Es wurden keine Lose gefunden. Künstlerbenachrichtigung
Los 512Nover, Lorenz
Die Verschwörungen und Revolutionen
Auktion 128
Schätzung
600€ (US$ 690)
Nover, Lorenz. "Die Verschwörungen und Revolutionen des neunzehnten Jahrhunderts." Deutsche Kurrent-Handschrift auf Papier. 418 num. S., 21 Bl. alphabet. Griffregister. 32,5 x 20 cm. Halbleinen d. Z. (etwas fleckig) mit handschr. Titelschild. Giessen 1860.
Der Verfasser, der Kriminalist Lorenz Nover, wurde 1812 in Seligenstadt (Kreis Offenbach) geboren und starb 1888 in Darmstadt. Die Stationen seines beruflichen Werdeganges listet die "Hessische Biografie" auf(https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16626_nover-lorenz):
schon frühzeitig Aushilfe des Landrates, des Bürgermeisters und des Steuereinnehmers in Seligenstadt, 1.5.1827-1832 Gehilfe des Landrates Hardy in Seligenstadt, 16.10.1832 Aktuariatsgehilfe am Landgericht Groß-Steinheim, ab März 1833 Protokollführer, 1835 nach Verlegung des Landgerichts nach Seligenstadt dort Aktuariatsgehilfe, Mitglied des Gemeinderates, Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse und Sekretär der Armenkommission in Seligenstadt
27.5.1840 Aktuarprüfung, 1842-8.6.1848 Polizeikommissar in Offenbach am Main, ehrenamtlich Direktor des bürgerlichen Hospitals und Vorsitzender der Armenkommission in Offenbach am Main, 22.9.1848 Aktuar, später Inquirent ans Verhöramt Frankfurt am Main, beteiligt an den Ermittlungen zur Ermordung von Fürst von Lichnowsky und Hans von Auerswald, ab 1849 Untersuchungsrichter am Frankfurter Appellationsgericht, 3.6. zum 29.7.1850 Polizeikommissar in Gießen
3.2.1854 Verleihung der österreichischen Großen goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft, 26.12.1858 Ernennung zum Polizeirat, 16.10.1863 Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des preußischen Kronenordens IV. Klasse, 25.8.1864 Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, 1.11.1875 Ruhestand, 9.1876 Umzug nach Darmstadt.
Demnach verfasste Nover als Polizeikommissar und Polizeirat in Gießen die hier vorliegende Denkschrift, in der er die "revolutionären Umtriebe" seiner Zeit eingehend schildert. Die Kapitelüberschriften geben einen Eindruck vom weit gespannten Inhalt der behördlichen Abhandlung: Die revolutionären Verbindungen in den Jahren 1814 bis 1833, Umtriebe im Großherzogtum Hessen, Der Männerbund, Das junge Europa, Der deutsche Bund der Geächteten, Die communistische Partei, Kirchliche und politische Bewegungen, Die Revolutionen in den Monaten Januar, Februar und März 1848, Die Gründung politisch-revolutionärer Vereine vom Frühjahr 1848 an, Centralisation und Organisation der revolutionären Vereine, Steigende Aufregung - Vorbereitungen zum Kampf, Aufruhr zu Frankfurt a. M. am 16., 17. und 18. September 1848, Die Ermordung des Fürsten Lichnowski und des Generals v. Auerswald, Zweiter Aufruhr in Baden im September 1848, Aufruhr in Würtemberg, Der zweite Congress der Democraten Deutschlands, Revolutionen in Ungarn, Wien und Berlin im Herbst 1848, Der Wehrbund 'Hilf-Dir', Vorbereitungen zu den Revolutionen des Frühjahrs 1849, Revolution in Sachsen im Mai 1849, Der Congress der verbundenen März-Vereine am 5. und 6. Mai 1849, Volksbewaffnung, Die Revolutionen in Baden, Rheinbaiern, Hessen und verschiedenen preußischen Städten im Mai und Juni 1849, Das Rumpf-Parlament, Der Turner-Bund, Die Arbeiter-Vereine nun die Arbeiter-Verbrüderung, Der Communisten-Bund, Der Grütli-Verein, Der Todten-Bund, Das revolutionäre Treiben aller Parteien in der neuesten Zeit, Die Comités der revolutionären Parteien. Am Schluss ein Namenregister. Das letzte Blatt ist im weißen unteren Rand mit einem amtlichen Stempel versehen: "Gr.Hess.Polizei-Verwaltung d. Provinzial-Hauptstadt Giessen".
Die Denkschrift befindet sich im Original lt. Onlineeintrag des "Retrokataloges Hebis" (http://orsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=1.50/PPNSET?PPN=835922332) im Nachlass Novers in der Frankfurter Außenstelle des Bundesarchivs. Offenbar wurde Novers Schilderung zu einem Standardwerk der Polizeibehörden in der Restauratonszeit nach 1848 sodass sie in mehreren Abschriften in Umlauf kam. In den 1960er Jahren erschien in Frankfurt ein Nachdruck in Faksimile mit Auszügen aus der Denkschrift, da Novers akribische und fundierte Arbeit als historische Quelle für die reaktionäre Nach-1848er-Zeit Geltung bekam. – Schnitt etwas fleckig, ansonsten sauber. - Äußerst seltenes historisches Dokument von musealem Charakter.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge