153050

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Dornblattranken-Bordüren
3 Doppellagen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch in lateinischer Handschrift
Los 1016

Schätzung
800€ (US$ 909)

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Dornblattranken-Bordüren. 3 Doppellagen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch in lateinischer Handschrift auf Pergament. 12 S. auf 6 Bl. 20 Zeilen. Textura in Rot und Braunschwarz. Schriftraum 9,2 x 6 cm. Format 16 x 11,8 cm. Mit ca. 100 1-2-zeiligen Blattgold-Initialen in rot und blauem Kasten mit weißem Federwerk, zahlreichen Zeilenfüllern, Absatzmarken, Überschriften und Rubrikation in Rot und 3 Seiten mit gold-, blau- und rot-kontorierten Bordürelinien und jeweils einer großen, 6-zeiligen Blattgoldinitiale mit reichem Flecht- und Federwerk in Rot und Blau, weißen Binnenornamenten und breitem, vierteiligen Bordürerahmen mit Akanthus-, Federwerk, Blumen, Blüten und Blattgold-Dornblattranken. Ile-de-France um 1465.
Ein authentisches Stück Spätmittelalter in leuchtendem, schillernden Blattgold. – Sehr feine, exzellente Bordüregestaltung auf Pergament, minimal angestaubt, vereinzelt unwesentlich fleckig, leicht berieben bzw. etwas Abrieb, ein Blatt unten etwas schräg beschnitten. Sehr dekorativ.

Lot 1017, Auction  127, Nürnberger Dominikanerinnenkloster, St. Katharina. Fragment eines Andachtszettelchens. Textura in Braun und Rot auf Pergament.

Nürnberger Dominikanerinnenkloster
St. Katharina. Fragment eines Andachtszettelchens. Textura in Braun und Rot auf Pergament.
Los 1017

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Nürnberger Dominikanerinnenkloster St. Katharina. Fragment eines Andachtszettelchens. Deutsche Handschrift auf Papier. Textura in Braun und Rot. Schriftraum ca. 8,5 x 3,4 cm. Format ca. 9,4 x 4 cm. Nürnberg zwischen 1472 und 1498.
Ausgelöstes Fragment aus einem Nürnberger Andachtsbuch der Dominikanerinnen von St. Katharina. Inhaltlich geht es wohl um das biblische Konzept der "Mehrung der ewigen Freude des Menschen", dass Gott uns Talente gibt, die wir entfalten und mehren sollen, um ewige Freude zu empfangen: "[...] und dz thust du zu merung aus ewige frewde deß hilf mir mein got, und meines hers das ich mensch eines sey [...]. Hilf mein Gott und mein Herr [...]". Mit dem originalen, hs. beschrifteten Umschlag des Germanisten Gerhard Eis (1908-1982). – Ungerade beschnitten, sonst sehr schön erhalten.

Lot 1018, Auction  127, Blattgold-Initialen, 4 Doppellagen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch in lateinischer Handschrift

Blattgold-Initialen
4 Doppellagen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch in lateinischer Handschrift
Los 1018

Schätzung
700€ (US$ 795)

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Blattgold-Initialen. 4 Doppellagen aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch in lateinischer Handschrift auf Pergament. 16 S. auf 8 Bl. 15 Zeilen. Saubere, klare Textura in Braunschwarz. Schriftraum 9,4 x 6 cm. Format 18,9 x 12,2 cm. Mit 93 prächtigen 1-2-zeiligen Blattgold-Initialen in schwarzgerahmten Kästen und auf Rot- und Blaugrund mit weißer Federwerk-Dekoration, 57 Zeilenfüllern und 5 schmaleren, aus den großen Initialen herauswachsenden Bordüren sowie 16 breiten, mit Blumen, Blüten, Blättern und Akanthus mit Goldpunkten gefüllten Federwerk-Bordüren. Ile-de-France um 1480.
Aus einem besonders üppig ausgestatteten Stundenbuch: Die leuchtenden Goldinitialen akzentuieren die saubere Textur des biblischen Worte und Heiligenlitaneien und finden einen glänzenden Widerpart in den blitzenden Goldpunkten der breiten Außenstegbordüren, die gefüllt sind mit bunten Blumen und Früchten, Margeriten, Hagebutten, Rosen, Passions- und Fächerblumen, Distelblüten, Blaubeeren oder dicken Erdbeeren. – In sehr guter Erhaltung, erstaunlich breitrandig und in leuchtendem Blattgold - ein authentisches Stück des leuchtenden Mittelalters.

