Haeckel, Ernst, Zoologe und Philosoph, Professor in Jena, als Darwinist Begründer des "Monismus" (1834-1919). Porträt-Photographie mit eigh. Widmung u. U. "Ernst Haeckel" auf der Rückseite. 16,5 x 10,5 cm (Kabinett-Format). (Jena, wohl um 1891).
"Herrn Dr. Persifor Frazer (Philadelphia) zur freundlichen Erinnerung. Ernst Haeckel (Jena)". Die Aufnahme des Baden-Badener Hofphotographen W. Kuntzemüller zeigt Haeckels Kopf als Relief im Profil, offenbar das 1890 von Josef Kopf (aus Baden-Baden) in Rom gefertigte Relief. - 1 abgebrochene Ecke (außerhalb des Bildes) restauriert. - Dabei: Derselbe. Eigh. Kärtchen als Albumblatt m. U. "Ernst Haeckel". 1 S. Mit eigh. Briefumschlag. Jena 6.II.1919. - 2 Zitate aus Haeckels Büchern: "Universum perpetuum mobile'! (Welträtsel, 1899). - 'Universum ubique sensibile'! (Kristallseelen, 1917)".
Harnack, Adolf von, ev. Theologe, Kirchenhistoriker, Generaldirektor der Königlichen (später Staats-) Bibliothek zu Berlin, Präsident der Kaiser-Wilhelm- (später Max-Planck-) Gesellschaft, Chronist der Preuß. Akademie der Wissenschaften, bedeutender Wissenschafts-Organisator (1851-1930). Gedruckte Urkunde mit handschr. Eintragungen u. U. "Harnack". In latein. Sprache. 1 S. Mit dem Bildnis des Universitätsgründers Friedrich Wilhelm III. im Holzschnitt-Medaillon. Imp.-folio. Berlin 22.X.1900.
Als Rektor der Berliner Universität signiert Harnack die Immatrikulations-Urkunde für den Jura-Studenten Konstantin von Bayer-Ehrenberg aus Ulm. - Gefaltet.
Italienische Botaniker des 18. und 19. Jhdts. 10 Briefe, 1 Postkarte. 1755-1886.
Inhaltsreiche Briefe namhafter Wissenschaftler über Themen der Botanik. Vorhanden: Giuseppe Moretti (1782-1853). Brief Pavia 14.II.1840. 1 S. Franz. - Carlo Ginosi (?). Brief Livorno 1755. 2 S. Ital. - Giuseppe de Notaris (1805-1877). Brief Genova 25.II.1866. 21/2 S. Ital. - Giuseppe Antonio Pasquale (1820-1893). 3 Briefe. Napoli 1883-1885. 6 S. Ital. - Pietro Sanguinetti (1802-1868). Brief 1866. Roma 21.XI.1866. 1 S. Ital. - Agostino Todaro (1812-1892). 3 Briefe, 1 Postkarte, 1 Manuskript. Palermo 1870-1886. 7 S. Ital.
Jaspers, Karl, Psychiater und Philosoph, Professor in Heidelberg und Basel (1883-1969). Eigh. Brief m. U. "Karl Jaspers". 1 S. gr. 4to. Heidelberg 16.XII.1907.
Noch als Heidelberger Student an Dr. Anne Klehmet, eine Freundin seiner Familie, mit einem Kondolenzbrief. "... Ich fühle, dass Dir in Deinem Schmerze alle Worte Fremder zu viel sein müssen. Dem unauflöslich rätselvollen Schicksal gegenüber können wir Menschen uns nur zu Gott flüchten. Ein ganz klein wenig Hilfe kann er uns aber auch gewähren, wenn auf dieser Welt noch andere Seelen sind, die uns Achtung zollen und mitfühlen ...". - Gelocht und an den Rändern etwas gebräunt.
Jaspers, Karl (1883-1969). Eigh. Brief m. U. "Karl Jaspers". 11/2 S. Gr. 4to. Heidelberg 16.XII.1907.
Als Heidelberger Student an seine "liebe Tante Kohlmann", über den Trauerfall bei Anne Klehmet. Seine Worte lassen bereits den künftigen Psychiater und Philosophen erahnen. "... ich habe doch den lebhaften Wunsch, Dir zu sagen, wie sehr ich mit Euch fühle. Denn wenn wir uns auch vielleicht nicht ganz nahe stehen, so elementare Ereignisse bindet [!] die Menschen aneinander. - Anne hat sehr schweres zu tragen. Nach der üblichen Auffassung, die den Zweck des Lebens in möglichst viel Glück, möglichst viel dem Menschen bekannten Glück sieht, darf man sie nur bedauern. Wagt man aber an der Richtigkeit dieser Auffassung zu zweifeln und sich zu gestehen, dass wir von dem Zweck des Lebens und dem Sinn einzelner Ereignisse, der schwersten wie der glücklichsten, nichts wissen, so darf man zwar noch immer dem menschlichen Horizonte entsprechend Anne's Schicksal aufs Tiefste bedauern, aber man darf auch vertrauen, dass für die ewigen, unbekannten Dinge, an denen nun im Grunde alles liegt, ein jedes Schicksal seine Bedeutung und eine gute Bedeutung hat ...". - Gelocht und an den Rändern leicht gbräunt.
Jung, Carl Gustav
Brief und Vorlesungs-Mitschrift. 1925-1931
Los 2666 [*]
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Jung, Carl Gustav, Schweizer Psychiater, Begründer der analytischen Psychologie (1875-1961). Masch. Brief m. U. "C. G. Jung". 2/3 S. Gr. 4to. Küsnacht-Zürich 22.X.1931.
