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Angely, Louis
Signierte Gehaltsquittung 1826
Los 2331

Zuschlag
100€ (US$ 116)

Details

Angely, Louis, Berliner Lustspielautor, Schauspieler und Regisseur am Königsstädtischen Theater (1787-1835). Eigh. Quittung m. U. "Louis Angely". 1/3 S. Folio. Berlin 1.IX.1826.
"Einhundert und Ein und Vierzig Thaler Zwanzig Silbergroschen als den Betrag meines Gehalts für den Monat August aus der Hauptkasse des Königsstädtischen Theaters richtig erhalten zu haben bescheinige ich hiermit ...". - Für ein neugegründetes Privattheater war das Gehalt recht hoch, wurde allerdings von der Gage für die im Vorjahr engagierte Primadonna Henriette Sontag weit übertroffen. Louis Angelys Singspiele wie "Das Fest der Handwerker" oder das nach dem Französischen bearbeitete "Sieben Mädchen in Uniform" (später von Nestroy adaptiert) erzielten große Erfolge und trugen zur Ausprägung der Gattung der Berliner Lokalposse bei. - Stärker gebräunt.

Autogramm-Album
Musiker-Gastspiele in Newcastle
Los 2332

Zuschlag
1.400€ (US$ 1,628)

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Autogramm-Album von Musiker-Gastspielen in Newcastle upon Tyne (Nordengland). Ca. 200 S., davon 22 S. beschrieben. Mit ca. 53 Eintragungen (vereinzelt wiederholt) von Sängerinnen, Sängern und Musikern sowie 1 Schriftsteller. Mit 3 Musikzitaten. 20 x 17 cm. Roter Lederband d. Z. (beschabt) mit Filetenvergoldung und Goldschnitt. Newcastle upon Tyne 1861-1874.
Eintragungen hoch berühmter Vokal- und Instrumentalvirtuosen, die in Newcastle gastierten. An Instrumentisten sind vertreten: Luigi Arditi (Violinist, Dirigent und Komponist), Sigismund Thalberg (Klaviervirtuose und Komponist), Henri Vieuxtemps (Violinvirtuose und Komponist; mit Musikzitat), Joseph Ascher (Pianist und Komponist), W. H. Weiss (Komponist), John Tiplady Carrodus (Violinist), Charles Hallé (Dirigent und Komponist), Ludwig Straus (Dirigent des Hallé-Orchesters), Hans von Bülow (Klaviervirtuose und Dirigent; mit Musikzitat). - An Sängerinnen und Sängern sind vertreten: Jenny Lind-Goldschmidt, John Sims Reeves, Giovanni Belletti, Adelina Patti, Alessandro Bettini, Therese Tietjens, Antonio Giuglini, Carlotta Patti, Henri Russell, Pietro Ferranti, Giulia Grisi, Zelia Trebelli-Bettini, Christina Nilsson, Marie Marimon, Florence Lancia, Michael Maybrick, Italo Campanini, Antonio Faentini-Galassi und andere. - Eine Ausnahme bildet der große Schriftsteller Charles Dickens, der am 22. November 1861 eine Widmung einträgt.

Barber, Samuel
Widmung an Bruno Walter + Schallplatten
Los 2334

Zuschlag
600€ (US$ 698)

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Barber, Samuel, amerikan. Komponist (1910-1981). Eigh. Widmung m. U. "Sam Barber". - Auf dem Titelblatt einer gedruckten Studienpartitur seiner 1. Symphonie op. 9. O. O. Juni 1944.
"To Bruno Walter with great appreciation for the beautiful performances in Philadelphia and New York. Sincerely Sam Barber". - Auf dem Titelblatt von: Samuel Barber. First Symphony (in one Movement). 1 Bl., 97 S. 26,3 x 19 cm. Orig.-Kartonge. New York, G. Schirmer Inc., (ca. 1944). - Bruno Walter hatte nicht nur die genannten Aufführungen der 1936 in Rom entstandenen Symphonie dirigiert, sondern auch mit dem Philharmonic-Symphony Orchestra of New York die Schallplatten-Aufnahme in den Columbia Studios geleitet. Diese Aufnahme liegt hier bei: 2 Orig.-Schellack-Schallplatten (MX 252-1/4) der "Columbia-Masterworks"; in der zweifarbig bedruckten Orig.-Halbleinen-Kassette mit umfangreicher Einführung von Paul Affelder auf dem vorderen Innendeckel. 31 x 36 cm. (New York ca. 1944). - Seltenes Ensemble von Widmung und ersten Schallplatten aus der Frühzeit des Werkes, aus dem Besitz des großen Dirigenten.

Lot 2336, Auction  111, Bernstein, Leonard, Porträtfoto mit Widmung + Beilagen

Bernstein, Leonard
Porträtfoto mit Widmung + Beilagen
Los 2336

Zuschlag
340€ (US$ 395)

Details

Bernstein, Leonard, amerikan. Dirigent und Komponist (1918-1990). Porträt-Foto mit eigh. Widmung auf der Bildseite. 24 x 18 cm. O. O. Sommer 1977.
"Best wishes B L Summer 77". Die Aufnahme zeigt den Künstler im Brustbild, eine Zigarette in der Hand, neben ihm ein Konzertveranstalter. Die Aufnahme ist in Berlin entstanden; eine Notiz auf dem Bildhalter gibt das Jahr 1968 an. - Dabei: 4 Programmhefte zu Konzerten unter Bernsteins Leitung: Berlin 23. und 24.9.1968 mit dem New York Philharmonic Orchestra. Das erste Heft mit eigh. Signatur Bernsteins. - München 27.2.1971 mit den Wiener Philharmonikern. - München 28.8.1985 mit dem Israel Philharmonic Orchestra.

Lot 2337, Auction  111, Böhm, Karl, Konvolut von 9 Autographen

Böhm, Karl
Konvolut von 9 Autographen
Los 2337

Zuschlag
300€ (US$ 349)

Details

Böhm, Karl, österr.-dt. Dirigent, Direktor der Dresdener und der Wiener Staatsoper (1894-1981). Konvolut von 9 Autographen, meist m. U. "Dein O.[nkel] Karl". (Tinte und Kugelschreiber). Mit 4 Umschlägen. Verschied. Formate. 1948-1973.
1 eigh. Brief, 2 eigh. Brief-Karten, 1 masch. Brief, 3 eigh. Postkarten, 1 eigh. Gruß auf einem Brief seiner Frau, 1 Porträtfoto mit eigh. Widmung, alles an seine Nichte Lilo Wilhelm, später verh. Tanzer. Meist kurze familiäre Nachrichten und Mitteilungen über Reisen, Termine, Treffen; teils mit eingestreuten Erfolgsmeldungen. Am 15.VII.1948 schreibt er aus Velden: "... Habe eben mit großer Freude die Nachricht von der glücklich überstandenen Matura erhalten: gratuliere herzlichst! An demselben Tage habe ich vor 35 Jahren geschwitzt. - Beim Konzert am 13. wurde ich unbeschreiblich gefeiert. Auch die 2 Aida-Vorstellungen waren total ausverkauft (die einzigen Veranstaltungen der Festspiele!) und triumphal aufgenommen ...". - Am 12.IV.1949 aus Neapel: "... war wieder ein ganz großer Erfolg und ich habe für nächstes Jahr für 3 Einstudierungen (im ganzen 2 Monate) abgeschlossen ...". - Neben der mit Widmung versehenen Porträfoto-Postkarte von 1948 ist ein weiteres, nicht signiertes Foto beigegeben, das den Dirigenten stehend inmitten seines Orchesters zeigt.

Brahms, Johannes
Postkarte an Hermann Wolff
Los 2338

Zuschlag
3.400€ (US$ 3,953)

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Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897). Eigh. Postkarte m. U. "J Brahms". 1 S. Wiesbaden (12.VI.1888).
An den Konzert-Agenten Hermann Wolff in Berlin, der angefragt hatte, ob Brahms zur Mitwirkung in einem Konzert des Komponisten und Dirigenten Franz Wüllner bereit sei. "... 'Principiell' bin ich ganz ungemein für eine Mitwirkung in Wüllner'schen Concerten. Da ich indeß seit längerer Zeit Wüllner eine briefliche Antwort schuldig bin - so erlauben Sie daß ich an ihn weiter schreibe von ... Parzen, Clavier u. andern schönen Sachen ...". - Nicht im BBV.

Lot 2339, Auction  111, Bruckner, Anton, Brief 1860 an Rudolf Weinwurm

Bruckner, Anton
Brief 1860 an Rudolf Weinwurm
Los 2339

Zuschlag
8.000€ (US$ 9,302)

Details

Bruckner, Anton, österr. Komponist (1824-1896). Eigh. Brief m. U. "Anton Bruckner". 4 S. Gr. 8vo. Linz 9.XII.1860.
Dringlicher Brief des 26jährigen an seinen Freund, den Komponisten und Chordirigenten Rudolf Weinwurm (1835-1911), dem er ausführlich seine finanzielle Lage schildert. "... vor einem Monate habe ich Kaan aufrichtig meine unerwarteten großen Auslagen geschrieben, die sich auf 150 fl. belaufen, und ihn gebeten, er möchte mir doch die ihm geliehenen 45 fl. zu diesem Behufe senden zumal, da er mir mit Hand und Mund versprach, selbe 4 Tage nach seiner Abreise von Linz zu senden, u. einem späteren Schreiben zufolge nur um eine Frist von 8 oder höchstens 14 Tagen ersuchte ... bin in einer Lage, die ich mir nie mehr wünsche ... Du hast keinem Begriff, lieber Rudolf, wie derlei Leute sind. Hätte ich Geld, längst hätte seine Wohnung bezalt, um nur los zu werden. Geld aufnehmen kann ich jetzt nicht; denn was würde man mir sagen wenn ich nach Wien reise, wo ich's dann thun muß. Sei so gut, edler Freund und hilf mir aus der fatalen Lage, sage Kaan ich lasse ihn grüßen u. dringendst ersuchen, gleich das Geld zu schicken. Ich soll zalen u. erwartete jeden Tag schon das Geld. Sei nicht böse, ich vertraue auf Deine Güte ...". - Der erwähnte Kaan schuldete nicht nur Bruckner Geld, sondern auch seinem Vermieter Scharringer, der im Brief gleichfalls erwähnt wird. - Seit 1855 war Bruckner in Linz als Domorganist angestellt, und im November 1860 erhielt er auch die Stelle als 1. Chormeister des Sängerbundes "Frohsinn". - So frühe Briefe des großen Sinfonikers sind im Handel sehr selten. - "Gleich Wagners Opern stehen B.s Sinfonien wie ein riesiger Koloß in der Musik des 19. Jahrhunderts" (Seeger, Musiklexikon).

