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Lose pro Seite


Mann, Katia
Brief Jan. 1956
Los 2091

Zuschlag
80€ (US$ 92)

Details

- Mann, Katia, geb. Pringsheim, Ehefrau und Managerin des Dichters (1883-1980). Eigh. Brief m. U. "Katia Mann" und Umschlag. 3/4 S. Gr. 8vo. Kilchberg am Zürichsee (4.VII.1956).
Handschriftlich an Emmi Wintermann. "... Es war ausserordentlich freundlich von Ihnen, dass Sie bei Ihrer Durchreise nach Davos so liebevoll meiner gedachten. Die schönen Nelken haben mich sehr erfreut ...". - Beiliegend ein masch. Billet m. U. "Katia Mann" an einen Herrn: "... anbei ein bescheidener Scherf, zu dem hoffentlich noch weitere kommen ..." (Kilchberg 20.III.1975).

Lot 2093, Auction  111, May, Karl, Manuskript 1903

May, Karl
Manuskript 1903
Los 2093

Zuschlag
2.600€ (US$ 2,989)

Details

May, Karl, Reise- und Abenteuerschriftsteller (1842-1912). Eigh. Manuskript. 31/2 S. auf 4 Bl. Gr. 8vo. Radebeul, Villa "Shatterhand", 25.II.1903.
Konzept eines Dankschreibens an die "lieben Gratulanten" zu seinem 61. Geburtstag. Der zunächst wie Prosa wirkende Text erweist sich bei genauerer Lektüre großenteils als Versdichtung in fünffüßigen Jamben: "'Der Reiseschriftsteller Karl May ist todt, ist moralisch todt, ist litterarisch todt, ist mausetodt! Hierüber giebt es keinen Zweifel! Er wird nie wieder auferstehen!' So habe kürzlich ein gewaltig kluges Blatt behauptet, wurde mir gesagt. Mit welchem Rechte und aus welchen Gründen? Ein christlicher Augurenknabe hat in dem ewgen Rom ein Wunderwerk vollbracht. Der Ruf der heilgen Käuze machte ihn besorgt um Deutschlands Seele. Er schlachtete sich selbst als Opferschaf, sah im Gedärm und in der Leber nach und sprach dann im Verenden jenes Wort, an dem nur Tiberschafe, nicht deutsche Männer sterben. Was für ein Blatt mag es gewesen sein, das anzunehmen wagt, daß so ein Schaf auch nur den kleinsten deutschen Geist vernichten könne?! ...". Jener ihm zugesprochene "Todt" trage vielmehr "die schmucke Uniform der deutschen Postbeamten und hat mir schon am Morgen gratulirt, indem er mir ein langes Leben wünschte. Es läutet fort und fort an meiner Thür, mir eine Fülle lieber Gaben bringend, die stündlich wächst, weil meine Leser wissen, daß heut Geburtstag ihres besten Freundes ist ... Wie stolz ich bin! Nicht etwa auf mich selbst, nein, sondern auf die Treuen, die in sich ihres Volkes Seele fühlen, für die ich schrieb und weiterschreiben werde ... Ob einundsechzig Jahre alt, ich fühle mich so jung, als ob ich eng verwandt mit jener Jugend sei, die sich am Ideal von Tag zu Tag erneuert und unserm Geiste Himmelsflügel leiht. Um dieser Ideale willen hat man mich todtgesagt ... Ich liefre meine Feder Keinem aus, der sie und mich zum Schweigen bringen möchte. Ich schreibe nicht an 'Mord- und Raubgeschichten', doch schreib ich allerdings von Mord und Raub, vom Mord und Raub an unsrer deutschen Seele. Man hat mein 'Ich' bisher noch nicht verstanden. Man glaubt, es 'schwatze' nur zu Unterhaltung. Doch über eine kleine, kurze Weile wird des 'Geschwätzes' Sinn begriffen werden ...". - Der Brief, der sich zusehends in Polemik verliert, fand sicherlich zumindest beim Verleger, vielleicht auch beim Autor selbst, letztlich keinen Beifall, so daß er fallengelassen wurde und zu Mays Lebzeiten ungedruckt blieb (heute in Band 81, "Abdahn Effendi", der Gesammelten Werke enthalten). Es erschien ein neues, sehr viel positiveres Rundschreiben mit demselben Datum, aber einem völlig anderen Text (siehe die folgende Nummer). - 2 Bl. mit Büroklammer-Rostspur; geringfügige Randschäden.

