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Los 2518Gutzkow, Karl
4 Briefe an einen Schauspieler. 1863-1874.
Auktion 127
Schätzung
550€ (US$ 625)
Über Stadt- und Burgtheater in Wien
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 4 eigh. Briefe m. U. "Gutzkow". Zus. 11 S. Gr. 8vo. Weimar, Kesselstadt, Berlin und Wieblingen 1863-1874.
Zumindest drei der Briefe an einen hochrangigen Wiener Schauspieler. Zunächst über Abdruck eines Artikels, dann über die Tantièmen- und Spielplanpolitik des Wiener Stadttheaters unter Heinrich Laube, die vom Adressaten angegriffen wurde. Gutzkow geht ausführlich darauf ein und beklagt die Missachtung seiner Dramen und Lustspiele. "... Da ich mir in meiner ländlichen Zurückgezogenheit die Neue Fr.[eie] Pr.[esse] halte, so bin ich mit allen Vorgängen am Stadttheater vertraut, lese aber, durch Erfahrung belehrt, Manches zwischen den Zeilen. Was? kann ich nicht sagen. Denn ich will nicht gegen Laube polemisiren. In den letzten Monaten seiner Direktion hat er sich meiner mit Wärme erinnert ... Daß ich die Gunst (d. h. die Existenzmittel) am Burgtheater durch meinen Contrakt mit dem Stadttheater verscherzte! Anderthalb Jahre ignorirte mich Dingelstedt. Erst jetzt hat er mich bei Probegastspielen einmal wieder angesetzt. Warum gieng Laube nicht an Zopf u. Schwert, selbst 'Werner oder Herz u. Welt', eine immer gefüllte Burgtheatervorstellung, könnte versucht werden. Am Burgtheater werden Stücke von Mosenthal, Weilen, Bauernfeld conservirt, die längst an den übrigen deutschen Bühnen nicht mehr existieren. Bei gutem Willen könnte nach Ella Rose oft manches Andre dort wiederholt werden, womit Sie sich freilich nicht beschweren mögen. Die ganze dramatische Periode von meinem Wullenweber an bis ich es müde wurde, ward mir durch Küstner u. die Birchpfeiffer [sic], durch Laube u. die Censur ruinirt. Ewige Ablehnung u. die Birchpfeifferei aus jedem neuen Roman - wer wollte da noch mitmachen? Ihr geniales Darsellungstalent ist meinem La Roquette zugute gekommen. Schade, eine Figur wie Wallmuth im Ottfried (aber neuste Ausgabe bei Costenoble!) wäre so recht geeignet für einen Darsteller, der nicht wie La Roche alles ins leere Possenhafte hinüberzieht, sondern in der Komik noch einen Kern zu bewahren versteht, einen quasi ernsten Charakter. Schade, daß sich kein entschlossener fester Wille je an meine 'Komödie der Besserungen' gewagt hat ...".
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). Eigh. Brief m. U. "Gutzkow". 12/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. (Weimar) 10.IV.1863.
An eine Dame. "... Sie machen mich glücklich, daß sich der gestrige Schicksalsspruch: Sie reisen am Abend ab! versagt hat und ich Sie doch noch heute sehen soll. Obgleich ich mich leider nicht recht wohl fühle, so ist doch mein Tag heute schon ziemlich eingetheilt - von 1 bis 7 bin ich kaum meiner Herr. Ich denke, ich poche bei Ihnen um 11 Uhr, also binnen einer Stunde an. Denn daß Sie zu mir kommen wollen, wäre von Collegen gegen Collegin zu viel verlangt ...".
Los 3271Gutzkow, Karl
Uriel Acosta. Der Saduzäer von Amsterdam
Auktion 116
Zuschlag
550€ (US$ 625)
Gutzkow, Karl. Uriel Acosta. Der Saduzäer von Amsterdam. 2 Bl., 76 S., 2 Bl. Mit zahlreichen Illustrationen von Franz Kolbrand. Blauer Maroquinband d. Z. (Kapitale leicht berieben, Rücken leicht lichtrandig und mit kleiner Schabspur) mit Rückenfileten, goldgeprägtem RTitel, Deckelfileten in stilisiertem Wellenmuster, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfgoldschnitt. München, Hans von Weber, 1922.
19. Dreiangeldruck. Rodenberg 418,19. – Eines von 650 Exemplaren der Normalausgabe (Gesamtauflage: 725). – Sehr schönes und sauberes Exempar im (nicht signierten) Meistereinband des in Leipzig und später in Darmstadt tätigen Buchbinders Ernst Rehbein.
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). Konvolut von 19 eigh. Briefen m. U. "Gutzkow". Zus. ca. 38 S. Meist gr. 8vo. 1845-1877.
