Stammbuch-Kassette
der Charlotte Brestel in Wien. 1842-1852.
Los 2644
Schätzung
450€ (US$ 517)
Stammbuch-Kassette der Charlotte Brestel in Wien. 44 lose Bl., davon 50 S. beschrieben oder illustriert. Mit 2 Aquarellen, 3 Bleistift-Zeichnungen, 1 geschnittenen Porträt-Silhouette und 1 Strauß getrockneter Blumen. Quer-8vo. Lose Bl. mit Goldschnitt in einer mit reich ornamentiertem rosa Samt bezogenen Kassette in Form eines Stammbuchs (1 Rückenkante zerschlissen), mit 7 (inclus. der Schließe) ornamentierten Silberbeschlägen im Rokoko-Stil sowie imitiertem Goldschnitt. 1842-1852.
Die meisten Beiträge in Wien geschrieben, einige, teils von Offizieren, auch in Verona und Venedig. Einige adlige Beiträgerinnen schreiben französisch oder italienisch. Ein Aquarell zeigt die Ortschaft Jerowitz, die hübsche Porträt-Silhouette ein junges Mädchen. Ein für eine Stammbuch-Kassette der Zeit ungewöhnlicher Einband.
Poesie-Album
einer Schülerin des Internats Petit Chateau in Lausanne. 1857.
Los 2645
Schätzung
450€ (US$ 517)
Poesie-Album einer Schülerin des Internats "Petit Chateau" in Lausanne (Schweiz). 59 Bl., davon 35 S. beschrieben oder illustriert. Mit 1 Gouache, 1 Grisaille, 1 Federzeichnung, 3 Bleistift-Zeichnungen und 2 kolor. Lithographien. Quer-gr. 4to (19,5 x 26 cm). Schwarzer Lederband d. Z. (Buchbinder L. Pflüger ainé, Lausanne) mit Gold- und Blindprägung auf beiden Deckeln, goldgepr. Aufdruck "Album" und Goldschnitt. 1857.
Mit Textbeiträgen von Mitschülerinnen in Poesie und Prosa in Französisch, Englisch und Deutsch. Alle Illustrationen zeigen Landschaften oder Ansichten in und um Lausanne, ausgeführt in professioneller Qualität. - Frisch erhalten.
Viebig, Clara
Eigh. Postkarte und handschr. Visitenkarte. 1919-1925
Los 2646 [*]
Schätzung
180€ (US$ 207)
Viebig, Clara, Schriftstellerin, bedeutende Erzählerin (1860-1952). Eigh. Postkarte und eigh. Visitenkarte m. U. "Clara Viebig". Zus. 3 S. Berlin-Zehlendorf 11.VII. 1925 bzw. 1.I.1919.
An den Schauspieler, Regisseur, Intendant und Schriftsteller Curt Elwenspoek in Stuttgart, der sie nach einer Handschrift des berühmten "Schinderhannes" gefragt hatte, weil sie dessen Prozess-Akten eingesehen hatte. "... Ich kann Ihnen leider nicht bestimmt sagen, ob ich die erwähnte Handschrift - das Original - in den Akten zum Schinderh.-Prozeß gesehen habe, oder ob ich mir das Scherz halber erlaubt habe. Ich weiß es nicht mehr; feststellen kann ich das erst, wenn ich im Herbst wieder in jene Gegend komme. Jedenfalls steht in der Reiterles-Kapelle, die berüchtigt war durch die Ueberfälle, keine Inschrift von des Räubers Hand mehr, und ich habe auch dort keine mehr gesehen. Die Kapelle ist innen restauriert ...". - Von Elwenspoek erschien in demselben Jahr das Buch "Schinderhannes. Der rheinische Rebell. Erste kritische Darstellung nach Akten, Dokumenten und Überlieferungen". - Die Visitenkarte ist sozusagen als Albumblatt gedacht: "Wer eine Hoffnung hat ist reich - hoffen ist an sich schon ein Glück! Clara Viebig."
Weinheber, Josef, österr. Lyriker und Erzähler (1892-1945). Eigh. Postkarte m. U. „Josef Weinheber“. 1 S. (Kirchstetten) 26.XII.1939.
An den Hauptmann Carl Meinl in Breslau, der ihm lobend über Gedichte geschrieben hatte. Der Dichter bedankt sich. „... ich wünsche Ihnen alles Gute und Schöne von ganzem Herzen in dieser schweren Zeit. Ich rechne es mir als Gewinn an, Sie kennengelernt zu haben. Ich wäre glücklich, wenn Ihnen ‚Kammermusik’ ein wenig Freude bereitete. Es ist ja wohl ein reines Buch, kommt ganz aus dem Bereich der Kunst ...“. - Weinhebers Gedichtband „Kammermusik“ war 1939 bei Langen/Müller in München erschienen.
Werfel, Franz
3 Gedicht-Manuskripte nebst Beilage. Ca. 1914
Los 2648
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Werfel, Franz, Schriftsteller (1890-1945). 3 eigh. Gedichtmanuskripte. 32/3 S. auf 2 Bl. 4to. O. O. (ca. 1914).
Drei frühe Gedichte, aus seiner Gedichtsammlung "Einander", die 1915 bei Kurt Wolff im Druck erschien: "Spruch eines gestürzten Saturnus" (4 Strophen zu je 6 Zeilen), "Anrufung" (4 Strophen zu je 4 Zeilen) und "Veni creator spiritus" (6 Strophen zu je 6 Zeilen). Mehrere Zeilen mit Verbesserungen, vor allem im Gedicht "Anrufung", das beginnt: "Komm reiner klarer winterlicher Geist / Mit deinen eisigen Feuern niederfahrend! / So wenig Zeit noch! Immer weiter jahrend / Von unserm Ausgang sind wir eingekreist! ...". - Alle drei Gedichte mit kleinen Abweichungen vom Druck. - Beiliegend ein Begleitbrief seiner Schwester Hanne an einen Cousin (29.12.1923), in dem es heißt: "... hier schicke ich Dir die ersten Niederschriften von ein paar schönen Gedichten von Franz ...".