An eine Dame in Frankfurt am Main, die ihn um Beurteilung der Krankheit ihres Bruders gebeten hatte. Jung antwortet, dass er nichts Bestimmtes sagen könne, da er auch nichts Genaues über den augenblicklichen Zustand des Kranken erfahren habe. "... Ich kann in dieser Hinsicht nur von Gefühlen sprechen. Ich bin absolut überzeugt, dass die gegenwärtige Situation eine ernste Krise darstellt. In einer solchen Krise muss man sich auf alles gefasst machen. Darauf ist auch Ihr Bruder gefasst.Was er tut, ist richtig ... An irgend einer Stelle des Weges, früher oder später, ist die Aufgabe erfüllt. Dann kommt die Sichtbarkeit des Lebens zum Ende. Bisweilen ist eine solche Krise auch nur die Besiegelung einer gewissen erreichten Höhe und kann überwunden werden. Ich hoffe nur, Ihr Bruder werde sich gegen gar nichts sträuben, sondern alles ruhig geschehen lassen ...". - Schäden am rechten Blattrand. - Dabei: Manuskript von Schülern eines Jung-Seminars. 226 Bl., einseitig beschrieben. Gr. 4to. Mit Umschlag geheftet. Zürich 1925. - "Protokoll eines Seminars über analytische Psychologie, geleitet von Dr. C. G. Jung. Zürich, 23. März - 6. Juli 1925. Von Mitgliedern der Klasse bearbeitet." (Titel auf Blatt 01). Manuskript von 1 Hand, mit zahlreichen Streichungen, Änderungen und Ergänzungen. Seite (1) enthält eine "Vorrede" von Cary F. de Angulo (Zürich, 29. November 1925), in der das Unternehmen erläutert wird: "Die Vervielfältigung dieses Protokolls wurde auf Bitten der Klassenmitglieder hergestellt, deren Wunsch es war, ein bleibendes Dokument über die Vorlesungen zu haben, wenn auch nur in Form eines Entwurfs. Im Gegensatz zu der Fülle und Lebendigkeit der Vorlesungen sind diese Aufzeichnungen enttäuschend 'mager'. Da ich aber kein Mittel finden konnte, diesem Mangel zu begegnen, muss ich den guten Willen der Klasse anrufen und bitten, dieselben rein als einen dem Gedächtnis helfenden Umriß anzusehen. Um der geeigneten Form willen habe ich die Vorlesungen, Fragen und Diskussionen grösstenteils wie in den Worten des Sprechers dargestellt, tatsächlich sind aber nur die geschriebenen Fragen wörtlich genau ... Die Copien der Diagramme sind nicht mein Werk, sondern wertvolle Beiträge eines anderen Klassenmitgliedes. Auch Andere haben mir durch Ergänzung des Materials und bei der Korrektur grosse Hilfe geleistet. Das Ganze wurde von Herrn Dr. Jung durchgesehen und verbessert." Dieser wichtige Schlußsatz deutet darauf hin, dass die vielen, fast jede Seite betreffenden Änderungen und Ergänzungen mindestens zum Teil direkt von der Hand C. G. Jungs stammen. - Das mißverständliche Wort "Vervielfältigung" zu Beginn ist hier wohl nicht als Herstellung mehrerer Exemplare zu verstehen, sondern als zusammenfassende Wiedergabe der empfangenen Vorlesungs-Inhalte. - Umfangreiches und höchst wertvolles Material zu Inhalt und Form der Vorlesungen des weltberühmten Gelehrten.
Junghuhn, Franz Wilhelm
Notizen Junghuhns + Beigaben: Briefe von J. K. Hasskarl. 1860-1876
Los 2667
Schätzung
450€ (US$ 517)
Junghuhn, Franz Wilhelm (1812-1864). 4 Bl. mit eigenhändigen Federskizzen von Blüten sowie botanischen Notizen in latein. Sprache. Verschied. Formate. O. O. u. J.
Aus Junghuhns Aufzeichnungen geschnittene Notizen botanischen Inhalts und Federskizzen, davon 2 Bl. von zeitgenöss. Hand bezeichnet: "Junghuhn". - 1 Bl. wohl infolge Luftfeuchtigkeit etwas stockfleckig. - Junghuhns abenteuerliches Leben und überragende Leistungen (Flucht aus Festungshaft, französ. Fremdenlegion, Reisen und Wirken in Indonesien etc.) sind inzwischen in zahlreichen Veröffentlichungen gewürdigt. - Dabei: Justus Karl Hasskarl, dt. Reisender und Naturforscher, Südostasien-Spezialist, lebte 10 Jahre auf Java, bereiste 1852-1854 im Auftrag der holländ. Regierung Peru, um Chinarinden-Setzlinge für die Anpflanzung auf Java zu beschaffen; später in Cleve ansässig, bearbeitete er die Werke Junghuhns (1811-1894). 7 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Hasskarl". - Zus. ca. 14 S. Gr. 8vo und die Karte. Cleve 1873-1876. - An den Botaniker und Geheimrat Prof. Ludwig Reichenbach in Dresden. Über Botanische Gärten, wiss. Gesellschaften, Kollegen, Fachliteratur, Fragen der Botanik und den 84. Geburtstag Reichenbachs. - 1 Brief mit ausführlichem Antwort-Konzept des Botanikers Sulpiz Kurz versehen. Die Briefe von Hasskarl teilweise mit Defekten oder Flecken am Rand. - Insgesamt 12 Teile.
Junghuhn, Franz Wilhelm
Umfangreicher Brief aus Java an einen deutschen Botaniker. 1845
Los 2668
Schätzung
800€ (US$ 920)
Junghuhn, Franz Wilhelm, der bedeutende dt. Indonesien-Forscher, Arzt, Geologe, Botaniker und Landvermesser, lebte lange auf Java und Sumatra, pflanzte Chinarinden-Bäume an und schuf die erste und grundlegende physikalisch-geographische Beschreibung Javas (1809-1864). Eigh. Brief m. U. "Fr. Junghuhn". 2 S. Folio. Medinie bei Semarang (Java) 30.IV.1845.