Schwarcz, Ulrich
und Evangelien der Messe. Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1019

Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)

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Perikopenregister mit einem spätmittelalterlichem Mariengedicht
Schwarcz, Ulrich. Register der Epistel- und Evangelienlesungen für das ganze Kirchenjahr. Verzeichnis der Bibelstellen, die während der Messe in den Episteln und Evangelien gelesen werden, vom 1. Adventssonntag bis zum Ende des Kirchenjahres. Deutsche (ostfränkische) Handschrift auf Pergament. 12, 2 Bl. 1-2 Spalten. 46-60 Zeilen. Format ca. 35,6 x 18 cm. Flüssige, schnell geschriebene kursive Schrift in Sepiatinte mit roten Auszeichnungen für Einführungen, Überschriften, wichtigen Textpassagen und Registerziffern. Bayern (Franken) 1481.
Frühneuzeitliches ausführliches Registers zum Erschließen einer Perikopenhandschrift von einem Kompilator, der sich namentlich "Ulrich Schwarcz" nennt. Ferner enthalten ein langes Mariengedicht - ein einzigartiges Sprachmonument

S. 3-13. Ausführliches Register der Epistel- und Evangelienlesungen für das ganze Kirchenjahr. Jeder Eintrag verzeichnet das relevante Bibelbuch und die Kapitelnummer (häufig mit einem Textanfang der Lesung), jeweils mit einem Verweis (in roter Tinte) auf die Seiten- oder Blattzahl eines Buches, das diese Lesungen enthält. Dieses Buch ist keine Bibel, da die Seiten- oder Blattzahlen zwar in Blöcken, aber dennoch regelmäßig ansteigen. Vielmehr handelt es sich um ein liturgisches Perikopenbuch, das die Bibellesungen vollständig enthält. Mit Hilfe dieses Registers konnte ein Priester sich auf die Lesungen während der Messe vorbereiten oder eine Predigt konzipieren. Vermutlich hat der Schreiber das Werk für den eigenen Gebrauch angefertigt.
S. 3-13. Das Incipit des Registers lautet: "Hienach vindest du bezaychnett in disem register uber die epistlen und evangelien nach ordnung des Jars und wie man sy list in den empteren nach der zeytt [...]" (S. 3), "Die 4 ewangelienn fachentt an am grönen dorstag [...] und fachentt an im buch Johannes am 13 capittell [...]" (S. 7), "Ostertag" (S. 8). Der Kompilator nennt seinen Namen und das Jahr seiner Arbeit am Ende der Vorrede auf S. 3: "das hann ich selber verczaychnett in dem jar als man zaltt von der gepurd vnsers lieb herren Jhesu Christi 1481. Ulrich Schwarcz".
S. 14-19. Register der Epistel- und Evangelienlesungen für die Heiligenfeste und für die ‚ledigen Tagen‘ (S. 17-18). Auf Bayern verweisen nur die Lesungen für die Festen der Heiligen Vitus, Oswald, Ottmar und Konrad. Die in Franken besonders verehrten Heiligen fehlen.
S. 20-21. Anmerkungen zur Bibel, Sprüche und dicta. Nachträge der Schreiberhand.
S. 22 u. 24. Vier Priamel (Spruchdichtungen). Nach dieser Hs. ediert in G. Eis, ‚Priamelstudien. Interpretationen und Funde‘, Festschrift für Franz Rolf Schröder zu seinem 65. Geburtstage, hg. von Wolfdietrich Rasch, Heidelberg 1959, S. 178-195, hier 187-190. S. auch Gerhard Eis u. Gundulf Keil, "Nachträge zum Verfasserlexikon", Studia neophilologica 31 (1959), S. 219-242, hier S. 228-229. Kommentar zum ersten Priamel mit dem Namenszug Markus Schwarcz und der Datierung1520 auf S. 22. Gedruckt in Eis, ‚Priamelstudien‘, S. 188. Priamel Nr. 4 nachgedruckt in Eva Willms und Hansjürgen Kiepe (Hg.), Gedichte 1300-1500, München 1972, S. 359, 420.
Vorgeschaltet ist auf S. 1 ein langes Mariengebet mit 13, jeweils mit "O" anfangenden Anrufen an die Mutter Gottes: "O du edele davendes (Davids) geschlächtt Maria, wann du mitt mechtigen wort santt gaberhell …". Nach dieser Hs. ediert in Josef Werlin, Ein Mariengebet in Prosa aus dem 15. Jahrhundert, in: Leuvense Bijdragen 52 (1963), S. 86-90.
Der Bleistiftvermerk "Kl. Heilsbr. 5. XII 08", den Merlin (s. oben, S. 86-87) auf dem Nachsatzblatt gelesen hat, ist nicht mehr vorhanden; er verweist wohl auf das zwischen Ansbach und Nürnberg gelegene Kloster Heilbronn. Womöglich stammt die Hs. aus diesem Kloster. – Mit deutlichen Spuren des regen Gebrauchs wie Fingerflecken unten rechts, aber auch einigen dunkleren Flecken am rechten Rand, Tintenflecken, kleinem Berieb, wenigen Wurmlöchlein etc. Eine Seite mit mehreren Streichungen und gewischten Textauslöschungen in Rot von einer zeitgenössischen Hand (S. 12), eine alte Rissnähung (Fol. 13), das letzte Blatt zur unteren Hälfte abgeschnitten.
Aus der bedeutenden Sammlung des Heidelberger Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982) mit dessen Einträgen. Eis‘ Signatur: Hs. 26. Eis erwarb die Handschrift 1957 im Antiquariat Jacques Rosenthal in München. Katalogbeschreibung im Hinterdeckel (Katalog 138, 1956, Nr.151). Eis zitiert hierzu folgende Literatur (handschriftlich auf dem fl. Nachsatz):
Gerhard Eis, Priamelstudien. Interpretationen und Funde, in: Festschrift für Franz Rolf Schröder zu seinem 65. Geburtstage, hg. von Wolfdietrich Rasch, Heidelberg 1959, S. 178-195.
Gerhard Eis und Gundolf Keil, Nachträge zum Verfasserlexikon, in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 83 (Tüb. 1961/62), S. 167-226.
Josef Werlin, Ein Mariengebet in Prosa aus dem 15. Jahrhundert, in: Leuvense Bijdragen 52 (1963), S. 86-90.
Gerhard Eis (Hg.), Mittelhochdeutsche Lieder und Sprüche (Germanistische Bücherei 2), München 1949.
George Fenwick Jones, The "Signs of Old Age" In Oswald von Wolkenstein's Ich Sich und hör (Klein No. 5), in Modern Language, Vol. 89, No. 5, German Issue (Oct., 1974), S. 767-786.
Eva Willms und Hansjürgen Kiepe. Gedichte 1300 - 1500, Nach den Handschriften und Frühdrucken in zeitlicher Folge, Nr. 4016, München 1972, S. 359, 420.