Arendt, Hannah, dt.-amerikanische Politologin und Philosophin (1906-1975). Brief m. U. "Hannah Arendt". 1 S. Gr. 8vo. New York 15.VII.1971.
An den Journalisten Adelbert Reif, der ihr für amerikanische Verleger Interviews mit prominenten Personen angeboten hatte. "... Ich habe soeben mit Bob Silvers von der 'New York Review of Books' gesprochen. Er selbst liest zwar nicht deutsch, zeigte sich aber interessiert und bittet darum, dass Sie ihm die Texte der Interviews mit Djilas und Heisenberg schicken ...". - Interviews mit bedeutenden Intellektuellen waren Reifs Spezialität. Zu seinen Büchern gehört auch "Gespräche mit Hannah Arendt" (1976). - Gelocht.
Aufseß, Hans Frhr von und zu
Brief an den Direktor des Nürnberger Gaswerkes. 1859
Los 2650
Schätzung
180€ (US$ 207)
Aufseß, Hans Freiherr von und zu, Altertumsforscher, Gründer des Germanischen Museums (1801-1872). Brief m. U. "Dr. Fhr v. u. z. Aufseß". 11/2 S. Doppelblatt mit Briefkopf "Das germanische Museum". Gr. 4to. Nürnberg 5.IV.1859.
An Carl Emil Spreng, Direktor der Nürnberger Gasanstalt. Dankschreiben "für die unentgeldliche Herstellung der Gasleitung in den Zimmern der Karthause, wodurch Sie in die Reihe der verdienstesten Wohlthäter des Museums eingetreten sind. Gleich damals nach geschehener Einrichtung machten wir von dem gebrachten freigebigen Opfer in No 8 der Beilage zum Anzeiger von 1857 Erwähnung, und um von unserm guten Willen, Ihrer schönen That die verdiente Anerkennung werden zu lassen, wenigstens einen schwachen Beweis zu geben, beehren wir uns, Ihnen hiemit ein Exemplar des Anzeigers von 1857, in welchem die fragliche Nummer enthalten ist, zum Andenken an die in dem bezeichneten Jahre vorgenommene Restauration der Karthause und Ihren dazu geleisteten so bedeutenden Beitrag zu überreichen. Ihr Name wird dem Museum stets unvergesslich bleiben ...". - Kleine Randschäden; die Knickfalte gerissen. - Beiliegend ein mit Holzschnitt-Vignette versehenes Doppelblatt "Dem Andenken des Herrn Carl Emil Spreng, Direktor des Gaswerks Nürnberg, gewidmet. Nürnberg, Druck von Fr. Campe & Sohn, 1864. - Auf Seite 3 ein vierzehnzeiliges Sonett "Zu früh, in deines Strebens höchster Blüthe, / Hat Dich des Todes rascher Pfeil erreicht ...".
Bardeleben, Heinrich Adolf von
Brief an einen Freund über universitäre und familiäre Themen. 1856
Los 2651
Schätzung
250€ (US$ 287)
Bardeleben, Heinrich Adolf von, hochberühmter Chirurg, Professor in Greifswald und Berlin, Direktor der Chirurgischen Klinik der Charité, Geh. Medizinalrat und Generalarzt, 1891 geadelt (1819-1895). Eigh. Brief m. U. "Bardeleben". 4 S. Doppelblatt. 4to. Greifswald 8.X.1856.
An einen Freund, der ihm eine Biographie von dessen Vater geschickt hatte. "... Obgleich ich nicht sein Schüler bin, so giebt es, glaube ich, doch Wenige die ihn so aufrichtig verehrt haben und fort und fort verehren als gerade ich. Hoffentlich finde ich in den Festtagen, obwohl Sie da von vielen Seiten in Anspruch genommen sein werden, Gelegenheit Sie ausführlicher zu sprechen. In Betreff der Ehren-Promotionen sind die entscheidenden Sitzungen in der juristischen und in der philosophischen Facultät schon vor längerer Zeit abgehalten worden und ... ist keine Aussicht vorhanden, daß Verhandlungen darüber nochmals stattfinden sollten. Übrigens haben sich alle Facultätsmitglieder das Wort darauf gegeben, über die gefaßten Beschlüsse gegen Niemand etwas zu äußern ...". - Ferner über eine Krankheitswelle in seiner Familie (Keuchhusten, Lungenentzündung etc.). - Beiliegend ein gedrucktes Porträt-Foto aus der "Galerie hervorragender Ärzte und Naturforscher".
Bechterew, Wladimir Michailowitsch
Widmung auf einer Broschüre von 1909
Los 2652
Schätzung
300€ (US$ 345)
Bechterew, Wladimir Michailowitsch, russischer Neurologe, Neulophysiologe und Psychiater, Namensgeber der Bechterewschen Krankheit (1857-1927). Eigh. Widmung m. U. "W Bechterew" (in russ. Schreibung). Auf dem Umschlag von Heft 1 der Reihe "Anatomische und Entwicklungsgeschichtliche Monographien" (Leipzig, Engelmann, 1909). O. O. (wohl 1909).
"Von Verfassern mit Hochachtung W Bechterew". - Auf dem Umschlag der Broschüre "Das Gehirn des Chemikers D. J. Mendelejew. Von Prof. W. von Bechterew und Prof. R. Weinberg". - Tinte beim Wort "Hochachtung" und dem Namen stellenweise verwischt. - Von Bechterew geht das Gerücht, dass er nach einer psychiatrischen Untersuchung Stalins durch den Geheimdienst vergiftet worden sei. - Sehr selten.
Bossut, Charles
Brief 1796 + Beigabe, über die Ingenieurschul-Kandidaten in Metz. 1796
Los 2653
Schätzung
150€ (US$ 172)
Bossut, Charles, berühmter französischer Mathematiker, Mitarbeiter d' Alemberts an der Encyclopédie, königlicher Hydrodynamiker am Louvre, (1730-1814). Eigh. Brief m. U. "Bossut". 1 S. Doppelblatt mit Adresse.. 4to. Paris "20. Nivôse an 4" (d. i. 10.I.1796).
An die "Citoyens composant le comité central des fortifications" in Paris, die Aspiranten für die Ingenieurschule in Metz betreffend: "Vous savez que l'examen des aspirants à l'école de Metz a dû être fermé le 15 de ce mois. Le dernier des candidats, qui se sont fait inscrire avant cette epoque, a été examiné le 17, faute de tems pour l'examiner plustot. Depuis le 15 il ne s'est presente aucun aspirant; et s'il s'en presentoit, je ne crois pas qu'on peut l'admettre à l'examen, sans un ordre formel du ministre...". - Mit Siegelrest und kleinem Ausriß bei der Siegelstelle; etwas stockfleckig. - Beiliegend eine Quittung mit Unterschrift "Bossut", 2 Floréal an 6 (d. i. 21.IV. 1797), für den Pariser Verleger Henri Agasse für die Lieferungen 62 bis 64 der "Encyclopédie Méthodique".
Botaniker und Mykologen
Konvolut von ca. 79 Briefen und Karten
Los 2654
Schätzung
750€ (US$ 862)
Botaniker, Mykologen und Zoologen aus dem deutschsprachigen Raum. Ca. 79 Briefe, Karten und Manuskripte. 1838-1903.
Meist eigenhändige Briefe, größtenteils in deutscher Sprache, gewöhnlich an Fachkollegen über Themen der Botanik oder Mykologie, oftmals an Paul Sydow (1851-1925) in Berlin. Nach Möglichkeit sind hier außer den Namen und Lebensdaten auch Anzahl der Stücke sowie Ort und Jahr des Schreibens angegeben: Andreas Allescher (1828-1903, 3 Briefe, München 1898-1899), Ferdinand Arnold (1828-1901, 7 Br., Eichstätt und München 1859-1887), Bernhard Auerswald (1818-1870, 1 Fragment), Hans Bachmann (1866-1940, 1 Billet), Carl Baenitz (1837-1913, 1 Br., Breslau 1898), Josef Barth (1833-1915, 1 Br., Langenthal, Siebenbürgen, 1896), E. Baumgardt (1 Br., Potsdam 1872), H. Becker (gest. 1917, 1 Br., Grahamstown, Südafrika, Cape Colony 1897), Jean Philippe Becker (1815-1889, 1 Br., Mülhausen, Elsaß, 1868), Carl Bolle (1821-1909, 1 Br., Berlin 1853), Frantisek Bubák (1866-1925, 4 Br., 1 Karte, Hohenstadt und Prag, 1897-1900), Victor Carus (1823-1903, 3 Br., Leipzig 1878), Emil Diettrich-Kalkhoff (1 Br., Arco, Südtirol, o. J.), A. W. Eichler (1839-1887, 1 Karte, Berlin 1881), B. Eichler (3 Br., Miedryzzec 1896-1899), Adolph Engler (1844-1930, 2 Br., 1 Karte, 1 Pflanze, Breslau und Berlin 1864-1894), Johann Feltgen (1833-1904, 2 Br., Luxemburg 1901-1903), Eduard Fenzl (1808-1879, 2 Br., Wien 1857-1869), Franz Fiala (1861-1898, 1 Br., Sarajewo 1894), A. Foscher von Waldheim (1 Br., St. Petersburg 1898), Albert Bernhard Frank (1839-1900, 1 Fragment Leipzig o. J.), W. Franzschel (3 Br., St. Petersburg 1891-1903), v. Freier (1 Br., Hoppenrade, Mark Brandenburg 1896), Hieronymus Gander (1832-1902, 1 Br., Janervillgraten, Tirol, 1887), Johann Heinrich Robert Göppert (1800-1884, 1 Br., Breslau 1871), Otto Jaap (1864-1922, 1 Br., 1 Karte, Hamburg 1894-1898), J. F. von Jacquin d. J. (1 Br., Wien 1838, mit 1 Kupferstich-Porträt N. J. von Jacquins, 1784), M. Kahn (1 Karte, Berlin 1882), Franz Kappel (1855-1909, 1 Br., Artern 1897), Karl von Keissler (1872-1965, 1 Br., Wien 1898), Dietrich Georg Kieser (1779-1862, 1 Br., Jena 1862), Kiesler (1 Br., Bitsch 1899), Heinrich Klebahn (1859-1942, 2 Br., 2 Karten, Hamburg und Bremen 1894-1901), Georg Albrecht Klebs (1857-1918, 2 Br., Halle 1900-1901), Leopold Kny (1841-1916, 2 Br., Wilmersdorf bei Berlin 1900), Friedrich G. Kohl (1855-1910, 1 Br., Marburg 1902), Wilhelm Körber (1817-1885, 1 Br., Breslau 1856), Richard Kolkwitz (1873-1956, 2 Br., 1 Karte, Charlottenburg bei Berlin 1903), Fridolin Krasser (1863-1923, 1 Br., Wien 1897), Christian Ferd. von Krauß (1812-1890, 1 Br., Stuttgart ca. 1866), Julius Kühn (1825-1910, 1 Br., Halle 1875), Paul Lindner (1861-1945, 2 Br., Berlin 1898-1899). Adolf (?) Martin (1 Karte, Oldenburg 1871), Louis Osswald (1854-1918, 2 Br., Nordhausen 1898-1902), Ernst Adolf Sagorski (1847-1929, 2 Br., Pforta 1892-1893), Carl Warnstorf (1837-1921, 1 Karte, Neuruppin 1898).
