Devota profesion. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 20,7 x 16,3 cm (Plattenrand); 27,6 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 107, Harris 105 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 70 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit Rand an drei Seiten, dieser oben und links sehr schmal, rechts bis an bzw. teils minimal knapp innerhalb der Plattenkante beschnitten. Geringfügig stockfleckig und fleckig, schwache Knickspuren unten rechts, ein blasser Wasserfleck am unteren Rand, Bleistifteinzeichnungen etwa im Hintergrund links der Geistlichen, in deren Ohren und Hüten, weiterhin im Rücken und der Kontur des rechten Beines der unten sitzenden Figur, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
Unos à otros. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 21,5 x 15,1 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,2 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 114, Harris 112 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 77 der Folge. Ganz ausgezeichneter, feinkörniger Abzug mit schmalem bzw. sehr schmalem Rand an drei Seiten, rechts mit schmalem Rändchen. Wasserflecken am rechten und unteren Rand, vereinzelte Stockflecken, unten rechts minimal fingerfleckig, die äußerste Kante oben minimal gebräunt, sonst in sehr guter Erhaltung.
Despacha, que dispiértan. Radierung mit Aquatinta auf Bütten. 21,2 x 15 cm (Plattenrand), 31,5 x 22,3, cm (Blattgröße). (1799). Delteil 115, Harris 13 III, 1. Ausgabe (von 12).
Blatt 78 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit dem bei Harris erwähnten zarten, feinkörnigen Aquatintaton der ersten Auflage von 1799. Mit Rand, rechts sowie unten mit dem vollen Schöpfrand. Geringfügig fleckig vornehmlich im weißen Rand, links winzige und unauffällig geschlossene Löchlein, rechts oben geschlossener Randeinriss sowie in der oberen rechten Ecke diagonale Knickspur, Montierungsreste verso, nur geringe Knitter- und Handhabungsspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
Goya, Francisco de
Tristes presentimientos de lo que ha de acontecer
Los 5273
Schätzung
750€ (US$ 852)
Tristes presentimientos de lo que ha de acontecer. Radierung mit Aquatinta auf Velin, aus der Folge Los Desastres de la Guerra, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 17,6 x 21,8 cm (Plattenrand); 24,8 x 34,5 cm (Blattgröße). Delteil 120, Harris 121 III 1. Ausgabe (von 7).
Das erste Blatt der Folge. Ausgezeichneter Druck mit Rand um die Plattenkante. Schwach fleckig und gegilbt, einzelne Stockfleckchen, links Spuren alter Fadenheftung, dort winzige Fehlstellen, rechts oben im weißen Rand kleine Läsur etwas braunfleckig, zwei winzige Löchlein, sonst sehr gut erhalten.
Las mugeres dan valor. Radierung mit Aquatinta auf Velin. 15,2 x 20,7 cm (Plattenrand); 24,9 x 34,5 cm (Blattgröße). Delteil 123, Harris 124 III 1. Ausgabe (von 7).
Blatt 4 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck, der Aquatintaton noch sehr kräftig. Schwach vergilbt, rechts oben am weißen Rand kleine, minimal gebräunte Läsur, links Spuren alter Fadenheftung mit winzigen Randfehlstellen, unten rechts kurze Quetschfalte, sonst sehr schön erhaltenes Exemplar.
Tambien esto. Radierung mit Aquatinta auf Velin. 16,2 x 23,3 cm (Plattenrand); 24,8 x 34,4 cm (Blattgröße). Delteil 162, Harris 163 III 1. Ausgabe (von 7). Wz. Monogramm JGO (Fragment).
Blatt 25 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit kräftigem braunem Aquatintaton und mit Rand. Dieser links mit Spuren alter Fadenheftung, geringfügig fleckig und unten rechts fingerfleckig, sonst tadellos erhalten.
Goya, Francisco de
Disparate de Bestia (Otras leyes por el pueblo).
