Das Stundenbuch der Sforza. Add. Ms. 34294 der British Library in London. Faksimile und Kommentar, 13 x 9,5 cm. OSamt über Holzdeckeln mit 2 Metallschließen und dreiseitigem Goldschnitt in Schuber aus Sterlingsilber mit 30 Halbedelsteinen (Amethyst, Lapislazuli, Rosenquarz, Achat, Korallen und Zuchtperlen) und figuraler Pfau mit Email-Lasurfarben. Luzern, Faksimile Verlag, 1994.
Eines von 95 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage: 1060). Die Handschrift ist eines der größten Werke der Renaissance Buchmalerei. Das Stundenbuch der Sforza mit seinen insgesamt 203 Illuminationen zeichnet sich namentlich dadurch aus, dass die Illustrationen nicht nur von zwei verschiedenen Künstlern stammen, sondern diese in zwei verschiedenen Ländern arbeiteten und sich die beiden - zwischen Beginn und Fertigstellung liegen fast 100 Jahre - vermutlich nie begegnet sind. Begonnen hat das Werk Giovan Pietro Birago, vollendet wurde es von Gerard Horenbout. Ursprüngliche Besitzerin war, so konnte aufgrund von Wappen und Inschriften im Stundenbuch festgestellt werden, Bona Sforza, die Gemahlin Galeazzo Maria Sforzas, der von 1466 bis 1476 Herzog von Mailand war. Einen ersten Hinweis auf das Buch findet sich in der Korrespondenz von Birago. – Nahezu verlagsfrisch.
Stundenbuch für Rouen
Barb. lat. 487 der Biblioteca Apostolica Vaticana
Los 1377
Schätzung
180€ (US$ 207)
Stundenbuch für Rouen. Barb. lat. 487 der Biblioteca Apostolica Vaticana. Faksimile, Kommentar und Dokumentationsmappe. 3 Bände. 21 x 14 cm. Rotes OLeder über Holzdeckeln mit reicher Goldprägung und dreiseitigem Goldschnitt bzw. OHalbleder mit goldgeprägtem RTitel, zusammen in OHalblederschuber (mit montiertem Schild). Stuttgart und Zürich, Belser, 1994.
Codices e Vaticanis selecti, Vol. LXXXI. Das originale Stundenbuch der Barberini für Rouen ist ein Meisterwerk der französischen Buchkunst und entstand um 1510. – Nahezu verlagsfrisch.
Très Belles Heures de Notre-Dame du Duc de Berry
Nouv. acq. lat. 3093 der Bibliothèque Nationale de France
Los 1378
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Les Très Belles Heures de Notre-Dame du Duc de Berry. Nouv. acq. lat. 3093 der Bibliothèque Nationale de France in Paris. Faksimile. 1 Band. 28,5 x 20 cm. Weinrotes OMaroquin mit überaus reicher Rücken- und Deckelvergoldung, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt in OPlexiglasschuber (minimal berieben). Luzern, Faksimile-Verlag, 1992.
Der ursprünglich erste Teil der Handschrift, die später in das vorliegende Stundenbuch und das Turin-Mailänder Stundenbuch aufgeteilt wurde. – Ohne Kommentarband. Nahezu verlagsfrisch. – Dabei: Eberhard König. Die Très Belles Heures von Jean de France Duc de Berry. Ein Meisterwerk an der Schwelle zur Neuzeit. 270 S. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen und 1 Mappe mit 2 faksimilierten Miniaturen. 32 x 24,5 cm. OLeinen mit goldgeprägtem Deckel- bzw. Rückentitel, zusammen in OLeinenschuber. Ebenda 1998. - Dieses dreifach vorhanden. Ferner vier Dokumentationsmappen sowie 1 Faksimiletafel unter Glas.
Très Riches Heures du Duc de Berry, Les
Nr. 65 im Musée Condé in Chantilly bei Paris
Los 1379
Schätzung
1.600€ (US$ 1,839)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Nr. 65 im Musée Condé in Chantilly bei Paris. Faksimile und Kommentar. 2 Bände. Rotes OMaroquin mit RVergoldung, goldgeprägten Wappen auf den Deckeln und goldgeprägter Bordüre, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt bzw. OHalbleder, zusammen in OPlexiglaskassette. Luzern, Faksimile Verlag, 1984.
Die Handschrift "zählt zu den berühmtesten und kostbarsten Büchern der Welt und ihre Miniaturen zu den schönsten des Mittelalters" (Verlagsbroschüre). Sie entstand im Auftrag von Jean de Berry. Die beteiligten Künstler waren die Brüder Limburg und Jean Colombe. – Nahezu verlagsfrisch.
Trinity-Apokalypse, Die
Ms. R. 16.2. der Trinity College Library, Cambridge
Los 1380
Schätzung
600€ (US$ 690)
Die Trinity-Apokalypse. The Trinity Apocalypse. Ms. R. 16.2. der Trinity College Library in Cambridge. Faksimile, Kommentar und Dokumentationsmappe. 2 Bände und Mappe. 42,5 x 30 cm. Reich goldgepägtes crèmeweißes OMaroquin (minimal bestoßen) in OPlexiglas-Schuberbzw. weißes OHalbmaroquin (minimal bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel in OPappschuber. Luzern, Faksimile-Verlag, 2004.