Lot 1020, Auction  127, Breidenbach, Bernhard von, Peregrinatio in terram sanctam.

Breidenbach, Bernhard von
Peregrinatio in terram sanctam.
Los 1020

Schätzung
200€ (US$ 227)

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"De Jacobitis et eorum erroribus"
Breidenbach, Bernhard von. Peregrinatio in terram sanctam. 2 Blätter Schriftraum 22,4 x 14,8 cm. Blattgröße 30,6 x 21,6 cm. Mit 2 großen Textholzschnitten und 4 eingemalten roten 3-zeiligen Initialen mit Federwerkschwüngen. Speyer, Peter Drach, 1490.
GW 5076. Hain-Copinger 3957. Goff B-1190. ISTC ib01190000. – Zwei Blätter mit Teilen aus den Beschreibungen der Völkerschaften, die der Mainzer Domherr, Jurist, Schriftsteller und Verleger, Bernhard von Breidenbach (1440-1497), auf seiner berühmten Pilgerreise zusammen mit dem Künstler Erhard Reuwich anfertigte. Mit zwei Holzschnitt-Alphabettafeln und den Passagen "De Jacobitis et eorum erroribus" (über die Irrtümer der Jakobiter, der Juden), "De Nestorianis et eorum erroribus" (über die christliche Glaubensgemeinschaft der Nestorianer und deren Fehler) sowie "De Armenis et eorum erroribus" (über die Armenier und deren Glaubenssätze). – Nur kleine Einrisse, Ränder leicht brüchig, etwas gebräunt oder fleckig.

