Los 2546

Lasker-Schüler, Else
Sammlung von 19 Autographen

Schätzung
6.000€ (US$ 6,667)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 2546 - Lasker-Schüler, Else - Sammlung von 19 Autographen - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Literatur und Autographen
Auktionsdatum 7.10.2020

Lot 2546, Auction  116, Lasker-Schüler, Else, Sammlung von 19 Autographen

"fall nur nicht in Grunewaldvilla herein"
Lasker-Schüler, Else, Dichterin (1869-1945). Sammlung von 19 Autographen(1 eigh. Brief m. U., 1 eigh. Brief ohne U., 17 eigh. Postkarten m. U. "Tino" oder "Jussuf). Tinte und Bleistift. Mit 1 Umschlag. Die Briefe zus. 21/2 S. Gr. 4to, die Postkarten in üblichen Format. München, Berlin und Kolberg 1921-1931.
An ihren langjährigen, bereits in Berlin kennengelernten Freund Andreas (später: André) Meyer, zu dieser Zeit Rechtsanwalt in Görlitz. Meyer versuchte sich nebenbei immer wieder als Lyriker und bat Else Lasker-Schüler um Unterstützung auf der Suche nach einem Verleger. Am 17. Januar 1921 schreibt sie ihm aus München: "... Ich komme aus Wien und Prag wo ich Vorträge hatte, wieder nach München retour, bleibe 14 Tage dann trage ich in Berlin Kammerspiele wieder vor - dann Holland. Gedichte anbringen - ja da mußt Du sie mal Verlagen senden ... Was ich auch sagen würde, Kosten sind nun furchtbar und darum übernimmt niemand Risico ...". - Am 19.II.1923 in einem Brief: "... tu mir den einzigen Gefallen, sende mir drei Abschriften die [sic] Dir in Görlitz gegebenen Kritiken von mir und bitte lasse die inliegende auch dazu abschreiben. Ja? Bitte für Holland enorm wichtig ... Ich bin total in der Arbeit drin und Du kriegst dafür ein von mir bunt gezeichnet Bild sofort ...". - Am 26.I.1926 aus Berlin wegen eines Vortrags in Görlitz: "... Wie weit steht die Sache nun? Natürlich wie gesagt, ich muß den Abend für mich allein haben, das tu ich nie anders. Ich kann nicht anders künstlerisch. Also Du einen Abend (eine Stunde, ich den andern eine Stunde) und bitte nicht über mich sprechen ...". - Am 23.XI.1926 erwähnt sie in einem Brief die Tuberkulose-Erkrankung ihres Sohnes Paul, der im folgenden Jahr dem Leiden erlag. "... Ich bin so deprimiert über alles was mich traf, mit meinem Paul und überhaupt über die Dinge der Zeit. - Wenn Du nicht auch nach Breslau kommst, ich reise nicht. Antwort! Wir fahren dann zusammen von Berlin falls Du Berlin passieren mußt ...". - Aus Kolberg am 1. August 1929: "... Ich werde an Herrn Dr. Wiener schreiben für Dich. Nichts lieber, selbstredend. Betreffender Rockefeller schon 1/2 Jahr in Mexico. Er ist sehr gut zu mir Prinz ... Sollen wir beide noch mal (oder Du noch mal) nach Jerusalem Sept. Ich kanns machen. Baron v. Maltzahn mein Freund fährt auch mit, entzückt davon ...". - Zurück in Berlin, erwähnt sie am 3. Sept. 1930 ihr gespanntes Verhältnis zu den deutschen Verlegern. "... Ich rate Dir unbedingt Deine Gedichte Verlagen anzubieten. Ich bin seit 3 Tagen bei Rowohlt, aber noch keinen Contrakt. Später kann ich ihn sicher fragen etc. Seit Brochure scheuten mich die Verlage. Ernst R[owohlt] hatte immer meine Dichtungen gern ...". Ihre 1925 in Zürich gedruckte Flugschrift "Ich räume auf! Meine Anklage gegen meine Verleger" hatte zur Folge, dass erst 1932 mit "Arthur Aronymus" (bei Rowohlt) wieder ein Büchlein von ihr erschien. - Am 23.XI.1930: "... Ich kenne Arco selbst gar nicht. Ich fiinde Deine Gedichte im Versmaß eigen und die Gedichte selbst schön ... Ich war verreist in Köln, Elberfeld, Frankfurt Main - Radio. Ich freue mich schrecklich auf Dein Kommen ...". - Drei Wochen später: "... Ihr müßt hier wohnen ... wir besprechen alles genau, auch Palästina. Und - Du weißt ja daß ich Brief an Dr. Gottfried Benn im Koffer habe, im Fall ich verunglücke! bin sehr betrübt ...". - Am 18. Januar 1931 aus Berlin: "... Wann kommst Du und sprichst Du hier? Fall nur nicht im Grunewald Villa herein. Das ist dort keine (unsere) Zuhörerschaft. Ich habe dort abgesagt aber feste! Und lasse dort aufpassen, dass Niemand meine Dichtungen sagt; ich werde die Leute dann anzeigen ... Nimm hier doch ... z. B. den Breitkopfsaal ... Ich habe dort auch schon gesprochen ...". - In den Ortsteil Grunewald waren seit Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Literaten gezogen, z. B. auch die Kritiker Paul Lindau, Maximilian Harden und Alfred Kerr. - Am 29. Janur 1931: "... Ich freue mich auf Deinen Vortrag. Es kommt mit mir Dr. Günther Bielefeld, großer feiner Romanschriftsteller und Dichter. Ich sage es noch Dr. Benn dem großen herrlichen Dichter ...". - Am 18.Februar 1931 schwingt sie sich zu tragikomischen Versen auf: "... Ich hatte 2 x hintereinander die Grippe an der Krippe meines Zimmers gebunden. Was kann ich denn dafür / daß ich die Grippe hab / Daß aus der Nase mir / Das Wasser läuft bergab / Daß ich nicht essen kann / Das kleinste Confitür / Wie früher dann und wann / Im Schatten meiner Thür ...". - 2 Karten und die Verschlußmarke des Umschlags sind mit kleinen Blumen-Zeichnungen verziert. - Meist leicht gebräunt; teils etwas fleckig, vereinzelt kleine Schäden. - Beiliegend ein hektographiertes Heft: "Die Stimme Edens". Deutung eines Gedichtes von Else Lasker-Schueler durch André Meyer (17 S. 4to. Kartoniert. Jerusalem 1957); auf dem Titel handschriftlich: "Als Manuskript vervielfältigt: alle Rechte bei Dr. André Meyer, Tel-Aviv".


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