Lot 2094, Auction  111, May, Karl, Rundschreiben mit eigh. Zusätzen

May, Karl
Rundschreiben mit eigh. Zusätzen
Los 2094

Zuschlag
400€ (US$ 460)

Details

- Eigh. Zusätze und zweimalige Unterschrift "May" auf einer gedruckten Danksagung an die Gratulanten zu seinem 61. Geburtstag. 4 S. Auf unbeschnittenem Maschinenbütten. Gr. 4to. Radebeul 25.II.1903.
Nachdem die zuerst geplante Danksagung (siehe die vorige Katalognummer) verworfen worden war, verschickte Karl May das vorliegende gedruckte Rundschreiben "An meine lieben Gratulanten" (21/2 S.), das sich noch intensiver an seine Leser wendet und ohne Polemik für sein Ideengut wirbt und wahrscheinlich nur in kleiner Auflage erschienen ist. Bemerkenswert ist, daß auch hier der größte Teil des Textes in gebundener Sprache vorliegt (fünffüßige Jamben, wie sie sich um diese Zeit auch in dem "Silberlöwen"-Roman finden), auch wenn dies im Druckbild nicht zu erkennen ist. Vielleicht hatte er ursprünglich vor, auch typographisch die Gedichtform zu kennzeichnen. Das Ganze wäre dann aber sehr viel umfangreicher, Herstellung und Versand teurer geworden. Neben weltanschaulichen Bekundungen betreibt May auch geschickt Werbung für seine nächsten Bücher: "... Ihr habt sie wohl verstanden, diese Seele, wenn sie aus meinen Büchern zu Euch sprach. Ihr werdet sie gewiß auch heut verstehen, obgleich sie Euch nur bittet: Habt Geduld! Es giebt noch viel, was ich zu sagen habe. Wir sind ja kürzlich erst von Basra aufgestiegen und wohnen in des Ustad 'hohem Hause'. Nun hab ich Euch zum Alabasterzelt zu führen, damit Ihr 'Geist' und 'Seele' kennen lernt. Auch wartet man 'Im Jenseits' noch auf Euch. Ist Marah Durimeh bei Euch vergessen? Sie hat Euch jenes Räthsel noch zu lösen, an dem so mancher scharfe Geist vergeblich sich versucht. Und dann der kühne Sprung zum 'fernen Westen', wo des Apatschen Testament im See begraben liegt. Wollt Ihr mir helfen, es herauszuholen? Ich weiss ja, dass mein Winnetou noch lebt; er lebt ... in Euren Herzen! ...". - Am Schluß, auf Seite 3, hat May dann wohl immer persönlich unterzeichnet, so auch hier mit "Dank und Gruß! May". Bei unserem Exemplar hat er jedoch auch auf der vierten Seite weitere eigenhändige Zeilen hinzugefügt: "Ihnen will ich doch noch eine Zeile extra schreiben. Ich danke Ihnen herzlich! Ich sende Ihnen noch einige Exemplare dieses Briefes. Bitte, theilen Sie sie an Ihre Freunde aus, damit man wenigstens einmal zu ahnen beginne, wie meine Bücher gelesen werden sollten! Ihr alter May". - Der gedruckte Text erschien in stark bearbeiteter Fassung erstmals in Band 49 ("Lichte Höhen", 1956) der Gesammelten Werke, die Originalfassung erst in Band 81 ("Abdahn Effendi"). - Die Querfalten eingerissen.

May, Karl
Brief 1893
Los 2095

Zuschlag
800€ (US$ 920)

Details

- Eigh. Brief m. U. "Dr. Karl May". 3 S. Gr. 8vo. Oberlössnitz-Dresden, Villa "Agnes", 26.I.1893.
An den deutsch-baltischen Gutsverwalter Jaskowiak auf Gut Rosen in Mitau (Kurland, heute Lettland), der u. a. Übersetzungsmöglichkeiten von Mays Werken ins Russische gefragt hatte. Der Autor antwortet ausführlich: "... Sie brauchen keinen 'Deutschen Hausschatz' zu kaufen, denn es erscheinen jetzt meine Werke, auch die, welche nicht im 'Hausschatz' standen, in Buchform bei F. E. Fehsenfeld, Freiburg in Baden ... Bis jetzt sind die ersten sechs Bände erschienen. Wenn Sie diese gelesen haben, werden Sie beurtheilen können, ob sie sich zur Ueberstzung in das Russische eignen. Es ist noch keines meiner Werke in diese Sprache übersetzt worden, und bin ich recht gern erbötig, mit Ihnen darüber in Unterhandlungen zu treten. Vielleicht haben Sie die Güte, mir mitzutheilen, wo und bei welchem Verlagsbuchhändler oder in welcher Zeitung Sie die Uebersetzung erscheinen lassen wollen. Das ist die Hauptsache ... Um doppelte Honorare zu erzielen, pflegt man solche Werke erst in einer großen Zeitung und dann in Buchform drucken zu lassen. Vielleicht ist es mir möglich, Ihrer gütigen Einladung Folge zu leisten und mich Ihnen persönlich vorzustellen, und werden wir dann gewiß einen Auerochsen schießen ...". - Auf der vierten Seite des Doppelblattes unter der Überschrift "Auf tausende von Anfragen" gedruckte Werbung für Mays Werkausgabe bei Fehsenfeld. - Interessant ist die Erwähnung der Auerochsenjagd am Schluß des Briefes. In der autobiographischen Humoreske "Freuden und Leiden eines Vielgelesenen" (1896) schreibt Karl May von einem Brief "aus dem Kaukasus, wohl wieder eine Einladung zur Auerochsenjagd". Dies hielt man für eine Erfindung Mays, doch wird es durch diesen Brief bestätigt, auch wenn es sich nicht um den Kaukasus, sondern um Kurland handelt. - Gebrauchsspuren; die durchgetrennte Querfalte mit Transparentpapier repariert.

Lot 2096, Auction  111, May, Karl, Brief (Billet) 1898 + Beilage

May, Karl
Brief (Billet) 1898 + Beilage
Los 2096

Zuschlag
750€ (US$ 862)

Details

- Eigh. Brief m. U. "Dr. Karl May". 2/3 S. Gr. 8vo. Radebeul 18.V.1898.
Kurzer Brief an einen "lieben, jungen Freund". "... Ich sage Ihnen Dank für Ihre Zeilen und sende Ihnen ein kleines Andenken aus Jerusalem ...". - Das Andenken besteht aus einem Kärtchen (10,5 x 6,7 cm) mit Aufdruck "Blumen von Jerusalem. Geruht auf dem hl. Grabe". Zwischen diesen Zeilen ein aus Trockenblumen hergestelltes Bildchen: ein von Blumen und Kräutern umgebenes Kreuz - eines der an Palästina-Reisende verkauften Andenken, wie sie auch als Zedernholz-Alben mit dem Titel "Blumen aus dem Heiligen Lande" vertrieben wurden. Rückseitig von Karl May eigenhändig beschriftet: "Kara Ben Nemsi Effendi Dr. Karl May". Der Autor suggeriert hier, daß der Ich-Erzähler aus "Durch die Wüste" identisch mit dem realen Karl May sei. - Das Andenken aus Jerusalem verschickte er auch bereits 1898, obwohl er erst 1899 auf seiner Orientreise erstmals Jerusalem besuchte. - Der Brief auf der letzten Seite mit dem Abdruck einer "Ergebensten Bitte" um Nachsicht, wenn der Autor wegen seiner vielen Reisen auf Zuschriften nicht immer sofort antworten könne. "... Und bei den innigen Geistes- und auch seelischen Beziehungen, in welche sich meine freundlichen Leserinnen und Leser zu mir gestellt haben, würde es mir sehr lieb sein, wenn ich recht oft durch Beilegung der Photographie für mein Leser-Album erfreut würde." - Kleine Einrisse an der Querfalte.

May, Karl
Ansichts-Postkarte April 1899 aus Ägypten
Los 2097

Zuschlag
550€ (US$ 632)

Details

- Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Dr. Karl May" auf der Bildseite. 1/2 S. (Kairo, April 1899).
Von Mays Orient-Reise an den Studenten Walther Weber in Leipzig. "Die herzlichsten Grüße aus Egypten sendet Ihnen Ihr Dr. Karl May". Geschrieben neben dem kleinen Foto eines Dampfschiffes auf dem Suez-Kanal. - Walther Weber gehörte, ebenso wie Max Welte und Johannes März, ab ca. 1897 zum engeren Freundes- und Bekanntenkreis Karl Mays. Er stand auch noch lange nach Mays Tod in Verbindung zu dessen Witwe Klara May. - Ein sehr kleiner Eck-Abriss.

May, Karl
Ansichtskarte Mai 1899 aus Ägypten
Los 2098

Zuschlag
440€ (US$ 506)

Details

- Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Dr. Karl May" auf der Bildseite. 1/2 S. (Kairo, Mai 1899).
An den Studenten Walther Weber in Leipzig. "Freundlichen Gruß aus Egypten! Dr. Karl May". - Geschrieben unter dem gedruckten Foto einer ägyptischen Tänzerin, im Halbkreis umgeben von zwei Musikern und drei sitzenden Frauen. - Weber gehörte ca. ab 1897 zum engeren Freundes- und Bekanntenkreis des Ehepaars May. - Die Adress-Seite etwas tintenfleckig.

May, Karl
Ansichtskarte 1899 aus Ceylon
Los 2099

Zuschlag
440€ (US$ 506)

Details

- Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Ihr May" auf der Bildseite. (Colombo, Ceylon, Okt. 1899).
An den Studenten Walther Weber in Leipzig. "Gehe von hier nach Sumatra. Es gilt das Glück von 5 Menschen. Herzlichen Gruß! Habe großartiges Goldlager entdeckt. Ihr May". Geschrieben unter dem gedruckten Foto einer Tee-Plantage mit zahlreichen Pflückerinnen. - Weber gehörte ca. ab 1897 zum engeren Freundes- und Bekanntenkreis des Ehepaars May.

Lot 2100, Auction  111, Mérimée, Prosper, Brief an einen Buchdrucker

Mérimée, Prosper
Brief an einen Buchdrucker
Los 2100

Zuschlag
150€ (US$ 172)

Details

Mérimée, Prosper, franz. Schriftsteller und Übersetzer, lieferte mit der Erzählung "Carmen" die Vorlage für Bizets Oper (1803-1870). Eigh. Brief m. U. "P. Mérimée". 1 S. Gr. 8vo. Cannes 19.II. (1869).
An einen Buchdrucker, der ihm die Korrekturfahnen seiner Turgenjew-Übersetzung geschickt hatte. "... Je vous les enverrai demain, mais ce sont les corrections de M. Tourguenef qui sont les plus importantes. Il y a en outre quelques notes qu'il doit ajouter, si bien qu'il me paraît impossible de faire paraître la nouvelle avant le 15 Mars. J'ai prévenu Tourguenef qui attend vos épreuves. Son Adresse est à Weimar, Gd. Duché de Saxe Weimar, Hotel de Russie ...".

Mistral, Frédéric
Eigenh. Brief
Los 2101

Zuschlag
100€ (US$ 115)

Details

"Vous avez l'âme orphique et évangélique"
Mistral, Frédéric, provenzalischer Dichter, der 1904 den Nobelpreis für Literatur bekam (1830-1914). Eigh. Brief m. U. 21/2 S. auf Doppelblatt. 8°. Maillane 20.I.1911.
Brief an einen Dichterkollegen in Palermo, möglicherweise Virgilio Lo Sardo (?), dem er mit poetischen Worten für die Zusendung von dessen Gedichten dankt: "... c'est la fontaine d'Aréthuse qui, de ses flots limpides, envahit ma maison et mon admiration. Et c'est l'azur profond du ciel de Sicile et de Théocrite qui m'illumine de sa vision divine. Vous avez l'âme orphique et évangélique ensemble et vos inspirations, très doucement humaines, sont traduits dans la forme la plus pure de la jeune poésie italienne. Je lirai et relirai vos belles oeuvres à mon loisir! Et puis je déposerai ce riche envoi dans la bibliothèque municipale d'Avignon où il sera mieux en sécurité que dans la mienne, car j'ai 80 ans - et on ne sait jamais ce que deviennent les livres d'un poète, lorsqu'il part pour la vie éternelle...". – Seiten 1 und 4 etwas fleckig und angestaubt; geknickt.

Mörike, Eduard
Gedicht-Manuskript mit Zeichnung
Los 2102

Zuschlag
9.000€ (US$ 10,345)

Details

Mörike, Eduard, Lyriker und Erzähler (1804-1875). Eigh. Gedichtmanuskript mit eigh. Federzeichnung und Kommentar. 11/4 S. 8vo. (Wohl Cleversulzbach um 1835).
"Ich singe wie der Vogel singt, / Der bei der Fechtin wohnet; / Das Gröschlein das im Seckel klingt / Ist Lohn der reichlich lohnet / Was kümmern mich des Dichtervolks / Erhabne Leidenschaften / Ich wiege meinen Käse aus / Und zähle meine Haften." Die entsprechende Zeichnung zeigt einen Kaufmann in seinem Laden, der auf ein Stück Käse auf der Waage zeigt, während er mit der anderen Hand nach einer Tüte greift. Auf der Rückseite des Blattes gibt der Dichter die Erläuterung dazu: "Dieses Kunstwerk hab ich für Dich gemacht während man 126 f. für den H.[errn] V.[etter] zusammenpakte um sie nach B.[rettach] zu senden. Zeigts natürlich Niemand." - Der reizende Spottvers mit entsprechender Zeichnung ist auf einen seiner Gläubiger gemünzt, den Kaufmann August Leopold Fecht (1809-1837) in Brettach, einen angeheirateten Vetter zweiten Grades von Mörike (die Urgroßmutter seiner Frau war eine Schwester von Mörikes Großvater G. Möricke). Adolph Mörike, der Bruder des Dichters, war in Schulden geraten und wurde von Eduard und Charlotte Mörike unterstützt, die hierfür wiederum Kredite bei August Fecht aufnehmen mußten. - Etwas gebräunt. - 2 Beilagen: Ein gedrucktes und mit Stempel versehenes Eintrittskärtchen "Damen-Vorlesungen von Eduard Mörike" (4,8 x 7,8 cm). - Eine handschriftliche Mitteilung von Hermine Moerike (München, Januar 1930): "Die kleine Porzellanmalerei 'Handwerksbursche vor dem Wirtshaus' wurde mir im Sommer 1923 von meiner Tante, Fanny Hildebrand, geb. Mörike geschenkt. Das kleine Kunstwerk, sowie das beiliegende Zettelchen stammen von der Hand ihres Vaters, des Dichters Eduard Mörike. Beides verehre ich als Zeichen meiner Freundschaft dem Feuchtmayrschen Ehepaar. - Die Malerei ist hier nicht mehr vorhanden, aber auf dem Schreiben links oben aufgeklebt ist das erwähnte "Zettelchen": "Handwerksbursche ohne Geld". - Sehr hübsche und ungewöhnliche Reliquien aus Eduard Mörikes Leben.