Eines von 900 arabisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage: 980) der Handschrift, die als "schönste aller Offenbarungsschriften" (Kommentar, S. 9) bekannt ist. Darin wird in über 100 Einzelbildern die Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt und dem Jüngsten Gericht in wunderschönen farbkräftigen, detailreichen Miniaturen geschildert.
Da der Auftraggeber unbekannt ist, wurde die Trinity-Apokalypse, die stilistisch in die englische und nordfranzösische Kunstlandschaft eingeordnet wird, nach ihrem Aufbewahrungsort in Cambridge benannt. Mit der Dokumentationsmappe. – Verlagsfrisch.
Tschachtlans Bilderchronik
Ms. A 120 in der Zentralbibliothek Zürich
Los 1381
Schätzung
800€ (US$ 920)
Tschachtlans Bilderchronik. Ms. A 120 in der Zentralbibliothek Zürich. Faksimile, Kommentar, Abbildungsverzeichnis und Dokumentationsmappe. 4 Bände. 28,2 x 20 cm. Reich blindgeprägtes OSchweinsleder über abgefasten Holzdeckeln mit zwei punzierten Messingschließen, OHalbleder und OBroschur. Luzern, Faksimile Verlag, 1986.
Eines von 980 nummerierten Exemplaren. Die Tschachtlanchronik stammt aus Bern und ist die Die älteste erhaltene Chronik der Schweiz sowie die erste Stadtchronik in deutscher Sprache. Sie wurde nicht für einen bestimmten Auftraggeber verfasst, sondern als Privatwerk und wurde vom Berner Ratsherrn Benedikt Tschachtlan selbst illuminiert.
Seine Chronik war das erste Werk seiner Art, da nie zuvor eine Weltchronik mit Bildern illustriert wurde. Der junge Diebold Schilling, der wohl bekannteste Schweizer Chronist, verwendete Tschachtlans Buch als Grundlage für sein Erstlingswerk. Es wird sogar davon ausgegangen, dass er an der Erstellung des Codex beteiligt war. – Sehr gut erhalten, lediglich das Abbildungsverzeichnis mit leichten Gebrauchsspuren.
Turin-Mailänder Stundenbuch, Das
Inv. N° 47 des Museo Civico d'Arte Antica in Turin
Los 1382
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Das Turin-Mailänder Stundenbuch. Inv. N° 47 des Museo Civico d´Arte Antica in Turin. Faksimile, Kommentar und 3 Dokumentationsmappen. 2 Bände und 3 Mappen. 28 x 20,5 cm bzw. 40 x 28 cm. Blindgeprägter dunkelgrüner OSamtband über Holzdeckeln mit goldgeprägtem Wappen auf dem Vorderdeckel bzw. dunkelgrüner OSamtband mit goldgeprägtem RSchild, zusammen in OPlexiglasschuber (leicht berieben) bzw. OLeinen mit goldgeprägtem Deckeltitel. Luzern, Faksimile Verlag, 1994.
"Ursprünglich als Gesamtwerk mit den 'Très Belles Heures de Notre-Dame' vom Herzog von Berry in Auftrag gegeben, wirkten ab 1380 über 70 Jahre lang verschiedenste Künstler an der Illumination der Handschrift, so dass hier unterschiedlichste Malstile der spätmittelalterlichen Bildkunst vertreten sind. Im Turin-Mailänder Stundenbuch finden wir sowohl die frühesten als auch die spätesten heute bekannten Werke des Genies Jan van Eyck. Sie zeigen die erstaunliche Fähigkeit des Künstlers, mit Hilfe des Lichts den Räumen des Alltags eine höhere Bedeutung zu verleihen. Er war auch der erste, der es verstand, wirklichkeitsgetreue Porträts zu schaffen. Darüber hinaus führte er die Malerei zu einer mikroskopisch exakten Wiedergabe der Realität. Jan van Eycks Miniaturen dokumentieren diesen Reichtum an neuen Techniken" (Klappentext). – Neuwertig.
Verschollene Gebetbuch, Das
Handschrift Ms. alfa U.2.28 Lat. 614
Los 1383
Schätzung
700€ (US$ 805)
Das verschollene Gebetbuch der französischen Königstochter. Faksimile der Handschrift Ms. alfa. U.2.28 Lat. 614 der Biblioteca Estense der Universität von Modena. Faksimile und Kommentar. 2 Bände. Rosafarbener OSamteinband, silber bestickt, mit Schließbändern bzw. OPappband in schwarz furnierter OHolzkassette mit Plexiglas-Sichtfenster in OPappkassette. Modena, Art Codex, 2019.
Eines von 999 Exemplaren (Gesamtauflage). Faksimile eines der prächtigsten und kostbarsten Gebetbücher der Renaissance. Das Originalmanuskript wurde im Jahr 1994 während einer Ausstellung im Kloster Montecassino gestohlen und gilt seither als verschollen. Mit dem Kommentarband von L. Bellingeri und E. A. Talamo. – Nahezu verlagsfrisch, der Kommentarband eingeschweißt.
Vita des Heiligen Wenzel
Cod. ser. 2633 der Österreichischen Nationalbibliothek
Los 1384
Schätzung
500€ (US$ 575)
Vita des Heiligen Wenzel. Cod. ser. 2633 der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Faksimile und Kommentar. 2 Bände. 22,5 x 15,5 cm. OSeide mit dreiseitigem Goldschnitt bzw. OLeinen, zusammen in OLeinenschuber (dieser schwach berieben) mit goldgeprägtem RSchild. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 2015.
Codices selecti, Vol. CXXI, CXXI*. Eines von 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, bei der das Blattgold des Originals mit Foliengold reproduziert wurde (Gesamtauflage: 480). – Nahezu verlagsfrisch.
Vom Einfluss der Gestirne
auf die Gesundheit und den Charakter des Menschen. Cod. C 54 der Zentralbibliothek Zürich
Los 1385
Schätzung
150€ (US$ 172)
Vom Einfluss der Gestirne, auf die Gesundheit und den Charakter des Menschen. (Nürnberger Kodex Schürstab). Cod. C 54 der Zentralbibliothek Zürich. Faksimile und Kommentar. 2 Bände. 29,5 x 20,5 cm. OLeder bzw. OHalbleder in OPappschuber. Luzern, Faksimile Verlag, 1981-1983.
"Die locker hingeworfenen Zeilen der Nürnberger Handschrift verraten einen Berufsschreiber, der seine fränkische Bastarda beherrscht, gleichzeitig Text und Rubrikation einträgt, ohne kalligraphischen Ehrgeiz vorgeht und die Haltung eines Lohnschreibers zeigt" (Kommentarband, S. 139). – Wohlerhalten.
Wenzelsbibel, Die
Codices Vindobonenses 2759-2764 der Österreichischen Nationalbibliothek
Los 1386
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
Die Wenzelsbibel. Vollständige Faksimile-Ausgabe der Codices Vindobonenses 2759-2764 der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. 9 Bände Faksimiles in Gold und Farben sowie 3 Bände Kommentar, Dokumentationsmappe und Präsentationsband. Zusammen 12 Bände und 1 Mappe und 1 Kassette. 53 x 37 cm, 32 x 23 cm, 57 x 40 cm bzw. 40 x 27,5 cm. Dunkelbraunes OLeder über 5 Bünden mit goldgeprägtem RTitel, großer goldgeprägter VDeckelvignette in OPappschubern mit goldgeprägtem RSchild (Faksimile), OLeinen (Kommentar), OLeinenmappe (Dokumentation) bzw. OBroschur und dunkelbraunes OLeder mit Goldprägung. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1981-1998.
Codices selecti LXX. Eines von 780 arabisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage: 810) von einem der größen jemals veranstalteten Faksimile-Projekte: die neun Imperialfolianten der Wenzelsbibel. Die monumentale Prachthandschrift entstand zwischen 1390 und 1400 in Prag im Auftrage des böhmischen Königs Wenzel IV. (1361-1419), geschrieben und auf kostbarste Weise illuminiert im Stil der internationalen Gotik, dem "Weichen Stil". Bei dem Bibeltext handelt es sich um eine der ältesten Übersetzungen des Alten Testaments ins Deutsche. Bewahrt wird die Bibel heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien als "Codices Vindobonenses". Band IX ist der "Dokumentenband", der die nicht illuminierten Bücher des Codex enthält.
Die Kommentarbände mit den 1. "Erläuterungen zu den illuminierten Seiten von Michaela Krieger und Gerhard Schmidt" (Graz 1996), der zweite Band mit dem 2. "Kommentar von Hedwig Heger, Ivan Hlavacek, Gerhard Schmidt und Franz Unterkircher" (Graz 1998). Dabei auch der 3. Interimskommentar: "Julius von Schlosser. Die Bilderhandschriften Königs Wenzel I. Ein Interimskommentar zur Faksimile-Ausgabe der Wenzelsbibel. Sonderdruck aus dem Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses". Reprint der Ausgabe Wien 1893. Graz, ebenda, 1981. Ferner 4. der Begleitband von Katharina Hranitzky "Die schönsten Bilder aus der Wenzelbibel" (1998). – Tadellos erhalten, tweilweise verlagsfrisch und in den Originalkartons verpackt. Die Kommentare mit kaum Gebrauchsspuren. Lediglich die Dokumentenmappe: "Die Wenzelsbibel. Acht Dokumentationen zum Faksimile" (Graz 1987) fehlt.
Wolf, Nobert
Die Galerie der schönsten Bücher - Buchmalerei erleben. Hrsg. von Ingo F. Walther
Los 1387
Schätzung
300€ (US$ 345)
Wolf, Nobert. Die Galerie der schönsten Bücher - Buchmalerei erleben. Hrsg. von Ingo F. Walther. 12 (von 16) Bänden. 32 x 23 cm. Blaues OLeinen mit goldgeprägtem Rücken- und VDeckeltitel, zweimal vier Bände zusammen im OLeinenschuber. Luzern, Faksimile Verlag, 2004-2007.
Umfangreiche und fundierte Abhandlungen zur Geschichte der Buchmalerei, erläutert an Beispielen, die der Luzerner Verlag faksimiliert hatte. Jeder Band mit einem Faksimileblatt oder mehreren Ausschnitten, in einem am Anfang des Buches eingebundenen Passepartoutkarton.
