Los 8032

Geiger, Willi
(1878 Schönbrunn - 1971 München)Frau in Rosa

Nachverkaufspreis
8.000€ (US$ 9,302)

Los 8032 - Geiger, Willi - Frau in Rosa - 0 - thumbExtragroße Abbildung

Aus dem Katalog
Moderne und Zeitgenössische Kunst I
Auktionsdatum 4.12.2021

Lot 8032, Auction  118, Geiger, Willi, Frau in Rosa

Frau in Rosa
Öl auf Leinwand. 1920.
57 x 44 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Geiger" und datiert.

Entschlossenheit und Melancholie strahlt sie aus, die herbe Schönheit. Ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit präsentiert Geiger das Frauenantlitz - es handelt sich wohl um die Gattin des Künstlers - streng en face, und der Blick aus den großen, umschatteten Augen zielt unverstellt und unerbittlich gerade, beinahe offensiv, auf den Betrachter. Die Ansammlung nuancierter Rosatöne in Kleidung und Hintergrund mildert diese wilde Kraft kaum ab, harmoniert allerdings wunderbar mit dem fein abgestuften Inkarnat. Die Arbeit entstand möglicherweise während Geigers kurzem Spanienaufenthalt nach dem Ersten Weltkrieg.
Willi Geiger verbuchte nach seinen Studien in München, unter anderem bei Franz von Stuck und Peter Halm, zum Teil zusammen mit Hans Purrmann und Albert Weisgerber, schon früh erste Erfolge als Graphiker. Preise und Stipendien ermöglichten ihm längere Aufenthalte in Italien und Spanien, wohin er immer wieder zurückkehren sollte und wo er später begeistert Künstler wie Francisco de Goya, El Greco und Diego Velázquez kopierte. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs lebte Willi Geiger in Berlin, zog euphorisch wie viele in den Krieg, wurde aber von der grausamen Realität schnell eingeholt und begann, psychisch schwer belastet, nach der Rückkehr in München als Professor an der Kunstgewerbeschule, diese Erlebnisse zu verarbeiten. Die Malerei brachte ihm allmählich wieder Ruhe, und sein Stil wandelte sich verstärkt hin zum Expressionismus. 1928 wurde er an die Staatliche Akademie nach Leipzig berufen, jedoch 1933 aufgrund seiner Opposition zum Nationalsozialismus gekündigt und seine Arbeiten als "entartet" diffamiert.

Provenienz: Nachlass Paul Romberger, Aschaffenburg

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2021 Galerie Gerda Bassenge


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2021 Galerie Gerda Bassenge