Casals, Pablo
44 Autographen: 28 eigenh. Briefe m. U., 7 Briefe m. U. , 4 Karten m. U. sowie 5 Visitenkarten
Los 2340

Zuschlag
10.000€ (US$ 11,628)

Details

Casals, Pablo, (Pau), katalanischer Cellist, Komponist und Dirigent (1876-1973). 44 Autographen: 28 eigenh. Briefe m. U., 7 Briefe m. U. , 4 Karten m. U. sowie 5 Visitenkarten mit einigen eigenhändigen Zeilen, vielfach mit den dazugehörigen Umschlägen. Zusammen 63 S. verschiedener Formate (12° bis 4°). Paris, Amsterdam, Wien, Zürich, Barcelona, Prades etc. 19.XI.1902 bis 14.XI.1955.
Alle Briefe an seinen Freund, den aus Livland stammenden Pianisten Conrad Adelbert Egon Baron von Vietinghoff (1870-1957), und in französischer Sprache. Die Briefe umfassen eine Zeitspanne von über 50 Jahren, vom Zeitpunkt der ersten Begegnung in Paris bis kurz vor Vietinghoffs Tod. Es ist fraglich, ob die vor­liegende Folge sämtliche Briefe Casals enthält; auffällig ist, dass speziell aus den Anfangsjahren der Freund­schaft 1902-1905 die meisten Briefe vorliegen (12); aus den Jahren 1912/1913 liegen nur zwei Briefe vor; sieben Briefe stammen aus den Jahren 1927-1929, aus den Jahren des 2. Weltkriegs liegen zwei Schreiben vor, die restlichen Schreiben datieren zwischen 1945 und 1957.

Vietinghoff hatte an den verschiedensten Orten gelebt und überall rasch Anschluß an die musikalischen Kreise gefunden; seine Frau Jeanne Bricou-Storm de Grave, die er 1902 geehelicht hatte, war mit Marguerite Yourcenar befreundet. Casals Briefe an Vietinghoff geben lebhaften Einblick in das Reiseleben des Virtuosen, der bereits früh welt­weit gefragt war und ausgedehnte Tourneen unternahm, daneben erlauben die Briefe aber auch Einblick in Casals Engagement für das katalanische Volk und seine Verzweiflung über die frankistische Diktatur in Spa­nien.

Aus der Korrespondenz ablesbar ist auch eine zu künstlerischer Passivität führende Depression und deren Überwindung, beglückend sind die von Altersweisheit und Gelassenheit getragenen letzten Briefe.
7.III.1912: "...malheureusement je ne reste à Frankfort que quelques heures (juste le temps de faire une répétition avec mon partenaire et pour le concert) je joue la veille de Frankfort à Leipzig et le lendemain à Ulm et deux jours après à Manchester - vous voyez cher ami que je suis obligé de faire vite, mais je retiens votre offre pour une prochaine fois. Peux-je me permettre d'adresser mes respectueux compliments à l'auteur de la liberté intérieure? Ce sont de belles mélodies apaisantes douces et fortes en même temps - merci / aujourd'hui mon dernier concert cette saison à Wien - c'est bien mon public préfère - et vous vous trouveriez parmi de gens si compréhensifs et d'une culture si fine! - J'embrasse vos chers petits - leur image me revient souvent?!..."

Lot 2341, Auction  111, Czerny, Carl, Eigenhänd. Musikmanuskript

Czerny, Carl
Eigenhänd. Musikmanuskript
Los 2341

Zuschlag
3.000€ (US$ 3,488)

Details

Czerny, Carl, Komponist, Pianist und Klavierpädagoge (1791-1857). Eigh. Musikmanuskript mit dreimaliger Signatur ("C. Czerny", "Charles Czerny" und "Carl Czerny"). 72/3 S. Schwarze und rote Tinte sowie vereinzelt Bleistift. Auf handgezogenen Systemen. Quer-folio. Geheftet, ohne Umschlag. O. O. u. J.
"Tarantelle", dann verbessert zu "Etude en forme de Tarantelle brillante, composée pour le Piano par Charles Czerny. Op: 853". - Mit Metronom-Vermerk am Kopf. Die vollständige Klavier-Etüde aus Czernys letzten Lebensjahren enthält am Fuß der ersten Seite die Rechteübertragung an den Musiker und Musikalienhändler Franz Glöggl (1796-1872): "Eigenthum des Hrn F: Glöggl für alle Länder. Carl Czerny". Das vorliegende Manuskript ist hingegen durch einen beiliegenden Zettel eigenhändig gewidmet: "Dedié à Mr Joseph Doppler à Hambourg. Etude en forme de Tarantella brillante, pour le Piano par Charles Czerny. Oeuvre 853". Der Schubert-Freund Doppler war Geschäftsführer und Buchhalter von Czernys Verleger Carl Anton Spina. In seinem Testament vom 13. Juni 1857 vermachte Czerny Doppler alle "meine Kirchen-Compositionen (circa 24 Messen, 4 Requiem, gegen 300 Graduale und Offertorien usw.)", außerdem die "sechs goldenen Dosen", die der Komponist "von Erzherzogin Marie Louise, Liszt, Döhler und Anderen als Andenken erhalten" hatte. Czerny gilt noch heute als einer der bedeutendsten Klavierpädagogen: Beethoven vertraute ihm seinen Neffen an; der achtjährige Liszt zählte zu seinen Schülern. "In seiner Klaviermusik gelangte er bis zur Opuszahl 861, wobei eine Nummer oft aus 50 und mehr Heften besteht ... Die für uns heute fast unvorstellbare Produktionskraft Czernys entfaltet eine wirkliche Fruchtbarkeit im besten Sinne des Wortes im Bereich seiner Studienwerke für das Klavier" (MGG). - Stellenweise etwas fleckig; insgesamt ordentlich erhalten.

Donizetti, Gaetano
Billet 1842
Los 2344

Zuschlag
240€ (US$ 279)

Details

- Eigh. Billet ohne Unterschrift. In franz. Sprache. 1 S. Quer-schmal-8vo. (Mailand 1842).
Kurzes Urteil über einen von ihm geprüften Sänger. "Mr. Jules a une voix très-agréable, un peu faible, à cause de sa jeunesse. - Il ne faudrait pas le faire chanter trop fort. Il faut menager ses moyens pendant une année du moins. - Voilà mon idée." - Name, Ort und Datum von anderer Hand mit Bleistift darüber notiert. Rückseitig kleine Spuren ehemaliger Montage.

Drouet, Louis
Musikmanuskript
Los 2347

Zuschlag
120€ (US$ 140)

Details

- Eigh. Musikmanuskript. Titelblatt und 30 S. Noten auf handgezogenen Systemen. Folio. Geheftet, mit Umschlag. O. O. 1857.
"À Lina Drouet (Morceau de salon). Mélodies de l'opéra 'Belisario' de Donizetti, transcrites pour piano et flûte, et dédiées à sa fille Lina par L. Drouet" (Titel von anderer Hand). Vollständiges Manuskript. - Leichte Gebrauchsspuren. - Dabei: Sammlung von 16 Musikmanuskripten für Gesang mit Klavierbegleitung. Von verschiedenen Komponisten. 40 S. Quer-folio. Geheftet, mit Umschlag. O. O. (ca. 1860). - Möglicherweise von Drouets Hand geschriebene, aber von anderer Hand mit Text versehene Gesangsstücke: Auf der Wanderschaft (Lenau / Mendelssohn Bartholdy). - Mein Liebster ist im Dorf der Schmied (G. Hölzel). - Stornello (E. de Roxas). - La Desolazione (Giuseppe Sillo). - Sul Tramonto (Filippo di Filippi). - Una sera in riva al mare (D. Carmusci). - M'intendi? (Mercadante). - Frühlingslied (Lenau / Mendelssohn Bartholdy). - Heidenröslein (Goethe / Schubert). - Wärst du bei mir (R. Pohl / F. Abt). - Suleika (Goethe / Mendelssohn Bartholdy). - Venetianisches Gondellied (Mendelssohn Bartholdy). - Reiselied (Ebert / Mendelssohn Bartholdy). - Ich schnitt es gern in alle Rinden ein (Schubert). - Pur dicesti (A. Lotti). - Tre giorni (Pergolesi). - Heftung teils gelöst; Gebrauchsspuren.

Lot 2348, Auction  111, Dvorak, Antonin, Brief 1891

Dvorak, Antonin
Brief 1891
Los 2348

Zuschlag
3.200€ (US$ 3,721)

Details

Dvořak, Antonin, tschechischer Komponist (1841-1904). Eigh. Brief m. U. "Ant. Dvorak". In engl. Sprache. 2 1/2 S. 8vo. Vysoká 14.VIII.1891.
In etwas holprigem Englisch, wohl an einen Komponisten, wegen des Vertrages zu Dvořaks Verpflichtung als Direktor des "National Conservatory of Music" in New York. "... As well as I understand english I cannot accept the contract in this present form. I consulted with my friend Dr. Tragg ... and he sayd much is to be altered. But it must be done by an advocat ... Do you mean it would be better and shorter - to come to an conclusion if M: Thurber should come to Prague? She told us that (when necessary) to come there. How long will stay M Thurber at Paris? Further I should be very glad to have the contract in german language because nobody here speaks english and there [are] many places I do not understand quite well. - Is the Requiem now ready? I will thank you for sending me some copy ...". - Die Frucht von Dvořaks Amerika-Aufenthalt war die berühmte neunte Sinfonie "Aus der Neuen Welt".

