Rembrandt Harmensz. van Rijn - Schule
Der Engel befreit Petrus
Los 5210
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Schule. Der Engel befreit Petrus. Radierung. 12,1 x 9,5 cm. 1625 (oder 1652). Rovinski, Sp. 57, 13, White/Boon (Hollstein) El 13.
Prachtvoller Druck bis an die Darstellung beschnitten, partiell mit Spuren der Plattenkante. Minimal angestaubt, kleine dunkelgraue Farbflecken oben, winziges Löchlein in der linken Schulter des Engels, dünne Stellen, Bleistiftannotationen verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön. Selten.
Die Buße des hl. Petrus. Radierung. 31,4 x 23,8 cm. 1621. B. 17, Brown 6 I (von II). Wz. Anker im Kreis.
Ausgezeichneter, toniger Frühdruck mit Rändchen um die Einfassungslinie, vor der Adresse von Frans Wyngaerde. Vereinzelte, nicht störende kleine dünne Papierstellen, der Gesamteindruck jedoch sehr gut.
Ribera, Jusepe de - nach
Der hl. Januarius tritt unversehrt aus einem glühenden Ofen
Los 5212
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
nach. Der hl. Januarius tritt unversehrt aus einem glühenden Ofen. Radierung von Sebastiano Marcotti. 42,2 x 31 cm. 1665. Nagler 1. Wz. Lilie im Kreis.
Prachtvoller, toniger Druck mit schmalem Rand um die markant und scharf zeichnende Plattenkante. Verso leichte geglättete Mittelfalten, minimal stockfleckig, unten links sowie oben rechts marginale Knick- und Knitterspuren, oben rechts im weißen Rand ausgebesserte Randläsur, sonst in sehr schöner und originaler Erhaltung. Selten, wie schon bei Nagler erwähnt.
Romano, Giulio
Psyche empfängt von Proserpina in der Unterwelt das mit Schönheit gefüllte Gefäß
Los 5213
Schätzung
600€ (US$ 682)
nach. Psyche empfängt von Proserpina in der Unterwelt das mit Schönheit gefüllte Gefäß. Radierung. 21,1 x 42 cm. Jenkins, vgl. Anon. 1. Wz. Bekröntes Straßburger Lilienwappen.
Von einer französischen Hand des 17. Jahrhunderts nach der Erfindung von Giulio Romano für eine der Lünetten an der Westwand in der Sala di Psiche im Palazzo del Te, Mantua. Laut Oberhuber entstanden die Zeichnungen um 1526, spätestens 1527. Der Druck entspricht weitgehend Giulios fertigem Modell, das im Louvre, Paris (Inv.-Nr. 3492) verwahrt wird. Zwei weitere, frühere Varianten der Darstellung stammen vom Meister IQV und einem anonymen Meister der Schule von Fontainebleau. Jenkins verweist darauf, dass unsere vorliegende, als dritte Variation der Darstellung geltende Radierung von Herbet dem französischen Künstler Louis Ferdinand Elle, le père zugesprochen wurde (vgl. Jenkins 2017, Anon. 1, S. 202, Anm. 3). Prachtvoller Druck mit sehr feinem Rändchen um die deutlich zeichnende Plattenkante. Minimal angestaubt, verso geglättete Mittelfalte sowie eine geglättete vertikale Quetschspur, jeweils winzige Ausbesserung bzw. links kleine ergänzte Stelle in den Ecken, sonst sehr schön. Sehr selten.
Das graphische Œuvre des Künstlers. 85 Radierungen auf 34 Bögen, davon 4 gefaltete Doppelblatt, gebunden in einem marmorierten HLeder-Band wohl des 18. Jhs. (etwas lädiert und beschabt, Läsuren am Rücken) mit goldgeprägtem Rückenschild "Salvator Rosa". Folio. B. 1-86 (ohne 22), Bozzolato 4-11, 13-66, 69-74, 80-96, Wallace 6, 9-14,16, 21, 24-27, 29-30, 32-33, 35-37, 39-41,44, 46-55, 57-60, 62-64, 65b-71, 73-84, 86-87, 91, 93-97, 99-104, 108-118, jeweils einziger oder letzter Zustand. Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit angehängten Buchstaben.
Salvator Rosa behielt zeitlebens verlegerische Kontrolle über sein radiertes Werk. Dieses bestand abgesehen von frühen bzw. experimentellen Drucken außerhalb der Auflage aus 85 Blättern, die der Künstler und seine Nachfahren bevorzugt in Form von Alben in Umlauf brachten. Die 85 Kupferplatten verblieben in Familienbesitz und wurden erst im 18. Jahrhundert als geschlossene Gruppe an die Calcografia in Rom verkauft. Antony Griffiths geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der heute zirkulierenden Einzelblätter aus Alben wie dem vorliegenden stammen (vgl. A. Griffiths: "On some Albums of Etchings by Salvator Rosa", in: Print Quarterly, IX (1992), Nr. 3, S. 251-259). Deren Zusammenstellung umfasste wie hier: die 62-teilige Folge der "Figurine" (B. 25-86), die 6 Motive mit Tritonen und Flussgöttern (B. 11-16) sowie die 17 großen Historiendarstellungen, darunter der gesuchte "Sturz der Giganten" (B. 21). Überwiegend ausgezeichnete, teils tonige und nur vereinzelt minimal auslassende Drucke auf den vollen Albumseiten. Vor allem die ersten Seiten leicht stockfleckig sowie unten fingerfleckig, weitere geringe Flecken sowie Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung. Aus der Cholmondeley Library (Exlibris im Innendeckel).
Rouhier, Louis
La cavalcata con le sue cermonie del Pontefice nuovo quando piglia il possesso a Santo Giovanni Laterano
Los 5215
Schätzung
600€ (US$ 682)
La cavalcata con le sue cermonie del Pontefice nuovo quando piglia il possesso a Santo Giovanni Laterano. Radierung. 34 x 47 cm. Um 1655. Le Blanc 2, Nagler 1327. Wz. Fleur-de-lis im Kreis mit Krone.
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit Rändchen. Vertikale sowie horizontale Faltspuren, in der Faltung winziges Löchlein, links unten Quetschfältchen wohl vom Druck, vereinzelte kleine geschlossene Randeinrisse, insgesamt leicht angeschmutzt, im Gesamteindruck schön.
Die kleine Brücke. Radierung. 19,3 x 27,6 cm. Um 1650. B. 1, Hollstein 1 II.
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug mit Rändchen um die Einfassungslinie. Leicht angestaubt, geringfügige Handhabungsspuren, sonst sehr schön.
Diana und Aktaion. Kupferstich nach Joseph Heintz. 38,3 x 51,1 cm. Wurzbach 62, Hollstein 105. Wz. Zweigeteiltes Wappen.
In den Ovid'schen Metamorphosen wird geschildert, wie Aktaion die Jagdgöttin Diana mit ihren Nymphen im Bade überraschte. Als Strafe verwandelte sie ihn in einen Hirsch, der schließlich von seinen eigenen Hunden gejagt und zerfleischt wurde. Verglichen mit den gesuchten Figurenposen der Malerkollegen Bartholomäus Spranger und Hans von Aachen zeigen die Akte von Joseph Heintz eine stärker natürliche Auffassung. Und doch zählt die Darstellung zu den Höhepunkten des Rudolfinischen Manierismus, das Gemälde befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum, Wien. Die kongeniale Wiederholung von Aegidius Sadeler weicht nur in wenigen Details vom Original ab. Prachtvoller, silbrig schimmernder und äußerst klarer Abzug auf die meist sichtbare Plattenkante geschnitten, partiell minimal knapp. Leicht angestaubt, links mittig winziges Braunfleckchen, verso zarte geglättete Mittelfalte, dort oben und unten nahezu unsichtbar geschlossene Sprünge, oben sowie unten rechts der Mitte sorgsam und unauffällig geschlossene Randeinrisse, weitere äußerst sorgsam ausgebesserte Randläsuren, schwache Leimspuren entlang der äußeren Ränder verso, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Sadeler I, Johannes
Der Karneval (oder der verlorene Sohn).
Los 5218
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Der Karneval (oder der verlorene Sohn). Kupferstich nach Joos van Winghe. 37,4 x 45,7 cm. 1588. Hollstein 559. Wz. Wappenschild Kreuz auf Dreiberg.
