Cicero, Marcus Tullius. Orationes omnes. Perpetuis notis Logicis, Arithmeticis, Ethicis, Politicis, Historicis, Antiquitatis, illustratae per Io. Thomam Freigium. 3 Bände. Mit 3 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. 18 x 11 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, Rücken nachgedunkelt). Hanau, Erben Andreas Wechel für Johann Aubry, 1614.
VD17 14:625323A. VD17 14:625325R. VD17 14:625326Y. Schweiger 130 – Zweite Hanauer Ausgabe der Schriftensammlung Ciceros, der Erstdruck der Edition durch den spätscholastischen Philosophen Johann Thomas Freigius (1543-1583) erschien 1583 in Basel. – Etwas gebräunt und braunfleckig, stellenweise mit verblasstem Feuchtigkeitsrand, einige Lagen mit Wurmspur.
Combe, William
The tour of doctor syntax, In search of the picturesque. A poem
Los 2020
Schätzung
240€ (US$ 273)
Combe, William. The tour of Doctor Syntax, In search of the picturesque. A poem. Seventh Edition. Teil I (von 3). III, 276 S., 1 Bl. Mit gestochenem und kolorierten Frontispiz und Titel und 29 kolorierten Radierungen. 23 x 14,5 cm. Rotes Maroquin (fleckig und leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. London, R. Ackermann, o. J. (1817).
Vgl. Tooley 427. – "... celebrated work ... enormously popular from the outset Dr. Syntax went into many editions ..." (Tooley). Mit für diese Auflage neu geschaffenen Illustrationen. – Papierbedingt leicht gebräunt, etwas stockfleckig und teils mit leichtem Abklatsch.
Cramer, Carl Gottlob. Hans und Görge. Ein Familiengmälde. 1 Bl., X, 159 S. Mit gestochenem Frontispiz von J. Blaschke. 16,5 x 10 cm. Moderner marmorierter Pappband. Berlin (d. i. Wien) 1801.
Goedeke V, 510, 10, 40. – Erste Ausgabe. Karl Gottlob Cramers (1758-1817) "Ritter- und Spitzbubengeschichten bildeten, obwohl voll der rohesten Plattheit, abenteuerlichsten Unnatur und üppigsten Wollust, einst die gepriesene Lektüre selbst der vornehmen Stände, lange Zeit das Entzücken der Wachstuben und Herbergen, zumal er sich mit Vorliebe in hohen Kreisen bewegt und gegen das verrottete Leben an den Höfen, gegen Beamtendruck und fürstliche Willkür eifert. Sein Hasper a Spada, die gröbste Verballhornung von Goethes Götz, wurde geradezu vorbildlich für jeden Ritteroman" (Goedeke). – Titel mit altem Besitzvermerk. Etwas fleckig und mit kleinen Feuchtigkeitsrändern.
Cramer, Carl Gottlob
Leben und Meinungen auch seltsamliche Abenteuer Paul Ysops + Ysopiana
Los 2022
Schätzung
180€ (US$ 205)
(Cramer, Carl Gottlob). Leben und Meinungen auch seltsamliche Abenteuer Paul Ysops, eines reduzirten Hofnarren. 2 Bände. 3 Bl., X, 392 S.; XVI, 343 S. Mit 2 gestochenen TVignetten und gefalteter Musikbeilage. 15,5 x 9 cm. Pappband d. Z. (berieben, Rückenbezug mit Schabstellen, Ecken leicht bestoßen, mit Resten eines hs. RSchilds). Leipzig, Johann Benjamin Georg Fleischer, 1792-1793.
Goedeke V, 509, 10. Hayn-Gotendorf I, 692. – Erste Ausgabe des Schelmenromans. Carl Gottlob Cramers Werk war zu seiner Zeit außerordentlich erfolgreich und beliebt, "jetzt verschollen und vergessen. Indessen bildeten alle diese abenteuerlichen Geschichten mit ihren naiven Gemeinheiten, ihrer alten ehrlichen Grobheit, ihrer Frivolität und unverschleierten Wollust, nicht minder mit ihrem Pferdegetrapp, ihren Lanzensplittern, fallenden Burgen, Rittern und Jungfrauen, verbunden mit den großartigsten Flüchen und anderweitigen colossalen Redensarten, ein natürliches und notwendiges Gegengift gegen die Sentimentalität des letzten Viertels des vorigen und des ersten Decenniums dieses Jahrhunderts" (ADB IV, 558, ausführlich). Mit der häufig fehlenden Musikbeilage zu Ysops Leiblied "Wollt ihr wissen wer ich bin? ich bin ein dummer Schwabe!" – Etwas fleckig, Titel alt gestempelt, Musikbeilage verso teils alt hinterlegt, Block etwas verschoben. Mit Exlibris Viktor Achter. – Dabei: Derselbe. Ysopiana. Als Anhang und Nachtrag zu dem Leben Paul Ysops eines reducirten Hofnarren. 238 S. Mit koloriertem gestochenem Frontispiz. 16 x 9,5 cm. Etwas späterer Pappband (berieben). Ebenda 1799. - Goedeke V, 510, 28. - Erste Ausgabe. - Titel und weißes Schlussblatt mit Papierausschnitt.
