Es wurden 3 Lose gefunden. Künstlerbenachrichtigung aktivieren
Los 2647Weinheber, Josef
Postkarte an Carl Meinl in Breslau
Auktion 128
Schätzung
150€ (US$ 172)
Weinheber, Josef, österr. Lyriker und Erzähler (1892-1945). Eigh. Postkarte m. U. „Josef Weinheber“. 1 S. (Kirchstetten) 26.XII.1939.
An den Hauptmann Carl Meinl in Breslau, der ihm lobend über Gedichte geschrieben hatte. Der Dichter bedankt sich. „... ich wünsche Ihnen alles Gute und Schöne von ganzem Herzen in dieser schweren Zeit. Ich rechne es mir als Gewinn an, Sie kennengelernt zu haben. Ich wäre glücklich, wenn Ihnen ‚Kammermusik’ ein wenig Freude bereitete. Es ist ja wohl ein reines Buch, kommt ganz aus dem Bereich der Kunst ...“. - Weinhebers Gedichtband „Kammermusik“ war 1939 bei Langen/Müller in München erschienen.
"mit meinem Namen besonders wertvoll"
Weinheber, Josef, österr. Lyriker und Erzähler (1892-1945). Sammlung von 4 eigh. Briefen und 4 eigh. Postkarten m. U. "Josef Weinheber". Zus. 10 S. Verschied. Formate. Mit 1 Umschlag. Wien, Inzersdorf und Kirchstetten 1940-1942.
An den Wiener Bildhauer und Medailleur Heinrich Kautsch (1859-1943). Über den Austausch von Graphiken für Weinhebers in den Anfängen befindliche Sammlung. Für Sendungen Kautschs revanchiert sich Weinheber mit Radierungen Alfred Cossmanns, darunter Weinhebers Exlibris. "... Nun hat mich also, der ich nie an solches dachte, die Sammelleidenschaft richtig gepackt. Sie haben mir sehr schöne Blätter geschickt. Aber ich stehe ja erst ganz am Anfang, kann mich also einstweilen nicht recht revanchieren. Ich schicke Ihnen ein Cossmann-Blatt meines Exlibris, das signiert ist. Es sind insgesamt 30 Blätter davon hergestellt worden. Unter den Sammlern sind Sie
der zweite Mensch, der es jetzt besitzt. Der erste ist ein Berliner, ein Buchhändler Eichstädt. Ein anderes Blatt hat mein Freund, der Dichter Kolbenheyer, der aber ebenso wie der andere, der es noch von mir besitzt, ein Baron Bethmann aus Frankfurt, für den 'Markt' nicht in Betracht kommt. Sie sind jetzt der vierte. Ich bitte Sie, das für sich zu behalten. Da ich erst begonnen habe, habe ich noch keine Doubletten ... Ich bin mit Cossmann gut befreundet, und da wird es manche Möglichkeiten geben. - Für Ihre Aufklärungen bin ich Ihnen äußerst dankbar. Ich springe ja wie ein Waisenknabe in das Ganze hinein, habe keine Ahnung von Wert und Wesen der Sache (vom Künstlerischen verstehe ich natürlich schon etwas) ... Ich möchte sofort Mitglied der Exlibris-Gesellschaft werden und bitte Sie, das in die Wege zu leiten ... Ihre schönen Blätter habe ich bereits eingeordnet, morgen kaufe ich mir eine Lupe [Wien 19.II.1940] ... Die beiden Blätter, die Sie mir zur Ansicht geschickt haben, sind sehr schön, ich möchte mich aber doch vielleicht auf zeitgenössische, deutsche bezw. oesterreichische Graphik beschränken ... Die Blätter, die Sie mir geschickt haben, möchte ich alle behalten und Ihnen dafür solche von mir geben ... Mein Blatt [d. h. wohl: Weinhebers Exlibris], ein Cossmann aus dem Jahre 1938, ist ein so schönes, reifes Kunstwerk und in Verbindung mit meinem Namen wohl auch noch besonders wertvoll. - Die 3 weggegebenen Stücke werde ich trachten, zurück zu bekommen. Ich habe mir eine nette Mappe gekauft und die Stücke alle bereits mit Kristallon-Photoecken eingeklebt. Es sieht hübsch aus ..." [Sanatorium Inzersdorf 22.II.1940]. Ferner über weiteren Graphik-Tausch und die Jahrbücher der Exlibris-Gesellschaft. Auf 2 Briefen und 2 Postkarten grüßt Weinheber mit "Heil Hitler", sonst nur "mit herzlichen Grüßen und Wünschen". Eine Ansichts-Postkarte zeigt Inzersdorf in einer Luft-Aufnahme.
"feine Leute leben im deutschen Blätterwald"
Weinheber, Josef, österr. Lyriker und Erzähler (1892-1945). 2 eigh. Briefe m. U. "Josef Weinheber". Zus. 3 S. Mit 1 Umschlag. Gr. 8vo und kl. 8vo. Wien 29.VI.1935 bzw. Kirchstetten 14.IV.1944.