Vorhanden sind: I/1. Der Herzog von Berry und die reiche Kunst der Gotik. - I/2. Deutschlands großes Erbe - Die ottonischen Bilderhandschriften. - I/3. Das frühe Christentum und die große insulare Buchkunst. - I/4. Meister deutscher Buchmalerei zwischen Spätgotik und Reformation.
II/1. Kleinodien und Bücher wie Kathedralen. - II/2. Herausragende Hofkunst in Frankreich zur Zeit des Herzogs von Berry. - II/3. Karl der Große und ein neues römisches Reich. - II/4. In Konkurrenz zum gedruckten Buch: Die Meister von Gent und Brügge.
III/1. Eine Hommage an Gott und die Kunst: das komplexeste Stundenbuch der Geschichte. - III/2. Der Bedford-Meister - die Apotheose der französischen Buchmalerei. - III/3. Das Büchererbe der Herzöge von Burgund - ein Teil des märchenhaften Burgunderschatzes. - III/4. Die französische Königsfamilie und ihre Bücherliebe.
– Der 4. und letzte Teil fehlt.
LITERATUR UND BUCHILLUSTRATION
Abraham à Sancta Clara. Judas der Ertz-Schelm, für ehrliche Leuth, oder eigentlicher Entwurff, und Lebens-Beschreibung des ischariotischen Bösewicht. Teile I und II (von 4). 10 Bl., 410 S., 5 Bl.; 487 S., 16 Bl. Mit 2 gestochenen Frontispices (in Pag.). 20,5 x 16,5 cm. Schlichter Pappband des 19. Jahrhunderts (Gelenke angeplatzt) mit hs. RTitel. Bonn, Georg Friedrich Franckenberg bzw. Salzburg, Haan, 1687-1689.
VD 17 14:678611Z. Dünnhaupt I, 22.I.5. Bertsche 22a, 12. Goedeke III, 240, 18. Vgl. Faber du Faur 1112. Jantz 324. – Fünfte Ausgabe. Mit vier Teilen das umfangreichste Werk des barocken Predigers und Schriftstellers Abraham à Sancta Clara (1644-1709): "Eine weitausgesponnene Lebensbeschreibung des Judas, mit einer Fülle von kultursatirischen Legenden und Episoden untermalt" (Dünnhaupt). "Father Abraham regarded this, his most ambitious work, a sort of novel, but useful for preachers also. The devilish side of the human soul is incarnate in Judas" (Faber du Faur). – Innenspiegel mit montiertem Exlibris sowie kl. Antiquariatsschild. Durchgehend etwa gebräunt.
Abraham à Sancta Clara. Reimb dich, oder ich Liß dich, Das ist: Allerley Materien, Discurs, Concept, und Predigen, welche bißhero in underschidlichen Tractätlen gedruckt worden; Nunmehr in ain Werck zusammen gereimbt, und zusammen geraumbt. 18 (statt 19) Teile in 1 Band. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz und Holzschnitt-Druckermarke. 19,5 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (ohne Schließbänder) mit hs. RTitel. Salzburg, Melchior Haan, 1684.
Dünnhaupt I, 20.1. Bertsche 20a, 1. Faber du Faur 1107 – Erste Auflage der Sammlung von Abrahams frühen Prosawerken. Die 16 Kleinschriften alle mit eigenem Titelblatt (hier allerdings ohne das Titelblatt zur ersten Schrift), u. a. sind enthalten Mercks Wienn, Lösch Wienn, Grosse Todten-Bruderschaft, Auff, auff Ihr Christen, Soldaten-Glory usw. Abraham à Sancta Clara (1644-1709) "beherrschte wie alle großen Schriftsteller des Barock die Kunst des Fabulierens mit allen Registern. Hier kamen ihm sein erstaunliches Wissen und seine ebenso reiche wie tiefe Kenntnis der Nöte und Sorgen des großen wie des kleinen Mannes sehr zugute" (NDB). – Es fehlen das Titelblatt zur ersten Schrift Sermon exordia sowie eines der drei Trauergedichte im Anhang. Nur gering fleckiges, insgesamt wohlerhaltenes Exemplar.
Adam, Alexander. Handbuch der römischen Alterthümer. Zur vollständigen Kenntnis der Sitten und Gewohnheiten der Römer und zum leichtern Verständnis der lateinischen Klassiker, durch Erklärung der vornehmsten Worte und Redensarten, die aus den Sitten und Gebräuchen erläutert werden müssen. Aus dem Englischen nach der zweiten beträchtlich vermehrten Ausgabe übersetzt und mit Zusätzen und erläuternden Anmerkungen bereichert von Johann Leonhardt Meyer. 2 Bände. 2 Bl., XX, 580 S.; 2 Bl., VIII S., 1 Bl., 504, 101 S., 6 Bl. Mit 2 gestochenen Frontispices und 9 Kupfern auf 7 Tafeln. 20 x 12 cm. Marmorierte Halblederbände d. Z. (berieben, Gelenke etwas beschabt) mit ornamentaler RVergoldung und je 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Erlangen, Heyder, 1818.
Spätere Ausgabe des zuerst 1794 erschienenen Handbuchs zum besseren Verständnis der antiken Klassiker. – Schwach fleckig und gebräunt.
