(Pufendorf, Samuel von; Pseud:) Severinus de Monzambano. De statu imperii Germanici ad Laelium fratrem, dominum Trezolani liber unus. 12 Bl., 264 S. 13 x 7,5 cm. Moderner Leinenband (Rücken ausgeblichen). Genf, Petrus Columesius (d. i. Den Haag?), 1667.
Vgl. Salomon 1. Faber du Faur II, 1530. – Eine von fünf Druckvarianten aus dem Jahr der Erstausgabe, die sich teilweise nur in der Anzahl der Druckfehler unterscheiden lassen. "Dieses weltberühmte kleine Buch machte gleich bei seinem ersten Erscheinen das ungeheuerste Aufsehen in den publizistischen und staatsmännischen Kreisen für die es bestimmt war. In geistreicher, pointierter Sprache, oft mit schlagendem Witz und treffender Satire war hier eine Aufassung der Zustände des heiligen römischen Reiches deutscher Nation vertreten, die von der hergebrachten himmelweit verschieden war. Sie wurde die bedeutendste publizistische Schrift, die Deutschland im 17. Jahrhundert hervorgebracht hat" (Breßlau, Monzambano-Literatur). – Titel etwas fleckig, sonst wohlerhalten.
Pufendorf, Samuel von. Le droit de la nature et des gens, ou systeme général des principes le plus importans de la morale, de la jurisprudence, et de la politique. Traduit du Latin Jean Barbeyrac. Sixième édition, revue de nouveau, & fort augmentée. 2 Bände. XVI, 96 S., 1 Bl., 715 S.; 2 Bl., 613 S., 18 Bl., 53 S. Titel in Schwarz und Rot. Mit gestochenem Portrait und gestochener Titelvignette. 26,5 x 20 cm. Leder d. Z. mit floraler RVergoldung und je 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Basel, Emanuel Thurneisen, 1750.
Großzügiger Basler Quartdruck der Barbeyrac-Übertragung von Pufendorfs Pflichtenlehre, der lateinische Erstdruck erschien 1672 unter dem Titel De iure naturae et gentium libri octo. – Sehr schönes und dekorativ gebundenes Exemplar aus der Bibliothek des Wiener Staatsmannes und einflussreichen Diplomaten Johann Christoph Bartenstein (1689-1767), Begründer der Familie der Freiherrn von Bartenstein, mit dessen gestochenem Wappenexlibris auf dem Innenspiegel. Der hochangesehene Bartenstein war engster Vertrauter und Berater von Kaiser Karl VI. und stieg bis zum Vizekanzler in der österreichischen Hofkanzlei auf. Auch später unter Maria Theresia prägte er über Jahre die Habsburger Haus- und Außenpolitik.
Puységur, J.-F.-M. de Chastenet de
Discussion intéressante sur la prétention
Los 543
Schätzung
150€ (US$ 170)
(Puységur, J.-F.-M. de Chastenet de). Discussion intéressante sur la prétention du clergé d'être le premier ordre d'un etat. 164 S. 24,5 x 22,5 cm. Leder im Stil d. Z. mit goldgeprägtem RTitel. Den Haag, Libraires Associés, 1767.
Barbier I, 1052. Cioranescu 51688. INED 3679. Hoefer XLI, 217: "Supprimée par arrêt du conseil d'État." – Erste Ausgabe. Puységur (1716-1782) war General und nahm 1733 an der Belagerung von Kehl teil. Viele seiner Schriften sind anonym erschienen. "Le clergé, obligé au désintéressement et au célibat, n'est pas vraiment propriétaire, mais usufruitier de ses biens. La vrai propriétaire, le Souverain, a le droit d'en disposer. Le clergé ne peut être le premier ordre d'un État, c'est un ordre à part, non directement intéressé comme les autres ordres à la chose publique. Ses membres sont d'ailleurs réputés mineurs par les lois civiles" (INED). – Der Druck war ursprünglich wohl im Oktav-Format geplant, nun aber im Quart-Format hergestellt, sodass alle Ränder sehr breit sind. Papier altersbedingt leicht braunfleckig.
Rebuffi, Pierre. Repetitiones variae: quarum partem olim excusam, auctiorem multò, ac authoris extrema manu limatiorem hac editione emittinus: partem vero nunc recens enatam, nunquamque impressam, cura et diligentia. 4 Bl., 681 S., 17 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 37 x 24 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (fleckig und berieben; ohne Schließen). Lyon, Erben G. Rouillé, 1615.
Vgl. Jöcher III, 1946. – Rebuffi gehört zusammen mit seinem Weggenossen Tiraquellus, der wie er selbst noch der Bartolistenschule zuzurechnen ist, und den Frühhumanisten Budaeus und Baron zu jenen im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts geborenen Juristen, mit denen die Rechtswissenschaft in Frankreich wieder europäische Bedeutung erlangt hat. Mit Tiraquellus und Molinaeus, die im Unterschied zu ihm selbst reine Praktiker waren und zu derselben Zeit wie er in Paris gewirkt haben, zählt er zu den dogmengeschichtlich ergiebigsten Juristen des 16. Jahrhunderts und hat, wie diese, zur Fortbildung des gelehrten Rechts mehr beigetragen als mancher Humanist (vgl. Jöcher III, 1946). – Gebräunt, teilweise mit meist mehreren Wurmstichen. Titel mit altem Eintrag in Tinte, vorderer fl. Vorsatz mit größerem Blattabschnitt.
Rüdiger, Johann Christian Christoph
Anfangsgründe der allgemeinen Statslehre (+ Nachtrag)
Los 545
Schätzung
300€ (US$ 341)
Rüdiger, Johann Christian Christoph. Anfangsgründe der allgemeinen Statslehre mit einem kurzen Lehrbegriff der ökonomischen Policey (und:) Kurzer Lehrbegriff der persönlichen Policey und Finanzwissenschaft als Nachtrag zu den Anfangsgründen der allgemeinen Statslehre. 2 Bände. XVI, 276, 138 S., 1 w. Bl.; 1 Bl., 177 S., 2 Bl. (Vorwort). Interimsbroschur d. Z. Halle, Waisenhaus, 1795.