Los 5276
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Disparate de Bestia (Otras leyes por el pueblo). Radierung mit Aquatinta auf Bütten. 24,6 x 35,6 cm. Delteil 222 II (von III), Harris 268 III.
Blatt 3 der zusätzlichen vier Blätter zur Folge Los Proverbios, vor der bei Delteil beschriebenen Löschung des Textes. Prachtvoller, kräftiger Abzug mit Rand. Angestaubt, lichtrandig, kleine Randläsuren, links oben im weißen Rand geschlossener Einriss, verso gebräunt, sonst schön.
Goya, Francisco de
Los Proverbios: Vier ergänzende Blätter
Los 5277
Schätzung
4.800€ (US$ 5,455)
Los Proverbios: Disparate de Tontos (Lluvia de Toros); Disparate Conocido (¡Que Guerrero!); Disparate Puntual (Una Reina del Circo); Disparate de Bestia (Otras Leyes por el Pueblo). 4 Radierungen mit Aquatinta auf Bütten. Je ca. 24,2 x 35,5 cm (Plattenrand); 29,3 x 42,7 cm (Blattgröße). Delteil 220-223, Harris 265-268 III.
Alle vier ergänzenden Radierungen zu den Proverbios, welche 1877 posthum erstmals von François Liénard in Paris gedruckt und in der Zeitschrift "L'Art" veröffentlicht wurden. Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit schmalem Rand. Vereinzelt minimal fleckig, oben Klebereste und alte Heftspuren, Delteil 221 und 222 je mit leicht gestauchter Ecke unten links, bei Delteil 222 dort die Spitze fehlend, sonst in schöner Erhaltung.
Haldenwang, Christian
Das Chinesische Haus zu Oranienbaum
Los 5278
Schätzung
600€ (US$ 682)
Das Chinesische Haus zu Oranienbaum. Aquatinta und Radierung in Braun nach Heinrich Theodor Wehle. 26 x 33,6 cm. 1800. Nicht bei Heller-Andresen, Michels (Ausst. Kat. Die Chalcographische Gesellschaft Dessau, Weimar 1996), Verlagsverzeichnis Nr. 143.
Zwischen 1793 und 1797 wurde der Inselgarten des barocken Parks in Oranienbaum als englisch-chinesischer Garten umgestaltet. Dieses Ensemble blieb weitgehend erhalten und besitzt heute eine herausragende gartenkünstlerische Bedeutung. Architektonische Akzente setzen darin die durch den Engländer Sir William Chambers inspirierte Pagode und das Chinesische Haus. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand, dieser an zwei Seiten voll. Schwach angestaubt und vereinzelt stockfleckig, punktuelle Randmängel, etwa links eine kleine Läsur, Knickfalten in den unteren Ecken, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter, unberührter Erhaltung.
Der bärtige Greis. Radierung und Schabkunst. 12,6 x 8,9 cm. "A. M. Kauffmann fec 1762.". Andresen 22, Nagler 27.
Vor der Adresse "J. B. exc.". Ganz ausgezeichneter Druck der eigenhändigen Arbeit mit breitem Rand. Dieser mit leichtem Lichtrand, verso entlang der äußeren Ränder Klebestreifen, weiterhin nur minimal gebrauchsspurig, sonst tadellos. Selten.
Sechs Aktfiguren. Radierung. 19 x 26,2 cm. Martens 35 I (von II). Wz. Anker mit Kleeblatt und Kreuz und den Buchstaben HD.
Ganz ausgezeichneter Frühdruck vor der Nummer oben rechts, mit breitem Rand um die teils noch gratige Plattenkante, auf dem vollen Bogen mit den originalen Schöpfrändern ringsum. Etwas stockfleckig, vereinzelte Quetschfalten vom Druck, geringe Randschäden, leicht angestaubt und fleckig, sonst in guter und originaler Erhaltung.
Die Löwenjagd: Zwei nackte Frauen und sechs Männer, zum Teil beritten, im Kampf mit zwei Löwen. Radierung. 53,1 x 67,6 cm. Um 1800. Martens 39 III (von IV), Carey/Griffiths: German Printmaking in the Age of Goethe, London 1994, Nr. 70.
Diese Radierung sowie "Fall der Verdammten" sind die einzigen beiden großen Platten, die Kolbe mit figürlichen Motiven schuf. Das Thema der Löwenjagd ist eine klare Reminiszenz an Rubens, der einige berühmte Gemälde zu diesem Thema malte. Die Komposition findet jedoch keine exakte Vorlage bei Rubens, ebenso wenig wie die bizarre Mischung aus männlichen und weiblichen Aktfiguren, die an diesem Ereignis teilnehmen (Griffiths/Carey, Nr. 70). Zeitlich ist die Radierung um 1800 zu datieren, darauf gibt die Zueignung an den Radierer Johann Wilhelm Meil (1733-1805) Aufschluss, die in späteren Druckzuständen gemeinsam mit dem Titel hinzugefügt wird; Meil war 1798 Vizedirektor der Berliner Akademie geworden, und trat 1801 die Nachfolge Daniel Chodowieckis als Direktor an.
Prachtvoller, äußerst kräftiger und wirkungsreicher Frühdruck bereits mit der Bewölkung, jedoch vor aller Schrift. Mit schmalem, unten mit breiterem Rand um die Einfassungslinie. Geringfügig angestaubt, in den äußeren Rändern vereinzelt einige geschlossene Randeinrisse und ausgebesserte Randschäden, oben sowie unten rechts der Mitte jeweils eine Quetschfalte vom Druck, diese vereinzelt leicht ausgebessert, weitere geringe Altersspuren, im Gesamteindruck vorzügliches Exemplar. Von großer Seltenheit, zumal als früher Abzug. Wir konnten lediglich zwei weitere Exemplare finden, eines ebenfalls in Schwarz gedruckt in der Sammlung des British Museums, London, sowie ein in Braun gedrucktes Exemplar, vgl. Galerie Bassenge, Auktion 119, 1. Juni 2022, Los 5259.
Kolbe, Carl Wilhelm
Waldlandschaft mit zwei großen Eichen
Los 5282
Schätzung
600€ (US$ 682)
Waldlandschaft mit zwei großen Eichen. Radierung auf gewalztem China. 40 x 50,2 cm. Martens 271 III.
Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher Abzug mit schmalem Rand. Leicht fingerfleckig und minimal gebräunt im äußeren Rand, vereinzelte winzige Randläsuren, oben rechts leicht bestoßen, sonst schön. Beigegeben von demselben die Radierung "Eichenwald mit Wasserloch" (Martens 231).
Le Bosquet: Waldinneres mit Pansherme und tanzenden sowie musizierenden Nymphen mit Jüngling und Faun. Radierung auf Velin nach Salomon Gessner. 46,9 x 37,8 cm. Martens 296 II.
Brillanter, leuchtender Druck mit schmalem Rand. Vereinzelte Stockfleckchen, kleine Knickfalten, zwei winzige Nadellöchlein im oberen Rand links, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön.
Londonio, Francesco
Die Folge der zwölf Pastoralen für Lord Exeter
Los 5284
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Die Folge der zwölf Pastoralen für Lord Exeter. 12 Radierungen, weiß gehöht auf graugrünem Bütten. Je ca. 21,5 x 28,5 cm. 1763-64. Nagler 35-46, Scola 53-57 je I (von II bzw. III) 58 II (von IV), 59-64, je I (von II).