Aelianus, Claudius. Poikili istoria. Varia historia (graece et latine). Cum notis integris Conradi Gesneri, Johannes Schefferi u. a. Curante Abrahamo Gronovio. 2 Bände. 48 Bl., 1056 S., 80 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz und einige Textkupfern. 25 x 19 cm. Leder d. Z. (berieben, Rücken fachmännisch restauriert). Leiden, Luchtmans bzw. Amsterdam, Wetstein u. a., 1731.
Brunet I, 62: "Bonne edition". Ebert 134: "Vollständige Ausgabe nach 2 neuen MSS". – Griechisch-lateinischer Paralleldruck der Bunten Geschichte, eine der drei erhaltenen Schriften des römischen Sophisten Claudius Aelianus (um 170-222). Behandelt Anekdotisches und Merkwürdiges aus dem Reich der Natur und aus der Geschichte berühmter Völker und Männer. Mit umfangreichen Kommentaren. – Mal mehr, mal weniger gebräunt und braunfleckig, Innengelenke mit Leinenstreifen verstärkt.
Alciatus, Andrea. Emblemata cum commentariis Claudii Minois & notis Laurentii Pignorii. LXXX, 1003 S. Mit Kupfertitel (in Pag.), großer Holzschnitt-Titelvigentte, großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und 214 emblematischen Textholzschnitten. 21,5 x 15,5 cm. Neuerer flexibler Pergamentband (stärkere Gebrauchsspuren, Rücken mittig geplatzt, Deckel gelöst). Padua, Pasquati für Tozzi, 1621.
Landwehr 99. Praz 251. DG 2.12072. Graesse I, 62. – Vollständigste, umfassendste und am schönsten gedruckte Ausgabe des berühmten Emblemwerks des aus Alzate bei Brianza am Comer See stammenden italienischen Humanisten und Juristen Andrea Alciatus (1492-1550), von der Graesse schwärmt: "Voilà l'édition la plus complète des emblèmes d'Alciat" und Landwehr vermerkt: "This is by far the most extensively commentated of Alciati's editions. It was edited by Joannes Thuilius, professor in Freiburg im Breisgau, who combined also the commentaries by Mignault, Sanchez, and Pignorius." Die Ausgabe enthält 212 nummerierte Embleme, dabei erstmals wieder das obszöne Emblem Nummer 80 "Adversus naturam peccantes", das den vorigen Ausgaben fehlte, sowie zwei nicht nummerierte von den gleichen Stöcken wie in der Ausgabe Padua 1618, jetzt allerdings von Bordüren eingefasst. – Buchblock mittig geplatzt, Vorsätze modern erneuert. Einige Lagen im Bug mit kleinem Feuchtigkeitsrand.
Anakreon
Oidai kai alla lyrika. Lieder nebst andern lyrischen Gedichten
Los 2006
Schätzung
180€ (US$ 207)
Anakreon. Oidai kai alla lyrika. Lieder nebst andern lyrischen Gedichten (graece et latine) von Ioh. Fried. Degen. 9 Bl., 292 S. 18 x 12 cm. Halbleder d. Z. (stärker berieben, Kapitale bestoßen, Rückenbezug mit Schabspuren). Altenburg, Gottlob Emanuel Richter, 1787.
Schweiger 25. – Zweite Ausgabe der zuerst 1782 in Ansbach erschienenen Übersetzung Johann Friedrich Degens (1752-1836), gewidmet dem Göttinger Altertumskundler Christian Gottlob Heyne. Mit griechisch-deutschem Paralleltext: "Als Schriftsteller entwickelte Degen eine ungemein fruchtbare und fast polyhistorische Thätigkeit. Abgesehen davon, daß er sehr zahlreiche Beiträge zu Zeitschriften der verschiedensten Gattung lieferte und mehrere zeitweise selbst redigirte, hat er auch eine beträchtliche Anzahl von selbständigen Schriften verfaßt, von denen es genüge, folgende zur Charakteristik seiner bunten litterarischen Betriebsamkeit namhaft zu machen: 'Ueber die Philosophie des (Pseudo) Anakreon', 1776; 'Einige Gedanken über den Roman', 1777; 'Ueber die Wahl der Gattin', 1778; 'Ueber die redende Grazie', 'Anacreontis carmina', 1781. 1786 u. 1808, dieselben deutsch 1782 u. 1821; 'Herodots Geschichten übersetzt', 1783-91. 6 Bde" etc. (ADB V, 23). – Titel etwas fleckig, mit verblasstem Stempel und kleiner Tintensignatur, fl. Vorsatz mit Quetschfalten und Randausriss. Sehr schönes, nur vereinzelt gering fleckiges Exemplar einer Vorzugsausgabe auf kräftigem Bütten.
Aphthonios von Antiochia. Progymnasmata in eloquentiam Ciceronianam introductio et selectarum orationum ideae. 3 Bl., 344 S., 1 w. Bl. 18 x 12 cm. Halbpergament d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen, Rücken nachgedunkelt). Köln, o. Dr., 1736.