Lot 1021, Auction  127, Schedel, Hartmann, Liber Chronicarum. 3 Fragmente aus Schedels Weltchronik

Schedel, Hartmann
Liber Chronicarum. 3 Fragmente aus Schedels Weltchronik
Los 1021

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Schedel, Hartmann. Liber Chronicarum. 3 Fragmente aus Schedels Weltchronik. Holzschnitte. 7 x 7 cm bis 12,5 x 22,5 cm (Darstellung). Nürnberg, Anton Koberger, 1493.
Dargestellt ist einmal Moses, der von Gott auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln erhält, die Stadtansicht von Carthago und Trier. – Etwas stock-, braun- und feuchtfleckig, mit teils hinterlegten kleineren Einrissen. Dekorative Blätter mit kräftigem Kolorit. – Dabei: I. Sebastian Brant. Laurentum. Holzschnitt aus "Strasbourg Vergil". 18 x 15 cm (Darstellung). Straßburg 1502. - II. Sebastian Münster. Fragment mit der Ansicht der Stadt Brügge. Holzschnitt. 5,5 x 10 cm (Darstellung). Münster 1570.

Schedel, Hartmann
Vedute der Stadt Breslau aus dem "Liber chronicarum"
Los 1022

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Schedel, Hartmann. Vedute der Stadt Breslau aus dem "Liber chronicarum". Doppelblattgroßes Einzelblatt mit großer Stadtansicht sowie einigen weiteren figürlichen Textholzschnitten. 44 x 62 cm. Unter Glas mit Passepartout in golgeprägter Holzprofilleiste. Nürnberg, Anton Koberger, 1493.
Die Darstellung zeigt die polnische Stadt Breslau unter dem lateinischen Namen "Bressla". – Mit Mittelfalz, etwas braunfleckig. Nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen.

Lot 1023, Auction  127, Ecclesia militans, Stundenbuchminiaturen. 2 Miniaturmalereien in Gold und Farben auf Pergament

Ecclesia militans
Stundenbuchminiaturen. 2 Miniaturmalereien in Gold und Farben auf Pergament
Los 1023

Schätzung
600€ (US$ 682)

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Ecclesia militans. - Stundenbuchminiaturen. 2 Miniaturmalereien in Gold und Farben auf Pergament. 11 x 7 cm und 11,2 x 8,4 cm. Montiert auf feste braune Kartonpappe mit Passepartout 30 x 24 cm. Frankreich Ende des 15. Jahrhunderts.
Zwei eindrucksvolle, besonders fein und künstlerisch sehr gekonnte Miniaturen, die wohl demselben Stundenbuch oder einem Messbuch entstammen, das um das Jahr 1500 in Frankreich entstanden ist. Die Farben sind äußerst nuanciert, der Pinselgoldauftrag sehr sauber gehöht, die Personenauffassung sehr anatomisch durchgebildet. Das eine Blatt zeigt eine große Pinselgoldinitiale, wohl "A" oder "V" auf Schlingwerk-Ornamentgrund und mit einer aufwändigen Binnenszene: Judith enthäuptet den in königlicher Bettwäsche unter dem Baldachin seines Paradebetts schlafenden assyrischen Feldherrn Holofernes, hoher General Nebukadnezars II.

Die zweite Miniatur zeigt Johannes den Täufer mit Buch und Lammattribut, in - wiewohl goldgehöhtem - Lumpenkleid, wie er auf zwei Figuren, möglicherweise auf Herodes Antipas mit seiner jungen Tochter Salome. Johannes hebt seine Rechte belehrend, er kritisiert die Sitten des Tetrarchen von Galiläa, was zu seiner Gefangennahme und schließlich Enthauptung durch Salome führt.
Mit dieser Interpretation der enigmatischen Szene, wäre die Verbindung der beiden Miniaturen gegeben: Die Szenen vereint das Bild einer wehrhaften Kirche, einer "Ecclesia militans", die sich - freilich noch als altestamentarische Synagoge der Feinde des "wahren Glaubens" widersetzt: Judith wehrt sich gegen Holofernes, Johannes gegen Herodes, was freilich zu zwei Ermordungen mit dem Schwert führt, bei denen der eine allerdings einen jüdischen General, der andere einen Propheten Christi trifft. – Sehr sauber und wohlerhalten, kaum Oberflächenbereibungen oder Läsuren, die schon sehr individuellen Personen, aber auch die Hintergründe sind von erstaunlicher Feinheit und durchgearbeiter Präzsion.

