Los 2841

Sanquirico, Alessandro
(1777-1849)Raccolta di Varie. Mailand 1827-32

Nachverkaufspreis
30.000€ (US$ 34,884)

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Aus dem Katalog
„Im Takt der Musik“
Auktionsdatum 13.10.2021

Lot 2841, Auction  118, Sanquirico, Alessandro, Raccolta di Varie. Mailand 1827-32

Persönliches Widmungsexemplar der Erzherzogin und Vizekönigin Maria Elisabetta von Savoyen
(Sanquirico, Alessandro. Raccolta di varie decorazioni sceniche, inventate ed eseguite per il Regio Teatro alla Scala di Milano). 2 Teile in 1 Band. Mit aquarelliertem Widmungs-Frontispiz, kalligraphisch-handschriftlichem Widmungsblatt, 41 kolorierten Aquatintatafeln und 15 Umrissradierungen, alle nach Alessandro Sanquirico. Quer-Folio. 38 x 46 cm. Blutroter Saffianlederband d. Z. (nahezu unberieben) mit besonders reicher Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvergoldung in moderner Leinenkassette. (Mailand, Vasalli, 1827-32).
Ferrero 1983, 91-140. Wurzbach XXVIII, 196. Nagler XVI, 135. – Erste und einzige Ausgabe der Theaterentwürfe des berühmten Bühnenbildners Alessandro Sanquirico (1777-1849), hier in einem Luxusexemplar in fürstlichem Kolorit und Saffian-Prachtband für die Habsburger Erzherzogin Maria Francesca Elisabetta von Savoyen (1800-1856), Vizekönigen von Lombardei-Veneto.
"Alessandro Sanquirico studierte mit allem Eifer die Architektur und zeichnete in Rom fast alle alten und neuen Werke der Baukunst. Dann besitzt er auch genaue Kenntniss des griechischen, romanischen, maurischen und gotischen Stils, sodass er, mit einer ausserordentlich reichen Phantasie begabt, auf dem Theater alla Scala seit Jahren durch einen immerwährenden Reichtum neuer Schöpfungen gesteigerte Bewunderung erregte. Er ist ein Meister in der Perspektive und auch als Maler vom feinsten Geschmacke im Stande, durch Farbe und Licht magische Effekte hervorzubringen. Jede seiner Dekorationen hat neuen Zauber und reiche Mannigfaltigkeit der Erfindung. Es verging daher keine Oper oder ein anderes pomphaftes Schauspiel, in welchem Sanquirico neben den gefeierten Sängern und anderen Bühnenhelden nicht ebenfalls seinen Triumph feierte. Dieser Künstler fing 1818 an, ein Werk herauszugeben, welches die vorzüglichsten der von ihm verfertigten Theaterdekorationen enthält, in Umrissen radiert, dann sehr sauber ausgetuscht und koloriert. Es kam nicht in den Handel" (Nagler).
"La grandiosa collezione del Sanquirico, in fogli di grande formato, stampati e colorati con estrema cura, era evidentemente destinata a clienti 'facoltosi'. Alcune serie furono dedicate a personaggi importanti" (Ferrero).
So enthält das vorliegende Exemplar statt dem Titelblatt ein vom Künstler Sanquirico aquarelliertes Widmungsblatt auf Bleistift- und Federzeichnung mit der Allegorie der Weisheit als Pallas Athene auf dem Thron, umgeben von Kandelabern mit Attributen der Künste. In der Mitte erscheint das ligierte Monogramm "ME" im Strahlenkranz mit einer großen, edelsteinbesetzten Krone. Die umgebende Bordüre ist in Gold und Silber gemalt. Es folgt die Widmung in Sepia-Kalligraphie, ebenfalls aus der Feder des Künstlers: "A Sua Altezza Imperiale La Serenissima Signora Arciduchessa Maria Elisabetta Vice-Regina del Regno Lomb-Veneto ... Questo Saggio di sue Sceniche Composizioni Il Pittore Allessandro Sanquirico Milanese umilmente Consacra".
Die in Mailand residierende Herzogin war die wichtigste Förderin des Künstlers, der sein ihr gewidmetes Exemplar mit zusätzlichen, nicht in der normalen Ausgabe enthaltenen Tafeln versah. Der französische Schriftsteller Stendhal lobte das Werk Sanquiricos als "une terrible imagination; décorations divines; la perfection d'un art". Die Bühnenbildentwürfe gehören tatsächlich zu den zauberhaftesten, höchst suggestiven und nicht grandioser vorstellbaren ihres Genres, "qui sostenne la fama e il prestigio della scuola scenografica milanese e conferì valore artistico e culturale alla Scala" (Ferrero).
Sanquirico war zwischen 1817 und 1832 der künstlerische Leiter am Teatro della Scala in Mailand, wo seinerzeit die bis heute unübertroffenen Opern der größten Komponisten uraufgeführt und wiederaufgeführt wurden: La Clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart, L'Otello von Salvatore Viganó, La Gazza Ladra von Gioacchino Rossini, L'Escule di Granata von Giacomo Meyerbeer, Chiara e Serafina von Gaetano Donizetti, La Vestale von Gaspare Spontini und viele mehr.
So setzte der Künstler mit seiner Publikation nicht nur den Inszenierungen, sondern letztendlich auch dem musikalischen Welterbe ein Denkmal, das in dem vorliegenden Exemplar - in der Einheit von Tafeln, Einband, Widmung und Provenienz - seine Apotheose erfährt. – Vordergelenk gebrochen, dadurch aquarelliertes Widmungsblatt geringfügig eingerissen, kalligraphisches Widmungsblatt stärker knittrig, die Seidenhemdchen ebenfalls knittrig und fleckig, die Tafeln aber nur unwesentlich gebräunt oder fleckig, durchgehend sauber und in dem feinsten Kolorit mit leuchtenden Farben gestaltet. Erschienen waren insgesamt über 80 Tafeln, die in unterschiedlich umfangreichen Exemplaren zusammengebunden wurden. Hier vorhanden sind 36 kolorierte Aquatinten und 15 Umrisskupfer sowie ferner 5 zusätzliche, anderen Exemplaren nicht beigebundene Aquatinta Tafeln. Diese fünf zusätzlichen Tafeln sind handschriftlich mit Sepia unter der Darstellung bezeichnet: "Interno di una Serra" (Elerz e Zulmida), "Tempio di Minerva" (La Morte d'Ettore), "Luogo delizioso contiguo alla Reggia" (Ottavia), "Luogo destinato ai Sepolcri dei re di Danimarca" (Amleto), "Giardino" (La Sciocca). Alle anderen Tafeln mit den gestochenen Angaben der Szene, der Oper, des Komponisten, der Saison und der Jahresangabe der Aufführung.


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