Beck, Johann Jodocus
Kayser Carl des Fünften und des Heil. Röm. Reichs Peinliche Halßgerichts-Ordnung
Los 489
Schätzung
300€ (US$ 345)
Beck, Johann Jodocus. Kayser Carl des Fünften und des Heil. Röm. Reichs Peinliche Halßgerichts-Ordnung, wie solche auf den Reichs-Tägen zu Augspurg und Regenspurg 1530 und 1532 kund gemacht worden. Durch und durch mit denen gemeinen Rechten verglichen und mit practischen Anmerkungen erläutert. Gestochenes Frontispiz, 8 Bl., 256 S., 16 Bl. 16,5 x 9,5 cm. Pergament d. Zeit mit goldgeprägtem RTitel (etwas aufgebogen und verstaubt, vorderes Innengelenk gebrochen). Nürnberg, Göpner, 1747.
Leicht gebräunt und vereinzelt etwas fleckig. Erste Lage lose, Titel seitlich knapp beschnitten. – Beigebunden: (J. A. FROMMANN). Der flüchtige und abwesende, jedoch mit dem Tode bestrafte Delinquent, oder die Execution an Bildnissen. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzt von Justinianus Aulicojenus (i.e. J. A. Frommann). 5 Bl., 128 (recte 228) S. O.O. und Verlag 1709. Etwas gebräunt.
Behr, Wilhelm Joseph
Die Lehre von der Wirthschaft des Staats
Los 490
Schätzung
180€ (US$ 207)
Behr, Wilhelm Joseph. Die Lehre von der Wirthschaft des Staats oder Pragmatische Theorie der Finanzgesetzgebung und Finanzverwaltung. Mit Rücksicht auf den Gebrauch bei akademischen Vorlesungen. XXIV, 294 S., 2 Bl. Mit gestochenem Portrait. 20 x 12 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (schwach berieben) mit goldgeprägtem RSchild. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1822.
Erste Ausgabe der wirtschaftstheoretischen Schrift des Würzburger Staatsrechtslehrers und frühliberalen Politikers Wilhelm Joseph Behr (1775-1851), der in seinen Werken für ein durch Kant und Fichte geprägtes idealistisches Staatsrecht einstand. – Stockfleckig, sonst wohlerhalten.
bisherige Guetherhandel und seine traurigen Folgen, Der
Ein Versuch
Los 491
Schätzung
180€ (US$ 207)
Der bisherige Guetherhandel und seine traurigen Folgen. Ein Versuch. LXIII S., 3 Bl., 468 S. Mit typographischer Falttafel. 16 x 10,5 cm. Pappband d. Z. (etwas berieben, VDeckelbezug mit schwacher Schabspur) mit goldgeprägtem RSchild. Dresden, Walther, 1810.
Nicht bei Holzmann-Bohatta. – Seltener einziger Druck der anonym verfassten wirtschaftstheoretischen Abhandlung. Die Falttafel zeigt die Getreidepreise der Jahre 1734 bis 1809. – Ausgesprochen schönes Exemplar aus der "Bibliothek Sugenheim" mit entsprechendem Wappenstempel und gestochenem Exlibris auf dem Vorsatz.
Bohn, Gottfried Christian
Wohlerfahrener Kaufmann, oder umständliche Nachricht, mit was für Waaren, Münze, Maaße und Gewichte die vornehmsten Städte ... verkehren...
Los 492
Schätzung
300€ (US$ 345)
Bohn, Gottfried Christian. Wohlerfahrener Kaufmann, oder umständliche Nachricht, mit was für Waaren, Münze, Maaße und Gewichte die vornehmsten Städte ... verkehren...Viel vermehrte und verbesserte Ausgabe. 3 Bl., 884 S., 4 Bl.
Mit doppelblattgroßem gestochenen Frontispiz. 21,5 x 13,5 cm. Leder d. Zeit mit blauen Kleisterpapiervorsätzen (beschabt, Ecken bestoßen, Rückenbezug brüchig und mit Abplatzungen, an Kopf und Fuß mit kl. Wurmgang). Hamburg, J. C. Bohn, 1762.
Goldsmiths 9762. Higgs 2782. Hausdorfer 30. vgl. Kress B.1540 und Historical Accounting Lit. 28. – In vielen Auflagen verbreitetes Handbuch zur Handelskunde und zur nationalen und internationalen Handelsgeographie. S. 594-742 behandeln die Buchhaltung, S. 743-884 den kaufmännischen Briefwechsel. Unter den beschriebenen Handelsstädten Augsburg, Bremen, Breslau, Danzig, Frankfurt, Hamburg, Königsberg, Leipzig, Lübeck und Nürnberg. Das schöne Frontispiz zeigt Rathaus, Börse und Commercien-Bibliothek in Hamburg. – Etwas gebräunt, stellenweise braunfleckig.
Boulainvilliers, Henri de. Etat de la France, dans lequel on voit tout ce qui regarde le gouvernement ecclesiastique, le militaire, la justice, les finances, le commerce, les manufactures, le nombre des habitans, & en general tout ce qui peut faire connoitre à fond cette Monarchie. 3 Bände. Mit 2 Holzschnittdruckermarken auf dem Titel und einer gefalteten Kupferstichkarte. 34,5 x 22 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen mit wenigen Fehlstellen und Kapitale teils mit Einrissen) mit goldgeprägtem RSchild, RVergoldung und goldgeprägten Innenkanten. London, T. Wood & S. Palmer, 1727-1728.
Kress 3677. Goldsmiths 6496. INED 713 (BD. 1-2). – Erste Ausgabe. "He was an admirer of Feudalism, and would have liked to restore 'feudal liberty', the decay of which seemed to him the cause of the miseries of the people" (Palgrave I, 170). – Vereinzelt mit Einrissen, teils leicht stockfleckig und etwas gewellt sonst gutes Exemplar.