Nicht bei Schweiger und Ebert. – Bibliographisch nicht nachweisbare lateinische Übersetzung der Progymnasmata des spätantiken Sophisten Aphthonios von Antiochia (2. Hälfte des 4. Jahrhunderts), ein für Anfänger konzipiertes Handbuch über die Grundbegriffe der Rhetorik mit erläuternden Stilübungen, das über Jahrhunderte im Schulgebrauch Verwendung fand. Der unfirmierte Kölner Druck ist Schweiger und Ebert unbekannt geblieben. – Schwach braunfleckig, Titel gestempelt und mit Ziffernsignatur in Bleistift. Zweiseitig unbeschnitenes Exemplar. - Selten.
Apollonius der Sophist
Lexicon Graecum Iliadis et Odysseae
Los 2008
Schätzung
350€ (US$ 402)
Apollonius der Sophist. Lexicon Graecum Iliadis et Odysseae. Primus ex codice manuscripto Sangermanensi in lucem vindicavit notis atque animadversionibus perpetuis illustravit, & versionum Latinam adjecit, Johannes Baptista Casparus d'Ansse de Villoison. 2 Bände. 2 Bl., LXXXIII S., 451 S.; 2 Bl., S. 452-966, 1 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit 9 gestochenen Textseiten. 27,5 x 21 cm. Halbleder d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben) mit RVergoldung und je 2 goldgeprägten RSchildern. Paris, J. C. Molini, 1773.
Schweiger 39. – Erste Ausgabe des griechisch-lateinischen Homer-Lexikons des Sophisten und Grammatikers Apollonios, der vermutlich am Ende des 1. Jahrhunderts zur Zeit des Tiberius lebte. Erstmals ediert und herausgegeben auf Grundlage der in der Abtei Saint-Germain-des-Prés gefundenen Handschrift durch den renommierten französischen Gräzisten Jean-Baptiste Gaspard d’Ansse de Villoison (1750-1805). Villoison begleitete von 1784 bis 1786 Choiseul-Gouffier auf seiner berühmten Expedition nach Griechenland und in die Levante, u. a. auch in die Klosterbibliotheken des Berges Athos, wo er - erfolglos - verschollene Handschriften aufzuspüren versuchte. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte Villoison 1788 den bis dato unbekannten Codex Vebetus A der Ilias Homers, den er bereits während eines Studienaufenthaltes 1781 bis 1784 in der Bibliotheca Marciana in Venedig entdeckte, und sorgte damit für eine editionsphilologische Sensation in der Welt der Altphilologie. – Gering fleckig. Unbeschnittenes und breitrandiges Exempar des schönen Quartdrucks. - Selten.
Apuleius, Lucius. Opera. Tomus alter philosophica ejus opera et Florida, reliquaque fragmenta continens, cum indice omnium vocum. 24 Bl., 848, 256 S. Mit gestochenem Frontispiz, Holzschnitt-Kopfvignette und Holzschnitt-Druckermarke. 24,5 x 18 cm. Leder d. Z. (stark berieben, Kapitale unschön zerschlissen) mit goldgeprägtem RTitel und ornamentaler RVergoldung. Paris, Federicus Leonhard, 1688.
Schweiger 10. – Teil II der zweibändigen Pariser Werkausgabe, der die philosophischen Schriften des Apuleius enthält, herausgegeben und umfassend kommentiert von Julianus Floridus. "Gehört zu den bessern Ausgaben in usum Delphini" (Schweiger). Enthält neben einer einleitenden Biographie sein berühmtes Hauptwerk, den Roman Metamorphosen (Der goldene Esel) mit der berühmten Erzählung von Amor und Psyche, ferner die Schrift über die Magie mit dem Titel Apologia, sodann die drei philosophischen Schriften De habitudine doctrinarum Platonis Philosophi, De deo Socratis und De mundo sowie im Anhang die unter dem Titel Florida überlieferte Blütenlese, eine Auswahl aus seinen Reden. – Etwas fleckig und gebräunt, Titel und Frontispiz im unteren Bug gelöst. Breitrandiger Quartdruck.
Arnim, Ludwig Achim von und C. Brentano. Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder [und Anhang:] Kinderlieder. 4 Teile in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Titeln und gestochenem Frontispiz. 20 x 12,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas fleckig und berieben, Rücken mit Mittelnickfalte, vorderes Innengelenk geplatzt, oberes Kapital mit kleinem Einriss) mit dezenter RVergoldung und 2 goldgeprägten RSchildern bzw. moderner marmorierter Halblederband im Stil d. Z. mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1806-1808.
Goedeke VI, 73, 12. Mallon (Arnim) 27, 36-38. Mallon (Brentano) 17, 25-27. Kippenberg I, 1035. Borst 1021. – Erste Ausgabe dieser großen Kostbarkeit der deutschen Literatur, dem wohl berühmtesten Werk der deutschen Romantik. Mit den schönen illustrierten Kupfertiteln in den Bänden I und II (Reiter und Oldenburger Horn mit Heidelberger Schloss, beide nach Wilhelm Grimms Zeichnung radiert von A. Weise) sowie den beiden Kupfertiteln und dem Frontispiz in Band III mit dem Anhang Kinderlieder (radiert von L. E. Grimm nach Vorlagen von Brentano, Philipp Otto Runge und anderen). Mit dem manchmal fehlenden typographischen Haupttitel in Teil III. – Ein Kupfertitel sowie ein typographisches Titelblatt alt gestempelt. Mal mehr, mal weniger stockfleckig, Band I am Schluss mit kleinem Brandloch im Seitenrand, fl. Vorsatz von Band I mit zeitgenössischem Besitzeintrag.