Deutsches Museum
Hrsg. von H. C. Boie u. a., 12 (von 13) Jgge
Los 2023
Schätzung
250€ (US$ 284)
Deutsches Museum (hrsg. von H. C. Boie und C. K. W. von Dohm). Jahrgang 1781. 12 Hefte in 1 Band. Mit Kupfertafeln und Musikbeilagen. 19,5 x 11,5 cm. Halbleder d. Z. mit zwei goldgeprägten Rückenschildern und Goldfileten zwischen den Bünden. Leipzig, Weygand, 1781.
Diesch 1049. Kirchner 4495. Wilke II, 141ff. Goedeke IV/1, 985, 4. Kippenberg I, 486. – Ein vollständiger Jahrgang der zwischen 1776 und 1788 erschienen, bedeutenden deutschen literarischen und historischen Zeitschrift. "Keine andere Zeitschrift, selbst der ‚Merkur‘ (von Wieland) nicht, hatte so glänzende Namen unter den Mitarbeitern und so wertvolle Beiträge wie das Museum, das für die Zeit eine parteilose, vermittelnde Stellung einnahm und aufhörte, als die Bewegung der Revolution die ruhige Haltung der Blätter nicht mehr duldete" (Goedeke). – Teils gebräunt bzw. stockfleckig. Insgesamt gutes Exemplar. Erster Titel gestempelt "Fürstensteiner Bibliothek".
Dornavius, Caspar
Amphitheatrum sapientiae socraticae
Los 2024
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Dornavius, Caspar. Amphitheatrum sapientiae socraticae joco-seriae, hoc est encomia et commentaria autorum quibus res, aut pro vilibus vulgo aut damnosis habitae, styli patrocinio vindicantur, exornantur. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 854 (recte: 848) S.; 1 Bl., 305 S., 1 Bl. Zweispaltiger Druck. Mit 3 (wiederholten) Druckermarken, typographischer Tabelle und einigen kleinen Textholzschnitten. 36 x 22,5 cm. Pergament d. Z. (leicht bestoßen und fleckig) mit blindgeprägter Arabeske auf den Deckeln. Hanau, Wechel für Aubry & Schleich, 1619.
Goedeke II, 127, 14. Faber du Faur 70. Jantz 829. Kat. Seebaß-Kistner I 235. Hayn-Gotendorf II, 59-60. – Erste Ausgabe dieser "ebenso interessanten als seltenen Encyclopädie der griech., lat. u. deutschen humoristischen Literatur" (Hayn-Gotendorf) mit mancherlei Erstdrucken. Enthält über 620 verschiedene Eulogia, Encomia, Laudes etc. aller möglichen Gebiete u. betrifft z. B. verschiedene Tiere, Früchte, Glatzen und Bärte, Podex, Furnus & Latrina, Omnia et Nihil (Wortspiele), Nemo (Niemand-Gedichte), Bier, Studentisches, Trunksucht, Utopien, Zechrecht usw. Darunter befinden sich so berühmte Stücke wie der (Caspar unbekannte) zweite Druck von Johann Keplers Strena seu de Nive sexangula (ein launiger, einfallsreicher Aufsatz über die Sechseckigkeit der Schneekristalle), D. Heinsius' Laus Pediculi, Aldrovandis Affenlob (Apum encomium), H. Vidas Scacchiae ludus, Thomas Morus' Utopia, F. Taubmanns Bacchanalia, Huttens Febris, Pirckheimers Podagra" und viele andere, darunter Puteanus' Ovi encomium mit einem in Eiform gedruckten Gedicht, sowie an deutschsprachigen Beiträgen: Fischarts Flöhatz-Weibertratz, Messerschmids Esel-Adel und der Sau Triumph, H. Gottings Niemandt, Tharaeus' Klage der lieben Frau Gerste; ferner der Erstdruck von Opitz' Juvantibus Poetis (Dünnhaupt 3020, 49; Opitz war Dornaus Schüler).
