Judith mit dem Haupt des Holofernes. Kupferstich nach Rosso Fiorentino. 18,1 x 13,3 cm. Robert-Dumesnil 1.
Das sehr seltene Blatt in einem ausgezeichneten Druck oben und rechts mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung, links und unten mit Spuren derselben bzw. teils minimal knapp in die Darstellung. Geringfügig angestaubt, einzelne Braunflecken oben im Vorhang, ein recto kaum merklicher Fleck im Bereich zwischen rechter Hüfte und Arm, schwache Knitterspuren verso, an den oberen Ecken montiert, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
Das Parisurteil. Kupferstich im Rund. D. 9,2 cm. B. 12, Hollstein 17.
Ausgezeichneter Druck mit den Spuren eines runden Rändchens um die gratig zeichnende Plattenkante. Verso schwache Leimspuren sowie leichte Spuren alter Montierung, sonst vorzüglich erhalten.
nach. Charitas. Kupferstich von Philips Galle, aus der Folge der Tugenden, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 22,3 x 29 cm. 1559. Bastelaer 134, Hollstein (Bruegel) 134, Riggs 32, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 15, Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 311, Bassens/Grieken 13c.
Blatt 3 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck bis an bzw. auf die Plattenkante geschnitten, unten knapp innerhalb des Schriftrandes. Minimal nur angestaubt, ganz vereinzelte Fleckchen, dünne Stellen, verso stellenweise mit einem moderneren Bütten verstärkt sowie unten ein Papierstreifen montiert, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Bruegel d. Ä., Pieter - nach
Justicia - Gerechtigkeit
Los 5034
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
nach. Justicia. Kupferstich von Philips Galle. 22 x 28,7 cm. (1559). Bastelaer 135, Hollstein 135, Riggs 32, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 16, Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 312, Bassens/Grieken 13d II. Wz. Hirschkuh.
Blatt 4 der Folge. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten mit dem Text. Minimal fleckig, unten rechts diagonaler, sorgsam geschlossener Randeinriss, dünne Stellen im Rand, verso zarte Quetschfältchen, sonst schön erhalten.
nach. Fortitudo. Kupferstich von Philips Galle. 22 x 28,6 cm. Um 1560. Bastelaer 137, Hollstein 137, Riggs 32, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 18 I (von II), Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 314 I (von II), Bassens/Grieken 13f. Wz. Muschel.
Blatt 6 der Folge. Einziger Zustand, die Beschreibung des 2. Zustandes im NHD beruht laut Bassens/Grieken auf ein in Feder und Tinte überarbeitetes Exemplar in Brüssel. Ausgezeichneter Druck mit der Einfassungslinie, unten mit dem Text. Angestaubt, zwei kleine Rostfleckchen, die unteren Ecken ausgebessert und die Darstellung mit der Feder ergänzt, die obere linke Eckspitze mit kleinen sorgsam geschlossenen Risschen, kleine dünne Papierstellen im Rand partiell angefasert, verso schwache diagonale Knickspur sowie zarte Knitterspuren, sonst in guter Erhaltung.
nach. Avaritia. Kupferstich von Pieter van der Heyden, aus der Folge der Sieben Todsünden, wie auch die folgende Losnummer. 22,6 x 30 cm. 1558. Bastelaer 128, Hollstein (Bruegel) 128, Hollstein (Cock) 239, Riggs 39, Orenstein (New Hollstein) 24 I (von II), Bassens/Grieken 11d I (von II). Wz. Bekrönte Hand.
Blatt 4 der Folge. Noch mit der Adresse von Cock. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas gebräunt und fleckig, geglättete Mittelfalte, diese oben gebrochen, sowie schwache diagonale Knickfalte am linken Rand, im Rand teils etwas ausgedünnt, kleine Ergänzungen an den Ecken sowie im Rand, teils mit Federretuschen, verso kleine Montierungsreste, sonst gut erhalten.
nach. Gula. Kupferstich von Pieter van der Heyden. 22 x 28,9 cm. 1558. Hollstein (Bruegel) 129, Hollstein (Cock) 240, Bastelaer 129, Riggs 39, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 25, Bassens/Grieken 11e. Wz. Fisch mit Blume.