Aus Java an den (nicht genannten) Botaniker Ch. G. D. Nees von Esenbeck (1776-1858) in Deutschland, den er als seinen "theuren Freund und Gönner" anredet. Umfangreicher, wichtiger und wertvoller Brief, in dem Junghuhn ausführlich über seine Aktivitäten seit 1844 berichtet: die Erforschung Ostjavas, Bezug eines "einsamen Hauses" am "NordAbhange des Berges Unggarang" und seine botanische Sammeltätigkeit. In diesem Jahr erschien das erste von Junghuhns Hauptwerken: "Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java" (Magdeburg 1845, herausgegeben von Nees van Esenback), und der Forscher erbittet Belegexemplare: "... Ich warte mit Sehnsucht auf spätere Nachricht von Ihnen und auf die Ankunft von einigen Exemplaren meiner Reisen, - deren endliche Publicirung ich in einem öffentlichen Blatte vernommen habe". Breiten Raum des Briefes widmet er dann der Behandlung und der Zukunft seiner naturwissenschaftlichen Sammlungen. Die Zeichnungen, die nicht publiziert würden, erbittet er zurück: "... Denn wenn sie auch sonst nicht brauchbar sind, so wird doch ihr Anblick mir in späteren Jahren manchen Genuss verschaffen können ... Sie wissen, dass mein Herbarium, das sich in Ihren Händen befindet, mir manche Mühe und auch manche Auslagen gekostet hat. Ich habe mich dieser gern getröstet, in der Hoffnung, Ihnen mit diesen Pflanzen einige Freude und der Wissenschaft Nutzen zu verschaffen. - Ich möchte aber auch gern, wenn ich nach Deutschland zurückkomme, selbst etwas haben, und mich in späteren Tagen an meinem Gesammelten freuen, also den Besitz meines Herbariums für mich gesichert sehen ...". Trifft dann langfristige Verfügungen über die Behandlung und Zukunft seiner Sammlungen. - Junghuhns Wirken, das oft mit dem Alexander von Humboldts verglichen wurde, erfuhr später in Deutschland, den Niederlanden und Indonesien zahlreiche Ehrungen und ist heute durch einen besonders umfangreichen Artikel bei Wikipedia gewürdigt. - Aus der Sammlung Künzel; sehr selten.
Junker, Wilhelm
Brief über Stanleys Verschwinden in Afrika.1889
Los 2669 [*]
Schätzung
300€ (US$ 345)
Junker, Wilhelm, deutsch-russ. Afrika-Forscher, bereiste mehrmals große Teile der Nordhälfte Afrikas sowie Sansibar (1840-1892). Eigh. Brief m. U. "Dr. Junker". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Trauerrand. 8vo. Wien 5.I.1889.
An einen "Herrn Doctor". Ausführliche Erörterung der Nachrichten zur aktuellen Expedition des britischen Afrika-Aktivisten Henry Morton Stanley. "... Ob Stanley wirklich bereits zum Congo zurückgekehrt ist, entzieht sich jeder Beurtheilung, doch halte ich an meiner Ansicht fest, daß Stanley oder wenigstens andere seiner europäischen Begleiter, die möglichenfalls die Expedition später geführt haben, leben i. e. daß die Stanley'sche Expedition nicht aufgerieben ist. In Betreff der Nachricht ... die Gefangennahme Emin's [d. i. Emin Paschas] etc. möchte ich diesen Aussagen nur theilweise Glauben schenken. Die letzten Worte in dem Briefe des Vertreters des Mahdi in Ladò: 'Schicke mir die gefangenen Offiziere gleich wieder hierher zurück, da ich sie brauche', lassen mich annehmen, daß wirklich die nördlichen Stationen, vielleicht bis Dufilé, in die Hände der Rebellen gefallen sind ... An die Gefangennahme Emin's glaube ich nicht. Er wird Wadelay behufs eines Kriegszuges gegen die Rebellen nicht verlassen haben ... Von 'Weißen, die gefangen genommen sein könnten, nenne ich: Marco, ein griechischer Händler, der in der Provinz weilte und Vita Hassan, ein Malteser Jude, Pharmaceut bei Emin; Dalbene kommt nicht in Frage (in den letzten Tagen in den Zeitungen genannt), er verließ bereits vor Jahren die Provinz und kehrte nach Chartum zurück ...". - Größere Faltenrisse. - Selten.
Kleist, Friedrich Konrad von
Brief an einen Präsidenten. 1753
Los 2670
Schätzung
120€ (US$ 138)
Kleist, Friedrich Konrad von, Gutsherr auf Stavenow (Prignitz, Mark Brandenburg). Brief m. U. "gehorsamster Diener Fr Konrad v Kleist". 4 S. Doppelblatt. 4to. "Stawenow" 10.III.1753.
An einen Präsidenten. Über Kleists Studium von Buffons "Naturgeschichte" und seine eigenen zoologischen und botanischen Erfahrungen als Landwirt.
Krempelhuber, August von
9 Briefe an Fachkollegen. 1839-1872
Los 2671
Schätzung
300€ (US$ 345)
Krempelhuber, August von, Münchener Botaniker, Forstwissenschaftler und Flechtenspezialist, Ehrendoktor der Münchener Universität (1813-1882). Konvolut von 9 Briefen m. U. "v Krempelhuber". Auf deutsch und lateinisch. Zus. ca. 14 S. Gr. 8vo. 1839-1872.
An verschiedene Fachkollegen, in deutscher und lateinischer Sprache über Themen der Botanik. - Krempelhubers Pflanzensammlung von 20.000 Exemplaren ist heute Bestandteil der Botanischen Staatssammlung in München.