In Teil II findet sich auf S. 25 eine kleine Weltkarte in der Form eines Glücksrades. Caspar Dornau (1577-1632), der auch einige Beiträge geliefert hat, war Rektor des Gymnasiums Academicum in Beuthen, wo er als Lehrer wesentlichen Einfluss auf den jungen Opitz ausübte. – Zwei Exlibris. Durchgehend gebräunt und fleckig.
Duboccage, Marie Anne. Die Columbiade, oder: Der in die neue Welt übergebrachte Glaube, ein Heldengedicht. Aus dem Französischen der Madame du Bocage. 5 Bl., 288 S. Mit gestochenem Porträt. 16,5 x 9,5 cm. Mamoriertes Leder d. Z. (leicht berieben und Rücken mit kleinen Fehlstellen) mit goldgerägtem RSchild und RVergoldung. Glogau und Leipzig, Christian Friedrich Günther, 1762.
Vgl. Cohen-R. 328. – Erste deutsche Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1756. – Teilweise etwas braunfleckig sonst gutes Exemplar.
Eichendorff, Joseph von
Die Wiederherstellung des Schlosses der deutschen Ordensritter zu Marienburg
Los 2026
Schätzung
300€ (US$ 341)
Eichendorff, Joseph von. Die Wiederherstellung des Schlosses der deutschen Ordensritter zu Marienburg. 1 Bl., 153 S. Mit mehrfach gefaltetem gestochenem Grundriss. 205 x 13,5 cm. Etwas späterer Halbleinenband. Königsberg, Th. Theile, 1844.
Goedeke VIII, 192, 39. – Erste Ausgabe. Im Jahre 1844 schied Eichendorff nach schwerer Erkrankung aus dem Staatsdienst aus, das vorliegende Werk wird als seine Abschiedsschrift angesehen. Exemplar mit der ursprünglichen Königsberger Verlagsadresse, ein Teil der Auflage wurde von Alexander Duncker übernommen und das Impressum mit seiner Berliner Firmierung überklebt. – Etwas stockfleckig, Anfang und Schluss sowie die Karte stärker betroffen. Titel auch mit Namensstempel, die große Faltkarte auch mit kleinem Loch.
Barocker Silbereinband mit 2 Eignermonogrammen
auf den Deckeln und breiter Schließe
Los 2027
Schätzung
750€ (US$ 852)
Einbände. - Barocker Silbereinband mit 2 Eignermonogrammen auf den Deckeln und breiter Schließe. 14 x 8 cm. Deutschland um 1700.
Prächtiger massiver Silbereinband, der vermutlich für ein Hochzeitspaar gefertigt wurde, mit den beiden Monogrammen des Brautpaares auf den Deckeln. Das untere Kapitalplättchen mit Beschauzeichen. - Etwas oxidiert. - Inhalt: Nathanael Hilario. Frommer und gläubiger Seelen Heilige Unterredungen oder Gespräche mit Gott. 576 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz. Leipzig (um 1700; Impressum abgeschnitten). - Beigebunden: Vollständiges evangelisches Gesang-Büchlein. 301 S., 4 Bl. Nürnberg, Johann Hoffmann, 1696. - Erste und letzte Blatt mittig im Seitenrand gestaucht.
Einbände. - Prachteinband von Ferdinardo Ongania. Pergament d. Z. mit goldgeprägtem RSchild, RVergoldung und goldgeprägten, roten und braunen Lederintarsien, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt. 16 x 10,5 cm. Italien um 1900.
Prächtig gebundenes Werk von dem venezianischem Verleger Ferdinardo Ongania (1842-1911), der für die Ausgabe des Werkes "La Basilica San Marco in Venezia" bekannt ist. – Etwas berieben und bestoßen, oberes Kapital mit Einriss sowie vier Lederintarsien in Blütenform fehlen auf dem VDeckel. – Darin: William D. Howells. Venetian Life. 391 S. Mit Frontispiz. Leipzig, Bernhard Tauchnitz, 1883. - Mit verstärkten Innenstegen, fliegende Blätter etwas fleckig und papierbedingt leicht gebräunt.
Sanguinfarbener Maroquinband
aus der Bibliothek von König Ludwig XIV.
