Los 111

Seehausen Altmark
Urkunden- und Kontorbuch der Stadtpfarrkirche St. Petri in Seehausen

Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)

Los 111 - Seehausen Altmark - Urkunden- und Kontorbuch der Stadtpfarrkirche St. Petri in Seehausen - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 111, Auction  117, Seehausen Altmark, Urkunden- und Kontorbuch der Stadtpfarrkirche St. Petri in Seehausen

Seehausen Altmark. - "S. Petri Kirchen". Urkunden- und Kontorbuch der Stadtpfarrkirche St. Petri in der Hansestadt Seehausen in der Altmark. Deutsche Handschrift auf Papier, in teils losen und teils zusammengebundenen Heften, Dokumenten, Briefen etc. Ca. 400 S. Ca. 35 x 22 cm. Loser Block eingelegt in geglättetes dunkelbraunes Kalbslederalbum des 19. Jahrhunderts (teils etwas beschabt) mit vier vielfach durchbrochenen, gehämmerten, punzierten und ziselierten Messing-Eckbeschlägen, großem Mittelbeschlag im Rollwerk-Kartuschenrahmen und versilbertem konvexen Ovalspiegel (die fragilen Messingblechornamente teils fehlerhaft), reich blindgeprägtem Rückdeckel sowie Messingbuckeln auf den Deckeln. Seehausen ca. 1630-1760.
Sehr vielfältige, umfangreiche Dokumentation zur evangelischen Stadtpfarr- und Klosterkirche St. Petri in der Hansestadt Seehausen an der Elbe, in der Altmarkt bei Stendal. Teils in zeitgenössischen handschriftlichen Kopien bzw. Abschriften, meist jedoch in Originaldokumenten. Die um das Jahr 1300 gebaute heutige Petrikirche gehört zu den bedeutendsten Bauten im Stil der norddeutschen Backsteingotik, errichtet auf einem romanischen Vorgängerbau aus lokalem Feldstein. Besonders markant ist die Westfassade mit einem monumentalen doppeltürmigen Wehrbau, der weit über Elbebene sichbar ist. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die gotische Basilika zu einer dreischiffigen Hallenkirche erweitert, wobei das Baumaterial ebenfalls Backstein blieb. Tatsächlich sind bis dato zur St. Petri nicht viele Quellen bekannt, so dass davon auszugehen ist, dass die vorliegenden Originaldokumente zahlreiche nicht unbedeutende historische Fakten bestätigen, widerlegen und zum Forschungsstand hinzufügen können.

Die Dokumentation gliedert sich in zahlreiche, fadengeheftete (heute teils gelockerte oder gelöste) Partitionen, die zu einem Block zusammengebunden und in die beschriebene Einbanddecke eingelegt wurden, teils auch einige lose Beilagen.
Vorhanden sind u. a. "S. Petri Kirchen Einnahme und Ausgabe Anno 1642", dabei Einnahmen aus Begräbnissen ("Einnahme von den Funeribus") mit den Namen und genauen Daten der Defuncti, "Jährliches Einkommen", mit externen Einnahmen "Extranei", "Einnahme an Zinßen", Almosengelder "Einnahme vor Bley unnd Küster vom Thüren ober der Klosterkirche", eine ausführliche Liste der "Baukosten und andern Ausgaben 1642", "Exceptio Bürgermeister und Rathmänner auch Kirchenherrscher zu Lechauf und Provocant Herr Elias Neyen Archidiacon daselbst Provocant": "Wir Bürgermeistere und Rathmanne der Stadt Seehausen erkennen hiermit für Unß, unsern Successoren am Rath und … die drey Viertel Llands für Priester-Pfarr am Siel bei der Wäßerung gelegen und unserm Pfarr-Ambt incorporirt".

Es folgen Urkunden betreffend die Pfründensteuer für die Pfarre und das Kloster S. Petri: "Jährlichs Einkommen St. Petri Kirch in Seehausen, besage Churf. große Kirchenbuch anno [1]600", "Jährlichs Einkommen von den Ländereyen", "Jährlichs Einkommend der Kirchen St. Petri von den Extreneis", "Von Grabstätten in St. Petri Kirch", "Von den Kasten welche in St. Petrikirche vorwahrlich beygesetzet davon auf ein gantzes Jahr", "Jährliche Ordinar Ausgabe St. Petri Kirch", "Assignation anni 1670" uns so weiter.

Erwähnt wird das "Closter Arendsee", Ausgaben für den Kirchenbau bzw. dessen Instandhaltung und Restaurierung: "An Bauwkosten und andern Augaben Anno 1642", "Das jährliche Einkommen St. Petri Kirch in Seehausen, beträge…". Ferner Beschlüsse des Klosters zu Seehausen: "Actum Seehausen d. 11. Juni 1731" und eine Abschrift eines bestätigenden Erlasses von Friedrich Wilhelm II. (gestempelt mit dem königlichen Siegel) über die "Salarirung der Diaconorum" an den "Archidiaconus zu Seehausen Neyen" (21.03.1731, Notarssignatur), zahlreiche weitere gestempelte Urkunden- und Erlass-Kopien und Abschriften, Dokumente über Rechtsstreitigkeiten, Personalbesetzungen und vielem mehr. Darunter ein "Protocollum vom 10. juli 1738 in causa Elias Neuyens Archid. zu Seehausen in person contra Bürger-Meister und Rath auch Kirchen Provisorer daselbst". Zahlreiche Prozess- und Gerichtsakten zu Auseinandersetzungen von weltlichen und geistlichen Institutionen, des Klosters Seehausen und dem Bürgermeister der Stadt. Ein größeres Dokument titelt: "Diejenige Verordnungen so in der Kirchen und Schul-Stipendien zu Seehausen" (1735; 17 S.). Am Schluss nach mehreren wohl ausgerissenen Blättern finden sich auch ein älteres Dokument "Wir Jo Urß Bürgermeister unnd Rathmann von 1638 beschließen …" Datiert "Anno d[o]m[ini] xxxviij". – Gebrauchsspuren, Flecke, Bräunungen, Wasserränder, meist ordentlich und oft in sauberen Kanzleischriften, Interessante Quelle zur Altmarkt.


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