Brentano, Lujo
Signierte Immatrikulations-Urkunde. München 1901
Los 2655
Schätzung
200€ (US$ 230)
Brentano, Lujo, einflußreicher Nationalökonom und Sozialreformer, Professor in Breslau, Straßburg, Wien, Leipzig und München (1844-1931). Urkunde m. U. "Dr. L. Brentano". In latein. Sprache. 1 S. Mit Siegel in Blindprägung. Imp.-folio. München 19.X.1901.
Als Rector Magnificus der Münchener Universität unterzeichnet Brentano die wahrhaft majestätische Immatrikulations-Urkunde für den Jura-Studenten Konstantin von Bayer-Ehrenberg aus Ulm. - Etwas vergilbt; gefaltet.
Broglie, Louis de, franz. Physiker, Nobelpreisträger, ab 1933 Mitglied der Académie des Sciences sowie 1944 der Académie Française, Begründer der Theorie der "Materialwellen" (1892-1987). 1 eigh. Brief m. U., 2 Briefe m. U. und 1 eigh. beschriftete Visitenkarte. Zus. 4 S. Verschiedene 8vo-Formate und Kärtchen. Die beiden Briefe mit Briefkopf des "Institut de France Academie des Sciences". Paris 1.VII.1942 bis 10.XI.1948.
An den Pathologen Maurice Chevassu (1877-1957) in Paris. Am 21. März 1948 schreibt Broglie anlässlich des Todes des Mineralogen Alfred Lacroix und seiner Promotion zum Offizier der Légion d'Honneur "Je suis touché des félicitations que vous m'adressez à l'occasion de ma promotion dans la Légion d'honneur et je vous exprime bien vifs remerciements. La mort de M. Lacroix est un grand deuil pour l'Académie des Sciences. C'était un grand savant et un homme très droit qui a rendu à l'Academie pendant de longues années des services éminents. Sa disparition laisse un grand vide parmi nous ...". Und am 10. November 1948: "Je m'empresse de vous exprimer les remerciements de la Société de secours des amis des Sciences pour le don de cinq mille francs que vous avez eu la générosité de nous adresser et dont vous trouverez, ci-joint, la quittance ...". - Rückseitig Papierreste von ehemaliger Montage.
Campan, Jeanne L. H.
3 Briefe an Louise Cochelet. 1808-1813
Los 2657
Schätzung
300€ (US$ 345)
Campan, Jeanne Louise Henriette, geb. Genet, berühmte französische Erzieherin (1752-1822) 3 eigh. Briefe, davon 2 m. U. "Genet Campan", der 3. Brief ohne Unterschrift. Zus. 71/2 S. auf 3 Doppelblättern. 2 Briefe mit gedrucktem Briefkopf "Légion d'Honneur Maison Impériale Napoléon". 4to. Ecouen 1808 -1813.
Herzliche Briefe an Louise Cochelet, die Vorleserin der Königin von Holland, Hortense, eine ehemalige Schülerin ihres Instituts in St. Germain. Auf Grund der Fürsprache von Hortense erhielt Madame Campan 1807 die Stelle der Leiterin der von Napoleon gegründeten Akademie von Ecouen, die den Töchtern von Mitgliedern der "Legion d'honneur" vorbehalten war. Am 28. April 1810 erbittet sie dringlich Nachrichten von der Königin: "... voici ma seconde lettre, restera t'elle sans réponse? Cela n'est pas bien, vous devez me savoir très occupée de Sa Majesté, songez à St. Germain à ma tendresse pour cette chère Reine lors-qu'elle était l'aimable Hortense, songez à celle que J'avois pour toutes mes élèves, a cette maison dont Elle est protectrice, où tout le monde me demande de ses nouvelles, c'est la séparer de tous ces Jeunes âmes qui lui sont dévoués de ne pas leur donner de Ses nouvelles, Elles prient Dieu tout les jours pour Elle ... Mandez moi si le buste est près. Je desire le placer dans le Sallon Impérial, ne me croyez pas fachée mais seulement affligée, et croyez toujours à ma bien sincère et tendre amitié...". - Der Brief vom 15. Juli 1813 mit der Empfehlung einer Kammerfrau; mit prächtigem Wasserzeichen: in einem Blatt das Portrait des Kaisers im Rund, auf dem anderen der kaiserliche Adler. - Madame Campan hatte als erste Kammerfrau von Marie Antoinette gewirkt; wegen ihrer späteren Beziehungen zu Napoleons Familie verlor sie ihre Stellung während der Restauration. Sie hinterließ interessante "Mémoires sur la vie privée de Marie-Antoinette". - Mit Siegelresten und Ausriß bei der Siegelstelle.
Einstein, Albert, Physiker, Nobelpreisträger (1879-1955). Brief m. U. "A. Einstein". 1 S. Kl. 4to. O. O. 25.II.1942.