Magellan (eigentl. Magalhaens), Jean Hyacinthe de, portugiesischer Naturwissenschafter, Nachfahre des Weltumseglers (1722-1790). Eigh. Brief m. U. "Magalhaens". 2 S. 4to. Mit Erhaltvermerk des Empfängers am Kopf. London 29.X.1773
An den Astronomen Joseph-Jérôme Lefrangais de Lalande (1732-1807), seit 1768 Direktor der Pariser Sternwarte, u.a. über dessen Fernrohr, mit dem er den Jupiter beobachtet hatte: "Voici mon Cher ami une des gazetes, où votre Comète fut annoncée. J'ai vû hier Jupiter avec votre lunète. Vous savez que l'objet n'est pas favorable. Cependant, je vous assure d'en être bien content. L'oculaire le plus grossissant, & Celui qui le suit furent ceux que nous essayames. L'autre n'étoit pas encore arrangé ... Monsr. le Marquiz de Rosignan, ou par autre nom le Marquis Griselli, va partir d'ici pour Paris, & il vous apporte un petit présent, avec la geographie latine de Varennius, que Mr. le Presidt.", der Präsident der Academie des Sciences J.-Ch.- Ph. Trudaine de Montigny (1733-1777), "m'avoit ordonné, je crois pour Mr. Bailli", der Astronom Jean-Sylvain Bailly (1736-1793), 1789 der erste Bürgermeister von Paris, "Si vous avez occasion de savoir cela au juste de Mr. de Saron", der Mathematiker und Astronom Jean-Baptiste Gaspard Bochart de Saron (1730-1794), "vous n'aurez à le rendre à celui à qui il appartient. Je le payai d'hazard, car on nen trouve autrement...". - Magalhaens lebte seit 1764 in London; er wurde v. a. bekannt dafür, sich von den besten Handwerkern ausgezeichnete Beobachtungsinstrumente für seine Forschungen herstellen zu lassen; so realisierte er u.a. eine entscheidende Verbesserung der Sextanten. Bailly und Bochart de Saron wurden beide Opfer des "terreur" während der Revolution. - Am Kopf unter dem Datum von Lalandes Hand: "reçue le 3. 9bre". - Kleine Randeinrisse.
Malte Brun, Conrad, franz. Geograph dänischer Abstammung (1775-1826). Eigh. Brief m. U. "Malte Brun". 2 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. O. O. u. J. (um 1810).
An den Chefredakteur des "Journal de l'Empire", den er seiner Loyalität versichert und den er bittet, seine Beiträge offen zu kritisieren: "Quoique l'augmentation du traitement me soit très avantageuse dans ma position actuelle, ce qui m'interesse d'aventage c'est la stabilité que ces sortes de places acquièrent par le nouveau reglement. D'après les preuves que j'ai déjà reçus de Votre bienveillance pour moi & de l'amabilité de Votre caractère, j'espère que mon zèle pour les interêts du journal m'accquerera & me conservera Votre amitié. Je Vous prie instamment de me dire sans ménagement Votre avis de mes articles & je Vous assure que Vous me trouverez toujours docile à des conseils qui ne peuvent qu'être très utile". - 4 Beilagen: 1 eigh. Billet (ohne Signatur) an den Botaniker Cuvier; 1 signierte Quittung und 1 eigh. Buchbestellung sowie eine gedruckte Einladung der "Société de Géographie" mit eigh. Unterschrift.
Miyoshi, Manabu, japanischer Botaniker, Professor an der Kaiserl. Universität Tokio (1862-1939). 3 eigh. Briefe m. U. "M. Miyoshi". In deutscher Sprache. Zus. 4 S. Kl. 4to und gr. 4to. Berlin und Tokio 1913.
An einen Kollegen, wohl in Wien. Über die Schenkung und den Versand "mikroskopisch-photographischer Präparate" nach Japan. Am 15. April 1913 schreibt er aus Tokio: "... Gestern bekam ich zwei Pakete, die 100 Stück mikroskopischer Praeparate und 45 Stück Diapositive von Mikro- und Makro-Stereoaufnahmen. Alles gelangten in vorzüglichem Zustande. Ausserdem erhielt ich auch Ihre werte Arbeit 'über Stereoaufnahmen'. Für Ihre grosse Liebenswürdigkeit, dass Sie uns so wertvolle Demonstationsmaterial geschenkt haben, spreche ich im Namen des botanischen Institutes der Universität Tokyo meinen verbindlichsten Dank aus. Wenn ich Ihre Praeparate und Diapositive zum Vorlesungszwecke brauche, so erwähne ich stets Ihren werten Namen und anerkenne Ihre äusserste Liebenswürdigkeit ...".
Norden, Eduard, Berliner Altphilologe und Religionshistoriker, Professor in Greifswald und Berlin, Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Berlin und Wien, Empfänger zahlreicher in- und ausländischer Ehrungen, mußte 1939 emigrieren und ließ sich in Zürich nieder (1868-1941). Sammlung von 2 eigh. Briefen, 1 eigh. Postkarte m. U. "E. Norden" sowie 2 eigh. Manuskripten und 3 Typoskripten. Zus. ca. 13 S. Meist folio. Berlin 1935.
An den Oberstudiendirektor Dr. Walther Sontheimer in Ulm, der, gleichfalls Altphilologe, wohl eines von Nordens Büchern (dieser wollte es ursprünglich "Decumates agri" nennen) in Form einer Rezension eingehend besprochen hatte. Norden nimmt das Thema sehr ausführlich auf und behandelt viele Einzelheiten, zumal dies im Rahmen eines Gelehrtenstreites mit dem Altphilologen Dr. Ellis Hesselmeyer (1861-1946) stattfand. Die vorliegenden sehr umfangreichen Briefe und die Manuskripte beschäftigen sich mit einer Fülle von Spezialproblemen bei der Deutung und Interpretation griechischer und lateinischer Texte des Altertums. - 1 Blatt leicht stockfleckig; sonst ordentlich erhalten.
