Chalcographische Gesellschaft Dessau
Gustav Adolf unweit Dessau auf dem Weg nach Wörlitz
Los 5276
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
938€ (US$ 1,065)
Haldenwang, Christian (1770 Durlach - 1831 Bad Rippoldsau). Gustav Adolf unweit Dessau auf dem Weg nach Wörlitz. Aquatinta und Radierung, farbig gedruckt und wohl zeitgenössisch mit Aquarell überarbeitet. 19 x 28 cm. Michels (Die Chalcographische Gesellschaft Dessau, Dessau 1996), Verlagsverzeichnis Nr. 95.
Das Blatt zeigt das 1981 zerstörte und lange Zeit als Gasthaus genutzte sogenannte "Schwedenhaus" an der Hauptstraße nach Wörlitz. Das dreigeschossige neogotische Bauwerk war mit einem ehemals vergoldeten Sandsteinrelief geschmückt, das den Schwedenkönig Gustav Adolph zu Pferde unter einer schwebenden Victoria zeigt. Der Legende nach soll sich Gustav Adolph, der "Erretter der Deutschen Freiheit" (Rode) unweit des Hauses unter der Löbbenbrücke vor kaiserlichen Truppen verborgen haben. - Ausgezeichneter Druck auf die Darstellung geschnitten. Alters- und Gebrauchsspuren, sonst gut. Selten, zumal als in Farben gedrucktes Exemplar. Gerahmt in einem für die Blätter der Chalcographischen Gesellschaft vorgesehenen, zeitgenössischen Kirschholzrahmen mit quadratischen Eckaufsätzen.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin)
Los 5277
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.000€ (US$ 1,136)
Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin). Radierung. 17,8 x 13,8 cm. 1758. Engelmann 5.
Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand. Etwas stockfleckig, leichte Alterspuren, sonst sehr gutes Exemplar.
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Die beiden sitzenden Damen (Demoiselle Quantin und die Gattin des Künstlers)
Los 5278
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 568)
Die beiden sitzenden Damen (Demoiselle Quantin und die Gattin des Künstlers). Radierung. 14,1 x 9,3 cm. 1758. Engelmann 11 II.
Ausgezeichneter, fein nuancierter und toniger Druck mit Rand. Minimale Altersspuren, rechts teils unbedeutende dünne Stellen montierungsbedingt, sonst sehr gut. Beigegeben drei weitere Radierungen desselben (Engelmann 304, 610 und 649).
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
Lippert und Zingg
Los 5279
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 2,131)
Lippert und Zingg. Radierung. 19,8 x 14 cm. 1798. Engelmann 882 A (von B IV).
Am 3. November 1773 besucht Chodowiecki, gemeinsam mit seinem Freund, dem Künstler Adrian Zingg, die Wohnung des Antiquars Philipp Daniel Lippert in Dresden. Ähnlich wie in seiner Radierung Cabinet d'un peintre von 1772 zeigt sich Chodowiecki hier rechts in der hinteren Ecke und beobachtet die Szenerie. Lippert, von dem es heißt, er habe schlecht gehört, greift sich zum besseren Verständnis ans Ohr, Zingg scheint ihm etwas zu erläutern. 1773 hielt Chodowiecki das Zusammentreffen fest, doch entstand die Radierung erst 25 Jahre später. Vermutlich eine neuerliche Reise im Jahre 1798 nach Dresden, die er unter anderem mit Anton Graff und Adrian Zingg unternahm, ließ Chodowiecki den Entschluss fassen, die Radierung als Zeugnis der langjährigen Freundschaft mit Zingg auszuführen. Unser Abzug stammt von der ersten, kleineren, unvollendeten und verätzten, später verworfenen Platte. Chodowiecki gab diesen ersten Radierversuch auf, da ihn vermutlich die Zeichnung und Probleme im Ätzprozess nicht überzeugten. Abzüge dieser frühen, verworfenen Fassung sind extrem selten.
Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit breitem Rand um die markant und teils gratig zeichnende Facette. Geringfügig und vereinzelt stockfleckig, dünne Stellen verso, geringe Alters- und Gebrauchsspuren, kleine Montierungsreste verso, sonst tadellos schön erhaltenes Exemplar. Aus der Sammlung Ernst Behre, Danzig (Lugt 2807a), der eine beachtliche Sammlung mit Arbeiten Chodowieckis zusammengetragen hatte.
