Artist Index: Siebold, Philipp Franz von


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Los 2598Siebold, Philipp Franz von
Brief 1830 aus Jakarta

Auktion 117

Zuschlag
20.000€ (US$ 22,989)

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1830 zurück aus Japan
Siebold, Philipp Franz von, der große Japan-Reisende, Arzt, Botaniker und Ethnologe, lebte als einer von ganz wenigen Europäern 1823-1829 sowie 1859-1862 im isolierten Japan, brachte hochbedeutende Sammlungen nach Europa und gilt als Begründer der modernen Japanforschung (1796-1866). Eigh. Brief m. U. "Ihr Sohn Fr. v. Siebold". 31/2 S. Doppelblatt. 4to. Batavia (Jakarta) 9.II.1830.
Aus Indonesien auf der Rückreise von seinem ersten großen Japan-Aufenthalt an "meine Theuersten", womit wohl seine Mutter und sein Onkel, der als Pfarrer Vaterstelle an ihm vertreten hatte, gemeint sind. "... Glücklich von Japan entkommen bin ich nun mit dem Schiffe Java mit allen meinen Sammlungen und litterarischen Arbeiten angelangt. Die Reise selbst hat mir sehr zugesetzt, doch habe ich mich bis heute völlig gut erholt und wohne absichtlich auf dem Lande um mich für meine kurz bevorstehende Reise nach Europa zu stärken. Ausserordentliche Unfälle und Schicksale habe ich durchstanden .. nichts ist für die Wissenschaft verloren gegangen und die außerordentlich herzliche Theilnahme und die glänzende Aufnahme von meiner hiesigen Regierung entschädigte mich für alles. Wahrscheinlich, wohl sicher, gehe ich in höchstens vier Wochen mit dem Schiffe Java unter den günstigsten Winden nach Holland zurück - mit vollem Tractamente und in Commission der Niederländ. Indischen Regierung (f 375 p. Monat!) um die Ausgabe meiner Werke über Japan zu zu beschleunigen. Meine Arbeiten machen Aufsehen auf ganz Batavia, ... Sie werden Staunen! was in sieben Jahren gearbeitet ist, nicht alles durch mich doch alles unter meiner Leitung ...". Er denke z. B. an "die Bearbeitung des Gottesdienstes, wo die Brahma-Budoka Lamaisma in mehr als 300 Abbildern nachgewiesen ist ... Allein bey dreissig Wörterbüchern der Chinesischen, Japanischen Sprache, Ainosprache, Sanscrit - Mantschou - Korea - Linkin inseln befinden sich bearbeitete unter meiner Sammlung. Alle alten und neuen Münzen mehr als 1500 Stücke, von 221 Jahren vor Christus bis heute, circa 1200 Bücher [?], 600 Rollen Gemälde ... mehr als 1000 Spec. lebende Gewächse und 800 Saamen; die lebenden Gewächse sind alle noch in bestem Zustande ...". Berichtet dann, dass er bereits 1825 Tee in Samen nach Java gebracht habe, der nunmehr größte Verbreitung gefunden habe. In einem Nachwort gibt er noch Empfehlungen für die Verwendung von 2000 Gulden, die er den Adressaten im vorigen Jahr "zur Disposition gestellte habe." - Mit der Bemerkung "glücklich von Japan entkommen" spielt Siebold wohl auf den Umstand an, dass er und seine japanischen Freunde bei seiner Ausreise wegen streng verbotenenen Ausfuhrversuchs diverser Gegenstände vor Gericht gestellt und teilweise zu schweren Strafen verurteilt wurden; Siebold wurde schließlich mit lebenslänglicher Verbannung bedacht, konnte aber doch den größten Teil seiner Sammlungen mitnehmen. - Aus der Sammlung Künzel. - Von großer Seltenheit.

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Los 2599Siebold, Philipp Franz von
Brief 1835+ signierte Beilage

Auktion 117

Zuschlag
9.000€ (US$ 10,345)

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32 japanische Malereien für 200 Gulden
- Eigh. Brief m. U. "von Siebold" nebst einer gleichfalls signierten Beilage. Zus. 31/2 S. 1 Doppelblatt, 1 Einzelblatt. Gr. 4to. Leyden 15.XII.1835.
Wohl an den (nicht genannten) Wiener Botaniker und Sinologen Stephan Ladislaus Endlicher, Bibliothekar an der Hofbibliothek, später Professor und Direktor des Botanischen Gartens (1804-1849), dem Siebold Verzeichnisse der japanischen und chinesischen Bücher und Münzen sendet, die er durch einen Spediteur an die k. k. Hofbibliothek geschickt habe. "... Die Sammlung ist in eine Kiste, bezeichnet PVS no 1 verpackt ... Aus dem Verzeichnisse können Sie einstweilen ersehen, welche gute Auswahl ich getroffen und welche kostbare Seltenheiten Sie durch meine Verwendung erhalten. Ueber den Werth dieser litterarischen und numismatischen Seltenheiten habe ich mich bereits in meinem früheren Schreiben ausgesprochen; ich will nur noch wiederholen, daß man Jap. Bücher und Karten nicht denen Schinesischen gleichstellen darf: Jene übertreffen in wissenschaftlicher und technischer Hinsicht bei weitem diese und die geringe Anzahl, die man davon in Europa besitzt, stellt sie unter die seltneren orientalischen Schriften. Noch muß ich bemerken, daß ich ein Porte feuille mit japanischen Malereyen und Handzeichnungen nach den verschiedenen Schulen geordnet, beigefügt habe; Sie gehören meinem Freunde de Villeneuve, früher mein Zeichner auf Japan, wollen Sie diese interessante Sammlung für die Hofbibliothek nehmen, dann können Sie dieselbe für f 200 haben, wo nicht, dan [!] haben Sie die Güte dieselbe einstweilen in Verwahrung zu nehmen ...". Nennt dann die Preise und Zahlungsziele für die Sammlungen von Münzen, Büchern und Karten. "... Den Preis der Schinesischen Bücher setze ich, wenn sie für Sie sind, auf f 125 Münze. Sie sind in blaues Papier eingepackt um sie beim Auspacken sogleich zu erkennen. Ich hielt es für anständig und rathsam betreffend die Versendung, Preise und Zahlungs Termine ein Schreiben an S.[eine] E.[xzellenz] den Herrn Grafen Dietrichstein beizulegen. Uebergeben Sie es ihm gefälligst nebst den Verzeichnissen ... Der erwähnten Kiste habe ich einige Päcke und Briefe beigepackt, die ich Sie bitte zu besorgen, nämlich: 1 Pack und Brief an S.[eine] D.[urchlaucht] Fürst Metternich ... 1 Pack an Baron Jacquin, 1 Pack an Dr. Reichenbach, 2 Päcke an Soc. flor. St. Helenae. - Es ist alles, was ich auf St. Helena wild wachsend gesammelt habe und hat in so ferne einigen Werth um eigentlich zu wissen, was da vorkommt. Wenn Sie die Pflanzen bestimmt haben, bitte ich mir bloß ein Verzeichniß davon aus ...". - Die erwähnten Listen der Bücher und Münzen liegen hier nicht mehr bei, aber das eigenhändige "Verzeichniß Japanischer Malereyen nach den verschiedenen Schulen geordnet" (11/4 S. Gr. 4to.), mit der Beschreibung von 32 Blättern, am Schluß signiert "von Siebold". - Interessantes Material über die Auswertung von Siebolds Japan-Sammlungen.

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[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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