An den Schriftsteller Hermann Broch in New York. "... Ich habe Ihr Manuskript mit grossem Interesse durchgelesen und glaube wirklich, dass Ihre Methode den wichtigen Gegenstand dem Verständnis näherbringt. Es wird mich freuen, wenn mir Gelegenheit geboten wird, Ihrer Arbeit durch mein Urteil nützen zu können ...". - Einstein hatte 1938 geholfen, Brochs Emigration aus Österreich in die USA zu ermöglichen. - Kleine Randläsuren.
Einstein, Albert, Physiker, Nobelpreisträger (1879-1955). Brief m. U. "A. Einstein". 1/2 S. Mit blindgepr. Adresse im Briefkopf. Gr. 4to. Princeton (New Jersey) 27.XI.1954.
An den Greifenverlag in Rudolstadt (Thüringen), damals DDR. "... Ich bestätige mit bestem Dank den Empfang Ihres schönen Almanachs, der mir vor einiger Zeit zuging. - Ich beabsichtige nicht, meine Lebenserinnerungen zu schreiben ...". - An den Rändern etwas gebräunt und gering fleckig.
Ford II, Henry, amerikan. Industrieller, Präsident der Ford Motor Company, Enkel des Firmengründers (1917-1987). Brief m. U. "Best Regards Henry Ford II". 1 S. Gr. 4to. Dearborn (Michigan) 26.I.1977.
An Mr. Jones, der Fords Rückzug aus dem Board of Trustees der Ford Foundation in einem Brief kommentiert hatte. "... I hope that the views I expressed at the time will cause some rethinking of staff policies and programs. The Foundation is an organization with vast potential for service to society here and in many other parts of the world, but I believe that it must, at the same time, help serve the economic system out of which it was created."
Haeckel, Ernst, Zoologe und Philosoph, Professor in Jena, als Darwinist Begründer des "Monismus" (1834-1919). Porträt-Photographie mit eigh. Widmung u. U. "Ernst Haeckel" auf der Rückseite. 16,5 x 10,5 cm (Kabinett-Format). (Jena, wohl um 1891).
"Herrn Dr. Persifor Frazer (Philadelphia) zur freundlichen Erinnerung. Ernst Haeckel (Jena)". Die Aufnahme des Baden-Badener Hofphotographen W. Kuntzemüller zeigt Haeckels Kopf als Relief im Profil, offenbar das 1890 von Josef Kopf (aus Baden-Baden) in Rom gefertigte Relief. - 1 abgebrochene Ecke (außerhalb des Bildes) restauriert. - Dabei: Derselbe. Eigh. Kärtchen als Albumblatt m. U. "Ernst Haeckel". 1 S. Mit eigh. Briefumschlag. Jena 6.II.1919. - 2 Zitate aus Haeckels Büchern: "Universum perpetuum mobile'! (Welträtsel, 1899). - 'Universum ubique sensibile'! (Kristallseelen, 1917)".
Harnack, Adolf von, ev. Theologe, Kirchenhistoriker, Generaldirektor der Königlichen (später Staats-) Bibliothek zu Berlin, Präsident der Kaiser-Wilhelm- (später Max-Planck-) Gesellschaft, Chronist der Preuß. Akademie der Wissenschaften, bedeutender Wissenschafts-Organisator (1851-1930). Gedruckte Urkunde mit handschr. Eintragungen u. U. "Harnack". In latein. Sprache. 1 S. Mit dem Bildnis des Universitätsgründers Friedrich Wilhelm III. im Holzschnitt-Medaillon. Imp.-folio. Berlin 22.X.1900.
Als Rektor der Berliner Universität signiert Harnack die Immatrikulations-Urkunde für den Jura-Studenten Konstantin von Bayer-Ehrenberg aus Ulm. - Gefaltet.
Italienische Botaniker des 18. und 19. Jhdts. 10 Briefe, 1 Postkarte. 1755-1886.
Inhaltsreiche Briefe namhafter Wissenschaftler über Themen der Botanik. Vorhanden: Giuseppe Moretti (1782-1853). Brief Pavia 14.II.1840. 1 S. Franz. - Carlo Ginosi (?). Brief Livorno 1755. 2 S. Ital. - Giuseppe de Notaris (1805-1877). Brief Genova 25.II.1866. 21/2 S. Ital. - Giuseppe Antonio Pasquale (1820-1893). 3 Briefe. Napoli 1883-1885. 6 S. Ital. - Pietro Sanguinetti (1802-1868). Brief 1866. Roma 21.XI.1866. 1 S. Ital. - Agostino Todaro (1812-1892). 3 Briefe, 1 Postkarte, 1 Manuskript. Palermo 1870-1886. 7 S. Ital.
Jaspers, Karl, Psychiater und Philosoph, Professor in Heidelberg und Basel (1883-1969). Eigh. Brief m. U. "Karl Jaspers". 1 S. gr. 4to. Heidelberg 16.XII.1907.
Noch als Heidelberger Student an Dr. Anne Klehmet, eine Freundin seiner Familie, mit einem Kondolenzbrief. "... Ich fühle, dass Dir in Deinem Schmerze alle Worte Fremder zu viel sein müssen. Dem unauflöslich rätselvollen Schicksal gegenüber können wir Menschen uns nur zu Gott flüchten. Ein ganz klein wenig Hilfe kann er uns aber auch gewähren, wenn auf dieser Welt noch andere Seelen sind, die uns Achtung zollen und mitfühlen ...". - Gelocht und an den Rändern etwas gebräunt.
Jaspers, Karl (1883-1969). Eigh. Brief m. U. "Karl Jaspers". 11/2 S. Gr. 4to. Heidelberg 16.XII.1907.