Wertvolle Briefsammlung, meist an den Verleger J. J. Weber in Leipzig, bei dem die Gesamtausgabe seiner "Dramatischen Werke" (1842 ff.) erschien, bzw. an die Redaktion der "Novellen-Zeitung", die er ebenso wie Webers "Theaterzeitung" mit Beiträgen belieferte. Zur Sprache kommen einige seiner Theaterstücke und Romane, seine Zeitschrift "Unterhaltungen am häuslichen Herd" und auch seine Tätigkeit als Sekretär der "Schiller-Stiftung" (1861-1864). - Dabei: eine Postkarte von Bertha Gutzkow sowie 2 Stahlstich- und 2 Holzstich-Porträts Gutzkows und weitere gedruckte Beilagen.
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). Eigh. Brief m. U. "Gutzkow". 2 S. Gr. 8vo. Dresden 5.V.1853.
Als Herausgeber der "Unterhaltungen am häuslichen Herd" (Briefkopf) an einen "Herrn u. Gönner", der ihn auf mögliche Stoffe und Beiträge aufmerksam gemacht hatte. "... Das Tischrücken ist so von dem Tischklopfen verdrängt worden u. beide Fragen bei der großen Mehrzahl wieder von der Vernunft, daß ich eigentlich nicht mehr auf diesen Gegenstand zurückkommen möchte. Auch hat die Mittheilung aus dem 'Cosmos' ein etwas zu altes Datum. - Einige der hervorragendsten Parthien über die Pendelbewegungen, die Irritation des Auges u. mehres von dieser Parthie möcht' ich auszugsweise geben ...". Erwähnt Artikel von Heinrich Porges und Berthold Auerbach und beklagt: "An populär wissenschaftlichen Beiträgen leid' ich großen Mangel ...".
Gutzkow, Karl. Konvolut von 7 Werken in 13 Bänden. Oktavo. Verschiedene Einbände. Verschiedene Orte und Verlage. 1842-1880.
Vorhanden sind: I. In bunter Reihe. Briefe, Skizzen, Novellen. Breslau, Schottländer, 1878. - II. Aus der Knabenzeit. Frankfurt, Literarische Anstalt, 1852. - III. Die neuen Serapionsbrüder. 3 Bände. Breslau, Schottländer, 1877. - Innengelenke angeplatzt. - IV. Die Paumgärtner von Hohenschwangau. Historischer Roman. 3 Bände. Breslau, Schottländer, 1880. - V. Der Zauberer von Rom. Dritte Auflage. 4 Teile in 2 Bänden. Leipzig, Brockhaus, 1869. - Innengelenke geplatzt. - VI. Vermischte Schriften. Bände I-III (statt 4). 2 Bände. Leipzig, J. J. Weber, 1842. - VII. Ein Mädchen aus dem Volke. Bilder der Wirklichkeit. Prag und Leipzig, 1855. - Aus der Reihe "Album. Bibliothek deutscher Originalromane der beliebtesten Schriftsteller".
Gutzkow, Karl. Die rothe Mütze und die Kapuze. Zum Verständnis des Görres'schen Athanasius. 2 Bl., 140 S. 17,5 x 11 cm. Pappband d. Z. (OUmschlag aufgezogen). Hamburg, Hoffmann und Campe, 1838.
Goedeke VI, 206, 48a (Görres). Borst 1872. – Erste Ausgabe der gegen Görres gerichteten Kampfschrift. Gutzkow schaltete sich damit in die Auseinandersetzungen zwischen dem Kölner Erzbischof von Droste und dem preußischen Staat ein. Die Broschüre wurde, obwohl sie weitgehend die preußische Position vertrat, genauso wie der "Athanasius" verboten.
Gutzkow, Karl, Dramatiker und Dramaturg, zeitkritischer Romancier und Publizist, Hauptvertreter des Jungen Deutschland (1811-1878). Eigh. Billet m. U. "Ihr Gutzkow". 1 S. (Wohl Frankfurt a. M.) 15.VII.1845.
An einen "verehrten lieben Freund". "... dem durchreisenden Lustspieldichter Bauernfeld zu Ehren hab' ich auf Morgen um 2 Uhr bei mir ein bescheidenes Mittagsmahl angesetzt. Möchten Sie daran theilnehmen? Dieser schriftliche Gruß kommt früher als mein persönlicher, den ich noch nachhole ...". - Am oberen Rand vom Empfänger mit dem Namen "Karl Gutzkow" bezeichnet; rückseitig Montagespur.
Gutzkow, Karl, Dramatiker, Erzähler und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, heute oft unterschätzt und zu Unrecht vergessen (1811-1878). Eigh. Brief m. U. "Gutzkow". 2 S. Gr. 8vo. O. O. (1848/1849).
