Los 1072

Helden buch, Das
mit synen figuren.

Schätzung
28.000€ (US$ 29,474)

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Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1072, Auction  120, Helden buch, Das, mit synen figuren.

Berühmtes deutsches Heldenepos des Mittelalters -
das seltenste in Hagenau gedruckte Buch

Das helden buch mit synen figuren. 214 nn. Bl. (le. w.). Mit ganzseitigem Holzschnitt-Frontispiz (in Pag.) und 228 (teils wdhl.) kleineren Textholzschnitten. Marmorierter geglätteter Kalbslederband vom Ende des 19. Jahrhunderts mit 2 RSchildern und Filetenvergoldung auf Rücken und Deckel, dort mit Eckfleurons und großer goldgeprägter Deckelvignette, Steh- und Innenkantenfileten, dreiseitigem Goldschnitt (signiert "Bound by F. Bedford") in modernem Leinenschuber mit goldgeprägtem RTitel (signiert "Bound by F. Bedford"). Hagenau, Heinrich Gran für Straßburg, Johann Knobloch d. Ä.,18. August 1509.
VD16 H 1566. USTC 627451 und 709369. Kristeller, Straßburger Bücher-Illustration, 363. Goedeke I, 274. – Die erste Ausgabe im 16. Jahrhundert, die insgesamt dritte des "Heldenbuchs" eines Monumentes deutsche Sprache und Sammlung von mittelhochdeutscher epischer Dichtung aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wobei einige der Geschichten mit dem Nibelungenlied in Verbindung stehen. Die einzelnen Romane handeln von den Helden der germanischen Stämme in der Völkerwanderungszeit: Ortnit, Hugdietrich und Wolfdietrich. So verliebt sich etwas König Ortnit von der Lombardei unsterblich in in Sidrat, die Tochter des heidnischen Königs Machorell von Muntebur. Er gewinnt seine Dame durch indem er sie aus der Burg ihres Vaters entführt. Der empörte Machorell schickt zwei Riesendracheneier in Ortnits Königreich, und die daraus schlüpfenden Lindwürmer verursachen Elend und Unheil im ganzen Lande.

Eine weitere Geschichte erzählt von Hugdietrich, dem Kaiser von Konstantinopel, der sich in Hildburg, Prinzessin von Thessaloniki, verliebt hat. Doch ihre Vater will seine Tochter nicht heiraten lassen. Hugdietrich erlernt weibliche Fähigkeiten und verschafft sich und verschafft sich als Frau verkleidet Zugang zum Palast und Zugang zu seiner schönen Dame. Schließlich kann die wilde Hexe "Rauch-Else" den Bann durch Zauber lösen.

Das Heldenbuch vereint vier der großen deutschen epischen Gedichte: Ortnit, Wolfdietrich, Rosengarten zu Worms und Laurin. Eingerahmt werden sie von einer Vorrede und der sogenannten Heldenbuch-Prosa am Ende, die einen Überblick über das Zeitalter der Helden, seine Chronologie und Genealogie. Das Heldenbuch gehört zu den frühesten gedruckten deutschen Texten des Mittelalters überhaupt. Es erschien erstmals um 1479 in Strassburg und erlebte sechs Auflagen im 15. und 16. Jahrhundert erschienen, wobei es sich bei der vorliegende Ausgabe um die dritte handelt.

Die inklusive Frontispiz 229 Holzschnitte sind von 143 Blöcken gedruckt (Kristeller 363). Sie zeigen die Taten die Helden des Epos, die Könige und edlen Damen, alle in der charakteristischen Tracht der deutschen Renaissance, ferner auch Drachen und Ungeheuer sowie zahlreiche skurrile, drastische oder rührende Episoden. Dabei orientiert sich Ikonographie an früheren Ausgaben des Heldenbuchs. Zusätzlich zu den Holzschnitten, die hier zum ersten Mal gedruckt wurden, verwendete Heinrich Gran auch zahlreiche Holzschnitte, die er aus den Straßburger Werkstätten von Bartholomäus Kistler und Matthias Hupfuff. – Kollation: a8, b-c6, d8, e-z6, A-M6. Insgesamt wohlerhaltenes, bemerkenswert sauberes und breitrandiges Exemplar in einem prachtvollen Einband der englischen Meisterbinderei Francis Bedford (1799-1883). Obwohl diese Ausgabe in öffentlichen Bibliotheken recht gut vertreten ist (Kofler listet dreiunddreißig Exemplare weltweit), ist sie im Handel sehr rar. Wir können in den letzten vierzig Jahren nur ein einziges Exemplar ausfindig machen, das Ritman-Exemplar im Jahre 2000 (ABPC 1975-2015); sonst kein Exemplar auf deutschen Auktionen (JAP 1990-2014). Das vorliegende Exemplar stammt aus der Bibliothek des bedeutenden englischen Händlers, Bankiers und bedeutenden Bibliophilen Henry Huth (1815-1878) mit dessen goldgeprägtem Exlibris "Ex Musaeo Huthii". Seine Bibliothek ging an seinen Sohn Alfred Henry Huth (1850-1910) und in die Auktion bei Sotheby 1913, wo das Exemplar von Bernard Quaritch erworben wurde (mit Bleistift-Notizen auf dem Vorsatz). Es war dann Teil der bedeutenden Sammlung Otto Schäfer (OS 179), der es 1960 über Adalbert Lauter, München, bei H. P. Kraus, New York, erwarb.


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