Der komplette, 1764 in Neapel entstandene Zyklus - von Nagler zutreffend als "Kapitalfolge" bezeichnet - zeigt die Vorzüge der Radierkunst Francesco Londonios auf anschauliche Weise. Mensch und Tier sind feinsinnig und mit einem besonderen Blick für ihre ganz spezifischen Eigenheiten charakterisiert. Londonio ist ein Meister in der Wiedergabe von alltäglichen Begebenheiten, seine Schafe, Ziegen und Rinder sind unvergleichlich lebendig getroffen. Kein menschliches Detail entgeht seiner Aufmerksamkeit und so gelingt Londonio eine vollkommene Evokation pastoralen Lebens. In dieser Hinsicht erweist sich der Künstler zutiefst von der Radierkunst der holländischen Italianisanten des 17. Jahrhunderts beeinflusst und auch das graphische Œuvre des Johann Heinrich Roos dürfte zweifellos stilbildend gewirkt haben. Die subtil applizierten Weißhöhungen und das farbige Papier verleihen den in einer feinen, filigranen Radiertechnik behandelten Szenen einen ganz besonderen Schmelz. Ausgezeichnete, nuancierte Drucke der ersten Auflage, mit breitem Rand. Vor der Auflage von Antonio Franchetti. Vereinzelte leichte Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglich schöner Erhaltung.
Marieschi, Michele
Prospekt eines Innenhofes mit phantastischer Palastarchitektur
Los 5285
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Prospekt eines Innenhofes mit phantastischer Palastarchitektur. Radierung mit separater Textplatte. 31,1 x 47,1 cm; 1,9 x 46,5 cm (Textplatte). Succi 1 II, Succi (2013) 1 I (von II). Wz. Bogen.
Vor der Nummer in der Textplatte. Prachtvoller, differenzierter Druck bis auf die partiell sichtbare Plattenkante geschnitten. Unauffällige, geglättete vertikale Mittelfalte, entlang dieser sorgsame Ausbesserungen und Anfaserungen sowohl recto als auch verso, geschlossene Fehlstelle mit kaum merklich in Feder ergänzter Darstellung im Boden links unterhalb der Treppe, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
Maulbertsch, Franz Anton
Jesus reicht den Gläubigen das Abendmahl, rechts der hl. Petrus
Los 5286
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Jesus reicht den Gläubigen das Abendmahl, rechts der hl. Petrus. Radierung. 42,8 x 32 cm. Um 1765. Nagler 2.
Obwohl sich Maulbertsch, der größte Maler des Spätrokoko in Österreich, zeit seines Lebens für die Radierungen begeistert, und sich während seiner gesamten Laufbahn um die Herstellung von Drucken nach seinen Gemälden kümmert, sind nur zwölf eigenhändige Radierungen bekannt. Alle stammen aus den letzten zwanzig Jahren seines Lebens. Sein Schwiegervater ist der erste Direktor der Wiener Kupferstecherakademie, Jakob Schmutzer. Dieser fertigt selbst eine Reihe von Radierungen nach Maulbertsch an. Schmutzer wird jedoch in Paris unter Johann Georg Wille zum neoklassizistischen Linienstecher und wird nach seiner Rückkehr 1766 nie wieder eine Radierung nach Maulbertsch anfertigen, dessen Werk ihm nun hoffnungslos veraltet erscheint. Dies mag ein Grund dafür gewesen sein, dass Maulbertsch beschloss, in späteren Jahren eigene Drucke anzufertigen. Das vorliegende Blatt ist ein frühes Werk, das stilistisch Mitte der 1760er datiert wird und kein Gemälde zur Vorlage hat. Die außergewöhnlichen Gesichtstypen, die bizarren Gesten und extremen Maßstabsverzerrungen in der Komposition werden durch die starke Schrägbeleuchtung von rechts zusammengehalten. Das Blatt zählt zu den Schlüsselwerken der Radierkunst des 18. Jahrhunderts nördlich der Alpen. Ganz ausgezeichneter Druck mit der Plattenkante, teils mit feinem Rändchen. Winziger Einriss im rechten Rand, weiterer kleiner geschlossener Einriss ebenda und im linken Rand, winzige Fehlstelle im unteren Rand, etwas stockfleckig und geringe Altersspuren, sonst in sehr guter Erhaltung.
Norblin de la Gourdaine, Jean-Pierre
Selbstbildnis am Radiertisch
Los 5287
Schätzung
800€ (US$ 909)
Selbstbildnis am Radiertisch. Radierung. 13,6 x 14,9 cm. Hillemacher 1 III.
Das suggestive Selbstbildnis Norblins erreicht in seiner differenzierten Tonalität und Abstufung beinahe die malerische Qualität eines Mezzotints. Ausgezeichneter Druck mit samtener Wirkung und sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas fleckig, links ein winziges Löchlein, oben zwei kurze Randeinrisschen, rechts unten kleiner Einriss, in den Ecken auf einen Untersatz montiert, verso auf dem Untersatzpapier mit einer alten Zuschreibung an "Plonsky", sonst gut erhalten. Beigegeben von demselben die Radierung "Zaccharias im Tempel" nach Jan Lievens.
Die Jungfrau mit dem Kind. Radierung. 9,3 x 6 cm. 1760. Heller-Andresen 2.
Das druckgraphische Œuvre des in Köln tätigen Malers und Graphikers Johann Anton de Peters zählt lediglich fünf Radierungen, von denen vier Blatt Reproduktionsstiche nach Zeichnungen François Bouchers sind. Die vorliegende, 1760 geschaffene Radierung geht auf eine eigenhändige Invention des Künstlers zurück und ist von größter Seltenheit. Es dürfte sich um seinen ersten Versuch in der Radiertechnik handeln. Ausgezeichneter, nuancierter Abzug mit gleichmäßigem Rand. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Ego sum Pastor Bonus - Christus als guter Hirte. Radierung. 34,5 x 25,8 cm. Le Blanc 7.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Insgesamt leicht angestaubt sowie minimal fleckig, geschlossene Randeinrisse links sowie oben links, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst noch gut. Beigegeben von Filippo Passarini der Kupferstich "Allegorie auf den Triumph der Kirche".
Piranesi, Giovanni Battista
Frontispiz mit der Statue der Minerva
Los 5290
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Frontispiz mit der Statue der Minerva. 2 Radierungen von einer Platte, jeweils linke und rechte Hälfte, auf zwei separaten Bögen. 49,7 x 32,2 cm bzw. 49,5 x 34,1 cm. Um 1748. Hind 2 I (von VII). Wz. Lilie im Kreis (undeutlich).
Ursprünglich dienten die beiden Drucke als Frontispiz für die Vedute di Roma. Vor der Überarbeitung der Platte, vor der Adresse und dem Preis, sowie vor den Nummern. Die beiden Blätter stellen jedoch mehr als Probedrucke dar: Sie drücken sowohl die Experimentierfreude Piranesis als auch die variable Nutzung seiner Architekturcapricci aus. Piranesi deckte jeweils eine Hälfte der Platte ab, um separate Bögen zu drucken. Infolgedessen konnte er die Blätter nicht nur als Frontispiz, sondern auch einzeln in seinen Opere Varie di Architettura verwenden. Prachtvolle, wunderbar silbrige, nuancierte und klare Drucke auf dem wohl vollen Bogen. Beide Blätter weisen eine horizontale Falz in der Mitte auf, dort verso mit Spuren einer Albumbindung, in diesem Bereich außerdem leicht fleckig und stellenweise berieben, weiterhin nur geringfügig fleckig, Montierungs- und Klebereste verso, sonst tadellos und original erhalten. Äußerst selten.
Piranesi, Giovanni Battista
Veduta del Mausoleo d'Elio Adriano
Los 5291
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Veduta del Mausoleo d'Elio Adriano (ora chiamato Castello S. Angelo). Radierung, aus der Folge Vedute di Roma, wie auch die folgende Losnummer. 43,6 x 55,4 cm. (1754). Hind 30 I (von IV). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit Initialen.
Vor Tilgung des Preises. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Dieser etwas altersspurig und minimal fleckig, vertikale Mittelfalte, kurze Quetschfalte im weißen Rand oben, verso kleine Montierungsreste verso oben, sonst sehr gut.