Los 2029
Schätzung
450€ (US$ 511)
Aus der Bibliothek des Sonnenkönigs
Einbände. - Sanguinfarbener Maroquinband aus der Bibliothek von König Ludwig XIV. 19 x 13 cm. Frankreich um 1675.
Prächtiger Oktavband aus der Bibliothek des Sonnenkönigs Ludwig XIV., mit entsprechendem Wappensupralibros des französischen Königshauses (drei Bourbonenlilien unter einer Krone mit umgebendem Ährenkranz) auf beiden Deckeln. Mit reicher Rückenvergoldung, sehr breiter ornamentaler Deckelbordüre, Innen- und Stehkantenbordüre sowie Goldschnitt. Inhalt: Jean Duvergier de Hauranne. Instructions Chrestiennes. Herausgegeben von Arnauld d'Andilly. 2 Teile in 1 Band (mit durchgehender Paginierung). 12 Bl., 374 S., 8 Bl. Mit gestochener Titelvignette. Paris, Pierre le Petit, 1672. - Titel mit königlichem Wappen- sowie entsprechendem Veräußerungsstempel. – Kapitale fachmännisch restauriert, sonst nur etwas berieben und leicht bestoßen.
Einbände. - Wappeneinband aus der Bibliothek von François de Rignac. Dunkelrotes Maroquin mit floraler RVergoldung. goldgeprägtem RTitel, mehrfacher Deckelfilete und prächtigem Wappensupralibros auf beiden Deckeln. 17 x 10,5 cm. Frankreich um 1610.
Dekorativer Einband aus der Bibliothek des französischen Adligen François de Rignac (1580-1663) mit dessen Wappensupralibros auf beiden Deckeln und der Devise "SEMPER IN ALTUM". - Inhalt: Theodericus de Niem. Historiarum sui temporis libri IIII. 16 Bl., 659 S., 25 Bl. Mit Holzschitt-Druckermarke am Schluss. Straßburg, Lazarus Zetzner, 1608. - Mit stärkerem Feuchtigkeitsrand. – Im unteren Viertel durch Feuchtigkeit nachgedunkelt, sonst wohlerhalten.
Epinay, Louise Florence Pétronille Tardieu d'Esclavelles d'
Mémoires et correspondance
Los 2031
Schätzung
120€ (US$ 136)
Epinay, (L. F. P. Tardieu d'Esclavelles d'). Mémoires et correspondance, où elle donne des détails sur ses liaisons avec Duclos, J.-J. Rousseau, Grimm, Diderot, le Baron d'Holbach, Saint-Lambert. Ouvrage renfermant un grand nombre de lettres inédites de Grimm, de Diderot et de J.-J. Rousseau. 3 Teile in 1 Band. 20 x 13 cm. Halbleder d. Z. mit RVergoldung und 2 goldgeprägten RSchildern. Paris, Brunet, 1818.
Brunet II, 1018. Cioranescu 27755. Gay-Lemonier III, 168. Hoefer XVI, 157. – Einer von drei Drucken im Jahr der Erstausgabe. "Ces 'Mémoires' sont extraits d'un roman autobiographique ... Mme. d'Épinay s'est trouvée être le chroniqueur authentique des moeurs de son siècle" (Hoefer). – Titel von Teil I mit hs. Besitzvermerk. Wohlerhaltenes Exemplar.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Adagiorum epitome. Editio novissima
Los 2032
Schätzung
150€ (US$ 170)
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Adagiorum epitome. Editio novissima. 12 Bl., 622 S., 36 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 13,5 x 8 cm. Amsterdam, Louis Elzevier, 1650.
Willems 1109. – Erster Elzevier-Druck der Auswahl von Erasmus' Adagia, seiner zuerst 1539 erschienenen Sammlung und Kommentierung antiker Weisheiten und Sprichwörter, von denen Erasmus insgesamt mehrere Tausend zusammentrug und die er nach und nach in verschiedenen, im Umfang stetig zunehmenden Ausgaben veröffentlichte. "Cette première édition elzevirienne de l'abrégé est très bien imprimée" (Willems). – Titel mit Tinteneintrag. Im Rand etwas gebräunt, sonst wohlerhalten.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Lob der Narrheit. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Wilhelm Gottlieb Becker. 14 Bl., 396 S. Mit 83 Holzschnitt-Vignetten nach Holbein (ohne das gestochene Portrait). 17,5 x 13 cm. Halbleinen des 19. Jahrhunderts (etwas bestoßen). Basel, Johann Jacob Thurneysen, 1780.