Brisson, Barnabas. De formulis, et sollemnibus populi Romani libri VIII. Omnibus politioris literaturae, cumprimis Iurisprudentiae studiosis utiles & necessarii. In quibus varii bonorum auctorum loci emendantur, supplentur, illustrantur. Opus magno labore ab auctore congestum: nunc vero diligenter recognitum. 4 Bl., 750 S. (recte: 760), 42 Bl. (Index). Titel in Schwarz und Rot. Mit Holzschnitt-Druckermarke und Wappenholzschnitt. 23 x 17,5 cm. Pergament d. Z. (berieben, stärker fleckig und nachgedunkelt, Rücken am unteren Gelenk eingerissen). Mainz und Frankfurt, Nicolaus Heil für Philipp Jakob Fischer, 1649.
VD17 1:012185Q. – Späterer Druck der zuerst 1583 erschienenen Kompilation römischer Rechtsterminologie. Der Jurist Barnabé Brisson (1531-1591) war Staatsrat Heinrichs III. in Paris. – Titel mit Fehlstelle unterhalb des Impressums. Mit alten Besitzeinträgen auf Innenspiegel und Titel. Ohne das vordere fl. Vorsatz. Insgesamt nur gering fleckig.
Burgermeister, Johann Stephan
Codex Diplomaticus Equestris
Los 495
Schätzung
400€ (US$ 460)
Burgermeister, Johann Stephan. Codex Diplomaticus Equestris cum continuatione Oder Reichs-Ritter-Archiv. 2 Bände. 3 Bl. 1464 S., 36 Bl.; 2 Bl., 1672 S., 44 S. Mit 2 wdhl. gestochenen Wappenfrontispizen, die Doppeltitel in Rot und Schwarz. 20,5 x 16,5 cm. Sprenkelmarmoriertes geglättetes Leder d. Z. (Gelenke und Kapitale minimal brüchig, gering bestoßen, leichte Gebrauchsspuren, nur winzige Fehlstellen) mit (etwas abgeriebener) RVergoldung und 2 RSchildern. Ulm, Daniel Süß, 1721.
Pütter I, 317, 11. Kat. des Kammergerichts Berlin 1249. ADB III, 601. – Die maßgebliche, überarbeitete, erweiterte und unter abweichendem Titel erschienene zweite Ausgabe des erstmals 1707 erschienenen historischen Grundlagenwerks. Burgermeister (1663-1722) war Syndikus der schwäbischen freien Reichsritterschaft und später kaiserl. Rat in Ulm. "Er war der eifrigste Vertheidiger der Privilegien der freien Reichsritterschaft. Diesen Gegenstand betreffen fast alle seine, deutsch abgefaßten Schriften. Obgleich ohne Plan und Kritik ... enthalten dieselben doch schätzbares Material für die Geschichte der Reichsritterschaft" (ADB). – Unwesentlich gebräunt oder fleckig, ganz wenige vereinzelte Gebrauchsspuren (wie unbedeutender Tintenfleck), insgesamt in bemerkenswert guter Gesamterhaltung. - Selten so vollständiges Werk in zwei Bänden und mit beidne Frontispizen - eine der wichtigsten Referenzen zum Reichs-Rittertum und den Adelsverbindungen.
Coûtume de Péronne
Montdidier et Roye. Französische Handschrift auf Papier
Los 496
Schätzung
350€ (US$ 402)
"Coûtume de Péronne, Montdidier et Roye avec l’analise de chaque article de celle de Paris y relatif, et note de celle d'Orléans. Französische Handschrift auf Papier. 2 nn. Bl., 306 S. 1 (wenige weiß). 5 x 9,5 cm. Marmoriertes Leder d. Z. (bestoßen, beschabt, an Kanten und Rücken teils etwas abgeschabt, Gelenke brüchig). (Paris) 1780.
Les coutumes du gouvernement de Péronne, Montdidier et Roye ont été rédigées en 1567 à la suite de l'édit de Moulins de 1566. Applicable dans le ressort picard, ce corps de droit coutumier unifié régissait les successions, les fiefs et la justice seigneuriale. Il a fait l'objet de célèbres commentaires juridiques aux XVIIe et XVIIIe siècles. – Handschriftliches Kompendium des Gewohnheitsrechts, das für die meisten Regionen Frankreichs als verbindlich anerkannt wurde und erstmals am 15. September 1567 endgültig beschlossen und verschriftlicht wurde unter dem Titel "Coûtume de Péronne, Montdidier et Roye", hier noch mit dem Zusatz, dass auch Orléans mit einbezogen wird. Es handelt sich ursprünglich um eine offizielle Sammlung von Rechtsvorschriften aus der Picardie in Nordfrankreich, die als Teil einer großen Reformwelle im 16. Jahrhundert kodifiziert wurde, nachdem die Krone die regionalen, mündlich überlieferten Rechte gesammelt und vereinheitlicht hatte. Bedeutende Anpassungen wurden dann im 17. und 18. Jahrhundert vorgenommen, die hier enthalten sind. Das Büchlein in hübscher, gut lesbarer Handschrift ist durch ein Inhaltsverzeichnis und ein umfangreiches Register erschlossen. – Vorne einmontiert 2 weitere kleine hs. Zettel, Titel mit neuerer Beischrift (Übersetzung), nur leicht gebräunt oder stockfleckig, Gebrauchsspuren.
