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Los 2301Alexis, Willibald
Brief an einen Redakteur oder Verleger. 1859
Auktion 128
Zuschlag
120€ (US$ 138)
Alexis, Willibald (d. i. Wilhelm Haering), Berliner Schriftsteller und Publizist, erfolgreicher früher Vertreter des realistischen Romans (1798-1871). Eigh. Brief m. U. "W. Haering". 11/2 S. Gr. 8vo. Arnstadt 7.III.1859.
An einen Redakteur oder Verleger. Ausführlich über die unklare Situation seiner erwünschten und vorliegenden Veröffentlichungen. Spricht von seinem Roman "Der Roland von Berlin", dessen Rechte Brockhaus an Barthol gegen Barzahlung verkauft habe, und von der Sammlung seiner "Vaterländischen Romane", die 1857 bei Barthol erschienen war. - Beiliegend 4 gedruckte biographische Artikel über Alexis. - Restitutions-Exemplar mit ungültigem Bibliotheksstempel.
Alexis, Willibald (d. i. Wilhelm Haering), Berliner Schriftsteller und Publizist, erfolgreicher früher Vertreter des realistischen Romans (1798-1871). Eigh. Brief m. U. "W. Haering". 2 S., eng beschrieben. Gr. 8vo. Berlin 4.V.1855.
An den ihm befreundeten Schauspieler, Bühnenautor und Vortragskünstler Carl von Holtei. Bedankt sich für die Zusendung eines Manuskripts von Holtei, das er zum Abdruck befördern werde. "... Sie hat mir recht gefallen, wird aufgenommen u. wahrscheinlich bald abgedruckt werden. Nur bitte ich zu bemerken, dass ich nur Redacteur bin u. mit dem Honorarpunkt nichts zu thun habe; da einige Dich, wenn Du es nicht schon hast, mit Herrn Barthel. - Hoffentlich wirst Du per 1856 nicht in übler Gesellschaft erscheinen ...". Geht dann ausführlich auf eigene Arbeit ein und nennt mancherlei Schwierigkeiten. "... Hätte ich, als ich anfing, gewußt, wohin Preußen einst kommen würde, hätte ich wohl auch einen andern Weg eingeschlagen ...". Behandelt schließlich noch familiäre Nachrichten.
Alexis, Willibald (d. i. Georg Wilhelm Heinrich Häring). Die Schlacht bei Torgau und der Schatz der Tempelherren. Zwei Novellen. XII, 1 Bl., 271 S., 1 Bl. 16 x 10 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit (etwas lädiertem) RSchild. Berlin, Friedrich August Herbig, 1823.
Goedeke IX, 457, 11, 1 und 2. – Erste Ausgabe seiner beiden frühen Erzählungen. – Durchgehend fingerfleckig und teils auch braunfleckig, Spiegel mit Bibliotheksschild. Vorsätze leimschattig, wenige Blätter am unteren Rand etwas lädiert.
Alexis, Willibald (d. i. Wilhelm Häring), Berliner Schriftsteller und Publizist (1798-1871). Eigh. Manuskript mit Unterschrift in Paraphe sowie mit Adresse. 11/4 S. Gr. 8vo. Berlin 12.IV.(1849).
Politische Korrespondenz aus Berlin, bestimmt für den "Österreichischen Lloyd" in Wien. Interessanter Bericht und Kommentar aus der nachrevolutionären preußischen Metropole, der Alexis in seiner wenig bekannten Rolle als Journalist zeigt. Seit Beginn des Jahres 1849 Redaktionsmitglied der "Vossischen Zeitung", sendet er einen politischen Tagesbericht an das Wiener ministerielle Organ, dessen Feuilletonredaktion Karl Beck übernommen hatte. Alexis kritisiert die Debatte der Ersten Kammer des preußischen Landtages, die "kein leuchtendes Blatt in ihrer Geschichte" gewesen sei. "... Alles schien im voraus abgemacht. Man hörte zwei Reden, die eine für, die andere gegen die Adresse, u. darauf ward die Dringlichkeit einer solchen mit einer großen Majorität gegen eine Minorität von 33 Stimmen zurückgewiesen ...". Beide Kammern beschlossen bekanntlich, eine Adresse an Friedrich Wilhelm IV. zu richten, in der ihm die Kaiserkrone angetragen wurde. Alexis kommt dann auf die "skandalösen Auftritte" zu sprechen, deren Zeugin die Kammer vor den Osterfeiertagen gewesen sei. Der Parlamentarier Karl Freiherr von Vincke-Olbendorf bemühe sich, die Extreme auszugleichen, doch soll "ein Ehrenmann dieser Kammer, der Graf York, in bitterem Nachgefühl der vorgefallenen Scenen, beim Entschluß verharren, sein Mandat niederzulegen". Beklagt ferner den plötzlichen Tod des "Führers und Stifters dieser Opposition", des Oberlandesgerichtsrates Franz von Forckenbeck. Alexis' Kommentar zu den Vorgängen lautet: "... Unsere beiden Kammern haben der Erwartung nicht entsprochen; dieses Zugeständnis muß man der Oppositionspresse machen, die noch immer bitter die sogenannten Verunglimpfungen der vorigen Nationalversammlung beklagt. Eine würdige Haltung von ihrer Seite hätte in der deutschen Frage ein ganz anderes Gewicht eingelegt ...".
Der Schluß des Artikels (16 Zeilen) ist gestrichen, vielleicht weil er hier vom Allgemeinen ins Konkrete übergeht und Gerüchte zusammenträgt: "Politisch ist es ganz still. Vom Resultat der vorgestrigen Ministerconferenz in Charlottenburg ist im Publicum nichts bekannt geworden ... Ein müßiges Gerücht läßt die Kammer morgen verlegt werden; ein, wahrscheinlich ähnliches, General Wrangel die Absicht haben, auf Ablieferung der Privatwaffen zu bestehen. Heut ist die Geschwornenliste für die innere Stadt Berlin vom Magistrat ausgelegt ...". Am Schluß - und das ist zu dieser Zeit mindestens so wichtig wie die Politik - eine Theater-Nachricht: "... Heut Abend ist in der Königsstadt ein neues Effect- und wahrscheinlich dauerndes Cassenstück angekündigt: Berlin bei Nacht, welches uns wieder ein Mal die ganze Berliner Revolutionsgeschichte, nur noch drastischer und tableauartiger als in der Manier eines rothen Republicaners vorführen wird." - Die Posse "Berlin bei Nacht" von David Kalisch wurde in der Tat ein Kassenschlager des Königsstädtischen Theaters, das mit den Stücken von Kalisch seinen Untergang noch um einige Zeit hinauszögern konnte.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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