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Caucig, Franz, österr. Maler und Zeichner, lebte 1779-1797 mit kurzer Unterbrechung in Italien, davon 1791-1797 in Venedig, ab 1799 Professor und schließlich Direktor der Akademie der bildenden Künste in Wien (1755-1828). Dokument über seine Spesen in Venedig, unterzeichnet von zwei hohen Staatsbeamten des Kaiserreichs. 1 S. Mit rotem Wappensiegel. Gr. 4to. Wien 22.V. und 4.VI.1793.
Der vorletzte österr. Botschafter in der Republik Venedig, Carl Graf von Breuner-Enckevoirt (1740-1796) läßt sich aus der Kasse der Wiener Akademie der bildenden Künste 635 Gulden für den in Venedig lebenden Maler Franz Caucig auszahlen. Die Anweisung hierzu ist unterzeichnet von Caucigs langjährigem Gönner und Förderer, dem Grafen Philipp von Cobenzl (1741-1810), der seit 1779 Vizestaatskanzler in Wien und seit 1793 Kanzler für die italienischen Provinzen war. Das Dokument lautet im Ganzen: "Der k. k. Niederländische und Italienische Zahlmeister Herr Johann Nepomuck Stiegenkorb wird Seiner Exzellenz dem Herrn Grafen Breüner k. k. Bottschafter in Venedig Sechs Hundert Fünf und Dreißig Gulden aus der Cassa der Akademie der bildenden Künste auszahlen für Auslagen, die allda von dem Maler Caucig gemacht worden, und diese Summa gehörig in Rechnung bringen. Wien den 22ten May 1793. - Cobenzl". - Weiter unten quittiert Graf Breuner am 4. Juni 1793 den Empfang mit ebenfalls eigenhändiger Unterschrift: "Carl Graf v Breuner, k k. Botschafter in Venedig". Daneben das schön erhaltene Siegel mit Breuners Wappen.
Los 6767Caucig, Franz
Die Himmelfahrt und Krönung Mariae
Auktion 116
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
5.625€ (US$ 6,392)
Die Himmelfahrt und Krönung Mariae.
Feder in Braun, grau laviert auf zwei zusammengefügten Bögen, original hinter ein Passepartout aus blauem Papier montiert. 182 x 69 cm (Passepartoutausschnitt). Um 1800.
Die erste Schaffensperiode von Franz Caucig fällt in das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts, in eine Zeit also, in der sich der Neoklassizismus ausgehend von Frankreich als vorherrschende Kunstanschauung europaweit durchsetzte. Der aus Gorizia an der heutigen italienisch-slowakischen Grenze stammende Künstler begann seine Ausbildung an der Wiener Akademie und setzte sie ab 1779 in Bologna und Rom fort. In der Ewigen Stadt war soeben Giovanni Battista Piranesi als letzter großer Nachfolger des Spätbarocks gestorben, Jacques-Louis David vollendete den Schwur der Horatier, Johann Joachim Winckelmanns ideelles Erbe war allgegenwärtig, kurzum: Rom avancierte zu einem Zentrum klassizistischer Kunst. Caucig studierte an der renommierten Académie de France und ging im stimulierenden Ambiente der Stadt auf: Er mietete sich im gleichen Haus von Joseph Bergler und Felice Giano ein, zu seinen Bekannten und Freunden zählten Angelika Kauffmann, Antonio Canova und Heinrich Friedrich Füger. Dem beinahe zehnjährigen Italienaufenthalt folgte unterbrochen von vier Jahren in Wien ein zweiter, der ihn 1791 für einige Monate nach Mantua und anschließend bis 1797 nach Venedig führte. Nach seiner endgültigen Rückkehr nach Wien trat er 1798 als Professor in die Akademie ein, der er ab 1820 als Direktor vorstand und von wo aus er die Ideale eines rigorosen Klassizismus energisch postulierte.
In seiner Malerei sind die strenge und klare Formsprache sowie leuchtende Farbigkeit Ausdruck dieser künstlerischen Gesinnung. Freier und letztlich virtuoser drückte er sich hingegen im Medium der Zeichnung aus. Gerade das gewaltige Format des vorliegenden Werks erlaubt es Caucigs präzise, lineare und treffsichere Gestaltungsweise im Detail zu studieren. Die dynamische Komposition strebt in einem vielfigurigen, wohlarrangierten Strom nach oben und demonstriert, dass der Künstler während seiner italienischen Wanderjahre auch die barocken Meister rezipierte. Für eine Auftragsarbeit spricht das Aufgreifen einer biblischen Historie, da sich Caucig ansonsten überwiegend mythologischen und antiken Stoffen widmete. Das ungewöhnliche Format, die einen Rahmen suggerierende Passepartourierung sowie die bildmäßige Abgeschlossenheit lassen vermuten, dass es sich um ein Präsentationsstück handelt, das dem Auftraggeber für die Zustimmung eines geplanten Gemäldes vorgelegt wurde. Zu den wichtigsten Förderern Caucigs gehörte Philipp Graf von Cobenzl, der sich bis zu seinem Tod 1810 unermüdlich um den Künstler bemüht machte und ihm nicht nur die Italienaufenthalte ermöglichte, sondern auch die Karriere an der Wiener Akademie. Es ist schriftlich überliefert, dass Caucig für den Grafen unter anderem eine Reihe von Szenen aus dem Marienleben schuf, darunter eine Himmelfahrt (vgl. Hans Heinrich Füssli: Allgemeines Künstlerlexicon, Erster Abschnitt, Zürich 1806, S. 179; Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon, Erster Band, München 1835, S. 443). Zwar ist keines dieser Gemälde überliefert, doch legt das für Caucig seltene Sujet nahe, dass es sich bei unserer Zeichnung um die Vorstudie für die verschollene Himmelfahrt handeln dürfte.
Provenienz: Privatsammlung Wien.
Los 6528Caucig, Franz
Patroklos vor dem Scheiterhaufen
Auktion 112
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
4.500€ (US$ 5,114)
Zwei Frauen beweinen den toten Patroklos vor dem Scheiterhaufen.
Feder in Grau, grau laviert. 25,2 x 36,8 cm. Signiert und datiert: "Franc.o Caucig (1)827".
Der aus der slowenischen Stadt Gorizia stammende Maler Franz Caucig studierte zuerst an der Wiener Akademie und bildete sich ab 1779 in Bologna und Rom weiter, wo er sich dem Neoklassizismus zuwandte und freundschaftliche Beziehungen zu Felice Giani und Antonio Canova anknüpfte. Caucig verbrachte insgesamt ein Jahrzehnt (1781-1791) in der Ewigen Stadt und begab sich anschließend nach Mantua, wo er im Auftrag der Wiener Akademie Gipsabgüsse antiker Skulpturen und Zeichnungen nach Werken alter Meister anfertigte. Ein längerer Studienaufenthalt in Venedig (1791-97) bildete den Abschluss der italienischen Wanderjahre. Nach seiner Rückkehr nach Wien erhielt Caucig 1798 eine Professur an der dortigen Akademie und war seit 1820 Direktor dieser Lehranstalt.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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