Fehling, Jürgen
Eigenhändiges Testament 1955
Los 2350

Zuschlag
800€ (US$ 930)

Details

Fehling, Jürgen, bedeutender Berliner Regisseur und Theaterleiter (1885-1968). Eigh. Testament m. U. "Jürgen Fehling" und zusätzlichem Text. Ca. 4 Folioseiten (Bleistift). Auf allen freien Flächen des großformatigen Umschlags zu dem Buch "Visages d'acteurs" von Thérèse Le Prat geschrieben und unter Glas gerahmt. O. O. 21.VIII.1955.
"Testament. - Hiermit bestimme ich, daß Joana Maria Gorvin mein Universalerbe ist ...". Umfangreicher Text seines Letzten Willens, 13 Jahre vor seinem Tod und damit schon als Produkt einer beginnenden Phase psychischer und geistiger Erkrankung erkennbar. In diesem Jahr bezog Fehling ein Nervensanatorium in München. Die eigentlich nüchterne Verteilung des Nachlasses an seine Ehefrau, die Schauspielerin Joana Maria Gorvin, und an andere Personen läßt zuweilen schon Realitätsverlust erkennen, insbesondere was die Höhe und Verteilung des vermuteten Barvermögens betrifft; so heißt es in einem umfangreichen "Nachtrag": "Der Stadt Lübeck vermache ich aus meinem Erbe, zahlbar durch Joana Maria Gorvin, falls sie dies für richtig hält, aber keinesfalls eher als sie 500.000 DM aus meinem Erbe bezog, 50.000 DM für arme Lübecker Schauspieler, durch Vermittlung der Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Thätigkeit verwaltet unter der Bedingung, daß die Königstrasse bis zur Pfaffenstrasse, also vom Heiligengeistspital bis zur Katharinenkirche für 'ewige' Zeiten (!?) den Namen 'Jürgen Fehlingstrasse' erhält, und der Senat sich verpflichtet für eine würdige Pflege meines Grabes. Ich will beerdigt werden im Fehlingschen Familiengrab neben meines Großvaters Geibels Ruhestätte ...". Es folgen Details zum Trauergottesdienst, Anweisungen zum Umgang mit seinem ältesten Freund und zur angemessenen Würdigung seiner bedeutendsten Theater-Inszenierungen ("Der blaue Boll", "Der arme Vetter" etc). Der dritte Teil des Testamentes besteht aus einem 48zeiligen Gedicht mit dem Titel "Wandlung": "Und bin nur da. Und über meinen Schritten / Zieht, eine goldne Wolke, Zuversicht. / Ich bin nur angelehnt - und doch inmitten / Wie einer schweigt und aus dem Herzen spricht. / Ich kann nicht eure Worte frech gebrauchen / Ein feiner Schleier hütet eure Welt ...". Das recht qualitätvolle Gedicht endet mit den Zeilen: "... Und wie ich händewinkend mich entferne / Und wie des Trittes Klang die Ferne frisst / Seid um mich Sonne Mond und alle Sterne. / Ich war betrübt, doch heiter ward mein ''ist'." Alles geschrieben rings um das traurige Gesicht das Schauspielers Jean-Louis Barrault in der Rolle des Pantomimen in dem Film "Die Kinder des Olymp". - Großes, erschütterndes Dokument des vorzeitigen Abschieds eines bedeutenden Regisseurs und Menschen, der noch 13 Jahre auf der für ihn verlorenen Welt zubringen mußte. - Eventueller Versand nur ohne Rahmen.

Lot 2351, Auction  111, Gounod, Charles, Musikmanuskript im Sammelband

Gounod, Charles
Musikmanuskript im Sammelband
Los 2351

Zuschlag
1.200€ (US$ 1,395)

Details

Gounod, Charles, franz. Komponist, neben Berlioz das Haupt der romantischen Musik in Frankreich (1818-1893). Eigh. Musikmanuskript mit Widmung u. U. "Ch. Gounod". 2 S. auf 2 Bl. Eingebunden in einen Sammelband mit 18 weiteren Musikmanuskripten verschiedener Komponisten. Ca. 68 S. Mit weißer Leinwand ausgebesserter roter Pappband d. Z. mit goldgepr. Deckelaufdruck "Vienna 1843". Quer-folio. (Wien 1843).
"alla Veneziana. - en souvenir, à mon ami Benoit Hasslinger (de Vienne). Ch. Gounod". Vollständiges Musikmanuskript im 6/8 Takt; insges. 49 Takte. - Eingeschrieben in das musikalische Präsentationsalbum des Beno Hasslinger von Hasslingen in Wien. Gounod hielt sich 1842-1843 in der österreichischen Metropole auf und befreundete sich mit Hasslinger. - Das bemerkenswerte Widmungsalbum enthält neben einer Anzahl von Abschriften autographe Kompositionen von: Charles Gounod (siehe oben). - Adolph Reichel (1816-1896). "Lied von Heine. Ein Tannenbaum steht einsam. - Seinem Freunde B. Hasslinger, Wien d. 20t. Juni 1843." - Jos. Duhany. "Ständchen v. Tiedge: Alles ruht wie abgeschieden. - Dem tapferen Benno von Haßlinger zur Erinnerung an Jos. Duhany - Wien 9. Juli 843". - Josef Fischhof (1804-1857). "Lied, Worte von Tromlitz. Wenn der Abend sinkt. - Zur Erinnerung an Ihren wahren Freund Jos. Fischhof, Wien 26. July 843". 1 S. - Franz Hauser (1794-1870). "Lied von Heine. Ich habe im Traume geweinet. - Meinem lieben Beni zur freundlichen Erinnerung. Wien den 17. Aug. 1843, Franz Hauser." 1 S. - A. Becher (Alfred B.? 1803-1848). "Verlust, von Feuchtersleben. "Ach, wie so lachend. Wien 16/8 1843". 2 S. - Möglicherweise handelt es sich hier um den Musikkritiker und Komponisten Alfred Julius Becher, einen der Anführer des Wiener Oktober-Aufstandes von 1848, der nach der Niederschlagung der Revolution zum Tode verurteilt und erschossen wurde. - Johann Nepomuk ("Muky") Hasslinger. "Die See. Ich sah in die blaue, wunderliche See. - Meinem lieben Bruder Beni zur Erinnerung an seinen aufrichtigen Freund u. Bruder Muky. - Wien, den 11. Aug. 843." 3 S. - Ferner 12 Abschriften nach Schubert, Beethoven, Mendelssohn und Rubinstein. - Stellenweise leicht gebräunt oder etwas fingerfleckig.

Gounod, Charles
Teilnachlass der Familie des Komponisten Gounod
Los 2353

Zuschlag
200€ (US$ 233)

Details

Intime Briefe über Gounods Leben und Werk
- 1) Anna Gounod, née Zimmermann, die Gattin des Komponisten, 1829-1906. 3 eigenh. Briefe m. U. und 5 eigenh. Karten m. U., ferner 1 in Annas Namen geschriebene Karte. Insge­samt 22 S. 8° und quer-12°. Mit 4 (teils lädierten) zugehörigen Briefumschlägen. Paris und Arcachon (1851)-1898. - 2) Hortense Zimmer­mann, Gounods Schwiegermutter, die Frau des berühmten Klavierpädagogen Pierre-Joseph Zimmer­mann (1785-1853). 34 3 eigenh. Briefe m. U. (davon einige nur fragmentarisch erhalten). Zusammen 108 S. 8° und 4°. Mehrere Briefe mit gedruckten Briefköpfen, einige mit Trauerrand. Paris, Auteil, Montfort etc. 1827-1876.
Umfangreicher, interessanter Teilnachlass der Familie des Komponisten Charles-François Gounod (1818- 1893). 1) Die Briefe sind - mit Ausnahme des letzten - an Aglaë Mousquet née Bernos in Bordeaux, die "chère et excellente marraine" von Anna Gounod gerichtet, meist mit familiären Nachrichten. Der erste Brief ist kurz nach der Heirat von Anna mit Gounod geschrieben; später litt Anna unter der häufigen Untreue Gounods und trennte sich von ihm, als dieser sich während des England-Aufenthaltes in die exaltierte Sängerin Georgina Weldon verliebte. Die letzte Brief­karte vom 17. November 1898 ist an eine Mademoiselle Marcelle Vidal gerichtet.

2)
Alles sehr ausführliche Schreiben an ihre Freundin Aglaë Bernos resp. deren Eltern. Die Briefe betreffen ebenfalls meist Ereignisse aus der Familie Zimmer­mann, aber auch politische Ereignisse - speziell gilt dies für die Briefe aus den Dreißiger Jahren. In den Briefen seit den Fünfziger Jahren wird auch mehrfach Gounods Erwähnung getan, insbesondere wird vom Erfolg von dessen Oper "Faust" geschrieben, häufig aber auch vom schlechten Gesundheitszustand des Meisters. Alle Briefe haben in­timen Charakter und geben einen interessanten Einblick in die Privatsphäre Gounods. "... le secret du grand succès de danse c'est l'intérêt constamment accidente du sujet, celui de Mireille est pastoral, et Gounod a dû lui ajouter ses fibres les plus belles, sous forme humaine et divine, et le sentiment de la nature qu’il possède en maître Mme Carvalho est l'héroïne bien entendu, elle se finesse de tout ce qui demande du talent, elle ne sera peut être pas à la hauteur de certains accents passionnées dramatiques qui lui feront défaut comme dans Faust, c'est Morini un jeune ténor un peu alsacien hélas".
Die berühmte, vom Volk geliebte Sängerin Marie-Caroline Miolan-Carvalho (1827-1895) hatte die anspruchsvolle Partie der Margarethe ("Marguerite") bei der Uraufführung des "Faust" am 19 Märze 1859 übernommen. – Eine Seite eines Briefes ist von Hortense's Gemahl Zimmermann geschrieben. Einige Stücke mit Trauerrand. - Abgesehen von den üblichen Ausrissen bei den Siegelstellen nur geringfügige Altersspuren und Randeinrisse. - Unseres Wissens nach unveröffentlicht.

Lot 2354, Auction  111, Grieg, Edvard, Brief 1887

Grieg, Edvard
Brief 1887
Los 2354

Zuschlag
500€ (US$ 581)

Details

Grieg, Edvard, norweg. Komponist (1843-1907). Eigh. Brief m. U. "Edvard Grieg". In deutscher Sprache. 2 S. Mit eigh. Umschlag. 8vo. (Leipzig) 27.X.1887.
An Hedwig von Holstein (1804-1897), Witwe des Komponisten Franz von Holstein, in Leipzig, die ihn eingeladen hatte. "... Wie gerne wären wir zu Ihnen gekommen! Aber leider - mein Gesundheitszustand hat mich dazu gezwungen, principiell alle Einladungen des Abends abschlagen zu müssen, sowie ich überhaupt alle Gesellschaften möglichst vermeiden muß. Hoffentlich werden wir uns doch bisweilen treffen können, so z. B. vielleicht Montag, d. 31ten Mittags 1 Uhr bei Frau Dr. Seeburg? ...".

Lot 2355, Auction  111, Hahn, Reynaldo, Eigenh. musikalisches Albumblatt

Hahn, Reynaldo
Eigenh. musikalisches Albumblatt
Los 2355

Zuschlag
250€ (US$ 291)

Details

Hahn, Reynaldo, französischer Komponist und Kritiker venezolanischer Herkunft, Freund Marcel Prousts und Sarah Bernhardts (1875-1947). Eigenh. musikalisches Albumblatt, signiert und datiert "Raynaldo Hahn Tours 1924". 3 Takte für Gesang. 1 S. Kl.-4°. O. O. 1924.
Die ersten drei Takte des Lieds "Offrande" nach dem Gedicht "Green" aus den "Romances sans paroles" von Paul Verlaine, niedergeschrieben auf zwei von Hand gezogenen Notensystemen: "Voici des fruits, des fleurs, des feuilles et des branches..." – Kleine Falzrisse, wenige Knicke, mit perforierter Punktbordüre. – Beiliegen: 2 eigenh. Briefe von Reynaldo Hahn, beide ohne Ort und Datum; der erste an einen Theaterdirektor, über das Engagement des berühmten Tenors Charles Rousseliere, der 1900 an der Pariser Oper debütiert hatte ("... Ni la lettre de Rousselière ni le petit reproche vivement tracé par vous dans votre carte ne me font regretter le très légitime empressement que j’ai mis à vouloir obtenir une solution qui pouvait bien tourner et que votre assentiment m'autorisait à rechercher. Tout autre à ma place, à celle de Mendès en aurait fait autant; d'ailleurs, aucune démarche n'a été faite sans un concert des puissances et nous avons, ce me semble agi le plus prudemment du monde. S'il s'était agi d'obtenir Rousselière pour l'année prochaine seulement, nous y aurions mis plus de temps, mais comme nous n’avons entamé les négociations que dans l'espoir - très vague, je le sais - de l'arracher à l'Opéra dès le mois d'avril prochain, on ne pouvait, ce me semble, aller plus lentement. Et puis, qui nous dit que cet engagement nouveau a été provoque par nous ? ... ".

Der zweite Brief ist an eine Dame, der er erklärt, wieso er ihr nicht auf einen Brief geantwortet habe ("... Vous avez du être étonnée, chez Madame Cocteau, que je ne vous parle pas de cette lettre! C'est que je l'ai reçu avant hier à Berlin où mon valet de chambre me l'a envoyée. Par je ne sais quelles complications étranges elle m'a suivi dans mon voyage, mais avec un retard de quinze jours... ").

Henze, Hans Werner
Brief 1968
Los 2356

Zuschlag
180€ (US$ 209)

Details

Henze, Hans Werner, Komponist (1926-2012). Eigh. Brief m. U. "Hans Werner Henze" und eigh. Umschlag. 1 S. Gr. 4to. Marino (Italien) 23.XII.1968.
An einen namhaften deutschen Konzertdirektor. Interessanter Brief, der - im Jahr des "Prager Frühlings" - Henzes politisches Engagement als in angenehmsten Verhältnissen lebender Salonkommunist demonstriert. Der Adressat hatte Henze dazu eingeladen, an einem Konzert-Gastspiel in Prag teilzunehmen, mit dem, wenn auch unaufdringlich, die westliche Solidarität mit den Prager Aktivisten des gewaltsam niedergeschlagenen Versuchs eines freiheitlicheren Sozialismus unterstrichen werden sollte. "... in Ihrem Brief vom 16. Dez. gefallen mir einige Dinge nicht. 1. Finde ich, dass ein Konzertzyklus in der CSSR 'im Hinblick auf die Vorfälle des 21. August 1968', von einer Seilschaft der BRD unternommen, etwas Anmassendes hat. 2. Dass die Künstler ohne Honorar spielen, das Goethe-Institut aber 'freundlicherweise' eine Summe zur Verfügung gestellt hat, verstärkt meinen Verdacht. Die CSSR und ihre Künstler haben es nicht nötig, von Institutionen der BRD 'unterstützt' zu werden ... Ich würde nach Prag gehen nur wenn ich von Tschechoslovaken dazu eingeladen wäre, als Einzelperson, und als Sozialist. Mit Ihrer Seilschaft möchte ich keinesfalls zu tun haben. Bin ich ihr Mitglied? In diesem Falle trete ich hiermit aus ihr aus. Und ich veranlasse Sie, meinen Namen nicht in Ihrem Programm erscheinen zu lassen ...". - Mehrfach gelocht.

