Les Volubilis
Farblithographie auf Arches-Velin. 1963.
13,2 x 19,3 cm (38 x 28 cm).
Signiert "G Braque". Auflage 75 num. Ex.
Vallier 181, Mourlot 134.
Aus der Folge von 27 Farblithographien des Künstlers zu "Lettera Amorosa" von René Char, einem der herausragenden Künstlerbücher von Georges Braque. Herausgegeben von der Edition Edwin Engelberts, Genf. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.
Cocteau, Jean
Homme-Toro chantant le flamenco
Los 7154
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.250€ (US$ 3,693)
Homme-Toro chantant le flamenco
Bleistift und Farbstifte auf Skizzenbuchpapier. Um 1953.
21 x 16,3 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Bleistift signiert "Jean" und mit dem Sternchen-Signet.
Den Juli 1953 verbrachte Cocteau mit Freunden in Spanien, wo der Künstler an zahlreichen Stierkämpfen teilnahm und den Flamenco für sich entdeckte. Vermutlich im Zusammenhang mit dieser Reise entstand die elegante kleine Zeichnung eines seiner charakteristischen "Homme-Toro". Der Universalkünstler Cocteau - Dichter, Schriftsteller, Filmregisseur und Maler - zeichnet die charakteristische Profildarstellung mit fließenden Konturlinien und sparsamen farbigen Schraffuren. Zu seinem Freundeskreis zählten Igor Strawinsky, Edith Piaf, André Gide, Marcel Proust und Edmond Rostand, er stand in Kontakt mit berühmten Künstlern wie Pablo Picasso und Charlie Chaplin. Wir danken Annie Guedras, Périgeux, für freundliche Hinweise vom 02.04.2025.
Provenienz: Privatbesitz Hessen
Les amoureux
Zimmermannsbleistift auf Skizzenblockpapier. Um 1955.
37 x 27 cm.
Unten links mit dem roten Monogrammstempel "JC".
Mit fließenden Konturlinien, ganz ohne Binnenstrukturen erfasst Cocteau das küssende Liebespaar im Profil, mit leichter Hand und in geradezu schlafwandlerischer Sicherheit hingeworfen. Kurvige Formen und Geraden spiegeln sich im Zusammenspiel der beiden Figuren und stehen in spannungsvollem Kontrast zueinander. Zum Motiv der zwei Liebenden entstanden zahlreiche Zeichnungen und Lithographien des Künstlers. Wir danken Annie Guedras, Périgeux, für freundliche Hinweise vom 21.09.2025.
Provenienz: Privatbesitz Rheinland
Taureau
Farblithographie auf festem Velin. 1963.
110,1 x 74,8 cm.
Weber 72.
Großformatige Lithographie in limitierter Auflage herausgegeben von der Galerie Heidi Weber, Zürich, und gedruckt bei Mourlot, Paris. Schöner Druck der formatfüllenden Komposition.
van Leckwyck-Campendonk, Edith
La Buvette
Los 7157
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.250€ (US$ 2,557)
La Buvette
Öl auf Sperrholz.
60 x 50,5 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "E van Leckwyck", verso auf der Platte (von fremder Hand?) mit Bleistift betitelt und mit Faserstift in Schwarz bezeichnet "Nr. 1509" und "FAM 2994".
In der menschleeren Gaststätte scheint die Zeit stehen geblieben. Die vollen Rotweingläser ruhen auf dem Tisch und ein regloser Hummer wartet auf seine Verwertung. In sachlicher Manier zeigt die belgische Malerin Edith van Leckwyck-Campendonk, Ehefrau des Künstlers Heinrich Campendonk, diese Interieurszene. 1929 begegnete sie auf der Ausstellung Kunst van Heden in Antwerpen Heinrich Campendonk und Wassily Kandinsky. 1935 heirateten Edith und Heinrich Campendonk. Nach der Heirat stellte die Künstlerin das Malen ein und widmete sich erst wieder 1962, nach dem Tod ihres Mannes, ihrer Kunst.
Friedhof mit Bäumen
Öl auf Hartfaser, vermutlich im Künstlerrahmen. 1968.
15,2 x 20,5 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Beneš" und datiert, verso mit Pinsel in Schwarz nochmals datiert.
Mitten im Sommer malt Beneš kahle Bäume als ein Sinnbild des Todes inmitten der kleinen, ummauerten Ruhestätte, umgeben von menschenleerer Landschaft. Außerhalb der kleinen Friedhofsinsel verzichtet der Künstler auf jedes Detail und gliedert die Umgebung in klar voneinander getrennte Farbflächen.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Kleines Dorf
Öl auf Malpappe. 1968.
10 x 14,3 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Beneš", verso mit Pinsel in Schwarz zweifach datiert.
In den charakteristischen Braun- und Grautönen setzt Beneš auch in diesem Werk, wie aus einem Baukasten stammend, ein kleines Dorf zusammen. Die so typische Kargheit wird besonders durch die fast fensterlosen Fronten der Gebäude unterstrichen. Der Künstler arbeitete an diesem Werk von Mai bis Juli 1968.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Haus am Fluss
Öl auf Malpappe.
22 x 31 cm.
Unten links signiert (in die feuchte Farbe geritzt) "Beneš".
Verlassen ruht ein kleines buntes Häuschen neben dem grauen Fluss, der sich durch die asphaltierte Stadtlandschaft zieht und flankiert wird von einer mit Bäumen gesäumten Straße. Das rote Dach setzt einen reizvollen farbigen Kontrast zu den gedeckten Tönen der Umgebung. Umgekippte und zurückgelassene Boote erinnern an menschliche Aktivität, doch wird die Szene durch den flächigen Farbauftrag anonymisiert und abstrahiert.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
"The Mower"
Öl auf Leinwand. 1954.
101 x 81 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "Holmead", oben rechts mit Pinsel in Blaugrün bezeichnet "HP" und datiert sowie verso auf der Leinwand mit Kreide in Schwarz nochmals signiert, datiert, betitelt und bezeichnet "HPinx.".
Aus dem tiefdunklen Vordergrund entwickelt die ländliche Szene eine kontrastreiche, kostbar leuchtende Farbigkeit. In vielen Schichten übermalt Holmead seine Striche und Spachtelstrukturen, so dass alle Konturen weich erscheinen, die Oberfläche eine raue, pastose Struktur gewinnt und die Farbpartikel in ein diffuses Schimmern geraten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt Holmead seinen malerischen Expressionismus, seinen "crude expressionism", der sich von allem Dekorativen und Manieriert-Glatten unterscheiden sollte und bis ins Informelle reicht. Die Arbeit wird von Birgid und Christoph Groscurth, Frankfurt, in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis mit der Archiv-Nr. "Im 54/1013" aufgenommen.
Provenienz: Privatbesitz Brüssel
Männerkopf
Öl auf Leinwand, ganzflächig vom Künstler auf Holz kaschiert. 1970.
20,3 x 15 cm.
Unten mittig rechts mit Pinsel in Rot signiert "Holmead", verso mit Kreide in Schwarz nochmals signiert, datiert und bezeichnet "HPinx", "toile sur triplex hydrofugé" sowie "B" und (von fremder Hand?) "Foto 376", zudem mit Faserschreiber in Schwarz "N 70/46" und mit den Maßangaben.
Der charakteristische reliefhafte Charakter des kleinen Gemäldes, entstanden durch den dynamisch-pastosen Farbauftrag, stilisiert und unterstreicht die physiognomischen Züge des Dargestellten. Um 1970-72 malt Holmead kaum anderes als Köpfe, imaginäre oder "visionäre" Portraits, entstanden aufgrund von Eindrücken und in Abwesenheit der Dargestellten: "Die Wirklichkeit seiner 'Köpfe' liegt nicht in der Ähnlichkeit zu einer bestimmten Porträtperson, sondern in der Überzeugungskraft einer erlebten und in die Anschaulichkeit gehobenen individuellen, charakteristischen Existenz - mit all ihren unheimlichen und banalen, tragischen und lächerlichen Zügen. Nichts war Holmead mehr zuwider als täuschende Beschönigungen. (...) So sind alle seine 'Köpfe' anschauliche Enthüllungen der menschlichen Natur." (Rainer Zimmermann, in: Holmead - Leben und Werk, Stuttgart 1987, S. 143).
Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland
Eisenbahn
Farbholzschnitt auf Japanbütten, aufgezogen auf Velinkarton. 1957.
47,5 x 63 cm (52,5 x 72,5 cm).
Signiert "Janssen" und datiert. Auflage 25 num. Ex.
Brockstedt 31.
Druck in fünf Farben, Schwarz, Braungrau, Blaugrün, Rot und Weiß, die helleren Farben jeweils auf die schwarze Grundplatte gedruckt. Seit 1956/57 stellte Janssen erstmalig seine Farbholzschnitte in den eigenen Atelierräumen in der Warburgstraße in Hamburg aus, ebenso wie auch in der Galerie von Hans Brockstedt in Hannover. Prachtvoller Druck dieses frühen, großformatigen Motivs, mit dem wohl vollen Rand, rechts mit dem Schöpfrand. Selten.
Madame Edwarda
12 Radierungen mit Text auf 10 Doppelbl. BFK Rives-Velin. Lose in Orig.-Leinenumschlag in Orig.-Schuber. 1955.
40 x 26 cm (Schuber).
Sämtlich signiert "Bellmer". Auflage 150 num. Ex.
Denoël 51-56.
Illustrationen zu den Texten von Pierre Angélique (Pseudonym für Georges Bataille). Aus einer Gesamtauflage von 167 Exemplaren, herausgegeben von Georges Visat, Paris. Sämtlich prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand.
Petit Traité de Morale
10 Farbradierungen auf Doppelbl. Arches-Velin, 2 Doppelbl. Titel und Druckvermerk. Lose in Umschlag, in Orig.-Seidenportfolio und Seidenschuber. 1968.
37,7 x 28,5 cm (Schuber).
Die Radierungen jeweils signiert "Bellmer". Auflage 150 Ex.
Denoël 78-87.
Die Folge von Radierungen Bellmers erschien bei Georges Visat, Paris. Hans Bellmer ließ sich von den Titeln des Marquis de Sade zu diesen Radierungen inspirieren, die zwischen 1966 und 1968 entstanden. Prachtvolle, kräftige Drucke, jeweils auf Doppelbogen, mit dem vollen Rand.
"Für dunkle Tage"
Bronze mit brauner Patina, auf Granitsockel montiert. 1968/2003.
38,5 x 14 x 6,7 cm.
Verso am Sockel unten signiert (gestempelt) "Immendorff" sowie mit dem Gießerstempel "Schmäke Düsseldorf", am Sockel vorne betitelt. Auflage 65 num. Ex.
Die Raupe als Sinnbild der Metamorphose, des Übergangs zum Schmetterling und damit ein Zeichen der Hoffnung wandert den Stiel empor zur Blüte, die wiederum mit symbolhaften Zeichen geschmückt ist. Den Entwurf für die Bronze schuf Jörg Immendorff 1968 in einer Phase tiefer Depression, die Auflage wurde 2003 zugunsten der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" gegossen. Prachtvoller Guss mit schöner, gleichmäßiger Patina. Gesamthöhe mit Sockel: 43 cm.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
"JORGE"
Öl auf Leinwand. Wohl um 1950-53.
95,5 x 59 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Platschek", oben rechts betitelt.
Mit unruhigem, pastosem Duktus modelliert Platschek lebendig differenzierte, vielfach plastisch ausformulierte Strukturen auf dem Malgrund, die er dann mit dem Pinselstiel einritzt, übermalt und gestaltet. Hans Platschek, einer der Protagonisten des Informel, Maler, Kunstkritiker und Schriftsteller, war 1939 mit seinen Eltern nach Uruguay emigriert und hatte dort an der Kunsthochschule von Montevideo studiert. Er entwickelte hier seine abstrakte, frühe Bildsprache mit schwarzen Lineamenten auf malerischem Grund. 1953 kehrte er zurück nach Europa und lebte hier u.a. in Rom, London, München, Paris; hier lernte Platschek Max Ernst, Raoul Hausmann, Tristan Tzara, Hans Arp und Asger Jorn kennen. In der Münchner Galerie van de Loo hatte er 1957 die erste Einzelausstellung. Seine Stilvielfalt sah er selber nur als einen scheinbaren Widerspruch und war wie Francis Picabia der Meinung, ein Künstler müsse Stile durchqueren wie der Nomade Länder und Städte.
Provenienz: Castells & Castells, Montevideo, Auktion 12.01.2012, Lot 73
Privatbesitz Süddeutschland
Die Ruderer
Gouache auf Aquarellpapier. 1960.
49,5 x 68,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Weiß signiert "EENDE" und datiert, verso (von fremder Hand / Lotte Schlegel?) mit Kugelschreiber in Schwarz betitelt und bezeichnet "Schlegel 9".
Murken GO 115.
Wie das Ergebnis einer inneren Vision scheint die dicht komponierte, phantastische und farbintensive Gouache. Sie ist, wie das Werk des Künstlers insgesamt, der visionären Kunst zuzuordnen, mit einer Nähe zum Magischen Realismus und zur Neuen Sachlichkeit. "Für Edgar Ende waren seine Bilder 'prälogisch', wie er es selbst nannte. Sie stammten für ihn aus einer Schicht des Bewußtseins, das vor dem Gedanken existiert: Edgar Endes Malerei stellt keine Auseinandersetzung mit der realen Welt und ihren kulturellen, sozialen oder historisch bedingten Strukturen dar, sondern ein Eindringen in den Kosmos geistiger Welten." (edgarende.de, Zugriff 15.09.2025).
Provenienz: Privatsammlung Ulm
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Complainte lointaine
Öl auf Leinwand. Um 1968.
61 x 50 cm.
Unten links mit Pinsel in Hellgrau signiert "Spiro", verso auf dem Keilrahmen mit Faserschreiber in Rot (von fremder Hand?) betitelt und bezeichnet "S20" sowie "12 F".
Schlank erhebt sich die monumentale Frauenbüste aus spitzen Felsbrocken inmitten der endlos weiten Ebene. Surrealistische Elemente umgeben die phantastische Gestalt in der blautonigen Landschaft. Mit subtilen Farbabstufungen, plastischer Delikatesse und akribischer Feinheit umgesetzt, entfaltet die Szenerie einen für Spiro charakteristischen skurrilen Reiz. Der an der Wiener Kunstgewerbeschule ausgebildete Künstler war zunächst Journalist, Autor und Spielzeughersteller, widmete sich jedoch nach seiner Flucht aus dem besetzten Österreich nach Frankreich zunehmend der Malerei. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg verkaufte Spiro auf seiner ersten, äußerst erfolgreichen Ausstellung in der L’Arcade Gallery, London, fast alle Werke und lebte nun ausschließlich von seiner Malerei. Georges Spiro verband eine langjährige Freundschaft mit Jean Cocteau.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Literatur: Axel Hinrich Murken, Phantastische Welten. Vom Surrealismus zum Neosymbolismus, Ausst.-Kat. Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg u.a. 2009, S. 122, Nr. 10
Dressler, August Wilhelm
Der Traum der Tänzerin
Los 7179
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.500€ (US$ 2,841)
"Der Traum der Tänzerin"
Öl auf Leinwand. Um 1965.
50 x 60 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz mit dem Künstlersignet, unten links mit Pinsel in Braun betitelt, verso mit Pinsel in Schwarz signiert "August Wilhelm Dreßler", nochmals betitelt, bezeichnet "gewachst" und mit Pinsel in Rot "129".
Auf weiche weiße Kissen gebettet, träumt sich die Tänzerin in eine phantastisch-surreale Welt, in der hinter ihr Land und Wasser ineinander verschwimmen. Das blühende, rosa überhauchte Inkarnat steht in spannungsreichem Gegensatz zu der makellosen Plastizität, die die junge Frau starr wie eine Schaufensterpuppe wirken lässt, wie es charakteristisch für Dresslers Bildfiguren ist. In seinem Spätwerk finden sich zunehmend Sujets aus - vielfach artistischen - Randgruppen der Gesellschaft, wie Revuegirls, Gaukler, Balletteusen und Artisten. Dressler, einer der stilprägenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit, studierte 1906-13 an den Akademien in Dresden und Leipzig. Anschließend zog er als freischaffender Künstler nach Berlin und schloss sich der Novembergruppe an. 1924 wurde Dressler Mitglied der Berliner Sezession.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Ausstellung: Deutscher Künstlerbund, 14. Ausstellung, Essen 1966 (mit deren Klebeetikett auf der Keilrahmenrückseite, dort bezeichnet und betitelt)
Umarmung
Aquarell über Bleistift auf festem Velin. 1967.
69,5 x 55,8 cm.
Unten rechts mit Kugelschreiber in Blau signiert "MARWAN" und datiert.
Mit schonungsloser Direktheit und expressiv-virtuosen Pinselstrichen schildert Marwan ein sich umarmendes Paar. Die Farbgebung ist Ton in Ton gehalten, der Umraum wirkt seltsam leer. Die schlanke Frau reicht gerade bis zur Brust des frontal gezeigten Mannes und wirkt in der Umarmung lieblos eingequetscht, während ihr Kopf surreal verformt erscheint. Im selben Jahr verarbeitet Marwan das rätselhafte Motiv nahezu identisch auch in einer seiner frühesten Druckgraphiken (vgl. Merkert 95). Die Darstellung gehört zu einem frühen Werkkomplex, der zahlreiche Figuren- und Paarbilder umfasst und den Marwan Mitte der 1960er Jahre begann. Sie sind geprägt von surrealen Verstörungen und bündeln, so Jörn Merkert, „wie in einem Fokus den Seelenzustand einer Gesellschaft, für den in ironischer Brechung als Darstellungsmittel genau die Absurdität und scheinbare Irrealität eingesetzt werden, die eben dieser Gesellschaft selbst zu eigen sind“ (Jörn Merkert, in: Pathetische Figuration, Marwan in der Galerie Springer 1967, Ausst.-Kat. „Marwan. Ein syrischer Maler in Berlin. Werke in der Sammlung der Berlinischen Galerie“, Berlin 2001, S. 32 ). Erst wenige Jahre zuvor war der junge Syrer nach Berlin gekommen, wo er ab 1957 an der Hochschule für bildende Künste in der Klasse von Hann Trier studierte und bald zum Kreis um Georg Baselitz und Eugen Schönebeck gehörte. Gemeinsam lösten sie sich von der Abstraktion und fanden zurück zur menschlichen Figur, wofür der Kunsthistoriker Eberhard Roters den Begriff der „pathetischen Figuration“ prägte (Eberhard Roters, ebd., S. 20 f.).
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Dienst, Rolf-Gunter
Momentetagebuch 19.4.67 - Natascha S. not at 44 W 17, New York City, 34
Los 7181
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
688€ (US$ 781)
"Momentetagebuch 19.4.67 - Natascha S. not at 44 W 17, New York City, 34''
Acryl auf Leinwand. 1967.
120 x 90 cm.
Verso mit Pinsel in Rot signiert "R. G. Dienst" und betitelt sowie mit Richtungspfeil.
Pulsierende amorphe Formen in leuchtender Tonalität auf intensiv grünem Grund setzen die Vitalität der Farbe als bestimmendes Element ins Zentrum der Komposition, während die vom Künstler erfundenen skripturalen Kürzel nur wie Ornamente am Rand der oberen Farbform auftreten. Das Gemälde entstand während Diensts Gastdozentur an der New York University, New York. Er lebte, malte und schrieb damals im legendären Chelsea Hotel, welches in jenen Jahren als Künstlerresidenz bekannt war. Vor allem aber besuchte er die Ateliers der New
Yorker Pop-Art-Künstler (vgl. Rolf Gunter Dienst. Mein Gedicht heißt Farbe, Köln 2016, S. 163).
Provenienz: Winterberg, Heidelberg, Auktion 16.05.2020, Lot 395
Privatbesitz Süddeutschland
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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