Münchhausen, Carl Ludwig Frhr von
Brief 1831 an Herrn von Lützenau
Los 2103

Zuschlag
120€ (US$ 138)

Details

Münchhausen, Carl Ludwig A. H. von, hessischer Offizier und Schriftsteller, lernte den Dichter Johann Gottfried Seume in Amerika kennen und gab 1797 gemeinsam mit Seume deren "Rückerinnerungen" heraus (1759-1836). Eigh. Brief m. U. "E. M". Ca. 11/2 S. 4to. Egelen (Egeln bei Magdeburg?) 12.IV.1831. - Geschrieben auf der 3. und 4. Seite eines an ihn gerichteten Briefes eines Herrn von Lützenau in Wien (Wien 18.III.1831).
Herr von Lützenau hatte sich an den Freiherrn von Münchhausen mit der Bitte gewandt, einen Beamten zu finden, der in einem ständischen Archiv nach Urkunden sucht, die sich mit ehemaligen Abgaben für bestimmte Ländereien beschäftigen. Lützenau versuche, "bey dem ständischen Kataster die Rustical Fassion vom Jahr 1750, sowie den summarischen Extrait der Herrschaftlich Greinburgschen Fassion über den so genannten Amstedter Sommer-Traid-Zehent vom Jahr 1755 zu erhalten." Er bittet auch um Auskunft, wie man diesen Beamten bezahlen könne. - Münchhausen übersendet die gewünschten Urkunden, von denen zunächst einmal Kopien hergestellt wurden. Was die "Remunerirung" des Beamten betreffe, so soll Lützenau zunächst eine Aufstellung aller seiner Unkosten liefern, wonach dann eine angemessene Bezahlung ermittelt werden soll. Er erbittet auch noch Lützenaus Gutachten zu einer früheren Anfrage.

Musil, Robert
Brief 1936
Los 2105

Zuschlag
1.300€ (US$ 1,494)

Details

- Brief m. U. "Robert Musil". 1 S. Quer-gr. 8vo. Wien 23.IV.1936.
An (den nicht genannten) Kritiker und Feuilletonisten Dr. Viktor Polzer (eigentlich Pollitzer) in Wien, der auch als Übersetzer für den Zsolnay-Verlag tätig war. "... Ich habe mich verleiten lassen, meine Worte so zu behandeln, wie ich es gewohnt bin, mit ihnen zu verfahren. Wodurch der eigentümlich Fall entstanden sein könnte, dass die dramatische Person das Konzept ihres Autors ruiniert hat. Wenn Sie fühlen, dass es so ist, rufen Sie mich bitte an, damit wir mich in meine Schranken zurückweisen ...".

Raabe, Wilhelm
Brief 1861
Los 2109

Zuschlag
1.100€ (US$ 1,264)