Euler, Martin
Neues Handlungs-Lexikon in deutschen, französischen und italienischen Rubriken, für junge Kaufleute und Contoristen
Los 497
Schätzung
400€ (US$ 460)
Euler, Martin (Johann). Neues Handlungs-Lexikon in deutschen, französischen und italienischen Rubriken, für junge Kaufleute und Contoristen. In zween Theilen. 1; 4 Bl., XVI, 206 S. 2; Titel, 519, (1 S. Errata). 19,5 x 12 cm. Grüner marmorierter Pappband d. Z. (gering bestoßen), mit rotem goldgeprägtem RSchild und dreiseitgem Rotschnitt. Karlsruhe, Rastatt, J. W. Dorners, 1790.
VD18 90624890 und 90624904. Zischka 185. – Erste Ausgabe des umfangreichen Lexikons. Teil 1 enthält eine systematische Lehre für den Kaufmann: Vorschriften von mittleren Scripturen, Abhandlung von Waaren-Calculationen, "Ausführliche theoretische und praktische Abhandlung der doppelten Buchhaltung" (S. 42-163) sowie alphabetische Tabellen von Gewichten und Maßen aus Europa und Übersee. Teil 2 "beinhaltet eine Reihe kaufmännischer deutsch-, englisch- und französischsprachiger Ausdrücke und bringt weiters Einträge aus den Gebieten der Geographie (wichtige Handelsorte), der Botanik und der Zoologie (Handelswaren betreffend) ... Martin Euler (1728- vor 1802) erwarb sich seinen Ruhm als Verfasser einer Reihe weiterer kaufmännischer Lehrbücher" (Seemann 192). Interessant ist auch die Liste der Pränumeranten, meist aus Deutschland aber auch der Schweiz mit 626 Namen. Herwood Libr. 479: "Not in Historical Accounting Literature; not in Goldsmiths." – Gering stockfleckig, sonst sehr schönes Exemplar der seltenen ersten Ausgabe.
Fischer, G(otthelf) A(ndreas). Das Kopfrechnen, auf physikalische, militairische, merkantilische und ökonomische Gegenstände angewandt. Ein Handbuch zum Unterricht im Kopfrechnen. VIII, 1 Bl., 207 S. 18 x 10,5 cm. Pappband d. Zt. (leicht bestoßen und berieben) mit Rückenschild. Dresden, Arnold, 1808.
Vgl. Enslin, 30 (2. Ausgabe). Weichold, Schubert, 24f. und 31ff. – Erste Ausgabe. Gotthelf Andreas (auch: Gotthelf August oder Georg August; 1763-1832) Fischer war seinerzeit als Mathematiklehrer am Kgl. Sächs. Pagen-Institut (auch: Kadettenkorps) tätig. Später lehrte er an der 1828 gegründeten "Technischen Bildungsanstalt", der heutigen TU Dresden. Der bedeutende sächsische Ingenieur Johann Andreas Schubert (1808-1870) gehört zu seinen bekanntesten Schülern und wurde sein Nachfolger. Nach der Einleitung folgen 584 Aufgaben inklusive Lösungen, abschließend verschiedene Tabellen. Eine zweite, "wohlfeile Ausgabe" von 1812 ist unverändert erschienen. – Titel verso mit altem polnischem Bibliotheksstempel. Gutes Exemplar.
Gavarelle, F.Aloys de
Abhandlung über die Schiffbarmachung der Lahn
Los 499
Schätzung
400€ (US$ 460)
Gavarelle, F. A(loys) de. Abhandlung über die Schiffbarmachung der Lahn, Nahe, Mosel, Saar und anderer mittlerer und kleinerer Flüsse. Ein Beitrag zu einer wirklichen Handlungs-Verbesserung. 128 Seiten, mit einer gefalteten teilkolorisierten Karte des Lahnflusses. 19x11,1 cm. Neuer Halblederband (Rücken ausgeblichen und Vorderdeckel leicht Lichtrandig). Koblenz, Lassaulx'sche Buchdruckerei, 1806.
Eckoldt: Flüsse und Kanäle S. 91. – Der Verfasser, ehemals Trierer Hofrat u. Chaussee-Direktor, beschreibt die Schiffbarmachung der Lahn, gibt "Aufklärung über die Lage der Handlung des Rheins, der Mosel, Saar, Nahe und Lahngegegenden im Allgemeinen", es folgt ein Abschnitt über Handel u. Produkte der Region, weiter über den Handel mit Bremen auf Fulda, Werra u. Weser sowie eine Beschreibung der eingesetzten Schiffe u. abschließend über die verschiedenen Wasserfrachten unterschiedlicher Regionen. Zur Lahnkarte gibt es eine Einteilung der verschiedenen an der Lahn gelegenen Herrschaften u. der zwischen Ober-Lahnstein u. Marburg vorhandenen Mühlen. "Die zweite Schiffbarmachung (der Lahn) wurde mit der Neugliederung der Rheinlande durch die Rheinbundakte von 1806 ermöglicht: Das vergrößerte Herzogtum Nassau konnte jetzt die Lahn aufwärts bis zu der Hauptstadt Weilburg schiffbar machen. 1810 wurde die Schiffahrt feierlich eröffnet." – Etwas stockfleckig, vereinzelt leicht gebräunt. Die Karte auf leicht bläulichem Papier mit kleinem Einriss. Titelbl. und ein weiteres Bl. im Äußersten oberen Rand mit hinterlegtem Transparentklebestreifen.
Gerhardt, Balthasar
Allgemeiner Contorist oder Neueste und gegenwärtiger Zeiten gewöhnliche Münz- Maß- und Gewichtserfassung
Los 500
Schätzung
450€ (US$ 517)
Gerhardt, M(arcus) R(udolph) B(althasar). Allgemeiner Contorist oder Neueste und gegenwärtiger Zeiten gewöhnliche Münz- Maaß- und Gewichtsverfassung aller Länder und Handelsstädte. Nach den neuesten und zuverlässigsten Nachrichten bearbeitet. 2 Teile in 1 Band. XXXII, 420 S.; 1 Bl., VIII, 324 S. 24,5 x 20cm. Halbleder d. Z. (Rücken lädiert; Deckel modern restauriert) mit goldgeprägten RSchild. Berlin, A. Wever, 1791-1792.