Teatro di Marcello. Radierung. 40,2 x 54,7 cm. (1757). Hind 33 III (von VII). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit angehängten Buchstaben.
Vor dem zusätzlichen Schatten unter der vorgebeugten Figur mittig im Vordergrund und vor Tilgung des Preises. Ganz ausgezeichneter, nuancierter Druck mit zartem Plattenton und breitem Rand. Geglättete vertikale Mittelfalz, zwei kurze Einrisschen unten, die äußerste Eckenspitze unten links mit Abriss, minimal angestaubt und fleckig, sonst in schöner Erhaltung.
mit Jean-Laurent Legeay, Philothee-Francois Duflos, Jérome Charles Bellicard u.a. "Raccolte di varie vedute di Roma si antica che moderna intagliate ... dal celebre Gianbattista Piranesi e da altri incisori". Typogr. Titel mit Vignette, 82 Radierungen, davon 47 von Piranesi, je paarweise auf einem Blatt. 8vo. Späterer Leinenband (berieben, einzelne Bestoßungen). Rom, Giovanni Bouchard, 1752. Vgl. Focillon 72-119, Hind S. 76. Wz. Lilie im Kreis mit angehängtem F.
Piranesis erste römische Veduten entstanden für den Verleger Fausto Amidei, der sie ab 1745 mit gleichformatigen Darstellungen anderer Künstler als lose Sammlung unter dem Titel Varie Vedute di Roma Antica e Moderna vertrieb. Die Druckplatten wurden wenige Jahre darauf von Giovanni Bouchard angekauft, wohl für seine 1751 erstmals besorgte Auflage von Piranesis Gesamtwerk (Le magnificenze di Roma). Bouchard veröffentliche die kleinformatigen Romveduten zudem ebenfalls als lose angelegtes Kompendium mit neuem Titelblatt. Der Umfang und die Zusammenstellung der überlieferten Exemplare ist daher sehr unterschiedlich. Hier vorliegend eine Ausgabe von Bouchard mit dem Titelblatt von 1752. Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete, teils tonige Abzüge mit markant zeichnenden Plattenkanten und mit Schöpfrändern an drei Seiten. Leicht stockfleckig bzw. fleckig sowie angestaubt, vier Blatt hinten mit kleinem Wasserrand unten rechts, weitere geringe Handhabungsspuren, sonst in wunderbar originaler, unberührter Erhaltung.
Blumenstillleben mit Rosen und Wildblumen. Farbradierung nach Jan van Huysum, mit reichem zeitgenössischem Kolorit, wohl von Oswald Wijnen (1736 Heusden - 1790 Amsterdam). mit Gold eingefasst. 24,6 x 16,8 cm. Mit brauner Feder annotiert: "Jan van Huysum fecit 1735". Laurentius 66.
Ploos van Amstel etablierte neue Techniken in der Reproduktionsgraphik und schuf die Gattung der "prenttekening". Das opulente Blumenstillleben ist Beispiel für diese seltenen Farbradierungen von seiner Hand, hier nach Vorlage Jan van Huysums. Das Blatt kommt häufig mit einer akzentuierenden und prägnanten Handkolorierung, die sehr wahrscheinlich von Oswald Wijnen ausgeführt wurde (vgl. das Exemplar im British Museum, London). Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, reich und frisch koloriert, entlang des äußeren Randes mit feiner, goldgehöhter Rahmung. Schwache Alters- und Gebrauchsspuren, recto entlang der äußeren Kanten mit Montierungs- und Kleberückständen, sonst insgesamt gut. Selten. Verso mit der Wappenkartusche von Ploos van Amstel (Variante zu Lugt 2725).
Bildnis des Joseph Haydn. Radierung und Aquatinta auf Velin. 24,7 x 18 cm. Portalis/Beraldi, III, S. 365, René Hennequin: Edme Quenedey: Portraitiste au physionotrace. Seconde partie: son oeuvre (1788-1829), Troyes 1927, S. 126f.
Der Bildniszeichner und Radierer Edmé Quenedey arbeitete zunächst in Paris als Porträtminiaturist und trat im April 1788 in die Werkstatt des Gilles-Louis Chrétien (1754-1811) ein. Chrétien hatte 1786 in Versailles das Verfahren der „Physionotrace“ entwickelt, bei der ähnlich wie bei einem Silhouettierstuhl ein Apparat zur rationalisierten Herstellung von Profilporträts verwendet wurde. Quénedey war im Atelier zunächst für die Anfertigung der Porträtzeichnungen zuständig, die später von Chrétien radiert wurden. Nach Unstimmigkeiten zwischen den beiden Künstlern machte Quénedey sich jedoch Ende 1789 mit einer eigenen Werkstatt als Physionotracist in Paris selbstständig. Zwischen 1808 und 1813 gab er eine Serie mit Bildnissen bedeutender Komponisten heraus, zu der auch das vorliegende Porträt Haydns gehört. Das Blatt ist selten. Ein weiterer Abzug befindet sich im Musée Carnevalet, Paris (Inv. Nr. G 19210). Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rand.
Saint-Aubin, Augustin de
Au moins soyez discrets; Comptez sur mes serments
Los 5296
Schätzung
600€ (US$ 682)
Der Künstler und seine Frau: Au moins soyez discrets; Comptez sur mes serments. 2 Kupferstiche. Je ca. 36,4 x 26,2 cm. (1789). Le Blanc 162-163 I (von III). Wz. Schriftzug.
Charmante Pendantbildnisse des Künstlers selbst und seiner Gemahlin, Louise-Nicole Godeau, vor aller Schrift und der Adresse unten. Ganz ausgezeichnete, gleichmäßige und klare Frühdrucke jeweils mit breitem Rand. Verso schwach stockfleckig, insgesamt minimal angestaubt und gebrauchsspurig, sonst einheitlich und sehr gut erhalten. Beigegeben vier Portraitstiche, ein Kupferstich von Edelink "Jacques Blanchard", von Robert Nanteuil "Henri de Mesmes" sowie zwei Blätter von Pierre Drevet.
Schenck, Pieter
Bildnis der Christiane Theresia von Sachsen-Weißenfels
Los 5297
Schätzung
800€ (US$ 909)
Bildnis der Christiane Theresia von Sachsen-Weißenfels, geb. Löwenstein, mit Blume. Farbradierung à la poupée. 25,2 x 18,2 cm. "Pieter Schenck exc.". Nicht bei Hollstein (Johannes Teyler and Dutch Color Prints).
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen. Schwache Knitterspuren am oberen Rand, sonst schönes Exemplar. Beigegeben aus dem Umkreis von Johann Teyler die Farbradierung "Edeldame mit Dreizack auf einem Delphin reitend" sowie eine weitere Farbradierung "Bauernpaar", beide jeweils "à la poupée" sowie ca. 68 Blatt mit Vignetten von Salomon Gessner.
Des Künstlers Frau, nähend. Radierung. 12 x 9,5 cm. (1753). Wessely 105 II.
Das intime Portrait der nähenden Dorothée Louise Viedebrandt, der Frau des Künstlers, in einem ganz ausgezeichneten Druck mit breitem Rand. Im weißen Rand unbedeutend stockfleckig, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung François Heugel (Lugt 3373).
Die Erziehung von Satyrkindern. Radierung. 13,4 x 8,7 cm. 1771. Garzarolli/Thurnlackh 20, Feuchtmüller 21.
Ausgezeichneter Druck mit Rand. Etwas stockfleckig, durchschlagende Leimspuren an den Ecken, unauffällige geglättete horizontale Falte, weitere leichte Altersspuren, sonst in guter Erhaltung. Aus einer unbekannten Sammlung "F mit Krone im Oval" (nicht bei Lugt).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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