Details

Raabe, Wilhelm, bedeutender Erzähler (1831-1910). Eigh. Brief m. U. „Wilh Raabe". 1 S. Gr. 4to. Wolfenbüttel 28.II.1861.
Früher Brief an die (nicht genannte) Schriftstellerin Elise Polko (1823-1899), über beiderseitige Buch-Besprechungen. "... Von Herzen danke ich Ihnen für die freundlichen Worte über den 'großen Krieg'; sehr böse aber bin ich darüber, daß Sie - nach dem alten Vers - meinen: ich 'betrachte' die Sabbathsfeier nur. Ich 'achte' sie so, wie sie es verdient, und die Welt thut dasselbe. Es ist ein schönes prächtiges Buch! Bitte, bitte, schicken Sie uns die Faustina und die neuen Novellen und schreiben Sie Ihren Namen auf die erste Seite; der Name hat schon seinen Ehrenplatz bei uns und die neuen Werke sollen ihn auch haben! - Eine sehr schöne Photographie, verbessert durch Jakob Corvinus folgt anbei. Erschrecken Sie nicht darüber! ...". - Raabes Erzählung "Nach dem großen Kriege" war 1861 bei Schotte in Berlin erschienen. Elise Polkos zweibändiger Roman "Sabbathfeier" war 1858 bei Schlicke in Leipzig erschienen, ebenso 1860 Ihr "musikalischer Roman" um die Sängerin "Faustina Hasse". - Am rechten Rand geknittert; Randschäden alt unterlegt.

Rellstab, Ludwig
Signiertes Manuskript 1851
Los 2110

Zuschlag
170€ (US$ 195)

Details

Rellstab, Ludwig, Berliner Schriftsteller, Dramatiker und Publizist, führender Musik- und Theaterkritiker seiner Zeit (1799-1860). Eigh. Manuskript m. U. "L. Rellstab". 1 S. Auf ein Untersatzblatt gezogen. Folio. Berlin (1851).

Für die Vossische Zeitung bestimmte, vollständige und signierte Rezension des Buches "Albert Lortzing. Sein Leben" (Leipzig, Wigand, 1851) von Philipp J. Düringer. Es wird aber weniger das Buch kritisiert als das Schicksal Lortzings, der als vortrefflicher Komponist in wirtschaftlicher Not leben mußte. - Rellstabs ohnehin berüchtigte Handschrift ist hier besonders flüchtig. - Etwas fleckig; Faltenrisse.

Lot 2111, Auction  111, Reventlow, Franziska Gräfin zu, Brief an Roderich Huch

Reventlow, Franziska Gräfin zu
Brief an Roderich Huch
Los 2111

Zuschlag
2.200€ (US$ 2,529)

Details

"habe ich es ziemlich arg getrieben"
Reventlow, Franziska (Fanny) Gräfin zu, Schriftstellerin, Übersetzerin und Malerin, berühmt als "Skandal-Gräfin" der Münchener Bohème (1871-1918). Eigh. Brief m. U. "F. R." 3 S. Gr. 8vo. O. O. u. J.
In flüchtiger Schrift an Roderich Huch, über verschiedene Angelegenheiten. "... Ich wollte Ihnen nur gleich schreiben, daß die Sache schon in Ordnung ist ... fragte mich vorige Woche, ob ich es thun wollte u. ich bin auf Sonntag vorgeladen. Wir haben zur Beschleunigung angegeben, daß ich schon bald nach dem Süden ginge. Die Sache ist für mich ja nicht der Rede wert, wenn man jemand einen Gefallen thun kann. - Armer Rodi, ich kann mir denken, daß Sie fort möchten u. freue mich sehr, Sie zu Ostern zu sehen. Vielleicht bin ich dann schon in Winkel, komme aber herein. Zu schade daß Sie im Carneval nicht da waren, ich habe erst zuletzt angefangen, dann aber durch 4 Nächte durch, ... habe ich es ziemlich arg getrieben u. es war sehr schön. Dienstag Nacht um 3 habe ich mich ins Bett gelegt und bin dann Donnerstag Mittag erst wieder aufgewacht und total ohne Stimme ...".

Ringelnatz, Joachim
Ergänzungen zu einem Gedicht-Typoskript
Los 2112

Zuschlag
300€ (US$ 345)

Details

Ringelnatz, Joachim (d. i. Hans Bötticher), Lyriker, Erzähler, Kabarettist und Maler (1883-1934). Gedicht-Typoskript mit eigh. Zusätzen. 1/2 S. Gr. 4to. O. O. u. J.
"Liebesverse um Sonja". Typographisch unterzeichnetes Gedicht-Typoskript von 8 Zeilen, mit 6 Zeilen handschriftlicher Zusätze, die offenbar als Erläuterung und Kommentar für Sonja oder seine Frau Muschelkalk gedacht waren. - Beiliegen 4 Blatt mit weiteren Gedicht-Typoskripten von Ringelnatz, von denen sich mindestens zwei auf seine Düsseldorfer Geliebte Sonja beziehen: sie wird in zwei Gedichten direkt genannt, ein weiteres heißt "Ich bringe der Frau eine Freundin". Ein Blatt rückseitig von fremder Hand beschriftet: "An Muschelkalk, seine Frau". - Faltenrisse.