Blatt 5 der Folge. Ausgezeichneter, noch kräftiger Druck mit der Darstellung und dem Text, partiell minimal in diese geschnitten. Verso geglättete, vertikale Mittelfalte, angestaubt und gebräunt, kleine Fehlstellen im Rand bzw. den Ecken ergänzt, weitere unauffällige kleine Randläsuren bzw. -risschen hinterlegt, hinterlegte dünne Stelle mit winzigen Nadellöchlein unten links im am Tisch sitzenden Schnabelmonster, sonst gut erhalten.
Bruegel d. Ä., Pieter - nach
Seeschlacht in der Straße von Messina
Los 5037
Schätzung
25.000€ (US$ 28,409)
nach. Seeschlacht in der Straße von Messina. Kupferstich und Radierung von Frans Huys von zwei Platten auf zwei zusammengefügten Bogen. 43,1 x 71,7 cm. 1561. Bastelaer 96, Hollstein 96, Hollstein (Cock) 215, Orenstein (New Hollstein) 48 IV (von V), Bassens/Grieken 5 IV (von V). Wz. Bekröntes Wappen mit Turm, Adler und zwei Löwen (Briquet 2291: 1587-1601).
Diese Panoramaansicht ist allein aufgrund der Größe die wohl ambitionierteste Druckgraphik nach Pieter Bruegels Entwürfen. Die Komposition ist eine topographisch komprimierte Ansicht der Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien, die sich wahrscheinlich aus Bruegels vor Ort entstandenen Skizzen zusammensetzt. Bruegel hielt sich zwischen 1552 und 1554 in Italien auf und man vermutet, dass er auch Reggio und Messina besuchte. Hier war er womöglich Zeuge bzw. hörte zumindest aus erster Hand von den Überfällen der ottomanisch-französischen Flotte in den Jahren 1552/53 entlang der kalabrischen Küste. In der druckgraphischen Umsetzung von Hans Huys, der bereits für die Serie der Segelschiffe verantwortlich zeichnete, sind sowohl die Schlachtteilnehmer als auch die Topographie mit dem brennenden Reggio links und Messina mit dem rauchenden Ätna rechts mit wunderbarem Detailreichtum akkurat wiedergegeben.
Mit der Adresse von Harman Adolffsz, die Adresse von Hieronymus Cock getilgt. Die Löschung von Cocks Adresse nach dem zweiten Zustand wird in der Literatur nicht beschrieben, kann jedoch an vorliegendem und weiteren Exemplaren nachvollzogen werden (vgl. Harvard Art Museums/Fogg Museum, Inv. 2012.223, IV. Zustand; unsere Auktion 108, am 27. November 2016, Los 5052, V. Zustand). Die Adresse von Cock hier auf einem separaten Papierstreifen später aufmontiert. Ganz ausgezeichneter, in allen Details präziser und durch den leichten Plattenton atmosphärisch wirkender Abzug, vor allem vorne in den Schiffen in vielen Partien mit schönem Relief druckend. Mit der Einfassung, links und unten meist auf diese geschnitten, oben und rechts teils mit sehr feinem Rändchen. Unauffällig geglättete horizontale Mittelfalte sowie mehrere Vertikalfalten, die horizontale rechts mit repariertem Bruch und punktuell gesetzten Retuschen, die zentrale Vertikalfalz oben im Himmel mit geschlossener und ergänzend retuschierter Fehlstelle, weitere sehr sorgsam ausgebesserte Randmängel, so etwa unten rechts unterhalb der Adresse, dort das Papier ergänzt und die Einfassungen unauffällig nachgezogen, ferner ein ausgebesserter Riss vom Rand unten links bis knapp oberhalb des Vordersegels vom großen Dreimaster, geschlossene Risse in der Ecke oben rechts, darunter ein v-förmiger mit bis in den Vulkanrauch reichender Spitze, kleinere hinterfaserte Stellen, ein geschlossenes Löchlein im Meer vorne mittig, ebenda ein Rostfleckchen, weitere unauffällige Rostfleckchen im Himmel, der Gesamteindruck jedoch sehr schön und harmonisch. Selten, insbesondere in dieser Druckschönheit.
Bruegel d. Ä., Pieter - nach
Alpine Landschaft mit tiefem Tal
Los 5038
Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)
nach. Alpine Landschaft mit tiefem Tal. Kupferstich und Radierung von Johannes und Lucas van Doetecum. 29,4 x 42,7 cm. Um 1555/56. Hollstein 6, Orenstein (New Hollstein) 52, Bassens/Grieken 2d II. Wz. Krüglein mit Blume und Schrift.
