften (Versand-)Handel mit seinen Produkten betrieben. – Etwas stockfleckig, teilweise knapp beschnitten. Titel und letztes Blatt angeschmutzt.
Hagen, Karl Gottfried. Grundriß der Experimentalchemie. Zum Gebrauch bey dem Vortrage derselben. XVI, 389 S., 7 Bll. Mit gestochener Titelvignette und 2 (1 von C. Darchow) gestochenen, gefalteten Tabellen und 2 gefalteten Holzschnitttabellen. 19,5 x 11,5 cm. Marmoriertes Halbleder d. Z. (gering berieben, Ecken etwas bestoßen, Deckel mit kleinen Wurmspuren) mit 2 farbigen RSchildern und RVergoldung und Buntpapiervorsätzen. Königsberg und Leipzig, G. L. Hartung, 1786.
VD18 11406437. Poggendorff I, 992. Schelenz 564. Ferguson I, 358. NDB VII, 473. Hein-Schwarz I, 241. – Erste Ausgabe. "Bereits zu Lebzeiten als 'Schutzpatron der deutschen Pharmazie' (Martius) verehrt, hat Hagen die Emanzipation der Apothekerkunst zu einer selbständigen, naturwissenschaftlichen Disziplin in der Tat entscheidend gefördert: Einmal durch seine 53jährige Lehrtätigkeit ... Zum anderen durch seine insbesondere methodisch richtungweisenden Werke, wovon namentlich zwei über ein halbes Jahrhundert lang größten Einfluß ausgeübt haben: Sein in acht Auflagen verbreitetes und in mehrere Sprachen übersetztes 'Lehrbuch der Apothekerkunst'... ferner sein ebenfalls mehrfach erschienener 'Grundriß der Experimentalchemie', den Kant - zu dessen Tafelrunde H. gehörte - als 'ein logisches Meisterstück' bezeichnet hat" (Hein-Schwarz I, 240). – Eine Ecke mit leichtem Wasserrand, vereinzelt gering stockfleckig. Insgesamt ein schönes Exemplar.
Harsdörffer, Georg Philipp
Delitiæ philosophicæ et mathematicæ.Dritter Theil
Los 264
Schätzung
200€ (US$ 230)
Harsdörffer, Georg Philipp. Delitiæ philosophicæ et mathematicæ. Der Philosophischen und Mathematischen Erquickstunden. Dritter Theil. Teil III (von 3). 7 (von 8) Bl., 659 S., 18 Bl. Mit gestochenem Frontispiz, Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, 2 (von 3) gestochenen Tafeln und zahlreichen, teils halbseitigen Textholzschnitten. Pergament d. Z. (stark fleckig, angestaubt und berieben). Nürnberg, Joh. Andreas Endter, 1653.
VD17 39:118097K. – Erste Ausgabe des dritten Teils. Georg P. Harsdörffer (1607-1658) befasst sich in seinem Werk mit allerlei Fragen zur Sternenkunde, Baukunst, Luft- und Wasserkunst, aber auch zur Tugendlehre. – Es fehlt eine Kupfertafel und das erste weiße Blatt. Papierbedingt gebräunt, etwas braun- und fingerfleckig, an manchen Stellen etwas feuchtrandig und mit wenigen Knickspuren.
Hellmann, Gustav (Hrsg.). Neudrucke von Schriften und Karten über Meteorologie und Erdmagnetismus. 4 Bände. Mit zahlreichen faksimilierten Tafeln und Textabbildungen. 23,5 x 19,5 cm. OHalbleinen (etwas berieben, Rücken lichtrandig) mit goldgeprägtem RTitel. Leipzig, W. Engelmann, 1896-1904.
Vorhanden sind: I. No. 5 Bauern-Praktik. II. No. 12 Wetterprognosen und Wetterberichte. III. No. 13. Meteorologische Beobachtungen. IV. No. 15 Denkmäler Mittelalterlicher Meteorologie. – Vorsätze mit Bibliotheksschild und Titel mit Bibliotheksstempel "Bibliothek der k. k. deutsch. techn. Hochschule Brünn". Innenglenke verstärkt. Teilweise papierbedingt gebräunt, und leicht stockfleckig.
Hoffmann, Georg Franz
Plantarum umbelliferarum genera eorumque characteres naturales secundum numerum
Los 266
Schätzung
800€ (US$ 920)
Hoffmann, Georg Franz. Plantarum umbelliferarum genera eorumque characteres naturales secundum numerum. Vol. I. P. I, II (alles Erschienene). 2 Bl., XXXIV S., 1 Bl. (Conspectus familiae), 222 S., 20 S. (Syllabus), 4 S. (Prospectus), 34 S., 1 Bl. (Erörterungen über Schirmpflanzen). Mit gest. Titel mit teilkolorierter Vignette und 5 gefalteten gest. Tafeln. 21 x 13 cm. Halblederband d. Zt. mit goldgeprägtem RTitel und geprägtem Bezugspapier (Ecken etwas bestoßen, Rückenschild gering berieben). Moskau, Typis N. S. Vsevolozskianis, 1816.
Pritzel 4140. Nissen 894. Junk: Rara II, 235. Vgl. Frahm-Eggers 200f. Stafleu-Cowan 2895 (hiernach variieren die einzelnen Exemplare; so gibt es welche mit zusätzlich 4 S. deutschem Vorwort und/oder Zwischentitel und gest. Titel zu Teil 2 (nach S. 94); es gibt aber auch Exemplare ohne den auch separat erschienenen Syllabus und/oder die Erörterungen). – Gegenüber der ersten Ausgabe von 1814 erweitert. G. F. Hoffmann (1760-1826) war seit 1792 Professor und Direktor des botanischen Gartens in Göttingen und ging 1804 in derselben Funktion nach Moskau. Der "berühmte Botaniker... hat sich große Verdienste um den botanischen Garten in Moskau erworben" (Hirsch-Hübotter III, S. 261; jedoch falsche Lebensdaten). "Ein Werk über die Gattungen der Doldengewächse war der wichtigste Ertrag seiner Jahre in Moskau." (Arndt: Göttinger Gelehrte I, S. 70). In vorliegendem Werk beschreibt er u.a. Cicuta, Pimpinella, Selinum, Tragium, Caucus, Turgenia, Pastinaca, Zosima, Coriandrum, Angelica, Archangelica, Rumia, Aegopodium, Myrrhis, Wylia und Bifora. Die "Erörterungen über Schirmpflanzen" sind eine Erwiderung Hoffmanns auf die Rezension der ersten Ausgabe in der Leipziger Literatur-Zeitung Nr. 285 von 1815. Die Tafeln mit zwei Übersichtstabellen sowie Gesamtdarstellungen mit zahlr. Details von Wylia radians, Krubera leptophylla sowie Zosima orientalis. – Exlibris Gust. Ch. Hauser, Bibl.-Stempel W. Hauser. Gutes, nur vereinzelt etwas fleckiges Exemplar.
Lowitz, Georg Moritz. Le Monde éclipsé ou représentation géographique de l'éclipse de la Terre ou du Soleil qui arrivera le 25 juillet 1748. Kolorierte Kupferstichkarte. 48 x 56 cm (Plattenrand). Nürnberg, Erben Homann, 1747.
Die Karte von dem deutschen Astronomen und Geographen Georg Moritz Lowitz (1722-1774) zeigt die Sonnenfinsternis vom 25. Juli 1748. Der Stich zeigt vier Erdhalbkugeln, die anhand der vom Schweizer Astronomen Leonhard Euler erstellten Sonnen- und Mondtabellen erstellt wurden. Diese Tabellen ermöglichten es Euler, den Verlauf der Sonnenfinsternis genau vorherzusagen. Entsprechend seinen Berechnungen durchquerte der Totalitätsstreifen (oder Schattenkorridor) Schottland, Norddeutschland, Berlin und Rumänien und erstreckte sich bis in die Türkei. Die vier Halbkugeln zeigen den Verlauf der Sonnenfinsternis mit den Schattenzonen. Der Titel ist auf Deutsch und Französisch verfasst. – Mit Mittelfalz, mit kleinen Flecken und Wurmlöchern.