Lot 2113, Auction  111, Rinser, Luise, Konvolut Briefe und Karten

Rinser, Luise
Konvolut Briefe und Karten
Los 2113

Zuschlag
800€ (US$ 920)

Details

Rinser, Luise, Schriftstellerin, Politikerin der „Grünen" (1911-2002). Konvolut von 7 eigh. Briefen und 4 eigh. Postkarten m. U. "Luise Rinser" sowie 5 Bl. masch. Beilagen mit handschr. Zusätzen. Zus. ca. 171/2 S. Mit 6 Umschlägen. Die Briefe meist gr. 4to. 1978-1998.
An einen niederländischen Germanisten und Literaturwissenschaftler, der einiges über Luise Rinser publizierte. Gehaltvolle Schreiben mit vielen Selbstauskünften und politischen Statements. Besonders bemerkenswert sind die mehrere Din-A-4-Seiten umfassenden Antworten auf zahlreiche Fragen zu ihrer Person und ihren Arbeiten, die der Adressat ihr im Jahre 1978 gestellt hatte. Auszüge aus einigen Antworten: "... Nein, Toleranz ist nicht das, was ich unter Liebe verstehe. Liebe ist das Resultat aus einer grossen geistigen Erfahrung, die weit hinausgeht über eine Erfahrung mit der sozialen Wirklichkeit. Liebe ist die Frucht des Erlebnisses der Einheit alles Geschaffenen. Daraus kommt eine sozusagen unangestrengte Liebe, die das, was sie im sozialen Engagement tut, für selbstverständlich hält ... Ich bin NIE aus der 'Wirklichkeit' geflohen, der Katholizismus in Oberbayern gehört unmittelbar zur Wirklichkeit, er war hart UND schön ... Ich meine, eine Einrichtung wie das Russelltribunal ist gerechtfertigt, jedenfalls brauchen wir über-nationale Gerichtshöfe. Die BRD muss beobachtet werden, da sich in ihr die neofaschistischen Tendenzen immer mehr breit machen und Gestalten annehmen, die erschreckend sind und von der eigenen Regierung nur undeutlich wahrgenommen und zu sehr bagatellisiert oder toleriert werden ... Nein! Ich bin Schriftstellerin und katholisch, aber keine katholische Schriftstellerin ... Ich habe eine tiefe Beziehung zur Natur, zu Pflanzen, Tieren, Gestirnen, zum Meer, zu Bergen ... Ich rede mit meinen Bäumen und fühle, wie sie durchströmt sind vom Schöpfergeist. Ich füttere streunende Katzen, ich habe einen Hund und ich kann vor Zorn weinen, wenn die Italiener rings um mein Grundstück Vögel abschiessen ... Eine Rebellin? Zum mindesten bin ich in den Reihen der 'Progressiven' zu finden, sei es in der Politik, sei es innerhalb der Kirche ... Zu den tiefsten Erfahrungen meines Lebens gehört die von der Einheit alles Seienden. Zu meiner Welt gehören die Zeitgenossen, aber auch die Vergangenen und die Zukünftigen ... Wer meine verschiedenen Roman-Formen kennt, kann nicht von traditioneller Form reden. 'Tobias' ist nicht traditionell. Aber natürlich: ich bin keine 'avantgardistische' Autorin. Ich bin auch nicht interessiert, par force neue Formen zu finden. Das sollen andre tun ... " (usw.). - 1988 schreibt sie: " ... ich verstehe, daß Sie meine politische Haltung ablehnen, Ich glaube, daß Sie mich darin nicht verstehen und daß Sie zu konservativ sind. Im übrigen habe ich durch 8 Jahre Arbeit für Korea erreicht, daß dort in N. K. eine katholische Kirche gebaut wurde und daß Religion dort völlig frei ist. Der Präsident Kim Il Sung ist selbst Christ!!!. Wer den Osten nicht kennt wie ich (nach etwa 16 Reisen in Asien) kann sich nicht so rasch von alten Vorstellungen lösen ...". - 1989 bekennt sie: "... Die Heidegger-Sache hängt mir allmählich 'zum Halse heraus': ich habe zu viel darüber gehört und gelesen. Mein Lehrer Karl Rahner war Heideggerschüler u. hat nie negativ über ihn geredet, obwohl er natürlich mit seiner Philosophie nie d'accord ging. Ich lernte H. einmal kennen. Er schrieb einen Aufsatz über 'Antigone' von Orff . Und Orff war viel zu unlustig, darauf zu antworten. So bat er mich, es zu tun. Ich gäbe einiges darum, wenn mein Brief, natürlich mit 'Carl Orff' gezeichnet, gefunden würde ...". Ferner viel Weiteres über eigene und fremde Arbeiten und Weltanschauung. - Wertvolles Material zur Kenntnis und Interpretation von Werk und Persönlichkeit Luise Rinsers.