Der erste Brief an den österr. Schriftsteller und Politiker Guido Zernatto (1903-1943), dem Weinheber, einen Tag vor der Abfahrt in den Urlaub, die Adresse eines Arztes für Ischias-Probleme nennt: "... Zu einer völligen Heilung (für 3 Jahre) bedarf es zumeist 5-6 Impfungen. Eine Impfung kostet 25 Schilling, aber der Erfolg ist so gut wie sicher ...". - Der zweite Brief aus Kirchstetten an eine Freundin in Dresden, die er - im sechsten Kriegsjahr - mit allerlei Bedarfsartikeln versorgt. "... Die Sache hat sich verzögert, weil wir erst zusammenkratzen mußten, was Du brauchst. Der Ortsgruppenleiter entschuldigt sich, weil der Leinsamen, sehr schwer überhaupt zu bekommen, nur in dieser gestoßenen Form zu Dir kommt ... Charlotterln kannst Du noch haben, so viel Du willst. Ich habe Dir, weil ich kein anderes Schachterl hatte, derweil die geringste Menge geschickt ...". - Der erste Brief gelocht, der zweite stark geknittert. - Dabei: Karl Heinrich Waggerl, österr. Schriftsteller (1897-1973). Eigh. Brief m. U. "H.". 1 S., in sehr kleiner Schrift. Gr. 8vo. O. O. (ca. 1935). - Ebenfalls an den Schriftsteller und Politiker Guido Zernatto, der sich krank gemeldet hatte. "... Stadtleben ist ein Leben auf kurze Sicht und das 'Ausspannen' und Erholen ist leichter geraten als getan. Aber vielleicht bist Du doch Deiner Natur und Bestimmung nach nicht für den Verschleiß in der Großstadt gebaut, ich meine im Grunde bist Du ja ein Außenseiter geblieben, der spaßhalber einmal das Rennen macht. Das alles verstehe ich sehr gut, bloß darfst Du nicht dabei zugrund gehen ... in der letzten Zeit hab ich allerhand Ärger gehabt. Kai erzählte Dir ja, daß mir wieder einmal jemand auf die Zehen gestiegen ist, und ich höre, Du denkst an denselben Namen, der auch mir gleich eingefallen ist. Dieser Herr war mir gar zu freundlich in der Sezession. Möglich wäre aber auch, daß ein gewisser Jakob Haringer der Täter ist, er hat mich einmal auf einer offenen Karte beschimpft und ist auch sonst ein Charakter, dem man so etwas zutrauen kann. Überhaupt, feine Leute leben da im deutschen Blätterwald! ...".
Weinheber, Josef, österr. Lyriker und Erzähler (1892-1945). 2 eigh. Briefe und 3 eigh. Ansichts-Postkarten m. U. Zus. 41/2 S. (Tinte und Bleistift). Gr. 4to und quer-8vo. Erlaufsee, Kroatien, Mariahilferberg und Kirchstetten (ca 1930) - 11.II.1945.
Die drei Ansichtskarten von Urlaubsreisen mit seiner Ehefrau Hedwig sind gerichtet an Dr. Hermann Fehleisen in Wien. Die beiden umfangreichen Briefe, Kirchstetten 22.I. und 11.II.1945, galten seinem Freund Spacek in Wien: "... Hier bei uns überfliegen fast täglich feindliche Geschwader die Gegend ... Jetzt haben wir fürchterlich viel Schnee und nur sehr wenig Kohle ... Wenn es halbwegs gutes Wetter ist, werde ich Euch bitten, zu uns zu kommen, oder wir kommen zu Euch. Dann kann ich Dir auch Dein Bildel geben. Der Post mag ich nichts mehr anvertrauen. Deine Sendung '7 kg Emailgeschirr und Bücher' ist in Verlust geraten. Schreib mir, ob es auch die Stiefel getroffen hat ... Susi Brockhaus hat mir auf meinen Brief nicht geantwortet, was ich für so ausserordentlich bei dieser liebenswürdigen Dame halte, daß ich annehmen muß, mein Brief an sie ist gleichfalls verloren gegangen ... Rekommandiert darf ich nicht schreiben, das dürfen nur die Bauern. Ist halt jetzt ein wenig verkehrt, die Welt! [22.I] ... Frau Susi Brockhaus hat mir das Lexikon, 'Volksbrockhaus', geschickt, 800 Seiten, sehr klein gedruckt, sehr handlich, als Provisorium. Sie schreibt mir dazu: 'Leider sind wir troz allen Fleißes am Wiederaufbau noch nicht so weit, dass wir selbst über einen 'Brockhaus', sei es einen mittleren oder grösseren, verfügen können' ...". Weinheber verspricht Spacek, ihm das Lexikon später zusammen mit dem Bild ("eine venet. Canallandschaft, Größe etwa 10 cm x 7 cm, aber strengste Miniatur") und den Stiefeln zukommen lassen ...". - Fügt einen "Wunschzettel" seiner benachbarten Bauern bei (hier nicht mehr vorhanden) [11.II.1945]. - Beiliegend 11 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte seiner Ehefrau Hedwig Weinheber, meist aus dem Zeitraum 1945-1948, an den literarischen Übersetzer Karl Anton Klammer gerichtet. - Ferner beiliegend 3 Exlibris-Radierungen, davon 1 von Coßmann für Josef Weinheber, die beiden anderen (Porträt des Dichters in 2 Varianten) von Hans Ranzoni d. J. für Hedwig Weinheber, sowie eine gedruckte Einladung zu einer Vorlesung Weinhebers.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge