Los 1537

Schwurschädel
Schwurschädel für Femegerichte

Zuschlag
8.000€ (US$ 7,843)

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Aus dem Katalog
Hexe, Tod und Teufel
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1537, Auction  120, Schwurschädel, Schwurschädel für Femegerichte

Schwurschädel für Femegerichte. Höhe 28 cm. 16 x 14 x 19 cm (Schädel). Deutschland, 17. Jahrhundert.
Schwurschädel in Form eines humanoiden Schädels ohne Kiefer. Vorderseite der Kalotte mit eingeritztem Schwert und einer Schlange, die zusammen als Waage dienen, auf der seitlich als Gewichte eine Krone und eine Mitra abgebildet sind, die für die Abwägung der geistlichen und der weltlichen Macht stehen. Mit lateinischer Bezeichnung auf der Squama frontalis bzw. Stirnbeinschuppe: "(F)IAT IVS(T)ITIA (et) PER(EAT) MVN(DVS)“, was so viel heißt wie: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde“. Schädel mit Nagel auf späteren (um 1800), runden und gedrehten Holzsockel montiert.
Schwurschädel wurden im Mittelalter als Objekte der Gerichtsbarkeit genutzt. Die Femegerichte erreichten den Gipfel ihrer Macht in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts und nahmen in der wachsenden Rechtsunsicherheit immer mehr den Charakter von straff organisierten Geheimbünden der „Wissenden“ an, die durch Eid zu unbedingter Verschwiegenheit verpflichtet waren. Obwohl bei Femegerichten niemals die Folter angewendet wurde, verbreitete sich aufgrund der zunehmenden Heimlichkeit des Verfahrens und der umgehenden Vollstreckung gefällter Todesurteile Furcht und Schrecken vor der Feme. Das letzte „Heimliche Gericht“ wurde auf westfälischer „roter“ Erde unter der Femelinde des Dortmunder Freistuhls am 6.1.1806 abgehalten. Schwurschädel fanden auch in den Wunderkammern ihren Platz. Vgl. hierzu Georg Laue, Memento Mori, S. 168. – Guter Zustand mit stärkeren Gebrauchsspuren. Teils gedunkelte Alterspatina mit Bereibungen und Bestossungen. Kiefer fehlen. - Aus einer französischen Privatsammlung.

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