Mayer, Tobias
Vorstellung der in der Nacht zwischen den 8. u. 9. Aug. 1748
Los 268
Schätzung
300€ (US$ 345)
Mayer, Tobias. Vorstellung der in der Nacht zwischen den 8. u. 9. Aug. 1748 vorfallenden partialen Mond-Finsternis nach den gesetzen einer wahren Projection verzeichnet und mit einer beygedruckten Schrift. Kolorierte Kupferstichkarte. 48,5 x 57 cm. Nürnberg, Erben Homann, 1748.
Hübsche Karte, die die partielle Mondfinsternis in der Nacht vom 8. auf den 9. August 1748 darstellt. Tobias Mayer (1723-1762) war ein deutscher Kartographe, Astronom und Mathematiker. Die Karte zeigt den Mond mit den Schattenbereichen sowie eine Erdhalbkugel, auf der die Länder eingezeichnet sind, in denen die Mondfinsternis teilweise oder vollständig zu sehen sein wird. Links neben der Mondscheibe sind die wichtigsten Phasen der Finsternis detailliert dargestellt. Mit zwei Titelkartuschen, die jeweils den deutschen und den französischen Titel zeigen. – Mit Mittelfalz, leicht fleckig und mit kleinen Wurmlöchern.
Michelsen, Johann Andreas Christian
Briefe über die ersten Anfangsgründe der Buchstabenrechnung und Algebra
Los 269
Schätzung
200€ (US$ 230)
Michelsen, Johann Andreas Christian. Briefe über die ersten Anfangsgründe der Buchstabenrechnung und Algebra. XXXVI, 3 Bl. Inhalt, 598 S., 1 Bl. (Druckfehler). 18 x 10,5 cm. Brauner Pappband d. Zt. mit RSchild (Etwas berieben und bestoßen). Berlin, S. F. Hesse, 1789.
Vgl. Poggendorff II, 147. ADB XXI, 698. – Titelauflage der Ausgabe von 1786, die auch 1789 unter dem Titel "Anleitung zur Buchstabenrechnung und Algebra" nachweisbar ist. Michelsen (1749-1797) war Prof. der Mathematik u. Physik am vereinigten Berliner Gymnasium "Zum Grauen Kloster" u. behandelt in 29 Briefen die mathematischen Zeichen, Vergleichung der Rechtecke, Betrachtung der Quotienten, Potenzen, Brüche, Gleichungen, Wurzelziehen etc. – Nachlass des Notarius Rose, Geschenk der Kammerfrau Henriette Rose (Exlibris); Grossherzogl. Bibliothek Neustrelitz (Stempel verso Titel); Tholé (?; Namenseintrag auf Titel). Oberkante mit leichten Wasserspuren, ca. 15 Blatt braun verfärbt.
Micraelius, Johannes
Lexicon philosophicum terminorum philosophis usitatorum
Los 270
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Micraelius, Johannes. Lexicon philosophicum terminorum philosophis usitatorum ... Editio secunda ab ipso authore correcta & aucta, cum novis novorum terminorum & vocabulorum indicibus. 2 Bl., 1409 Spalten, 63 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, gestochenem Frontispiz und 18 Kupfertafeln. Titel in Schwarz und Rot. 19,5 x 15,5 cm. Späteres Pergament (beriebebn, fleckig undbestoßen) mit hs. RTitel. Stettin, J. Höpfner, 1661.
VD17 23:246728N. – Das Werk von Johannes Micraelius (1597-1658), Lexikograph der Philosophie und Theologie in Greifswald und Stettin, gilt als sein Hauptwerk. Die Tafeln zeigen geometrische Formen sowie Sternen- und Planetenkonstellationen. – Innengelenke teils geöffnet. Papierbedingt leicht gebräunt, stockfleckig und knickspurig. – Beigebunden: Gisbert Isendoorn. Cursus logicus systematicus et agonisticus. 4 Bl., 410 S., 7 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Harderwijk, Johan Tollius, 1654. - Sehr selten im Handel.
Paulsen, Bartholomäus Hans Christian Ernst
Handbuch der Ornithologie
Los 271
Schätzung
300€ (US$ 345)
(Paulsen, Bartholomäus Hans Christian Ernst). Handbuch der Ornithologie, besonders zum Gebrauch für Sammler...Erster Theil. Das System und die Gattungen (alles Erschienene). VI, 200 S. Mit 4 gest. Tafeln von G. Hoffmann. 16 x 12 cm. Marmorierter Halblederband d. Zt. mit Romantiker-Rückenvergoldung und Buntpapiervorsätzen (Kanten beschabt, Ecken etwas bestoßen, 1 mit kleiner Beschädigung). Kopenhagen, C. A. Reitzel, 1846.
Schlenker 264. – Einzige deutsche Ausgabe (auf Dänisch bereits 1843 erschienen). Paulsen (1789-1846) war eigentlich Offizier, doch hat er sich auch intensiv mit Fragen der Ornithologie befasst. Der Teil II sollte "eine kurze Beschreibung der bei uns vorkommenden Arten, mehr als Anleitung zur specielleren Kenntniß der Vögel" enthalten. – Titel mit Besitzvermerk "E. Rostrup 1846.", möglicherweise der bekannte dänische Biologe u. Botaniker Frederik Emil Georg Rostrup (1831 - 1907), allerdings müsste er das Buch dann schon mit 15 Jahren erworben haben. Durchschossenes Exemplar mit zahlreichen Annotationen auch im Text, wohl von Rostrup stammend. Leicht gebräunt. Vorblatt mit Eckabschnitt.
Roederer, Johann Georg
Elementa artis obstetriciae in usum praelectionum academicarum
Los 272
Schätzung
250€ (US$ 287)
Roederer, Johann Georg. Elementa artis obstetriciae in usum praelectionum academicarum. Aucta et emendata. 9 Bl., 364 S., 8 Bl. Mit gestochenem Porträt und gestochener Titelvignette. 18 x 11,5 cm. Halbleder d. Zeit mit RSchild, RVergoldung und oxydierter Goldprägung "Kgl. Medicinal-Collegium" am Fuß (etwas berieben, Vorsätze leimschattig). Göttingen, Vandenhoeck, 1759.
Hirsch-Hübotter IV, 846. Waller I, 8067. Blake 385. – Zweite Ausgabe des 1753 erstmals erschienenen Lehrwerkes, das "in ausgezeichneter Darstellungweise, in klarer und doch gedrängter ... Sprache ... in einer wohlgeordneten Reihenfolge die Grundsätze der Geburtshülfe" lehrt (Siebold II, 439). Es gilt als "das erste von einem Deutschen verfasste Lehrbuch der Geburtshilfe, welches den Anforderungen der Wissenschaft entspricht", wobei ihm seine ausgezeichneten anatomischen Kenntnisse zu Hilfe kamen. Er hob damit "die deutsche Geburtshülfe aus dem Zustand eines verachteten Gewerbes ... zu einer edlen Wissenschaft und Kunst" (Hirsch-Hübotter). – Etwas stockfleckig.
Schlyper, Servatius
Neu-eröfnete vollständige, wohlgezierte Rechen-Stube, Das ist: wohlgegründetes, höchstnützliches Rechenbuch
Los 273
Schätzung
200€ (US$ 230)
Schlyper, Servatius. Neu-eröfnete vollständige, wohlgezierte Rechen-Stube, Das ist: wohlgegründetes, höchstnützliches Rechenbuch, Mit viel schönen Reguln und Exempeln, auf die allerkürzeste Art, nach dem jetzigen Kaufhandel und neuesten Wechsel-Styl solchergestalt eingerichtet. 8 Bl., 240 S. 17 x 10 cm. Lederband d. Zt. (Einband beschabt und etwas verkratzt). Mülheim am Rhein, J. A. Schöttler Erben, 1782.
VD18 10695095. – Die erste Ausgabe dieses seltenen Rechenbuches war 1734 erschienen. Schlyper "durchbricht auf jeden Fall den üblichen Aufbau eines Rechenbuches. Eine Anleitung zum Gebrauch der vier Grundrechenarten und Aufgaben dazu mit ihren Lösungen sucht man bei ihm vergeblich ... Das Buch von Schlyper war ein Erfolg. Es erlebt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts mindestens zehn Auflagen. Dies war sicher nicht allein der Nachfrage für den Schulunterricht geschuldet ... Zu Beginn findet man auf über 40 Seiten Aufgaben, die mit der 'Regula de Tri' zu lösen sind ... Es folgen dann die vor allem für Kaufleute nützlichen Tara-, Wechsel- und Zinsrechnungen ... Der Erfolg, den das Rechenbuch von Schlyper im Bergischen offenkundig hatte, liegt vor allem wohl daran, dass er seine Rechenbeispiele aus der Praxis nahm und sie in der bergischen Region festmachte. So finden sich in großer Zahl Rechnungen, die den Kaufleuten in seiner Heimatstadt Elberfeld, die ein Zentrum der Garn- und Tuchproduktion war, nützlich sein konnten." (Wesoly: Rechenunterricht und Rechenbücher im Herzogtum Berg. In: Romerike Berge, Jg. 64, Heft 3, S. 16-25, hier S. 20). Der Remscheider Lehrer Daniel Schürmann (1752-1838) publizierte 1793 eine "Beylage zu Schlypers Rechenstube" bevor es vergessen wurde. Schlyper war lt. Titel Sing-, Schreib- und Rechenmeister in Elberfeld. – Spiegel und Rückseite des Titels mit Eintragungen einer Familie Welp (Friedrich Wilhelm Welp 1783) bis ca. 1813. Fingerfleckig, Ränder gebräunt, einige Wurmspuren und Eselsohren. 1 Bl. mit kleinem Loch, 1 Bl. mit Eckabriss (geringer Textverlust auf einer Seite).
Schubert, Gotthilf Heinrich. Die Urwelt und die Fixsterne. Eine Zugabe zu den Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft. VIII, 415 S., (1 S. Druckfehler). 20,5 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband d. Zt. (Kanten etwas berieben) mit handschriftlichem RSchild. Dresden, Arnold, 1822.
Goedeke V, 14, 32, 4. Poggendorff II, 852. Hirsch-Hübotter V, S. 148. – Erste Ausgabe. Die "Ansichten" gelten als eines der naturphilosophischen Hauptwerke der Romantik und haben vor allem die Brüder Schlegel, Kleist und E. T. A. Hoffmann stark beeinflusst. Die "Zugabe" bezeichnet Schubert (1780-1860) als "im Grunde genommen nur die weitere Entwicklung und wissenschaftliche Begründung dessen, was ich in der neuen Auflage meiner Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft, am Anfang der 5ten Vorlesung bereits angedeutet hatte." Exemplar der Fürstl. Hofbibliothek Donaueschingen. – Gering stockfleckig.
Schwenger, August Wilhelm. Mémoires sur les aveugles, sur la vue et la vision; suivis de la description d`un telegraphe tres simple. 5 Bl., 207 S. Mit gestochenem Frontispiz, 2 Kupfertafeln und Holzschnittillustration. 19,5 x 12,5 cm. Moderner Halbleinenband mit goldgeprägtem RTitel. Paris, König, Didot und Fuchs bzw. Amsterdam, Guérin, 1800.
Erste Ausgabe der Abhandlung über die Themen Blindheit und Sehkraft des aus dem westfälischen Rheda stammenden August Wilhem Schwenger (1773-1801). Behandelt neben seinen eigenen Studien auch die Forschungsergebnisse von Bew, Blacklock, Blumenbach, Bougies, Bouguer, Chappe, Cheselden, Daviel, Hauy, Janin, Laval, Lichtenberg u. a. – Etwas braunfleckig.
Stark, Augustin
Beschreibung der meteorologischen Instrumente
Los 276
Schätzung
350€ (US$ 402)
Stark, Augustin. Beschreibung der meteorologischen Instrumente nebst einer Anleitung zum Gebrauche derselben bey Beobachtungen, als nothwendiger Beytrag zur Erläuterung der meteorologischen Jahrbücher. 4 Bl., 79 S. Mit 5 (1 gefalteten) Kupfertafeln von Hutter nach C. G. Höschel. 29 x 22,5 cm. Typographischer OUmschlag (gebräunt, eselsohrig, Rücken geplatzt). Augsburg, "Gedruckt auf Kosten des Verfasser mit Brinhausser'schen Schriften", 1815.
ADB XXXV, 487f. Hellmann 476. – "Im Jahre 1813 fieng er seine meteorischen, meteorologischen und astronomischen Beobachtungen mit der bisher noch nie erschienenen Vollständigkeit an ... diese Beobachtungen führte Herr Bode in seinem astronomischen Jahrbuche auf 1818. S. 280. an ... und empfahl zugleich rühmlich sein meteorologisches Jahrbuch von 1813, als auch seine herausgegebene Beschreibung der meteorologischen Instrumente ..." (Felder: Gelehrtenlex. der kath. Geistlichkeit II, 367f). Canonicus Stark (1771-1839) leitete die Augsburger Sternwarte, die mit den bekanntermaßen guten Instrumenten von Brander und Höschel ausgestattet gewesen ist. Er beschreibt u.a. Barometer, Thermometer, Hygrometer, Manometer. – 2 Tafeln am rechten Rand beschnitten (kein Bildverlust). Verso Titel mit gekröntem Monogramm-Stempel "FA" im Oval. – Beigegeben: Derselbe. Meteorologisches Jahrbuch von 1829[-1833]. 5 Hefte. Je 3 Bl. und 56 bis 61 S. Typographische OUmschläge. Ebenda 1832-1836. - Das Jahrbuch erschien für die Jahre 1810 bis 1834. - Mit Gebrauchsspuren. Alle Hefte mit Bibliotheksstempeln und vermerken der Städtischen Bücherei Ballenstedt.
Wolff, Christian
Der Anfangs-Gründe aller Mathematischen Wissenschaften
Los 277
Schätzung
120€ (US$ 138)
Wolff, Christian. Der Anfangs-Gründe aller Mathematischen Wissenschaften. Die andere Auflage, hin und wieder verbessert und vermehret. 16 x 10,5 cm. Pergamentband d. Z. (leicht geworfen und fleckig, Rücken gebräunt) mit hs. RTitel. Halle, Renger, 1716.
Jordan 4113. Vgl. Cantor III, 271. Poggendorff II, 1355. – Reich illustrierte Ausgabe gehört zu den wichtigsten mathematischen Kompendien seiner Zeit und erlebte noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zahlreiche weitere Auflagen. Der Autor, der Universalgelehrte Christian von Wolff (1679-1754), zählt zu den wichtigsten Vertretern des Naturrechts. In dem vorliegenden Band behandelt er ein breites Spektrum mathematisch-technischer Disziplinen, darunter Rechenkunst, Trigonometrie und Baukunst ebenso wie Artillerie, Fortifikation, Mechanik, Hydrostatik, Aerometrie und Hydraulik, deren Inhalte durch zahlreiche Kupfertafeln anschaulich erläutert werden. – Vorsatz mit montiertem Exlibris. Titel gestempelt. Papier altersbedingt gebräunt und leicht stockfleckig.
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