Seutter, Matthäus. Berlin die Praechtigst. u. maechtigste Hauptstatt deß Churfürstenthums Brandenburg, auch Residenz dess Königes in Preussen und florissanter Handels-Plaz (...). Flächenkolorierter Kupferstich. 50 x 57 cm (Plattenrand). Augsburg um 1738.
In kräftigen Farben flächenkolorierter Stadtplan der Stadt Berlin und Umland mit Titelkartusche, Porträt-Medaillion, Legende und figürlichem Wappenemblem. "Die Stadt Berlin hat vier Theil als A. Berlin, B. Cöln, C. Neu Cöln, D. Werder" (Legende). Unterhalb der Karte ist das Statdpanorama dargestellt mit der "Spandauer Vorstadt", "Das Zeug Hauß", das "Orange Haus", "Das Residentz Schloß", "Die Dorhm Kirch", "S. Marien Kirch" etc. – Mit Mittelfalz, minimalen Randläsuren sonst wohlerhaltenes Exemplar.
Wilhelm IV. von Hohenzollern. - Zeichnungen des Königs Friedrich Wilhelm IV. 31 (statt 40) photolithographische, getönte Tafeln. 40 x 51 cm. In OKartondecke (Rücken zerschlissen, stärker angestaubt) mit VDeckeltitel in weinroter Halbleinen-Kassette (stärker beschabt und bestoßen, Wangen teils offen, fleckig, geworfen unfrisch) mit goldgeprägtem Titel. Berlin, A. Burchard, o. J. (1865).
Bemerkenswert seltene Folge mit Facsimile-Drucken nach Zeichnungen des Königs von Preussen Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861), hier in der originalen Kassette. Der sich für begabt haltende Preußenkönig schwingt hier behend die Feder bzw. den Bleistift und schuf so manches an Phantasiearchitektur, aber auch konkrete Veduten von italienischen Burgen und Bauten in Potsdam. Seine eindeutige Präferenz der klassizistischen, an der Antike Italiens orientierten Idealarchitektur wird in jedem Blatt sichtbar. Herausgegeben wurde die Folge von Friedrich Wilhelms Frau, der Elisabeth Ludovika von Bayern, wohl ab 1865, wobei wohl maximal 40 Tafeln erschienen waren, die jedoch in unterschiedlichen Volumina ausgegeben wurden. Bibliotheken weisen Exemplare mit 19, 20, 32 oder 40 Blättern nach. – Hin und wieder etwas gebräunt, fleckig bzw. stockfleckig, einige Tafeln mit Randeinrissen und -läsuren, insgesamt ordentlich.
Abstinenzbewegung
Sammelband mit 23 zumeist schweizerischer Vereins- und Kleinschriften
Los 201
Zuschlag
950€ (US$ 990)
MEDIZIN
Abstinenzbewegung. - Sammelband mit 23 Vereins- und Kleinschriften zum Thema Anti-Alkoholismus und Abstinenz. 17,5 x 12 cm. Halbleinen d. Z. (berieben) mit RSchild. Verschiedene Orte und Verlage, um 1891-1895.
Umfangreicher Sammelband zum Thema, zumeist in Form von Vorträgen in den Schriftenreihen schweizer Abstinenzvereine erschienen. Breit gefächerter Überblick über die am Ende des 19. Jahrhunderts virulent werdenden sozialreformerischen Bestrebungen der Abstinenzbewegung: I. G. Bunge. Die Alkoholfrage. Ein Vortrag. 31 S. Basel, L. Reinhardt (1896). - II. Derselbe. Der Kampf gegen die Trinksitten und seine Bedeutung für den Arbeiterstand. Rede gehalten am 5. Juni 1893 in der Brauerei Dietrich zu Basel. 8 S. (Basel 1893). - III. Derselbe. Ein Wort an das "Blaue Kreuz" und Hrn. Oberpfarrer Dr. Wilhelm Martius in Dommitzsch in Torgau. 7 S. (Basel um 1895). - IV. Derselbe. Was sollen wir trinken? 8 S. (Basel um 1895). - V. August Forel. Bewährte Mittel zur Bekämpfung des Trinkelends. 24 S. Bremerhaven und Leipzig, C. G. Tienken, 1892. - VI. Derselbe. Die Trinksitten ihre hygienische und soziale Bedeutung. Ihre Beziehungen zur akademischen Jugend. 31 S. Basel, L. Reinhardt (1890). - VII. Wilhelm von Speyr. Aus den Erfahrungen eines Irrenarztes. Zweite Auflage. 26 S. Bern, W. Kaiser, (1893). - VIII. Justus Gaule. Wie wirkt der Alkohol auf den Menschen? 