Artist Index: Ambrogio degli Albonesi, Teseo


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Los 2475Ambrogio degli Albonesi, Teseo
Introductio in Chaldaicam linguam, Syriacam, atque Armenicam

Auktion 123

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6.000€(US$ 6,452)

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ALTE DRUCKE VOR 1600

Rarissimum der frühen Orientalistik

Ambrogio degli Albonesi, Teseo. Introductio in Chaldaicam linguam, Syriacam, atque Armenicam, & decem alias lingua. 215 nn., 1 w. Bl. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre, 2 ganzseitigen Textholzschnitten, Titel und einige Textseiten mit Typographie in Rot und Schwarz. 20 x 14,6 cm. Pergament des 18. Jahrhunderts (Rücken stärker brüchig, teils Bezug hier und am Vordergelenk abgelöst mit größeren Fehlstellen, leicht fleckig) mit goldgeprägtem RSchild. (Pavia, Giovanni Maria Simonetta), 1539
EDIT16 CNCE 816. Moritmer 20. Adams A 957. IA 104.625. Bobzin 2000. Coakley, 2006. Fiano 2018. Nestle 1904. Smitskamp 1976, 1997. Strohmeyer 1996. Terenzio 1860. Wilkinson 2007a. – Erste Ausgabe der ersten gedruckten Grammatik der syrischen und armenischen Sprachen, hier im zweiten Druck. So lautet der Druckvermerk: "Excudebat Papiae. Ioan. Maria Simoneta Cremonensis ... Anno à virginis Partu. 1539. Quinto Kal. April" (beim ersten Druck: "Kal. Martij").

Teseo Ambrogio degli Albonesi (1469-1540) war der Autor einer beträchtlichen Anzahl von Texten wie z. B. eine lateinische Übersetzung der maronitischen Liturgie, ein Evangelium auf Arabisch, ein hebräisch-lateinisches Vokabular etc. Seine Introductio in Chaldaicam linguam war das einzige Werk, das er je in Druck gab. Die Introductio ist somit das erste Werk, in dem syrische und armenische Schriften auch typographisch abgedruckt sind. Alles deutet darauf hin, dass Ambrogio selbst die Schrift des Elias bar Abraham für die syrische Schrift zum Vorbild genommen hat. Es handelt sich also um ein Rarissimum der frühen Orientalistik: "The earliest Syrian and Armenian grammar printed" (IA).

Das Werk beginnt mit einer Beschreibung der serbischen Alphabete für das Syrische, mit einer lateinischen Transkription und dem Namen jedes Buchstabens in serbischer Sprache (Kapitel 1). Dann entwickelt der Autor die phonetischen Werte und die mystische Interpretation der Buchstaben vieler Alphabete, d. h. nur der Konsonanten im Falle der semitischen und auch der Vokale in Schriften wie dem Lateinischen oder dem Koptischen, die er in sein Inventar aufnimmt (Kapitel 2-5). Es folgt eine Darstellung der diakritischen Zeichen, einschließlich der Vokalisierungssysteme der Alphabete (Kapitel 6-7) und der Buchstaben, die mediale und finale Varianten in ihren Strichen aufweisen (Kapitel 9). Daran schließt sich eine Reihe von Kapiteln (10-12) an, die Fragen der hebräischen und aramäischen Morphologie gewidmet sind, gefolgt von einer Beschreibung des Armenischen ab Kapitel 13. Am Ende des Buches finden sich zweisprachige Texte zum Üben und ein Appendix "multarum diversarumque literarum", ein beeindruckender Katalog von Alphabeten nicht nur vieler natürlicher Sprachen, sondern auch von Schreibweisen aus hermetischen und magisch-okkulten Traktaten.

Dieses Werk begründete damit das Studium der armenischen Sprache in Europa und dokumentiert im Anhang eine bemerkenswerte Anzahl von einzelnen Alphabeten. Neben den für okkulte Texte spezifischen Schriften listet Ambrogio auch das koptische Alphabet (das er als "jakobitisch" bezeichnet), das äthiopische Alphabet (das er als "indisch" bezeichnet) und eine Reihe von "etruskischen" Alphabeten auf, unter denen die erst ein Jahrhundert zuvor entdeckte umbrische Schrift der Eugubinischen Tafeln (Tabulae Iguvinae) hervorsticht.

"His work offers a detailed survey of the Syriac and Armenian languages from various points of view, and a short notice about the other exotic languages (Samaritan, Arabic, Coptic, Cyrillic, Ethiopic) - these languages are all discussed with examples written by hand in the earlier chapters, and throughout the work we find blank space where such words had still to be filled in" (Smitskamp). Tatsächlich sind in dem vorliegenden Exemplar die meisten dieser Spatien kenntnisreich ausgefüllt.

Nicht zuletzt auch für die Musikgeschichte ist Ambrogios Werk interessant, enthält es doch die erste, auch im Bild dargestellte Beschreibung des Fagotts, das Afrainio degli Albonesi, der Onkel des Autors Teseo, in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts erfunden und 1532 zum ersten Male präsentiert hatte. So zeigen die beiden ganzseitigen Holzschnitte "Phagoti pars anterior et par posterior". – Vereinzelte Wurmgänge im Bug in der Mitte, Titel mit winzigem älteren Besitzvermerk oben am Rand, Blatt aii mit rotem Sammlerstempel "1871" (unleserlich, kyrillisch?), vereinzelte Knicke oder Fingerfleckchen, insgesamt aber kaum gebräunt oder fleckig, bemerkenswert sauberes (im restauerierbaren Einband), schönes Exemplar dieses seltenen Drucks.

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[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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