Als Heidelberger Student an seine "liebe Tante Kohlmann", über den Trauerfall bei Anne Klehmet. Seine Worte lassen bereits den künftigen Psychiater und Philosophen erahnen. "... ich habe doch den lebhaften Wunsch, Dir zu sagen, wie sehr ich mit Euch fühle. Denn wenn wir uns auch vielleicht nicht ganz nahe stehen, so elementare Ereignisse bindet [!] die Menschen aneinander. - Anne hat sehr schweres zu tragen. Nach der üblichen Auffassung, die den Zweck des Lebens in möglichst viel Glück, möglichst viel dem Menschen bekannten Glück sieht, darf man sie nur bedauern. Wagt man aber an der Richtigkeit dieser Auffassung zu zweifeln und sich zu gestehen, dass wir von dem Zweck des Lebens und dem Sinn einzelner Ereignisse, der schwersten wie der glücklichsten, nichts wissen, so darf man zwar noch immer dem menschlichen Horizonte entsprechend Anne's Schicksal aufs Tiefste bedauern, aber man darf auch vertrauen, dass für die ewigen, unbekannten Dinge, an denen nun im Grunde alles liegt, ein jedes Schicksal seine Bedeutung und eine gute Bedeutung hat ...". - Gelocht und an den Rändern leicht gbräunt.
Jung, Carl Gustav
Brief und Vorlesungs-Mitschrift. 1925-1931
Los 2666 [*]
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Jung, Carl Gustav, Schweizer Psychiater, Begründer der analytischen Psychologie (1875-1961). Masch. Brief m. U. "C. G. Jung". 2/3 S. Gr. 4to. Küsnacht-Zürich 22.X.1931.
An eine Dame in Frankfurt am Main, die ihn um Beurteilung der Krankheit ihres Bruders gebeten hatte. Jung antwortet, dass er nichts Bestimmtes sagen könne, da er auch nichts Genaues über den augenblicklichen Zustand des Kranken erfahren habe. "... Ich kann in dieser Hinsicht nur von Gefühlen sprechen. Ich bin absolut überzeugt, dass die gegenwärtige Situation eine ernste Krise darstellt. In einer solchen Krise muss man sich auf alles gefasst machen. Darauf ist auch Ihr Bruder gefasst.Was er tut, ist richtig ... An irgend einer Stelle des Weges, früher oder später, ist die Aufgabe erfüllt. Dann kommt die Sichtbarkeit des Lebens zum Ende. Bisweilen ist eine solche Krise auch nur die Besiegelung einer gewissen erreichten Höhe und kann überwunden werden. Ich hoffe nur, Ihr Bruder werde sich gegen gar nichts sträuben, sondern alles ruhig geschehen lassen ...". - Schäden am rechten Blattrand. - Dabei: Manuskript von Schülern eines Jung-Seminars. 226 Bl., einseitig beschrieben. Gr. 4to. Mit Umschlag geheftet. Zürich 1925. - "Protokoll eines Seminars über analytische Psychologie, geleitet von Dr. C. G. Jung. Zürich, 23. März - 6. Juli 1925. Von Mitgliedern der Klasse bearbeitet." (Titel auf Blatt 01). Manuskript von 1 Hand, mit zahlreichen Streichungen, Änderungen und Ergänzungen. Seite (1) enthält eine "Vorrede" von Cary F. de Angulo (Zürich, 29. November 1925), in der das Unternehmen erläutert wird: "Die Vervielfältigung dieses Protokolls wurde auf Bitten der Klassenmitglieder hergestellt, deren Wunsch es war, ein bleibendes Dokument über die Vorlesungen zu haben, wenn auch nur in Form eines Entwurfs. Im Gegensatz zu der Fülle und Lebendigkeit der Vorlesungen sind diese Aufzeichnungen enttäuschend 'mager'. Da ich aber kein Mittel finden konnte, diesem Mangel zu begegnen, muss ich den guten Willen der Klasse anrufen und bitten, dieselben rein als einen dem Gedächtnis helfenden Umriß anzusehen. Um der geeigneten Form willen habe ich die Vorlesungen, Fragen und Diskussionen grösstenteils wie in den Worten des Sprechers dargestellt, tatsächlich sind aber nur die geschriebenen Fragen wörtlich genau ... Die Copien der Diagramme sind nicht mein Werk, sondern wertvolle Beiträge eines anderen Klassenmitgliedes. Auch Andere haben mir durch Ergänzung des Materials und bei der Korrektur grosse Hilfe geleistet. Das Ganze wurde von Herrn Dr. Jung durchgesehen und verbessert." Dieser wichtige Schlußsatz deutet darauf hin, dass die vielen, fast jede Seite betreffenden Änderungen und Ergänzungen mindestens zum Teil direkt von der Hand C. G. Jungs stammen. - Das mißverständliche Wort "Vervielfältigung" zu Beginn ist hier wohl nicht als Herstellung mehrerer Exemplare zu verstehen, sondern als zusammenfassende Wiedergabe der empfangenen Vorlesungs-Inhalte. - Umfangreiches und höchst wertvolles Material zu Inhalt und Form der Vorlesungen des weltberühmten Gelehrten.
Junghuhn, Franz Wilhelm
Notizen Junghuhns + Beigaben: Briefe von J. K. Hasskarl. 1860-1876
Los 2667
Schätzung
450€ (US$ 517)
Junghuhn, Franz Wilhelm (1812-1864). 4 Bl. mit eigenhändigen Federskizzen von Blüten sowie botanischen Notizen in latein. Sprache. Verschied. Formate. O. O. u. J.