Aurelius Victor, Sextus. Historia Romana, cum notis integris Dominici Machanei, Eliae Vineti, Andreae Schotti, Jani Gruteri, nec non excerptis, Frid. Sylburgii & Annae Fabri filiae. Curante Joanne Artzenio. 22 Bl., 668 S., 67 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette, Kupfertafel und ca. 150 Münzkupfern. 24,5 x 19,5 cm. Moderner Lederband mit hs. RSchild. Amsterdam, Jansson-Waesberg und Utrecht, Jakob Poolsum, 1733.
Schweiger II, 1136. Graesse VI, 299. Ebert 1141. – Erste, reich illustrierte Ausgabe der von Joannes Arntzenius (1702-1759) besorgten Edition. "Dem Texte liegt Schott's Ausgabe zugrunde" (Schweiger). "Beste Ausgabe" (Ebert). Die auch als Liber de Caesaribus bekannte römische Kaisergeschichte bildet das einzige überlieferte Werk des spätantiken Geschichtsschreibers Sextus Aurelius Victor (um 320 - um 390). Es enthält Berichte über die Ursprünge und die Gründung Roms, die Mythologie und die Regierungszeiten bedeutender Kaiser. Die Edition von Arntzen gibt sämtliche Anmerkungen der im Titel genannten Kommentatoren wieder. – Etwas fleckig, sonst wohlerhalten.
Ausonius, Decimus Magnus. Opera. Interpretatione et notis illustravit Julianus Floridus. In usum Serenissimi Delphini. Recensit Joannes-Baptista Souchay. 2 Teile in 1 Band (durchgehend paginiert). LXVII, 684 S., 1 Bl., 16 S., 76 Bl. (Index). Mit gestochenem Frontispiz, Textkupfer und Kupfertafel. 24,5 x 19 cm. Leder d. Z. (etwas berieben, Kapitale gering bestoßen) mit ornamentaler RVergoldung und 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Paris, Jacob Guerin, 1730.
Schweiger I, 22. Graesse I, 259. Brunet I, 574. Ebert 1425. – Großzügiger Pariser Quartdruck der Schriften des spätantiken Dichters Auson (um 310-393). "Eine der besten Ausgaben in usum Delphini" (Ebert), also zum Gebrauch für die musische Erziehung des Thronfolgers am französischen Hof. "Edition la plus estimée: les obscoena qui forment 16 pages séparées, sont ordinairement placés à la fin du vol. avant l'index" (Brunet). Exemplar aus der Bibliothek des bedeutenden Bonner Juristen und Historikers Eduard Böcking (1802-1870), der u. a. als Freund August Wilhelm Schlegels eine kritische Ausgabe von dessen Werken sowie eine der bedeutendsten Ausgaben der Schriften Ulrich von Huttens herausgab. Mit dessen Besitzvermerk: "Ex bibliotheca Pappelbaumiana sibi comparavit Eduard Böcking" etc., datiert Berlin Dezember 1826. Böckings Bibliothek wurde posthum versteigert, seine Hutten-Bibliothek ging über in den Besitz der Straßburger UB und sein juristischer Nachlass wird in der ULB Bonn verwahrt. – Es fehlen der Titel zu Teil II nach Seite 432 sowie die beiden fl. Vorsätze, Blatt Bbbiv-v mit kleinem Eckabriss. Sonst nur schwach braunfleckig.
Nicht im KVK
Bernstein, Heinrich. Das Lösegeld. Historische Novelle. Aus dem Wintergrün für 1843. 1 Bl., 281 S. 15,5 x 10 cm. Halbleder d. Z. (stärker berieben, mit montiertem Bibliotheksschild auf dem VDeckel). Hamburg, Herold, 1843.
Nicht bei Kosch. – Einzige Ausgabe der wohl einzigen Schrift des biographisch gänzlich unbekannten, womöglich unter Pseudonym veröffentlichenden Heinrich Bernstein, von dem keine Lebensspuren bekannt sind. Von der Auflage hat sich offenbar nur das vorliegende Exemplar aus dem "Bücher- und Journal-Lesezirkel von C. Kohlmann in Lauterberg" erhalten, mit entsprechendem Deckelschild. – Etwas stockfleckig. Kein bibliothekarischer Standortnachweis über den KVK.
Brentano, Clemens. Gockel, Hinkel und Gackeleia. Mährchen, wieder erzählt. XIV, 346 S. Mit lithographischem Titel und 14 getönten lithographischen Tafeln nach Brentanos Angaben und Entwürfen. 21,5 x 13,5 cm. Leinen d. Z. (stärker fleckig, berieben und bestoßen) mit (lädiertem) RSchild. mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Frankfurt, Schmerber, 1838.
