Die Folge der Erzengel. 3 Kupferstiche nach Maarten de Vos. Je ca. 20,5 x 29 cm. Um 1583-85. Leesberg (New Hollstein) 468-470. Wz. Krüglein.
Die schöne, eindrucksvolle Folge ist ein mustergültiges Beispiel für die hohe künstlerische Qualität der Druckgraphik des Antwerpener Manierismus. Die Diener und Boten Gottes sind abwechslungsreich und tänzerisch leicht dargestellt und füllen die Bildfläche mit ihrer ungestümen Energie. Seit den frühen Anfängen der christlichen Glaubenslehre ging man davon aus, dass Engel in einer Art himmlischem Hofstaat organisiert waren, in dem jedem Erzengel eine bestimmte Mission zukam. Um jedoch Parallelen mit der umfangreichen antiken Götterwelt zu vermeiden, wurde später im Mittelalter festgelegt, dass die Verehrung dieser außerirdischen Wesen nur auf die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael beschränkt wurde. Dennoch sind hier alle zwölf Erzengel gleichwertig, ohne hierarchische Unterschiede wiedergegeben. - Ganz ausgezeichnete, harmonische Drucke mit gleichmäßigem Rand. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Jode II, Pieter de
Die hl. Familie mit der Rose
Los 5153
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.750€ (US$ 5,398)
Die hl. Familie mit der Rose. Kupferstich nach Bartholomäus Spranger. 23,5 x 16,7 cm. B. (Goltzius, pièces douteuses) 297, Hollstein (Spranger) 4 I (von II), Hollstein (nach Goltzius) 430, Leesberg (New Hollstein, Goltzius) R4 I (von II), Leesberg (New Hollstein, Jode) 27 I (von II). Wz. Stadttor mit Doppelkopfadler, Nebenmarke Initialen SG (New Hollstein, Muller Dynasty, Bd. II, S. 318, Nr. 1, um 1592-1596).
Prachtvoller, prägnanter und zarttoniger Frühdruck vor der Adresse von Claes Jansz. Visscher. Mit gleichmäßig feinem Rand um die Plattenkante. Nur schwache Altersspuren, verso leichte geglättete Mittelfalte mit zarter Quetschspur, kleine Bleistiftannotationen ebenda, auf ein Passepartout montiert, sonst vollkommen und tadellos schön erhalten. Aus der Sammlung Constant Moyaux, Paris (Lugt 1829a).
Kolb d. Ä., Paulus
Selbstbildnis des Künstlers
Los 5155
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.250€ (US$ 4,830)
Selbstbildnis des Künstlers. Radierung. 8,1 x 7,2 cm. Bruillot 2769, Nagler, Die Monogrammisten IV, 3691, Panzer (Verzeichnis von Nürnbergischen Portraiten aus allen Staenden, 1790) S. 130.
Abgesehen von wenigen schriftlichen Quellen lässt sich das Leben und Wirken des Nürnbergers Paulus Kolb kaum fassen. Wohl auch, weil seine Schaffenszeit mit dem Dreißigjährigen Krieg koinzidiert, der sich verheerend auf die deutsche Kunstlandschaft auswirkte. Auf unserem Selbstbildnis nennt Kolb sich „Pictor“, was sein Selbstverständnis als Maler betont. Das Blatt belegt aber auch, dass er die Radierkunst beherrschte, die er bei Peter Hochheimer erlernt hatte. Bemerkenswert ist das, weil Kolb sich 1625-27 im Zuge einer Auseinandersetzung zwischen Nürnberger Malern und Ätzern, bei der die erstere erfolglos versuchten, den Ätzern das Ausbilden von Malergesellen zu untersagen, auf die Seite der Maler schlug. Doch da in der Reichsstadt keine strikte Trennung zwischen den Gewerben herrschte, blieb das Ansinnen letztlich erfolglos. Diesem geätzten Selbstbildnis könnte ein gemaltes zugrunde liegen, da ein Schabkunstblatt des Johann Friedrich Leonhard von 1672 (Le Blanc 21) das Porträt in erweiterter Halbfigur wiedergibt. - Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit lebendigen Wischkratzern und delikatem Plattenton. Wie die einzigen drei nachweisbaren Exemplare in Wien, Pavia und Hannover mit winzigem Rändchen um die Einfassung. Schwach fleckig, vor allem verso, alt angerändert, sonst tadelloses Exemplar. Außerordentlich selten.
Lafage, Raymond
Ca. 77 Radierungen nach Zeichnungen des Künstlers
Los 5156 [*]
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 2,131)
Ca. 77 Radierungen nach Zeichnungen des Künstlers. 12mo bis Gr-Folio.