Das üppig ausstaffierte Fest bei nächtlichem Kerzenschein mit Musik und Tanz, Wein und Spiel dient Sadeler als Ausgangspunkt für ein graphisches Meisterstück des flämischen Manierismus, das durch seinen Detailreichtum und seine ikonographische Vielfalt besticht. Der Kupferstich entstand in Zusammenarbeit von Sadeler mit Joos van Winghe. Die beiden flämischen Künstler arbeiteten um 1588 gemeinsam in Frankfurt, wohin sie beide aus religiösen Gründen geflohen waren und kurzweilig Zuflucht fanden. Die Vorzeichnung von van Winghe befindet sich im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig. Das seltene Blatt in einem ganz ausgezeichneten, leuchtenden und klaren Druck, meist an die Darstellung geschnitten, links unten minimal knapp, unten an den Schriftrand geschnitten. Verso geglättete Mittelfalten, dort partielle Ausbesserungen, oben zwei längere, jedoch unauffällig geschlossene Randeinrisse, weitere geschlossene bzw. ausgebesserte Randschäden und -einrisse, in diesen Stellen teils sorgsame und dezente Federretuschen, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, im Gesamteindruck gleichwohl schönes Exemplar.
Ein Brunnen in Florenz. Kupferstich nach Johannes Stradanus. 32,5 x 20,6 cm. Hollstein 562. Wz. Narrenkappe mit angehängter Ziffer 4 und drei Kugeln.
Das phantasievolle und fein durchgeführte Architekturcapriccio zeigt einen prachtvollen Brunnen in einer Straße von Florenz. Die starke perspektivische Verkürzung verleiht der Darstellung den Charakter eines Bühnenbildentwurfs. Selten. Hollstein erwähnt Abzüge in Amsterdam und Brüssel. Ausgezeichneter, harmonischer Abzug mit leichtem Plattenton und gleichmäßigem Rändchen. Geglättete horizontale Mittelfalte, dort mit leichter Quetschspur, minimal fleckig, winzige Federannotation im weißen Rand unten mittig, Montierungsspuren verso, sonst vorzüglich erhalten.
Die Geschichte von Adam und Eva. 6 Kupferstiche nach Abraham Bloemaert. Je ca. 27,2 x 19,8 cm. 1604. B. 13-18, Hollstein 1-6, jeweils erster Zustand. Wz. Wappen mit Querbalken und angehängten Buchstaben.
Die vollständige Folge vor den Adressen in ganz ausgezeichneten bis prachtvollen Drucken, meist mit feinem bis sehr feinem Rändchen um die Einfassung, unten mit dem Schriftrand, partiell mit Spuren der Plattenkanten. Je mit geglätteten Horizontalfalten verso, an den linken Ecken montiert, verso Montierungsspuren bzw. -reste, vereinzelt nur Stockfleckchen, H. 1 mit kleinem Fleckchen im Pfauenschwanz, H. 4 mit Braunfleckchen sowie ausgebesserter Fehlstelle unter Evas Füßen, H. 6 mit marginalem Einrisschen links unten, weitere unerhebliche Gebrauchsspuren, sonst in einheitlicher und tadelloser Erhaltung.
Saenredam, Jan
Lycurgius im Gespräch über die Beziehung von Gott und Teufel
Los 5221
Schätzung
750€ (US$ 852)
Lycurgius im Gespräch über die Beziehung von Gott und Teufel. Kupferstich. 21,4 x 27,5 cm. 1596. B. 7, Hollstein 115. Wz. Wappen von Baden Hochberg.
Humanistisch geprägte und stilistisch von Hendrick Goltzius beeinflusste Darstellung in einem prachtvollen, harmonischen Frühdruck mit sehr feinem Rändchen um die teils schön und markant zeichnende Plattenkante, teils an diese geschnitten. Verso schwache vertikale Mittelfalte, geringe Gebrauchsspuren und verso kleine Montierungsreste, sonst vollkommen und tadellos schön erhalten. Selten.
Liefde; Luisseuanger; Gorttentelder. 3 Radierungen auf einem Bogen. Je ca. 4,8 x 3,7 cm. B. 8, 11, 13, Hollstein 8, 11, 13. Wz. Sieben Provinzen.
Ausgezeichnete, stellenweise leicht auslassende Abzüge mit teils schöner Facettenschwärze und mit breitem Rand. Ganz schwach fleckig, zarte Trockenfältchen, sonst tadellos. Sehr selten.
Venus und Adonis. Radierung nach Annibale Carracci. 26,3 x 29,2 cm. 1655. B. 4 II.
Der Maler, Radierer und Kunstschriftsteller Luigi Scaramuccia war Schüler seines Vaters Giovanni Antonio und Guido Renis und wurde von Guercino beeinflusst. Der Künstler war abwechselnd in Rom, Perugia, Bologna und Mailand tätig. Das druckgraphische Œuvre Scaramuccias zählt lediglich vier Radierungen, die allesamt selten sind. Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher und lebendiger Druck mit der Einfassungslinie und dem Schriftrand unten. Die Hilfslinien für die Schrift noch deutlich druckend. Geringfügie Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten. Aus den Sammlungen Dr. C. A. Widstrand (Lugt 2630a) und Frank Bensow (Lugt 982 c).
nach. Vanitas vanitatum et omnia vanitas. Radierung von Gabriel Ehinger. 42 x 31,4 cm. Hollstein (Ehinger) 10, Krapf 31, Pée (Johann Heinrich Schönfeld - Die Gemälde, Berlin 1971) NS 27. Wz. Schlange um Säule.
Ausgezeichneter, stellenweise etwas auslassender Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Horizontale Mittelfalte, diese links und rechts gesprungen und sehr sorgsam geschlossen, zwei weitere horizontale Faltspuren, weitere vertikale Mittelfalte, diese geglättet und punktuell mit winzigen ausgebesserten Stellen unten, kleine Randläsuren, insgesamt etwas angestaubt und fingerfleckig, sonst sehr schön.
Der hl. Martin. Kupferstich. 15,5 x 10,5 cm. Um 1480. B. 57, Lehrs 62, Hollstein 62. Wz. Ochsenkopf mit Stange und Herz.
Wurzbach datiert das Blatt in die dritte Periode des Schongauer'schen Werks und rechnete es zu einer Suite mit größeren Heiligen. Ganz ausgezeichneter Druck knapp innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts sowie unten diese teils sichtbar, entlang des oberen Randes leicht in die Darstellung geschnitten. Minimal angestaubt und leicht altersspurig, entlang des oberen Randes sehr sorgfältig und unauffällig angerändert, weitere Ausbesserung entlang der äußeren Ränder, unten sowie links mit Spuren von Feder in der Einfassungslinie sowie auch oben teils nahe des Randes und im äußersten Kopf des Heiligen, weitere Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr gut. Aus der Sammlung Friedrich August II von Sachsen (Lugt 971).
nach. Die Flucht nach Ägypten (Die Hl. Familie unter einer Dattelpalme). Kupferstich vom Monogrammisten i.e. 24,6 x 16,6 cm. B. VI, S. 123, 7 copie, Lehrs V, S. 65, 7c, Lehrs VI, S. 25, 3, Hollstein (Schongauer) 7 copy c. Wz. Katharinenrad mit drei fünfteiligen Blumen (Briquet 13362).
Der Monogrammist i.e., der auch unter dem Notnamen "Meister des Katharinenrades" erscheint, da sich das Wasserzeichen auf zahlreichen seiner Arbeiten findet, hat beinahe ausschließlich nach Martin Schongauer gearbeitet, meist im Gegensinn. Lehrs vermutete ihn in der Nähe Schongauers, möglicherweise war er Mitarbeiter in dessen Werkstatt in Colmar. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und prägnanter Druck an die Einfassungslinie geschnitten, rechts mit sehr feinem Rändchen um dieselbe, unten knapp in die Darstellung geschnitten. Etwas gebräunt, verso leichte horizontale Mittelfalte, vertikale Falzspur, die mittig teils gebrochen ist, dort verso hinterlegt, unten rechts kleine Quetschspur zum Eselhuf hoch, oben hinterlegter Randeinriss, vereinzelt weitere kleine Randläsuren, unten mittig kleine Fehlstelle im Rand mit unmerklicher Ergänzung, der Gesamteindruck gut. Sehr selten.