Die Vorzeichnung Bruegels datiert um 1555 und befindet sich im Départment des Arts Graphiques, Musée du Louvre. Prachtvoller, kräftiger Abzug knapp bis an die Einfassungslinie geschnitten, oben bis an die Darstellung, unten ohne den weißen Schriftrand. Mittig vertikale Quetschfalte vom Druck, diese unten gebrochen und mit kleinen Risschen, diese geschlossen, rechts im Himmel über den Felsen sorgsam geschlossener Riss, oben links geschlossener Randeinriss, weitere kleine, unauffällige Randläsuren, vier winzige Nadellöchlein, insgesamt etwas angestaubt und leicht fleckig, verso Leim- und Montierungsspuren, sonst im Gesamteindruck sehr schön. Aus einer wohl unbekannten Sammlung "de. B." (nicht in Lugt).
nach. Plaustrum Belgicum (Der Belgische Wagen). Radierung von Johannes und Lucas van Doetecum. 30,3 x 42,7 cm. Um 1555/56. Hollstein (Bruegel) 8, Hollstein (Cock) 156, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 54 II, Nalis (New Hollstein, Doetecum) 15 II, Bassens/Grieken 2f II. Wz. Straßburger Fleur-de-lis Wappen.
Aus der insgesamt 12 Blatt umfassenden Folge "Die großen Landschaften". Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit Rändchen um die Einfassung, unten der Schriftrand beschnitten, Spuren der Schrift noch sichtbar. Geglättete vertikale Mittelfalte, zwei weitere schwache vertikale Faltspuren sowie verso weitere diagonale Knickspur, leicht angestaubt, vereinzelte Fleckchen, auf der Baumkrone mittig winziges Rostfleckchen mit Löchlein, oben am Rand kleine hinterfaserte Stelle, weitere minimale Handhabungsspuren, sonst schön erhalten.
Le Massacre des Innocents, 2e Planche. Radierung. 13,4 x 10,8 cm (Darstellung im Oval). Meaume 6, Lieure 427 II. Wz. Fragment.
Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit zartem Ton und Rand um die markant und scharf zeichnende Facette. Verso geglättete Falzspuren, geringe Gebrauchsspuren, sonst herrliches Exemplar. Aus den Sammlungen Friedrich August II. von Sachsen (Lugt 971) und H. Vogler (auf dem Untersatzpapier, nicht bei Lugt). Beigegeben von demselben der Kupferstich "Der hl. Amond" (Lieure 406).
Callot, Jacques
Le Brelan, ou l'Enfant prodigue trompé par une troupe de filous (Die Kartenspieler)
Los 5041
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Le Brelan, ou l'Enfant prodigue trompé par une troupe de filous (Die Kartenspieler). Radierung im Oval. 21,7 x 27,8 cm. Meaume 666 II, Lieure 596 II. Wz. Posthorn mit Nebenmarke.
Die von Lieure als Bestes der Nachtstücke von Jacques Callot qualifizierte Radierung hier im zweiten, vollendeten Druckzustand, der von Lieure ebenfalls noch als 'rare' bezeichnet wird. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand um die ovale Facette. Insgesamt leicht stockfleckig und fleckig, leichte Quetschspur mittig mit zarten Trockenfältchen verso, diese vorne minimal berieben und angestaubt, oben geschlossener Randeinriss im weißen Rand, weitere Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr gut.
La vie de l'enfant prodigue. 11 Radierungen inkl. Titel. Je ca. 6,2 x 8 cm. 1635. Meaume 53-63, Lieure 1404 II, 1405-1414, je II (von III).
Die komplette Folge vor den Nummern. Ausgezeichnete Drucke mit Rändchen um die Plattenkanten. Geringfügig angestaubt, wenige Flecken, oben in den weißen Rändern alt mit Feder nummeriert, nur bei Nr. 2 unten links innerhalb der Facette, weitere schwache Gebrauchsspuren, sonst schöne Exemplare. Aus der Sammlung des Königlich Sächsischen Kupferstichkabinetts, Dresden (Lugt 1647), mit deren Doublettenstempel (Lugt 5489) sowie aus den Sammlungen Thekla Edstrand und Galleri Nordqvist, Malmö (laut Annotation auf dem Untersatz). Beigegeben von Pierre Daret "Bildnis Charles de l'Aubespine" (IFF 412).