Rümann 239. Ebert 6879. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. Die 83 Holzschnitte nach Holbein stellen das Hauptwerk des Basler Formschneiders Heinrich Heitz (1750-1835) dar und wurden 1829 in Basel nochmals separat herausgegeben. – Es fehlt das gestochene Portrait. Fl. Vorsatz mit hs. besitzeintrag. Etwas fleckig und gebräunt.
Fröhlich, Carl
Tyll Eulenspiegels wunderbare und seltsame Historien
Los 2034
Schätzung
240€ (US$ 273)
Eulenspiegel, Till. - Fröhlich, Carl. Tyll Eulenspiegels wunderbare und seltsame Historien. Neu umgearbeitet, verbessert und vermehrt. IV, (S. 3)-149. Mit Holzschnitt-Titelvignette und einigen Textholzschnitten. 17 x 10,5 cm. Neuere Broschur mit hs. RSchild. Reutlingen, Fleischhauer und Spohn, 1848.
Seltene erste Ausgabe der Bearbeitung durch den aus Stralsund stammenden Sillhouettenschneider, Buchdrucker und Jugendschriftsteller Karl Fröhlich (1821-1898). Über den KVK sind lediglich Exemplare der zweiten Auflage von 1873 nachweisbar. – Vereinzelte Stockflecken und anfangs schwach knickspurig. Titel verso mit Stempel der Hofbibliothek Donaueschingen.
Herzberg, Friedrich
Leben und Meynungen des Till Eulenspiegel
Los 2035
Schätzung
300€ (US$ 341)
Eulenspiegel, Till. - (Herzberg, Friedrich). Leben und Meynungen des Till Eulenspiegel. Volks Roman. Neue Auflage. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl., 286 S., 1 Bl.; 1 Bl., 204 S. Mit 2 gestochenen (wiederholten) Titelvignetten, gestochenem Portrait, 4 (statt 6; davon 2 gefaltet) Kupfertafeln, 2 Textkupfern und 16 gefalteten Notenblättern (in Pag.). 15 x 9 cm. Moderner Lederband mit RVergoldung und RSchild. O. O. u. Dr. (Breslau, Korn), 1784-1789.
VD18 90363477 und 90363469. Hayn-Gotendorf IV, 66. Hinz, Eulenspiegel 711. Lappenberg 71. Rümann 249. – Zweite Ausgabe des zuerst 1779 ebenda erschienenen "interessanten modernisirten Eulenspiegels" (H.-G.). Seltene Bearbeitung des Volksbuchstoffes durch den Breslauer Oberlandschaftsrendanten Friedrich Herzberg (gest. 1780). Das Frontispiz zeigt ein fiktives Eulenspiegel-Bildnis. Der Band II enthält als Teil des Romans auf den Seiten 59-101 einen dramatischen Text mit dem Titel "Maler Eulenspiegel ein Drama mit Gesang in einem Aufzuge". – Etwas braunfleckig.
Eulenspiegel, Till. - Simrock, Karl. Ein kurzweilig Lesen von Till Eulenspiegel geboren aus dem Lande Braunschweig. Was er seltsamer Possen betrieben hat seine Tage, lustig zu lesen. Neulich aus sächsischer Sprache auf Hochdeutsch verdolmetscht. Nach den ältesten Ausgaben. XX, 182 S. Mit einigen Textillustrationen auf Tafeln von Hans Thoma. 17 x 11 cm. Moderner marmorierter Pappband (OBroschur eingebunden). Frankfurt, Christian Winter, (1878).
Seltene Textbearbeitung durch Karl Simrock mit den schönen Illustrationen von Hans Thoma. – Papierbedingt etwas gebräunt, vereinzelte Blatt im Seitenrand fachmännisch hinterlegt.
Fontane, Theodor. Irrungen, Wirrungen. Roman. 2 Bl., 284 S. 18 x 12,5 cm. Brauner OLeinenband (minimal berieben) mit Schwarz-, Gold- und Blauprägung. Leipzig, F. W. Steffens (1888).
Schobeß 172. – Erster Druck der ersten Buchausgabe. "Der Vorabdruck in der 'Vossischen Zeitung' hatte bei Fontanes Berliner Verlegern Emil Dominik und Wilhelm Hertz offenbar kein Interesse an einer Buchausgabe geweckt. Der Autor überließ deshalb die Rechte der jungen Leipziger Firma von Fr. W. Steffens, in der Anfang 1888 die Erstausgabe ohne Jahreszahl erschien. Als Steffens nur ein Jahr später seine Verlagsrechte an einen Königsberger Verlag (Heinrich Matz) verkaufte, waren die meisten Exemplare von 'Irrungen, Wirrungen' noch am Lager und wurden mit dem Titelblatt der neuen Firma versehen. Wieder ein Jahr später erwarb Friedrich Fontane, der Sohn des Dichters, die Restauflage (immerhin noch rund 500 Exemplare) und sorgte mit wieder neuen Titelblättern für eine zweite Titelauflage" (Philobiblon 1986, H. 2). Das Werk erregte seinerzeit einiges Aufsehen, weil Fontane die unstandesgemäße Liebe zwischen dem Adligen Botho und Lene, einem Mädchen des vierten Standes, als "einfach und natürlich" bezeichnete und damit den herrschenden Moralcodex verletzte. – Vortitel mit Besitzvermerk; nur leicht gebräuntes, insgesamt sehr gutes Exemplar.
Fontane, Theodor. Stine. 1 Bl., 175 S. Neuerer marmorierter Pappband (etwas berieben) mit lederverstärkten Stehkanten und goldgeprägtem RSchild. Berlin, Friedrich Fontane, 1890.
Slg Borst 3847. Schobeß 260. – Erste Ausgabe des Berliner Romans, der besonders von der Atmosphäre der Großstadt und dem Dialekt des zeitgenössischen Berlin geprägt ist. Der tragische Ausgang wird als Kritik an der wilhelminischen Gesellschaft gesehen. – Wohlerhaltenes Exemplar.
Fontane, Theodor. Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teile I-IV (von V) in 4 Bänden. 20 x 13 cm. OLeinen (berieben und leicht bestoßen, vereinzelt mit angebrochenen Gelenken, kleinen Einrissen an den Kapitalen und mit lichtrandigem Rücken) mit goldgeprägtem Rücken- und DTitel. Berlin, Wilhelm Hertz, 1862-1882.
Enthält: I. Wanderungen durch die Mark Brandenburg. - II. Das Oderland. Barnim. Lebus. - III. Ost-Havelland. Die Landschaft um Spandau, Potsdam, Brandenburg. - IV. Spreeland Beestow-Storkow und Barnim-Teltow. – Papierbedingt gebräunt, vereinzelt mit kleinen Braunflecken, Teil II etwas gewellt.
Forster, Georg. Erinnerungen aus dem Jahr 1790 in historischen Gemälden und Bildnissen von D. Chodowiecki, D. Berger, Cl. Kohl, J. F. Bolt und J. S. Ringck. 238 S., 1 Bl. Mit 18 Kupfertafeln. 18,5 x 11,5 cm. Pappband d. Z. (stärker fleckig, berieben und beschabt) mit modernem RSchild. Berlin, Voss, 1793.
Goedeke VI, 249, 59. Engelmann, Nachtrag S. 63 Nr. 4-7 und S. 108, 109. Sander 280. – Erste Ausgabe der berühmten Beschreibung seiner Reise in das revolutionäre Paris und der Betrachtungen über zeitgenössische Herrscher und Politik, geprägt vom Geiste der Französischen Revolution und einer demokratisch-republikanischen Gesinnung. Forster selbst war wenig später unter den Gründern der "Rheinischen Republik" in Mainz. – Etwas stockfleckig, Vorsatz mit zwei alten Besitzeinträgen. Mit dem seltenen Blatt "An die Herren Buchbinder" am Schluss.
Forster, Georg. Sakontala oder der entscheidende Ring ein indisches Schauspiel von Kalidas. Aus den Ursprachen Sanskrit und Prakrit ins Englische und aus diesem ins Deutsche übersezt mit Erläuterungen von Georg Forster. XL, 366 S., 1 Bl. 16 x 10 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, Ecken bestoßen) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Mainz und Leipzig, Johann Peter Fischer, 1791.
Goedeke VI, 248, 43 und VII, 583, 9. Günther-Volginn-Seifert 1128. – Erste deutsche Ausgabe des berühmten alt-indischen Schauspiels, eines sogenannten Na'taks. Kalidasas Sakuntala wurde durch Forster zuerst in Deutschland bekannt gemacht und fand Goethes Beifall. Forster verdankte die Kenntnis des Dramas, das allgemein als das Meisterwerk Kalidasas (um 400 n. Chr.) gilt, dem einstigen britischen Oberrichter in Bombay, William Jones, der Sanskrit studiert und Forster während dessen Aufenthalt in England eine Abschrift seiner englischen Übersetzung überlassen hatte. Forster machte so Kalidasas "Werk früh in Europa bekannt und erregte große Bewunderung" (KNLL), u.a. bei Alexander von Humboldt, den Brüdern Schlegel und nicht zuletzt bei Goethe, der hierdurch auf die indische Sprache und Literatur gewiesen wurde und aus dem indischen Drama die Idee für das 'Vorspiel auf dem Theater' im 'Faust' genommen hat. Herder bemerkt zu Forsters Leistung: "Er, beider Sprachen und der Naturgeschichte Indiens kundig, dabei ein Mann von Geschmack und zartem Gefühl, bereicherte seine Übersetzung mit Erläuterungen, deren das Englische Original entbehret; treffende Erläuterungen auch für andre Poesien der Indier, die ohne Känntniß der Naturgeschichte dortiger Gegend einen großen Theil ihrer Anmuth verlieren". Szenen daraus wurden in Schillers Thalia (1791. Heft 10. Seite 72-88) abgedruckt. Die zweite Auflage ist dann von Herder herausgegeben worden. – Etwas braun- oder stockfleckig.
Glave-Kolbielski, Karol Fryderyk
Getreue Darstellung des Auflaufes in Wien
Los 2042
Schätzung
120€ (US$ 136)
Glave-Kolbielski, Karol Fryderyk. Getreue Darstellung des Auflaufes welchen die französische Bothschaft durch Aushängung einer dreyfärbigen Fahne den 13. Aprill 1798 in Wien veranlasset hat. Von einem Augenzeugen. 30 S. 16 x 10 cm. Geheftet (ohne Einband). O. O. u. Dr. 1798.
VD18 90066545. Holzmann-Bohatta I, 10607. – Einer von zwei im VD18 verzeichneten unfirmierten Drucken der seltenen Flugschrift. Sensationsgeleitete Darstellung der Empörung, die General Bernadotte unter den Wienern hervorrief, als er die Tricolore aus einem Fenster der französischen Botschaft hängen ließ. Jean Baptiste Jules Bernadotte (1763-1844), später unter dem Namen Karl XVI. Johann, König von Schweden, war von Januar bis Mai 1798 Botschafter in Wien, wo der aus Ostpreußen stammende Verfasser Karl Glave (1752-1831) zur selben Zeit lebte. – Titel und Schlussblatt etwas stärker fleckig, Titel auch mit kleinen Eckläsuren.
Görres, Joseph von. Europa und die Revolution. 1 Bl., 356 S., 1 Bl. 19,4 x 11,3 cm. Modernes Halbleder mit rotem RSchild. Stuttgart, J. B. Metzler, 1821.
Goedeke VI 205, 29. Borst 1358. – Erste Ausgabe. "Da Görres auch seine alten Anschauungen über die Neuordnung des Staatswesens wiederholte, so wurde auch dieses Buch in Preußen verboten" (ADB). In seiner Schrift wendet sich Görres dezidiert gegen den Polizeistaat und spricht sich für Rede- und Pressefreiheit, die Selbstverwaltung der Gemeinden sowie für gleiche Rechte und Pflichten aller Bürger aus. – Papierbedingt gebräunt und etwas stockfleckig.
Goethe, Johann Wolfgang von
Herrmann und Dorothea. Neue Ausgabe
Los 2044
Schätzung
150€ (US$ 170)
Goethe, Johann Wolfgang von. Herrmann und Dorothea. Neue Ausgabe. 235 S., 2 w. Bl. Mit gestochenem Frontispiz, gestochenem Titel mit Vignette und 9 Kupfertafeln von Bolt und Kohl nach Catel. 15,5 x 9,5 cm. Roter strukturgeprägter Pappband d. Z. (etwas berieben, Rücken leicht ausgeblichen) mit dezenter RVergoldung und Deckelfilete. Braunschweig, Friedrich Vieweg, 1808.
Goedeke IV/3, 334, 68, 16. – Zuerst 1797 erschienen. Mit dem Nebentitel "Neue Schriften". Die schönen Kupfer mit Miniaturdarstellungen und Allegorien der Musen im Sockel. – Nur vereinzelte schwache Flecken.