Suite de Paysage. 6 Radierungen mit Crayonmanier in Rot nach Jean-Pierre-Louis-Laurent Houël. Je ca. 12 x 17,2 cm. IFF 48. Wz. Schriftzug "Auvergne".
Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten, nuancierten Drucken mit Rand, links mit Schöpfrand. Etwas griffspurig, fleckig bzw. angeschmutzt, der Titel etwas stärker und mit Randeinrissen rechts, sämtlich links mit zwei Löchlein von Fadenbindung sowie weiteren Spuren und Resten alter Heftung, etwa geglättete Vertikalfalten, an den Ecken oben montiert, weitere kleine Mängel, sonst in guter Erhaltung. Die vollständige Serie selten.
Desprez, Louis-Jean
Die Cappella Paolina im Vatikan bei festlicher Beleuchtung
Los 5282
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
7.500€ (US$ 8,523)
und Francesco Piranesi (um 1758/59 Rom - 1810 Paris). Die Cappella Paolina im Vatikan bei festlicher Beleuchtung während der Zeremonie der Quarant' Ore. Aquarell und Gouache über einer Umrissradierung. 71,8 x 49,6 cm. Um 1783 -85. Wollin 2 I (von II).
Die suggestive Darstellung zeigt in ihrer komplexen und kraftvollen Illuminierung die ganze Genialität von Louis-Jean Desprez und zeugt von seinem unbestechlichen Talent für die theatralische Inszenierung. In starker Verkürzung ist der Innenraum der Cappella Paolina im Vatikan während der Zeremonie der Quarant' Ore dargestellt, die am Abend nach der Gründonnerstagliturgie stattfindet. Zu diesem Zweck haben sich Papst Pius VI. und hohe kirchliche Würdenträger vor der sogenannten "Macchina delle Quarant'ore" zum Gebet versammelt, einem barocken, von Gianlorenzo Bernini entworfenen Aufbau aus geschnitztem, vergoldetem Holz, der mit zweihundert brennenden Kerzen geschmückt ist. Desprez verleiht der Zeremonie einen mystischen Charakter. Die feierliche Beleuchtung, die dramatischen, dunklen Schatten und die imposante, im Dämmerlicht gezeigte Architekturkulisse, die die einzelnen Gestalten verschwindend klein erscheinen lassen, verleihen dem Geschehen eine visuelle Prägnanz und einen ganz eigenen Zauber, der den Betrachter unweigerlich in seinen Bann zieht. Francesco Piranesi schuf die Umrissradierung nach einem gezeichneten Entwurf Desprez', während dieser mit großer Verve das Blatt mit Gouache und Aquarell überarbeitete. Original mit den gedruckten Seitenstreifen auf den Rändern montiert und auf festes Papier aufgezogen (unten teils leicht abgelöst). Ganz ausgezeichneter Druck, das Aquarell und die Deckfarben frisch erhalten. Horizontale Mittelfalte, dort mit leichten oberflächlichen Bereibungen, weitere meist nur punktuelle beriebene Stellen, leicht fleckig, verso auf dem Untersatzpapier etwas stockfleckig, weitere geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, sonst im Gesamteindruck sehr schönes Exemplar.
Dietrich, Christian Wilhelm Ernst
Die Flucht der Heiligen Familie
Los 5284
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
575€ (US$ 653)
Die Flucht der Heiligen Familie. Radierung. 14,1 x 18,3 cm. 1734. Linck 12 II (von III).
Der laut Linck sehr seltene zweite Zustand vor der Aufhellung des Hintergrundes. Ganz ausgezeichneter, markanter Abzug unten mit der Plattenkante, sonst bis an die Einfassung beschnitten. Minimale Gebrauchsspuren, verso schwach fleckig, sonst tadellos. Aus der Sammlung Heinrich Stinnes (Lugt 1376a). Beigegeben von demselben sechs weitere Radierungen (Linck 30 I/III, 31 I/III, 44, 45, 75, 127 I/IV) sowie ein Blatt nach Dietrich (vgl. Linck 91), vier davon ebenfalls aus der Sammlung Stinnes, insgesamt 8 Blatt.