Humpert 5320. Kat. Commerzbibliothek (1864) Sp. 481. Poggendorff I, Sp. 881 (nicht dieses Werk). – Erste Ausgabe. Gerhardt (1735-1805) war Haupt-Banco-Buchhalter in Berlin und hatte 1788 ein "Handbuch der teutschen Münz-, Maaß- und Gewichtskunde" publiziert. Gegenüber diesem Werk ist das vorliegende um die nicht deutschsprachigen Gebiete Europas in Teil 1 und die überseeischen Gebiete in Teil 2 erweitert worden. Die historischen Anmerkungen wurden dagegen wohl gekürzt. Der zweite Teil enthält ab S. 125 außerdem einen umfangreichen Tabellenteil.- – Teilweise schwach gebräunt und mit braunen Feuchtigkeitsspuren. Letzte Blatt braunfleckig am oberen Rand. Vorsatz mit zeitgenössichen Eintrag.
Héricart de Thury
Rapport sur les produits de l'industrie française
Los 501
Schätzung
250€ (US$ 287)
Héricart de Thury, (Louis Étienne François), und (Pierre-Henri) Migneron. Rapport sur les produits de l'industrie française, présenté, au nom du Jury Central, à S. E. M. le Comte de Saint-Cricq. XVI, 573 S. 21,5 x 14 cm. Blaue OInterimsbroschur (Ränder etwas angestaubt, Umschlag an den Ecken gering beschädigt) mit gedrucktem Rückenschild. Paris, Imprimerie Royale, 1828.
Goldsmiths'-Kress 25503.14. – Der umfangreiche offizielle Katalog der Pariser Ausstellung von 1827 beschreibt in 22 Kapiteln nahezu alle Produkte, die Frankreich seinerzeit zu bieten hatte. Unter den Mitgliedern der Jury befanden sich zahlreiche bekannte Wissenschaftler und Gelehrte der Zeit wie z. B. Villefosse, Brongniart, Molard, Gay-Lussac, Arago und Thenard. Die Liste der beteiligten Fabrikanten und Künstler umfasst die Seiten 517-573. – Meist unaufgeschnittenes Exemplar im fast originalen Zustand. Vortitel mit Eckabriss.
Hoch-Gräffliches Bentheim-Steinfürtisches Gegen-Manifest, oder Gründliche Widerlegung von Gertrud Zelst vor wenig Jahren durch offenen Truck divulgirter Schmähe-Schrifft: und zugleich rechtliche Behauptung zwischen denen beyden Hoch-Gräfflichen Häuseren Bentheim und Steinfurt im Jahr 1487. errichteter von allen im Römischen Reich teutscher Nation von selbiger Zeit ab, biß hierzu am Regiment gewesenen Käyseren kräfftigst confirmirter Erb-Vereinigung. 107 S. 20 x 16 cm. Moderner Halbpergamentband mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. O. O. und Dr., 1686.
VD17 1:020761Y. – Einziger Druck der Streitschrift. – Durchgehend mit großem Feuchtigkeitsfleck.
Howard, William (recte: John). Ueber Gefängnisse und Zuchthäuser. Ein Auszug aus dem Englischen. Mit Zusätzen und Anmerkungen, und Kupfern, von Gottl(ieb) Ludolf Wilhelm Köster. Titel, 12 S., 2 Bl. Inhalt, 286 S., 1 Bl. Anmerkungen. Mit 7 (6 gefalt.) Tabellen und 3 gefalteten gest. Tafeln.17 x 10 cm. Kalblederband d. Zt. mit RSchild, RVergoldung und einfacher Goldfilete auf beiden Deckeln (Vordergelenk oben etwas angeplatzt, Vorderdeckel mit großem dunklem Feuchtigkeitsfleck). Leipzig, Weygand, 1780.
UCBA 878. Oxford DNB 28, 290ff. Carter-Muir 224. Die deutsche Ausgabe nicht bei Blake und Wellcome. – Einzige deutsche Ausgabe von "The state of the prisons in England and Wales" (Warrington, 1777). Aufgrund eigener Erfahrungen, die Howard (1726-1790) in einem französischen Gefängnis in Brest gemacht hatte, setzte er sich nach seiner Freilassung für eine Verbesserung des Gefängniswesens in England ein. In vorliegender Schrift, die seinerzeit großes Aufsehen erregt hat, deckte er die unmenschlichen Zustände in englischen Gefängnissen auf und bewirkte dadurch Gesetzesänderungen, die zu Verbesserungen führten. Köster (1754-1802; Advokat in Celle, später Kanzlei-Sekretär in Hannover) hat das Werk für deutsche Leser bearbeitet. Die Kupfer zeigen Grundrisse, darunter das Gefängnis von Gent. – Gedrucktes Exlibris "W. L. C. von dem Bussche". Innen gut erhalten.
Juristisches Wochenblatt
herausgegeben von August Friedrich Schott
Los 504
Schätzung
150€ (US$ 172)
Juristisches Wochenblatt, herausgegeben von August Friedrich Schott. 824 S. 16,5 x 10 cm. Leder d. Z. (fleckig und berieben, oberes Kapital mit tieferem Einriss). Leipzig, Selbstverlag, 1772.