Goethe, Johann Wolfgang von
Leben des Benvenuto Cellini. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1803
Los 2045
Schätzung
240€ (US$ 273)
Goethe, (Johann Wolfgang von). Leben des Benvenuto Cellini, florentinischen Goldschmieds und Bildhauers, von ihm selbst geschrieben. Übersetzt und mit einem Anhange herausgegeben von Goethe. 2 Teile in 1 Band. 4 Bl., 316 S.; 1 Bl., 334 S. Mit gestochenem Titel und gestochenem Frontispiz. Moderner marmorierter Halbpergamentband mit montiertem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1803.
Goedeke IV/3, 316, 46a. Hagen 286. Kippenberg I, Nr. 380. Hirzel A 248. Speck 2308. – Erste vollständige Buchausgabe. Zunächst 1797 als Folge in den Horen erschienen, hier erstmals in erneuter Überarbeitung und mit dem ergänzenden "Anhang zur Lebensbeschreibung des Benvenuto Cellini, bezüglich auf Sitten, Kunst und Technik". Benvenuto Cellinis zwischen 1558 und 1566 entstandene Autobiographie erschien erstmalig 1728 nach einer handschriftlichen Kopie. Goethes Übersetzung beruht auf der englischen Ausgabe von Thomas Nugent. – Leicht stockfleckig. Schönes Exemplar.
Goethe, J(ohann) W(olfgang von). Stella. Ein Schauspiel für Liebende in fünf Akten. 2 Bl., 115 S. 15,5 x 9,5 cm. Pappband des 19. Jahrhunderts (stärker berieben, bestoßen und mit Einrissen am oberen Kapital, beide Kapitale mit Fehlstellen) mit modernem hs. RSchild. Berlin, August Mylius, 1776.
Goedeke IV/3, 131, 113. Hagen 121. Hirzel A 76/77. Kippenberg I, 353. Speck 1446. Brieger 716. – Erste Ausgabe seines überaus erfolgreichen Stücks, von dem noch im gleichen Jahr sechs Raubdrucke erschienen. Eine Dreiecksgeschichte, die zur Empörung der Zeitgenossen zu einem guten Ende führt. In Berlin wurde es nach zehn Vorstellungen verboten. – Vereinzelt leicht stockfleckig, Seiten 101-104 lose. Beide Titel verso mit Bibliotheksstempel "Burggrafen zu Dohna Bibliothek" und "Vend. ex Bibl Univ. Berolin". – Beigebunden: Stella Nummer Zwei. Oder Fortsetzung des Göthe'schen Schauspiels. 96 S. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1776. - VD18 1062077x. - Erste und einzige Ausgabe. Parodie auf das Stück von Goethe von einem unbekanntem Verfasser.
Goethe, Johann Wolfgang von
Winkelmann und sein Jahrhundert
Los 2047
Schätzung
250€ (US$ 284)
Goethe, Johann Wolfgang von. Winkelmann und sein Jahrhundert. In Briefen und Aufsätzen. XVI, 496 S. 19,5 x 12 cm. Marmorierter Halblederband d. Z. (schwach berieben) mit 2 goldgeprägten RSchildern. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1805.
Goedeke IV/3, 376, 125 und IV/1, 300, 1d. Hagen 295. Hirzel A 256. Kippenberg I, 383. Speck 2063. Brieger 732. – Erste Ausgabe von Goethes Winckelmann-Biographie. – Etwas stockfleckig. Schönes Exemplar im dekorativen Halblederband.
Goethe, J. W. v. - Humboldt, Wilhelm von. Ästhetische Versuche. Erster Theil (alles Erschienene). Über Göthe's Herrmann und Dorothea. XXX S., 1 Bl., 360 S. 20 x 12 cm. Neuerer Pappband im Stil d. Z. mit goldgeprägtem RSchild. Braunschweig, Friedrich Vieweg, 1799.
Goedeke IV/3, 346, D3 und XVI, 557, 692. Brieger 1169. Borst 839. – Erste Ausgabe dieser ersten fundierten Untersuchung zu Goethes Epos. Veröffentlicht mit einem "doppelten Zweck, an diesem einen Gedichte die Gesetze der epischen, ja aller Poesie zu entwickeln und zugleich Goethes individuellen Dichtercharakter zu schildern, (was Humboldt) in einer für den letzteren äußerst schmeichelhaften Weise verfolgt und erreicht. Ein Werk umstreitig von höchster kunstwissenschaftlicher Gediegenheit" (ADB XIII, 346). – Gering stockfleckig und mit vereinzelten Anstreichungen, sonst wohlerhalten.
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