Dietrich, Christian Wilhelm Ernst
Der blinde Bettler
Los 5285
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
375€ (US$ 426)
Der blinde Bettler. Holzschnitt. 15,7 x 13,5 cm. 1757. Linck 78 I (von III).
Der von Linck als sehr selten beschriebene Erstzustand vor Hinzufügung der Tonplatte. Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Darstellung. Leicht stockfleckig, geringe Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und unberührter Erhaltung. Beigegeben dasselbe Motiv im zweiten Zustand mit der ockerfarbenen Tonplatte.
El Agarrotado (Der Garrottierte). Radierung auf Velin. 32,8 x 21,4 cm. Um 1778. Delteil 21, Harris 21 III, 4. Ausgabe.
Ausgezeichneter Druck mit Rand. Das Papier leicht vergilbt und lichtrandig, Knick- und Knitterspuren, kleine Beschabung im weißen Unterrand, Montagereste verso in den linken Ecken, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
Muchachos al avio. Radierung mit Aquatinta auf Bütten, aus der Folge Los Caprichos, wie auch die folgende Losnummer. 21,5 x 15,2 cm (Plattenrand); 31,8 x 22,6 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 48, Harris 46 III, 1. Auflage (von 12).
Blatt 11 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Dieser etwas fleckig und angestaubt, vornehmlich links einige winzige Wurmlöchlein, oben links ausgebesserte Fehlstelle, weitere hinterlegte bzw. geschlossene Randschäden, unten rechts kurze Knickspuren, weitere Handhabungsspuren, sonst gut.
Modo de volar - donde hay ganas hay mana. Radierung mit Aquatinta auf Bütten, aus der Folge Los Proverbios, wie auch die folgenden vier Losnummern. 24,4 x 35 cm (Plattenrand); 31,1 x 42,7 cm (Blattgröße). Delteil 214, Harris 260 III, wohl 5. Ausgabe (von 9).
Blatt 13 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Außerhalb der Darstellung partiell stockfleckig, zwei schwache Diagonalknicke im Unterrand, winziger Randeinriss links, Montierungsreste verso am Oberrand, sonst in guter Erhaltung.
Goya, Francisco de
Los Proverbios: Vier ergänzende Blätter
Los 5294
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
5.500€ (US$ 6,250)
Los Proverbios - Disparate de Tontos (Lluvia de Toros); Disparate Conocido (¡Que Guerrero!); Disparate Puntual (Una Reina del Circo); Disparate de Bestia (Otras Leyes por el Pueblo). 4 Radierungen mit Aquatinta auf Bütten. Je ca. 24,2 x 35,5 cm (Plattenrand); 29,3 x 42,7 cm (Blattgröße). Delteil 220-223, Harris 265-268 III.
Alle vier ergänzenden Radierungen zu den Proverbios, welche 1877 posthum erstmals von François Liénard in Paris gedruckt und in der Zeitschrift "L'Art" veröffentlicht wurden. Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit schmalem Rand. Vereinzelt minimal fleckig, oben Klebereste und alte Heftspuren, Delteil 221 und 222 je mit leicht gestauchter Ecke unten links, bei Delteil 222 dort die Spitze fehlend, sonst in schöner Erhaltung.
Goya, Francisco de
Una Reina del Circo (Disparate Puntual)
Los 5296
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,705)
Una Reina del Circo (Disparate Puntual). Aquatintaradierung auf Bütten. 24,1 x 35,4 cm (Plattenrand); 30,2 x 44,5 cm. (Blattgröße). Delteil 221 II (von III), Harris 267 III.
Blatt 2 der zusätzlichen vier Blätter zur Folge, vor der bei Delteil beschriebenen Löschung des Textes. Wie alle Darstellungen der Disparates ist auch diese Darstellung vermutlich ganz bewusst nicht inhaltlich auflösbar zu entschlüsseln. Das hinderte die verschiedenen Goya-Experten aber nicht daran, doch eine inhaltliche Position herauszulesen: Demnach könnte sich die Darstellung des gefährlichen Hochseilakts darauf beziehen, sich im Spanischen "auf einem lockeren Seil" bzw. auf sehr dünnem Eis zu bewegen oder eine politisch sehr riskante Position zu vertreten. Eine alternative Interpretation ist auch "Jemandes Schicksal hängt an einem seidenen Faden" (Tener el alma en un hilo), womit möglicherweise das Schicksal des spanischen Volkes gemeint war. - Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand um die Plattenkante. Im Passepartoutausschnitt etwas gebräunt und mit leichtem Lichtrand, im weißen Rand vereinzelt kleine Nadellöchlein und links sowie rechts Heftspuren, rechts kurzer Randeinriss, die Ränder minimal bestoßen, weitere Altersspuren, sonst schön erhalten. Aus der Sammlung Tomás Harris, London, dem Werkverzeichnisverfassers Goyas (Lugt 4922 und 4921).
