Los 1632

Horae Beatae Mariae Virginis
Stundenbuch auf Pergament

Nachverkaufspreis
18.000€ (US$ 17,647)

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Aus dem Katalog
Hexe, Tod und Teufel
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1632, Auction  120, Horae Beatae Mariae Virginis, Stundenbuch auf Pergament

147 Tänzern und Tänzerinnen - die wohl größte bekannte Totentanzfolge überhaupt
Horae BMV. Hore beate marie virginis secundum usum Romanum. Stundenbuch für den Gebrauch nach römischem Ritus, gedruckt in schwarzer gotischer Textura auf Pergament. 140 nn. Bl. 21 Zeilen. Satzspiegel 14,5 x 9 cm. Format 18 x 11 cm. 258 S. mit jeweils einer vierseitigen, breiten Metallschnitt-Bordüre mit verschiedenen ornamentalen und figuralen Zyklen, darunter ein außergewöhnlich großer Zyklus aus dem Totentanz mit insgesamt 147 Totentanzszenen sowie 20 ganzseitige Holzschnitt-Miniaturen sowie 29 kleinere Textholzschnitte. Durchgehend regliert in blassem Rot und mit Hunderten von durchgehenden 1-3-zeiligen Pinselgold-Initialen auf rotem und blauen Kastengrund. Dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. (die einstigen Schließen entfernt, teils berieben und beschabt sowie mit kleinen Fehlstellen, Kapitale mit größeren, der Einband unter weitgehender Erhaltung der Originalsubstanz sorgfältig restauriert und unterledert, Gelenke brüchig, bestoßen) über Holzdeckeln mit Blindfileten und hübscher, seltener Kandelaberrolle mit Adler und Greif sowie floralen Elementen. In Halblederkassette des 19. Jahrhunderts (Gelenke brüchig, fleckig, beschabt) mit goldgeprägtem RTitel. (Paris, Simon Vostre, um 1510).
Vgl. Exemplar im Art Institute Chicago, Clarence Buckingham Collection, Ref.-Nb. 1945.224. – Äußerst prachtvoll gestaltetes, vollständiges und wohlerhaltenes Pariser Stundenbuch aus dem frühen 16. Jahrhundert aus der renommierten Druckerei von Simon Vostre (ca. 1465-1521), vollständig auf Pergament gedruckt und im ursprünglichen Einband. Die für die finanziell potenten Eliten auf Pergament gedruckten Exemplare profitierten von der Beliebtheit der teureren illuminierten Manuskripte des 15. Jahrhunderts. Der Druck enthält keine genaue Datierung, jedoch erschließt sich das Druckdatum durch das auf dem Blatt a1 verso gedruckte Almanach für die Jahre 1510-1530.

Simon Vostre hatte seine ersten 30 Totentanzszenen aus dem erstmals von Guy Marchant, im Jahr 1485 veröffentlichten "Danse Macabre" kopiert. In den Folgejahren kopierte er weitere zehn neue männliche und erste weibliche Tänzer. Im Jahr 1491 entwickelte er weitere Darstellungen von weiblichen Tänzern ("la Bigote" (fanatische Frau) und "la Sotte" (weibliche Narrin), welche er jedoch an die Darstellungen von Antoine Vérard anlehnte. Allerdings präsentierte Vostre in dem vorliegenden Werk mit 147 Tänzern und Tänzerinnen die wohl größte bekannte Totentanzfolge überhaupt.

Auf Blatt a1 das prachtvoll illustrierte Titelblatt mit großer Metallschnitt-Druckermarke des Pariser Buchdruckers Simon Vostre, welche sein von zwei Leoparden gestütztes Monogramm an einem Baum enthält. Das Werk enthält 20 große ganzseitige Miniaturen, darunter den "Totenmann" auf Blatt a2. Ferner befinden sich hierin 29 kleinere Holzschnitte im Text (Evangelistenbilder, Heilige etc.). Bei dem Metallstecher handelt es sich wohl um Philippe Pigouchet (tätig 1488-1518). Lagenformel: a-c8 d4 e-p8; a,e,i8.

Die ganzseitigen Holzschnitte
a1r Druckermarke Simon Vostre
a2r Aderlassmann (Totenmann)
a8v Martyrium Johannis
b4v Judaskuss
d3v Wurzel Jesse
d4r Verkündigung Mariae
f4r Esther vor Ahasver
g3r Kreuztragung
g4r Tränkung der Scharen
g5r Geburt Christi
g8v Verkündigung an die Hirten
h3v Epiphanias, Heilige Drei Könige
h7r Darbringung im Tempel
i2v Betlehemitischer Kindermord
i8r Marientod
l3r Uria vor König David
m6v Jüngstes Gericht
m6r Hiob mit den Botschaftern
A1r Trinitas mit Himmlischem Jerusalem
F3v Schutzmantelmadonna
F5v Beweinung Christi – Wenige kleine Farbverwischungen der Initialkästen auf drei Blättern. Pergament materialbedingt etwas knittrig und gebräunt. Das erste und die letzten beiden Blatt stärker gebräunt und knittrig, hin und wieder leicht fingerfleckig, insgesamt jedoch in sehr gutem Zustand mit nur wenigen Alters- und Gebrauchsspuren. Durchweg kräftiger Druck, insbesondere auch die ganzseitigen Illustrationen in gratigem, konstrastreichem und scharfen Kupferdruck. Bei dem hübschen Einband handelt es sich wohl um einen zeitgenössischen französischen Renaissance-Einband.


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