16 S. Bremerhaven und Leipzig, C. G. Tienken, 1892. - IX. Derselbe. Der Lebensgenuß ohne Alkohol. 30 S. Bern, W. Kaiser, (1893). - X. August Forel. Die Reform der Gesellschaft durch die völlige Enthaltung von alkoholischen Getränken. 8 S. Bremerhaven, C. G. Tienken, 1891. - XI. A. Frick. Der Einfluß der geistigen Getränke auf die Kinder. 24 S. Basel, L. Reinhardt, 1894. - XII. Heinrich Kesselring. Der Alkohol im Verhältnis zum öffentlichen Wohlstand und zur öffentlichen Sitte. 16 S. Bremerhaven und Leipzig, C. G. Tienken, 1892. - XIII. Otto Lang. Alkoholgenuß und Verbrechen. 32 S. Ebenda 1892. - XIV. Wilhelm Weiß. Die Aufgabe der Schule im Kampfe gegen den Alkoholismus16 S. Basel, Reinhardt und Sohn, 1896. - XV. W. Weiß. Jugend und Lebensfreude ohne Alkohol. 16 S. Bremerhaven und Leipzig, C. G. Tienken, 1896. - XVI. Eugen Bleuler. Alkohol in öffentlichen Anstalten und in der Wohlthätigkeit. 11 S. Bremerhaven und Leipzig, C. G. Tienken, 1895. - XVII. A. Smith. Welche Stellung sollen wir Aerzte der Alkoholfrage gegenüber einnehmen? 15 S. Basel, Reinhardt und Sohn, 1895. - XVIII. A. Fick. Studenten und Abstinenz. 14 S. Basel, L. Reinhardt, 1894. - XIX. A. Ming. Der Bauer und die Abstinenz. 15 S. (Basel um 1895). - XX. Charlotte A. Gray. Der Einfluß der Frau im Kampfe gegen den Alkoholismus. 16 S. Bremerhaven und Leipzig, C. G. Tienken, 1892. - XXI. Anna Bayer. Wir Frauen und der Alkoholismus. 23 S. (Basel um 1895). - XXII. Harald Marthaler. Charakterbildung und Alkoholismus. 19 S. (Basel um 1895). - XXIII. §11. 20 S. (um 1895). – Häufig mit den Verlagsbroschuren. Papierbedingt gebräunt. – Dabei: A. Baer. Alcoholismus seine Verbreitung und seine Wirkung auf den individuellen und socialen Organismus sowie die Mittel, ihn zu bekämpfen. 621 S. Leinen d. Z. (berieben, Rücken verblasst). Berlin, August Hirschwald, 1878. - Hirsch-Hübotter I, 283. - Erste Ausgabe. Baer (1834-1908) war Oberarzt am Strafgefängnis Plötzensee und Bezirks-Physikus in Berlin. - Titel mit Signaturen und Stempeln, ehemaliges Bibliotheksexemplar.
Arnaud de Ronsil, Georg
Anatomisch-Chirurgische Abhandlung über die Hermaphroditen
Los 203
Zuschlag
300€ (US$ 313)
Arnaud (de Ronsil), Georg. Anatomisch-chirurgische Abhandlung über die Hermaphroditen. Aus dem Französischen übersetzt. 2 Bl., 116 S. Mit 6 Faltkupfern. 20 x 16,5 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Straßburg, Amand König, 1777.
VD18 14386585-001. Vgl. Wellcome II, 58 und Blake 19 (beide nur die englische Ausgabe 1750). Hirsch-Hübotter I, 205. Nicht bei Waller. – Erste deutsche Ausgabe der zuerst 1750 in London erschienenen Dissertation des bedeutenden französischen Anatomen Georg Arnaud de Ronsil (gest. 1774). Die vorliegende deutsche Übersetzung basiert auf der ersten Veröffentlichung in französischer Sprache, die 1768 im ersten Teil von Arnauds Memoires de Chirurgie erschien, ebenfalls in London. Seine Forschungsergebnisse präsentierte Arnaud de Ronsil bereits 1733 in Paris bei einer Versammlung der Königlichen Akademie der Chirurgie. Enthält laut Vorwort "alles Vorzügliche, was die Geschichte der Hermaphroditen betrifft", darunter auch zahlreiche Beobachtungen, die sich verstreut in medizinischen Werken finden und nicht als separate Abhandlungen erschienen. U. a. auch die Geschichte des in Fachkreisen berühmten Hermaphroditen Michel Anne Drouart, der in den 1750er und 60er Jahren als lebendes Forschungsobjekt herumgereicht wurde und dessen hermaphrodite Merkmale auf Tafel VI zu sehen sind. – Titel verso gestempelt, nur gering finger- oder braunfleckig, Vorsatz mit Blattausschnitt sowie hs. Leiheinträgen. Ausgesondertes Bibliotheksexemplar.