Raymond Lafage war ein virtuoser Zeichner, der jedoch aufgrund seines frühen Todes erst posthum im späten 17. und vor allem im 18. Jahrhundert zu großer Bekanntheit gelangte. Sein Zeichentalent wurde von Jan van der Bruggen erkannt, der 1689 mit dem "Recueil des Meilleurs Desseins de Raymond La Fage" maßgeblich zum Nachruhm des Künstlers beitrug. Aus diesem Receuil hier vorhanden "Chute des Anges" (2x, ein Exemplar vor der Schrift) nach Lafages Hauptwerk, Blätter von Audran und Simonneau sowie das Frontispiz mit dem Porträt des Künstlers. Weiterhin vorhanden Blätter aus anderen Receuils, u.a. von Franz Ertinger 8 (von 10) Radierungen "Divers sujets tirés de l'Histoire de Toulouse" sowie das Titelblatt mit dem Künstlerporträt zu "Recueil de 45 Pieces ... tirés de la Collection de L'Academie Electoral Palatine". Meist ganz ausgzeichnete, teils prachtvolle Drucke, sämtlich mit der vollen Darstellung bzw. Einfassung, vielfach auch mit der Plattenkante. Sämtlich an den Ecken montiert, vereinzelt stockfleckig, die Folio-Blätter mit Vertikalfalte, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung. Sämtlich aus der Sammlung der Fürsten zu Liechtenstein, auf deren Montierung, diese lose im originalen Lederalbum.
Leclerc, Sebastien
Plan du Labirinthe de Versailles
Los 5157
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
750€ (US$ 852)
Plan du Labirinthe de Versailles. 40 Radierungen zzgl. Titel. Je ca. 15 x 9,2 cm. (1677). Berliner Ornamentstichkat. 3605.
Die komplette Folge in ausgezeichneten Drucken mit Rändchen um die Einfassungslinie. An den Ecken alt aufgelegt, vereinzelt kleine Erhaltungsmängel, drei Blätter mit Einrissen im linken Rand, insgesamt jedoch in guter und einheitlicher Erhaltung. Aus der Sammlung Harrach, Wien.
Diana und Actäon. Radierung. 20,2 x 24,3 cm. 1643. Wurzbach 1, Hollstein 1. Wz. Bekröntes Lilienwappen.
Prachtvoller, lebendiger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten knapp an die Schrift geschnitten. Verso geglättete Vertikalfalten, Spuren von Rötel ebenda, dünne Stelle, winziges gelbliches Fleckchen auf dem Oberschenkel einer Nymphe, weitere unmerkliche Gebrauchsspuren, sonst in tadelloser Erhaltung, Von großer Seltenheit.
Lorrain, Claude
Le Dessinateur (Der Zeichner)
Los 5166
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.500€ (US$ 3,977)
Le Dessinateur (Der Zeichner). Radierung. 12,9 x 17,9 cm. Um 1638-41. Mannocci 36 IV (von V).
Prachtvoller Abzug mit schönem Druckrelief vor allem in den Bäumen sowie feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Schwach stockfleckig, kleine dünne Stelle oben rechts, sonst in tadelloser Erhaltung.
Die Umarmung. Kupferstich. 15,4 x 11,4 cm. (1503). Bartsch VI, 378, 15, Lehrs VIII, 365, 16. Wz. Wappen von Nürnberg.
Dieser Kupferstich des Meisters MZ alias Matthäus Zasinger ist Lehrs zufolge "unstrittig die reifste und schönste seiner Arbeiten. Keine andere kommt ihr an liebevoller Durchführung, an Tiefe der Empfindung und an Stimmungsgehalt gleich." Er beschreibt die Komposition wie folgt: "In diesem jungen Paar, das sich eng umschlungen hält und dessen Bild ein an der Wand hängender Rundspiegel diskret wiedergibt, ist samt der liebevoll in allen Einzelheiten geschilderten Darstellung des kleinen getäfelten Zimmers, dem gotischen Tisch, dem Fenstersitz, dem Lüsterweibchen, dem Wandschränkchen, der Handtuchrolle, der offenen Türe, durch die der Liebste eben eingetreten ist, ein Sinnbild der gemütvollen deutschen Kunst des beginnenden XVI. Jahrhunderts, wie sie uns zuerst aus Dürers Traum und seinem heiligen Hieronymus im Gehäus ... entgegenstrahlt" (S. 337).- Ganz ausgezeichneter Druck mit feinen Wischkritzeln, knapp bis an die Plattenkante geschnitten, oben mit feinem Rändchen sowie rechts und unten Spuren eines Rändchens. Leicht angestaubt, minimal fleckig, verso kleine Leimrestchen sowie links entlang des Randes feinem Papierstreifen, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Der Einzug in Jerusalem. Kupferstich aus der Folge der Passion, wie auch die folgende Losnummer. 14,3 x 10,9 cm. B. VI, S. 440, 1, Lehrs VI, S. 104, 6 I (von III).
Ausgezeichneter Druck vor der Schrift verso, mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimale Alters- und Gebrauchsspuren, sonst schön und original erhalten. Aus der Sammlung der Albertina, Wien (mit deren Doublettenstempel Lugt 5g).
Das letzte Abendmahl. Kupferstich. 14,9 x 10,9 cm. B. VI, S. 440, 3, Lehrs VI, S. 105, 7 I (von III).
Ganz ausgezeichneter Druck vor der Schrift verso, mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimale Alters- und Gebrauchsspuren, verso geglättete Diagonalfalte, rechts mittig minimal bestoßen, sonst sehr schön und original erhalten. Aus der Sammlung der Albertina, Wien (mit deren Doublettenstempel Lugt 5g).
Dies I - Der erste Tag: Die Erschaffung von Licht und Finsternis. Kupferstich im Rund nach Hendrick Goltzius. D. 26,8 cm. (1590). B. 36, Hollstein (Goltzius) 2, Hollstein (Muller) 2, Filedt Kok (New Hollstein, Muller) 36 II. Wz. Lilien über Initialen.
Aus der siebenteiligen Folge der "Schöpfung". Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck mit feinem, in den Ecken mit breiterem Rand. Minimal fleckig und angestaubt, verso leichte Mittelfalte mit zarten Trockenfältchen, montierungsbedingt kleine Papierläsuren in den oberen weißen Ecken, kleine geschlossene Randläsur links sowie rechts mittig, winzige Löchlein, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr gut.
Muller, Jan Harmensz.
Loth und seine Töchter
Los 5176
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 2,131)
Loth und seine Töchter. Kupferstich nach Bartholomäus Spranger. 40 x 45,9 cm. B. 64, Hollstein 10, Filedt Kok (New Hollstein) 64 wohl II (von IV).
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck auf die Einfassungslinie geschnitten, unten ohne den Schriftrand. Insgesamt etwas angestaubt und fleckig, vereinzelt geschlossene bzw. ausgebesserte Randschäden und Randeinrisse, dort vereinzelt mit unauffälliger Federretusche, weitere teils ausgebesserte Erhaltungsmängel, aufgezogen, die Darstellung sonst insgesamt noch gut. Aus der Sammlung R. Saalborn (Lugt 2251ter).
Muller, Jan Harmensz.
Der Raub einer Sabinerin, Rückenansicht
Los 5177
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.750€ (US$ 5,398)
Der Raub einer Sabinerin, Rückenansicht. Kupferstich nach Adriaen de Vries. 42,3 x 28,5 cm. Um 1598. B. 77, Hollstein 65, Filedt Kok (New Hollstein) 77 III (von VI). Wz. Bekröntes Lilienwappen mit angehängtem WR.
Die erste von insgesamt drei Darstellungen der Folge "Der Raub einer Sabinerin", die eine allansichtige Skulptur von Adriaen de Vries aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Vor der Adresse von Danckerts. Ganz ausgezeichneter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten mit dem vollen Schriftrand. Geringfügig und vereinzelt fleckig sowie etwas angestaubt, verso schwache Knickspur, mittig feine vertikale Quetschspur vom Druck, in den äußeren Rändern einzelne kleine Ausbesserungen und unauffällig ergänzte Stellen, dort vor allem rechts unmerkliche Federretuschen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Niederländisch
1. Hälfte 16. Jh. Sich umarmendes Liebespaar
Los 5178
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,705)
1. Hälfte 16. Jh. Sich umarmendes Liebespaar. Kupferstich. 8 x 4,2 cm. Wohl unbeschrieben.
Versiert ausgeführte Arbeit wohl eines Kleinmeisters in einem prachtvollen, klaren Druck mit schmalem Rändchen. Insgesamt nur leicht fleckig, schwache Altersspuren, montierungsbedingt dünne Stellen in den beiden oberen Ecken, verso winzige Bleistiftannotation "Liebespaar", sonst sehr schön und original erhalten. Sehr selten, wir konnten nur ein weiteres Exemplar dieser Arbeit im Louvre finden.
Ostade, Adriaen van
Der Bauer in der Haustür
Los 5180
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
13.750€ (US$ 15,625)
Der Bauer in der Haustür. Radierung. 10,1 x 9,1 cm. Um 1653. B. 9, Dutuit, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 9 I (von IV). Giordano/Rutgers (New Hollstein) 40 I (von IV).
Ganz ausgezeichneter gleichmäßiger Abzug mit schmalem Rändchen um die Facette. Verso einige Montierungsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Aus den Sammlungen Paolo Giordani (Lugt 3688) und Dr. S. William Pelletier (Lugt 4193).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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