Goya, Francisco de
Disparate de Bestia (Otras leyes por el pueblo).
Los 5297
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.125€ (US$ 1,278)
Disparate de Bestia (Otras leyes por el pueblo). Radierung mit Aquatinta auf Bütten. 24,6 x 35,6 cm. Delteil 222 II (von III), Harris 268 III.
Blatt 3 der zusätzlichen vier Blätter zur Folge, vor der bei Delteil beschriebenen Löschung des Textes. Die surreal anmutende und sicherlich politisch zu verstehende Szene im Zusammenhang mit dem spanischen Sprichwort "Poner el cascabel al gato", also etwa "Der Katze die Glöckchen anlegen". Nach Harris steht der katzbuckelnde aber friedliche Elefant für das große und mächtige Volk, dem von einer verängstigt im Schatten stehenden Gruppe von Orientalen, die die herrschenden Eliten darstellen, ein neues Gesetz vorgeschrieben und damit das entmachtende und zähmende Glöckchenhalsband angelegt werden soll. - Prachtvoller, kräftiger Abzug mit Rand. Angestaubt, lichtrandig, kleine Randläsuren, links oben im weißen Rand geschlossener Einriss, verso gebräunt, sonst schön.
Green, Valentin
Das Experiment mit der Luftpumpe
Los 5298
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
6.875€ (US$ 7,813)
Das Experiment mit der Luftpumpe. Schabkunstblatt nach Joseph Wright of Derby. 47,9 x 58,6 cm. 1769. Chaloner-Smith 163 I (von II), Egerton (in: Joseph Wright of Derby, Ausst.Kat. London 1990) P2 II (von IV). Wz. Kreuz mit Beizeichen im Oval.
Valentine Greens virtuoses Blatt zählt zu den Höhepunkten der Schabkunst. Es entstand ein Jahr nachdem Joseph Richard Wright of Derby mit dem "Experiment mit der Luftpumpe" eines seiner berühmtesten Kerzenbilder und gleichsam eine Ikone des Illuminismus schuf (1768, National Gallery, London). Die nächtliche Szene zeigt einen Naturphilosophen, also einen Vorläufer moderner Wissenschaftler, der mittels einer Luftpumpe und eines eingeschlossenen Vogels dem gebannten Publikum die Wirkung eines Vakuums demonstriert. Das Motiv liegt hier in einem seltenen Probedruck mit den eingeritzten Namen von Wright, Boydell und Green, jedoch vor Vollendung der Schrift vor. - Prachtvoller, das Helldunkel herrlich plastisch zur Wirkung bringender Abzug mit schmalem Rändchen. Minimal angestaubt und berieben, einzelne Stockflecken, die weiße Eckenspitze unten links ergänzt, zwei Randeinrisse oben, einer minimal knapp in die Darstellung reichend und hinterlegt, verso ein bräunlicher, recto nicht sichtbarer Fleck, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Die vier Philosophen (Justus Lipsius mit Peter Paul Rubens, Philipp Rubens und Hugo Grotius). Farbiges Schabkunstblatt mit eigenh. Pinselüberarbeitungen und Weißhöhungen nach Peter Paul Rubens. 49,7 x 44,9 cm. Singer (Der Vierfarbendruck in der Gefolgschaft Jacob Christoffel Le Blons) 445, nicht in Ausst. Kat. Carlo Lasinio Incisioni, Florenz 2004. Wz. Große Kartusche mit Schriftzug "Colle in Toscana".