Schrank-Mannsfeld, Ludwig
Brief über Bergbau-Berichterstattung an Herrn von Grünberg. 1885
Los 2676
Schätzung
180€ (US$ 207)
Photographie-Geschichte. - Schrank, Ludwig (pseud. Louis Mannsfeld), österr. Photograph und Bergbau-Beamter, Direktor der K. K. Bergwerksprodukten-Verschleiß-Direktion, seit Beginn der 1850er Jahre Pionier der Photographie, 1861 Mitbegründer der "Photographischen Gesellschaft", ab 1864 Redakteur und später Herausgeber der "Photographischen Correspondenz" (1828-1905). Eigh. Brief m. U. "L. Schrank-Mannsfeld". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Wien 9.XII.1885.
Hier noch als Bergbau-Berichterstatter an Herrn von Grünberg. "... Seit Samstag erhält Herr Regierungsrath Carl Ritter v. Ernst ... nicht mehr die Wr allgemeine Zeitung. Indem dieser Herr ausschließlich die Berg u. Hütten Zeitung schreibt, und ich nur während seiner mehrmonatlichen Erkrankung das Fachblatt gemacht habe, so folgt daraus, daß wenn nicht mehr 2 Frei Exemplare verabfolgt werden, jedenfalls ihm das Blatt gebührt und ich mich damit begnügen werde es aus 2ter Hand zu lesen. - Ist das schon eine Folge des Redactionswechsels? od. d. Besitzänderung? Ich bedauere auch daß die Montan Zeitung die einst wöchentlich publicirt wurde so selten erscheint, in letzterer Zeit 1 mal im Monat. Dadurch erlahmt das Interesse an der Rubrik, die Freude am Schreiben derselben, u. der Ansporn des bergmännischen Publikums zur Pränumeration ... Ich weis nicht an wen ich meine Bemerkungen adressiren soll, da aber bei Ihnen die Nerven des ganzen Unternehmens zusammenlaufen, so bin ich mit gröster Verehrung so frei Ihnen meine Schmerzen zu unterbreiten ...". - In diesem Jahr hatte Ludwig Schrank (der übrigens unter dem Pseudonym Louis Mannsfeld auch als Komponist hervortrat), die Herausgabe der "Photographischen Correspondenz" übernommen, die er bis an sein Lebensende beibehielt. Als einer der führenden Fachautoren zu Themen der Photographie erhielt Schrank zahlreiche internationale Ehren und Auszeichnungen. - Etwas stockfleckig und geknittert; kleine Faltenrisse.
Regel, Eduard von
5 Briefe und 1 Postkarte an Kerner von Marilaun. 1873 - 1888
Los 2677
Schätzung
300€ (US$ 345)
Regel, Eduard von, Botaniker und wiss. Publizist aus Gotha, langjähriger Direktor des Kaiserl. Botanischen Gartens in St. Petersburg (1815-1892). 5 Briefe und 1 Postkarte m. U. "E. Regel" bzw. "E. v. Regel", davon 5 ganz eigenhändig. Zus. 8 S. Gr. 4to, gr. 8vo und die Postkarte. St. Petersburg 1873-1888.
An den österr. Botaniker Anton Kerner von Marilaun (1831-1898), Professor in Wien und Direktor des dortigen Botanischen Gartens. Ausschließlich über Themen der Botanik: Pflanzen-Austausch, beiderseitige Sammlungen und Ausstellungen sowie Spezialfragen zu einzelnen Pflanzen. 1 Brief mit gedrucktem Briefkopf "Directeur du Jardin Impérial de Botanique St. Petersbourg". - Die Postkarte mit etwas Textverlust durch Ausschneiden der Briefmarke.
Schleiden, Matthias Jakob
3 Briefe an Fachkollegen. Berlin und Jena 1837 - 1845
Los 2678
Schätzung
450€ (US$ 517)
Schleiden, Matthias Jakob, berühmter Botaniker, Mitbegründer der Zelltheorie, Professor in Jena und Dorpat (1804-1881). 3 eigh. Briefe m. U. "M J Schleiden". Zus. 13 S., teils sehr eng beschrieben. Gr. 8vo. Berlin und Jena 1837-1845.
An unterschiedliche Fachkollegen. Zwei der drei Briefe in winziger Schrift, damit sehr umfang- und inhaltsreich. Ausführlich über Themen der Botanik, der Wissenschaft, des Studiums, über optische Technik und vieles andere. - Teilweise gebräunt; 1 Randeinriss.
Schliemann, Heinrich
Brief aus Kopenhagen an einen Baron in Russland. 1875
Los 2679
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Schliemann, Heinrich, Archäologe, Entdecker Trojas und der Königsgräber von Mykenä (1822-1890). Eigh. Brief m. U. "Hy Schliemann". In engl. Sprache. 1 S. auf blauem Papier. Doppelbl. Gr. 8vo. Kopenhagen 11.VIII.1875.
An einen Baron in Russland, dessen Brief er gerade empfangen habe. "... Probably you will have received the volume I sent you, for it is freely admitted in Russia. If not, give me the name of a bookseller at Pskof to whom I may send another copy for you. - The Independance has sent me a copy of its edition of 25 July containing the enclosed article, which, although still full of lies, is better than the first. - I start this moment for Stockholm ...". Bedankt sich für die "interesting papers", die er erhalten habe.
Schweitzer, Albert, Arzt, Theologe, Philanthrop und Musiker, Friedensnobelpreisträger (1875-1965). Fotografie mit eigh. Gruß und U. "A. Schweitzer" auf der Bildseite. 8,5 x 13,5 cm. (Wohl Lambarene) 26.II.1929.
Die Aufnahme zeigt ein Gebäude von Schweitzers Urwald-Klinik, davor stehend Schweitzer mit zwei weiblichen und 2 männlichen Mitarbeitern. Über ihnen eigenhändig Schweitzers Gruß: "Den lieben Nachbarn tausend Dank! Auf Wiedersehen! ...".