Aus Junghuhns Aufzeichnungen geschnittene Notizen botanischen Inhalts und Federskizzen, davon 2 Bl. von zeitgenöss. Hand bezeichnet: "Junghuhn". - 1 Bl. wohl infolge Luftfeuchtigkeit etwas stockfleckig. - Junghuhns abenteuerliches Leben und überragende Leistungen (Flucht aus Festungshaft, französ. Fremdenlegion, Reisen und Wirken in Indonesien etc.) sind inzwischen in zahlreichen Veröffentlichungen gewürdigt. - Dabei: Justus Karl Hasskarl, dt. Reisender und Naturforscher, Südostasien-Spezialist, lebte 10 Jahre auf Java, bereiste 1852-1854 im Auftrag der holländ. Regierung Peru, um Chinarinden-Setzlinge für die Anpflanzung auf Java zu beschaffen; später in Cleve ansässig, bearbeitete er die Werke Junghuhns (1811-1894). 7 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Hasskarl". - Zus. ca. 14 S. Gr. 8vo und die Karte. Cleve 1873-1876. - An den Botaniker und Geheimrat Prof. Ludwig Reichenbach in Dresden. Über Botanische Gärten, wiss. Gesellschaften, Kollegen, Fachliteratur, Fragen der Botanik und den 84. Geburtstag Reichenbachs. - 1 Brief mit ausführlichem Antwort-Konzept des Botanikers Sulpiz Kurz versehen. Die Briefe von Hasskarl teilweise mit Defekten oder Flecken am Rand. - Insgesamt 12 Teile.
Junghuhn, Franz Wilhelm
Umfangreicher Brief aus Java an einen deutschen Botaniker. 1845
Los 2668
Schätzung
800€ (US$ 920)
Junghuhn, Franz Wilhelm, der bedeutende dt. Indonesien-Forscher, Arzt, Geologe, Botaniker und Landvermesser, lebte lange auf Java und Sumatra, pflanzte Chinarinden-Bäume an und schuf die erste und grundlegende physikalisch-geographische Beschreibung Javas (1809-1864). Eigh. Brief m. U. "Fr. Junghuhn". 2 S. Folio. Medinie bei Semarang (Java) 30.IV.1845.
Aus Java an den (nicht genannten) Botaniker Ch. G. D. Nees von Esenbeck (1776-1858) in Deutschland, den er als seinen "theuren Freund und Gönner" anredet. Umfangreicher, wichtiger und wertvoller Brief, in dem Junghuhn ausführlich über seine Aktivitäten seit 1844 berichtet: die Erforschung Ostjavas, Bezug eines "einsamen Hauses" am "NordAbhange des Berges Unggarang" und seine botanische Sammeltätigkeit. In diesem Jahr erschien das erste von Junghuhns Hauptwerken: "Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java" (Magdeburg 1845, herausgegeben von Nees van Esenback), und der Forscher erbittet Belegexemplare: "... Ich warte mit Sehnsucht auf spätere Nachricht von Ihnen und auf die Ankunft von einigen Exemplaren meiner Reisen, - deren endliche Publicirung ich in einem öffentlichen Blatte vernommen habe". Breiten Raum des Briefes widmet er dann der Behandlung und der Zukunft seiner naturwissenschaftlichen Sammlungen. Die Zeichnungen, die nicht publiziert würden, erbittet er zurück: "... Denn wenn sie auch sonst nicht brauchbar sind, so wird doch ihr Anblick mir in späteren Jahren manchen Genuss verschaffen können ... Sie wissen, dass mein Herbarium, das sich in Ihren Händen befindet, mir manche Mühe und auch manche Auslagen gekostet hat. Ich habe mich dieser gern getröstet, in der Hoffnung, Ihnen mit diesen Pflanzen einige Freude und der Wissenschaft Nutzen zu verschaffen. - Ich möchte aber auch gern, wenn ich nach Deutschland zurückkomme, selbst etwas haben, und mich in späteren Tagen an meinem Gesammelten freuen, also den Besitz meines Herbariums für mich gesichert sehen ...". Trifft dann langfristige Verfügungen über die Behandlung und Zukunft seiner Sammlungen. - Junghuhns Wirken, das oft mit dem Alexander von Humboldts verglichen wurde, erfuhr später in Deutschland, den Niederlanden und Indonesien zahlreiche Ehrungen und ist heute durch einen besonders umfangreichen Artikel bei Wikipedia gewürdigt. - Aus der Sammlung Künzel; sehr selten.
Junker, Wilhelm
Brief über Stanleys Verschwinden in Afrika.1889
Los 2669 [*]
Schätzung
300€ (US$ 345)
Junker, Wilhelm, deutsch-russ. Afrika-Forscher, bereiste mehrmals große Teile der Nordhälfte Afrikas sowie Sansibar (1840-1892). Eigh. Brief m. U. "Dr. Junker". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Trauerrand. 8vo. Wien 5.I.1889.