La Tentation de St. Antoine (Die Versuchung des hl. Antonius). Radierung. 35,4 x 46,4 cm. 1635. Meaume 139, Lieure 1416 IV (von V). Wz. Bekrönter Doppelkopfadler.
Lieure: "Cette estampe [...] est une des plus curieuses de l'œuvre de Callot." Mit dem Glitsch zwischen dem rechten Handgelenk und dem Flügel des großen Dämons. Ganz ausgezeichneter, lebendiger Druck mit feinem Rändchen an allen Seiten. Geringfügig nur angestaubt, verso etwas fleckig, verso Knitterspuren, weitere Handhabungsspuren, sonst sehr gut erhalten.
nach. Mucius Scaevola, seine Hand ins Feuer haltend. Holzschnitt. 12,9 x 11,2 cm. Um 1553. Nagler, Die Monogrammisten I, 1068, 3. Vgl. Jonathan Bober, in: The chiaroscuro woodcut in Renaisance Italy, Los Angeles 2018, Kat. Nrn. 82-84, S. 201-204.
Der sehr seltene Holzschnitt nach einer Vorlage des Antonio Campi gehört einer Werkgruppe von sieben Holzschnitten nach Inventionen des Künstlers an, die zwischen 1543 und 1547 von wenigstens drei in Cremona tätigen Formschneidern angefertigt wurden. Das kleine, delikate Blatt ist offenbar nur als Linienblock überliefert. Die Eleganz der Linienführung ist noch ganz der Formenwelt Parmigianinos verpflichtet. Ausgezeichneter, kräftiger Druck mit gleichmäßigem Rändchen. Minimale Altersspuren, kleine Ausbesserung in der rechten oberen Ecke, sonst sehr gut erhalten.
Die Verkündigung. Kupferstich nach Tizian. 45,6 x 34,3 cm. B. XV, S. 67, 3, Le Blanc 3. Wz. Anker im Kreis.
Als Vorlage für diesen Kupferstich, der durch seine monumentale Grandeur und seine Ausgewogenheit der Komposition beeindruckt, diente ein verloren gegangenes Gemälde Tizians. Das um 1536 entstandene Werk war ursprünglich für die Klosterkirche Santa Maria degli Angeli in Murano ausgeführt, wurde jedoch von dem Auftraggeber abgelehnt, weil Tizian, der den Ruf hatte, äußerst geschäftstüchtig zu sein, einen zu hohen Preis forderte. Laut Vasari übersandte der Künstler das Gemälde daraufhin als Geschenk an Kaiserin Isabella von Spanien, wo sich im 19. Jahrhundert seine Spuren verlieren. Da Caraglio 1539 von dem polnischen König Sigismund I. nach Krakau berufen wurde, muss der Kupferstich unmittelbar vor seiner Abreise und damit annähernd zeitgleich mit der Entstehung von Tizians Altarbild angefertigt worden sein. - Ganz ausgezeichneter, klarer Druck meist knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten, teils mit Spuren eines Rändchens um dieselbe. Minimal angestaubt, links schwach fleckig, horizontale Mittelfalte, dort minimal berieben, einzelne ausgebesserte bzw. hinterlegte Randläsuren, links unten kurzer Randeinriss, zwei geschlossene Löchlein, kleine Montierungsreste verso, sonst sehr gut erhalten. Beigegeben von Giovanni Battista de' Cavalieri der seltene Kupferstich "Die Madonna mit Kind in Glorie, umgeben von dem Johannesknaben und musizierenden Engeln auf Wolken" (Le Blanc 21, Rubach 131).
Carracci, Annibale
Der hl. Franziskus, getröstet von einem musizierenden Engel.
Los 5046
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Der hl. Franziskus, getröstet von einem musizierenden Engel. Kupferstich nach Francesco Vanni. 31 x 23,7 cm. 1595. B. 67, Bohlin 204 I (von II), TIB (Commentary) .193 S1 (von S3). Wz. Christusmonogramm IHS.
Vor der Adresse Paluzzis. Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck mit Rändchen um die Einfassungslinie und den Schriftrand unten. Nur leicht angestaubt, unten links schwache Nummerierung, sonst tadellos.
nach. Christus und die Samariterin. Radierung von Francesco Brizio. 29,2 x 41,2 cm. 1610. B. (Annibale Carracci) 7, B. (Reni) 52, TIB (Annibale Carracci) .031; TIB (Guido Reni, Rejected works) .0039xx; TIB (Francesco Brizio, Commentary) .048 S4. Wz. Pilger im Kreis mit sechszackigem Stern darüber.