Lot 1024, Auction  127, Heinrich zu Hardegg, Erbschaftskunde zur Bestätigung eines Pachtzehnten

Heinrich zu Hardegg
Erbschaftskunde zur Bestätigung eines Pachtzehnten
Los 1024

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Heinrich zu Hardegg. Erbschaftskunde zur Bestätigung eines Pachtzehnten. Deutsche Handschrift in Kanzlei-Bastarda auf Pergament. 1 S. auf 1 Bl. Schriftraum ca. 7,5 x 21,5 cm. Mit kalligraphischer Initiale "J", Plika und angehängten Pergamentstreifen (ohne Siegel). Oberösterreich 1500.
Erbschaftskunde zur Bestätigung der Übertragung eines Pachtzinses auf den Besitzungen des Grafen Heinrich zu Hardegg, deren Stammburg die ab 1488 errichtete Schlossanlage zu Greinburg in Oberösterreich war. "Ich Andra Sanndorffer Bekenn in dem offen brief von der als der wolgeborne Herr Herr Heinrich Grave zu Hardegk und im Hochamt Freyherr zu Staremberg ... ein Antheil vom Zehent ... zu großen Neuendorf gelegen grossen und klainen zu wald und zu dorf ... erblich an mich kommen...". Datiert am Schluss: "Geben an Montag nach letare durch Christi geburds fünffzehenhundet Jar". – Beiliegt das Faltblatt mit dem eigenhändigen Vermerk von Gerhard Eis: "Gekauft am 27. Aug. 1971 bei Jacques Rosenthal, Eching". Sowie zahlreiche Blätter mit einer Korrespondenz desselben.

Lot 1025, Auction  127, Geomantia, Eyn kunst des warsagens. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland, frühe Mitte des 16. Jahrhundert

Geomantia
Eyn kunst des warsagens. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland, frühe Mitte des 16. Jahrhundert
Los 1025

Schätzung
500€ (US$ 568)

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Geomantia Eyn kunst des warsagens. Deutsche Handschrift auf Papier. 16 nn. Bl. mit 24 beschriebenen S. Schrift: Bastarda kursiva. Schriftraum: 23 x 16 cm. Format: 30 x 20,8 cm. Mit Zahlentabellen und spiegelübergreifenden Textblöcken. Geheftet (Blätter teils lose). Süddeutschland, frühe Mitte des 16. Jahrhundert.
Geomantie mit der Anleitung zum Deuten des Schicksals aus den Handlinien, laut Gerhard Eis (1908-1982) handelt es sich um eine "Abschrift der 1532 von Peter Jordan von Mainz gedruckten "Geomancia". Ein Exemplar ist in Göttingen vorhanden. Erwähnt von Johann Bolte (Bleistift-Anmerkung vorletzte Seite): "Geomantia: eyn kunst des warsagens, die bey den allten in geheym und grossen wirden gehalten ist worden, durch welche auch vil zukünfftiger ding, es sey zu glück odder zu unfal, eröffnet werden, unnd das alles leychtlich durch rechnunge der Planeten stunden, unnd des menschen namen, der so etwas künfftigs zu wissen begeret : mit beygesetzter Tafeln ... zu lassen sey" (Mainz, Peter Jordan, 1532, vgl. VD16 G 1314). – Wenige Wurmlöchlein, unwesentliche Feuchtfleckchen, sehr schöne, saubere Handschrift. Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Gerhard Eis, Heidelberg, Hs. 154. – Mit einer ausfürlichen Begutachtung und Beschreibung von Wolfram Sexauer vom 10. Februar 1971, mit paläographischen Ausführungen: "Der Verfasser nennt sich am Ende des Werkes zweimal ein Georgius Fuchs.

Da dessen Name sonst unbekannt ist, und da auch eine Jahresangabe fehlt, bleibt es nur, auf Grund von Schreibeigenheiten die Zeit der Entstehung zu erschließen. Der Verfasser bedient sich einer recht flüssigen Kurrentschrift mit einem mittelstark rechtsgeneigten Duktus. Ober- und Unterlängen sind sehr ausgeprägte, und solche überlangen Buchstaben sind noch auffallender geneigt. Das Schriftbild zeigt im ganzen eine nicht ungeübte Schreiberhand aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, möglicherweise aus dem letzten Dritttel. Im allgemeinen schreibt Fuchs deutliche, doch nicht immer mit Sorgfalt. Besonders die letzten Seiten zeigen sichtbar Eile, worunter das Schriftbild zu leiden hat."