An einen "Herrn Doctor". Ausführliche Erörterung der Nachrichten zur aktuellen Expedition des britischen Afrika-Aktivisten Henry Morton Stanley. "... Ob Stanley wirklich bereits zum Congo zurückgekehrt ist, entzieht sich jeder Beurtheilung, doch halte ich an meiner Ansicht fest, daß Stanley oder wenigstens andere seiner europäischen Begleiter, die möglichenfalls die Expedition später geführt haben, leben i. e. daß die Stanley'sche Expedition nicht aufgerieben ist. In Betreff der Nachricht ... die Gefangennahme Emin's [d. i. Emin Paschas] etc. möchte ich diesen Aussagen nur theilweise Glauben schenken. Die letzten Worte in dem Briefe des Vertreters des Mahdi in Ladò: 'Schicke mir die gefangenen Offiziere gleich wieder hierher zurück, da ich sie brauche', lassen mich annehmen, daß wirklich die nördlichen Stationen, vielleicht bis Dufilé, in die Hände der Rebellen gefallen sind ... An die Gefangennahme Emin's glaube ich nicht. Er wird Wadelay behufs eines Kriegszuges gegen die Rebellen nicht verlassen haben ... Von 'Weißen, die gefangen genommen sein könnten, nenne ich: Marco, ein griechischer Händler, der in der Provinz weilte und Vita Hassan, ein Malteser Jude, Pharmaceut bei Emin; Dalbene kommt nicht in Frage (in den letzten Tagen in den Zeitungen genannt), er verließ bereits vor Jahren die Provinz und kehrte nach Chartum zurück ...". - Größere Faltenrisse. - Selten.
Kleist, Friedrich Konrad von
Brief an einen Präsidenten. 1753
Los 2670
Schätzung
120€ (US$ 138)
Kleist, Friedrich Konrad von, Gutsherr auf Stavenow (Prignitz, Mark Brandenburg). Brief m. U. "gehorsamster Diener Fr Konrad v Kleist". 4 S. Doppelblatt. 4to. "Stawenow" 10.III.1753.
An einen Präsidenten. Über Kleists Studium von Buffons "Naturgeschichte" und seine eigenen zoologischen und botanischen Erfahrungen als Landwirt.
Krempelhuber, August von
9 Briefe an Fachkollegen. 1839-1872
Los 2671
Schätzung
300€ (US$ 345)
Krempelhuber, August von, Münchener Botaniker, Forstwissenschaftler und Flechtenspezialist, Ehrendoktor der Münchener Universität (1813-1882). Konvolut von 9 Briefen m. U. "v Krempelhuber". Auf deutsch und lateinisch. Zus. ca. 14 S. Gr. 8vo. 1839-1872.
An verschiedene Fachkollegen, in deutscher und lateinischer Sprache über Themen der Botanik. - Krempelhubers Pflanzensammlung von 20.000 Exemplaren ist heute Bestandteil der Botanischen Staatssammlung in München.
Magellan (eigentl. Magalhaens), Jean Hyacinthe de, portugiesischer Naturwissenschafter, Nachfahre des Weltumseglers (1722-1790). Eigh. Brief m. U. "Magalhaens". 2 S. 4to. Mit Erhaltvermerk des Empfängers am Kopf. London 29.X.1773
An den Astronomen Joseph-Jérôme Lefrangais de Lalande (1732-1807), seit 1768 Direktor der Pariser Sternwarte, u.a. über dessen Fernrohr, mit dem er den Jupiter beobachtet hatte: "Voici mon Cher ami une des gazetes, où votre Comète fut annoncée. J'ai vû hier Jupiter avec votre lunète. Vous savez que l'objet n'est pas favorable. Cependant, je vous assure d'en être bien content. L'oculaire le plus grossissant, & Celui qui le suit furent ceux que nous essayames. L'autre n'étoit pas encore arrangé ... Monsr. le Marquiz de Rosignan, ou par autre nom le Marquis Griselli, va partir d'ici pour Paris, & il vous apporte un petit présent, avec la geographie latine de Varennius, que Mr. le Presidt.", der Präsident der Academie des Sciences J.-Ch.- Ph. Trudaine de Montigny (1733-1777), "m'avoit ordonné, je crois pour Mr. Bailli", der Astronom Jean-Sylvain Bailly (1736-1793), 1789 der erste Bürgermeister von Paris, "Si vous avez occasion de savoir cela au juste de Mr. de Saron", der Mathematiker und Astronom Jean-Baptiste Gaspard Bochart de Saron (1730-1794), "vous n'aurez à le rendre à celui à qui il appartient. Je le payai d'hazard, car on nen trouve autrement...". - Magalhaens lebte seit 1764 in London; er wurde v. a. bekannt dafür, sich von den besten Handwerkern ausgezeichnete Beobachtungsinstrumente für seine Forschungen herstellen zu lassen; so realisierte er u.a. eine entscheidende Verbesserung der Sextanten. Bailly und Bochart de Saron wurden beide Opfer des "terreur" während der Revolution. - Am Kopf unter dem Datum von Lalandes Hand: "reçue le 3. 9bre". - Kleine Randeinrisse.
Malte Brun, Conrad, franz. Geograph dänischer Abstammung (1775-1826). Eigh. Brief m. U. "Malte Brun". 2 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. O. O. u. J. (um 1810).
An den Chefredakteur des "Journal de l'Empire", den er seiner Loyalität versichert und den er bittet, seine Beiträge offen zu kritisieren: "Quoique l'augmentation du traitement me soit très avantageuse dans ma position actuelle, ce qui m'interesse d'aventage c'est la stabilité que ces sortes de places acquièrent par le nouveau reglement. D'après les preuves que j'ai déjà reçus de Votre bienveillance pour moi & de l'amabilité de Votre caractère, j'espère que mon zèle pour les interêts du journal m'accquerera & me conservera Votre amitié. Je Vous prie instamment de me dire sans ménagement Votre avis de mes articles & je Vous assure que Vous me trouverez toujours docile à des conseils qui ne peuvent qu'être très utile". - 4 Beilagen: 1 eigh. Billet (ohne Signatur) an den Botaniker Cuvier; 1 signierte Quittung und 1 eigh. Buchbestellung sowie eine gedruckte Einladung der "Société de Géographie" mit eigh. Unterschrift.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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