Los 1021

Paulus de Sancta Maria und Thomas Cantipratensis
Scrutinium scripturarum und Bonum universale de proprietatibus apum (Bienenstaat)

Nachverkaufspreis
20.000€ (US$ 22,989)

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Aus dem Katalog
Sonderkatalog „Apokalypse“
Auktionsdatum 13.4.2021

Lot 1021, Auction  117, Paulus de Sancta Maria und Thomas Cantipratensis, Scrutinium scripturarum und Bonum universale de proprietatibus apum (Bienenstaat)

Paulus de Sancta Maria (Paulus Burgensis). Scrutinium scripturarum. 218 nn. Bl. (inkl. 3 w.). 39 Zeilen. Got. Textura Rotunda. Schriftraum: 18 x 10,9 cm. Mit Hunderten von bis zu 10-zeiligen rot eingemalten Initialen, roten Kapitelüberschriften und Kolumnentitel sowie durchgehender Rubrizierung. Strassburg, Johann Mentelin, um 1474 [und beigebunden:] Thomas Cantipratensis. Bonum universale de proprietatibus apum. 134 nn. Bl. 2 Spalten. 39 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 18,5 x 13,4 cm. Mit zahlreichen bis zu 6-zeiligen rot eingemalten Initialen sowie durchgehender Rubrizierung. Köln, Johann Koelhoff, um 1479. - 2 Werke in 1 Band. Format: 28,4 x 20,6 cm. Schweinsleder d. Z. (etwas abgegriffen und fleckig, Rücken alt gekalkt und mit hs. RTitel auf rotem Grund, Bezug an den Gelenken etwas brüchig) über schweren, kantigen Holzdeckeln mit Streicheisenlinien und 2 (von 4) Messing-Schließbeschägen (ohne die Schließen). Straßburg bzw. Köln 1474-1479.
I. Hain 10762. GW 29974. Goff P-203. Proctor 223A. Pellechet 8929. Collijn 806. Gamper 164. Günther 2893. Hubay 1571. Jaspers 121. Madsen 3060. Nentwig 306. Sack 2655. 2656. Voulliéme 1280. Walsh 64. Wilhelmi 478. Zedler 552. BMC I, 58. BSB-Ink P-47. CIBN P-72. CBB 3010. CIH 2532. IBE 5112. IBP 4194. IDL 3515. IGI 7327. Schorbach, Mentelin, 34. ISTC ip00203000.
II. Hain-Copinger 3644. GW 46647. Goff T-347. Proctor 1042. Pellechet 3212. Klebs 969.2. Bodleian T-197. Borm 2621. Collijn 1416. Finger 909. Günther 683. Hubay 2057. Madsen 3955. Oates 530. Voulliéme 465. Wilhelmi 578. 579. BMC I, 223. BSB-Ink T-330. CIBN T-217. CBB 3768. CIH 3306. IBP 5353. IDL 4347. ISTC it00347000. – I: Paulus de Sancta Maria. Scrutinium scripturarum. Zweite Straßburger Mentelin-Ausgabe des ersten gedruckten antisemitischen Buchs, das erstmals um 1470 bei demselben Drucker erschienen war. Paulus de Sancta Maria (1351-1435), eigentlich Salomon ben Levi, trat 1390 zum katholischen Glauben über und galt als der bedeutendste Exeget seiner Zeit. Er wurde Geheimkanzler des Königs Heinrich II. von Kastilien und Patriarch von Aquileia. Sein vorliegendes Hauptwerk ist eine Art Dialog zwischen Christentum und Judentum, in dessen erstem Teil ein Jude Saulus und ein Christ Paulus darüber diskutieren, ob mit Jesus Christus der verheißene Messias gekommen sei. Der zweite Teil enthält Erläuterungen der Grunddogmen des christlichen Glaubens durch einen christlichen Magister gegenüber einem Schüler. - Prächtiger früher Druck aus der Offizin Mentelins, der um 1460 in Straßburg zu drucken begann und sein Handwerk vermutlich in Mainz erlernte.

II: Thomas Cantipratensis.
Bonum universale de proprietatibus apum. Die zweite Ausgabe der Hauptschrift des Theologen, Tier- und Naturforschers, Enzyklopädisten, Augustiner-Chorherrn und Dominikaners Thomas von Cantimpré (auch Thomas Cantimpratensis, Thomas Brabantinus oder Thomas van Bellinghen; 1201-1272), der darin "das menschliche Gemeinwohl im Bienenstaate" erschaut. Tatsächlich handelt es sich um das früheste Werk, in dem die erstaunliche Organisation eines Bienenstaats auf Naturbeobachtungen basierend nahezu wissenschaftlich beschrieben wurde. Dabei vergleicht Thomas Cantipratensis die Bienengemeinschaft mit der Gesellschaft und dem Zusammenleben der Menschen, wobei die Organisation des christlichen Klosterlebens als Muster und Vorbild dient. Thomas war Chorherr zu Cantimpré bei Cambrai, hatte unter Albertus Magnus in Köln studiert und wurde schließlich Subprior in Löwen. Prachtvoller zweispaltiger Druck von Johann Koelhoff d. Ä., der seine Druckwerkstatt seit 1471 betrieb und das Handwerk wahrscheinlich bei Wendelin von Speyer in Venedig erlernt hatte – Lediglich ein Blatt mit kleinem Eckabriss, ein weiteres mit Randeinriss, die Ränder vereinzelt geringfügig stockfleckig, sonst fast durchgehend strahlend sauber und frisch, die Vorsätze erneuert. Zwei außergewöhnlich gut erhaltene Drucke auf kräftigem, bemerkenswert breitrandigem Papier in sorgsamer Rubrizierung, gebunden in einem zeitgenössischen Holzdeckeleinband, dessen Deckelblindprägung mit schlichten Fileten zu einem recht geistreichem Rautenornament gefügt wurden. Mit hübschem gotischen Schnitttitel unten "Scrutinium scripturarum" und Resten von einem zeitgenössischen Titelschild auf dem Vorderdeckel, der ebenso nur dem ersten enthaltenen Werk Rechnung trägt: "Scrutinium scripturarum".


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