Goedeke VI, 62, 43. Borst 1856. Mallon 112. Rümann 130 und 2562. Hauswedell-Voigt II, 89. – Erste Ausgabe des berühmten Märchens, das auch wegen seiner schönen Illustrationen nach Brentanos Entwürfen zu den begehrtesten Sammlerobjekten der deutschen Literatur zählt. Exemplar mit den Tafeln im zweiten Druckzustand, kenntlich an der zwischen den Seiten 96 und 97 eingebundenen Tafel, die nun das hinzugefügte Motto "Keine Puppe, sondern nur eine schöne Kunstfigur" im Dreieck oberhalb des aufgespannten Schirms aufweist. Die reizende Titellithographie stammt von J. N. Strixner, die anderen Illustrationen wurden von Kaspar Braun, einige wohl auch von Maximiliane Pernelle, auf den Stein gezeichnet. "Frei von allen formalen Begrenzungen läßt der Dichter seine fabulierfreudige Phantasie schweifen ... An den Höhepunkten des Märchens, z. B. wenn die Tiere plötzlich sprechen können, ... geht die erzählende Prosa plötzlich in volksliedhafte Verse über. Dieses Kompositionsprinzip ergibt einen gleichsam musikalischen Rhythmus, der die scheinbar widerstrebenden Sprachelemente zu einer kunstvollen Einheit bindet" (KLL). – Block etwas verschoben, vorderes Innengelenk angeplatzt. Etwas braun- oder fingerfleckig, der lithographische Titel mit hinterlegtem Randeinriss.
Brentano, Clemens. Die Gründung Prags. Ein historisch-romantisches Drama. 1 Bl., 450 S. Mit gestochenem Frontispiz. 20,5 x 13,5 cm. Marmorierter Halbleinenband d. Z. (etwas berieben) mit Rückenfileten und goldgeprägtem RSchild. Pest, Hartleben, 1815.
Goedeke VI, 60, 27. Mallon 55a. Borst 1215. – Erste Ausgabe. Durch Brentanos zweijährigen Aufenthalt in Böhmen angeregtes Drama, das den Freiheitskampf der Tschechen behandelt. "Das Drama leistete einen hervorragenden Beitrag zu dem aus romantischem Geist geborenen Nationalmythos einer tschechisch-slavischen Vorzeit" (KLL). In dieser Variante "bewuchert das mythische Motiv vom Kampf der weißen gegen die schwarze Magie, der mit dem Kampf der lichten Götter endet, geradezu das Libussa-Primislav-Thema" (Frenzel, Stoffe, S. 438). – Vereinzelte geringe Stockflecken. Wohlerhaltenes Exemplar.
Burgundia, Antonius von. Mundi lapis Lydius sive Vanitas per veritatem falsi accusata & convicta. 13 Bl., 249 S., 13 Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.) von Theodor van Merlen und 50 Emblemkupfern von Andries Pauli. 19 x 14,5 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, 1 Gelenk mit Fehlstelle) mit 2 goldgeprägten Deckelmedaillons. Antwerpen, Witwe Jan Cnobbaert, 1639.
Landwehr 72 ("of excellent quality"). Praz 292. – Erste lateinische Ausgabe des schön illustrierten Emblembuchs mit zierlich gestochenen Kupfern im Oval oder Achteck, die erste deutsche Ausgabe der emblematischen Sittenlehre erschien 1712 in Augsburg unter dem Titel Welt Probier-Stein. Unter den Darstellungen Buchdruckerei, Münzschlägerei, Gelage, Glücksspieler, Arzt, Tischuhr, Gläserstilleben u. a. – Titel gestempelt und stärker fleckig, mit Eckabriss und Randeinriss. Mal mehr, mal weniger fleckig und feuchtrandig. Ehemaliges mehrfach gestempeltes Bibliotheksexemplar.
Caesar, Gaius Julius. Les commentaires de Cesar. 17 Bl., 623 S., 64 S., 18 Bl. Mit gestochenem Titel, gestochener Titelvignette, gestochener und gefalteter Kupferstichkarte und doppelblattgroßer Kupfertafel. 23 x 17 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen, lichtrandig und leicht angestaubt) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. Paris, Jean Camusat und Pierre le Petit, 1650.
Vgl. Graesse II, 10. – Spätere Ausgabe. – Etwas braun- und feuchtfleckig, vereinzelt knickspurig. Vorsatz mit Exlibris. Insgesamt gutes Exemplar.
Casaubon, Isaac
Epistolae, insertis ad easdem responsionibus
Los 2018
Schätzung
180€ (US$ 207)
Casaubon, Isaac. Epistolae, insertis ad easdem responsionibus. Tertia editio. Curante Theodoro Janson. 4 Teile in 1 Band. Titel in Schwarz und Rot. Mit 1 (statt 2) gestochenen Portraittafeln. 35 x 22,5 cm. Blindgeprägter Kalbslederband d. Z. (berieben und bestoßen, mit teils größeren Schabspuren, Gelenke angeplatzt) mit goldgeprägtem RSchild. Rotterdam, Caspar Fritsch und Michael Böhm, 1709.
Graesse II, 61. Ebert 3629. Sandys II, 209. – Dritte Ausgabe. "Casaubon (1559-1614) lives in his Letters and in his Ephemerides, a Latin journal largely interspersed with Greek, recording his daily reading and his reflexions for the last seventeen years of his life. Here and in his Letters, the Latin is that of a perfect master of the language" (Sandys). – Es fehlt eines der beiden Portraits. Etwas gebräunt oder braunfleckig.
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