Bartsch und Bellori haben den Kupferstich Reni zugeschrieben, welcher ihnen zufolge ein Supraportengemälde seines Meisters Carracci im Palazzo Sampieri in Bologna zum Vorbild nahm. Doch die Zuschreibung an Reni war von jeher umstritten, weisen weder Stil noch Linienführung auf Reni hin. Seit Malvasia ordnen mehrere Autoren den Stich Brizio zu, auch in öffentlichen Sammlungen wird diese Zuschreibung weitgehend übernommen. Ganz ausgezeichneter, toniger Druck mit feinen horizontalen Wischspuren, und mit gleichmäßig schmalem Rand um die scharf zeichnende Plattenkante. Nur geringfügig fleckig, vertikale Mittelfalte, dort oben zarte Knitterspur, nur punktuelle und sehr unauffällig ausgebesserte Stellen sonst in sehr schöner und exzellenter Erhaltung.
Castiglione, Giovanni Benedetto
Die Geburt Christi mit Gottvater und den Engeln
Los 5048
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Die Geburt Christi mit Gottvater und den Engeln. Radierung. 20,6 x 40,2 cm. Um 1647. B. 7, Bellini 22, TIB (Commentary) .007. Wz. Christusmonogramm.
Prachtvoller, leicht toniger Druck mit lebendigen Wischkratzern und feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimal angestaubt und vereinzelt nur schwach fleckig, unmerkliche diagonale Knickspur in der Ecke oben rechts, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhalten.
Castiglione, Giovanni Benedetto
Bärtiger Mann mit Federhut (Porträt des Gian Lorenzo Bernini?)
Los 5049
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Bärtiger Mann mit Federhut (Porträt des Gian Lorenzo Bernini?). Radierung. 19,2 x 13,9 cm. B. 31, Bellini 8, TIB (Commentary) .031 S3.
Die Frage nach der Identität des Dargestellten wurde in der Literatur unterschiedlich beantwortet - während Bartsch, Nagler und Le Blanc darin ein Selbstporträt Castigliones sahen, halten Marcenaro und Bellini es für ein Porträt Gian Lorenzo Berninis und datieren es auf das Ende der 1640er Jahre, etwa um die Entstehung der Folge der "Großen Orientalenköpfe". Unverkennbar ist der Einfluss von Rembrandts Selbstbildnissen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und dabei nuancierter Druck mit feinem Rändchen um die Facette. Minimale Gebrauchsspuren, dünn hinterlegt, verso schwach angeschmutzt, im Gesamteindruck sehr schön.
Castiglione, Giovanni Benedetto
Bärtiger Alter mit Kappe, nach vorne gebeugt
Los 5050
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Bärtiger Alter mit Kappe, nach vorne gebeugt, rechtsgewandt. Radierung. 18,2 x 15 cm. B. 50, Bellini 43, TIB (Commentary) .050 S2.
Ganz ausgezeichneter, fein zeichnender Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Verso vereinzelte Montierungsreste, sonst sehr gutes Exemplar.
Ruinarum Templi Pacis Prospectus Z (Tempel des Augustus und der Faustina, Tempel des Romulus und die Konstantinbasilika). Radierung. 22,3 x 33 cm. Riggs 16, Hollstein 37, Ausst. Kat. Hieronymus Cock. The Renaissance in Print, Brüssel/Leuven/Paris 2013, Nr. 9.7. Wz. Reichsapfel.
Prachtvoller, kräftiger Druck knapp an die Einfassungslinie geschnitten teils mit den Spuren eines Rändchens. Oben nahe des Titels kleines Braunfleckchen, geglättete Knickfalten in den Ecken, die untere Ecke wieder angesetzt, kleine ergänzte Fehlstelle mit Federretusche im linken Rand mittig, weitere unmerkliche und sorgsame Ausbesserungen, winzige Nadellöchlein, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar. Aus der Sammlung Graf Franz Jozef von Enzenberg (Lugt 845).
zugeschrieben. Das Martyrium der hl. Katharina. Kupferstich. 43,3 x 32,1 cm. (1565). Riggs 104, Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) R 11 II.