Bauhin, Caspar
De hermaphroditorum monstrosorumque partuum natura
Los 204
Zuschlag
850€ (US$ 885)
Die erste Monographie über Hermaphroditen
Bauhin, Caspar. De hermaphroditorum monstrosorumque; partuum natura ex Theologorum, Iureconsultorum, Medicorum, Philosophorum, & Rabbinorum sententia. Libri duo. 36, 572 S., 2 w. Bl., S. (573)-594, 1 Bl. Mit gestochener Titelbordüre und verso gestochenem Portrait, typographischem Diagramm, gestochener Falttafel und 5 blattgroßen Textkupfern von Johann Theodor de Bry. 16 x 10 cm. Pergament d. Z. (leicht fleckig, mit einigen kleinen Wurmlöchern, obere Kante des VDeckels etwas stärker beschabt; mit hs. RTitel und ohne die Schließbänder). Oppenheim, Hieronymus Galler, 1614.
VD17 14:019477V. Krivatsy 940. Wellcome I, 733. Waller 780. Hirsch-Hübotter, I 383. Caillet 846. – Früheste nachweisbare Ausgabe der ersten umfangreichen, das ganze bis dahin bekannte Material zusammenführenden Kompilation über Hermaphroditen, mit den häufig fehlenden Kupfern von Johann Theodor de Bry im Anhang. Ein Exemplar der bei Hirsch-Hübotter wohl irrig genannten früheren Ausgabe Frankfurt 1604 konnte über den KVK nicht nachgewiesen werden, ebenso keines einer Ausgabe Frankfurt 1600 bei Matthäus Becker, wie das Impressum auf der gestochenen Titelbordüre vermuten ließe. Ein Nachdruck erschien 1629 in Frankfurt bei Matthäus Merian, allerdings ohne Kupfer. – Zehn Textblatt im unteren Rand gestempelt, weitere sechs (darunter eines mit einem Kupfer) an gleicher Stelle mit (teils angestücktem) Blattabschnitt (kein Text- oder Bildverlust). Die Seite 580 für das Kupfer Nr. IV wie gewöhnlich unbedruckt. Durchgehend gebräunt und braunfleckig, Titel mit kleinem hs. Eintrag, das Schlussblatt mit den Sphalmata etwa zu 1/3 mit alt angestücktem Blattabschnitt im unteren Rand. Das Faltkupfer mit zwei kleinen Falzeinrissen. - Selten.
Brandis, Joachim Dietrich
Anleitung zum Gebrauche des Driburger Bades
Los 206
Zuschlag
180€ (US$ 188)
Brandis, J(oachim) D(ietrich). Anleitung zum Gebrauche des Driburger Bades und Brunnens. Nebst einer kurzen Beschreibung der dortigen Anlagen und Gegend. X, 225 S. Mit gefalteter Kupfertafel. 16 x 10 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben, Gelenke etwas beschabt, oberes Kapital leicht bestoßen) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Münster, F. Theissing, 1792.
VD18 11444665. Blake S. 63. Vgl. Hirsch-Hübotter I, 677. Poggendorff I, 279. – Einzige Ausgabe der seltenen balneologischen Schrift des Driburger Brunnenarztes und Hildesheimer Sanitätsrats Joachim Dietrich Brandis (1762-1845). Die Tafel zeigt den lokalen Gesundbrunnen. – Schwach gebräunt, Titel mit kleiner Ziffernsignatur, sonst wohlerhalten. Schöner Unger-Druck auf festem Bütten.
Carus, Carl Gustav
Versuch einer Darstellung des Nervensystems und insbesondere des Gehirns nach ihrer Bedeutung, Entwicklung und Vollendung im thierischen Organismus
Los 209
Zuschlag
180€ (US$ 188)
Carus, Carl Gustav. Versuch einer Darstellung des Nervensystems und insbesondere des Gehirns nach ihrer Bedeutung, Entwicklung und Vollendung im thierischen Organismus. X, 1 Bl., 322 S. Mit 6 (von 7) Kupfertafeln. 25 x 21,5 cm. Leder d. Z. (beschabt) mit goldgeprägtem RTitel. Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1814.