An Franz Pokorny (1797-1850), Direktor des Theaters in der Josefstadt in Wien. "... Sie geben meine Stücke, so wie ich höre, mit Erfolg, selbst für die Kasse. Da das Burgtheater u. Hr. Carl darauf reflectiren, so komm' ich in den Fall einer pekuniären Benachtheiligung. Das Burgtheater zahlt Tantième, Herr Carl offerirt selbst für meine gedruckten Sachen entsprechende Honorirung. - Der Name: Pokorny ist in der Theaterwelt so gefeiert, daß ich weiß, es braucht nur dieser wenigen Zeilen (die ich ohnehin in der schmerzlichsten Aufregung über eine Krankheit meiner Frau schreibe), um Sie zu veranlassen, mich etwas von den Früchten der neuen Wiener Freiheit genießen zu lassen. Ich erwarte, daß Sie mir Zopf u. Schwert u. Urbild des Tartüffe zwar nicht so honoriren, als hätten Sie sie im Manuskript empfangen, aber das weiß ich: Sie geben mir Gelegenheit, in der Wiener Journalistik anzeigen zu können, Pokorny benahm sich gegen den Verfasser in gewohnter nobler Weise! ...". Erbittet für vergangene wie künftige Aufführungen seiner Werke 5 % der Einnahmen. - Charakteristischer Brief für die Aufführungs- und Tantièmenpraxis der Zeit. Pokorny, der leider bereits 1850 starb, war in der Tat für Fairness gegenüber den Autoren wie überhaupt für Wohltätigkeit bekannt. - Kleiner Ausriss am unteren Rand. - Beiliegend eine Postkarte an einen Heidelberger Mediziner: "Dr. Gutzkow u. Familie werden sich die Ehre geben" (Heidelberg 1876).
"Langeweile in Weimar"
- Eigh. Brief m. U. "Gutzkow". 31/4 S. Gr. 8vo. Weimar 9.VII.1862.
Wohl an den Schriftsteller und Journalisten Robert Giseke (1827-1890), der seit dem Vorjahr in Coburg lebte. Umfang und inhaltsreicher Brief über deutsche Journalistik, über Ärger mit der Schillerstiftung und den neuesten Roman von Karl Frenzel. Bedauert, daß er Giseke trotz räumlicher Nähe nicht öfter begrüßen könne. "... Freilich sind zwei Redakteure stabile Pflichtmenschen, wovon ich mich bei einer Reise überzeugt, die ich nach Süddeutschland zu machen wagte; sage, wagte; der gespenstische Schatten von Correkturen, Redaktionssorgen folgte mir überall nach. In München gedachte ich Ihrer bei Ihres Freundes [Julius] Knorr Ankauf der N. Nachrichten. Warum citirt er Sie nicht als Redakteur? - Ich sagte Schlönbach, den ich in Hildburgh. sah: Wie kommt Rudolf Genée dazu, Robert Giseke zu folgen? Ist der Herzog so geizig, die zu den Leitartikeln wahrscheinlich geschnittenen Initialen R. G. nicht umgießen zu wollen? Dann ist Genées Nachfolger Rudolf Gottschall. - Gefall' es Ihnen dort! Sie sind eine treufleißige Arbeitsnatur u. hadern nicht leicht mit Gold, wenn er Sie nur einigermaßen in Ruhe läßt. Die Theatersaison hält Sie en courant Ihrer alten Neigungen. Langeweile - die haben wir auch in Weimar als classische Gräberhüterin! - Die Coburger Zeitung hab' ich hier noch nirgend gesehen, ein Beweis, das [sic] Sie mit Ihrem Wirken eine Zukunft haben. Es lassen sich viel neue Abnehmer gewinnen ...". Nach ausführlicher Erörterung von grundsätzlichen Problemen innerhalb der Schillerstiftung (Bestrebungen der Verlegung von Weimar nach Dresden; er erwähnt Friedrich Anton Serre, Rückert und Gerstäcker), kommt Gutzkow noch auf "Die drei Grazien", den neuesten (Schlüssel-) Roman des Feuilleton-Redakteurs der "Berliner Nationalzeitung", Karl Frenzel, zu sprechen. "... Frenzel hat ja in seinen 3 Grazien Ihren Herzog wieder an einer neuen Seite gefaßt, als Vater einer Tochter, die ihm eine Italiänerin gebar. Was dem armen Fürsten alles passiren muß, ist unglaublich u. Frenzels Absicht räthselhaft ... Was anderes als sie kann 'Ottilie Lieblich' sein? Ich wäre begierig, Ihr Urtheil über den Roman zu hören. Dem Kritiker der Nationalzeitung huldigen die ersten Namen durch absolute Unterwerfung. Da ich Frenzel so schätze u. liebe, ist mir die Unmöglichkeit, den Dichter in ihm dem Kritiker gleichzustellen, ein wahrer Schmerz."
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