Hiller, Ferdinand
3 Autographen
Los 2358

Zuschlag
120€ (US$ 140)

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- 3 signierte Autographen, mit Transparent-Klebstreifen am Rand zusammengeheftet. Zus. 5 S. Mit blindgepr. Monogramm "F H". Gr. 8vo. O. O. 17.IX.1878 und 27.V.1882.
An eine Dame, die zunächst um einen ungedruckten Text als Autograph gebeten hatte. Hiller antwortet: "Ungedruckt habe ich Nichts liegen, ... denn ich schreibe Nichts auf, als wenn es gedruckt werden soll. Ich habe Ihnen aber da ein paar Einfälle skizzirt u. es soll mich sehr freuen, wenn Sie sie gebrauchen können. Ein vortreffliches Wort von Goethe, das Sie doch vielleicht nicht kennen, habe ich hinzugefügt - es ist mehr werth als die meinen drei zusammengebacken ...". - Dieses Blatt mit vier Sinnsprüchen zum Thema Musik (3 von Hiller, 1 von Goethe), signiert "F H." und datiert 19.9.78, ist dem Brief (signiert "Ferd Hiller") beigeheftet. - Ein zweiter Brief an die Dame, signiert "Ferdinand Hiller" und datiert 27.5.82, ist wiederum davorgeheftet. Darin spricht er zuerst sein Beileid zu dem Verlust oder einem Unglück ihres Kindes aus und fährt dann fort: "... Ich komme kaum aus meinem Zimmer - lese, schreibe, componire u. schlage so das Leben ganz leidlich todt - das Beste was man damit anfangen kann. Sonst geht's bei uns ganz leidlich - wir sprechen sehr oft von Ihnen ...".

Hindemith, Paul
Brief 1960
Los 2359

Zuschlag
300€ (US$ 349)

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Hindemith, Paul, Komponist und Dirigent (1897-1979). Eigh. Brief m. U. "Eilgruß P. H.". 2 S. auf 2 Bl. (Bleistift). Gr. 8vo. O. O. (Nov. 1960)
Ohne Anrede an einen Musiker in München. "Mir ist etwas mulmig geworden bei dem Gedanken an das Höhertransponieren beim Singen. Beim Sopran geht es noch, die Stücke sind einfach und es sind nur drei. Aber für die Recitative dürfte es große Schwierigkeiten geben. Ich habe darum beiliegende Cembalostimme mit dem transponierten 'Evangelisten' versehen. Es müßten gleich einige Kopien davon photographiert weden: eine für Herrn KS Holm, eine für die Cembalistin und das Original für mich zum Dirigieren (sonst bekommt man Cembalo und Gambe nicht zusammen). Ihren Chorstimmen nach zu schließen nehme ich an, daß Sie schnell arbeitende Photokopisten haben. Die zum Continuo gehörende Gambenstimme schreibe ich am Sonntag ... in München ... Beiliegend finden Sie noch die drei Orchesterstimmen, zu denen auch Dubletten nötig sind ... Die übrigen Stimmen, zu denen keine Dubletten gebraucht werden, gehen spätestens morgen ab, ebenso genauer Besetzungsplan für die Gabrielis. Den Buxtehude habe ich Ihnen ja neulich dagelassen ...". - Gemäß einer Notiz auf Bl. 2 handelte es sich um ein Konzert des Bayerischen Runfunk-Symphonieorchesters in München am 15./16..XII.1960, bei dem Hindemith als Gastdirigent auftrat. Der "Evangelist" läßt auf Bachs "Weihnachtsoratorium" schließen.

Humperdinck, Engelbert
Brief 1894 an Hans Thoma
Los 2360

Zuschlag
420€ (US$ 488)

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Über "Hänsel und Gretel"
Humperdinck, Engelbert, Komponist (1854-1921). Eigh. Brief m. U. "E Humperdinck". 22/3 S. 8vo. Frankfurt a. M. 20.III.1894.
An den Maler und Illustrator Hans Thoma, der die Umschlag-Illustration für den Klavierauszug von Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel" geliefert hatte. "... Gestatten Sie, dass ich Ihnen als Ausdruck meiner Dankbarkeit für Ihre liebeswürdig entgegenkommende Mitarbeiterschaft ein Exemplar des Klavierauszuges von 'Hänsel und Gretel' übersende. Ist das Titelblatt auch nicht so gut ausgefallen, als man nach dem letzten Probedruck hätte vermuten dürfen, so hoffe ich dennoch, dass Ihnen und Ihrer Frau Gemalin [sic] das Buch als ein kleines Erinnerungszeichen nicht ganz unwillkommen sein werde. - Leider war es mir bis jetzt noch nicht möglich gewesen Sie und Ihre Frau Gemalin zu einem Besuche des Märchenspiels einzuladen, da der Zudrang des Publikums bei den ersten Aufführungen so groß war, dass ich selbst mit knapper Not Billette für meine nächsten Verwandten erhielt, welche zu den Vorstellungen nach Frankfurt gekommen waren. Sollte es Ihnen passen, nächsten Samstag oder Montag abend unser Hänsel und Gretel-pärchen mit einem Besuche zu beehren, so würde ich mich sehr darüber freuen ...". - Nach der Uraufführung von Humperdincks erfolgreichstem Werk am 23. Dezember 1893 in Weimar wurde die Märchenoper schnell von allen deutschen Opernbühnen übernommen und machte innerhalb weniger Jahre ihren Weg um die Welt. 1894 war Humperdinck noch Lehrer am Hochschen Konservatorium und Opernkritiker in Frankfurt am Main. - Gelocht.

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