Indopersische Miniaturen. Zwei Gouachen, eine mit Goldhöhung, aus verschiedenen Handschriften. Auf Karton montiert bzw. unter Passepartout. 27,5 x 22,5 cm bzw. 20,5 x 24,5 cm. Frühes 19. Jahrhundert.
Zwei Miniaturen aus unterschiedlichen Handschriften. Das erste Blatt zeigt ein höfisches Paar auf einem Diwan, auf rot- und blaugemustertem Teppich sitzend. Das zweite, illuminierte Doppelblatt umfasst sechs Schriftfelder in Nastaliq, umgeben von Miniaturen: links eine Interieurszene mit lagernder männlicher Figur und zwei Dienern, rechts ein Reiterkampf mit Belagerungsszene. – Trägerkarton mit deutlichen Gebrauchsspuren, Resten eines ehemaligen Passepartouts sowie unschönen Klebespuren. Eine fachgerechte Ablösung ist anzuraten. Die Darstellungen selbst gut erhalten, nur geringfügig fleckig.
Indopersische Miniaturen
3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften
Los 1029
Schätzung
600€ (US$ 690)
Indopersische Miniaturen. 3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften. Mit 3 Miniaturen in Deckfarben und Gold. Jeweils innerhalb feiner Linienrahmung mit kalligraphischen Textfeldern. Indopersischer Raum frühes 19. Jahrhundert.
Drei Miniaturen aus illustrierten Handschriften mit höfischen und erzählerischen Darstellungen. Gezeigt werden eine Reitergesellschaft, ein Pavillon mit einem Figurenpaar im Inneren und mehreren umstehenden Personen sowie eine Gruppe von Figuren in einer blumenübersäten Landschaft mit Felsen und einem Ufer. – Papier teils gebräunt und fleckig, mit leichten Randläsuren, kleinen Wurmspuren, Knicken und geringfügigen Fehlstellen. Die Malerei überwiegend gut erhalten, das Kolorit frisch und leuchtend. Insgesamt dekorative Blätter.
Ge'ez-Miniaturen
4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert
Los 1030
Schätzung
400€ (US$ 460)
Ge'ez-Miniaturen. 4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert.
Eindrucksvolle, fast ikonische Miniaturen ausgelöst aus einem äthiopischen-liturgischen Buch wohl der Mitte des 19. Jahrhunderts in der charakteristischen Ge’ez Handschrift, verso teils mit 1-2 spaltigem Text von mehreren Händen sowie teils mit etwas Buchschmuck-Bordüren etc.
Dargestellt sind auf einem Doppelblatt zwei Ansichten des "Pantokrator", jeweils segnend mit erhobenen Händen: Links "Christus pantokrator" als leidender Ecce Homo mit zwei Folterknechten mit Stangen und Hämmern, die ihm eine stilisierte Dornenkrone aufsetzen, während der Heiland selbst beide Hände segnend zur Vergebung der Sünden erhoben hat. Rechts dann der segnende Gottvater mit weißem Bart und Weltkugel als Herrschaftssymbol, umgeben von den Symboltieren der Evangelisten Matthäus (geflügelter Mensch), Markus (geflügelter Löwe), Lukas (geflügelter Stier) und Johannes (Adler).
Das dritte Blatt zeigt den ans Kreuz gebundene Christus, umgeben von zwei Märtyrern mit Palmenwedeln, das vierte den in den Himmel aufgefahrenden segnenden Christus über den Wolken mit der Hand Gottvaters. – Doppelblatt mit Randläsur unten, wenige Löchlein, etwas fingerfleckeig, auch sonst leicht fleckig, Gebrauchsspuren, insgesamt aber gut und in starker Farbigkeit.
Taschengebetbuch
Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1850
Los 1031
Schätzung
400€ (US$ 460)
Taschengebetbuch. Kleine Ge'ez-Handschrift auf Pergament. 36 nn. Bl. Schriftraum: ca. 6,2 x 5,8 cm. Format: 9,6 x 7,2 cm. Schwarze und violette Tinte im amharischen Ge'ez Duktus. Mit 4 ganzseitigen Miniaturen in Gouachefarben. Reich ornamental blindgeprägtes rotes Leder d. Z. (winziges Löchlein, berieben) über kantigen Holzdeckeln. Äthiopien Ende 19. Jahrhundert.
Besonders kleines und hübsches Taschengebetbuch mit sauberer Ge'ez Schrift in schwarzer und roter Tinte von einheitlicher Hand, sauber auf bemerkenswert helles Pergament geschrieben. Enthalten sind der Psalter, Gebete, Auszüge aus dem Hohelied Salomonis und Marienoffizien, aber auch okkulte Texte - eine für den christlichen Glauben in Nordafrika typische Mischung aus Heiliger Schrift, Andachts- und Erbauungsversen sowie Zauberformeln, die vor bösen Geistern schützen und um Protektion der Heiligen bitten.
Wie üblich wurden die Zeilen durch kleine Nadelstiche vorgegeben und die Linien dann mit dem Griffel gezogen.
Die Miniaturen stellen den Heiligen Georg zu Pferde, eine Maria Eleusa, den Verkündigungsengel Gabriel sowie einen Christus triumphans dar. – Mit üblichen Gebrauchsspuren, allerdings nur wenigen, vereinzelten Pergamentläsuren oder Fehlstellen, etwas fleckig, insgesamt jedoch ein reizendes Zeugnis nordafrikanisch-christlicher Frömmigkeit.
Buddhistisches Leporello
Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen
Los 1032
Schätzung
700€ (US$ 805)
Buddhistisches Leporello. Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen in Gold und Farben auf Papier. 56 Bl., beidseitig beschrieben. Gesamtlänge ca. 580 cm. 11,5 x 34,5 cm. Pappband d. Z. (als Leporello gebunden, stärker lädiert und wurmspurig). Thailand 19. Jahrhundert.
Prächtiges Leporello von bemerkenswerter Länge, reich illustriert. Die Miniaturen zeigen zentrale Szenen aus dem Leben Buddhas: von seiner Jugend als Prinz Siddhartha, der sein königliches Leben verlässt, bis zu Darstellungen Buddhas im Lotussitz, eine davon geschützt von der Muchalinda-Naga-Schlange. Die großformatigen Illustrationssegmente erstrecken sich jeweils über drei ganzseitige Blätter und sind detailliert ausgeführt, mit zahlreichen himmlischen Wesen, Hofangehörigen, Tieren und symbolischen Motiven. Die bildlichen Darstellungen werden von sorgfältig geschriebenem Text in schwarzem Faserstift ergänzt. – Durchgängig stark wurmspurig und wurmgängig sowie fleckig. Die Farben der Miniaturen sind jedoch schön kräftig erhalten.
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