Humpert 8542. Hamberger-Meusel VI, 474. Vgl. ADB XXIX, 468. – Erste Ausgabe. Rüdiger veröffentlichte zahlreiche Schriften zur Kameral- und Sprachwissenschaft. Für die bedeutendsten Vertreter der Kameralistik hielt er Justi und Sonnenfels, während er einen "entschiedenen Widerwillen gegen den Wolffianismus äußert. In der bisherigen Behandlungsweise der Cameralwissenschaften tadelt er die Verbindung von Privatökonomik, Polizei und Finanzwissenschaft. Dagegen erklärt er die Cameralwissenschaft als 'den Inbegriff aller Wahrheiten von den Mitteln'" (Roscher 558). – Unaufgeschnitten. Leicht gebräunt und vereinzelt schwach wasserrandig, beide Titel mit altem Namenseintrag. Die Vorrede zu Band I auf den unaufgeschnittenen Schlussbogen gedruckt und deshalb am Ende eingebunden.
Saint-Edme, B. Dictionnaire de la pénalité dans toutes les parties du monde connu. 5 Bände. Mit 59 (statt 60) Aquatintatafeln. 21 x 14 cm. Moderne marmorierte HLederbände (OBroschuren eingebunden) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Paris, Selbstverlag, 1824.
Zischka 180. "Wörterbuch der Strafsysteme aller Länder".Es fehlt Tafel XXXVII in Band IV. Gering gebräunt, vereinzelt leicht stockfleckig.
Sammelband
38 Schriften mit Berichten und Predigten meist zu Groß-Britannien
Los 547
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Sammelband. 38 Schriften mit Berichten und Predigten meist zu Groß-Britannien. 19,5 x 16,5 cm. Mit einem gestochenem Porträt und gestochener Druckermarke. Verschiedene Orte und Verlage. 1710-1716.
Vorhanden sind: I. Das vereinigte Groß-Britannien, oder Engelland und Schottland nach dem neuesten Zustande aller Provintzen, ... 4 Bl., 270 S., 1 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Hamburg, Erben Thomas von Wiering, 1716. - II. Heinrich Sacheverells. Unfug oder umständliche Nachricht von dem auffrührischen Unternehmen. 8 S. 1710. - III. Die Gefahr von Eyffer aber nicht zum Guten. Oder: Anmerckungen Hrn. Dr. Sacheverels Predigt. 31 S. Amsterdam 1711. - IV. Lord Mayor. Die Gefahr von den falschen Brüdern so wohl in der Kirchen als dem Staat vorgestellet in einer Predigt. 32 S. Hamburg, Erben Thomas von Wiering, 1710. - V. Richard Steele. Crisis oder politische Betrachtung. 1 Bl., 54 S. Hamburg 1714. - VI. Thomas Burnet. Schreben des Ritters Thomas Burnet, an den Grafen von Halifax. 24 S. 1715. - VII. Der entdeckte Verraht in einer Antwort auf die verrätherische und boßhafftige Schäh-Schrifft. 23S. 1715. - VIII. Schreiben des Msr. Leslei, eines vornehmen Tory, an den Ritter Thomas Brunet. 52 S. 1715. - IX. Untersuchung der Staats-Fehler, so unter der letzen vierjährigen Regierung in Groß-Britannien begangen worden. 48 S. 1715. - X. Historie oder Nachricht von dem Betrieb der letzen Ministres und Unter- Hauses von Groß-Britannien als eine Fortsetzung der jüngst herausgegebenen Untersuchungen der Staats-Fehler. 63 S. 1715. - XI. Die Aufführung des Herzogs von Ormond, währenden Feldzugs des Jahrs 1712 in Flandern. 56 S. 1715. - XII. Johann Christian Lehmann. Utilitatis physicae verae specimen tertium ad renum vegitabile, ejusque maturationem pertinens. Das ist wahre Erlangung eines vollkommenen Blumen-Gartens. 2 Bl. Leipzig 1716. - XIII. Der Eren-Sassen von Groß- Britannien. Antwort auf die Declaration des Praetendenten. 4 Bl. (1710). - XIV. Dancksagung und Antwort derer Herren des Groß-Britanischen Parlaments. 4 Bl. 1716. - XV. Verurtheilung wegen Hochverraths einiger innenbenannter englischen Lords. 4 Bl. 1716. - XVI. Neue Haupt- Entschliessungen die Sicherheit von Groß-Britannien und Irland betreffend. 4 Bl. (1710). - XVI. Traité de la barriere des Pays-Bas, conlû & ratifié entre Sa Majesté Imperiale & Catholique. 14 Bl. 1716. - Und weitere. – Mit 6 Blättern loser Titel. Im Block gebrochen. Papierbedingt teils gebräunt, die ersten zwei weißen Blätter mit hs. Notizen der Zeit, mit Knickspuren.
Say, Juan Bautista. Tratado de economía política, o, Exposición sencilla del modo con que se forman, se distribuyen y se consumen las riquezas. Cuarta edición, corregida y aumentada, á la cual se ha añadido un epitome de los principios fundamentales de la economia politica. Nueva traduccion por D. Juan Sanchez Rivera. 2 Bände. CXXXVIII, 329 S. (ohne S. 171-174), 1 Bl.; 480 S., 1 Bl. 20 x 14 cm. Wurzelmarmoriertes Leder d. Z. (Kanten und Kapitale unwesentlich beschabt) mit goldgeprägtem roten und grünen RSchild, RVergoldung und Rotschnitt. Madrid, Fermin Villalpando, 1821.
Palau 303332. – Erste spanische Ausgabe dieses Hauptwerks, das erstmals zwischen 1804 und 1807 erschien. Die vorliegende "edición castellana" enthält den "Prólogo de la edición Madrileña de 1817, que escribió D. Manuel María Gutierrez, catedrático de 'Economía política en Málaga". – Zwei Blätter, Seiten 171-174 fehlen dem ersten Bande. Titel gestempelt, wenige leichte Fleckchen, Tintenfleck im Schnitt, sonst gut erhalten und außergewöhnlich dekorativ gebunden.