Die Darstellung geht auf ein Gemälde von Peter Paul Rubens zurück (heute in den Uffizien), das Lasinio zwischen 1783 und 1786 im Rahmen einer Serie nach Florentiner dipinti famosi in seiner aufwendigen Vielfarbendrucktechnik reproduzierte. - Prachtvoller, farbintensiver Druck von wunderbar malerischer Wirkung an drei Seiten mit feinem Rändchen um die Plattenkante, unten bis auf bzw. teils minimal knapp innerhalb dieser geschnitten. Vor allem zu den Rändern hin Gebrauchsspuren und Mängel, etwa eine von verso durchschlagende braune Papierverfärbung am rechten Rand sowie in der Ecke oben links, schmaler vertikaler Randausriss rechts unten, einzelne Wurmlöchlein, die Blattunterkante alt mit Papierstreifen hinterlegt, vereinzelte Bereibungen, verso leicht stockfleckig, im Gesamteindruck gleichwohl schön und harmonisch. Von großer Seltenheit.
Maulbertsch, Franz Anton
Der hl. Florian als Krieger mit der Palme
Los 5305
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
9.375€ (US$ 10,653)
nach. Der hl. Florian als Krieger mit der Palme. Kupferstich mit Radierung und Kaltnadel. 40,4 x 30,1 cm (Plattenkante), 40,5 x 32,1 cm (Blattgröße). Um 1760. Nagler (Maulbertsch) 6, Le Blanc (Maulbertsch) 5. Wz. Kleines Wappen mit Stierkopf und Kreuz.
Das seltene Motiv des "hl. Florian als Krieger" geht auf eine Bilderfindung von Franz Anton Maulbertsch zurück. Die Wiener Albertina bewahrt eine Federzeichnung (Inv. 43799), die wohl als Vorlage für die Ausführung in Öl diente. Eine Ölskizze in der Sammlung des Unteren Belvedere in Wien (Inv. 2329), die dasselbe Motiv zeigt und lange als von der Hand Maulbertschs galt (s. Klara Garas: Franz Anton Maulbertsch, Wien 1960, S. 213, Nr. 189), wird jetzt als Werk eines unbekannten Künstlers geführt, weshalb die eigenhändige Ölskizze Maulbertschs, auf die unsere Radierung zurückgeht, wohl als verschollen gelten muss. Die furiose Radierung nach der Maulbertsch'en Komposition wird in der älteren Literatur von Nagler und Le Blanc dem Künstler selbst zugeschrieben. In der jüngeren Forschung sind jedoch Zweifel aufgekommen und das Blatt wird heute teils als ein Werk des Maulbertsch-Schülers Johann Beheim (tätig 1762-1770 in Wien, Mailand und Rom) geführt, dessen druckgraphisches Œuvre ebenso rar und gesucht ist wie das seines Lehrers. Bei unserem höchst experimentellen Abzug handelt es sich um einen singulären Probedruck von der unvollendeten Platte, den der Künstler auf einen vollen, für die Druckplatte jedoch etwas zu kurzen Papierbogen gedruckt hat. Insbesondere die für die Komposition relevante Partie, nämlich das Gesicht des Heiligen ist noch nicht angelegt und erscheint als weiße Leerstelle, ebenso wie größere Teile der den Speer umgebenden Draperie. Der Abzug diente also als ein Arbeitsmittel für den Stecher, der sich Gewissheit über die weiteren Arbeitsschritte verschaffen wollte. Entsprechend wurde bei der Herstellung des Drucks weniger Wert auf die Qualität des Abzugs oder die Wahl eines passenden Papierformats gelegt. Auch die Werkstattspuren wie die ölhaltigen Flecken zeugen von dem Charakter als Arbeitsmittel. - Ausgezeichneter, etwas ungleichmäßiger Druck, rechts und links mit Rändchen, oben mit der Plattenkante, unten die Darstellung vom originalen Papierrand überschnitten. Horizontale und vertikale Mittelfalte, weitere zahlreiche Knitterfältchen, stockfleckig und mit vereinzelten Ölflecken, weitere Gebrauchsspuren. Laut Annotation des beiliegenden Untersatzes aus der Sammlung des Wiener Kunsthistorikers Ludwig Münz (1889-1957) und aus der Sammlung Wolfgang Trauwitz, Stuttgart (1927-1970), verso mit dem Stempel der "Zentralstelle für Denkmalschutz im Bundesministerium f. Unterricht". Von großer Seltenheit, wohl Unikum.
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