Silvestre de Sacy, Antoine Isaac
Brief + Beigabe. Über den Sinologen Abel Remusat. 1816
Los 2681
Schätzung
300€ (US$ 345)
Silvestre de Sacy, Antoine Isaac Baron de, einer der bedeutendsten französischen Orientalisten (1758-1838). Eigh. Brief m. U. "Le B°n Silvestre de Sacy". 2 S. Doppelblatt. 4to. Paris 8.VI.1816.
An einen "Monsieur le Comte", bei dem er sich für den Sinologen Abel Remusat (1788-1882) einsetzt, damit dieser und nicht der Deutsche Julius Klaproth (1783-1835) den Auftrag zur Katalogisierung der China-Bestände der königlichen Bibliothek erhalte: "II doit être présente au Ministre une demande pour M. Rémusat, Prof, de Chinois au Collège Royal de France, et Membre de l'Acadie Rle des Inscriptions et Belles-Lettres, dont l'objet est d'être Charge de faire le Catalogue des livres Chinois de la Bibliothèque du Roi. Cette demande est faite sans aucune vue d'intérêt, et le travail sera tout à fait gratuit. Elle n’a pour objet que de prévenir une sorte d'intrigue de M. L™ qui voudroit enlever ce travail à M. Rémusat, pour le confier à M. Klaproth, allemand, dont le caractère et les principes n'offrent aucune garantie, et qui retournant ici de l’Isle d'Elbe en 1815, est devenu, on ne sait comment, intime ami de Mr. Langles, après avoir imprime contre lui des injures grossières. Cette association inspire de l'inquiétude, et après tout, quoique M. Klaproth soit réellement instruit, M. Rémusat le vaut bien, je pense, de ce côté-là, et il est français : c'est un motif, tout autre inquiétude à part, pour lui donner la préférence ... Je vous prie de garder ma lettre pour vous seul, et même de la détruire. Je n'ai aucun autre intérêt là-dedans, que le bien de la chose, et la convenance de favoriser un bon françois, préférablement à un allemand très hargneux ; mais Je ne voudrais pas m'attirer des querelles, et cela arriverait, si ma lettre courroit dans vos Bureaux..."
Mit Rémusat gründete Silvestre de Sacy 1822 die "Société asiatique" und das "Journal asiatique", zu dessen eifrigsten Mitarbeitern Klaproth wurde. 1814 war er zu Napoleon nach Elba gefahren, in der Hoffnung, eine Anstellung in Frankreich zu erhalten; nach Napoleons endgültigem Sturz erst kam Klaproth nach Paris, wo er zu allererst mit zwei Streitschriften gegen den englischen Philologen Stephen Weston ("Grande execution d'automne No. 1") und den königlichen Bibliothekar Louis-Mathieu Langles ("Lettres sur la litterature mandchou") Aufsehen erregte. - Stempelchen, wenige Knicke, Bleistiftnotizen. - Beiliegend ein weiterer eigh. Brief m. U. vom 24.IV.1827 an einen Baron, die Lieferung von Sitzbänken für die Versammlung der "Société Asiatique" betreffend.
Alexander II., Kaiser von Russland
Eigenhändiger Liebesbrief an seine Mätresse. 1868
Los 2682
Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)
"oublier tout dans tes bras"
Alexander II., Kaiser von Russland (1818-1881, ermordet). Eigh. Brief ohne Unterschrift. In französ. und russischer Sprache. 9 S. Mit blindgepr. Monogramm. Gr. 8vo. Sankt Petersburg 16.-17.I.1868.
An seine junge Geliebte, Jekaterina Dolgorukaja (1847-1922), die als Kammerfrau bei der Zarin eingeführt worden war, um am Hofe verkehren zu können. Sehr umfangreicher Liebesbrief, dessen Abfassung sich über zwei Tage hinzieht und beständig zwischen französischen und russischen Passagen wechselt. „Mercredi, ou plutôt Jeudi, 4/16 Janvier 1868 à 1 h. de la nuit. Pour te prouver, mon Ange, que je suis heureux de me conformer à ta volonté, quand je le puis, et même de suivre tes caprices, je ne suis pas allé à la soirée à Smolna, ce qui m'aurait, je l'avoue pourtant, plus amusé que l'ennuyeux Opira: Ce Favorite, que j'ai du subir du commencement jusqu'à la fin, et grâce au quel ce n'est que maintenant que je puis me remettre à la seule occupation qui me fasse vivre loin de toi ... Oh! mon Ange, je ne sais que devenir sans toi ... Je sens de nouveau plus que jamais que toute ma vie est en toi et que je ne suis plus bon à rien sans toi ... Pour me consoler un peu et me redonner du courage à moi même, je viens de relire ton adorable lettre d'hier au soir, qui m'avait donné tant de soleil ce matin et que tu avais achevée sans la bonne impression de notre soirée passée ensemble et où nous avaient joui comme des foux ... Oh! avec quelle impatience j'attends maintenant ta lettre de ce soir, que j'espère avoir le bonheur de recevoir demain matin, avant mon départ pour la chasse ... Jeudi, à 10 h. du matin. Au moment de partir pour la chasse, je veux te dire encore quelques mots. Tout mon être déborde d'amour et de tendresse pour toi, mon Ange adoré, et ta chère lettre d'hier soir, que je viens de recevoir, m'a rendu à la vie. Je me sens aimé et heureux ... [nach kurzer Schilderung des Jagdausflugs:] Tous les details de notre dernière délicieuse soirée, me hantaient sans cesse et j'avoue que je voudrais être déja à demain pour oublier tout dans tes bras ... Vendredi 5/17 Jan. à 9 ½ h. du matin. Bonjour, mon Ange, je t'aime plus que la vie et viens de recevoir ta chère lettre d'hier ... j'attends le moment de nous revoir ce soir. Dieu donne que tu sois quitté de tes insuportables [sic] maux de tête ... Je sens que je ne puis plus vivre sans toi et je vois que c'est la même chose avec toi, mon Ange, mon tout. Oh! avec quelle rage ns ns retrouverons ..., car nous avons soif de notre bingerle et cette attente me donne maintenant déja un tremblement nerveux ...". Ferner über seine Tochter und andere Verwandte, über geglückte und mißglückte Verabredungen mit der Geliebten und mancherlei in russischer Sprache, was noch zu erforschen bleibt. - Alexander, der seit 1841 mit Marie von Hessen-Darmstadt verheiratet war und 8 Kinder aus dieser Ehe hatte, blieb der Maitresse treu: Sie gebar ihm 4 Kinder, und als die Kaiserin Maria Alexandrowna 1880 gestorben war, ließ sich Alexander wenige Wochen später morganatisch mit Jekaterina trauen. Sie wurde zwar zur Fürstin Jurjewskaja erhoben, doch von den Romanows nie akzeptiert, so daß sie nach dem Tod des Zaren mit ihren Kindern das Land für immer verließ. - Das Briefpapier mit blindgeprägtem Monogramm des Zaren.
Alexander II., Kaiser von Russland
Eigenhänd. Brief mit Unterschrift "Dein für immer". 1869
Los 2683
Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)
"notre culte sacré"
Alexander II., Kaiser von Russland (1818-1881, ermordet). Eigh. Brief m. U. "Dein für immer" (Übers.). In franz. und russ. Sprache. 31/2 S. Mit geprägtem Monogramm. Gr. 8vo. O. O. 7./19.II.1869.
Gleichfalls leidenschaftlicher Brief an die Fürstin Ekaterina Dolgorukaja, seine junge Geliebte, mit der er sich elf Jahre später, einen Monat nach dem Tod seiner Ehegattin, der Kaiserin Maria Alexandrowna, morganatisch vermählte. "Je profite du premier moment libre pour reprendre ma causerie avec mon adorable petite femme, avant d'avoir reçu encore sa lettre, pour qu'elle sache que cela déborde en moi plus que jamais et que je me sens tout imprégné de notre délicieuse soirée d'hier et de nos bingerles délirantes, qui nous ont fait jouir à crier. N'oublie pas que ce n'est que toi ... qui m'a fait connaître cette jouissance inouie, à laquelle rien au monde ne peut être comparé ... ton mari ... n'attend que le moment de se retrouver dans tes bras, pour oublier l'univers entier, qui pâlit et disparait pour nous devant notre culte sacré ...". - Den am Morgen begonnenen Brief setzt der Kaiser später am Tag und in der folgenden Nacht fort, und zwar auf dem Landsitz eines Fürsten bei Bolagoje. "A 3 h. de la nuit, à la campagne ... Nous n'arrivons que dans ce moment, reçus par le maître de la maison et son fils, avec une fort jolie femme, mariés depuis 15 jours. - Il y a un train qui passe ici à 6 h. du matin et doit arriver à 7 h. du soir, ainsi j'espère que cette lettre te parviendra demain avant qu tu ne sois couchée. Je me sens encore tout imprégné de nos bons moments et de nos bingerles délirants qui nous ont fait jouir de nouveau comme des fous ... Comment ne pas être reconnaissant envers Dieu pour tout le bonheur qu'Il nous a accordé jusqu'à présent ...".
Ludwig I., Großherzog von Baden
Eigenhänd. Brief an Frankreichs Kaiserin Joséphine. 1806
Los 2684
Schätzung
300€ (US$ 345)
Eigenhändig an Kaiserin Joséphine
Baden. - Ludwig I., Großherzog von Baden, hier noch als Markgraf und Kronprinz (1763-1830). Eigh. Brief m. U. "le très humble, très obéissant et très soumis serviteur Louis Margrave de Baden". In franz. Sprache. 2 S. Doppelblatt. Folio. Karlsruhe 15.VII.1806.
Eigenhändig an die Kaiserin Joséphine, Gemahlin Napoleons, anläßlich der Errichtung des Rheinbundes durch Napoleon unter Badens Beteiligung und Verleihung des "Grand-Cordon de la Légion d'Honneur" an den Prinzen. "... La gracieuse bienveillance, dont Votre Majesté Imperiale et Royale a daigné me donner des marques si flatteuses, toutes les fois que j'ai eu l'honneur de Lui faire ma cour, m'est un bien si précieux, que j'en nourrissois le souvenir en moi-même par le sentiment de ma vive gratitude. Mais aujourd'hui profondément touché de l'intérêt avec lequel Elle a bien voulu parler de moi à Mr de Geusau, j'ose prendre la lieberté [!] d'en mettre à Ses pieds l'hommage de toute ma reconnoissance. Votre Majesté Impériale et Royale est si bonne et si juste, qu'Elle me fera la grace d'accueillir ce tribut de mes sentimens les plus respectueux avec Sa clémence accoutumée. Elle voudra bien se persuader qu'ils ne s'effaceront jamais de mon coeur, non plus que ceux que j'ai voues à Sa Majesté L'Empereur et Roi, dont la marque d'estime, qu'il ma fait la grace de me donner, en me décorant du Grand-Cordon de Sa Légion d'honneur, m'a pénétré de la plus profonde gratitude ...". - Ludwig trat erst 1818 als Großherzog die Regierung in Baden an. - Wertvolles Dokument zur Geschichte Badens.
Ludwig II., König von Bayern
Beförderungs-Urkunde für Georg Freiherrn von Geuder. 1866
Los 2685
Schätzung
650€ (US$ 747)
Bayern. - Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Urkunde m. U. "Ludwig". 1 S. Mit papiergedecktem Siegel. Folio. Schloß Berg 18.VI.1866.
Patent als "Unterlieutenant für den bisherigen Vice-Corporal und Cadeten Georg Freiherrn von Geuder, gen. Rabensteiner", vom k. Chevauxlegers-Regiment Herzog von Leuchtenberg. - An den Rändern je 1 kleiner Faltenriss, unauffällig restauriert.