Sudhoff 354 S. Gurlt-Wernich 847 S. f. – Erste Ausgabe. – Teils stock- und fingerfleckig, mit hs. Notizen.
Charcot, Jean-Martin und Richter, Paul
Les difformes et les malades dans l'art
Los 210
Zuschlag
340€ (US$ 354)
Charcot, Jean-Martin und Paul Richter. Les difformes et les malades dans l'art. VI, 1 Bl., 162 S. Mit zahreichen Textabbildungen. 33 x 25,4 cm. OBroschur (gebräunt, an den Kapitalen teils abgelöst, unteres Kapital mit Fehlstelle) mit Deckel- und Rückentitel und Pergamentpapierumschlag (randrissig, kleine Fehlstellen). Paris, Lecrosiner et Babé, 1889.
Garrison-Morton 6605. – Erste Ausgabe. Jean Martin Charcot (1825-1893) war ab 1862 Chefarzt an der Pariser Salpêtrière. Charcot sammelte seit seiner Jugend historische Darstellungen von Hysterie-Patienten und wandte als einer der ersten das Medium Fotografie als Methode zur Dokumentation von Krankheitssymptomen an. Berühmtheit erlangte er vor allem durch die fotografischen Darstellungen seiner Patientin Augustine in hysterisch-ekstatischen Posen. Das vorliegende Werk verfasste Charcot zusammen mit Paul Richter (1849-1933). Es enthält eine Geschichte der Darstellung von einzelnen Krankheitsbildern und Defomierungen in unterschiedlichen Kunstrichtungen, z. B.: "Les grotesques", "Les malades", "Les nains", "Les bouffons", "Les idiots" etc." Die Abbildungen zeigen u. a. Gemälde, antike Skulpturen und Reliefs. – Durchgehend gebräunt, Lagen teils gelockert, unbeschnitten. Erste Seiten am oberen Rand fleckig.
Mit Autograph
Dieffenbach, J(ohann) F(riedrich). Ueber die Transfusion des Blutes und die Infusion der Arzeneien. 1 Bl., 114 S. 20 x 12,5 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (berieben und etwas bestoßen). Berlin, o. Dr., 1833.
Erste Buchausgabe der bedeutenden Abhandlung des Förderers und Historiographen der Bluttransfusion Johann Friedrich Dieffenbach (1792-1847); der Erstdruck erschien im selben Jahr in Band IX von Johann Nepomuk Rusts Handbuch der Chirurgie (Seiten 588-698). Druck auf festem Velin. Mit montiertem eigenhändigem Brief des Verfassers an einen nicht bekannten Empfänger, dem er ein Exemplar des Drucks übereignet, datiert 9. Mai 1833. – Etwas stockfleckig, Titel verso gestempelt, das Autograph mehrfach gefaltet.
Ellis, Havelock und J. A. Symonds
Das konträre Geschlechtsgefühl
Los 213
Zuschlag
480€ (US$ 500)
Ellis, Havelock und J. A. Symonds. Das konträre Geschlechtsgefühl. Deutsche Original-Ausgabe besorgt unter Mitwirkung von Dr. Hans Kurella. 1 Bl., XVI, 308 S. 18,5 x 12,5 cm. OLeinen (etwas berieben) mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel sowie KGoldschnitt. Leipzig, Georg Wigand, 1896.
Bibliothek für Socialwissenschaft, Band VII. HVH 338. – Erste deutsche Ausgabe der wichtigen sexualreformerischen Abhandlung, erschien noch vor der englischen Ausgabe im Jahr 1900. Wohl die früheste Schrift, die sich gegen die Pönalisierung von Homosexualität richtet und das "konträre Geschlechtsgefühl" nicht als Krankheit betrachtet. Havelock Ellis (1859-1939) gehört gemeinsam mit den Deutschen Carl Heinrich Ulrichs und Magnus Hirschfeld zu den Begründern der Sexualwissenschaft. Die fünf Hauptkapitel behandeln: I. Geschichte der Lehre von der sexuellen Inversion. - II. Die Homosexualität in Griechenland. - III. Das konträre Geschlechtsgefühl beim Manne. - IV. Die sexuelle Inversion beim Weibe. - V. Theorie der geschlechtlichen Inversion. Im Anhang auch ein Kapitel über "Homosexualität unter Vagabunden". – Titel gestempelt (ehemaliges Exemplar aus der Bibliothek des bischöflichen Ordinariats Berlin). Sonst wohlerhalten.