Das kompositorisch höchst anspruchsvoll arrangierte Blatt geht auf eine Invention Giulio Romanos zurück, obwohl sich die direkte Vorlage nicht erhalten hat. Die vielfigurige, dramatisch bewegte Komposition besticht durch ihre suggestive Interaktion zwischen irdischer und himmlischer Sphäre. Der Kupferstich erschien in Antwerpen im Verlag Aux Quatre Vents von Hieronymus Cock und unterstreicht die herausragende Bedeutung seines Verlagshauses bei der Verbreitung von Bildideen der italienischen Renaissance nach Nordeuropa, insbesondere italienischer Künstler wie Raffael, Andrea del Sarto, Bronzino und im vorliegenden Fall Giulio Romano. Die vorliegende, sehr seltene Blatt ist in einer sehr detaillierten, feinmaschigen Kupferstichtechnik ausgeführt, die durch ihre graphische Subtilität besticht. Manfred Sellink und Marjolein Leesberg verwerfen die traditionelle Zuschreibung an Philips Galle und schlagen eine mögliche Zuschreibung an Hans Collaert d. Ä. vor, jedoch ist die Identität unseres mit miniaturistischer Präzision arbeitenden Stechers bis dato nicht eindeutig geklärt. Eine weitere Fassung im Gegensinn nach der Vorlage Giulio Romanos wurde von Diana Scultori geschaffen und von dem römischen Verleger Antonio Lafreri herausgegeben (B. 27). Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit ganz feinem Rändchen um die Plattenkante; mit der geänderten Jahreszahl 1562. Geglättete horizontale Mittelfalte, dort rechts winziges Randeinrisschen, vereinzelt verso minimale Anfaserungen, kleine dünne Stelle mit leichtem Papiereinriss im Helm des Sitzenden unten rechts, Leimspuren verso, das Papier dort leicht gewellt, weitere kleine Gebrauchsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus den Sammlungen E. Fabricius (Lugt 847a und 919bis) und Frank Bensow (Lugt 982c).
Cort, Cornelis
Der Disput der Kirchenväter über das heilige Sakrament
Los 5053
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Der Disput der Kirchenväter über das heilige Sakrament. Kupferstich nach Federico Zuccaro. 50 x 31,7 cm. 1575. Hollstein 112, Sellink (New Hollstein) 101 I (von IV). Wz. Kreis (undeutlich).
Die ikonographisch und kompositorisch höchst reichhaltige Darstellung im ersten Druckzustand vor den Änderungen der Adresse. Prachtvoller, die kräftige Formgebung hervorragend zum Ausdruck bringender Druck mit der Einfassungslinie sowie mit dem vollen Schriftrand. Minimale Altersspuren, unten rechts Federnummerierung, mittig zarte vertikale Quetschfältchen vom Druck, sonst vorzüglich erhalten.
Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. 13 (von 14) Kupferstiche nach Andrea del Sarto und Franciabigio. Je ca. 30 x 34 cm. 1617. Le Blanc 8-20, Hollstein 31-43. Wz. u.a. Schild mit F auf Dreiberg und Pilger im Kreis mit sechszackigem Stern.
Die bis auf das Titelblatt vollständige Folge nach den Fresken del Sartos und Franciabigios in Florenz. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle und klare Drucke, auf die Darstellungen geschnitten, mit dem Schriftrand. Geringfügige Fleckchen, geglättete vertikale Mittelfalten, minimale Quetschfältchen, vereinzelte kleine Randausrisse partiell hinterlegt, kleine Montierungs- und Klebereste verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr schön.
Cruyl, Lievin
Prospectus Basilicae S. Ionannis Lateranensis
Los 5055
Schätzung
600€ (US$ 682)
Prospectus Basilicae S. Ioannis Lateranensis; Prospectus Columnae Antonini Pii. 2 Radierungen. 37,3 x 48 cm; 37,6 x 47,7 cm. 1693. Barbara Jatta: Lievin Cruyl e la sua opera grafica, Brüssel 1992, 4S, 6S.