Ludwig II., König von Bayern
Verfügung über Personalwechsel bei den bayerischen Eisenbahnen. 1875
Los 2686
Schätzung
600€ (US$ 690)
Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Verfügung m. U. "Ludwig". 2 S. Mit papiergedecktem Majestätssiegel. 2 S. Folio. Hohenschwangau 27.XI.1875.
An die Generaldirektion der Königlichen Verkehrs-Anstalten gerichtete Verfügung über mehrere Personalwechsel bei den Bayerischen Eisenbahnen. Im Rahmen der Vereinigung der Bayerischen Ostbahnen mit den Staatsbahnen werden der bisherige Direktor der Betriebsabteilung der Generaldirektion der Königlichen Verkehrs-Anstalten, Hermann Fischer, und der Rath bei dieser Stelle, Adolph Nobiling, am 1. Dezember in den Ruhestand versetzt und erhalten "unter Allerhöchster Anerkennung ihrer langjährigen treuen und ersprießlichen Dienstleistungen" eine Einkommenserhöhung auf 3500 Gulden für Hermann Fischer bzw. 3100 Gulden für Adolph Nobiling. In teils neuzuschaffende leitende Funktionen rücken Heinrich Badhauser, Ernst Roder und Johann Paukner nach. - An einer Seite eng beschnitten, mit geringem Buchstabenverlust; kleine Randschäden, teilweise mit Transparentpapier unauffällig restauriert; am oberen Rand mit gestempeltem Aktenzeichen und handschriftl. Ziffern versehen.
Luitpold, Prinzregent von Bayern
Urkunde der Beförderung des Generalmajors Chr. v. Godin zum Generalleutnant. 1889
Los 2687
Schätzung
120€ (US$ 138)
Bayern. - Luitpold, Prinzregent von Bayern (1821-1912). Urkunde m. U. "Luitpold Prz v. Bayern" 1 S. Mit blindgepr. Majestätssiegel. Folio. München 8.III.1889.
Patent als Generallieutenant für den bisherigen Generalmajor Christoph Freiherrn von Godin. - An der oberen linken Ecke ein Gebührenstempel.
Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser
Brief an den Grafen Bronckhorst. 1642
Los 2688
Schätzung
300€ (US$ 345)
Dreißigjähr. Krieg. - Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser (1608-1657). Brief m. U. "Ferdinand" sowie Adresse und papiergedecktem Siegel. 2 S. Folio. Wien 18.III.1642.
An den Feldzeugmeister und Obristen Jost Maximilian Grafen von Bronckhorst und Gronsfeld (1598-1662). Über die Unterbringung von Hilfstruppen ("Lamboysche Völckher", benannt nach dem Feldherrn Guillaume de Lamboy, ca. 1590-1659) in ungefährdete Stellungen. Er habe vernommen, dass sie in das Erzstift Trier verwiesen worden seien. Dieses sei aber bereits durch lothringische Truppen völlig überlastet und außerdem ungeschützt. Bronckhorst möge die Lamboyschen Truppen daher in Hessen-Darmstadt, im Westerwald, in der Grafschaft Waldeck und der Wetterau verteilen und so lange für deren Unterhalt sorgen, bis sie gegen den heranrückenden Feind eingesetzt werden können. - Am unteren Rand von S. 1 kleine Notizen von alter Hand über Ferdinand III. Sonst gut erhalten.
Friedrich I., König in Preußen
Brief an einen Fürsten. 1705
Los 2689
Schätzung
200€ (US$ 230)
Friedrich I., König in Preußen (1657-1713). Brief m. U. "Friderich R." 11/2 S. Folio. Cölln an der Spree 14.I.1705.
An einen Fürsten, der sich beschwert hatte, dass die preußische Provinzialregierung, Vogtei Senheim, ihn in unzulässiger Weise mit Schikanen belästige. Friedrich zeigt sich bestürzt, er habe davon nichts gewußt, werde umgehend Anweisungen an die Regierungsbeamten ergehen lassen, Untersuchungen über die Angelegenheit einleiten und den Fürsten dann über die Ergebnisse unterrichten. - Gegengezeichnet vom berüchtigten Premierminister Georg Casimir Graf Kolb von Wartenberg. - Mehrere kleine Löcher und ein alt ausgebesserter Eck-Ausschnitt.
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
2 Armeebefehle auf 1 Blatt. 1659
Los 2690
Schätzung
600€ (US$ 690)
Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst von Brandenburg (1620-1688). 2 Armeebefehle auf 1 Blatt mit zweimaliger Unterschrift "Friderich Wilhelm Churfürst". 11/4 S., eng beschrieben. Folio. Hauptquartier Horsten bei Greifswald 29. und 30.IX.1659.
Im Krieg gegen Schweden in Pommern, wenige Tage nach einem vergeblichen Angriff der schwedischen Truppen auf Greifswald (23. Sept.). Der Kurfürst gibt verschiedene Anweisungen zum Verhalten und Vorgehen seiner Armee, betreffend Contribution und die Versorgung der Truppen. - Der zweite Armeebefehl beschäftigt sich mit einer Beschwerde des Herzogs von Mecklenburg, dass die brandenburgischen Truppen sich in seinem Land rücksichtslos verproviantieren und "allerhand ausschreibungen" veranstalteten, auch ein Magazin in Neubrandenburg plünderten. Der Kurfürst ermahnt die Heerführer, mit dem Herzog von Mecklenburg etwas schonender umzugehen. Obwohl die Versorgung der Armee absolut notwendig ist, solle man mit dem Herzog "als einem fürnehmen Stand des Reichs etwas glimpflich" umgehen, so dass die Aktionen "zum wenigsten deroselben zu forderst deßhalb communicirt werden müssen". - Ungewöhnliches Dokument aus dem brandenburg-schwedischen Krieg, mit zweifacher Unterschrift des Kurfürsten.
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