Scultori, Giovanni Battista
Der Kerker mit den Gefangenen
Los 5227
Schätzung
800€ (US$ 909)
Der Kerker mit den Gefangenen. Kupferstich nach Giulio Romano. 27,8 x 41,9 cm. B. (Ghisi) 66, Lewis/Lewis R 8 II (von V), Bellini F 13 II (von V). Wz. Krone im Kreis (ähnlich Briquet 4871: 1579).
Das Blatt wurde in Vergangenheit Giorgio Ghisi und versuchsweise Georg Pencz zugeschrieben, wird heute aber als eine Arbeit von Giovanni Battista Scultori angesehen. Mit dem Monogramm, aber vor aller Schrift unten. Ganz ausgezeichneter, prägnanter Druck mit Plattenton und der Einfassungslinie, diese nur links nachgezogen, teils Spuren eines weißen Rändchens. Geglättete Mittelfalte, partiell sehr sorgsam angerändert, versiert ausgebesserter Riss durch die Füße unten mittig, geschlossene Läsur am linken Rand unterhalb der Kette, montierungsbedingt dünne Stellen vornehmlich entlang der Ränder sowie knitterspurige Eckenspitzen, im Gesamteindruck dennoch sehr schön. Mit bislang unidentifizierter Sammlermarke (Lugt 501b).
Die trauernde Jungfrau. Radierung. 29,8 x 22,2 cm. 1657. B. 7, Bellini (1976) 7 II. Wz. Kreuz im Kreis.
Das druckgraphische Werk der Elisabetta, die als weibliches Mitglied in die renommierte Accademia di San Luca aufgenommen wurde, zählt lediglich zehn Radierungen. In Bezug auf das vorliegende Blatt schrieb Bartsch: "On ne peut qu'admirer le goût du dessin et la manière légère et spirituelle, avec laquelle cette estampe rare est exécutée" (B. XIX, S. 156). Ausgezeichneter, leicht toniger Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Geringfügige Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Brustbild eines jungen Mannes mit Hut. Radierung. 8,1 x 7,2 cm. Wurzbach 1, nicht in Hollstein.
Neben seinem gemalten Werk hinterließ Peter Snijers auch eine kleine, noch unerforschte Gruppe radierter Arbeiten. Aufgrund der Seltenheit sowie dem einfühlsamen Charakter der bekannten Blätter liegt die Vermutung nahe, dass die im leichten, zeichnerischen Duktus ausgeführten Radierungen für private Zwecke entstanden. Ausgezeichneter, transparenter Druck mit feinem bis sehr feinem Rändchen um die leicht gratige Facette. Schwach angeschmutzt, winziges Löchlein links neben dem Hut, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Thomas Graf (Lugt 1092b). Von allergrößter Seltenheit, uns sind lediglich zwei weitere Exemplare bekannt.
Das öffentliche Bad, oder: Das Bad der Wiedertäufer. Kupferstich nach Heinrich Aldegrever. 33,1 x 28,2 cm. B. 265, Hollstein 205. Wz. Gotisches P.
Die Darstellung folgt einer verlorenen Zeichung Heinrich Aldegrevers. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Etwas fleckig, die Ränder bestoßen, vereinzelt kleine Randläsuren, altersspurig, verso geglättete horizontale Mittelfalte, leichte Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt sehr schönes Exemplar. Selten.
Soye, Philippe de
Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben
Los 5231
Schätzung
750€ (US$ 852)
Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben. Kupferstich nach Michelangelo. 39,9 x 27,9 cm. Hollstein 5 II, A. Alberti (La fortuna di Michelangelo nelle stampe del cinquecento, Mailand 2015) 279 II (von III). Wz. Pilger im Wappenschild.