Rolland, Romain
Eigenh. Brief m. U.
Los 2114

Zuschlag
100€ (US$ 115)

Details

Rolland, Romain, französ. Schriftsteller, Nobelpreisträger, Musikhistoriker, Biograph und Pazifist (1866-1944). Eigh. Brief m. U. 1 S. auf Doppelblatt. Gr. 8°. Villeneuve (Waadt) 7.IV.1924.
An einen jungen Schriftsteller, dessen Buch er lesen wolle und dessen Widmung er akzeptiert: "Je suis touché de la pensée filiale que vous m'exprimez, je vous en remercie. Naturellenemt, je lirai votre livre avec un intérêt spécial. Mais comme j'ai beaucoup de travail, ces mois-ci, je tarderai peut-être un peu à le faire; et je ne vourdrais pas que votre envoi de manuscrit risquât de retarder sa publication. Je vous fais donc crédit. Je suis convaincu que si vous inscrivez mon nom en tête de votre ouvrage c'est que Christophe et moi nous nous trouverons là au logis d'un ami...".

Sand, George
Brief 1857
Los 2116

Zuschlag
420€ (US$ 483)

Details

- Eigh. Brief m. U. "G. Sand". 1 S. Kl. 8vo. Nohant 26.I.1857.
Hübscher Brief an einen Herrn, der sie auf einen Fehler in einem ihrer Bücher ("Histoire de ma Vie"?) aufmerksam gemacht hatte. "Oui, monsieur, je le sais, c'est à la place même où fut brulé Amante de Brescia. Comment la plume tourne t-elle comme la langue? Je n'en sais rien. Je corrigerai cette grosse distraction dans l'édition, et je vous remercie de tout coeur d'avoir bien voulu me la signaler. Comme je ne relis pas ce qui est publié, je ne m'en doutais pas; au reste, je n'en ai pas de remords, puisque cette enorme bêtise m'a valu une si aimable lettre de vous ...".

Lot 2119, Auction  111, Schlegel, Friedrich von, Brief 1806

Schlegel, Friedrich von
Brief 1806
Los 2119

Zuschlag
550€ (US$ 632)

Details

Schlegel, Friedrich von, Schriftsteller, Publizist, Philosoph und Diplomat, Hauptvertreter der literar. Romantik (1772-1829). Eigh. Brief m. U. "Fr. Schlegel". 2 S. 8vo. Unterzell bei Würzburg 5.IX.1806.
Möglicherweise an seinen Verleger Friedrich Wilmans in Frankfurt/Main gerichtetes Schreiben, in dem Schlegel "für die Freundschaft, welche Sie mir während meines Aufenthaltes in Frankfurt erwiesen, so wie auch für ihre fortdauernde Gefälligkeit in der Besorgung meiner Briefe" dankt. Da er von seinem Bruder noch keinen Brief erhalten habe, könne er auch über den Zeitpunkt seiner Rückreise nichts Bestimmtes sagen, doch hofft er in Frankfurt genug Zeit zu haben, "um noch einige angenehme Stunden in Ihrem Hause zu genießen". Er bittet, weitere Briefe von ihm weiterzuleiten, da er wünscht, dass sie "schnell und richtig ankämen", darunter einen an Johann Gottfried Ebel (1764-1830), den Verfasser der berühmten "Anleitung auf die angenehmste und nützlichste Art in der Schweiz zu reisen". Abschließend bemerkt er: "Briefen aus Sachsen zu folge wäre der Krieg wahrscheinlicher als je". Kurze Zeit später, am 14. Oktober, siegte Napoleon in der Schlacht bei Jena und Auerstädt. - Mit Empfängernotiz vom 11. September 1806.

Schnitzler, Arthur
Brief-Karte 1899
Los 2120

Zuschlag
230€ (US$ 264)

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Schnitzler, Arthur, österr. Dramatiker und Erzähler (1862-1931). Eigh. Briefkarte m. U. "Arthur Schnitzler". 2 S. Quer-kl. 8vo. Wien 3.VI.1899.
Wohl an einen deutschen Verleger, der Schnitzler eingeladen hatte, ihm Werke zum Verlag zu überlassen. Der Dichter bedankt sich, "ohne ... vorläufig eine bestimmte Zusage machen zu können: Meine Sachen sind bisher alle bei S. Fischer erschienen und ich habe keinen neuen Anlaß, einen andern Verlag aufzusuchen. Doch bleibt Ihr liebenswürd. Vorschlag eventuell späterer Berücksicht. vorbehalten ...". - Gelocht.

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