Los 6053

Düsseldorfer Schule
1830. Bildnis eines bärtigen Mannes, die Hände auf einen Stock gestützt, vor einer weiten Landschaft.

Nachverkaufspreis
6.000€ (US$ 6,897)

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Aus dem Katalog
Gemälde Alter und Neuerer Meister mit Portraitminiaturen
Auktionsdatum 10. Juni 2021

Lot 6053, Auction  117, Düsseldorfer Schule, 1830. Bildnis eines bärtigen Mannes, die Hände auf einen Stock gestützt, vor einer weiten Landschaft.

um 1830. Bildnis eines bärtigen Mannes, die Hände auf einen Stock gestützt, vor einer weiten Landschaft.
Öl auf Leinwand. 32,5 x 28 cm. Auf dem Keilrahmen mit dem Klebeetikett der Kunsthandlung Gustav Müller, Iserlohn.

Wie aus einer anderen Zeit gefallen wirkt dieses anonyme Bildnis und gemahnt an eine Epoche, als Raffael noch auf der Erde wandelte. Unverkennbar von Werken der Renaissance ist die charakteristische Porträtformel eines nahansichtigen Brustbildnisses entlehnt, der Bildausschnitt wie ein Fensterrahmen, hinterfangen von einer weiten Landschaft, deren zarte Grüntöne am Horizont in sanfte blaue Berge enden. Wären da nicht die ganz und gar unitalienischen Kirchtürme im linken Hintergrund, könnte man den Ausblick für einen südländischen halten.
Das von den Nazarenern initiierte Raffael-Revival nahm zunächst, und wo sonst auch, in Rom seinen Anfang. Nördlich der Alpen propagierten vor allem die Direktoren der Düsseldorfer Akademie, Peter von Cornelius zuerst und ab 1826 Wilhelm von Schadow dieses neue Kunstideal. Das Idiom unseres Gemäldes setzt die Kenntnis der Tätigkeit der Nazarener voraus. Auf eine Fülle von Farbabstufungen verzichtet der Maler zugunsten großflächig organisierten Lokalkolorits, obgleich die Farbpalette anders als bei vielen nazarenischen Arbeiten in den Tönen vergleichsweise gedeckt bleibt. Die stark akzentuierten Konturen und Falten, die geradezu plastische Lichtmodellierung und die zeichnerische Behandlung von Haaren und Bart wecken Erinnerungen an die Arbeiten von Julius Hübner, Carl Ferdinand Sohn oder dem Kreis von Schadow-Schülern bestehend aus Franz Ittenbach, Ernst Deger und den Brüdern Andreas und Carl Müller, die 1837 gemeinsam nach Italien aufbrachen. Doch verzichtet unser Künstler besonders beim Aufbau des Inkarnats auf glattpolierte Idealisierung und strebt stattdessen ein höheren Maßes an Naturnähe an. Im wettergegerbten Gesicht des Mannes stechen die braun gebrannten Wangen hervor und blaue Schatten schimmern unter den nachdenklichen Augen sowie an den Händen durch die Haut. Somit wird das Bildnis zur einer feinfühligen, aber auch von Zeitlosigkeit durchdrungenen Charakterstudie von einnehmender Qualität.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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