Aus der Serie "Prospectus locorum urbis Romae", 2. Auflage, veröffentlicht unter Matteo Gregorio de' Rossi. Ganz ausgezeichnete, kräftige Drucke knapp bis an die Einfassung geschnitten, teils mit Spuren der Plattenkante, "Columnae Antonini" oben mit Rändchen um die Plattenkante. Mittig vertikal verlaufende zarte Trockenfältchen, unten je horizontale Faltspur, etwas angestaubt, vereinzelt schwache Fleckchen, auf ein Büttenpapier des 18. Jh. aufgezogen, sonst schön. Selten.
um 1500. Die Messe des hl. Gregor. Kupferstich. 9,8 x 7,1 cm. Willshire (A descriptive catalogue of early prints in the British Museum. German and Flemish Schools) II.G.93.
Früher Kupferstich in einem ausgezeichneten, tonigen, wohl späteren Abzug mit feinem Rändchen um die Facette. Geringfügig fleckig, links zwei geschlossene Randeinrisse, oben dünne Stellen, verso leichte geglättete Knickspur, Montierungsreste verso, nur minimale Gebrauchsspuren, sonst tadellos. Aus der Sammlung des British Museum, London, mit deren Doublettenstempel und dort wohl mit den Initialen des bedeutenden Leiters Campbell Dodgson (Lugt 305 und 302).
Venus und Adonis. Radierung. 21,7 x 15,4 cm. Vor 1680. Andresen 9 II (von III), TIB (Commentary) .017 S1 (von S3), Calabi 18, Baroni 18 II (von III).
Die vorliegende Radierung mit der Abschiedsszene zwischen Venus und Adonis gehört zu den erzählerisch detailreichsten Blättern Diamantinis. Venus, hier als Hirtin gewandet, warnt den Jüngling vor den Gefahren der Jagd, wie in Ovids Metamorphosen berichtet wird. Die abwehrende Geste seiner rechten Hand verrät, dass er ihre Warnung übergehen wird, ein Eber wird ihn anfallen und töten. Aufgrund der Widmung an Giacomo Califo wurde das Blatt auf vor 1680 datiert. Vor der Veränderung der Nummer; Baroni verzeichnet nur zwei Exemplare dieses Druckzustandes in Bergamo und Wien. Ganz ausgezeichneter Abzug mit Rand um die teils mitdruckende Plattenkante. Geringfügige Altersspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
Drost, Willem - zugeschrieben
Btrustbildnis einer alten Frau mit Haube, nach links blickend
Los 5058
Schätzung
4.000€ (US$ 4,545)
zugeschrieben. Brustbildnis einer alten Frau mit Haube, nach links blickend. Radierung. 6,5 x 5,8 cm. Unbeschrieben.
Der jung verstorbene Willem Drost gilt heute als einer der begabtesten Rembrandt-Schüler. Sein Leben und Werk sind erst seit den 1980er Jahren eingehender erforscht worden. Drost war zwischen 1648 und 1654 Schüler von Rembrandt. Nach Abschluss seiner Lehre reiste der Künstler nach Italien, wo er in Rom den deutschen Maler Johann Carl Loth kennenlernte, dem er nach Venedig folgte. Drost schuf eine kleine Gruppe von Radierungen, die sehr spontan und skizzenhaft behandelt sind. In jüngster Zeit ist dieses nicht sehr umfangreiche Œuvre um einige Drost zugeschriebene Radierungen erweitert, die u.a. im Rijksprentenkabinet, Amsterdam, und im British Museum, London, verwahrt werden. Das vorliegende eindringliche und außerordentlich seltene Bildnis einer alten Frau befindet sich ebenfalls in beiden Sammlungen. Sowohl das Amsterdamer wie auch das Londoner Exemplar sind vergleichbar leicht geätzt und zeigen eine identische leichte, silbrige Druckhaltung, die vermuten lässt, dass es sich um einen ersten Versuch des Künstlers im Medium der Radierung handeln dürfte. Mit feinem Rändchen. Minimale Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Christus vor Kaiphas. Kupferstich aus der Kupferstichpassion, wie auch die folgenden vier Losnummern. 11,6 x 7,3 cm. 1512. B. 6, Meder 6 a-b (von c).
Blatt 4 der Folge. Ganz ausgezeichneter, noch kontrastreicher Abzug an drei Seiten knapp an die Plattenkante geschnitten, unten knapp in die Darstellung. Etwas angestaubt, rechts zwei winzige Randläsuren, dünne Papierstellen, verso kleine Montierungsreste, sonst sehr schön erhalten. Aus der Sammlung J. E. Wetterauer (Lugt 3183).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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