Lot 1026, Auction  127, Miracula Christi, -Gedicht zum Lobe Mariens und deutsche Sprüche. Lateinische und deutsche Handschrift auf Papier

Miracula Christi
-Gedicht zum Lobe Mariens und deutsche Sprüche. Lateinische und deutsche Handschrift auf Papier
Los 1026

Schätzung
400€ (US$ 455)

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Miracula Christi per Claudianum. Distichen-Gedicht zum Lobe Mariens und deutsche Sprüche. Lateinische und deutsche Handschrift auf Papier. 2 S. auf 1 Bl. Ca. 28 Zeilen. Schriftraum ca. 14 x 7,5 cm. Format ca. 15,5 x 10,5 cm. Bastarda und Kurrentschriften in Sepiatinte. Deutschland Anfang 16. Jahrhundert.
Hüsches Spruchfragmentblatt mit den bekannten Distichen "Miracula Christi", die traditionell dem Dichter Claudius zugeschrieben wurden (Ps. Claud. carm. min. app. 21 = Anth. Lat. 879 R.2). Es handelt sich um eine interessante, extrem verkürzte Fassung der Evangelientexte in wenigen Distichen:

Miracula Christi per Claudianum
Angelus alloquitur Mariam, quo praescia uerbo
Concipiat salua uirginitate deum.
Dant tibi Chaldaei praenuntia munera reges:
Myrrham homo, rex aurum, suscipe tura deus.
Permutat lymphas in uina liquentia Christus, 5
Quo primum facto se probat esse deum.
Quinque explent panes, pisces duo milia quinque,
Et deus ex paruo plus superesse iubet [...]

Das Fragmentblatt ist wohl bis dato unbekannt und sicher eine willkommene Bereicherung der Forschungsarbeit des Francesco Lubian, Un caso di riscrittura metrica 'ultrabreve' dei vangeli: i distici Miracula Christi, in: Studia patristica vol. 85 (2017) S. 51-64).

Darunter sind zwei deutsche Sprüche eingebracht, der erste liest sich:
Stene kan man kopen und uns darnache bedenken
God wil uns dorch sin wordt erwecken
Dat maket de loue an Jesum Christ
De vor uns middeler worden ist

Verso weitere zahlreiche Einträge mit mehreren Sprüchen in lateinischer und auch in griechischer Sprache. – Leicht fleckig, gebräunt und mit etwas Tintendurchschlag, insgesamt aber wohlerhalten. Beiliegen Transkriptionen des Germanisten und Mediaevisten Gerhard Eis (1908-1982) und weitere Materialien.

Lot 1027, Auction  127, Eleazar und der verlorene Sohn, Fragmente aus zwei biblischen Erzählungen. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland (Zell?) 1542 und 1545.

Eleazar und der verlorene Sohn
Fragmente aus zwei biblischen Erzählungen. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland (Zell?) 1542 und 1545.
Los 1027

Schätzung
1.000€ (US$ 1,136)

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Mit lavierten Federzeichnungen von Reiterzügen
Eleazar und der verlorene Sohn. Fragmente aus zwei biblischen Dichtungen, Textschluss auf Bl. 3v. Deutsche Handschrift auf Papier. 3 Bl. mit 6 S. Schrift. Gotische Kursive. Format: 17,5 x 13 cm, an den Rändern beschnitten. Mit 3 Zeilen Notensystemen und mehreren lavierten Federzeichnungen in Sepiatinte. Moderner Pappeinband. Süddeutschland (Zell?) 1542 und 1545.
Zwei deutsche Textfragmente mit dem Bruchstück eines Gedichtes vom verlorenen Sohn, datiert 26. Mai 1542 sowie dem Fragment eines Gedichtes vom "Eleazar", datiert auf den 2. April 1545.

Es handelt sich um Nacherzählungen in lockeren, umgangssprachlichen Versen des Schlusses der biblischen Geschichte des verlorenen Sohnes nach Lukas 15: 11-32 (Bl. 1) und der vollständigen Geschichte des weisen Eleazars, der sich lieber von den Schergen des Königs Antiochus umbringen lässt als Schweinefleisch zu essen oder vorzugeben, dies zu tun, nach 2 Makkabäer 6: 18-31 (Bl. 2-3). – Saubere, gut leserliche Handschrift, etwas fleckig und gebräunt, einige kleine Löchlein und Randläsuren. Mit mehreren hübschen Randzeichnungen und Federproben, darunter Reiter auf wunderlichen, raupenähnlichen Pferden sowie ein Reiterzug (wohl als verspielter Ausstrich eines Vermerkes auf Bl. 2v). Letzte Seite mit Zeichnungen von Häusern in Sepia und zwei Figuren (Holzfäller?) in roter Tinte.

Provenienz: Besitzeintragungen "Georg Rues" und "Georg Riebstäschel Zur Zell Anno 1673." Im Vorderdeckel der Besitzername Schoeppl und der rote Stempel Archiv Schöppl (19. oder 20. Jh.). Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten Prof. Dr. Gerhard Eis (1908-1982), hier mit der Signatur Hs. 148. Im Vorderdeckel der Vermerk „gekauft 21. V. 1966 von Jacques Rosenthal".

Lot 1028, Auction  127, Weinmeister, Georg, Zwei Briefe an den Ingolstädter Zöllner Georg Weinmaister

Weinmeister, Georg
Zwei Briefe an den Ingolstädter Zöllner Georg Weinmaister
Los 1028

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Briefe des Ingoldstädter Zöllners
aus Straubing an der Donau

Weinmeister, Georg. Zwei Briefe an den Ingolstädter Zöllner Georg Weinmaister. Deutsche Handschrift auf Papier. 2 Bl., 2 S., verso Regesten. 24-25 Zeilen. Schrift: Kanzleibastarda. Format: 27,5 x 20 bzw. 30,5 x 20,5 cm. Mit einigen kalligraphischen Auszeichnungen. Straubing, wohl 1565 und 1567.
Zwei Briefe an den Ingolstädter Zöllner Georg Weinmaister zu Steinbach (Rat und Mautner zu Ingolstadt 1550-1571). "In der Franziskanerkirche zu Ingolstadt hängt ein Epitaph in Solnhofer Stein mit nachstehender Inschrift: Anno domini 1571 den 1. Tag July starb der ernvest Jörg Weinmaister gewesner Fürstl. Rhat und Zolner alhie seines alters 72 Jar. Anno 15. den tag starb die erbar und tugendsam fraw Katharina Winmanin on Starenberg sein Eheliche Hausfraw. Denen got genedig sei. Amen. Das ist alles, was wir von ihm wissen" (Brief Günzinger, Stadtarchiv Ingolstadt, an Gerhard Eis). – Gebrauchsspuren, Schnitte, Leimreste, sonst ordentlich und gut lesbar. Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Gerhard Eis, Heidelberg, Hs. 72.

Rosarium philosophorum
Alchemistische Sammelhandschrift. Deutsche Handschrift auf Papier.
Los 1029

Schätzung
8.000€ (US$ 9,091)

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"Aristotelles dem Fürsten Allexander" - mit einem deutschen Gedicht auf den "Stein des Weisen"
Rosarium philosophorum. - Alchemistische Sammelhandschrift. Deutsche Handschrift auf Papier. 114 nn. Bl. Kursive Schrift von drei oder vier Schreibern. Format: 21,2 x 15,6 cm. Klappenband d. Z. (leicht abgegriffen, gebräunt, etwas angeschmutzt, gelegentlich stärker berieben, etwas bestoßen, nur winzige Einrisse an Gelenken) mit blindgeprägtem Schweinslederbezug. Schweiz, Ende 16. bis Anfang 17. Jahrhunderts.
"Aristotelles dem Fürsten Allexander" und "Ross gartt der weysen" - Ein umfangreiches Kompendium alchemistischer Werke, die zusammen das alchemistisches Grundwissen ihrer Zeit vermitteln. Enthalten sind folgende Schriften. Besonders hübsch ist auch die kleine Federzeichnung "Hic est furnus sancti thomae de aquino" (S. 84v, alte Zählung "16).

1) Pseudo-Aristoteles
an den Fürsten Alexander über die Alchemie (Bl. 1r-7v)
2) 'Schrift der Verkündung' mit zeitgenössischen Randbemerkungen (Bl. 7v-33v)
3) Pseudo-Arnald von Villanova: Brief an Papst Bonifaz VIII. (Bl. 34r-43r)
4) Arnald von Villanova (?): Rosengaert der Weisen (Bl. 49r-73v)
5) Pseudo-Thomas von Aquin: Etlich Kunst der Philosophie (Bl. 77r-92v), mit einer Federzeichnung des Ofens des Thomas von Aquin auf Bl. 84v.
6) Pseudo-Raymundus Lullus: Lux mercuriorum (dt.), anschließend alchemistische Rezepte (Bl. 94r-100r)
7) Lapis. Dt. Gedicht über den Stein der Weisen (Nachtrag von anderer Hand) (Bl. 103r-105r)

Auf leergebliebenen Blättern (1r-1v, 23v, 43r-46r, 73v. 106v-109v, 113v-114v) wurden im Zeitraum 1650-1694 persönliche und geschäftliche Aufzeichnungen von Mitgliedern der in der Ostschweiz (u.a. Lausanne) ansässigen Familien Krachbeltz, Criblet und Sechaux eingetragen. – Nur ganz vereinzelt etwas fleckig, wenige Randverstärkungen, Vorsätze stärker angestaubt und gedunkelt, wenige Seiten leicht angeschmutzt zum Schluss. Die unbeschriebenen Blätter meist blütenweiß. Der bemerkenswert schöne Klappenband mit reicher Blindprägung im Schweinsleder ist teils leicht abgegriffen und etwas angeschmutzt, zeigt neben Floralvignetten Blindstempel mit Eicheln und jeweils eine elegante Rolle mit den sieben Kardinaltugenden.
Provenienz:
Besitzvermerk des 17. Jhs. ‚Dism Buch ist mein Hans Jacob Maybach‘ (Bl. 7r). Antiquariat Jacques Rosenthal 09/1965. Aus der Sammlung des Heidelberger Germanisten Prof. Dr. Gerhard Eis (1908-1982), hier mit der Signatur Hs. 145. Beiliegend mehrere Briefe und Notizen, teilweise von Gerhard Eis, die Hs. betreffend.

Lot 1030, Auction  127, Dialogus oder gesprech von dem absterben, Friderici Staphyli. Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1600. - Abschrift

Dialogus oder gesprech von dem absterben
Friderici Staphyli. Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1600. - Abschrift
Los 1030

Schätzung
180€ (US$ 205)

Details

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Ein Dialogus oder gesprech von dem absterben Friderici Staphyli. Deutsche Handschrift auf Papier. 27 nn., 3 unbeschr. Bl. Ca. 23-24 Zeilen. Schrift: Bastarda currens. Format: 19,4 x 15,6 cm. Moderner Kleisterpapier-Umschlag. O. O. um 1600.
Etwas spätere Abschrift einer 1564 erschienenen Schrift über den doppel-konfessionellen lutherisch-protestantischen und römisch-katholischer Theologen Friedrich Staphylus (1512-1564). "Der Beitrag stellt ein Beispiel für den wirksamen Einsatz theatralischer Mittel im Kontext der reformatorischen Polemik vor. Im Jahr 1564 veröffentlichte ein unbekannter protestantischer Autor einen theatralischen Dialog über den Tod von Friedrich Staphylus, einem ehemaligen Protestanten, der konvertiert war und schließlich Superintendent der katholischen Universität Ingolstadt wurde. Der Dialog ist Teil eines längeren Streits über Staphylus und seine gegenreformatorische Lehre sowie über die Frage nach einem angemessenen 'christlichen Tod'. Er bedient sich des Musters von Lukians Dialogen der Toten, um einen 'Augenzeugenblick' in die jenseitige Welt und den Besitz der Wahrheit zu beanspruchen, dem diejenigen, die nur eine 'weltliche' Perspektive haben, nicht widersprechen können" (Cora Dietl, Two Perspectives on a 'Wrong Saint': Ein Dialogus oder Gespreche von dem absterben Friderici Staphyli, 1564, EMD 24 2020, S. 135-164). Vgl. den Druck bei VD16 P 1357. – Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Gerhard Eis, Heidelberg, Hs. 203. Vorsatz mit Stempel "Prof. Dr. Gerhard Eis" und eigenhändigem Zusatz in Bleistift: "Gekauft am 15. I. 72 von Jacques Rosenthal, Eching". Auf dem letzten weißen Blatt verso weitere umfangreiche Einträge von Gerhard Eis (1908-1982).

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