Bei dem vorliegenden Kupferstich handelt es sich um eine künstlerisch überzeugende Paraphrase auf Michelangelos Madonna del Silenzio. Vom ersten Zustand vor aller Schrift ist nur ein Exemplar im British Museum in London bekannt. Prachtvoller, metallisch wirkender Druck meist mit der Spur eines Rändchens, sonst auf oder gerade innerhalb der Plattenkante geschnitten. Unauffällige geglättete Mittelfalte, kaum wahrnehmbarer geschlossener Einriss im linken unteren Rand, leichte Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Die Grablegung. Kupferstich. 17,8 x 20,3 cm. 1548. Wurzbach 2, Hollstein 4.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger und dabei zarttoniger Druck auf die Darstellung geschnitten, teils minimal knapp, rechts sowie unten partiell die Facette sichtbar. Minimal angestaubt, verso unauffällig geglättete Mittelfalte, in den äußeren Rändern, jedoch vornehmlich oben, sehr sorgsam ausgebesserte Randläsuren, oben sorgfältig ausgebesserte Quetschspur, dort und an anderen Stellen mit sehr partiellen und dezenten Federretuschen, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar.
Der Apostel Paul. Kupferstich. 19,7 x 9,1 cm (1548). Wurzbach 14, Hollstein 18. Wz. Krüglein mit Krone und Vierblatt.
Aus der Folge 'Christus und die zwölf Apostel'. Mit der Nummer 10 unten mittig. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck an die Darstellung oben und unten mit der Plattenkante. Minimale Altersspuren, unten mittig kurze haarfeine Quetschspur, sonst vollkommen erhalten. Beigegeben aus derselben Folge "Der Apostel Matthias" (Hollstein 21, aus der Sammlung Leroy Kirwin Burket, Lugt 3389).
Die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Radierung. 42,6 x 35,6 cm. Um 1636-38. B. 3, TIB (Commentary) .003 S2 (von S3), Bellini 16 II (von III). Wz. Lilie über Dreiberg im Kreis.
Laut Nagler "eines der besten Blätter des Meisters". Vor der Hinzufügung der Adresse von G. G. de Rossi. Ganz ausgezeichneter, lebendiger und dabei zarttoniger Abzug mit schmalem Rand um die Plattenkante. Schwache horizontale Mittelfalte, dort an den Seiten ausgebesserte bzw. kleine ergänzte Stellen, weitere, teils ausgebesserte Randläsuren, vor allem unten rechts etwas fleckig, im oberen Bereich einige Quetschfalten vom Druck, weitere Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt schön und original erhalten. Aus der Sammlung Pierre Mariette I, 1679 (recto, Lugt 1786b).
Die Allegorie des Winters. Radierung. 47,5 x 72,3 cm. 1644. B. 39, Bellini 28 II (von III), TIB (Commentary) .039 S2.
Diese enigmatische Radierung ist eines der großformatigen Hauptblätter des jung verstorbenen Künstlers. Testas ungezügelte schöpferische Phantasie schafft hier ein Meisterwerk an Originalität der Invention und ikonographischer Vielfalt. Die Allegorie zeigt links oben die Personifizierung des Mondes, welche die Sonne verdrängt. Eine eindrucksvolle und höchst eigenwillige Schar von Protagonisten belebt die Szenerie: Die Personifizierungen der Tugend, der Zeit, des Neides und der Unsterblichkeit und weitere Figuren fügen sich zusammen zu einer virtuosen Komposition von höchster Komplexität und visueller Prägnanz. Ein humorvolles Detail ist eine lebendige Pyramide von Affen - Symbol der Torheit -, die einen Baumstamm hochklettern um eine oben hängende Weinflasche und einen Brotlaib zu erbeuten. Testas Biographie ist durch eine tiefe Melancholie gekennzeichnet. Im toskanischen Lucca geboren, brach Testa in sechzehnjährigem Alter nach Rom auf, wo er bei Domenichino in die Lehre ging. Als Maler hatte der Künstler wiederholt mit Misserfolgen und mangelnder Wertschätzung zu kämpfen, so dass er sich seit den frühen 1630er Jahren verstärkt dem Medium Radierung zuwandte. Von Schwermut geplagt, beendete Testa sein Leben 1650 im Tiber. Ganz ausgezeichneter, harmonischer und lebendiger Druck mit der Einfassungslinie. Geringfügige Altersspuren verso, sonst vorzüglich erhalten.
Le Travaux d'Ulysse. Handschriftl. Titel, gezeichnetes Widmungsblatt mit Wappen in brauner Feder, typogr. Titel, "Advertissement", sowie 3 doppelseitige Blatt Inhaltsverz., 58 Kupferstiche. Sämtlich alt montiert in einem Lederbd. d. Z. (stärker berieben und beschabt; etwas bestoßen) mit Fileten- und Rückenvergoldung, goldgeprägtem Rückenschild sowie Goldschnitt. Folio. Paris 1640. Wurzbach 6.
Theodoor van Thulden war Schüler von Rubens und wurde 1626 Freimeister der Lukasgilde. Er zeichnete und stach die im vorliegenden Band vereinigten Fresken Niccolò dell'Abates im Schloss von Fontainebleau. Überwiegend prachtvolle Drucke mit Rändchen um die Einfassungslinie, sämtlich alt montiert. Teils etwas fleckig und stockfleckig, sonst in sehr guter Erhaltung. Aus der Sammlung Alfred Ritter von Pfeiffer (mit dessen Exlibris; s. C. G. Boerner: Kupferstichsammelwerke und Skizzenbücher aus der Bibliothek Alfred Ritter von Pfeiffer, Wien, Auktion am 7. Mai 1914, Los 103).
Trento, Antonio da
Sitzender männlicher Akt, von der Rückseite her gesehen (Narziss)
Los 5237
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Sitzender männlicher Akt, von der Rückseite her gesehen (Narziss). Clairobscur-Holzschnitt von zwei Blöcken in Schwarz und Grün nach Parmigianino. 28,4 x 17,9 cm. (1527-1530). B. XII, S. 148, 13, Gnann 84, Takahatake 29. Wz. Gekreuzte Pfeile.
Die schon von Bartsch wegen der Virtuosität und Leichtigkeit der Zeichnung gepriesene Darstellung, bei der Parmigianino sogar selbst an der Vorzeichnung auf dem Holzblock beteiligt gewesen sein soll (ein Detailentwurf für den großen Baumstamm im Rijksprentenkabinet zu Amsterdam). Das Blatt gilt zugleich als hervorragender Beleg für die kongeniale Zusammenarbeit Antonio da Trentos mit Parmigianino. Ganz ausgezeichneter Druck mit den Spuren eines Rändchens um die Einfassung, diese teils gebrochen. Verso horizontale Mittelfalte mit zarter Quetschspur, insgesamt leicht gebräunt sowie schwach fleckig, verso oben Montierungsreste, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst tadellos schön.
Die Backgammon-Spieler. Radierung. 21 x 26,4 cm. Franken/van der Kellen 112, Hollstein 151. Wz. Wappen (undeutlich).
Prachtvoller, herrlich gratiger Druck ringsum minimal beschnitten. Geglättete Mittelfalte, schwache vertikale Trockenfältchen, leichte Quetschfalte vom Druck unten links, sonst in selten schöner und unberührter Erhaltung. Selten.
Velde II, Jan van de
Die Folge der Landschaften und Ruinen
Los 5239
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Die Folge der Landschaften und Ruinen. 18 Radierungen. Je ca. 12 x 31 cm. 1615. Franken/van der Kellen 217-234, Hollstein 178 II (von IV), 179-185, je II, 186 II (von III), 187-195, je II.
Die vollständige Folge in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten, tonigen und teils kräftig schwarzen Drucken, mit sehr feinen bis breiteren Rändchen um die Facetten, fünf Blatt mit sehr feinen Rändchen um die Einfassungslinien bzw. bis an diese geschnitten. Insgesamt etwas angestaubt und vereinzelt fleckig, geglättete Trockenfältchen, am Oberrand punktuell auf festem Büttenpapier montiert, dort einzelne zarte Knitterfalten, Nr. 9 aufgezogen und mit Löchlein rechts, bei Nr. 17 und 18 die Zahlen weggeschabt und in Bleistift ergänzt, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter bis meist sehr guter Erhaltung. In dieser Vollständigkeit selten. Aus einer bislang unidentifizierten Sammlung, womöglich Franz Friedrich Anton, Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld (Lugt 962 und 691).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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