Freud, Sigmund. Das Unbehagen in der Kultur. 136 S. 19 x 13,5 cm. Gelber OLeinenband (etwas fleckig). Wien u. a., Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1930.
Meyer-Palmedo/Fichtner 1930 a. Grinstein 10619. – Erste Ausgabe. – Vord. fl. Vorsatz mit Exlibris; Titelblatt mit kl. Letternstempel; Gutes Exemplar.
Hundt, Magnus. Ein nützliches Regiment, sampt dem bericht der Ertzney, wider etliche kranckheit der Brust, und besonderlich wider den Husten, Brustseuche, und bschwerung des athems. Darbey ein kurtzer Bericht, wider die beschwerung des Haupts, unnd Schwindel. Auch ein sehr tröstlich regimentlin, wider die verdrießliche und ungehorsame kranckheit des Podegrams, die man den Ziprian nennet. XXXIIII S., 2 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 19,5 x 15 cm. Pergament d. Z. (stärker fleckig, berieben und bestoßen) mit hs. Exlibris auf dem VDeckel. Frankfurt, Hermann Gülfferich, 1549.
VD16 H 5921. Durling 2507. Vgl. Hirsch-Hübotter III, 342. – Zweiter Druck der zuerst 1529 in Leipzig bei Valentin Schumann erschienenen pulmologischen Schrift des Magdeburger Arztes Magnus Hundt (1449-1519), "in welche(r) sich Nachrichten über einige der damals herrschenden Krankheiten, besonders über den englischen Schweiss und Syphilis, finden" (H.-H.). – Blatt Bii mit Eckabriss (minimaler Buchstabenverlust), Blatt Eii mit Randeinriss (3 cm). Etwas stock- und fingerfleckig, das Schlussblatt mit Tintenflecken. Vereinzelte Marginalien. – Vorgebunden: David Herlitz. Consilium politico-physicum. Gründliches Bedencken, und getrewer Rath, was eine Stadt, in welcher, den vorgangenen Herbst, die Pest ein wenig angefangen, künfftigen Frühling, in den Gassen oder Strassen fürnehmen solle. Alles gantz new, zum theil auß eigener practica zum theil aus den fürtrefflichsten, gelehrtesten und berühmbtesten Medicis, Arabischer, Griechischer, Lateinischer, und Deutscher Sprachen zusammen getragen. 4 Bl., 144 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit Textholzschnitt. Frankfurt an der Oder, Friedrich Hartmann für Martin Guth, 1621. - VD17 23:293858R. Krivatsy 5513. Vgl. Hirsch-Hübotter III, 183. - Erste Ausgabe der Pestschrift des aus Zeitz stammenden Astrologen und Mediziners David Herlitz (1557-1636), die neben eigenen Arbeiten auch aus zahlreichen fremdsprachlichen Quellen schöpft. Spätere Ausgaben erschienen 1623, 1627 und 1680. Die meisten seiner insgesamt rund 50 Schriften behandeln Astrologie, sein weit verbreiteter Astrologischer Kalender von 1584-1636 wurde in alle europäischen Sprachen übersetzt. "Auch seine medicinischen Schriften sind mit den abergläubischen Anschauungen der damaligen Zeit innig verquickt" (H.-H.). - Mal mehr, mal weniger gebräunt und braunfleckig, Titel mit kleiner Fehlstelle im Seitenrand. - Nachgebunden: Hieronymus Seiller. Von den Flüssen des Haupts, und dero ursachen, wie sich dafür zu hütten, Auch wie solchen, so wol anderen beschwerungen, so von den Flüssen verursacht werden, mit verleihung Göttlicher gnad, abzuhelffen. 45 (statt 62) Bl. Lignitz, Nicoalus Schneider, (1621). - VD17 23:639825P. - Fragment, es fehlen die Blatt Aii, Aiii sowie zahlreiche Blatt am Schluss. - Stellenweise stärker fleckig. - Vorgebunden: (Adrien Ziegler. Pharmacopoea spagyrica). 141 S., 5 Bl. Ohne Kupfertitel. Zürich, Hardmeier, 1616 oder Zürich, Bomer, 1628. - VD17 23:639947X oder VD17 15:743746H. - Es fehlen die zehn Blatt Vorstücke inkl. Kupfertitel. Stärker fleckig.
Kalmus, Ernst. Ein geisteskranker Dokumentenfälscher. Sonderdruck aus dem Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik Band LXIV, S. (271)-283. 22 x 15,5 cm. OBroschur (etwas fleckig, gestempelt und mit hs. Einträgen, Mittelknickfalte). Leipzig, F. C. W. Vogel, 1915.
Seltener Separatabdruck aus dem Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik über einen Fall von gefälschter "Legitimation" zur Ausstellung von Passierscheinen, der sich während der Mobilmachung im August 1914 in Bregenz zugetragen hat. Der Prager Psychiater und Sozialhygieniker Ernst Kalmus (1869-1942) war u. a. Assistent am Gerichtsmedizinischen Universitätsinstitut in Prag, wo er sich mit Irrenfürsorge und Entmündigungsverfahren beschäftigte. Er starb am 26. Oktober 1942 in Auschwitz. – Mittelknickfalte, obere Ecke gestaucht.
Luys, Jules Bernard
Leçons cliniques sur les principaux phénomènes de l'hypnotisme dans leurs rapports avec la pathologie mentale
Los 220
Zuschlag
160€ (US$ 167)
Luys, Jules Bernard. Leçons cliniques sur les principaux phénomènes de l'hypnotisme dans leurs rapports avec la pathologie mentale. XV, 287 S. Mit 13 teils fotografischen Tafeln. 24 x 15,3 cm. Halbleinen d. Z. (Kapitale und Kanten berieben, Ecken stark bestoßen) mit RTitel. Paris, Georges Carré, 1890.
Nicht bei Garrison-Morton. – Erste Ausgabe. Das vorliegende Werk enthält 7 Vorlesungen, die Jules Bernard Luys (1828-1897) am Pariser Hôpital de la Charité gehalten hat. Luys ist vor allem für seine Forschungen im Bereich der Neuropsychiatrie bekannt. Die Tafeln zeigen zumeist Personen in unterschiedlichen Hypnosephasen bzw. -zuständen. – Durchgehend leicht gebräunt. Vereinzelt leicht stockfleckig. Fliegendes Vorsatzblatt mit Namenszug.
Luys, Jules Bernard
Recherches sur le système nerveux cérébro-spinal sa structure
Los 221
Zuschlag
400€ (US$ 417)
Luys, Jules Bernard. Recherches sur le système nerveux cérébro-spinal sa structure, ses functions et ses maladies. Text- und Atlasband, in 2 Bänden. XV, 660 S.; 80 S. Mit 40 kolorierten lithographischen Tafeln. 25 x16 cm. Modernes Halbleinen (Textband; Ecken bestoßen; Originalbroschur beigebunden) bzw. Halbleinen d. Z. (Atlas; Kapitale und Kanten berieben, Ecken bestoßen). Paris, Jean-Baptiste Baillière 1865.
Garrison-Morton 1402. – Erste Ausgabe der Abhandlung des französischen Neurologen Jules Bernard Luys (1828-1897), in welcher er zum ersten Mal die Struktur des "Subthalamus nucleus" schildert und damit das Wissen der Zeit über die einzelnen Funktionen des Thalamus begründet. Eines von nur wenigen Exemplaren, bei dem der Atlasband koloriert wurde (mit enstprechendem zusätzlichem Stempel auf dem Vorderdeckel). Den kolorierten Lithographien liegen Zeichungen Luys' zu Grunde. – Textband unbeschnitten. Leicht stockfleckig, eine Lage stärker gebräunt, Block stellenweise angebrochen. Atlasband durchgehend stockfleckig, eine Tafel lose, flieg. Vorsatzblatt mit mittiger Fehlstelle, Spiegel mit Exlibris.
(Meune, Edilbert). Geistlicher Hebammenunterricht zum Gebrauch der christlichen Hebammen sowohl, als der Seelsorger, die ihnen solchen zu ertheilen haben. Verfaßt von einem Landpfarrer der Dioeces Regensburg. VI, 80 S. 18 x 10 cm. Pappband d. Z. (etwas fleckig). Augsburg, Chr. Kranzfelder, 1802.
Einzige Ausgabe. Mit einem Kapitel "Besondere Erinnerungen für die Hebamme bey unehelich Gebährenden", das mit dem Satz beginnt: "Sey nicht minder willfährig, unehelich Gebährenden beyzuspringen, als Andern" (S. 71). – Mit einem längeren Geschenkvermerk einer Hebamme auf dem vord. fl. Vorsatz (datiert 1854). - Etwas gebräunt.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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