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Los 2667Junghuhn, Franz Wilhelm
Notizen Junghuhns + Beigaben: Briefe von J. K. Hasskarl. 1860-1876
Auktion 128
Schätzung
450€ (US$ 517)
Junghuhn, Franz Wilhelm (1812-1864). 4 Bl. mit eigenhändigen Federskizzen von Blüten sowie botanischen Notizen in latein. Sprache. Verschied. Formate. O. O. u. J.
Aus Junghuhns Aufzeichnungen geschnittene Notizen botanischen Inhalts und Federskizzen, davon 2 Bl. von zeitgenöss. Hand bezeichnet: "Junghuhn". - 1 Bl. wohl infolge Luftfeuchtigkeit etwas stockfleckig. - Junghuhns abenteuerliches Leben und überragende Leistungen (Flucht aus Festungshaft, französ. Fremdenlegion, Reisen und Wirken in Indonesien etc.) sind inzwischen in zahlreichen Veröffentlichungen gewürdigt. - Dabei: Justus Karl Hasskarl, dt. Reisender und Naturforscher, Südostasien-Spezialist, lebte 10 Jahre auf Java, bereiste 1852-1854 im Auftrag der holländ. Regierung Peru, um Chinarinden-Setzlinge für die Anpflanzung auf Java zu beschaffen; später in Cleve ansässig, bearbeitete er die Werke Junghuhns (1811-1894). 7 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Hasskarl". - Zus. ca. 14 S. Gr. 8vo und die Karte. Cleve 1873-1876. - An den Botaniker und Geheimrat Prof. Ludwig Reichenbach in Dresden. Über Botanische Gärten, wiss. Gesellschaften, Kollegen, Fachliteratur, Fragen der Botanik und den 84. Geburtstag Reichenbachs. - 1 Brief mit ausführlichem Antwort-Konzept des Botanikers Sulpiz Kurz versehen. Die Briefe von Hasskarl teilweise mit Defekten oder Flecken am Rand. - Insgesamt 12 Teile.
Los 2668Junghuhn, Franz Wilhelm
Umfangreicher Brief aus Java an einen deutschen Botaniker. 1845
Auktion 128
Schätzung
800€ (US$ 920)
Junghuhn, Franz Wilhelm, der bedeutende dt. Indonesien-Forscher, Arzt, Geologe, Botaniker und Landvermesser, lebte lange auf Java und Sumatra, pflanzte Chinarinden-Bäume an und schuf die erste und grundlegende physikalisch-geographische Beschreibung Javas (1809-1864). Eigh. Brief m. U. "Fr. Junghuhn". 2 S. Folio. Medinie bei Semarang (Java) 30.IV.1845.
Aus Java an den (nicht genannten) Botaniker Ch. G. D. Nees von Esenbeck (1776-1858) in Deutschland, den er als seinen "theuren Freund und Gönner" anredet. Umfangreicher, wichtiger und wertvoller Brief, in dem Junghuhn ausführlich über seine Aktivitäten seit 1844 berichtet: die Erforschung Ostjavas, Bezug eines "einsamen Hauses" am "NordAbhange des Berges Unggarang" und seine botanische Sammeltätigkeit. In diesem Jahr erschien das erste von Junghuhns Hauptwerken: "Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java" (Magdeburg 1845, herausgegeben von Nees van Esenback), und der Forscher erbittet Belegexemplare: "... Ich warte mit Sehnsucht auf spätere Nachricht von Ihnen und auf die Ankunft von einigen Exemplaren meiner Reisen, - deren endliche Publicirung ich in einem öffentlichen Blatte vernommen habe". Breiten Raum des Briefes widmet er dann der Behandlung und der Zukunft seiner naturwissenschaftlichen Sammlungen. Die Zeichnungen, die nicht publiziert würden, erbittet er zurück: "... Denn wenn sie auch sonst nicht brauchbar sind, so wird doch ihr Anblick mir in späteren Jahren manchen Genuss verschaffen können ... Sie wissen, dass mein Herbarium, das sich in Ihren Händen befindet, mir manche Mühe und auch manche Auslagen gekostet hat. Ich habe mich dieser gern getröstet, in der Hoffnung, Ihnen mit diesen Pflanzen einige Freude und der Wissenschaft Nutzen zu verschaffen. - Ich möchte aber auch gern, wenn ich nach Deutschland zurückkomme, selbst etwas haben, und mich in späteren Tagen an meinem Gesammelten freuen, also den Besitz meines Herbariums für mich gesichert sehen ...". Trifft dann langfristige Verfügungen über die Behandlung und Zukunft seiner Sammlungen. - Junghuhns Wirken, das oft mit dem Alexander von Humboldts verglichen wurde, erfuhr später in Deutschland, den Niederlanden und Indonesien zahlreiche Ehrungen und ist heute durch einen besonders umfangreichen Artikel bei Wikipedia gewürdigt. - Aus der Sammlung Künzel; sehr selten.
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