Scheplitz, Joachim
Consuetudines electoratus et Marchiae Brandenburgensis. Leipzig, Justus Jansonius für Henning Gross, 1616
Los 549
Schätzung
240€ (US$ 273)
Scheplitz, Joachim. Consuetudines electoratus et Marchiae Brandenburgensis. Collecte & desumpte ex literis reversalibus concessis ordinibus provinciarum & conventibus publicis, edictis & mandatis, nec non aliis constitutionibus, reformationibus iudiciorum. Secundum nunc publicatae adiunctis nonnullis additionibus. Cum indice triplici, titulorum, auctorum & sententiarum ac rerum. 12 Bl., 570 S., 14 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 31 x 18,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben, hinteres Gelenk und oberes Kapital mit Wurmspuren) mit floraler RVergoldung und 2 goldgeprägten RSchildern. Leipzig, Justus Jansonius für Henning Gross, 1616.
VD17 1:018453X. – Erste lateinische Ausgabe der Schrift des Wittstocker Rechtswissenschaftlers Joachim Scheplitz (1566-1634), der deutsche Erstdruck erschien 1608. "Das Buch fand in den Gerichtshöfen rasch Eingang und genoß ein nahezu gesetzliches Ansehen" (ADB XXXI, 93). – Es fehlt das gestochene Portrait. Titel gestempelt und komplett alt hinterlegt, mit kleinen Läsuren im unteren Rand, zusammen mit dem Widmungsblatt etwa zur Hälfte gelöst. Vorsätze alt erneuert. Insgesamt gebräunt und etwas braunfleckig.
Schmid, Wilhelm Ernst
Trutina doctrinarum Jo. Brunnemanni + 10 Beibände
Los 550
Schätzung
600€ (US$ 682)
Schmid, Wilhelm Ernst. Trutina doctrinarum Jo. Brunnemanni, quibus in commentariis suis ad pandectas & codicem, caeterisque scriptis suis, a Bened. Carpzovio, dissentiendum sibi esse existimavit. 2 Teile in 1 Band. 4 Bl., 158 S., 1 w. Bl.; 156 S., 26 Bl. Titel in Rot und Schwarz. 20 x 16 cm. Pergament d. Z. Jena, Martin Scherpentier, 1697.
VD 17 23:243113X. – Erste Ausgabe. Der Beginn einer der nach Umfang und Kampfesweise ungewöhnlichsten Professorenfehden. Ihr Ursprung liegt mehr als eine Generation zurück in dem Gegensatz zwischen den beiden im Titel genannten Juristen Benedikt Carpzov (gest. 1666) und Johann Brunnemann (gest. 1672). Schmid knüpfte an diesen Gegensatz erneut an und unterzog Brunnemanns Lehrmeinungen einer kritischen Prüfung. Hinter Schmid aber stand sein Lehrer, der damals hochberühmte, in seinen Rechtsauffassungen überaus konservative Jenaer Jurist von Lyncker. Als Schmid den Inhalt seiner Schrift in öffentlicher Disputation unter dem Vorsitz Lynckers verteidigen wollte, meldete sich ein Nachfahre Brunnemanns, der in Halle die Rechte studierte, als Opponent, wurde aber von der Universität Jena nicht zugelassen. Dieser Jakob Brunnemann veröffentlichte daraufhin eine schriftliche Widerlegung. Gleichzeitig erschienen in Halle Streitschriften, in denen Lyncker und Schmid in derbster Weise angegriffen wurden. Der Streit wuchs sich damit zu einer Fehde zwischen der Juristischen Fakultät in Jena und der damals jungen Reformuniversität Halle aus. Schließlich wurde auch der berühmte Hallenser Jurist Samuel Stryk, Schwiegersohn Brunnemanns, in diesen Streit hineingezogen. Um sich an Stryk zu rächen nahm sich Lyncker in einer pseudonym veröffentlichten Schrift dessen Traktat "De actionibus forensibus" vor, um darin nicht weniger als 5465 (!) Fehler und Irrtümer nachzuweisen (vgl. ADB XIX, 739). Die wichtigsten dieser hin und her gewechselten Streitschriften hier angebunden:
I. N. C. Lyncker (praes.) und W. E. Schmid (resp.). Trutina doctrinarum Jo. Brunnemanni et ad aequilibrium revocata a Jacobo Brunnemanno. 3 Bl., 34 S. Wittenberg, H. J. Meyers Witwe, 1697.- VD 17 1:013625G. - II. C. L. C. J(uris) C(onsulti) Ad Jacobum Brunnemannum de statu cocntroversiae ejus praesenti, epistola. 4 Bl. (Jena, ex Museo, Kal. Jun. 1697). - VD 17 1:013669P. - III. J. Brunnemann. Castigatio trutinae Jenensis sive vindiciae doctrinarum Joann. Brunnemanni, quibus a Benedicto Carpzovio dissentit. 4 Bl., 230 S., 5 Bl. Halle, Chr. Salfeld, 1698. - VD 17 1:014433S. - IV. Index in vindicias non vindices malesani auctoris Halensis: quas ut inconsultas Brunnemanni adversus Carpzovium aliosque Saxones doctrinas, suamque existimationem uberius prostitueret: adversus scriptum undiquaque innocentissimum Trutinae Schmidianae. 4 Bl. O. O. u. Dr., 1698. - VD 17 7:660341Q. - V. Index quorundam judiciorum vesanorum de celeberrimis JureConsultis nostri potissimùm temporis quorum fama meritis in remp. litterariam nixa, protervè commaculata, in instructorio forensi Lynckeriano, deprehenditur. 15 S. O.O., Dr. u. J. (um 1698). - Nicht im VD 17. - VI. Index repetitus, quorundam judiciorum, ex sanis omnibus caeteris, de celeberrimis JureConsultis, aliisque viris eruditis, nostri etiam temporis: quorum fama meritis in rempubl. literariam variis & variè nixa. 32 S. O. O., Dr. u. J. (um 1698). - Nicht im VD 17. - VII. S. Stryk. Modesta Calumniarum Jenensium depulsio. 4 Bl. Halle, Zeitler und Musselius, (um 1698). - VD 17 7:635447C. - VIII. Derselbe. Tractatus de actionibus forensibus investigandis et caute eligendis, ut & de actionum praescriptione: In Academia Fridericiana publicis disputationibus propositus; Editio secunda emendatior. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 408 S., 18 Bl.; 2 Bl., 76 S. 2 Bl. Halle, H. J. Meyers Erben und G. Zimmermann, 1698. - Teil II mit dem Titel: Dissertatio de juribus et actionibus non cessibilibus. - VD 17 12:206202P . - IX. (N. C. Lyncker, pseud.:) Karoli Sylbindi Nicei. Monita plusquam quinque millia; quibus totidem & ampliùs errorum, absurdorum & deliquiorum, tractatus nuperrimus Samuelis Strykii De actionibus forensibus convincitur. 2 Bl., 554 (recte: 556) S., 18 Bl. Frankfurt und Leipzig, G. H. Oehrling, 1698. - VD 17 3:322537D. - X. Kurtzer Verlauf der Stryckischen Händel. 28 S. Jena, J. D. Werther, 1699. - VD 17 12:158138W. – Anfangs mit kleiner Wurmspur im weißen Seitenrand, S. 155 in Teil II mit angestücktem Blattabriss (Verlust der Kustode). Sonst lediglich gleichmäßig leicht gebräunt und insgesamt woherhalten.
Struve, Georg Adam. Juris-Prudenz oder Verfassung der landüblichen Rechte. Vor etlichen Jahren auff sonderbarem Befehl verfertiget: Aus seinen eigenen Schrifften hervor gesuchet, von neuen übersehen und zum Druck befördert, von desselben ältesten Sohne Johann Willhelm Struven. 18 Bl., 906 (recte: 904) S. Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 gestochenen Portraits und Textholzschnitt. 16,5 x 9,5 cm. Pergament d. Z. Merseburg, Gottschick für Forberger, 1689.
VD17 1:015252R. Vgl. Coing, Handbuch II, 1, 548. – Deutsche Übersetzung des sogenannten "Kleinen Struve" in erster Ausgabe, diese deutsche Ausgabe wurde das beliebteste Lehrbuch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Georg Adam Struve (1619-1692) schuf mit seinen Einführungswerken zur Jurisprudenz seiner Zeit Klassiker des Usus modernus pandectarum. Vor allem der "Kleine Struve" war das einschlägige Einführungs- und Repetierbuch zum Jus Romano-Germanicum. – Etwas braunfleckig, sonst wohlerhalten.
Struve, Georg Adam. Juris-Prudenz oder Verfassung der landüblichen Rechte. Vor etlichen Jahren auff sonderbarem Befehl verfertiget; aus seinen eigenen Schrifften hervorgesuchet, von neuen übersehen, und zum Druck befördert von ... Johann Wilhelm Struve. 3 Bl., 790 S., 49 Bl. Mit gestochenen Frontispiz. Titel in Schwarz und Rot. 20,5 x 16 cm. Pergament d. Z. (gewellt, fleckig und berieben) mit spanischen Kanten. Frankfurt und Leipzig, Krüger, 1711.
Stintzing-L. II, 160f. – Dritte Ausgabe. "Eine populäre Darstellung des geltenden - hauptsächlich Privat-Rechts in deutscher Sprache". – Vorsatz mit hs. Besitzvermerken. Papier bedingt gebräunt, etwas stockfleckig mit Wurmgängen und Randläsuren.
Struve, Georg Adam
Syntagma jurisprudentiae secundum ordinem pandectarum concinnatum
Los 553
Schätzung
300€ (US$ 341)
Struve, Georg Adam. Syntagma jurisprudentiae secundum ordinem pandectarum concinnatum. Editio post varias hactenus aedornatas concinnior & purgata. 2 Teile in 1 Band. 11 Bl., 620 S.; 696 (recte: 694) S., 51 Bl. (Index). 20 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (Deckel etwas verzogen). Jena, Samuel Adolph Müller für Matthias Birckner, 1692.
VD 17 1:013649A. – Wie der Verleger in seinem Vorwort mitteilt, wollte er eine kritische Neuausgabe ohne die unhandlichen Erweiterungen bieten, die das Werk im Laufe der Zeit erfahren hatte. Struve (1619-1692) hatte es erstmals in den Jahren 1658 bis 1663 herausgegeben. Von diesem Druck sind nur die vorliegendem beiden Teile erschienen, der zeitgleiche von Nisius für Hoffmann bis 1701 ist auf drei Teile erweitert. – Ohne den vermutlich 1693 nachgelieferten und nicht allen Exemplaren beigebundenen Kupfertitel und das gestochene Portrait. Block etwas verzogen, Titel mit altem Besitzvermerk. Schwach braunfleckig.
Stryk, Samuel
Von vorsichtiger Schliessung der Contracten + Beiband
Los 554
Schätzung
600€ (US$ 682)
(Stryk, Samuel). Von vorsichtiger Schliessung der Contracten, oder, Von denen Cautelen, welche ein iedweder in Handel und Wandel nothwendig in acht zu nehmen hat, wann er einen Contract sicher schliessen, und so wohl gegenwärtigen Schaden verhüten, als auch vor künfftigen Streit und weitläuffigen Processen versichert leben will. Allen und jeden Kauffleuten, wie auch vornehmen Herrn und Edelleuten heraus gegeben von L. v. J. K. J. 4 Bl., 706 S., 48 Bl. (Register). Titel in Schwarz und Rot. 20 x 16 cm. Pergament d. Z. Hamburg, Hermann Redlich, 1692.
VD 17 23:242942Y. – Erste deutsche Ausgabe der zuerst 1684 in den Praelectiones Viadrinae erschienenen umfangreichen handelsrechtlichen Abhandlung De Cautelis Contractuum, die noch drei weitere Ausgaben erfuhr. Die Arbeit umfasst 4 Abschnitte: 1. Von den Cautelen im allgemeinen und von denen, da man den Personen der Contrahenten in acht nehmen muß als da sind Kinder, Unsinnige, Verschwenderische, Unmündige, Minderjährige, Stumme, Taube und Blinde, Frauen usw. - 2. Von den Cautelen, welche in den Contracten die nominati genennet werden, oder die einen absonderlichen und gewissen Namen haben, in acht zu nehmen sind: Darlehn, Commodatum, Procario (Gelehntes), Verwahrung (deposito), Hypotheken, Vermietung usw. - 3. Von den Cautelen, die man bey den Contractibus innominatis, oder die keinen gewissen Namen haben ... in acht nehmen muß: Vormundschaft, Erbschaften, Wechsel, Pacta und Verträge, Ehe-Beredungen und Leib-Gedinge usw. - 4. Von den Cautelen, die man bey Dissolvirung der Contracten in acht nehmen muß, Bezahlung, Abtretung von Schulden, usw. – Schwach gebräunt, Titel mit altem Besitzeintrag. – Beigebunden: Derselbe. Wolabgefaster und sehr dienlicher Unterricht vom Pfändungs-Recht, worinnen gezeiget wird, wie man mit den Pfändungsverfahren, und zu Vermeidung vieler Ungelegenheiten sich verhalten solle. 4 Bl. (l. w.), 72 S. Ohne das gestochene Frontispiz. Celle, Hieronymus Friedrich Hoffmann, 1693. - VD 17 1:015692P.
Die Grundlegung einer sozialen Biologie
Süssmilch, Johann Peter. Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben erwiesen. 3. verbesserte Ausgabe. 2 Bände. 4 Bl., XVI, 576, 130 (recte 114) S., 1 Bl.; 1 Bl., 625, 77 S., 1 Bl. Mit mehrfach gefalteter Tabelle. Halbleder d. Z. (etwas beschabt und bestoßen) mit 2 goldgeprägten RSchildern. Berlin, (Winter für die) Realschulbuchhandlung, 1765.
Humpert 12169. Goldsmiths 10084. Kress 6302 (nur Bd. II). Higgs 3565. ADB XXXVII, 188. – "Süssmilch ist heute allgemein als einer der hervorragendsten Vertreter der aufkeimenden Socialwissenschaft des vorigen Jahrhunderts anerkannt. Sein Hauptwerk 'Die göttliche Ordnung' ... wird von Rümelin geradezu als die Grundlage einer socialen Biologie bezeichnet. Knapp erklärt dasselbe in seiner 'Theorie des Bevölkerungswechsels' als ein nationalökonomisches und politisches Werk, welches in der Art der realistischen Behandlung der socialwissenschaftlichen Fragen für seine Zeit einzig dasteht." (ADB). Roscher würdigt es als das bedeutendste volkswirtschaftliche Spezialwerk seiner Zeit, gleichzeitig als die erste ausführliche Bevölkerungstheorie, welche ihren Gegenstand als Selbstzweck behandelt. Die erste Ausgabe war 1740 erschienen. Erst für die 4. Ausgabe hat Chr. J. Baumann, der Schwiegersohn Süßmilchs, einen dritten Band hinzugefügt mit Anmerkungen und Zusätzen zu den beiden ersten Teilen. – Vorsätze leimschattig, mit Exlibris und Stempel. Ordentliches, wenn auch etwas gebräuntes Exemplar.
Thile, Carl Gottfried von
Nachricht von der Churmärckischen Contributions- und Schoß-Einrichtung
Los 556
Schätzung
200€ (US$ 227)
Thile, Carl Gottfried von. Nachricht von der Churmärckischen Contributions- und Schoß-Einrichtung, oder: Land-Steuer-Verfassung des churmarck-brandenburgischen Ritterschaffts-Corporis. 17 Bl., 443 S., 25 Bl. (Register). 21 x 17 cm. Kalbsleder d. Z. (Kanten berieben) mit ornamentaler RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Berlin, Christian Albrecht, (1723).
Humpert 11770. Kress 6594. – Erste Ausgabe. In kultur-, rechts- und wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht interessante Quelle über das kurmärkische Abgaben-, Steuer- und Finanzwesen, mit zahlreichen tabellarischen Angaben. – Titel mit Stempelrasur, letzte Blatt mit kleinem Brandfleck im unteren Rand. Stellenweise schwach gebräunt oder braunfleckig, wenige Unterstreichungen.
Thomasius, Christian
Institutionum jurisprudentiae divinae libri tres
Los 557
Schätzung
300€ (US$ 341)
Thomasius, Christian. Institutionum jurisprudentiae divinae libri tres. In quibus fundamenta juris naturalis secundum hypotheses illustris Pufendorffii perspicue demonstrantur, & ad objectionibus dissentientium. Editio secunda priori multo auctior. 1 Bl., 84, 650 S., 5 Bl. 19 x 16 cm. Pergament d. Z. Halle, Christoph Salfeld, 1694.
VD17 1:008857W. ADB XXXVIII, 94. – Zweite Ausgabe des Lehrbuchs zum Naturrecht. Die erste Ausgabe von Thomasius frühem Hauptwerk erschien 1687. – Teilweise leicht gebräunt und schwach wasserrandig. – Beigebunden: Derselbe. Quaestionum promiscuarum, historico-philosophico-juridicarum, in Academia Fridericiana Anno M DC XCIII. Halle, Salfeld, (1694). - Sammlung von 24 Dissertationen in 12 Teilen, unter den Autoren Laurentius Thomas, Enno R. Brenneisen, J. C. Keess, David Stavisnky, Peter Boje etc.
Todesurtheil
welches von dem Magistrate der kaiserl. Königl. Haupt- und Residenz-Stadt Wien
Los 558
Schätzung
100€ (US$ 114)
Todesurtheil welches von dem Magistrate der kaiserl. Königl. Haupt- und Residenz-Stadt Wien, über die mit dem Severin v. F., fälschlich Graf v. F. wegen meuchlerischen Raubmordes ... Gefaltetes Blatt mit 4 Seiten. 26,5 x 21 cm. Wien 30. August 1827.
Das vorliegende Werk beschreibt den Tatvorgang und das Urteil bei einem Herrn Severin v. F., der wegen meuchlerichen Mordes zum Tode verurteilt wurde. Dieser habe seinen ehemaligen Professor aus Geldgier ermordet um seine eigenen Schulden begleichen zu können. Neben der Verurteilung des Todes durch den Strang verliert der Angeklagte seinen Adelsrang und die damit verbundenen Rechte. – Etwas braun- und fingerfleckig sowie mit Randläsuren.
Vattel, Emer de
Le droit des gens, ou principes de la loi naturelle
Los 559
Schätzung
250€ (US$ 284)
Vattel, Emer de. Le droit des gens, ou principes de la loi naturelle, appliqués a la conduite & aux affaires des nations & des souverains. Nouvelle edition augmentée, revue & corrigée. 2 Teile in 1 Band. 2 Bl., XXVIII, 316 S.; 2 Bl., 216 S. Titel in Schwarz und Rot. Mit 2 wiederholten gestochenen Titelvignetten. 26,5 x 21,5 cm. Halbleder d. Z. (Deckelbezüge und Ecken etwas stärker berieben) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Amsterdam, E. van Harrevelt, 1775.
ADB XXXIX, 511. – Großzügiger Amsterdamer Quartdruck von Vattels zuerst 1758 in Leiden erschienenem Hauptwerk, das "sich durch Klarheit und Deutlichkeit der Darstellung auszeichnet... Keine Bearbeitung des philosophischen Völkerrechts hat so allgemeine Billigung und Benutzung gefunden als Vattel’s 'Droit des gens'. Es gilt bei Diplomaten und namentlich Consuln selbst heute noch als eine Art Orakel, und bietet - nicht selten sogar in Staatsschriften eingeführt - das eigenthümliche Schauspiel eines fast zum positiven Gewohnheitsrecht gewordenen Lehrgebäudes" (ADB). Emer de Vattel (1714-1767) wandte sich mit seinem einflussreichen, bis ins 20. Jahrhundert vielfach aufgelegten und mehrfach übersetzten Hauptwerk an die politischen und juristischen Praktiker. – Stellenweise unscheinbare Feuchtigkeitsränder. Wohlerhaltenes Exemplar.
Verfassungs-Urkunde des Großherzogthums Hessen. 27 S. 19,5 x 12 cm. HLeinen des späten 19. Jahrhunderts mit hs. Papierrückenschild. O. O., Dr. u. J. (1820).
Unfirmierter Druck der Verfassung des Großherzogtums Hessen, die von 1820 bis 1918 Gültigkeit besaß. – Etwas stockfleckig. Exemplar aus der Bibliothek Thun-Hohenstein in Tetschen, mit entsprechendem gestochenen Wappenexlibris und großem Sammlungsstempel mit Wappen in Rotdruck auf dem Titel.
Vinnius, Arnoldus
In quatuor libros institutionum imperialium commentarius academicus et forensis
Los 561
Schätzung
180€ (US$ 205)
Vinnius, Arnoldus. In quatuor libros institutionum imperialium commentarius academicus et forensis. Editio postrema. 2 Teile in 1 Band. 3 Bl., 568 S., 451 S., 24 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz. 21 x 17 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit RSchild. Nürnberg, Johann Friedrich Rüdiger, 1726.
VD18 14737949. – Nürnberger Ausgabe des philologisch-historischen Kommentars zu den Institutiones Iustiniani, der selbst zu einem weit verbreiteten Standardlehrbuch der Rechtswissenschaft wurde. – Titel mit altem Besitzeintrag und vertikalen Quetschfalten, sonst wohlerhalten. – Beigebunden: Johann Gottlieb Heineccius. In Arnoldi Vinnii commentarium in quatuor libros Instituitionum imperialum notae. Nunc primum seorsim editae. 1 Bl., 92 S. Frankfurt, Franz Varrentrapp, 1732. - Erste Ausgabe. - Arnoldus Vinnius. Selectarum juris quaestionum libri duo. Editio nova. 3 Bl., 210 S. Ebenda 1733.
Wathner, Joseph
Der vollständige Kenner der Eisenwaaren und ihrer Zeichen
Los 562
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Wathner, Joseph. Der vollständige Kenner der Eisenwaaren und ihrer Zeichen, oder gründliche und vollständige Anleitung zur Erlernung und Kenntniß aller nur immer vorkommenden Eisenwaaren-Artikel, mit beygefügter Berechnungsart und Zeichen einer jeden einzelnen Gattung. 2 Bände (Text- und Tafelband). 97 S. (S. 93-97 als einseitig bedruckte Falttabellen), 7 Bl. (Register), 1 weißes Bl. bzw. (Atlas:) 40 doppelblattgroße Kupfertafeln (inkl. Kupfertitel), 1 Bl. (Register), 1 w. Bl. 28 x 22 cm. Rotes Chagrinleder d. Z. (etwas berieben, Gelenke teils leicht angeplatzt) mit reicher ornamentaler RVergoldung mit grünem goldgeprägtem RSchild, breiten Deckelbordüren aus Akanthusvoluten und Strahlenbündeln in quadratischen Eckstücken, Laubstabrollen auf den Steh- sowie Palmettenrollen auf den Innenkanten, hellgrünen Lackpapiervorsätzen sowie Goldschnitt. Graz, J. A. Kienreich, 1825.
Erste Ausgabe, eine als fünfte Auflage bezeichnete Überarbeitung erschien noch 1885. Geradezu naturwissenschaftlich aufgefasste Systematik eines hochdifferenzierten Manufakturzweiges, mit dem Ziel eindeutiger Kommunikation zwischen Produzenten, Handelshäusern und Abnehmern verschiedener Regionen. Die Eisenverarbeitung umfasste über 40 Spezialgewerke, die das Registerblatt des Tafelbandes übersichtlich zusammenfasst. Jede dieser Sparten stellte eine Reihe standardisierter Produkte in normierten Größen und Abgabemengen her, sämtlich im Text genau unterschieden und auf den Doppeltafeln detailgetreu wiedergegeben. Wathner, der sich am Titel als "Eisenhandlungs-Commis" ausweist, verzeichnet z. B. 100 Sorten Hacken, 89 Hauen, 72 Kettensorten, 32 Pfannen und Tiegel, 28 Sporen, 29 Schnallen, eine Vielzahl in natürlicher Größe gezeichneter Schrauben, einfache und herrschaftliche Gußöfen. Auf die Währungseinheiten bezogene Stückzahlen von "Bundwaare" wurden mit Kombinationen kleiner Zeichen wie Dreiecken, Sternen, Kreisen versehen, je nach Produkt verschieden und den Beschreibungen beigefügt. Die Zeichen konnten Herstellerkennungen enthalten, als Beispiel füllt der Autor diejenigen der zu Beginn behandelten "Hackenschmied-Waaren" mit Buchstaben und Zahlen, die über ihn selbst und sein Werk Auskunft geben: "In Graetz gezeichnet von mir Ioseph Wathner gebürtig aus Tottis in Ungarn im Iahre 1825". Handwerkskundliche Fundgrube in großzügiger Anlage von Text und Tafeln, hier beide Teile auf starkem, breitrandigen Vélinpapier. – Fl. Vorsätze mit späterer Tintensignatur. Besonders der Textband mit der für das Luxuspapier typischen Stockfleckenbildung, ansonsten frisch und repräsentativ gebunden.
Wesenbeck, Matthaeus
In pandectas juris civilis et Codicis Iustinianei libros commentarii
Los 563
Schätzung
450€ (US$ 511)
Wesenbeck, Matthaeus. In pandectas juris civilis et Codicis Iustinianei libros commentarii: Olim paratitla dicti: Nunc ex postrema ipsius autoris, necnon aliorum quorundam jurisconsultorum recognitione multo quam antehac emendatius editi. Cum indicie gemino. 2 Teile in 1 Band. 4 Bl., 1032 Sp., 12 Bl.; 2 Bl., 218 Sp., 4 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 24,5 x 19 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben, in der Mittelplatte datiert und signiert: "1579 S.R."). Frankfurt, Erasmus Kempffer für Anton Hierat, 1612.
VD17 1:014209G. Vgl. Stintzing-L. I, 356. – "Wesenbeck's Hauptschöpfung ist der 'Commentarius in pandectas', welcher einen nachhaltigen Einfluß übte und ein volles Jahrhundert die juristische Literatur beherrschte" (ADB XLII, 137). Zum Einband des Wittenberger Meisters Severin Roetter siehe Haebler I, 387, VI (mit kl. Abweichungen) u. VII. Mittelfelder der Deckel mit blindgeprägtem Porträt August von Sachsen (datiert 1579 und mit Signatur S. R.) und Wappen von Anhalt. – Titel mit altem Tinteneintrag und minimalen Wurmspuren im unteren Rand. Durchgehend etwas gebräunt oder braunfleckig.
DDR-Tauchsport
DDR-Tauchsport, Album mit ca. montierten 400 Schwarzweiß-Fotografien
Los 564
Schätzung
500€ (US$ 568)
SPORT UND SPIEL
DDR-Tauchsport. Album mit ca. montierten 400 Schwarzweiß-Fotografien. Unterschiedliche Größen. Album mit 54 Bl. 25 x 35 cm. Froschgrüner Leinenband mit 3 Messingschrauben. Ostdeutschland ca. 1960-1966.
Tauchsport gehörte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu den privilegierten, seltenen Sportarten, die im allgemeinen einer besonderen Genehmıgung bedurften, hatte man doch stets Angst vor Republikflucht durch die Flüsse. So bestand das "Gesetz zur Förderung des Tauchsports der DDR" vor allem aus drastischen Einschränkungen bzw. Verboten.
Bedingt durch die günstige geographische Lage, die logistischen Voraussetzungen und die Gewässerbeschaffenheit stand am Heinitzsee die Wiege des Tauchsports in der DDR. Hier wurden auch erste Meisterschaften im Tauchsport ausgetragen. 1963 nahmen Strausberger Taucher an Bezirksmeisterschaften im Tauchsportmehrkampf in Rüdersdorf teil.
Die Fotos (zwischen 4 x 4 und 30 x 22 cm) zeigen eindrucksvolle Szenen der Ostseeexkursion 1960 in Beckerwitz und Boltenhagen, am Stechlinsee, am Liepnitzsee, bei Trainingsstunden im Friesen-Stadion, von Taucherprüfungen, Unterwasserarchäologie und Auswertung der Funde. Dabei sind auch einige spektakuläre frühe Unterwasserfotografien.
Es folgt ein Kapitel "Tauchfahrt an die Schwarzmeerküste Bulgariens 20. September 1962 bis 3. Oktober 1962, dann das "Eistauchen" im Heinitzsee 1963, eine "VEB Baugrund-Expedition der Ostseehäfen" nach Rostock und Warnemünde, ein "Tauchertreffen in Wurzen-Wolfsschanze".
Weiterhin finden sich Zeitungsausschnitte von Pressemitteilungen über die Tauchgänge, Karten etc. Von besonderem Interesse sind auch die Fotografien etwa über den "Bau der U(nter)W(asser)-Kameragehäuse Winter 1960/61", die Herstellung von Vorläufern der Neopren-Tauchanzüge "Der erste 'Eigenbau'-Nassanzug".
Das Album ist mit Strichen, Bordüren und kleinen gezeichneten Vignetten in weißer Kreide hübsch gestaltet und bietet ein bemerkenswertes Zeugnis für das Freizeitleben in der DDR, das höchst selten so konzentriert dokumentiert wurde. Es bietet somit eine reiche Quelle für die historische Aufarbeitung der Freizeitkultur des sozialistischen Staates. – Durchgehend in sehr guter Erhaltung. Beiliegen einige Postkarten und weitere Materialien.
Pictorial game, The und
of "Alice in Wonderland" from the Original Designs
Los 565
Schätzung
150€ (US$ 170)
The pictorial game of "Alice in Wonderland" from the Original Designs. 48 kolorierte und illustrierte Karten nach Sir John Tenniel von E. Gertrude Thomson. 9 x 6,5 cm. Rosaner, illustrierter Pappschuber (berieben, bestoßen, teils mit kleinen Einrissen und kleiner Fehlstelle). London, Thomas de la Rue & Co., o. J. (um 1905).
Wohl zweite Ausgabe, da die erste Ausgabe aus dem Jahre 1898 auf der Seitenkante der Schachtel "Her Majesty" stehen hat. Die vorliegende trägt die Aufschrift "His Majesty". Das Kartenspiel besteht aus 48 Karten bzw. 16 Dreier-Sets, die es gilt möglichst zu vervollständigen. – Mit kleinen, kaum erwähnenswerten Gebrauchsspuren. Sehr gutes Exemplar, das wohl kaum benutzt wurde.
Würfelspiel und Ciuffetti, Domenico
Il novo e piacevole gioco del pela il chiu
Los 566
Schätzung
600€ (US$ 682)
Würfelspiel. - Ciuffetti, Domenico. Il novo e piacevole gioco del pela il chiu. Holzschnitt. 46 x 34 cm. Italien 18. Jahrhundert.
Das vorliegende Spielbrett ist ein einfaches Würfelspiel, bei dem Spieler basierend auf den Würfen von drei sechsseitigen Würfeln Einsätze in einen Topf zahlen oder daraus nehmen. Es ist unter den Namen "Pela il chiu" oder "Plume le hibou" bekannt. Dieses Spiel wurde in Italien in den 1580er Jahren populär und kam im 17. Jahrhundert unter dem Namen "Jeu de la Chouette" oder "À qui plumera son compagnon" nach Frankreich. Das Spielbrett besteht aus vier konzentrischen Ovalen mit Feldern, auf denen Würfel, Figuren (ein Blinder, eine Zigeunerin, ein Amor, ein Satyr aus der griechischen Mythologie, der Gott Bacchus, ein Pedrolino, ein Francatripe aus der Commedia dell'arte, ein Türke, ein Barbar, etc.), Berufe, Gegenstände (Vogelfalle) oder Eulen zu sehen sind. – Mit Mittelfalz, fleckig, knickspurig, mit Randläsuren und kleinen Fehlstellen. Selten. Dekorativ.
BUCHWESEN
Adam, Paul. Lebenserinnerungen eines alten Kunstbuchbinders. (Mit Vorwort von Hans Loubier). 237 S., 1 Bl. 24 x15,5 cm. Rotes Maroquin d. Z. (Kapitale mit kleinen Einrissen und Rücken leicht lichtrandig) mit goldgeprägtem RTitel, goldgeprägtem DMonogramm "PA", goldgeprägten Steh- und Innenkanten und dreiseitigem Goldschnitt. Leipzig, Verlag Meister der Einbandkunst, 1925.
Nicht bei Rodenberg. – Eines von 300 nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage). Gedruckt bei Jakob Hegner in Hellerau. Mit Vorsätzen aus Pergament. – Papierbedingt leicht gebräunt, leicht stockfleckig, Vorsatz etwas gewellt und knickspurig, vereinzelt mit kleinen Randläsuren.
Buntpapiersammlung
Sammlung von ca. 195 Blättern, darunter Marmorpapiere, Bunt- und Kattunpapiere
Los 568
Schätzung
700€ (US$ 795)
Buntpapiersammlung. Sammlung von ca. 195 Blättern, handgefertigt, darunter Marmorpapiere, Bunt- und Kattunpapiere. Zwischen ca. 16 x 36 cm und 47 x 63 cm. Schweiz 21. Jahrhundert.
Umfangreiche Kollektion handgeschöpfter Buntpapiere, bestimmt zur Verwendung als Einband- und Vorsatzmaterial im Buchbinderhandwerk, ebenso zum Auskleiden, Bekleben oder Umhüllen. Vorwiegend Marmorpapiere, teils auf Bütten, zeigen eine große farbästhetische Spannweite und vielfältige Gestaltungen. Neben reizvollen Phantasiepapieren mit floralen oder rankenartigen Motiven, darunter mehrere Bögen mit goldenem Lilienmuster auf dunkelblauem Grund, überwiegen abstrakte Muster mit charakteristischen organischen Strukturen sowie graphisch entworfene Papiere. Die Farbigkeit reicht von gedeckten Naturtönen bis zu leuchtenden, kontrastreichen Kompositionen. – Geringfügige Lagerungsspuren; mehrheitlich wohlerhalten.
(Camusat, Denis-François). Histoire critique des Journaux. 2 Teile in 1 Band. XVIII S., 1 Bl., 323 S.; 1 Bl., 236 S. Mit 2 gestochenen Titelvignetten. 17 x 10 cm. Pappband des 19. Jahrhunderts mit RSchild. Amsterdam, J.-F. Bernard, 1734.
"L'apport de Camusat est l'histoire du 'Journal des Savants' qui occupe le premier volume et la moitié du second. Le reste contient des études dont la plus importante et celle sur le 'Mercure Galant' ... (Hatin, Bibliographie de la Presse S. 40). – Titel verso mit überklebtem Stempel.
Hübner, Johann
Reales Staats- Zeitungs- Conversations-Lexicon.
Los 570
Schätzung
150€ (US$ 170)
Hübner, Johann. Reales Staats- Zeitungs- Conversations-Lexicon. 13. Auflage. 7 Bl., 2206 Sp., 24 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit gestochenem Frontispiz. 21,5 x 13 cm. Pergament d. Z. (fleckig und berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Leipzig, Johann Friedrich Gleditsch, 1729.
Zischka 4. Seemann 293. – Späte Ausgabe des ungemein erfolgreichen und im 18. Jahrhundert unzählige Auflagen erlebenden Lexikons: "Dieses Werk beherschte das ganze 18. Jahrhundert und war ungewöhnlich verbreitet. Der Titel variiert etwas, in der 4. Auflage von 1709 erscheint im Titel zum ersten Male die Bezeichnung Konversations-Lexikon. Hübner schrieb nur die Vorrede, das Werk wird jedoch üblicherweise als Hübner bezeichnet. In erster Linie Material für den Zeitungsleser. Für die Zeitgeschichte wertvoll" (Zischka). Als Verfasser gilt Philipp Balthasar Sinold von Schütz. – Etwas gebräunt oder braunfleckig, sonst wohlerhalten.
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