Erster von insgesamt vier Jahrgängen des seltenen juristischen Periodikums, das zwischen den Jahren 1772 und 1775 erschien. "Ein anderes, bedeutsames Unternehmen war sein 'Juristisches Wochenblatt', welches eine Menge kleinerer Abhandlungen einer großen Anzahl von Autoren wieder abdruckt aus allen möglichen über Deutschland zerstreuten Taschenbüchern, Schriften gelehrter Gesellschaften, localen Zeitschriften, deren Inhalt so leicht verloren geht" (ADB XXXII, 395).. – Etwas braunfleckig, stellenweise mit kleinen Feuchtigkeitsrändern. Fl. Vorsatz mit altem Besitzvermerk.
Keynes, John Maynard
The general theory of employment, interest and money
Los 505
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Keynes, John Maynard. The general theory of employment, interest and money. 2 Bl., XII, 403 S. 21,5 x 13 cm. Blaues OLeinen (leicht berieben und Rücken minimal verblichen) mit goldgeprägtem RTitel. London, Macmillan, 1936.
PMM 423. New Palgrave III, 39. – Erste Ausgabe des Hauptwerkes des britischen Ökonomen (1883-1946), dessen Theorien bis heute nachwirken. "First in 'A Treatise on Money' 1930, and later in his 'General Theory', [Keynes] subjected the definitions and theories of the classical school of economists to a penetrating scrutiny and found them seriously inadequate and inaccurate … he propounded a … programme for national and international official monetary policies. A national budget, over and above its function of providing a national income, should be used as a major instrument in planning the national economy … 'The General Theory' ('on which', says D.N.B., 'his fame as the outstanding economist of his generation must rest') threw the economists of the world into two violently opposed camps. Yet eight years, and a second world war, later Keynes was to dominate the international conference at Bretton Woods, out of which came the International Monetary Fund and the World Bank …" (PMM). – Vorsatz etwas gebräunt, sonst nahezu frisch,. – Dabei: Derselbe. A tract on monetary reform. 2 Bl., VIII, 209 S., 1 Bl. 21,5 x 13,5 cm. Blaues OLeinen ( leicht berieben und bestoßen, Rücken leicht verlbichen) mit goldgeprägtem RTitel. London, Macmmllan, 1923. - Vorsatz mit privatem Besitzstempel, leicht gebräunt, ersten zwei Blätter und Titel mit Rostflecken.
Kulpis, Johann Georg
In Sev. de Monzambano de statu imperii Germanici librum commentationes academicae
Los 506
Schätzung
200€ (US$ 230)
Kulpis, Johann Georg. In Sev. de Monzambano de statu imperii Germanici librum commentationes academicae. 2 Teile in 1 Band. 14 Bl., 599; 277 S., 17 Bl. (die letzten beiden weiß). Mit gestochenem Titel und 1 Kupfertafel. 16,5 cm x 10 cm. Leder d. Zeit (etwas berieben) mit RVergoldung und marmorierten Spiegeln. Stuttgart, G. Lorberius für J. G. Zubrotius, ca. 1688.
VD 17 1:019133X oder 39:54397W. – Kulpis (1652-98) gehört als Schüler Obrechts zur Straßburger Schule der frühen Reichspublizistik, die das Reichsstaatsrecht nicht nur juristisch, sondern auch politologisch und historisch zu begründen versuchte. In Deutschland ist er zugleich einer der frühen Kritiker des Geltungsanspruchs des römischen Rechts, indem er der damals herrschenden Meinung, für die Rezeption seiner Rechtssätze spreche eine grundsätzliche Vermutung, die der Gegner in jedem einzelnen Fall widerlegen müsse, wenn er dagegen partikulares deutsches Recht zur Geltung bringen wollte, entgegentritt. Auch aus dem Reichsstaatsrecht hat er das römische Recht zu verbannen gesucht und nur die Reichsgesetzgebung und das Reichsherkommen als Rechtsquelle gelten lassen. In vorliegendem Werk nimmt er zur berühmten, unter dem Pseudonym Severinus de Monzambano erschienenen Schrift Pufendorfs 'De Statu Imperii Germanici' Stellung. Er wendet sich gegen dessen düstere Prognose, das Reich werde sich auf Grund der Souveränitätsgarantie, die der Osnabrücker Frieden den Reichsständen gewährt habe, zu einem Staatenbund zurückbilden, und gegen die Qualifikation des Reichs als 'irregulare aliquid corpus monstro simile'. Für von Kulpis ist die Staatsform des Reichs eine Respublica mixta, die aus Elementen der Monarchie (der Kaiser) und der Aristokratie (die Reichsstände) zusammengesetzt ist, indem die iura majestatis dem Kaiser und den Reichsständen gemeinschaftlich zustehen. – Leicht gebräunt, Titel mit handschriftlichem Besitzeintrag in Tinte. Gutes Exemplar.
Maistre, Joseph Marie, Comte de
Les soirées de Saint-Pétersbourg ou entretiens sur le gouvernement temporel de la providence
Los 507
Schätzung
200€ (US$ 230)
Maistre, Joseph Marie Comte de. Les soirées de Saint-Pétersbourg, ou entretiens sur le gouvernement temporel de la providence suivis d'un traité sur les sacrifices. 2 Teile in 1 Band. 2 Bl., XXVI, 456 S., 1; 2 Bl., 474 S., 1 Bl. 20 x 14,5 cm. Tannengrünes Halbleder d. Z. (leicht beschabt und bestoßen, Rückdeckel mit Fehlstelle) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. Paris, Librairie Grècque, 1821.
Vicaire V, 459. Eisler 446. Russica-Cat. M 126. – Erste Ausgabe der gesellschaftskritischen Abhandlung über die Verhältnisse am Zarenhof und in der Société Russe von dem aus Chambéry stammenden französischen Staatsmann, Schriftsteller und Philosophen Joseph Marie, Comte de Maistre (1753-1821), der als einer der wichtigsten Begründer des Ultramontanismus gilt und als offizieller Repräsentant und Botschafter des Königsreichs Sardinien in den Jahren 1803-1817 in St. Petersburg lebte. "The most cogent political theorist writing in Franch against the secularistic, anti-aristocratic and antimonarchical ideas of 1789" (ESS X, 50). – Titel gestempelt, leicht stockfleckig, wenige Bleistiftanstreichungen, Vorsätze mit alten Sepia-Einträgen. Innenspiegel mit montiertem Exlibris.
Merckwürdiges Leben, Exilium
Exilium und neulicher Abschied aus Franckreich Sr. Eminentz Emanuelis Theodosii de la Tour d'Auvergne, Cardinals von Bouillon
Los 508
Schätzung
180€ (US$ 207)
Merckwürdiges Leben, Exilium und neulicher Abschied aus Franckreich Sr. Eminentz Emanuelis Theodosii de la Tour d'Auvergne, Cardinals von Bouillon. 112 S. 15,5 x 10 cm. Modernes dunkelblaues Leinen. Leipzig, Theodor Boetius, 1710.
"Wobey zugleich die wegen seines Exilii von ihm nach Hofe, oder von Hofe an ihn geschriebene Briefe, nebst denen deßwegen ergangenen Urtheln und Verordnungen des Parlaments zu Paris zu befinden". – Ecke des Titels verso mit Papierstück hinterlegt.
Mill, John Stuart. Grundsätze der politischen Ökonomie, nebst einigen Anwendungen auf die Gesellschaftswissenschaft. Aus dem Englischen übersetzt und mit Zusätzen versehen von Adolf Soetbeer. 2 Bände. XXVIII, 600 S.; XVIII, 737 S. 21 x 13 cm. Halbleder d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Hamburg, Perthes-Besser und Mauke, 1852.
Erste deutsche Ausgabe von Mills nationalökonomischen Hauptwerk, das 1848 unter dem Titel Principles of Political Economy erschien. – Schwach gebräunt, vereinzelte Flecken, wenige Blatt mit bräunlichem Abklatsch im Seitenrand, einige Lagen mit sehr schmalem verblasstem Feuchtigkeitsrand. Fl. Vorsatz mit Besitzstempel.
Moser, Johann Jacob
Grund-Säze des europäischen Völcker-Rechts in Kriegs-Zeiten
Los 510
Schätzung
180€ (US$ 207)
Moser, Johann Jacob. Grund-Säze des europäischen Völcker-Rechts in Kriegs-Zeiten. 5 Bl., 364 S. 16,5 x 10,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, unteres Kapital mit Resten eines Signaturschildes) mit goldgeprägtem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1752.
Darstellung der europäischen Kriegsrechtsgrundsätze durch den württembergischen Staatsrechtslehrer und Begründer des deutschen Staatsrechtes und positiven Völkerrechts Johann Jacob Moser (1701-1785). – Russisches Bibliotheksschild auf Innenspiegel montiert. Vorsätze leimschattig, sonst schön erhalten.
Nemnich, Philipp Andreas. Comtoir-Lexicon, in Neun Sprachen für Handelsleute, Rechtsgelehrte und sonstige Geschäftsmänner bearbeitet. Titel, XVI, 768 S., 1 Bl. Berichtigungen. Mit gest. Titel. 1803. 20,5 x 11,5 cm. Marmorierter Pappband d. Zt. mit handschriftlichen RSchild (Kapitale minimal bestoßen). Hamburg und Leipzig, Nemnich, 1833.
Schröder 2781, VII. Zischka 185 (datiert 1805). Kat. Commerzbibliothek (1864) 408. Nicht bei Kress und Goldsmiths'. – Interessantes Speziallexikon mit Handelsbegriffen in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch und Deutsch. "Die ersten acht Wörterbücher enthalten nicht nur das Gemeinschaftliche der Handlung, sondern auch dasjenige, was einem jeden Lande besonders eigen ist. Das letzte oder Deutsche Lexicon umfast (!), in neun zusammengestellten Sprachen, das Gemeinschaftliche der Handlung." (Vorrede). Die S. V-XVI mit umfangreichem Pränumeranten-Verzeichnis. – Titel mit Einriss und alt hinterlegt. Insgesamt schönes Exemplar.
Nover, Lorenz. "Die Verschwörungen und Revolutionen des neunzehnten Jahrhunderts." Deutsche Kurrent-Handschrift auf Papier. 418 num. S., 21 Bl. alphabet. Griffregister. 32,5 x 20 cm. Halbleinen d. Z. (etwas fleckig) mit handschr. Titelschild. Giessen 1860.
Der Verfasser, der Kriminalist Lorenz Nover, wurde 1812 in Seligenstadt (Kreis Offenbach) geboren und starb 1888 in Darmstadt. Die Stationen seines beruflichen Werdeganges listet die "Hessische Biografie" auf(https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16626_nover-lorenz):
schon frühzeitig Aushilfe des Landrates, des Bürgermeisters und des Steuereinnehmers in Seligenstadt, 1.5.1827-1832 Gehilfe des Landrates Hardy in Seligenstadt, 16.10.1832 Aktuariatsgehilfe am Landgericht Groß-Steinheim, ab März 1833 Protokollführer, 1835 nach Verlegung des Landgerichts nach Seligenstadt dort Aktuariatsgehilfe, Mitglied des Gemeinderates, Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse und Sekretär der Armenkommission in Seligenstadt
27.5.1840 Aktuarprüfung, 1842-8.6.1848 Polizeikommissar in Offenbach am Main, ehrenamtlich Direktor des bürgerlichen Hospitals und Vorsitzender der Armenkommission in Offenbach am Main, 22.9.1848 Aktuar, später Inquirent ans Verhöramt Frankfurt am Main, beteiligt an den Ermittlungen zur Ermordung von Fürst von Lichnowsky und Hans von Auerswald, ab 1849 Untersuchungsrichter am Frankfurter Appellationsgericht, 3.6. zum 29.7.1850 Polizeikommissar in Gießen
3.2.1854 Verleihung der österreichischen Großen goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft, 26.12.1858 Ernennung zum Polizeirat, 16.10.1863 Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des preußischen Kronenordens IV. Klasse, 25.8.1864 Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, 1.11.1875 Ruhestand, 9.1876 Umzug nach Darmstadt.
Demnach verfasste Nover als Polizeikommissar und Polizeirat in Gießen die hier vorliegende Denkschrift, in der er die "revolutionären Umtriebe" seiner Zeit eingehend schildert. Die Kapitelüberschriften geben einen Eindruck vom weit gespannten Inhalt der behördlichen Abhandlung: Die revolutionären Verbindungen in den Jahren 1814 bis 1833, Umtriebe im Großherzogtum Hessen, Der Männerbund, Das junge Europa, Der deutsche Bund der Geächteten, Die communistische Partei, Kirchliche und politische Bewegungen, Die Revolutionen in den Monaten Januar, Februar und März 1848, Die Gründung politisch-revolutionärer Vereine vom Frühjahr 1848 an, Centralisation und Organisation der revolutionären Vereine, Steigende Aufregung - Vorbereitungen zum Kampf, Aufruhr zu Frankfurt a. M. am 16., 17. und 18. September 1848, Die Ermordung des Fürsten Lichnowski und des Generals v. Auerswald, Zweiter Aufruhr in Baden im September 1848, Aufruhr in Würtemberg, Der zweite Congress der Democraten Deutschlands, Revolutionen in Ungarn, Wien und Berlin im Herbst 1848, Der Wehrbund 'Hilf-Dir', Vorbereitungen zu den Revolutionen des Frühjahrs 1849, Revolution in Sachsen im Mai 1849, Der Congress der verbundenen März-Vereine am 5. und 6. Mai 1849, Volksbewaffnung, Die Revolutionen in Baden, Rheinbaiern, Hessen und verschiedenen preußischen Städten im Mai und Juni 1849, Das Rumpf-Parlament, Der Turner-Bund, Die Arbeiter-Vereine nun die Arbeiter-Verbrüderung, Der Communisten-Bund, Der Grütli-Verein, Der Todten-Bund, Das revolutionäre Treiben aller Parteien in der neuesten Zeit, Die Comités der revolutionären Parteien. Am Schluss ein Namenregister. Das letzte Blatt ist im weißen unteren Rand mit einem amtlichen Stempel versehen: "Gr.Hess.Polizei-Verwaltung d. Provinzial-Hauptstadt Giessen".
Die Denkschrift befindet sich im Original lt. Onlineeintrag des "Retrokataloges Hebis" (http://orsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=1.50/PPNSET?PPN=835922332) im Nachlass Novers in der Frankfurter Außenstelle des Bundesarchivs. Offenbar wurde Novers Schilderung zu einem Standardwerk der Polizeibehörden in der Restauratonszeit nach 1848 sodass sie in mehreren Abschriften in Umlauf kam. In den 1960er Jahren erschien in Frankfurt ein Nachdruck in Faksimile mit Auszügen aus der Denkschrift, da Novers akribische und fundierte Arbeit als historische Quelle für die reaktionäre Nach-1848er-Zeit Geltung bekam. – Schnitt etwas fleckig, ansonsten sauber. - Äußerst seltenes historisches Dokument von musealem Charakter.
Pitaval, Francois Gayot
Erzählung sonderbarer Rechtshändel
Los 513
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Pitaval, (Francois) Gayot. Erzählung sonderbarer Rechtshändel sammt deren gerichtlichen Entscheidung. Aus dem Französischen. 8 (statt 9 Bände). 17 x 10 cm. Halbleder d. Z. (gering fleckig und berieben) mit dezenter RVergoldung und je 2 goldgeprägten farbigen RSchildern. Leipzig, Gottfried Kiesewetter, 1747-1750.
Fromm 10575. Graesse V, 306. Hayn-Gotendorf VI, 208. – Erste deutsche Ausgabe, blieb bis zu der von H. Blum 1885 herausgegebenen Ausgabe die einzige deutsche Übersetzung dieser auch kulturgeschichtlich höchst interessanten Sammlung von Strafrechtsfällen. Ohne den erst 1767 erschienenen Schlussband. – Schwach fleckig. Schönes Exemplar in dekorativen Halblederbänden der Bibliothek Adolf Heller in Rheda, mit entsprechendem Sammlungsstempel auf dem fl. Vorsatz.
Rößler, Hektor
Ausführlicher Bericht über die von dem Gewerbverein für das Großherzogthum Hessen im Jahre 1842 veranstaltete Allgemeine deutsche Industrie-Ausstellung zu Mainz
Los 514
Schätzung
300€ (US$ 345)
Rößler, Hektor. Ausführlicher Bericht über die von dem Gewerbverein für das Großherzogthum Hessen im Jahre 1842 veranstaltete Allgemeine deutsche Industrie-Ausstellung zu Mainz. Im Auftrag des Großherzoglich Hessischen Gewerbvereins verfaßt. Titel, 336 S. 26 x 21 cm. Halbleinen d. Z. (etwas beschabt und bestoßen) mit RSchild. Darmstadt, C. W. Leske, 1843.
Carpenter S. 15. Hauptkat. Landesgewerbeverein Hessen 7023 und 7192. – Diese Mainzer Ausstellung mit insgesamt 715 Ausstellern ist der wichtigste Vorläufer der "Allgemeinen Deutschen Gewerbe-Ausstellung" in Berlin 1844, da sie als eine der ersten auch Aussteller zugelassen hat, die nicht in dem veranstaltenden Land beheimatet waren. So sind hier u.a. Aussteller aus Württemberg, Preußen, Bayern, Sachsen, Österreich und Hannover in nicht geringer Anzahl (354) vertreten. Die ausgestellten Fabrikate kommen aus 92 verschiedenen Bereichen von Leinengespinst, über galvanoplastische Arbeiten, Werkzeuge oder Buchbindererzeugnisse bis hin zu Kunstmehl und "Conditorarbeiten und Chocolade". Der Schwerpunkt liegt bei Textilien aller Art. Hektor Rößler (1806-1875) war seit 1841 Sekretär des Gewerbvereins. "Zu Direktoren dieser Ausstellung wurden die innig befreundeten Kommerzienrat Rößler und Lederfabrikant Carl Deninger von Mainz ernannt. Mit Unterstützung eines Komites des Mainzer Lokalgewerbevereins haben die Genannten diese Ausstellung für die damaligen Verhältnisse in glänzender Weise durchgeführt. Sehr viele fremdländische Regierungen sandten Kommissäre zu dieser Ausstellung ..." (Der Gewerbeverein ... Denkschrift; 1911, S. 79). – Bibl.-Exemplar (Niederösterr. Gewerbeverein). Leicht gebräunt, vereinzelt stockfleckig.
Salmasius, Claudius. De modo usurarum liber. 28 Bl., 891 S., 46 Bl. Titel in Rot und Schwarz. 14,5 x 9,5 cm. Pergament d. Z. Leiden, Elzevier, 1639.
Willems 488. Kress 545. Goldsmith 697. – Erste Ausgabe vom Hauptwerk des französischen Universalgelehrten Claudius Salmasius (1588-1653) über Zinsrecht und Wucher. Salmasius verteidigt in dieser Schrift das Nehmen von Zinsen als Entschädigung für den Darlehensgeber. Die Schift hat "Richtung und Inhalt der Zinstheorie für mehr als 100 Jahre fast ausschließlich bestimmt und selbst in der heutigen Doktrin sind noch manche Nachwirkungen der Salmasischen Lehre erkennbar" (Sauer & Auvermann Katalog 5, Wirtschaft und Gesellschaft, Nr. 1283). – Etwas fleckig, vorderes Gelenk hinter dem Titel angeplatzt.
Sandler, Christoph
Industrie-Lexicon von Rheinland-Westphalen
Los 516
Schätzung
300€ (US$ 345)
Sandler, Christoph. Industrie-Lexicon von Rheinland-Westphalen. Ein geographisch-mercantilisch-statistisches Handbuch der Leistungsfähigkeit der gesammten Industrie von der Rheinprovinz und von Westphalen. Titel, 218 S.; 42 S. Anzeigen. 25,5 x 19,5 cm. Neuer Leinen (nahezu tadellos) unter Verwendung des originalen RDeckels. Leipzig, J. M. Sandler, 1875.
Christoph Sandler ist vor allem durch seine "Deutschen Handels-Adressbücher" bekannt geworden. Neben dem vorliegenden Industrie-Lexicon hat er 1876 auch noch eines für die Provinzen Berlin und Brandenburg herausgegeben, außerdem eines für das Königreich Sachsen. Anhand der Regierungsbezirke listet er alle bekannten Fabriken auf, meist mit Angabe des Gründungsjahres sowie der Gründer und Inhaber. Hin und wieder gibt er auch weitere Angaben wie Stammkapital, Spezialitäten, Anzahl der Beschäftigten etc. Mit Orts- sowie Fabrikaten- und Waaren-Register. – Titel und letztes Blatt mit Stempel "Techn. Bibliothek Fried. Krupp Essen." Durchweg sehr stark gebräunt und Papier brüchig, teils mit kleinen Randverlusten.
Schacht, Hjalmar. Die Stabilisierung der Mark. 6 Bl., 193S., 1 Bl. Mit Porträt- Frontispiz. 22,5 x15 cm. OLeinen (berieben und lichtrandig) mit Rück- und DTitel. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt, 1927.
Wiener Library II, 828. – Erste Ausgabe. – Vorsatz mit Besitzstempel, teils gelockert in der Bindung und mit Gebrauchsspuren.
Stats- und Gelehrte Zeitung
des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten
Los 518
Schätzung
150€ (US$ 172)
Stats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Jahrgang 1756. Nummer 1-120 und 123-207 (tlw. mit Beilagen) in 1 Sammelband. Je 2 Bl. 21 x 17 cm. Modernes Leinen (lichtrandig). (Hamburg) 1756.
Kayser 73. – Der nahezu vollständige Jahrgang von 1756. "Die Stats- u. Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten entwickelte sich in dem pressegünstigen Klima der Hansestadt, frei von Rücksichten auf dynastische und höfische Interessen, vom Senat eher fördernd überwacht als zensiert, zu einem weit über die Grenzen Hamburgs hinaus geschätzten Nachrichtenblatt mit einem Stab von Korrespondenten wie wohl keine zweite Zeitung in Deutschland. Die oft durch ganze Aktenstücke belegten Mitteilungen aus aller Welt, die - Ausdruck der "Unparteilichkeit" - von den Redakteuren zwar gelegentlich gekürzt, sonst aber unbearbeitet übernommen wurden, brachten dem Blatt seinen Ruf ein. Wenn auch die Höhe der Auflage von 25000, wie Archenholtz 1798 an Cotta schreibt, übertrieben sein wird, so ist unbestritten, daß der Correspondent in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der Spitze der deutschen politischen Zeitungen stand. Er wurde nicht nur viel gelesen, sondern auch von der Konkurrenz geplündert" (Kayser) – Es fehlen die Nummern 121 und 122. Gebräunt. Nachgebunden: Einige Flugschriften zum Siebenjährigen Krieg.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge